Das Jahr 1926 hat einen besonders starken Jahrgang in der Neuen Musik hervorgebracht: György Kurtág feierte am 19. Februar seinen 100. Geburtstag, Morton Feldman gehört als prominenter Vertreter der New York School dazu, und am 1. Juli jährt sich der Geburtstag von Hans Werner Henze zum 100. Mal. Mit seinem umfassenden, genreübergreifenden Werk von Kammermusik über Sinfonik bis Oper und seinem politischen Engagement war und ist Henze einer DER wichtigsten Komponisten des 20. Jahrhunderts überhaupt.
Auch die Reihe Musik der Zeit des WDR würdigt Henzes Werk mit einem Konzert am 2. Mai, 20 Uhr in der Kölner Philharmonie – selbst Schauplatz von Henze-Uraufführungen. Mit der Fantasia per Orchestra „Los Caprichos“ (1963) und der Sinfonie Nr. 3 (1950) rahmen zwei seiner zentralen Orchesterwerke das Programm.
Im Zentrum steht die Uraufführung von Vito Žurajs Violinkonzert „Desorption“ (2026, Kompositionsauftrag des WDR und von Milano Musica) mit Isabelle Faust als Solistin. Ergänzt wird das Programm durch Bára Gísladóttirs „sea sons seasons“ (2025, Kompositionsauftrag des WDR und des Festival d’Automne) für Orchester und Elektronik in deutscher Erstaufführung. Es spielt das WDR Sinfonieorchester unter der Leitung von Bas Wiegers.
Bei den Wittener Tage für neue Kammermusik (24.–26. April) drängt sich die aktuelle politische Realität mitten ins Zentrum des künstlerischen Schaffens. Das Motto „Gegenwart. Unentrinnbar“ ist der gemeinsame Nenner in zehn Konzerten, die in 21 Ur – und Erstaufführungen, intendiert oder ungeplant, sichtbar unter dem Eindruck aktueller politischer und gesellschaftlicher Konflikte stehen.
