- Premiere: Turandot
- Erste Wiederaufnahme: Macbeth
- Liederabend: Joseph Calleja (Tenor) und Sarah Tysman (Klavier)
Premiere: Turandot
Turandot von Giacomo Puccini (1858–1924) ist ein Werk voller dramatischer Intensität und moderner Klänge. Puccinis Musik, reich an orchestralen Farben und Kontrasten, entfaltet eine überwältigende emotionale Kraft, die bis heute nichts von ihrer Faszination verloren hat. Die Partitur verbindet neben lyrischem Belcanto und buffonesken Witz auch beißende Dissonanzen, rhythmische Überlagerungen und Chorsätze, in denen sich die Brutalität der politischen Massenbewegungen aus den 1920er Jahren widerspiegeln.
Unvollendet nach Puccinis Tod 1924, betont die Premiere in Frankfurt nun den Fragment-Charakter des Werkes und verzichtet auf posthume Vervollständigungen. Vorangestellt wird ein Prolog von Lucia Ronchetti (*1963) für Chor und Kinderchor, der das Vorgefühl einer Katastrophe weckt und nahtlos in Puccinis erste Takte übergeht. Die Neukomposition ist ein Auftragswerk der Oper Frankfurt.
Zum Inhalt:
Entgegen dem Wunsch ihres Vaters weigert sich Prinzessin Turandot zu heiraten. Wer sie zur Frau haben will, muss drei Rätsel lösen. Wer daran jedoch scheitert, wird öffentlich hingerichtet. Als Prinz Calaf die Prüfung meistert, ist Turandot in ihren Grundfesten zutiefst erschüttert. Ein Machtkampf bricht aus, der schließlich auch unschuldige Opfer fordert …

(© Bernd Uhlig)
Zur Besetzung:
Regie führt bei der ersten Frankfurter Neuinszenierung von Turandot seit 54 Jahren Andrea Breth, die damit an der Oper Frankfurt debütiert. Breth gilt als eine der renommiertesten Regisseurinnen im deutschsprachigen Raum. Im Opernfach inszenierte sie im vergangenen Jahr an der Bayerischen Staatsoper Gabriel Faurés Oper Pénélope. Zuvor erarbeitete sie beim Festival in Aix-en-Provence Madama Butterfly (2024) und Salome (2022).
Musikalisch geleitet wird die Premierenserie von Generalmusikdirektor Thomas Guggeis. In dieser Spielzeit zeichnet er auch für die Neuproduktionen von Così fan tutte und Boris Godunow, sowie die Wiederaufnahmen von Peter Grimes und Tristan und Isolde verantwortlich.
In der Hauptpartie der Turandot kehrt Elza van den Heever zurück nach Frankfurt. Die südafrikanische Sopranistin war von 2008 bis 2013 Mitglied des Ensembles am Haus und gastiert mittlerweile international: Engagements führten sie unter anderem an die Mailänder Scala, zu den Bayreuther Festspielen, nach San Francisco und an die Wiener Staatsoper.
An vier Abenden tritt Oleysa Golovneva als Prinzessin Turandot auf. Für ihre Leistungen als Anna Bolena und Luisa Miller wurde sie jeweils ausgezeichnet. Für ihre Interpretation der Rusalka in Köln wurde sie für den Deutschen Theaterpreis FAUST nominiert.
Als Calaf ist Alfred Kim zu erleben, Guanqun Yu tritt als Liù auf. Die Grausamkeit von Turandots Rätselproben werden von den drei Ministern Ping (Liviu Holender), Pang (Magnus Dietrich) und Pong (Michael Porter) kommentiert. Alle drei Sänger sind Mitglieder des Ensembles der Oper Frankfurt und machen durch internationale Gastspiele auf sich aufmerksam. In weiteren Partien sind Inho Jeong, alternierend mit Thomas Faulkner (Timur), sowie Michael McCown (Altoum) und Erik van Heyningen (Ein Mandarin) besetzt.
Turandot
Dramma lirico in drei Akten
Von: Giacomo Puccini
Libretto: Giuseppe Adami, Renato Simoni
Uraufführung: 25. April 1926 (Mailand, Teatro alla Scala)
Premiere an der Oper Frankfurt: Sonntag, 12. April 26 (Opernhaus)
Musikalische Leitung: Thomas Guggeis
Inszenierung: Andrea Breth
Bühnenbild: Johannes Leiacker
Kostüme: Ursula Renzenbrink
Licht: Alexander Koppelmann
Chor: Manuel Pujol
Kinderchor: Álvaro Corral Matute
Dramaturgie: Maximilian Enderle
Besetzung:
Turandot: Elza van den Heever / Olesya Golovneva ( 1., 23., 29.5., 4.6.)
Calaf: Alfred Kim
Liù: Guanqun Yu
Ping: Liviu Holender
Pang: Magnus Dietrich
Pong: Michael Porter
Ein Mandarin: Erik van Heyningen
Altoum: Michael McCown
Timur: Inho Jeong / Thomas Faulkner (17., 23., 29.5, 4.6.)
Weitere Vorstellungen: 16. (19.30 Uhr), 19., 25. April (19.30 Uhr), 1., 3., 9. (19.30 Uhr), 14., 17., 23. (19.30 Uhr), 29. Mai (19.30 Uhr), 4. Juni 2026
Falls nicht anders angegeben, beginnen diese Vorstellungen um 18 Uhr.
Preise: € 16 bis 190 (12,5% Vorverkaufsgebühr nur im externen Vorverkauf)
Mit freundlicher Unterstützung des Patronatsvereins – Sektion Oper
Erste Wiederaufnahme: Macbeth
Neben seinen Arbeiten nach Vorlagen Schillers nehmen die Vertonungen der Dramen Shakespeares einen wichtigen Platz im Schaffen von Giuseppe Verdi (1813–1901) ein. Die Uraufführung seiner Oper Macbeth fand 1847 in Florenz statt und wurde vom Publikum mit Befremden aufgenommen. Hatte doch Verdi hier erstmals die Kompositionsmuster der traditionellen Nummernoper hinter sich gelassen und den Weg zur „durchkomponierten“ Form eingeschlagen. Diesen Weg ging er achtzehn Jahre später noch konsequenter, als er den Auftrag einer Umarbeitung des Werkes für Paris erhielt.
Diese Fassung wurde schließlich 1865 erstmals herausgebracht. Die Inszenierung von R.B. Schlather, der in dieser Spielzeit Amor vien dal destino von Agostino Steffani am Haus inszeniert hat, zeigt die Modernität der Charaktere. Der Regisseur situiert das grausame Geschehen rund um das kinderlose Paar in der eleganten, aber kalten Atmosphäre eines herrschaftlichen Anwesens: Die Weltpolitik spiegelt sich im Privaten. „So lässt sich erleben, wie toll die Musik von Verdi ist“, wurde in der Frühkritik von hr2-Kultur geurteilt.
Zum Inhalt:
Macbeth hat schon viel erreicht. Doch nach einer unheimlichen Begegnung erwacht die Gier nach mehr in ihm. Angetrieben von seiner nicht weniger ehrgeizigen Frau begeht er einen Mord, der weitere Gräueltaten nach sich zieht…
Zur Besetzung:
Die Wiederaufnahme von Macbeth wird dirigiert von Giacomo Sagripanti. Der italienische Dirigent arbeitet regelmäßig an Theatern wie der Opéra National de Paris, dem London Royal Opera House, dem Teatro Real in Madrid, der Wiener Staatsoper sowie bei Festivals wie dem Pesaro Rossini Opera Festival, den Chorègies d’Orange und in Aix-en-Provence. In Frankfurt dirigierte er bereits Gioachino Rossinis Die diebische Elster und Vincenzo Bellinis Norma.
In der Titelpartie des Macbeth sind im Wechsel die Ensemblemitglieder Nicholas Brownlee, Domen Križaj und Iain MacNeil zu erleben. Der amerikanische Bariton Brownlee ist in zentralen Partien des deutschen wie auch des italienischen Fachs zu hören. In dieser Spielzeit sang er unter anderem Scarpia in Puccinis Tosca und wird als Wagners Holländer bei den Bayreuther Festspielen auftreten. Schon in den vergangenen Jahren war Brownlee in Bayreuth als Donner (Das Rheingold) und Hans Sachs (Die Meistersinger von Nürnberg) in Bayreuth gefragt. Domen Križaj sang in dieser Spielzeit in Frankfurt bereits Lescaut (Manon Lescaut), Konsul Sharpless (Madama Butterfly) und wird im Juni noch als Zar in Kurt Weills Oper Der Zar lässt sich fotografieren auftreten. Iain MacNeil debütierte jüngst als Macbeth in Basel.
Die Partie des Banquo ist alternierend mit den Bässen Thomas Faulkner und Andreas Bauer Kanabas besetzt. Der britische Bass Thomas Faulkner gehört seit vielen Jahren dem Ensemble an und ist in verschiedenen Bass- und Bassbuffo-Partien zu erleben. Zuletzt überzeugte er als Latino in der Frankfurter Erstaufführung von Amor vien dal destino.
Andreas Bauer Kanabas debütierte in dieser Saison erfolgreich als Mönch Pimen in Boris Godunow und ist ebenfalls als König Marke in Tristan und Isolde zu erleben. Die Partie der Lady Macbeth übernimmt Signe Heiberg. Die norwegische Sopranistin sang bereits die Premiere im Dezember 2024 als Einspringerin mit großem Erfolg. Als Macduff sind Kudaibergen Abildin und Gerard Schneider zu hören. Die Rolle des Malcolm übernimmt Abraham Bretón. Der mexikanisch-spanische Tenor war in der aktuellen Spielzeit unter anderem als Don José (Carmen) zu erleben. Als Kammerfrau der Lady sind Nombulelo Yende und Julia Stuart, Mitglied des Opernstudios, besetzt.
Den Arzt singt Jarrett Porter. Der Bariton überzeugte als Punch in Harrison Birtwistles Oper Punch and Judy, die vergangenen Dezember erstmals in Frankfurt aufgeführt wurde. Das Opernstudio-Mitglied Morgan Andrew King komplettiert als Diener, Mörder und Herold die Besetzung der ersten Wiederaufnahme von R.B. Schlathers Macbeth-Inszenierung in Frankfurt.
Macbeth
Oper in vier Akten
Von: Giuseppe Verdi
Libretto: Francesco Maria Piave und Andrea Maffei nach William Shakespeare
Uraufführung: 14. März 1847 (Florenz, Teatro della Pergola)
Uraufführung der revidierten Fassung: 21. April 1865 (Paris, Théâtre-Lyrique)
Premiere: 1. Dezember 24
Erste Wiederaufnahme: Samstag, 18. April 26 (Opernhaus)
Musikalische Leitung: Giacomo Sagripanti / Alden Gatt (26.4., 22.5.)
Inszenierung: R.B. Schlather
Szenische Leitung der Wiederaufnahme: Orest Tichonov
Bühnenbild: Etienne Pluss
Kostüme: Doey Lüthi
Choreografie: Gal Fefferman
Video: rocafilm. Roland Horvath
Licht: Olaf Winter
Chor: Álvaro Corral Matute
Dramaturgie: Konrad Kuhn
Besetzung:
Macbeth: Nicholas Brownlee / Domen Križaj
Banquo: Thomas Faulkner / Andreas Bauer Kanabas
Lady Macbeth: Signe Heiberg
Macduff: Kudaibergen Abildin / Gerard Schneider
Malcolm: Abraham Bretón
Kammerfrau der Lady: Nombulelo Yende / Julia Stuart°
Arzt: Jarrett Porter
Diener / Mörder / Herold: Morgan-Andrew King°
°Mitglied des Opernstudios
Weitere Vorstellungen: 24., 26. April (15.30 Uhr), 2., 16., 22., 25. (18 Uhr), 30. Mai, 13. Juni 2026
Falls nicht anders angegeben, beginnen diese Vorstellungen um 19.00 Uhr.
Preise: € 16 bis 109 (12,5% Vorverkaufsgebühr nur im externen Vorverkauf)
Mit freundlicher Unterstützung der DZ-Bank
Liederabend Joseph Calleja (Tenor) und Sarah Tysman (Klavier)
Dienstag, 7. April 2026, um 19.30 Uhr im Opernhaus
Lieder von Verdi, Massenet, Cilea, Puccini, Tschaikowski u.a.

(© Andrew Borg Carbott)
Joseph Calleja zählt zu den ganz großen Namen seines Fachs. Seine umfangreiche Diskografie und Auftritte auf den wichtigsten Opern- und Konzertbühnen zeugen von einer langen internationalen Karriere. Mit seiner geschmeidigen Stimme, die ihm regelmäßig Vergleiche mit legendären Tenören wie Gigli, Caruso oder Pavarotti einbringt, gastierte er an den wichtigen Opernhäusern der Welt.
2024/25 sang er u.a. an der Metropolitan Opera New York mit Rodolfo (La Bohème) erneut eine seiner Paraderollen. An der Semperoper Dresden gab er Mario Cavaradossi (Tosca) und konzertierte an der Lithuanian National Philharmonic Society. Sein China-Debüt gab er im Shanghai Performing Arts Center und trat im Musiikkitalo in Helsinki auf.
An der Oper Frankfurt begeisterte der maltesische Tenor bereits u.a. als Gounods Roméo, in der Titelpartie von L’amico Fritz, Rodolfo, Edgardo (Lucia di Lammermoor), Don José (Carmen), in konzertanten Aufführungen von Les pêcheurs des perles und La Rondine sowie bei einem Liederabend an der Seite von Tatiana Lisnic. 2012 wurde er von der maltesischen Regierung zum ersten Kulturbotschafter des Landes ernannt. 2024 erhielt er den französischen Ordre des Arts et des Lettres.
Preise: € 16 bis 121 (12,5% Vorverkaufsgebühr nur im externen Vorverkauf)
Karten für die genannten Veranstaltungen sind bei den bekannten Vorverkaufsstellen, online unter oper-frankfurt.de oder im telefonischen Vorverkauf 069 – 212 49 49 4 erhältlich.
