Am Freitag starten die Gluck Festspiele 2026 in Bayreuth

La Clemenza di Tito ~ Gluck Festspiele 2024 / ~ Markgräfliches Opernhaus Bayreuth ~ Foto: Beth Chalmers

Die Gluck Festspiele entdecken im zweijährigen Turnus das musikalische Werk Christoph Glucks unter der Intendanz des renommierten Alte Musik-Spezialisten Michael Hofstetter mit hohem künstlerischem Anspruch neu.

2026 stehen vom 8. – 23. Mai erstmals drei Eigen-Produktionen von Gluck-Opern im Zentrum. Dabei gibt es den Brückenschlag von der Barock-Oper „Paride ed Elena“ ins 19. Jahrhundert zur Wagner-Bearbeitung von Glucks „Iphigenie in Aulis“ und zur Berlioz-Bearbeitung des „Orpheus„. Die Festspiel-Zentren sind Bayreuth mit dem Markgräflichen Opernhaus und dem neuen Friedrichsforum, dazu Nürnberg und Fürth, aber auch Neumarkt, Castell und Lehrberg mit ergänzenden Produktionen.

Die Gluck Festspiele 2026 starten am Freitagabend (8. Mai 26) mit Christoph Glucks „Iphigenie in Aulis“ im Bayreuther Friedrichsforum.

Unter dem Titel „Zwischen Licht und Dunkel“ gibt es am gleichen Tag im Reitstadel Neumarkt geistliche Musik von der Bach-Familie über Christoph Gluck bis heute. Es singt der Chor des Bayerischen Rundfunks, die Akademie für Alte Musik spielt unter der Leitung von Peter Dijksta.

Am Samstag, 9. Mai folgt im Markgräflichen Opernhaus Bayreuth eine konzertante Aufführung von Christoph Glucks „Paride ed Elena“.

Das vollständige Programm der Gluck Festspiele 2026 findet sich unter: gluck-festspiele.de.


Warum gerade Gluck?

Michael Hofstetter engagiert sich wie kein anderer für die Wiederentdeckung von Gluck: „99 Prozent der Musikliebhaber wissen nichts von ihm. Für mich war er die Entdeckung meines Lebens“. Er findet in Glucks Opern z.B. statt des (zeitüblichen) Blicks von außen auf Emotionen „einen bis dahin nicht dagewesenen stringenten Blick nach innen, in den Seinsgrund der menschlichen Psyche“.

Michael Hofstetter, Intendant der Gluck Festspiele
(© Beth Chalmers)

Als führender progressiver Kopf im Sinne der Aufklärung und Persönlichkeit von internationalem Format setzte sich Gluck dafür ein, dass die Oper nicht nur ein Spektakel für Augen und Ohren war, sondern Bedeutungstiefe bekam und bahnte damit den Weg für die Romantik. Wagner bewunderte (!) Gluck und rettete seine „Iphigenie“ fürs 19. Jahrhundert. Berlioz gelang Ähnliches mit dem „Orpheus“. „Gluck hat das moderne Musiktheater begründet“: Michael Hofstetter will Gluck fürs 21. Jahrhundert entdecken.


Neuer „Orpheus“ fürs 21. Jahrhundert (16.5. Fürth):

Mit „Orpheus underground“ setzen die Gluck Festspiele die Bearbeitung von Glucks „Orpheus“ bis ins 21. Jahrhundert fort und spannen so eine Brücke vom Originalklang zur zeitgenössischen, elektronischen Musik. Kostia Rapoport, der mit seinen Adaptionen von Live-Elektronik sowohl in der Clubszene wie auch in Klassik-Festivals Zuhause ist, wird gemeinsam mit dem Ensemble Nürnberg Barock im Kulturforum Fürth eine neue Version des Orpheus mit Einflüssen von Claudio Monteverdi bis Christoph Gluck präsentieren.

Von Newcomer Theo Magongoma bis Legende Anja Silja:

Die Gluck-Festspiele werden nicht nur von der Akademie für Alte Musik Berlin und der ThüringenPhilharmonie unter Michael Hofstetter gestaltet, sondern von Sänger:innen aus 60 Jahren Musikgeschichte: vom jungen Shooting-Star Samuel Mariño über arrivierte Künstler:innen wie Valer Sabadus, Francesca Lombardi Mazzulli und Bo Skovhus bis zur Sänger-Legende Anja Silja (Melodramen zum Festspiel-Abschluss am 23.5.).

Theo Magongoma

Der südafrikanische dramatische Bariton Theo Magongoma (singt im Rahmen der Gluck Festspiele Bayreuth in Glucks/Wagners „Iphigenie“ am 8.5. und 12.8.) hat sich u.a. in Kapstadt schon einen Namen gemacht und startet nun in Europa durch. In Osnabrück gab er soeben sein Debüt als Macbeth, der Nabucco ist im April in Mannheim geplant. Weitere Informationen: gluck-festspiele.de.

CD-Einspielung:

Nach der aktuell erschienenen Neueinspielung der Telemann-Oper „Der Sieg der Schönheit“ wird Michael Hofstetter abermals fürs Label cpo und mit der Akademie für Alte Musik im Rahmen der Gluck Festspiele eine Ersteinspielung von Glucks Oper „Paride ed Elena“ machen – zum ersten Mal seit 1770 mit einem männlichen Titelhelden, dem Ausnahmesopran Samuel Mariño.

Die Gluck-Festspiele gehen nach außen:

  • Glucks/Wagners „Iphigenie in Aulis“ wird neben dem 8. Mai auch am 12. August im Umfeld des 150-jährigen Bayreuther Festspieljubiläums zu sehen sein.
  • Paride ed Elena“ (9.5. Bayreuth und 10.5. Fürth) eröffnet am 7.5. das Mozartfest Augsburg.
  • Orpheus“ in der Berlioz-Fassung kommt im Rahmen der Festspiele am 17. Mai im Historischen Rathaussaal Nürnberg und 22. Mai (szenisch) im Markgräflichen Opernhaus Bayreuth zur Aufführung und gastiert in Folge bei den Musikfestspielen Sanssouci Potsdam (19.6.), im Landestheater Eisenach (20.6.) und beim Ekhof-Festival in Gotha (3. & 4.7).