»Der Chronoplan« am 4. April letztmalig am Staatstheater Mainz

Der Chronoplan ~ Staatstheater Mainz ~ Eisenstein (Tim-Lukas Reuter) ~ © Andreas Etter

Am 4. April wird Albert Einstein am Staatstheater Mainz mit seiner Zeitreisemaschine, dem Chronoplan, und einer illustren Schar an Mitreisenden ein letztes Mal starten – mit dem Ziel, Cleopatra zu besuchen. Die acht Vorstellungen der 1930-32 von Julia Kerr komponierten, in den letzten Jahren von Norbert Biermann rekonstruierten und 2026 schlussendlich in Mainz uraufgeführten Oper werden dann rund 6.000 Menschen gesehen haben.

Zur Uraufführung Ende Januar reisten auch Enkel und Urenkel des Künstler*innen-Paars Julia und Alfred Kerr an, deren Lebensmittelpunkt in England liegt. „On behalf of the Kerr family, we give your our heartfelt thanks for staging such a fantastic show. Our grandmother would be so proud to know that her major work has been performed at last, after so long. The performance was simply magnificent. We congratulate the whole production team. We did not anticipate that the cast would be so large and the orchestration so intricate and sophisticated. It was a massive achievement. We wish you all continuing success.“

Und der gewünschte Erfolg stellte sich ein: Von einer beeindruckenden Vorberichterstattung – u.a. in der London Times – über unzählige Premierenkritiken ist das Presseinteresse an Der Chronoplan bis zur letzten Vorstellung ungebrochen. Und auch das Publikum will sich dieses ebenso komplexe wie berührende Stück Musikgeschichte nicht entgehen lassen, so dass diese ungehörte Musik vor vollem Haus erklingen darf.

Ein Werk mit dieser Historie erstmals auf die Bühne zu bringen, erforderte von allen viel Energie und Kreativität. Während Chefdirigent Gabriel Venzago und Rekonstrukteur Norbert Biermann noch an Klang, Balance und Instrumentierung feilten, erarbeitete Regisseur Lorenzo Fioroni mit den Darsteller*innen an ihren Figuren, die zwar als historische Persönlichkeiten, als Bühnenfiguren in diesem Kontext aber noch nie existent waren.

Dass diese Uraufführung in Mainz stattfinden konnte, ist größtenteils der Inititative der Opernchefdramaturgin Sonja Westerbeck zu verdanken. Mit großem Einsatz hat sie sich darum bemüht und mit dem Chronoplan nicht nur die musikalische Stimme von Julia Kerr vor dem Verstummen bewahrt.

Das Werk steht samt verschiedener Rahmenveranstaltungen in dieser Spielzeit zusammen mit anderen eindrücklichen Werken auf dem Spielplan des Staatstheater Mainz – mit Der Kaiser von Atlantis, ein Musiktheater das Viktor Ullmann im Lager Theresienstadt komponierte, bevor er in Auschwitz ermordert wurde, mit Der blinde Passagier von Maria Lazaar, deren Werk nach ihrer Flucht vor den Nationalsozialisten bis im vergangenen Jahr verschollen war, oder mit Heute Abend: Lola Blau, Georg Kreislers Kammermuscial über eine jüdische Sängerin in den 1930er Jahren, das Ende April in der Kakadu Bar Premiere feiern wird.

Schweren Herzens verabschieden sich nun das Regieteam um Lorenzo Fioroni, die Darsteller*innen, die Orchestermusiker*innen unter der Leitung von Gabriel Venzago, die Bühnentechniker*innen und alle weiteren Beteiligten des Staatstheater Mainz am 4. April von diesem exzeptionellen Bühnenwerk, dem Chronoplan, und hoffen, es bald an einem anderen Theater wiederzusehen.

Karten und weitere Informationen: staatstheater-mainz.com