Wiesbaden-Premiere von »Become Ocean« des Hessischen Staatsballets

Become Ocean ~ Hessisches Staatsballett ~ © Andreas Etter

„Become Ocean“ des Hessischen Staatsballets ist eine Hommage an die Schönheit und Vergänglichkeit der Natur / Begleitende Ausstellungseröffnung

Zu einem besonderen immersiven Erlebnis lädt das Hessische Staatsballett ab Gründonnerstag, den 02. April 2026 um 19:30 Uhr mit der Wiesbaden-Premiere von „Become Ocean“ ins Große Haus.

Zur gleichnamigen, mit dem Pulitzer-Preis und dem Grammy Award ausgezeichneten Komposition von John Luther Adams schuf das Choreograf*innenduo LEE\VAKULYA gemeinsam mit Sounddesignerin Fanny Thollot, Bühnenbildnerin Yoko Seyama und dem Designer Damur Huang ein sinnliches Gesamtkunstwerk, das von der Urgewalt und den endlosen Erscheinungsformen des Ozeans erzählt. Es spielt das Hessische Staatsorchester Wiesbaden unter der Leitung von Alejandro Jassán. Die Produktion ist bis Mitte Juni 2026 in Wiesbaden zu erleben.

Der Komponist John Luther Adams wurde 1953 in Mississippi geboren. Nach seinem Kompositionsabschluss arbeitete er lange Zeit in Umweltschutzorganisationen – ein Engagement, das ihn nach Alaska führte, das 40 Jahre zu einer Heimat wurde. Die Landschaft des pazifischen Nordwestens – Licht, Weite, Klima – spiegelt sich in seiner Musik wider, die sich durch Elemente der Minimal Music, subtile Texturen, langsame Harmonien und räumliche Klanggestaltung auszeichnet.

Become Ocean
Hessisches Staatsballett

© Andreas Etter

In den Notizen zur Partitur von „Become Ocean“ (2014) schreibt Adams: „Das Leben auf dieser Erde entstand aus dem Meer. Während das Polareis schmilzt und der Meeresspiegel steigt, stehen wir Menschen vor der Aussicht, dass wir buchstäblich wieder zu Ozean werden.“ Das epochemachende Musikstück kann als Meditation über die Klimakrise gelesen werden.

Aus dieser atmosphärisch dichten Klanglandschaft entwickelt das choreografische Duo LEE\VAKULYA eine gleichnamige Neukreation für das Hessische Staatsballett. Ihre Choreografie übersetzt die musikalische Struktur in eine Komposition von Körper, Technik und Raum. Komplettiert wird das Kunstwerk durch eine riesige, schillernde Installation von Bühnenbildnerin Yoko Seyama, die – flexibel veränderlich – in einen beständigen Dialog mit dem Licht und der Choreografie tritt.

Ausstellungseröffnung „Alles im Fluss!? – Wasser in der Krise“

Thematisch angelehnt zeigt das Hessische Staatstheater Wiesbaden vom 02. bis 30. April 2026 die Ausstellung „Alles im Fluss!? – Wasser in der Krise“ des Heinrich Böll Stiftungsverbunds im Foyer Kleines Haus und im Weißen Salon (Foyer 1. Rang). Die Ausstellung erklärt, wie Klima- und Wasserkrise zusammenhängen. Sie zeigt, wie unsere Art zu wirtschaften die Wassermenge und -qualität beeinflusst. Außerdem wird veranschaulicht, welche wichtige Rolle Städte und Gemeinden bei der Anpassung an den Klimawandel und beim Umgang mit Wasser zukommen kann.

Gleich drei weitere aktuelle Produktionen des Staatstheaters Wiesbaden beschäftigen sich mit den Themen Klima und Wasser: „Wenn Wolken wachsen“, eine Produktion des JUST, weckt Freude, die Natur zu entdecken. Die Oper „Schneeflöckchen“ zeigt eine Gesellschaft in einer zukünftigen neuen Eiszeit, und das Schauspiel „Über die Notwendigkeit, dass ein See verschwindet“ erzählt, welche Abgründe zum Vorschein kommen, wenn durch die Erderwärmung das Wasser eines Sees zurückweicht. Auch in Deutschland ist der Klimawandelbereits durch den Wechsel von starker Trockenheit und heftigen Regenfällen deutlich spürbar.

Die Folgen für den immer kostbareren Schatz Wasser sind vielfältig: Ökosysteme verändern sich, Verteilungsfragen werden laut, Wirtschaft und Politik stehen vor Herausforderungen.

Die Ausstellung findet mit freundlicher Unterstützung der Petra-Kelly-Stiftung statt.

LEE\VAKULYA (Choreografie)

LEE\VAKULYA sind die taiwanesische Tänzerin und Choreografin Chen-Wei Lee und der ungarische Tänzer und Choreograf Zoltán Vakulya. Das in Brüssel ansässige Duo arbeitet seit 2016 zusammen an Bühnenproduktionen, Ausstellungen sowie Performances und gehört zu den aufstrebenden Stimmen in der zeitgenössischen Tanzwelt.

Lee tanzte mit vielen renommierten Kompanien, darunter Peeping Tom, GöteborgsOperans Danskompani, Tanztheater Wuppertal Pina Bausch, und von 2009 bis 2014 bei der Batsheva Dance Company. Vakulya kollaborierte neben seiner Tätigkeit als freier Choreograf mit so unterschiedlichen Künstler*innen wie HODWORKS, Mal Pelo, Wim Vandekeybus, David Zambrano, Albert Quesada oder Vera Tussing.

Die Arbeit von LEE\VAKULYA zeichnet sich durch eine fließende und zugleich präzise physische Herangehensweise aus, die die Grenzen des Körpers herausfordert und in ihren Bühnenarbeiten oft verschiedene Kompositionsstrategien miteinander verknüpft. Beim Hessischen Staatsballett liefen als Gastspiele 2022 ihr gefeiertes Duett „Together Alone“ in Darmstadt und 2023 in Wiesbaden die Deutschlandpremiere von „Burnt [the eternal long now]“ im Rahmen des Tanzfestivals Rhein-Main. Für ihre Arbeiten wurden beide Choreograf*innen mehrfach ausgezeichnet, so u. a. mit dem Jeon Mak Arts Award 2017 (Südkorea), TECO Award for the Art of Dance 2020 (Taiwan) oder Taishin Performing Arts Award 2023 (Taiwan).

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