DIE MAGIE VON MÄRCHEN UND HIGHTECH
Zum ersten Mal zeigt das Digitallabor MiR.LAB eine Produktion im Großen Haus des Musiktheater im Revier Gelsenkirchen: Nora Krahl inszeniert Mozarts Die Zauberflöte als satirisches Märchen in einer Open-World-Simulation.
Emanuel Schikaneder und Wolfgang Amadeus Mozart wollten mit Die Zauberflöte eine „deutsche Oper“, eine Oper für alle schaffen und das ist auch rundweg geglückt. Beim Publikum kommt die Mischung aus effektsatter Märchen-Story mit weltanschaulich-philosophischer Grundierung und jeder Menge Hits, von denen es besonders die Rachearie der Königin der Nacht bis in die Pop-Welt geschafft hat, bis heute bestens an. „Die Zauberflöte“ ist eine der meistgespielten Opern und gilt vielen als hervorragender Einstieg für Kinder und Jugendliche in die Welt des klassischen Musiktheaters.
Am Samstag, 09. Mai 2026, 19.00 Uhr, Großes Haus feiert die Neuinszenierung der „Zauberflöte“ Musiktheater im Revier Gelsenkirchen Premiere. Regie führt Nora Krahl, die das Digitallabor MiR.LAB leitet. In der Struktur der Märchenerzählung findet sie die gleiche von willkürlichen Regeln dominierte Mechanik wie in modernen Open-World-Computerspielen, die für sie und ihren Ausstatter Martin Miotk, der 2025 für den Theaterpreis DER FAUST nominiert war, grundlegende Inspirationsquelle sind.
So verbindet das Bühnenbild die Ästhetiken von Game Design und barocker Bühnenkunst: Gestaffelte Prospekte zeigen in Computerspiel-Optik überarbeitete Gemälde von historischen Stadtansichten und Ruinen. Zwei große LED-Wände und der eigens von MiR.LAB und der Beleuchtungsabteilung des MiR entwickelte LED-Vorhang steuern KI-generierte interaktive Bildwelten bei, die von einem Team um Digitalkünstler Barış Pekçağlıyan entworfen wurden.
Mit zwei verschiedenen Tracking-Technologien werden Positionen und Bewegungen der Darsteller*innen auf der Bühne in Echtzeit registriert, um Bewegtbilder auf dem LED-Curtain zu steuern. So überträgt das Team die Bühnenmagie der „Zauberflöte“ mit digitalem Hightech ins 21. Jahrhundert und bleibt damit ganz nah bei Mozart und Schikaneder, die ebenfalls alle technischen Möglichkeiten ihrer Zeit für ihre „Maschinenkomödie“ nutzten.
Nora Krahl modernisierte für ihre Inszenierung die Dialoge und Arno Waschk schrieb ergänzende Kompositionen. Unter mir.ruhr findet sich ein Interview mit Nora Krahl und Barış Pekçağlıyan über „Digitale Magie in der ‚Zauberflöte‘“.
Das MiR.LAB hat in offenen Workshops begleitend zu der Inszenierung ein eigenes Computerspiel entwickelt, bei dem es darum geht, durch strategische Entscheidungen mit dem Personal der „Zauberflöte“ Rätsel zu lösen, ohne von der Schlange gefressen zu werden. Das Game Cyberflöte kann bei den Vorstellungen von „Die Zauberflöte“ an einem Spieltisch mit 3D-gedruckten Spielfiguren im Foyer ausprobiert werden.
Team & Besetzung:
Musikalische Leitung: Johannes Klumpp
Inszenierung: Nora Krahl
Bühne und Kostüm: Martin Miotk
Leitung Digital Arts: Barış Pekçağlıyan
3D-Artist: Lex Rütten, Darius Tödtmann
AI-Artist: Felix Meermann
Creative Coder: Daniel Molnar
Licht: Patrick Fuchs
Ton: Fabian Halseband
Choreinstudierung: Alexander EberleDramaturgie: Larissa Wieczorek
Digitaldramaturgie: Dominik HallerbachOutside Eye: Friederike Brendler
Papageno: Sebastian Schiller
Pamina: Heejin Kim
Tamino: Khanyiso Gwenxane / Adam Temple-Smith
Königin der Nacht: Ylva Sofia Stenberg / Yeeun Yeo*
Sarastro: Philipp Kranjc / Yevhen Rakhmanin
1. Dame / Dirigent: Rebecca Davis
2. Dame / Dirigent: Lina Edlin
3. Dame / Dirigent: Almuth Herbst
1. Knabe: Anastasia Kolabanova / Lea Ostgathe
2. Knabe: Valentina Jurju / Luisa Tinoco
3. Knabe: Alexandra Kordes / Laura Kriese
Monostatos: Martin Homrich
Papagena: Tamina Biber* / Sonja Hebestadt
Sprecher: Urban Malmberg / Simon Stricker
1. Geharnischter: Khanyiso Gwenxane / Adam Temple-Smith
2. Geharnischter: Yevhen Rakhmanin / Simon Stricker
Alte Frau: Birgit Klemp
*Mitglied des Opernstudio NRW
Opernchor des MiR | Opernstudio NRW | Neue Philharmonie Westfalen |
Statisterie des MiR
Termine
Nach der Premiere am 09. Mai folgen diese Termine:
Sonntag, 17. Mai 2026, 18.00 Uhr
Donnerstag, 21. Mai 2026, 19.30 Uhr
Montag, 25. Mai 2026, 16.00 Uhr
Freitag, 29. Mai 2026, 19.30 Uhr
Sonntag, 31. Mai 2026, 16.00 Uhr
Samstag, 06. Juni 2026, 19.00 Uhr
Samstag, 20 Juni 2026, 19.00 Uhr
Freitag, 03. Juli 2026, 19.30 Uhr
Sonntag, 05. Juli 2026, 18.00 Uhr
Die Vorstellung am 25. Mai findet in der Reihe Hör.Oper mit Tastführung und Audio-deskription für sehgeschädigte und blinde Menschen statt.
Im Anschluss an die Vorstellung am 03. Juli kann das Publikum im Rahmen der Bargespräche mit den Künstler*innen und dem Team in lockerer Atmosphäre ins Gespräch kommen.
Karten ab 16 Euro an der Theaterkasse: Montag und Samstag von 10.00 bis 14.00 Uhr, Dienstag bis Freitag von 10.00 bis 18.30 Uhr, E-Mail: theaterkasse@musiktheater-im-revier.de, telefonisch unter 0209.4097-200
Begleitend zur Inszenierung findet ein Behind the Scenes statt, bei dem Interessierte auf der Bühne die verschiedenen digitalen Techniken, die im Stück zum Einsatz kommen, kennenlernen und spielerisch selbst ausprobieren können. Treffpunkt ist am Bühneneingang, Tickets für 10 Euro an der Theaterkasse. Termine: Samstag, 30. Mai 2026, 17.00 Uhr; Samstag, 04. Juli 2026, 17.00 Uhr
Das MiR.LAB wird vom Ministerium für Kultur und Wissenschaft des Landes Nordrhein-Westfalen in Zusammenarbeit mit dem NRW KULTURsekretariat im Rahmen des Förderprogramms NEUE WEGE gefördert. Durch die Förderung der Stadt Gelsenkirchen und die Unterstützung der Sparkasse Gelsenkirchen wird es als Teil des Musiktheater im Revier aufgebaut. Die Akademie für Theater und Digitalität in Dortmund begleitet das MiR.LAB bei seiner Entwicklung.
