SUSPENS!ON vom Ensemble XelK am 29. Mai bei den Maifestspielen Wiesbaden

Suspens!on ~ Xelk ~ Foto: Deer Projcet

Ritual und Aufstand – Die Bakchen als FemDom-Performance

Mit SUSPENS!ON verwandelt das Hamburger Ensemble XelK Euripides’ antike Tragödie Die Bakchen in ein interaktives, queer-kinkes Performance-Ritual. Acht Performerinnen laden das Publikum zum Tanz in eine dionysische Alternativwelt ein, um Euripides einmal auf ganz andere Weise zu erleben: Als wilden Rausch voller Tanz, Beschwörung und Kink.

In fünf Kapiteln, angelehnt an die Symbolik des Tarot, erleben Zuschauer:innen, wie sich die Frauen von Theben befreien und (wieder) ?iegen lernen: Vom Zusammenbruch des alten Establishments über den ekstatischen Auftritt des Dionysos bis zur metaphysischen Entbindung eines neuen Universums. Jedes Kapitel lädt tiefer in den Reigen aus Interaktion und Immersion ein und lässt das Publikum so weit gehen, wie es an diesem Abend möchte.

Zwischen Butoh, Bondage und Clubkultur

SUSPENS!ON ist eine choreografierte, interaktive Raumkomposition aus Butoh, Bondage und Community Dance. Die Zuschauer:innen stehen mitten im Ritual und können sich einlassen, tanzen, verweilen oder beobachten, ganz nach eigenen Wünschen. Die visuelle Sprache der Produktion ist von queer-feministischer Kink-Ästhetik geprägt: Aus Latex, Holz, Folien und Seilen konstruieren die Performerinnen gemeinsam mit dem Publikum in jeder Vorstellung einen neuen Raum.

Politischer Kontext: Wir gebären keine Kinder – wir gebären Welten.

XelK versteht SUSPENS!ON als feministisches Ritual zwischen Kunst und Protest. Die Inszenierung bezieht sich stark auf die W.I.T.C.H.-Bewegung („Women’s International Terrorist Conspiracy from Hell“) der späten 1960er Jahre, die weibliche, queere und magische Körper als politische Symbole der Selbstermächtigung begriff. Die Hexen von SUSPENS!ON führen diese Idee intersektional und mit kinkem Verve fort. In einer Zeit, in der Reproduktion, Fürsorge und Körper erneut umkämpft sind, wird FemDom zum Akt der Revolte.


SUSPENS!ON

Ein queer-feministisches Performance-Ritual nach Euripides’ Die Bakchen vom Hamburger Ensemble XelK
Auf den Internationalen Maifestspielen des Staatstheater Wiesbaden am 29. Mai 2026, 21:00 Uhr, Wartburg

Die Vorstellung dauert ca. 100 Minuten.
Das Publikum darf den gesamten Abend mit den Performerinnen interagieren und ist eingeladen, Teil der Szene zu werden. Selbstverständlich wird dabei höchster Wert auf Awareness-Strukturen und Ruhemöglichkeiten gelegt. View-Only-Bereiche, in die jederzeit gewechselt werden kann, erlauben einen entspannten Theaterabend nach eigenen Erlebniswünschen.

Die Vorstellung ist für ein Publikum ab 16 Jahren geeignet.
Projektseite: staatstheater-wiesbaden.de

Künstlerisches Team & Ensemble

Performance: Anja Abels, Yel Beaufort, Dragon?y, Cailín Glas, Katharina Kaif, Maike Ostermann, Ori RopeArt
Tanz-Gestaltung und Bewegungscoaching: Anja Abels
Regie: Levin Handschuh
Ausstattung: Jens Friedrich
Kostüme: Lavinia Freytag
Text: Carina Kraus
Dramaturgie: Lucas Herrmann

Über XelK

XelK ist ein 2020 in Hamburg gegründetes queer-kinkes Performance-Kollektiv, das an
der Schnittstelle von Tanz, Performance, Ritual und Clubkultur zunehmend im Sinne einer
alternativ-kulturellen Bewegung arbeitet. Künstler:innen, Performer:innen, Texter:innen
und Aktivist:innen aus dem gesamten bunten Spektrum des Regenbogens kommen hier
zusammen, um gemeinsam verspielt-theatrale Ereignisse zu gestalten, die über
Community-Grenzen hinausgehen und über Kinkyness das soziale Miteinander und die
Haltung zum individuellen Bedürfnis zu erkunden. Das Ensemble versteht Kink als
politische Praxis, Queerness als kollektive Erfahrung und Theater als Ort experimenteller
Begegnungen.
Bekannte Arbeiten sind u. a.: M/EAT THE ARBEITERKLASSE (Markthalle Hamburg, 2020),
Babel21 (MARKK Hamburg, 2021), Tranceformation (Kinky Kafka) (Lichthof & Gängeviertel
Hamburg, Theater Münster, 2023), S3X M4G1C @ Messy (Kampnagel Hamburg, 2024).

xelk.de, instagram.com / staatstheater-wiesbaden.de