Die Hamburgische Staatsoper startet mit der Spielzeit 2026/27 in eine neue Phase programmatischer Erneuerung. Aufbauend auf dem Programm der vergangenen Saison setzt die Spielzeit 2026/27 unter dem Führungsquintett Tobias Kratzer, Lloyd Riggins, Nicolas Hartmann, Dr. Matthias Schloderer sowie Omer Meir Wellber auf innovative Inszenierungen, außergewöhnliche Konzertformate, partizipative Vermittlungsangebote und ein starkes Profil in Oper, Ballett und Orchester.
Aufgrund der Sanierung des Orchestergrabens zieht die Staatsoper am Ende der Spielzeit für einige Wochen – vom 22. Mai bis 04. Juli 2027 – in die Zeltlandschaft der Kuppel Hamburg, die als spektakuläre Außenspielstätte den Rahmen für ein ebenso außergewöhnliches Programm bietet.
Unter dem gemeinsamen Dach „Die Hamburgische Staatsoper“ treten Staatsoper Hamburg, Hamburg Ballett und Philharmonisches Staatsorchester Hamburg mit einem klaren inhaltlichen Schwerpunkt auf gesellschaftliche Relevanz, Welthaltigkeit und städtische Verbundenheit auf. Die neue Spielzeit bietet Oper, Ballett und Orchester als erlebbares Gesamtkunstwerk und eröffnet sowohl für das Publikum als auch für junge Menschen vielfältige Zugänge zu Musik, Theater und Tanz.
Höhepunkte der Saison:
Staatsoper Hamburg:
9 Premieren, darunter Verdis Macbeth und Tschaikowskys Eugen Onegin, sowie 15 Repertoireproduktionen, die Spektakel und existenzielle Reflexion verbinden. Besondere Veranstaltungen: das Festival Opera and Animation, ein Wochenende des politischen Musiktheaters mit Rossinis Guillaume Tell und Henzes El Cimarrón in der opera stabile sowie die Familienoper Störtebeker in der Kuppel Hamburg.
Hamburg Ballett:
2 Premieren NEUE WELTEN und MITTSU mit Werken von vier neuen Choreograf:innen, sowie Wiederaufnahmen von John Neumeiers A Cinderella Story und einer adaptierten Neufassung von Ein Sommernachtstraum in der Kuppel Hamburg. Die 52. Hamburger Ballett-Tage bereits im Frühjahr vom 13. – 29. März 2027, mit der Matthäus-Passion und einem Gastspiel von WINNDance.
Philharmonisches Staatsorchester Hamburg:
Beethovenjahr 2027: ZeitenLos – Musik jenseits der Zeit mit zehn Philharmonischen Konzerten, der zweiten Ausgabe von Die Blaue Woche und besonderen Sonderkonzerten.
Junges Publikum und Stadtgesellschaft:
Das Vermittlungsprogramm CLICK in ermöglicht spartenübergreifend partizipative Begegnungen mit Musiktheater für alle Altersgruppen.
Zitat Tobias Kratzer:
„In Hamburg geht man wieder in die Oper! Und nach einer ersten, noch laufenden Saison, die schon jetzt alle unsere Erwartungen übertroffen hat, gehen wir mit noch mehr Schwung ins zweite Jahr meiner Intendanz. DAS PARADIES UND DIE PERI und MONSTER’S PARADISE waren Erfolge mit höchster Auslastung; die Kartenverkäufe an unter 30-jährige haben sich um mehr als 40% gesteigert; unsere FRAMING GUIDES beleben das Vorderhaus und ein hoch motiviertes Ensemble die Bühne.
In der Saison 2026/27 kehren wir nun mit den Erfahrungen der ersten Saison zurück zu zentralen Titeln des Repertoires (MACBETH, GUILLAUME TELL, EUGEN ONEGIN) und untersuchen dabei wie auch in überraschenden Abenden (DORNRÖSCHEN, STUDIO LIEBERMANN, STÖRTEBEKER) erneut, was die Oper, dieses klügste Spektakel der Welt, sein kann (nämlich alles!) und was Sie uns in unserer Gegenwart noch zu sagen hat (vielleicht mehr als Sie denken!)… Ich freue mich darauf!“
Zitat Lloyd Riggins und Nicolas Hartmann:
„Wir freuen uns, in unserer zweiten Saison ein Programm voller wunderschöner Abenteuer und bewegender Momente zu präsentieren. Bewegend – nicht nur für unser Ensemble, sondern vor allem für Herz, Seele und Geist unseres Publikums. Dessen unterschiedlichen Vorlieben möchten wir ein ebenso facettenreiches Programm offerieren: Mit großen Handlungsballetten wie z.B. DIE KAMELIENDAME, DER NUSSKNACKER von John Neumeier, abwechslungsreichen Ballettabenden (ROMANTIC EVOLUTION/S, FAST FORWARD) und vor allem Neukreationen, denn gerade das Kreieren liegt in der DNA des Hamburg Ballett.
Die erste von zwei Premieren, NEUE WELTEN, kombiniert eine Uraufführung von Edvin Revazov mit Justin Pecks Copland Dance Episodes. Während wir mit MITTSU ein neues, wiederkehrendes Format schaffen, bei dem in der ersten Ausführung Kristina Paulin, Nashema Nashman und Yuka Oishi gemeinsam ein abendfüllendes Ballett schaffen. Damit setzen wir weiterhin auf Künstler:innen, die teils seit langem eng mit dem Hamburg Ballett verbunden sind und führen die Entwicklung des Repertoires wie des Ensembles fort.“
Zitat Omer Meir Wellber:
„Für mich ist das Beethovenjahr 2027 weit mehr als ein Jubiläum – es ist eine zutiefst persönliche Verbindung zu einem Komponisten, der mich seit meiner Kindheit begleitet und nie aufgehört hat, mich herauszufordern. Gemeinsam mit dem Philharmonischen Staatsorchester Hamburg möchte ich in dieser Saison die Zeit aus den Angeln heben. Mit ZEITENLOS haben wir Beethovens Sinfonien aus ihrer Chronologie gelöst und seine Sätze neu verbunden – nach Farbe, Emotion, Harmonie und Inspiration.
Vertrautes lässt sich so neu hören und entdecken. Die Idee durchzieht die gesamte Saison – in den Philharmonischen Konzerten, in Sofia Gubaidulinas Oratorium „Über Liebe und Hass“ beim Musikfest und in der BLAUEN WOCHE, die Gegensätze als lebendige Kräfte erfahrbar macht. Einen besonderen Akzent setzt die Rückkehr von Kent Nagano im 8. Philharmonischen Konzert. Ich lade Sie herzlich ein, diese Saison, in der sich meine Liebe zu Beethoven und meine Liebe zum Experiment verbinden, mit uns gemeinsam zu erleben.“
Staatsoper Hamburg
Oper erleben zwischen Zirzensik und existenzieller Reflexion
Die Spielzeit 2026/27 an der Staatsoper Hamburg steht im Zeichen von Spektakel und existenzieller Reflexion. Schon im Stammhaus an der Dammtorstraße wird erkundet, wie sich in der Oper – wie in keinem anderen Medium – Zirzensik und Tiefsinn, großes Spektakel und existenzielle Reflexion verbinden. Dabei wird die Oper einmal mehr ihrem Anspruch gerecht, ein Medium zu sein, in dem Virtuosität und Ausdruck nie Selbstzweck, sondern Mittel zur menschlichen Erfahrung sind.
„Jedes genau getroffene hohe C“, schrieb der Dichter W. H. Auden, „ist ein Einspruch des Menschen gegen den Verdacht, nur eine willfährige Marionette des Schicksals zu sein.“ Dieses Prinzip bestimmt die künstlerische Ausrichtung der neuen Saison. In der Spielzeit 2026/27 präsentiert die Staatsoper insgesamt 9 Premieren und 15 Repertoirestücke, die dieses Leitmotiv in seiner ganzen Vielfalt eindrucksvoll widerspiegeln.
Die Spielzeit 2026/27 wird von zwei Neuproduktionen großer Opernklassiker eingerahmt:
Giuseppe Verdis Macbeth (12.9.2026) eröffnet die Saison unter der musikalischen Leitung von Tomáš Hanus und in der Regie von Tobias Kratzer. Ein Ensemble renommierter Künstler:innen wie Nino Machaidze und dem Ensemblemitglied Kartal Karagedik, der als Macbeth debütiert, bringt Shakespeares Tragödie und Verdis dramatische Musik zum Leben. In den letzten Vorstellungen übernimmt Simon Keenlyside die Partie. Für Macbeth und Lady Macbeth wird nicht das hohe C, sondern der Mord zur ultimativen Selbstbehauptung gegen die Mächte des Schicksals – ein existenzielles Ringen, das den humanistischen Anspruch Audens hinterfragt.
Tschaikowskys Eugen Onegin (21.2.2027)beschließt die Saison im großen Haus unter der musikalischen Leitung von Omer Meir Wellber und in der Regie von Bastian Kraft. Elena Tsallagova und Andrei Bondarenko bilden den emotionalen Kern einer Erzählung, in der sich die Gewissheiten von Liebe und Begehren im unaufhaltsamen Verlauf der Zeit auflösen.
Drei besondere Ereignisse der Spielzeit
Herbst 2026 – OPERA AND ANIMATION
Das dreitägige Festival erkundet die Schnittstellen von Musik, Graphic Novel, Artistik, Oper und Bildender Kunst. Höhepunkt ist Humperdincks Dornröschen (8.11.2026) in Koproduktion mit dem Thalia Theater im großen Haus unter Dirigent Markus Poschner und Regisseurin Anna Bergmann. Kontrastiert wird dies mit einem Klassiker des Genres: Petruschka & L’Entfant et les Sortilèges (7.11.2026) des britischen Kollektivs 1927, begleitet von Henry Purcells Dido and Aeneas (6.11.2026), live animiert in der opera stabile. Mit dieser Aufführung hält die Barockoper wieder Einzug in Hamburg.
Januar 2027 – Wochenende des politischen Musiktheaters
Zwei Premieren, die unterschiedlicher kaum sein könnten: Gioachino Rossinis Guillaume Tell (24.1.2027), inszeniert von Tobias Kratzer und dirigiert von Susanne Mälkki mit Lisette Oropesa und Lawrence Brownlee, trifft auf Hans Werner Henzes El Cimarrón (23.1.2027) in der opera stabile, eine intime Kammeroper über die Flucht eines versklavten Kubaners, inszeniert von Matthias Piro. Die Gegenüberstellung macht die Kontinuität des politischen Musiktheaters von 1969/70 bis heute eindrucksvoll erfahrbar.
Frühjahr 2027 – Weltpremiere Störtebeker in der Kuppel Hamburg (22.5.2027)
Gordon Kampe (Komposition) und Martin G. Berger (Libretto & Regie) entwickeln aus dem über 300 Jahre alten Barocklibretto von Reinhard Keiser eine moderne Familienoper ab 6 Jahren, die Piratenabenteuer und Hamburger Musiktradition in die Gegenwart bringt.
Fortsetzung der Reihe Studio Liebermann
In der opera stabile widmet sich Regisseur David Hermann dem Werk des legendären Rolf Liebermann, der das Musiktheater als Verbindung von sinnlichem Vergnügen und konsequentem Gegenwartsbezug prägte. Im Hinblick auf das 350-jährige Jubiläum der Hamburgischen Staatsoper 2027/28 wird die Reihe mit namhaften Persönlichkeiten fortgesetzt, die die Hamburgische Staatsoper nachhaltig geprägt haben.
15 Repertoireproduktionen/ FRAMING the REPERTOIRE
In der Spielzeit 2026/27 präsentiert die Staatsoper Hamburg insgesamt 15 Produktionen aus ihrem Repertoire. Generalmusikdirektor Omer Meir Wellber übernimmt die musikalische Leitung von vier Schlüsselwerken: Mozarts Don Giovanni, Wagners Die Walküre in der Inszenierung von Claus Guth mit Nicky Spence als Siegmund, Bizets Carmen in der Regie von Herbert Fritsch mit dem amerikanischen Tenor Stephen Costello als Don José und dem international etablierten Bassbariton Erwin Schrott als Escamillo sowie Mozarts Le nozze di Figaro in der Inszenierung von Stefan Herheim.
Weitere Wiederaufnahmen sind unter anderem Donizettis Lucia di Lammermoor in der Inszenierung von Amélie Niermeyer, Rossinis Il turco in Italia unter der musikalischen Leitung von Francesco Lanzillotta in der Regie von Christof Loy mit Julie Fuchs als Donna Fiorilla. Aus der Saison 2025/26 gehen folgende Neuproduktionen ins Repertoire: Rossinis Il barbiere di Siviglia (Leitung: Böhm; Inszenierung: Gürbaca), Die große Stille (Leitung: Wellber; Inszenierung: Christopher Rüping) sowie Glinkas Ruslan und Ljudmila (Leitung: Azim Karimov; Inszenierung: Szemerédy/Parditka).
Die international aufstrebende Dirigentin Keren Kagarlitsky übernimmt in dieser Saison Mozarts Die Entführung aus dem Serail in der Regie von David Bösch sowie Puccinis La Bohème. Zu den weiteren Höhepunkten zählen Verdis Un ballo in maschera mit Tenor-Star Michael Fabiano als Gustavo III. und der international aufstrebenden Saioa Hernández als Amelia, Cavalleria rusticana & Pagliacci unter der Leitung von Giampaolo Bisanti in der Inszenierung von Giancarlo del Monaco, Puccinis Madama Butterfly mit Stefano La Colla in der Partie des B. F. Pinkerton sowie Verdis La Traviata mit Yaritza Véliz als Violetta Valéry und Boris Pinkhasovich als Giorgio Germont.
Aufbauend auf der erfolgreichen Etablierung der Reihe wird die zeitgenössische Befragung des Repertoires fortgeführt: FRAMING the REPERTOIRE versteht Repertoire-Inszenierungen als eigenständige Kunstwerke und historische Zeitdokumente, die neu interpretiert werden können. Begleitend ermöglichen Vorträge, Podiumsdiskussionen, Publikumsgespräche, künstlerische Interventionen, die FRAMING Hall, spezielle Programmhefte und FRAMING-Guides vertiefte Einblicke. Ziel ist es, das Repertoire als lebendigen Diskursraum zu begreifen, kritisch zu reflektieren und Vergangenheit und Gegenwart des Musiktheaters miteinander zu verbinden.
MEET THE ARTISTS – Künstler:innen hautnah
In der Spielzeit 2026/27 lädt MEET THE ARTISTS zu drei intimen Konzerten in der opera stabile ein. Moderiert von der stellvertretenden Intendantin Bettina Giese, treten Ensemblemitglieder der Staatsoper Hamburg mit dem Publikum in Dialog und gewähren persönliche Einblicke in ihr künstlerisches Schaffen und Leben – eine Begegnung auf Augenhöhe in lockerer Atmosphäre.
CLICK in – Musiktheater für junges Publikum und Stadtgesellschaft
Mit dem Vermittlungsprogramm CLICK in stärkt die Staatsoper Hamburg die Verbindung zur Hamburger Stadtgesellschaft und macht Oper altersgerecht erlebbar. Das Programm gliedert sich in vier Linien:
- opera mobile – mobile Aufführungen an Schulen und im Stadtraum, um Oper dorthin zu bringen, wo das Leben pulsiert.
- education – Workshops, Probenbesuche, Führungen und Material für Kinder, Jugendliche, Familien und Lehrkräfte, die den Opernbesuch erlebbar und kreativ zugänglich machen.
- communities – partizipative Projekte mit spezifischen soziokulturellen Gruppen, inkl. Jugendrat, LAB-Formaten und ko-kreativen Musiktheaterprojekten.
- debatte – Einführungen, Publikumsgespräche, Podcasts und Podiumsdiskussionen zu gesellschaftlichen, politischen und künstlerischen Themen.
Mit Sneak Klub, Afterhours und queeren Formaten wie Let’s have a Kiki öffnet CLICK in auch den Zugang zu Musiktheater für Jugendliche, Studierende und junge Erwachsene in lockerer, partizipativer Atmosphäre. Alle Aktivitäten verbinden künstlerische Erfahrung, Reflexion und direkten Austausch – ob auf der Bühne, hinter den Kulissen oder in der Stadt.
Hamburg Ballett
In ihrer zweiten gemeinsamen Spielzeit als Leitung des Hamburg Ballett setzen der künstlerische Ballettdirektor Lloyd Riggins und der Geschäftsführende Ballettbetriebsdirektor Nicolas Hartmann ganz auf bewegende Momente für Herz, Kopf und Seele des Publikums. Das Programm präsentiert Werke aus dem reichhaltigen Repertoire von John Neumeier sowie Stücke von weltbekannten Choreograf:innen – teils mit einer langen Verbundenheit zum Hamburg Ballett. Die Förderung choreografischer Talente und das gemeinsame Kreieren mit dem Hamburg Ballett bilden einen wesentlichen Pfeiler in der Ausrichtung der Compagnie.
ZWEI PREMIEREN: NEUE WELTEN UND MITTSU
Den ersten Höhepunkt der neuen Saison bildet die Premiere des Ballettabends NEUE WELTEN (5.12.26) mit der europäischen Erstaufführung von Justin Pecks Copland Dance Episodes. Zur Musik des amerikanischen Komponisten Aaron Copland entwirft Peck eine tänzerische Explosion für 30 Tänzer:innen, die ganz auf die Kraft der Assoziationen und Bilder einer harmonischen Gemeinschaft setzt. Peck setzt in seinem großangelegten Stück für 30 Tänzer:innen Coplands Fanfare for the Common Man, Four Dance Episodes from Rodeo sowie Musik aus Appalachian Spring und Billy the Kid meisterhaft und fulminant in Tanz um.
Die Uraufführung des Abends liefert Edvin Revazov, der u.a. Michael Daughertys Komposition „Letter from Lincoln“ einsetzt. Der langjährige Erste Solist des Hamburg Ballett und Leiter des Hamburger Kammerballetts entwickelt im Auftrag von Lloyd Riggins eine Neukreation, die Revazovs Weg als schöpferischer Künstler in Hamburg konsequent fortführt.
Mit der Uraufführung des Abends MITTSU (13.3.27) begründet das Hamburg Ballett eine neue choreografische Tradition. Der Titel – japanisch für die Zahl Drei – steht für das Zusammenkommen von drei Generationen von Choreografinnen, die in einem kollaborativen Prozess gemeinsam ein abendfüllendes Werk schaffen.
Die erste Ausgabe dieses neuen Formats bestreiten Neshama Nashman, Solistin beim Ballett am Rhein, sowie die ehemaligen Hamburger Tänzerinnen Yuka Oishi und Kristina Paulin. Inspiriert wird der Abend von der Biografie und dem Werk der literarischen Pionierin Virginia Woolf sowie ihrer künstlerischen Zeitgenossinnen. Mit MITTSU schafft das Hamburg Ballett einen offenen Raum für künstlerische Austauschprozesse und neue Perspektiven auf die Tanzkunst der Moderne.
WIEDERAUFNAHMEN, EIN AUSSERGEWÖHNLICHER SPIELORT und 52. Hamburger Ballett-Tage im Frühjahr 2027
Während die erste Wiederaufnahme, John Neumeiers A Cinderella Story (13.9.26), die Spielzeit des Hamburg Ballett offiziell eröffnet, wartet die zweite Wiederaufnahme im Sommer an einem besonderen Ort auf: Aufgrund der Sanierung des Orchestergrabens in der Hamburgischen Staatsoper tanzt das Hamburg Ballett vom 13. Juni bis zum 4. Juli in der Kuppel Hamburg.
John Neumeiers Ein Sommernachtstraum wird dort ab 19. Juni 2027 in einer für die Kuppel adaptierten Neufassung zu erleben sein. Auch die Jungen Choreograf:innen (1.7.27) erobern die Kuppel-Bühne mit Werken, die vollumfänglich von Ensemblemitgliedern des Hamburg Ballett kreiert werden. Einige der Choreografien entstehen diesmal in enger Zusammenarbeit mit Generalmusikdirektor Omer Meir Wellber und Mitgliedern des Philharmonischen Staatsorchesters zur Kammermusik von Alfred Schnittke. Das Bundesjugendballett John Neumeier tanzt am 24. Juni 2027 in der Kuppel Hamburg.
Fans der Hamburger Ballett-Tage kommen in dieser Spielzeit schon im Frühjahr auf ihren Genuss: Das Festival findet aufgrund der Bauarbeiten am Opernhaus im Sommer bereits vom 13. bis 29. März 2027 statt. Eröffnet wird mit der Uraufführung MITTSU. Passend zu den Oster-Tagen und anlässlich des 300. Jubiläums von Johann Sebastian Bachs Komposition im Jahr 2027 zeigt die Compagnie John Neumeiers Matthäus-Passion. Als Gastcompagnie begrüßt Lloyd Riggins die WINNDance Company von Marijn Rademaker für ein zweitägiges Gastspiel des interdisziplinären Abends Scirocco (23./24.3.27). Die begehrte Nijinsky-Gala LII beendet die 52. Hamburger Ballett-Tage am Ostermontag, 29. März 2027.
Klassiker im Repertoire
Im weiteren Ballett-Repertoire der Spielzeit zu sehen sind die beliebten Handlungsballette Tod in Venedig, Die Kameliendame, Die Möwe und Die kleine Meerjungfrau von John Neumeier. Familien dürfen sich erneut auf Der Nussknacker und Alexei Ratmanskys Wunderland freuen. Die Ballettabende ROMANTIC EVOLUTION/S, das Bournonvilles La Sylphide mit Aleix Martínez‘ Kreation Äther verbindet, und FAST FORWARD, das von George Balanchine bis Xie Xin 90 Jahre Tanzgeschichte beleuchtet, unterstreichen das breite Spektrum des Hamburg Ballett.
Die heißbegehrten Ballett-Werkstätten, die stets Wissenswertes über kommende Produktionen verraten, führt Lloyd Riggins fort: Viermal in der Staatsoper, einmal in der Kuppel Hamburg.
Kooperationen in Hamburg und Deutschland
Mit Adagio als Teil des Ballettabends THE TIMES ARE RACING schuf das Hamburg Ballett 2024 gemeinsam mit der Pina Bausch Foundation eine Rekonstruktion einer seit 50 Jahren nicht mehr gezeigten Choreografie. Nun ist die Compagnie vom 22. – 24. Mai 2027 an die Wirkungsstätte der Pionierin des Tanztheaters eingeladen, ans Tanztheater Wuppertal Pina Bausch, um gemeinsam mit der dortigen Compagnie den mehrteiligen Abend Adagio / N.N. / Das Frühlingsopfer zu bestreiten. Vorverkauf ab 19.3.2027 über das Tanztheater Wuppertal.
Die Gastspiele der kommenden Saison eröffnet wie jedes Jahr eine Tour ans Festspielhaus Baden-Baden, wo das Hamburg Ballett vom 9. – 11. Oktober 2026 John Neumeiers Der Nussknacker als Teil des Festivals The World of John Neumeier zeigt.
Die ikonische Tschaikowsky-Nussknacker-Komposition dirigiert in Hamburg an fünf Terminen der Generalmusikdirektor des Philharmonischen Staatsorchester Hamburg, Omer Meir Wellber, höchstpersönlich: 16./17./22./27.12. abends 2026, 1.1.2027.
Als Fortführung des Tanztriennale-Gedankens stärkt das Hamburg Ballett die Verbindung zur freien Szene und feiert mit K3 | Tanzplan Hamburg dessen 20-jähriges Jubiläum. Im Mai 2027 entsteht auf Kampnagel der vierteilige Tanzabend Still Together/Still Apart (Arbeitstitel). In diesem Rahmen arbeitet der australische Choreograf Adam Linder erstmals mit Tänzer:innen des Hamburg Ballett zusammen, um die sozialen und ästhetischen Implikationen klassischer Formen in Zeiten multipler Krisen sichtbar zu machen.
Exzellenz in Ausbildung und Nachwuchsförderung
Ein wesentlicher Pfeiler der Compagnie bleibt die Ballettschule des Hamburg Ballett unter der gemeinsamen Direktion von Gigi Hyatt und Nicolas Hartmann. Ziel der Ausbildung ist die Entwicklung ausdrucksstarker Künstler:innen, wobei der direkte Anschluss an die Compagnie eine besondere Bühnennähe erlaubt.
Die gesamte Schule präsentiert sich am 21. und 23. April 2027 mit dem FormatErste Schritte auf der großen Bühne der Staatsoper. Zudem erhalten die Absolvent:innen der Theaterklassen in der Werkstatt der Kreativität XVII im Februar 2027 am Ernst Deutsch Theater die Möglichkeit, ihre eigenständig erarbeiteten Choreografien und Konzepte vorzustellen.
CLICK in – Neugier wecken, Räume öffnen und Tanz erlebbar machen
Die Ausweitung integrativer und zugänglicher Programme bleibt ein zentraler Bestandteil der künstlerischen Ausrichtung des Hamburg Ballett und wird unter der Leitung von Elisabeth Bell in der Programmlinie CLICK in konsequent weitergeführt. Das Programm setzt darauf, Neugier zu wecken, Schwellen abzubauen und den Tanz unmittelbar erlebbar zu machen.
In den Tanzworkshops Tanz für mich, die in dieser Saison auch erneut spezielle Termine für Tanzfreund:innen über 55 anbieten, sowie bei der interaktiven Performance Inside Out sind Menschen aller Altersgruppen eingeladen, die Freude an der eigenen Bewegung zu entdecken. Für Schulen und junges Publikum bietet CLICK in vielfältige Formate, die den Austausch fördern: Ob als BallettTester:innen bei Bühnenproben, als BallettInsider:innen bei Vorstellungsbesuchen oder bei den KantinenTalks hinter den Kulissen.
Die enge Kooperation mit Schulen wird durch die Patenklassen sowie das Projekt Tanz mal mit! verstetigt, das Schüler:innen in ihren Schulen zum Tanzen animiert. Explizit von Schüler:innen der Ballettschule des Hamburg Ballett für Schüler:innen Hamburgs ist die Schulvorstellung von Erste Schritte am 23. April 2027, 12:00, auf der großen Bühne der Staatsoper.
Philharmonisches Staatsorchester Hamburg
Beethovenjahr 2027: ZeitenLos – Musik jenseits der Zeit
Unter dem Generalmusikdirektor Omer Meir Wellber lädt das Philharmonische Staatsorchester Hamburg in der Spielzeit 2026/27 zu ZeitenLosein. Anlässlich von Ludwig van Beethovens 200. Todestag rücken die Werke des epochalen Komponisten in den Fokus – mal in ungewöhnlicher Besetzung, mal im Kontext einer szenisch erzählten Geschichte oder in Form eines musikalischen Experiments, in dem Sätze verschiedener Sinfonien neu kombiniert werden. Beethoven wird so als Ganzes erfahrbar. Als Kraft, als Energie, als musikalisches Universum.
In den Philharmonischen Konzerten erklingen außerdem beliebte oder neu zu entdeckende Kompositionen von Tschaikowsky, Say, Dvořák, Strauss, Prokofjew, Berg, Schostakowitsch, Chin, Mahler, Glass, Schönberg und Fagerlund.
Die Blaue Woche
Das Festival Die Blaue Woche geht in die zweite Runde: Unter Omer Meir Wellbers Leitung werden Gegensätze hörbar – Tag & Nacht, Höhen & Tiefen, Harmonie & Dissonanz, Nähe & Distanz. Die Musiker:innen erkunden außergewöhnliche Werke in ungewöhnlichen Räumen und schaffen immersive Konzerterlebnisse:
- 1. Konzert: Tag & Nacht (16.10.2026): Von einer Blauen Stunde zur nächsten – Übernachtungskonzert in der JazzHall
- 2. Konzert: Höhen & Tiefen (21.10.2026): Elektro-akustisches Konzert im resonanzraum
- 3. Konzert: Harmonie & Dissonanz (25./26.10.2026): Klangliche Gegensätze aus Barock und Moderne in der Elbphilharmonie
- 4. Konzert: Nähe & Distanz (25.10.2026): Akkordeon und Orchester im Kirchenschiff St. Johannis-Harvestehude
Sonderkonzerte & Kooperationen
- Silvesterkonzert ZWEIFELLOS²⁶²⁷ (31.12.2026) – virtuos, humorvoll, energiegeladen
- TA-TA-TA-TAAA! Beethoven im Ohr – Beethoven höchstpersönlich auf der Bühne im Schmidts Tivoli
- „SCHADE, SCHADE – ZU SPÄT“ (26.3.2027) – Sonderkonzert anlässlich von Ludwig van Beethovens Leichenbegängnis
- Sinneswandeln (16.5.2027) – Konzert für Menschen mit und ohne Sehbeeinträchtigung
- Vier gewinnt (2.6.2027) – Preisträger:innen-Konzert internationaler Wettbewerbe
- Über Liebe und Hass (30.4/1.5.2027) – ein Oratorium in 15 Sätzen von Sofia Gubaidulina im Rahmen des Internationalen Musikfests Hamburg
- Between Songs and Shadows (6.10.2026) – Sonderkammerkonzert in Kooperation mit Liedstadt
Philharmonische Kammerkonzerte – Kammermusik lebt von Nähe
Die Kammermusikreihe spürt wichtigen Themen aus Beethovens Leben und Schaffen nach: Augenblicke, Innere Stimmen, Einsamkeit, Verwandlung, Revolution, Freiheit – in originellen Besetzungen und überraschenden Programmgestaltungen.
Beispielhafte Konzerte:
- Augenblicke – Widmann, Beethoven, Hasenöhrl/Strauss
- Einsamkeit – Mustonen, Schäfer, Sibelius
- Revolution – Xenakis, Pape, Kagel, Schostakowitsch, Živković
- Freiheit – Ligeti, Gurvitch, Beethoven, Ibert, Gershwin
Jugend & Bildung: CLICK in – partizipativ & interaktiv
Das Vermittlungsprogramm CLICK in richtet sich an Kinder, Jugendliche und Bildungseinrichtungen:
- KIDS ONLY (8–11 Jahre) – kreative Begegnungen mit Musik, Schauspiel und Tanz – auch als mobile Fassung für Kinderklinik bis Jugendclub
- CLUB ZONE (12–15 Jahre) – Konzert, Club-Atmosphäre, Experimente, DJ-Sets und Musik-Workshops
- EDUCATION – Schul- und Familienkonzerte, Croissant mit Omer (Exklusivbesuche von Proben und Gespräch mit unserem GMD für Schüler:innen ab Klasse 9)
- WANDEL // KONFETTI IM WELTALL – Konzerte zur Förderung von Bewusstsein für Natur, Umwelt und Musik im Kontext von gesellschaftlichem Engagement
(lifePR)
