Jonathan Nott kehrt mit Mahlers »Titan« nach Wiesbaden zurück

Jonathan Nott (© Guillaume Megevand)

Im Rahmen der Internationalen Maifestspiele lädt das Staatstheater Wiesbaden zu einem besonderen musikalischen Ereignis ins Kurhaus ein: Am 20. Mai 2026 leitet der international renommierte Dirigent Jonathan Nott das Hessische Staatsorchester Wiesbaden im 7. Sinfoniekonzert. Auf dem Programm stehen zwei wegweisende Werke der sinfonischen Geschichte: Beethovens 2. Sinfonie und Gustav Mahlers 1. Sinfonie, „Der Titan“.

Für Jonathan Nott ist das Dirigat eine Rückkehr an den Ort, an dem seine beeindruckende Karriere begann. 1991 war er Erster Kapellmeister am Hessischen Staatstheater Wiesbaden, das er in der Saison 1995/1996 interimistisch auch als Generalmusikdirektor leitete. Heute gilt der Chefdirigent des Orchestre de la Suisse Romande und designierte Musikdirektor des Gran Teatre del Liceu als einer der profiliertesten Dirigenten unserer Zeit. Besonders als Mahler-Spezialist – unter anderem als Initiator der Gustav Mahler Conducting Competition – hat er weltweit Maßstäbe gesetzt.

Der Abend schlägt den Bogen von der Wiener Klassik bis zum spätromantischen Tor zur Moderne: Oft im Schatten der »Eroica« stehend, offenbart die 2. Sinfonie bei näherem Hinsehen Beethovens revolutionären Geist. Mahlers Erstling, der zunächst als „Symphonische Dichtung in zwei Teilen“ konzipiert und später mit dem Beinamen „Titan“ versehen wurde, markiert den Beginn einer neuen sinfonischen Klangästhetik. In ihr verbinden sich lyrische Weite, dramatische Zuspitzung und klangliche Radikalität zu einem Werk von bis heute ungebrochene Wirkung. Gerade in dieser Gegenüberstellung entfaltet das Programm seine besondere Spannung: Beethoven öffnet die Tür zur musikalischen Neuerung, Mahler führt sie in die Moderne weiter.

Als Extra im Rahmen der Internationalen Maifestspiele moderiert Intendantin Dorothea Hartmann das Einführungsgespräch mit Jonathan Nott um 18:45 Uhr im Friedrich-von-Thiersch-Saal.

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