Die Spielzeit 26/27 in Zahlen:
- 24 Premieren: 9 x Musiktheater, 11 x Schauspiel, 4 x Ballett
- 14 Uraufführungen: 7 x Schauspiel, 2x Musiktheater, 4 x Ballett, 1 x Konzert
- 10 Sinfoniekonzerte, 6 Kammerkonzerte
Start des Karten-Vorverkaufs: 12. Mai 26
In den Verkauf gehen zu diesem Zeitpunkt alle Musiktheater-, DomplatzOpenAir- und Ballettvorstellungen, alle Konzerte sowie die Wochenendvorstellungen des Weihnachtsmärchens und ein Großteil der Premieren im Schauspielhaus. Die Schulvorstellungen des Weihnachtsmärchens können ab dem 19.8. telefonisch und per E-Mail reserviert werden.
Wer und was kommt 26/27?
Unter den zahlreichen interessanten Gastkünstler:innen und Veranstaltungen der kommenden Spielzeit weist das Theater Magdeburg besonders hin auf:
Festival der Moderne
Magdeburg hat in seiner mehr als tausendjährigen Geschichte zahlreiche Neuanfänge erlebt. Nach dem Ersten Weltkrieg stellte es sich selbstbewusst den technischen, sozialen und kulturellen Umwälzungen und profilierte sich als Stadt der Moderne. Kristallisationspunkt dieses Selbstverständnisses war die Erweiterung des Ausstellungsgeländes. Dafür wurden Stadthalle, Albinmüller-Turm und Pferdetor errichtet und 1927 mit der epochalen Deutschen Theater-Ausstellung eröffnet.

(© Viktoria Kühne)
Anlässlich des 100-jährigen Jubiläums dieses Großereignisses knüpft Magdeburg von Mai bis Oktober 2027 mit dem Festival der Moderne an die Experimentier-, Diskussions- und Zukunftsfreude dieser Zeit an. Kultureinrichtungen und Eigenbetriebe ebenso wie die Freie Kulturszene und weitere Akteur:innen der Stadt beteiligen sich mit einer Vielzahl von Veranstaltungen und Beiträgen am Festivalprogramm – selbstverständlich auch das Theater Magdeburg! In den folgenden Veranstaltungen setzen sich Künstler:innen aller Sparten im engen Dialog mit der Stadt mit der Frage auseinander, wie wir unsere Zukunft gestalten und in der globalisierten Welt von heute neue, ermutigende Perspektiven gewinnen können:
- „Vacuum Valley. Aufstieg und Fall einer Chipfabrik“ (UA: 13.3.27)
- „Neverland“ (UA: 18.3.27)
- „Tanzmatrix“ (UA: 20.3.27)
- „eXoplanet #2“ (Festival 5. bis 9.5.27)
- „Tor zur Welt – Wie wir unsere Zukunft zurückgewinnen“ (UA: 28.5.27)
- „Pommes Criminale“ (UA im Mai 2027)
Aytaj Shikhalizada
Die Aufführung einer selten gespielten Oper eröffnet einem Opernhaus wie dem Theater Magdeburg die Chance, aufstrebende Gesangsstars für das Haus zu interessieren. Eine solche Sängerin ist die junge aserbaidschanische Mezzosopranistin Aytaj Shikhalizada, die ab Januar 2027 die Ljubascha in Rimski-Korsakows „Zarenbraut“ in der Regie von Julien Chavaz singen wird – und das kurz nach ihrem Debüt beim renommierten Glyndebourne Festival und kurz vor ihrem Debüt bei den mindestens so renommierten Salzburger Osterfestspielen!
Ausgebildet in ihrer Heimatstadt Baku und an der Universität für Musik und Darstellende Kunst in Wien bei Claudia Visca war das Opernstudio der Staatsoper Unter den Linden Berlin von 2018 bis 2022 ihre erste Karrierestation. Danach ging es über die Staatsoper Stuttgart (Floßhilde im „Rheingold“), die Bregenzer Festspiele (Suzuki in „Madama Butterfly“ und Giovanna in „Ernani“) und die Königliche Oper in Kopenhagen (Eboli in „Don Carlo“) voran. Aytaj Shikhalizada bringt alle stimmlichen Voraussetzungen für Ljubascha, eine der wichtigsten Fachpartien im slawischen Repertoire, mit: Sie verfügt über eine Stimme mit warmer, volltönender Tiefe mit an Rossini geschulter Beweglichkeit bis hin zu den auftrumpfenden Höhen, um die Gefühlsausbrüche dieser Rolle ausdrucksstark gestalten zu können.
Sarah Nemtsov
Walter Benjamin, Paul Celan, Edmond Jabès, Emily Dickinson, Virginia Woolf, W. G. Sebald – das sind die Namen nur einiger Autor:innen, die das Werk der 1980 geborenen Komponistin Sarah Nemtsov beeinflussen. Als Tochter der jüdischen Malerin Elisabeth Naomi Reuter lässt sie Erzählungen und Gedichte ebenso wie Bilder, Glauben, politische Diskurse oder zwischenmenschliche Fragestellungen in ihre Kompositionen einfließen. Auch Jazz, Rock und elektronische Musik finden ihren Weg in das über 150 Werke umfassende Œuvre.
Als Composer in Residence der Spielzeit 26/27 ist die international erfolgreiche Künstlerin mehrfach im Spielplan vertreten: So beginnt bereits das erste Sinfoniekonzert der Spielzeit mit ihrer Komposition „black trees“, einer musikalischen Auseinandersetzung mit Beethoven auf der Grundlage von Gedichten Sylvia Plaths. Doch auch im Musiktheater ist Nemtsov präsent: In ihren Kompositionen im musikalischen Bilderbogen „Neverland“ von Julien Chavaz verfremdet sie Instrumentalklänge elektronisch und lässt sie zu dis-/harmonischen Klangflächen konvergieren, die das Publikum unweigerlich in ihren Bann ziehen.
Julia Oschatz
In der Sommerpause gestaltet die Bühnenbildnerin und Bildende Künstlerin Julia Oschatz die Spielstätte Kammer 2 des Schauspielhauses tiefgreifend um. Ihr „Kanton Plankton“ ist als begehbarer Kosmos erlebbar; ein Gesamtkunstwerk in schwarz-weiß aus Zeichnung, Schrift, Objekten, Bildern, Ecken, Performance, Klang und Video.
Julia Oschatz (*1970 in Darmstadt) arbeitet in Sandau (Elbe) und Berlin. Werke von ihr gehören u. a. zu den Sammlungen der Berlinischen Galerie, der Hamburger Kunsthalle oder des Parrish Art Museum in New York. Auch das Kunstmuseum Magdeburg hat eine Videoarbeit von ihr in seiner Sammlung. Im Theaterkontext ist sie vor allem aus ihrer langjährigen Zusammenarbeit mit dem Regisseur Christian Weise sowie der Verwandlung der Spielstätte MalerSaal des Deutschen Schauspielhauses in Hamburg in die Realnische 0 bekannt.
Auf verschiedenen Ebenen widmen sich Oschatz’ Arbeiten dem Spannungsfeld zwischen menschlicher Ambition und Beschränktheit. Konstitutiv für ihre Kunst ist die Konstruktion von Masken oder Helmen mit eigenwilligen technischen Vorrichtungen, die den menschlichen Körper um skurrile Funktionen erweitern und ihn zugleich physisch herausfordern. Während Oschatz ihre bewusst unvollkommenen Mischwesen aus Mensch und Apparatur bisher selbst bespielte, arbeitet sie am Theater Magdeburg erstmalig mit Schauspieler:innen zusammen.
Neue Ensemblemitglieder
Julian Gaudiano (1. Kapellmeister und Stellv. des GMD)
Mingyu Ahn (Bariton)
Theaterfest
Ein großes Theaterfest eröffnet am Wochenende 12. und 13. September die Spielzeit 26/27 und bietet ein abwechslungsreiches Programm aus allen künstlerischen Sparten im Schauspiel- und Opernhaus. Mit den Premieren „Kanton Plankton“ und der Mozartoper „Così fan tutt*e“ startet das Team um den Generalintendanten Julien Chavaz in die fünfte Spielzeit am Theater Magdeburg.
Am Samstag, 12. September, beginnt die Saison im Schauspielhaus mit einer neuen Ausgabe der „Story Karaoke Bar“. Parallel wird am Samstagabend im Opernhaus die Opernsaison mit der Mozartoper „Così fan tutt*e“ eröffnet. Darin hinterfragt Regisseurin Martina Gredler die Liebe in Zeiten von Künstlicher Intelligenz: Was bleibt vom Menschsein, wenn Liebe in digitale Welten und auf virtuelle Partner:innen verlagert wird?
Am Sonntag, 13. September, öffnet das Opernhaus seine Türen. Theaterbegeisterte und Interessierte sind eingeladen, hinter die Kulissen zu schauen, die Bühne zu begehen, dem Ensemble auf der Probebühne beim Arbeiten zuzusehen, einen Blick in den Requisitenfundus zu werfen oder die Technikshow und künstlerische Kostproben zu erleben. Die Tänzer:innen des Balletts Theater Magdeburg zeigen erste Ausschnitte aus den kommenden Ballettproduktionen. Das Publikum kann offene Proben sowie spannende Talkformate besuchen und Kammermusik der Magdeburgischen Philharmonie lauschen. Mitsing-Aktionen und verschiedene Workshops laden das Publikum dazu ein, selbst Teil des Geschehens zu werden. Junge Zuschauer:innen können sich wieder auf zahlreichen künstlerischen Spielwiesen austoben. Der Eintritt ist frei.
Musiktheater
Insgesamt neun Musiktheaterpremieren erwarten das Publikum in der Spielzeit 26/27. Regisseurin Martina Gredler eröffnet die Saison mit Mozarts „Così fan tutt*e“ (Premiere: 12.9.26). Gredler setzt sich in der Neuinszenierung zum einen mit dem Einfluss von Künstlicher Intelligenz (KI) auf zwischenmenschliche Beziehungen und zum anderen mit Beziehungen zwischen Mensch und KI auseinander. So vertieft das Theater Magdeburg neben dem Institut für Künstliche Intelligenz und Bühne (IKIB) weiter seine Kompetenzen im Bereich der Künstlichen Intelligenz, um das Zusammenspiel von Mensch und Maschine künstlerisch zu hinterfragen und neu zu gestalten.
Generalintendant Julien Chavaz inszeniert die aktuelle Märchenüberschreibung „Rodgers & Hammerstein’s Cinderella“ (Premiere: 14.11.26). Hochmodern und unterhaltsam-parodistisch bringt er den Broadway-Klassiker als Familienmusical auf die Magdeburger Bühne. Darauf folgen Chavaz’ Inszenierung von Rimski-Korsakows selten inszenierter romantischer Ensembleoper „Die Zarenbraut“ (Premiere: 23.1.27) und seine Uraufführungsinszenierung „Neverland“ (Premiere: 18.3.27) im Rahmen des Festivals der Moderne. „Neverland“ ist eine Kooperation der Neue-Musik-Szene in Frankreich, Deutschland und der Schweiz. In diesem innovativen Musiktheaterprojekt verschränkt Chavaz den Literaturklassiker „Peter Pan“ mit der zeitgenössischen und teilweise für die Uraufführung neukomponierten Musik der diesjährigen Magdeburger Composer in Residence Sarah Nemtsov.
Auch die Uraufführung „Vacuum Valley. Aufstieg und Fall einer Chipfabrik“ (Premiere: 13.3.27) in der Regie des Kollektivs andcompany&Co findet im Rahmen des Festivals der Moderne statt. Das Kollektiv ist in der freien Szene etabliert für politische Musiktheater-Stückentwicklungen. In ihrer Magdeburg-Oper treffen Brecht und Weill auf Intel, Guerickes Vakuum und den Magdeburger Feldhamster.
Regisseurin Ilaria Lanzino setzte sich zuletzt 2024 am Theater Magdeburg in ihrer „Fidelio“-Inszenierung mit einer dystopischen Zukunft auseinander. In ihrem neuen Doppelabend „Mad King Blaubart“ (Premiere: 10.4.27) wendet sie sich mit Peter Maxwell Davies’ „Eight Songs for a Mad King“ und Béla Bartóks „Herzog Blaubarts Burg“ einer von Angst, Macht und Kontrollverlust geprägten Welt zu. Lanzino erzählt mit Hilfe der Verknüpfung beider Stücke eine neue Geschichte, ohne die musikalische Integrität zu beeinträchtigen.
Die Opernsaison endet mit Puccinis Klassiker „La Bohème“ (Premiere: 1.5.27) in der Regie von Luise Kautz und der neuinszenierten Kinderoper zum Mitmachen „Der Barbier von Sevilla“ (Premiere: 30.5.27) in der Regie von Mélanie Huber. In dieser beliebten Reihe werden Kinder durch selbstgebastelte Requisiten und Gesang Teil des Bühnengeschehens.
Auch in der Spielzeit 26/27 werden einige Vorstellungstermine des Musicals „Cinderella“ (7.2.27 und 5.3.27) und der Oper „La Bohème“ (22.5.27) mit Audiodeskription für blindes oder sehbeeinträchtigtes Publikum angeboten.
eXoplanet #2
Nach der ersten Ausgabe 2025 wurde das Festival „eXoplanet“ direkt mit dem renommierten FAUST-Preis ausgezeichnet. Vom 5. bis zum 9.5.27 findet nun die zweite Ausgabe „eXoplanet #2 – Tage für neues Musiktheater Sachsen-Anhalt“ statt. Abseits der üblichen Flugrouten ist „eXoplanet“ ein Ort der Begegnung mit neuen Akteur:innen des Musiktheaters: Neben den Uraufführungen „Vacuum Valley. Aufstieg und Fall einer Chipfabrik“ und „Neverland“, mehreren Gastspielen und einem vielseitigen Begleitprogramm im Magdeburger Stadtraum wird die Sieger:innenproduktion des Festival-Wettbewerbs Uraufführung feiern.
DomplatzOpenAir
2005 begeisterte und berührte der schwedische Film „Wie im Himmel“ das Publikum weltweit. Im Mittelpunkt des daraus entwickelten Musicals „Wie im Himmel“ (DomplatzOpenAir-Premiere: 18.6.27) in der Regie von Andrea Schwalbach steht der erfolgreiche Dirigent Daniel Daréus, der in das Dorf seiner Kindheit zurückkehrt. In der Einsamkeit sucht er Abstand vom Kunstbetrieb. Nur widerstrebend übernimmt er die Leitung des örtlichen Kirchenchors. Im Kontakt mit den Chormitgliedern findet er den Glauben an die Liebe und Musik zurück.
Ballett
Die erste Ballett-Uraufführung der Saison, „Der kleine Prinz“, (Premiere: 3.10.26) choreografiert Ballettdirektor Jörg Mannes. Fasziniert von Antoine de Saint-Exupérys Geschichten, erweckt Mannes den Kosmos des kleinen Prinzen für die ganze Familie tänzerisch zu neuem Leben.
Mit der zweiten Uraufführung „Neue Welt“ (Premiere: 13.2.27) setzt sich Mannes mit der Faszination und der Ablehnung gegenüber dem Unbekannten bzw. Fremden auseinander, mit der Lust Grenzen zu überschreiten und Utopien zu suchen. Musikalisch inspiriert wird er dabei von Antonín Dvořáks Sinfonie „Aus der neuen Welt“ und der „Heroes Symphony“ von Philip Glass.
„Neue Welt – Tanzmatrix“ (Premiere: 20.3.27) ist eine Weiterentwicklung des Balletts „Neue Welt“ als interaktives Theatre Game in Kooperation mit dem Fraunhofer-Institut und dem Festival der Moderne. Dabei kann das Publikum mithilfe technischer Mittel den Verlauf der Vorstellung mitbestimmen und das Bühnengeschehen aus unterschiedlichen Perspektiven erleben.
Abschluss der neuen Ballettsaison ist der dreiteilige Tanzabend „Bewegung.Rausch“ (Premiere: 15.5.27). Dazu lädt Mannes drei junge Choreograf:innen ins Schauspielhaus ein, um mit der Compagnie neue choreografische Handschriften zu entwickeln und zu erproben. Erneut erwartet das Publikum in der Werkstatt-Atmosphäre der Kammer 2 ein anregender, moderner Tanzabend.
Zudem werden die beliebten Rahmenangebote, der offene Ballettsaal „Nah dran“, die deutschsprachige Gesprächsreihe „Wir, das Ballett“ in der Magdeburger Stadtbibliothek und die englischsprachige Gesprächsreihe „Meet the ballet“ im Café Thies, fortgeführt.
Konzert
Mit 10 Sinfoniekonzerten und 6 Kammerkonzerten präsentiert sich die Magdeburgische Philharmonie unter GMD Christian Øland in der neuen Spielzeit. Der gebürtige Däne bringt skandinavisches Repertoire nach Magdeburg und setzt sich mit deutschem Repertoire auseinander. Der Schwerpunkt des erstmals von ihm konzipierten Sinfoniekonzertprogramms liegt auf Komponist:innen aus Nordeuropa, darunter Jean Sibelius, Carl Nielsen, Britta Byström, Helena Munktell, Edvard Grieg, und deutschem klassischen Repertoire, darunter Gustav Mahlers 6. Sinfonie. In gleich drei Sinfoniekonzerten (1,3,9) kann sich das Publikum auf Sarah Nemtsov, Composer in Residence 26/27, freuen, deren Kompositionsstil von großer stilistischer Offenheit und Hybridität geprägt ist. Sie verbindet Neue Musik mit Elementen aus Rock, Jazz, Noise und elektronischer Musik.
Das Konzertpublikum kann zudem auf aufstrebende internationale Solist:innen gespannt sein, darunter die dänisch-ukrainische Geigerin Anna Agafia (4. Sinfoniekonzert) und die Sopranistin Hedvig Haugerud, die im 1. Sinfoniekonzert Strauss’ „Vier letzte Lieder“ interpretieren wird. Die Norwegerin gewann den ersten Preis beim Internationalen Gesangswettbewerb Lauritz Melchior 2024 und ist auf dem besten Weg zu einer internationalen Karriere auf höchstem Niveau. Außerdem gibt es im 8. und 9. Sinfoniekonzert ein Wiederhören mit herausragenden Solisten wie Lukáš Vondráček (Klavier) und Roman Simovic (Violine), die beide bereits zuvor in Magdeburg für Begeisterung sorgten.
Das 3. Sinfoniekonzert, traditionell in Kooperation mit dem IMPULS-Festival für Neue Musik Sachsen-Anhalt wird zum letzten Mal von Hans Rotman kuratiert, der das Konzert für Violoncello und Orchester des argentinischen Komponisten Osvaldo Golijov dirigiert und damit den Staffelstab an seine Nachfolgerin, die Celllistin Simone Drescher, weitergibt. Außerdem erklingt als Festival-Auftragswerk eine Uraufführung des argentinisch-italienischen Komponisten Fernando Strasnoy.
Im 4. Sinfoniekonzert stellt sich der neue Kapellmeister Julian Gaudiano erstmals dem Magdeburger Konzertpublikum vor.
Beliebte Formate wie die sechs Kammerkonzerte im Schauspielhaus finden sich ebenso im Programm wie das Weihnachtskonzert, das Neujahrskonzert und das traditionelle Gedenkkonzert zum 16. Januar. Zudem dirigiert Christian Øland die Magdeburgische Philharmonie im chorsinfonischen Konzert im Rahmen des Magdeburger Chorfests, das seinen Schwerpunkt auf populäre Filmmusik gelegt hat.
Für die Allerjüngsten werden mit „Spielplatz Musik“ und „Musiklabor“ die äußerst beliebten, altersgerechten Angebote von Krabbelkonzerten für die ganz Kleinen über spielerische Instrumentenerkundungen sowie Mitmachangebote für Vorschulkinder fortgeführt. Für Musikeinsteiger:innen steht zudem auf der großen Bühne ein Werk für die ganze Familie auf dem Programm: „Maximus Musikus besucht das Orchester“ von Hallfríður Ólafsdóttir.
Schauspiel
In seiner letzten gemeinsamen Spielzeit am Theater Magdeburg präsentiert das Schauspiel-Leitungsteam Bastian Lomsché, Clara Weyde und Clemens Leander insgesamt 11 Premieren, darunter 7 Uraufführungen. Mit einer performativen Forschungsreise in die Welt des Planktons eröffnet das Schauspiel die neue Saison. Julia Oschatz wird über die Sommermonate die Kammer 2 gestalten und sich anschließend mit ihrem Team, Ensemblemitgliedern und dem Publikum in „Kanton Plankton“ (Premiere: 11.9.26) dem poetischen Kosmos des kleinsten Sauerstoffproduzenten der Welt widmen.
Die erste große Auftaktpremiere ist gleichzeitig die letzte gemeinsame des aktuellen Leitungsteams am Schauspielhaus, für die Bastian Lomsché, Clara Weyde und Clemens Leander ein echter Coup gelungen ist: Sie holen die Uraufführung von Dorothee Elmigers 2025 mit dem Deutschen, dem Schweizer und dem Bayerischen Buchpreis ausgezeichneten Roman „Die Holländerinnen“ nach Magdeburg (Premiere: 19.9.26). Regie führt Clara Weyde.
Anarchischer Humor mit Tiefgang – diese Formel beschreibt viele Arbeiten von Bastian Reiber. Der Regisseur und Schauspieler, einst Ensemblemitglied am Theater Magdeburg, ist mit seiner Inszenierung „I miss you Beaver Creek“ (Premiere: 21.11.26) wieder am Schauspielhaus zu erleben und erzählt eine aberwitzige Geschichte über den Alptraum aller Spieler:innen: Einspringen ohne die leiseste Ahnung zu haben, worum es geht.
Die aus der Altmark stammende Theatermacherin Nele Stuhler nimmt sich unter dem Titel „Emilia Nudossi“ Lessings meistgespielten Aufklärungs-Klassiker „Emilia Galotti“ vor und geht anhand des Stücks vor dem Hintergrund aktueller Kulturkonflikte der Frage nach: Was ist eigentlich vernünftiges Handeln? (Premiere: 28.11.26).
Mit einem Motivationsprogramm für den politischen Alltag kehren les dramaturx nach Magdeburg zurück. Fündig geworden sind Lynn Takeo Musiol und Christian Tschirner dafür ausgerechnet in den Kabinen des Profifußballs. In „Nach dem Spiel = vor dem Spiel“ (Premiere: 11.12.26) bleiben sie, zumindest mental, am Ball.
Von einer sozial tief gespaltenen Gesellschaft voller unerfüllter Hoffnungen erzählt Tennessee Williams Klassiker „Die Glasmenagerie“. In Magdeburg bringt jungen Musa Kohlschmidt (Premiere: 29.1.27) das Stück auf die Bühne.
Jan Friedrich setzt mit seiner fünften Produktion am Haus die erfolgreiche Zusammenarbeit mit dem Schauspiel fort: Kaleb Erdmann war elf Jahre alt und Schüler des Erfurter Gutenberg-Gymnasiums, als dort 2002 ein ehemaliger Schüler 16 Menschen und sich selbst tötete. In seinem für den Deutschen Buchpreis nominierten Roman „Die Ausweichschule“ setzt er sich mit den kollektiven traumatischen Ereignissen auseinander. Die Bühnenfassung von Jan Friedrich kommt am 27.2.27 zur Premiere.
Calle Fuhr, der in Magdeburg zuletzt mit seinem Recherchestück „Monopoly“ selbst als Performer zu erleben war, inszeniert „Inter Alia“ (Premiere: 2.4.27) der Erfolgsautorin Suzie Miller. Erzählt wird von einer engagierten Strafrichterin, deren Glaube an Gerechtigkeit und Rechtssystem brutal erschüttert wird, als ihr eigener Sohn wegen Vergewaltigung angeklagt wird und vermeintliche Selbstverständlichkeiten ins Wanken geraten.
Mit „Der satanarchäolügenialkohöllische Wunschpunsch“ kommt ein moderner Klassiker der Kinderliteratur als Weihnachtsmärchen auf die große Bühne im Opernhaus, inszeniert von Alice Buddeberg (Premiere: 28.11.26).
Ergänzt wird das Programm im Schauspielhaus durch Lesungen, Diskursformate und die Ensemble-Reihe „Katzengold“.
Inszenierungen im Stadtraum
Mit zwei Inszenierungen verlässt das Schauspiel in der kommenden Spielzeit das feste Haus. „Tor zur Welt – Wie wir unsere Zukunft zurückgewinnen“ (Premiere: 28.5.27) ist ein spartenübergreifendes, inklusives Theater- und Stadtraumprojekt von Georg Schütky und Max Andrzejewski, für das 80 Kinder und Jugendliche der „Bande 27“ anlässlich des Jubiläums der Theaterausstellung von 1927 gemeinsam mit internationalen Künstler:innen Zukunft erforscht. Aus dieser künstlerischen Forschung entwickelt sich unter der künstlerischen Leitung von Georg Schütky die spartenübergreifende Inszenierung mit professionellen Schauspieler:innen, Sänger:innen, Musiker:innen, Chören und Bürger:innen der Stadt als kollektive Recherche im Stadtraum, die in einer Premiere im Schauspielhaus mündet.
Das Rumpel Pumpel Theater kommt im Frühsommer (Premiere im Mai 2027) erstmals nach Magdeburg und verwandelt mit seiner Produktion „Pommes Criminale“ die Imbissbude als demokratischen Treffpunkt in ein anarchisches, mobiles Krimidinner-Freilichttheater für alle. Beide Produktionen sind Teil des Festivals der Moderne 2027.
Künstlerische Vermittlung und Partizipation
Sophia Maria Keßen, Anneke Link und Patricia Woitaske führen etablierte Formate wie die Bürger:innenBühne, die Spielklubs, die Mitmachoper, die Workshoptage „unerhört“ für Schulklassen fort und entwickeln auch neue Angebote wie einen Familienworkshop und die Möglichkeit über das Format „Theater Crush“ neue Bekanntschaften zu machen. Fortgesetzt wird zudem die mit großem Erfolg gestartete „Story Karaoke Bar“. Die Kunstprojektwoche Bande 27 unter dem Motto „Was wäre, wenn“ mit 80 Kindern und Jugendlichen zwischen 8 und 16 Jahren ist 2027 Teil des spartenübergreifendes, inklusives Theater- und Stadtraumprojekt „Tor zur Welt“ und forscht in acht künstlerischen Laboren gemeinsam mit internationalen Künstler:innen an der Zukunft.
