Hessischen Theatertage zu Gast am Staatstheater Wiesbaden

Leonce und Lena ~ Staatstheater Wiesbaden ~ © Lukas Anton

Vom 17. bis 27. Juni 2026 sind die Hessischen Theatertage zu Gast am Staatstheater Wiesbaden

Von Festival zu Festival – vom 17. bis 27. Juni 2026 ist das Hessische Staatstheater Wiesbaden Gastgeber für die Hessischen Theatertage. An zehn Tagen sind aktuelle Produktionen aus den hessischen Theatern zu sehen, ergänzt durch sechs Arbeiten Studierender der Hessischen Theaterakademie. Auch die Freie Theaterszene ist mit dem MADE.Festival vertreten. Dieses ist 2026 in der Rhein-Main-Region zu Gast und mit drei Produktionen auch in Wiesbaden.

Nicht nur Inszenierungen von den Hessischen Gasttheatern werden zu sehen sein, sondern auch Inszenierungen aus Wiesbaden. Am Eröffnungstag sind gleich zwei Produktionen des Staatstheaters Wiesbaden zu sehen. Nach der feierlichen Eröffnung um 18.00 Uhr im Foyer des Großen Hauses wird „Così fan tutte“ von Wolfgang Amadeus Mozart in der Inszenierung von Marie-Ève Signeyroles zur Premiere kommen: Eine partizipative und immersive Inszenierung, bei der jeweils 20 Paare auf der Bühne Platz nehmen können. Die Tickets gibt es zu einem besonders günstigen Couple-Preis. Die französische Regisseurin ist bekannt für Ihre Film- und Opernregien.

Im Kleinen Haus wird die erfolgreiche Uraufführung „Futur4“ von Rimini Protokoll der Maifestspiele 2025 wieder aufgenommen. Das Dokumentarstück der vielfach preisgekrönten Künstlergruppe erzählt sensibel und unter Einsatz verschiedener KI-Techniken vom bewegten Lebensweg einer Siebenbürger Sächsin, dessen Visionen und Möglichkeiten. Bei der anschließenden Premierenfeier kann die Eröffnung der Hessischen Theatertage gebührend gefeiert werden.

Die dritte Arbeit des Staatstheaters Wiesbaden im Rahmen der Hessischen Theatertage ist „Leonce und Lena“ (27.06.) in der Inszenierung von Erfolgsregisseur Stefan Pucher, der damit seinen zweiten Georg-Büchner-Abend nach dem vielbeachteten „Woyzeck“ in Wiesbaden zeigt.

Theater Hessens zu Gast in Wiesbaden

Die hessischen Gasttheater präsentieren in den zehn Tagen im Juni spannende zeitgenössische Stücke, die die Bandbreite des gesellschaftlichen Diskurses abbilden. Gleich drei Uraufführungen sind im Festival zu sehen. Das Hessische Landestheater Marburg ist mit dem gerade zur Uraufführung gekommenen Text von Arad Dabiri „LEBENLIFEHAYAT!“ dabei (26.06.). „LEBENLIFEHAYAT!“ ist ein langes Gedicht. Es ist ein längst überfälliger Aufschrei in einer Welt, die bereits brennt, in der aber auch der Funke der Hoffnung entzündet wurde, inszeniert von Caola Unser-Leichtweiß.

Das Staatstheater Darmstadt kommt ebenfalls mit einer Uraufführung nach Wiesbaden, „Detransition, Baby“ (20.06.), nach dem Roman von Torrey Peters. Cy Linke, Autor*in, Regisseur*in und Performer*in, nähert sich den Geschichten der drei Protagonist*innen und stellt sich mit ihnen den Fragen nach Körper, Geschlecht und Familie. Was heißt es, Eltern zu sein? Oder eine Frau? Und was haben eigentlich Elefanten damit zu tun?

vor die hunde“ (24.06.), ein Auftragswerk von Nora Mansmann in einer Bearbeitung von Sarah Franke, ist eine weitere Uraufführung, die im Festival zu sehen sein wird, diesmal vom Staatstheater Kassel. Es ist eine szenische Collage, die die Wanderbewegungen von Deutschland nach Brasilien seit dem 16. Jahrhundert bis heute beleuchtet. Neben der Geschichte des deutsch-brasilianischen Paares Marlene und Rosa, werden Schlaglichter auf verschiedene Zeitepochen geworfen.

Das Stadttheater Gießen ist mit Svenja Viola Bungartens Schauspiel „Garland“ (22.06.) zu Gast, inszeniert hat Meera Theunert.

Das Schauspiel Frankfurt zeigt „Ich bin wie ihr, ich liebe Äpfel“ (19.06.). Regisseurin Ella Haid- Schmallenberg bringt Theresia Walsers bitterböse Komödie über politische Selbstinszenierung, autoritäre Systeme und öffentliche Rollenbilder mit scharfsinnigem Humor und großer Spielfreude auf die Bühne.

Auch für das junge Publikum ist gesorgt. Das Theaterhaus Ensemble Frankfurt zeigt mit „High – Irgendwer hat immer irgendwas“ (18.06.) ein Theaterstück für alle ab 13 Jahre, über Rausch und Abhängigkeit.

Doch nicht nur die großen Theater Hessens sind zu Gast in Wiesbaden, auch die Studierenden des zweiten Studienjahres der Hessischen Theaterakademie zeigen Ihre Arbeiten. Der Regienachwuchs zeigt sechs Arbeiten

Auf der Studiobühne zu sehen sein werden „In der Pelle der Zeit: Wurstgeschichten“ (20.06.), eine performative Installation von Emmi Esefeld über die (Post-)DDR. im Projekt „Die kahle Sängerin“ (21.06) erkunden Studierende mit Ionescos absurden Theaterstück auf komödiantische Weise unsere Gefangenschaft in Sprachblasen, Klischees und Banalitäten. „Speechless“ (22.06.) bewegt sich am Rande des Körpers, der durch Verhaltenskodizes, Akusmatik, Wiederholung, Gestik und die Strenge der Sprache geprägt ist.

In der Uraufführung „Drama für den Kopf. (Ein Klamauk)“ (23.06.) läuft ein Theaterabend schief, immer und immer wieder. Und immer wieder versuchen die Akteur*innen, ihn zu retten. In „Hertopia” (26.06.) begegnen drei Performerinnen den Geschichten von elf Frauen in Führungspositionen. Während des gesamten Festivals ist die Installation „PC: Playable Characters / Personal Computer“ im Foyer Kleines Haus zu sehen.

Das Festival im Festival – MADE.Festival

MADE. bringt seit 2009 besonders sehenswerte Produktionen der Freien Darstellenden Künste in Hessen landesweit in mehreren Städten auf die Bühne, immer auf Augenhöhe mit der Zeit. Den darstellenden Künstler*innen winken in jeder Stadt ein von einer lokalen Jury vergebener Szenepreis sowie ein Publikumspreis. 2026 wird MADE. das Rhein-Main-Zentrum bespielen: Mit den Städten Frankfurt, Darmstadt, Wiesbaden und erstmals auch Offenbach.

In Wiesbaden zeigt MADE. drei Gastspiele: Am 19. Juni ist die Schauspielperformance „Zapfenstreich“ der Gruppe Boys*in Sync (auch mit „InterEuroVision“ zu den Internationalen Maifestspiele eingeladen) in der Wartburg zu erleben. In der Villa Clementine ist am 17. Juni das Soundessay „ICHTHYOSAURUS BRECHT“ von Ruth Fühner und Oliver Augst zu Gast. Die biografische Performance „Mia san Mia“ von Tamira Kalmbach begibt sich auf Zeitreise durch Faszination Alkohol, Sex, Rassismus und Bayern und ist am 18. Juni in der Wartburg zu sehen.

Natürlich darf auch bei den Hessischen Theatertagen gefeiert werden. So lädt das Hessische Staatstheater zur Eröffnung am 17. Juni und zum Abschluss am 27. Juni zur Party ins Foyer des Großen Hauses ein. Vor der Abschlussparty findet die Verleihung der diesjährigen Preise statt.

Zwei Jurys und drei Preise

Für die Produktionen im Wettbewerb der Hessischen Theatertage werden zwei Jurypreise und ein Publikumspreis vergeben. Eine Jury aus Theaterschaffenden vergibt den Nachwuchspreis der Hessischen Theatertage unter den eingeladenen Produktionen der Hessischen Theaterakademie, dieser ist mit 3000 € dotiert. Eine Stadtjury bestehend aus sieben Personen aus der Stadtgesellschaft vergibt den Hessischen Theaterpreis in Höhe von 2000 €. Und das Publikum kann unter allen im Festival gezeigten Inszenierungen per Abstimmung seinen Liebling küren. Der Publikumspreis ist ebenfalls mit 2000 € dotiert.

Um Teil der Stadtjury zu sein, ist jede und jeder eingeladen, der Lust hat Theater zu erleben, neue Perspektiven kennenzulernen und sich mit anderen darüber auszutauschen. Begleitet wird die Jurygruppe von Emel Aydoğdu (Regisseurin/Autorin) und Valentina Eimer (Theatervermittlerin/Dramaturgin). Bewerben kann man sich bis zum 31.05.2026. Alle Informationen dazu finden sich auf der Website des Staatstheaters Wiesbaden unter staatstheater-wiesbaden.de.

Tickets sind ab sofort online unter staatstheater-wiesbaden.de sowie an der Theaterkasse des Staatstheaters Wiesbaden erhältlich.