Premiere WIR SIND AM LEBEN – Das Berlin-Musical

„WIR SIND AM LEBEN – Das Berlin-Musical“ ~ Stage Theater des Westens, Berlin ~ Ensemble ~ Foto: Joern Hartmann

So viel gelacht hat Berlin lange nicht – und selten so viel gefühlt

Es gibt Abende, an denen ein Theater nicht nur spielt, sondern atmet. An denen es nicht mehr um Inszenierung geht, sondern um das, was zwischen Bühne und Publikum entsteht: ein kollektives Gefühl, das sich nicht planen lässt. Die Premiere von „Wir sind am Leben“ war so ein Abend.

Schon die Previews hatten es angedeutet. Doch was sich nun vor 1.600 Gästen entfaltete, war mehr als ein gelungener Auftakt – es war ein Ereignis. Menschen weinten, lachten, feierten. Und am Ende lagen sie sich, tanzend, in den Armen, als hätte dieses Musical einen Raum geöffnet, den viele längst vergessen glaubten.

Im Zentrum steht die Geschichte der Geschwister Nina (Celina dos Santos) und Mario (Markus Spagl) – und ihrer Mutter Rosi (Steffi Irmen), einer schillernden, übergriffigen Figur aus Wittenberg, die sich selbstbewusst als „Udo Walz des Ostens“ inszeniert. Ihr Reich: der legendäre „Salon Rosie“, ein Ort zwischen Haarspray, Größenwahn und zerbrechlichen Sehnsüchten. Was zunächst nach familiärem Drama klingt, entwickelt sich zu einer dichten, emotionalen Erzählung über Herkunft, Sehnsucht und das Ringen um Freiheit in einer Zeit des Umbruchs.

Für Buch und Regie zeichnen sich Franziska Kuropka und Lukas Nimscheck verantwortlich. Mit feinem Gespür für Ton und Timing führen sie durch diese vielschichtige Geschichte, lassen Figuren atmen und geben den leisen Momenten ebenso Raum wie den großen Ausbrüchen. Die Musik und Songtexte von Peter Plate und Ulf Leo Sommer – gemeinsam mit Joshua Lange entwickelt – tragen den Abend mit einer Wucht, die unmittelbar ins Herz trifft: eingängig, emotional und doch immer präzise gesetzt.

Besonders Jörn Felix Alt als Bruno berührt. Seine Darstellung eines an HIV und Aids erkrankten Mannes ist von einer Zartheit und Wahrhaftigkeit, die den Saal still werden lässt. Es sind diese Momente, in denen Theater seine größte Kraft entfaltet: wenn es nicht erklärt, sondern spürbar macht.

„WIR SIND AM LEBEN – Das Berlin-Musical“
Stage Theater des Westens, Berlin
Ensemble
Foto: Joern Hartmann

Und doch ist es gerade die Leichtigkeit, die diesen Abend so besonders macht. Selten hat man in einem Theater so viel gelacht – und dabei so viel mitgenommen. „Wir sind am Leben“ erzählt von HIV und Aids, von der Wucht der Wiedervereinigung, von Verlust und Sehnsucht – und findet darin eine Haltung, die nie beschwert, sondern trägt. Humor wird hier nicht als Gegenpol verstanden, sondern als Kraft: befreiend, verbindend, menschlich.

Und dann ist da die Bewegung: Die Choreografie von Jonathan Huor ist mehr als nur Tanz. Sie ist ein pulsierender Kommentar zur Zeit – roh, energetisch und zugleich genau geführt. Körper werden hier zu Trägern von Erinnerung, Aufbruch und Widerstand.

„WIR SIND AM LEBEN – Das Berlin-Musical“
Stage Theater des Westens, Berlin
Ensemble
Foto: Joern Hartmann

Wenn „Supernova Discoslut“ erklingt, wird aus dem Publikum ein Chor. Die Grenze zwischen Bühne und Zuschauerraum löst sich auf, für wenige Minuten entsteht eine Gemeinschaft, die alles teilt: Erinnerung, Schmerz, Euphorie. Einer der magischsten Momente des Abends entsteht jedoch, als Nina den Rosenstolz-Klassiker „Die Schlampen sind müde“ anstimmt: Für einen Augenblick verwandelt sich der Zuschauerraum in ein Konzert, die vierte Wand verschwindet – und man weiß nicht mehr, ob man noch zusieht oder längst Teil dieser Geschichte geworden ist. An dieser Stelle gab es kein Halten mehr: Standing Ovations!

Steffi Irmen als Rosi wird bereits beim ersten Auftritt gefeiert – und ist das komische Kraftzentrum des Abends. Mit einer Präzision im Timing und einer Lust am Exzess, die ihresgleichen sucht, bringt sie den Saal immer wieder zum Lachen, ohne je die Fallhöhe der Figur zu verraten. Ihre Präsenz ist elektrisierend, ihr Spiel balanciert virtuos zwischen Größenwahn, Verletzlichkeit und entwaffnender Komik. Ihr Song „Salon Rosie“ wird zum Höhepunkt des Abends – nicht zuletzt, weil auch Eiskunstlauflegende Katharina Witt im Publikum sitzt. Die Anekdote, Rosi habe einst den berühmten Haarschnitt für Witt erfunden, bekommt so einen beinahe mythischen Nachhall.

Mit „Wir sind am Leben“ liegt nun eine Arbeit vor, die weit über den Premierenabend hinauswirken dürfte. Ein Musical, das die 90er Jahre nicht nur erzählt, sondern fühlbar macht – und dabei zeigt, dass die größten Geschichten oft dort entstehen, wo Tragik und Komik untrennbar ineinandergreifen.

An diesem Abend jedenfalls hat Berlin nicht nur ein neues Musical bekommen. Sondern ein Stück, das die Stadt umarmt – und von ihr umarmt wird.


Was prominente Gäste über „Wir sind am Leben“ sagten:

Katarina Witt: „Die Geschichte reißt einen mit. Es ist von allem etwas drin. Es ist witzig, tiefsinnig, auch ab und zu mal traurig, wie das Leben nun mal so ist. Aber am Ende tanzen wir fast auf den Stuhlreihen.“

Detlev Buck: „Das Musical weckt Erinnerungen an die wilden, roaring 90s. Eine liebevolle Zeitreise.“

Lars Eidinger: „Dieses Musical hat das Potenzial, DAS Berlin-Stück zu sein. Wenn man verstehen will, was Berlin ausmacht, was die Schönheit an Berlin ist, die Liebe zu Berlin, dann ist WIR SIND AM LEBEN das Stück der Stunde!“

Katy Karrenbauer: „Die Musik ist toll, es ist mitreißend! Es geht um Berlin, es geht um diese Stadt. Wenn man Berlin nur ein bisschen mag, dann kommt man her! Grandiose Bühne, tolle Choreografie.“

Kim Fisher: „Das sind meine 90er, das sind eure 90er… Das ist Lachen, Weinen, links, rechts, oben, unten… es ist einfach gigantisch!“

Annette Hess: „Wenn ich ein Wort für diese Show finden müsste, dann wäre das: Echt, denn sie ist total authentisch. Da steckt das wahre Leben drin. Das ist erfahren, nicht ausgedacht.“

Judy Winter: „Die Show ist wunder-, wunder-, wunderbar! Ich bin so begeistert von den Stimmen, von der Regie, von dem ganzen Stück – mehr als begeistert!“


Wir sind am Leben

Produzenten: Peter Plate & Ulf Leo Sommer
Musik, Idee & Texte: Peter Plate, Ulf Leo Sommer, Joshua Lange
Buch: Franziska Kuropka & Lukas Nimscheck

Premiere: 21. März 26 (Berlin, Stage Theater des Westens)

Regie: Franziska Kuropka & Lukas Nimscheck
Choreografie: Jonathan Huor
Bühnenbild: Adam Nee
Kostümbild: Ferran Casanova
Musik Supervisor: Caspar Hachfeld
Musik Produzent: Joshua Lange
Musikalischer Leiter: Shay Cohen
Sounddesign: Florentin Bierwisch
Lichtdesign: Tim Deiling
Videodesign: Edmund Brown, Lukas Nimscheck (Konzept)
Maskenbild: Anke Ludwig
Künstlerischer Leiter: Stephan Zenker
Künstlerischer Produzent: Dustin Peters

Besetzung:

Nina: Celina dos Santos
Mario: Markus Spagl
Rosi: Steffi Irmen
Bruno: Jörn-Felix Alt
Nando: Daniel Pohlen
Ramona: Johanna Spantzel
Doris: Kathi Damerow
Brigitte: Lucille-Mareen Mayr
Günther / Schleicher: Nik Breidenbach

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