Premiere »Die Schöne und das Biest« von Philip Glass in Augsburg

Die Schöne und das Biest ~ © Staatstheater Augsburg

In seiner letzten Opernpremiere der Spielzeit bringt das Staatstheater Philip Glass’ »La Belle et la Bête« (»Die Schöne und das Biest«) auf die Bühne – ein Werk, das sich einem alten Märchenstoff widmet und zugleich vielschichtige, moderne Deutungen zulässt. In fesselnder, klangschöner Minimal Music feiert es am Sa, 23. Mai in der Spielstätte im martini-Park Premiere, inszeniert von Susanne Lietzow und unter der musikalischen Leitung von Domonkos Héja.

»La Belle et la Bête« (»Die Schöne und das Biest«) als Oper

Mit dieser Oper des US-Amerikaners Philip Glass widmet sich Susanne Lietzow einem ebenso bezaubernden wie vielschichtigen Werk. Glass vertonte darin ein Filmdrehbuch von Jean Cocteau, indem er den Soundtrack des Films durch seine eigene Musik (inklusive Gesang) ersetzte. Im Jahr 1994 wurde sie zum ersten Mal live zum Film von Jean Cocteau aufgeführt.

In Augsburg wird das Werk in vollständiger Bühnenfassung und mit vollem Orchester gespielt. Der Filmrhythmus bleibt dabei spürbar, vor allem in den Gesangspassagen, die genau auf die Dialoge des Films angepasst sind und somit in viel schnellerem Wechsel ablaufen als es in der Oper üblich ist. Die feingliedrige, vorwärtstreibende Minimal Music und die besonderen Klangfarben der Glass’schen Komposition beschwören auf kraftvolle Weise die magische Atmosphäre des Märchens herauf.

Regisseurin Susanne Lietzow

Die Österreicherin Susanne Lietzow begeisterte bereits in der vergangenen Spielzeit mit ihrer Inszenierung von Ibsens »Nora« das Augsburger Publikum. Seit über 20 Jahren sind die Opern- und Schauspiel-Inszenierungen der Regisseurin in Österreich und Deutschland an renommierten Bühnen zu erleben, viele wurden mit bedeutenden Auszeichnungen (u.a. Nestroy-Theaterpreis) gewürdigt.

In ihrer diesjährigen Augsburger Inszenierung lässt sie »La Belle et la Bête« in einer surrealen Video-Ästhetik lebendig werden, mit märchenhaften Tiergestalten und prachtvollen Kostümen. Aber auch die erotischen, psychologischen und gesellschaftskritischen Konnotationen des Stoffes kommen in der Augsburger Fassung zur Geltung. Der professionelle Wrestler Georges Khoukaz choreografiert die Kampfszenen der Tiergestalten und ist als Doubles des »Biests« auf der Bühne zu erleben.

Filmvorlage und Handlung des Märchens

Jean Cocteaus Verfilmung »La Belle et la Bête« (»Die Schöne und das Biest«) stammt aus dem Jahr 1946 und wurde – in Schwarz-Weiß – ein echter Publikumsrenner, der über Jahrzehnte hinweg, auch im deutschen Fernsehen, präsent war. Cocteau widmet sich darin der französischen Fassung dieses uralten Märchens.

Darin hat der Vater unerlaubterweise eine Rose im Schlossgarten des Biests gepflückt und wird zum Tod verurteilt. Doch seine Tochter Belle geht statt seiner. Das Biest verliebt sich in sie und macht ihr einen Heiratsantrag, den sie zunächst ablehnt. Doch sie fühlt sich immer mehr zum Biest hingezogen.

Besetzung Gesang

Am Staatstheater Augsburg sind Luise von Garnier und Wiard Witholt in den Rollen der Belle und der Bête zu erleben. Auch Belles Vater (Shin Yeo) sowie die Schwestern des Mädchens, Félicie und Adélaïde (Olena Sloia und Jihyun Cecilia Lee), werden von Mitgliedern des Augsburger Opernensembles verkörpert. Die Rollen der Brüder Ludovic und Avenant übernehmen, als Gäste, Kabelo Lebyana und Daniel Carison.


»La Belle et la Bête« | Oper von Philip Glass | Sa 23.05.26 19:30 Uhr | martini-Park

Libretto von Philip Glass
In französischer Sprache mit deutschen Übertiteln

Dauer: 80 min (ohne Pause)

Besetzung und Termine immer aktuell: staatstheater-augsburg.de