Die Saison 2026/27 am Theater & Orchester Heidelberg

Spielplanpräsentation 2026/27 am Theater Heidelberg Oberbürgermeister Prof. Dr. Eckart Würzner, Thomas Eisenträger (designierter Kaufmännischer Direktor, Theater & Orchester Heidelberg), Bernadette Sonnenbichler (designierte Intendantin, Theater & Orchester Heidelberg), Bürgermeisterin Martina Pfister © Janek Stroisch

Die neue Intendanz von Bernadette Sonnenbichler

Mit Bernadette Sonnenbichler beginnt eine neue Intendanz, die auf Öffnung, künstlerische Vielfalt und gesellschaftlichen Dialog setzt. Ein viertägiges Eröffnungsfest mit sechs Premieren markiert den Auftakt der Spielzeit.

Mit der Spielzeit 2026/27 übernimmt Bernadette Sonnenbichler die Intendanz am Theater & Orchester Heidelberg. Gemeinsam mit dem neuen künstlerischen Leitungsteam stellte sie am Donnerstag, den 21. Mai, im Rahmen einer Pressekonferenz das Programm der kommenden Saison vor.

Spielplanpräsentation 2026/27 am Theater Heidelberg
Bernadette Sonnenbichler (designierte Intendantin, Theater & Orchester Heidelberg)

© Janek Stroisch

BERNADETTE SONNENBICHLER »Ich möchte an vieles anknüpfen, was dieses Haus über Jahre geprägt hat und was Holger Schultze zusammen mit Künstler*innen, Mitarbeitenden und Publikum aufgebaut hat. Zugleich freuen wir uns darauf, neue Impulse zu setzen und das Theater & Orchester Heidelberg gemeinsam mit der Stadtgesellschaft weiter zu öffnen und in die Zukunft zu führen.«

Bernadette Sonnenbichler folgt auf Holger Schultze, der das Theater & Orchester Heidelberg über 15 Jahre hinweg erfolgreich geprägt hat. Die neue Intendanz setzt einen Fokus auf Theater als Ort der Begegnung und des gesellschaftlichen Austauschs. Das Theater & Orchester Heidelberg öffnet sich stärker zur Stadt und verbindet große künstlerische Handschriften mit neuen Formen der Teilhabe.

Menschen mit unterschiedlichen Perspektiven sind eingeladen, Theater gemeinsam zu erleben und mitzugestalten. Mit mehrsprachigen Inszenierungen, neuen partizipativen Formaten, Kooperationen mit Institutionen der Stadt, dem TheaterMobil sowie vielfältigen Mitmach- und Vermittlungsangeboten entstehen neue Räume für Austausch, Teilhabe und künstlerische Begegnungen.

BERNADETTE SONNENBICHLER »Theater, Kunst, Musik und Sprache erschaffen Räume der Begegnung. Es sind Möglichkeitsräume, in denen unterschiedliche Perspektiven erfahrbar werden und Ambiguitätstoleranz wächst – Räume des Dialogs, der Verständigung und des gemeinsamen Nachdenkens über unsere Welt.«

Saisonauftakt mit sechs Premieren und Eröffnungsfest

Vom 1. bis 4. Oktober 2026 eröffnet das Theater & Orchester Heidelberg die neue Spielzeit mit einem großen Auftakt: Sechs Premieren aus allen Sparten, ein Fest auf dem Theaterplatz, ein magischer Parcours durch die Altstadt mit den Lichtfiguren von DUNDU, vergnügliches Anarcho-Freilichttheater in den Stadtteilen von RumpelPumpel sowie die Einweihung des neuen TheaterMobils.

Die Konzertsaison beginnt bereits am 23. September mit dem 1. Philharmonischen Konzert im Konzerthaus Stadthalle Heidelberg. Der Vorverkauf für September, Oktober, die Weihnachtszeit und das Festival Winter in Schwetzingen startet am 3. Juli 2026.

Die Eröffnungspremieren:

Im Schauspiel eröffnet Bernadette Sonnenbichler ihre Intendanz mit einer eigenen Regiearbeit: William Shakespeares »Romeo und Julia«, ergänzt durch Texte der Autorin Mithu Sanyal. Vor dem Hintergrund von Krieg und gesellschaftlicher Spaltung erzählt die Inszenierung die berühmte Liebesgeschichte als mutiges Aufbegehren gegen eine Welt des Hasses und der Gewalt.

Mit »Mama, bitte lern Deutsch« bringt der renommierte Regisseur Bassam Ghazi den Bestseller von Tahsim Durgun als partizipative Uraufführung auf die Bühne. Gemeinsam mit Menschen aus Heidelberg entsteht eine humorvolle und schonungslose Auseinandersetzung über postmigrantische Lebensrealitäten, Familie und Zugehörigkeit.

Im Tanz eröffnet der neue Tanzdirektor Tim Plegge gemeinsam mit der neu formierten Tanzcompagnie die Saison mit »Orlando«. Inspiriert von Virginia Woolfs Roman erzählt die Uraufführung von Identität und gesellschaftlicher Freiheit. Gemeinsam mit dem Philharmonischen Orchester Heidelberg entsteht eine poetische Zeitreise über Geschlechter-, Epochen- und Genregrenzen hinweg.

Experimentelle Wege schlägt John Cages Musiktheater »Europera 5« ein, das die europäischen Operntraditionen neu ordnet und das Publikum in eine überraschende Klang- und Bühnenerfahrung eintauchen lässt. Zudem entsteht mit »Vom kleinen Maulwurf, der wissen wollte, wer ihm auf den Kopf gemacht hat« erstmals eine Kinderoper für alle ab drei Jahren.

Im Jungen Theater stellt sich der neue Leiter Kristo Šagor mit einer Inszenierung von »Nathan der Weise« vor. Lena Gorelik erzählt Lessings Klassiker aus der Perspektive von Nathans Tochter Recha und richtet den Blick auf Fragen nach Religion, Diskriminierung und Toleranz in der Gegenwart.

Im Rahmen des Eröffnungsfestes wird zudem das neue TheaterMobil eingeweiht, das anschließend einmal pro Woche künstlerische Programme und Mitmachangebote in Heidelbergs Stadtteile und Nachbargemeinden bringt.

Spielplanpräsentation 2026/27 am Theater Heidelberg
Teile des neuen Leitungsteams ab der Spielzeit 2026/27 am Theater & Orchester Heidelberg: David Benjamin Brückel (designierte Chefdramaturg Schauspiel, designierter Stellv. Intendant), Luisa Männel (des. Leitung Kommunikation, Marketing, Presse) Florian Scheiber (Orchesterdirektor), Bernadette Sonnenbichler (designierte Intendantin, Theater & Orchester Heidelberg), Mino Marani (Generalmusikdirektor), Ellen Brüwer (des. Referentin für Sonderprojekt, Teilhabe und Fördermittel), Michael Nijs (Referent der Intendantin), Thomas Eisenträger (des. Kaufmännischer Direktor), Björn Seela (des. Dramaturg Musiktheater), Kristo Šagor (des. Leiter des Jungen Theaters)

© Janek Stroisch

Neues Leitungsteam, erneuerte Ensembles, markante Regiehandschriften

Gemeinsam mit Intendantin Bernadette Sonnenbichler und dem kaufmännischen Direktor Thomas Eisenträger nimmt ein neues künstlerisches Leitungsteam seine Arbeit auf. Das Musiktheater unter der Operndirektorin Sarah Grahneis verbindet große Werke des Repertoires mit zeitgenössischen Positionen und erstmals einer Kinderoper für die Allerkleinsten. Tim Plegge stellt als Tanzdirektor eine neue internationale Compagnie vor und prägt das Programm mit sinnlichem, zeitgenössischem Tanztheater mit erzählerischer Kraft. Im Schauspiel gestaltet Chefdramaturg und stellvertretender Intendant David Benjamin Brückel die Saison mit Uraufführungen und neu befragten Klassikern.

Kristo Šagor entwickelt als Leiter des Jungen Theaters mutige Perspektiven für junge Generationen. Ellen Brüwer verantwortet den neu geschaffenen Bereich Teilhabe, Sonderprojekte und Fördermittel. Generalmusikdirektor Mino Marani bleibt dem Haus verbunden. Zahlreiche neue Künstler*innen werden Teil der Ensembles aller Sparten. Im Tanz entsteht eine neue Compagnie: Aus mehr als 1.000 Bewerbungen aus aller Welt wurden zwölf Tänzer*innen ausgewählt, die fortan »Tanz Heidelberg« mitgestalten. Neben Tim Plegge prägen die international gefragten Choreograf*innen Lucas Valente und Sofia Nappi die erste Saison.

Die Saison 2026/27 setzt zudem auf profilierte Regiehandschriften: So inszeniert unter anderem im Musiktheater Immo Karaman den Musical-Thriller »Sweeney Todd«, Paul-Georg Dittrich widmet sich Puccinis »Tosca«, und die herausragende zeitgenössische Oper »Innocence« kommt in einer Inszenierung von Dagmar Schlingmann nach Heidelberg. Im Schauspiel zeigen sich ebenso markante Regiepositionen: Nuran David Calis, Bassam Ghazi, Felix Krakau, Laura Linnenbaum, Monique Hamelmann, Jana Vetten sowie Stas Zhyrkov. Im Jungen Theater inszeniert Robert Gerloff »Pünktchen und Anton«, Martina van Boxen entwickelt mit Heidelberger Jugendlichen die Produktion »Schöne neue Welt«.

Theater als Begegnungsraum – neue Formate und Stadtbezug

Das Theater & Orchester Heidelberg öffnet sich und verbindet große künstlerische Handschriften mit neuen Formen der Teilhabe. Mit vielfältigen Formaten und einer starken Verbindung zur Stadtgesellschaft wird das Theater zu einem lebendigen Ort der Begegnung – in der Innenstadt wie in den Stadtteilen.

Das neue TheaterMobil bringt künstlerische Formate und Mitmachangebote aus allen Sparten direkt in die Quartiere und eröffnet neue Zugänge zum Theater. Darüber hinaus entstehen erstmals drei Repertoire-Inszenierungen und ein inklusiver Spielclub gemeinsam mit Heidelberger Bürger*innen.

Ergänzt wird dieses partizipative Profil durch offene Angebote wie Feierabendsingen, Tanz- und Yoga-Workshops, die Opernjukebox sowie weitere niedrigschwellige Angebote für diverse Zielgruppen.

Auch die Internationalität Heidelbergs spiegelt sich künftig im Programm wider. In der ersten Spielzeit entstehen vier mehrsprachige Produktionen, darunter mit »Babel« eine Uraufführung im Schauspiel über die Möglichkeiten von Verständigung, die zeitgenössische Oper »Innocence« mit neun gleichberechtigt auf der Bühne vertretenen Sprachen (mit deutschen Übertiteln), die Uraufführung »Die Anhörung« über Asylverfahren in Deutschland sowie die partizipative Inszenierung »Mama, bitte lern Deutsch«, die sich mit Fragen von Zugehörigkeit in der postmigrantischen Gesellschaft auseinandersetzt.

Darüber hinaus baut das Theater seinen Veranstaltungsbereich aus. Lesungen, Diskursreihen, Panels und eine Klimamesse öffnen das Haus stärker als Ort des Austauschs. Ausdrücklich setzt die neue Intendanz zudem auf Kooperationen mit Kulturinstitutionen, Vereinen, Initiativen und gesellschaftlichen Akteur*innen der Stadt. Ziel ist ein tragfähiges Netzwerk kultureller Zusammenarbeit. Das bisherige Stadtkooperationsformat »zwinger x« wird zu »Studio X« und erweitert den Experimentierraum um neue Formate.

Das klassische Repertoire bildet eine zentrale Säule des Hauses und wird in kontinuierlicher künstlerischer Auseinandersetzung auf hohem Niveau weitergeführt. Die etablierten Festivals, Klassiker und Werke des Kanons bleiben ein wichtiger Teil des Spielplans und werden aus heutiger Perspektive neu befragt. Uraufführungen, Auftragswerke und zeitgenössische Handschriften erweitern das Programm.

Große Festivals bleiben – BEƎTHOVEN | DAS FESTIVAL kommt hinzu

Auch künftig prägen die großen Festivals mit besonderer Strahlkraft das Profil des Hauses: der Heidelberger Stückemarkt, die Tanzbiennale Heidelberg, Winter in Schwetzingen sowie die Heidelberger Schlossfestspiele bleiben feste Bestandteile des Spielplans.

Im Januar 2027 kommt BEƎTHOVEN | DAS FESTIVAL hinzu. Anlass ist der 200. Todestag von Ludwig van Beethoven. Über sechs Tage führt das Philharmonische Orchester Heidelberg alle neun Sinfonien des Komponisten im Konzerthaus Stadthalle Heidelberg auf, ergänzt durch ein außergewöhnliches Rahmenprogramm – u.a. mit einem interkulturellen Konzertformat, inklusiven Angeboten für Gehörlose und einer Breakdance-Show der legendären Flying Steps in Kooperation mit dem Haus der Jugend, dem Hip-Hop Institut und mit Jugendlichen aus Heidelberg. Den Abschluss bildet ein großes Mitsingkonzert unter der Leitung von Generalmusikdirektor Mino Marani.

Das neue Erscheinungsbild

Auch äußerlich wird ein Neubeginn sichtbar: Das überarbeitete Erscheinungsbild zeigt ein neues Logo. Aus den bisher klar gefassten Linien ist eine offenere Form geworden. Ein sichtbares Zeichen für die künftige Ausrichtung des Theaters & Orchesters Heidelberg. Verantwortlich für das neue Erscheinungsbild ist die Kreativagentur RUNNING WATER.

Die Spielzeit wird zudem von Fotografien des Fotografen Thomas Rabsch und des Heidelberger Fotografen Janek Stroisch begleitet.

Eine Vorschau mit allen Premieren der Spielzeit 2026/27 findet sich unter 2627.theaterheidelberg.de.