Bevor die Elbphilharmonie am 1. September ihre große Jubiläumssaison zum Zehnjährigen eröffnet, steht im Hamburger Konzerthaus auch in diesem Sommer wieder zwei Wochen lang ein vielfältiges und erfrischendes Programm mit großen Orchestern, Jazz, Pop und Weltmusik im Kalender. Mit dabei sind klassische Sinfonieorchester aus Montréal und Kansas City, dazu das furiose italienische Barock-Ensemble Il Giardino Armonico.
Das Ukrainian Freedom Orchestra kommt zum dritten Mal in die Elbphilharmonie. Die nächste Generation von Spitzenmusiker:innen steht beim Gustav Mahler Jugendorchester und dem Bundesjugendorchester in den Startlöchern.
Eröffnet wird der Elbphilharmonie Sommer von Afro-Pop-Star Fatoumata Diawara aus Mali, der legendäre brasilianische Komponist und Produzent Arthur Verocai kommt für sein einziges Deutschland-Konzert nach Hamburg. Die britische Band The Cinematic Orchestra verbindet atmosphärischen Jazz mit Electronica, die berühmte Fado-Sängerin Mariza widmet sich einen ganzen Abend lang der Liebe.
Jazz gibt es vom französischen Akkordeon-Großmeister Richard Galliano und vom US-amerikanischen Gitarristen John Scofield. Tickets sind ab sofort auf www.elbphilharmonie.de erhältlich.
»Mein Taktstock ist meine Waffe«. Unter diesem Motto kämpft die kanadisch-ukrainische Dirigentin Keri-Lynn Wilson seit 2022 für die Freiheit der Ukraine. Das kurz nach dem Beginn des russischen Angriffskriegs gegründete Ukrainian Freedom Orchestra vereint die besten ukrainischen Musiker:innen aus Ensembles des Landes, Musiker:innen, die nach der Invasion ins Ausland geflohen sind, und ukrainische Mitglieder europäischer Orchester.
Neben dem »Gloria in excelsis Deo« der ukrainischen Komponistin Bohdana Froljak stehen Gustav Mahlers »Rückert-Lieder« (Sopran: Julia Kleiter) und Ludwig van Beethovens Siebte Symphonie auf dem Programm (20.8.).
Mit der Sopranistin Julia Lezhneva und den Originalklang-Spezialist:innen von Il Giardino Armonico lebt Antonio Vivaldis emotionale, hochtheatralische Opernmusik auf. Joseph Haydns »Arianna a Naxos« vertont sensibel die Gefühle der von ihrem Geliebten verlassenen Titelheldin – auch hier kann Julia Lezhneva ihre ganze Stimmgewalt entfalten (26.8.).
Das Orchestre symphonique de Montréal und sein venezolanischer Chefdirigent Rafael Payare präsentieren wunderbare Harmonien von Claude Debussys »L’isle joyeuse«, Richard Strauss’ sinfonische Dichtung »Ein Heldenleben« und das Cellokonzert »Dzonot« der mexikanischen Komponistin Gabriela Ortiz, das für die Solistin des Abends Alisa Weilerstein maßgeschneidert wurde (28.8.).
Das Kansas City Symphony mit seinem Chefdirigenten Matthias Pintscher hat eines der beliebtesten Werke der US-amerikanischen Klassik im Gepäck: Aaron Coplands Ballettmusik »Appalachian Spring«. Mit Sergej Rachmaninows Dritter Sinfonie ist eines der ausdrucksstärksten Werke der Spätromantik zu hören. In Piotr Tschaikowskys berühmtem Violinkonzert glänzt Gil Shaham als Solist (29.8.).
Mit dem Gustav Mahler Jugendorchester kommt das weltbeste Nachwuchsorchester mit Musik von Béla Bartók und Anton Bruckner nach Hamburg – am Pult steht der renommierte Dirigent Philippe Jordan. Auf dem Programm stehen Bartóks »Musik für Saiteninstrumente, Schlagzeug und Celesta« und Anton Bruckners der »romantische« Vierte Sinfonie, deren intensiver Klangrausch schon die zeitgenössischen Kritiker verblüffte (27.8.).
Das Bundesjugendorchester (BJO), das seit knapp 60 Jahren hochbegabte Nachwuchsmusiker:innen aus ganz Deutschland zusammenbringt und fördert, tritt mit dem charismatischen jungen Pianisten Giorgi Gigashvili und dem Dirigenten Aurel Dawidiuk auf. Zu hören sind Sergej Rachmaninows gewaltiges »Konzert für Elefanten«, das von allen großen Klavierkonzerten laut Berechnungen die meisten Noten pro Sekunde im Klavierpart hat, »Another Step …« des georgischen Komponisten Giya Kanchelis ist eine spirituelle Reise, die auf den letzten Programmpunkt zusteuert: Modest Mussorgskys populäre »Bilder einer Ausstellung« (30.8.).
Fatoumata Diawaras Shows sind pure Energie. Die Sängerin, Songwriterin und Gitarristin aus Mali veröffentlicht 2026 ihr bislang persönlichstes Werk. »Massa« ist eine bewegende Hommage an ihren verstorbenen Vater und verbindet die Musik ihrer malischen Heimat mit Pop-Elementen. Zum Auftakt des Elbphilharmonie Sommers präsentiert sie in Kooperation mit dem Internationalen Sommerfestival Kampnagel einen einzigartigen Sound, der sowohl in der Tradition verwurzelt als auch zukunftsweisend ist (15.8.).
The Cinematic Orchestra definiert seit über zwei Jahrzehnten den Raum zwischen Jazz und Electronica neu. Auf insgesamt vier Studioalben hat die Band üppige, cineastische Klanglandschaften entworfen und damit über eine Milliarde Streams erreicht. In der Elbphilharmonie präsentiert The Cinematic Orchestra neben seinen klassischen Stücken erstmals live Musik aus seinem kommenden Album (16.8.).
Mit John Scofield kehrt eine echte Gitarrenlegende zurück in die Elbphilharmonie. Nach seinem gefeierten Solo-Auftritt zum Fünften?Geburtstag des Hauses ist der Altmeister nun mit seinem hochkarätig besetzten Long Days Quartet zu erleben. Besonders ist das Wiedersehen mit Pianist und Hammond-Orgel-Virtuosen John?Medeski. Gemeinsam mit dem brillanten Bassisten Vicente?Archer und dem energiegeladenen Drummer Ted?Poor entsteht eine Formation, die Funk, Jazz und Improvisation verbindet und zu einem elektrisierenden Live-Erlebnis macht (21.8.).
1972 nahm der brasilianische Komponist und Musiker Arthur Verocai ein Album auf, das bei Kritik und Publikum gleichermaßen durchfiel – und heute zu den größten Meilensteinen der brasilianischen Populärmusik zählt. »I could listen to the album everyday for the rest of my life«, sagte etwa Produzenten-Urgestein Madlib über Verocais nur 30 Minuten langes Meisterwerk, das Jazz, Bossa Nova und Psychedelic Folk zu einem neuen, ebenso entspannten wie aufregenden Sound verknüpfte.
Dass vor allem auch junge Menschen zu seinen Konzerten strömen, beweist Arthur Verocais generationsübergreifende Anziehungskraft. Nun kommt der 1945 geborene Musiker nach Europa, um als Headliner bei großen Festivals und exklusiv in Deutschland in der Elbphilharmonie zu spielen (19.8.). Sie bringt portugiesisches Flair an die Elbe: die berühmte Fado-Sängerin Mariza. Seit ihrem Durchbruch vor fast 25 Jahren zählt sie zu den bedeutendsten Botschafterinnen der ikonischen Gesangskultur Portugals. Nun präsentiert der Superstar sein neues Album »Amor« im Rahmen des Elbphilharmonie Sommers – ein Abend ganz im Zeichen der Liebe (22.8.).
Mit Richard Galliano hält französische Leichtigkeit Einzug in die Elbphilharmonie. Der Akkordeonist, einer der bedeutendsten und einflussreichsten Musiker seines Instruments, präsentiert eine neue Version seines gefeierten Albums »Viaggio« von 1993. Diese zeitlose musikalische Reise markierte einst einen Wendepunkt in Gallianos Karriere, in der er dem Akkordeon zu neuer Relevanz zwischen Jazz, Klassik und Weltmusik verhalf (23.8.).
