Iranische Festivalkünstlerin Haleh Seyfizadeh kann nicht aus Teheran ausreisen

Konzerthaus Stadthalle Heidelberg (© Nikolaj Lund)

Programm- und Besetzungsänderung in der „Hausbesetzung“ mit dem Orchester O/Modernt

Der Heidelberger Frühling blickt mit Sorge auf den Krieg in Iran, der sich nun auch unmittelbar auf das laufende Festival (14. März bis 19. April) auswirkt: Im Late-Night-Konzert „Hausbesetzung 4“ am Samstag, 21. März um 22.30 Uhr mit dem schwedischen Kammerorchester O/Modernt sollte eigentlich die iranische Vokalkünstlerin und Komponistin Haleh Seyfizadeh einen wichtigen Solopart übernehmen. Da sie ihre Heimat derzeit nicht verlassen kann, muss das Programm des Konzerts geändert werden.

Aufgrund der politischen Lage in Iran, wo Haleh Seyfizadeh lebt, war zu Beginn des Jahres der Kontakt zu ihr abgebrochen. Es gelang noch ein letzter Kontakt Anfang des Jahres, in dem sie mitteilte, dass es nicht möglich sei, ein Visum zu bekommen, um auszureisen. „Musik ist eine heilende Sprache, die Licht bringt, und ich glaube an ihre Magie, besonders jetzt“, schrieb sie in dieser Nachricht.

In großer Sorge um sie mussten das Orchester und sein Leiter Hugo Ticciati das Programm für das Konzert nun umplanen: Das ursprünglich geplante Werk „Mirror Memory“ von Golfam Khayam mit von Haleh Seyfizadeh komponierten Vocals, die sie interpretiert hätte, muss leider entfallen. Stattdessen wurde „The Patience of Trees“ für Violine solo, Percussion und Streichorchester von Dobrinka Tabakova ins Programm aufgenommen.

Das Konzert ist ein Teil des Wochenendprogramms Hausbesetzung“vom 20. bis 22. März mit dem schwedischen Ensemble O/Modernt unter der Leitung von Hugo Ticciati.

Hugo Ticciati, Orchesterleiter

„Es ist eine große Freude, mit Haleh Seyfizadeh zusammenzuarbeiten. Sie ist eine Künstlerin, die tief in einem reichen musikalischen Erbe verwurzelt ist. Sie verfügt über eine einzigartige persönliche Stimme, in der unsere aktuelle globale Situation stets mitschwingt. In diesen herausfordernden Zeiten ist unsere Zusammenarbeit beim Heidelberger Frühling zwar nicht möglich, aber wir bleiben hoffnungsvoll, dass die universelle Sprache der Musik uns in naher Zukunft wieder vereinen wird.“

Thorsten Schmidt, Intendant des Heidelberger Frühling

Das O/Modernt Kammerorchester und Hugo Ticciati stehen für eine offene Kultur des Miteinanders, für die Verbindungen zwischen Musikstilen und Genres aus den unterschiedlichsten Epochen und Regionen. Das, was Kunst vermag. Der Abend mit Haleh Seyfizadeh wäre beispielhaft dafür gewesen. Die dramatischen Folgen der seit Monaten angespannten politischen Lage und nun des Krieges für die Menschen in Iran gehen auch an international vernetzten und erfolgreichen Künstler*innen nicht vorbei. Dass Haleh Seyfizadeh nicht nach Heidelberg kommen kann, ist ein weiteres erschreckendes Beispiel. Wir hoffen sehr, dass sie und ihre Familie unversehrt durch diese Zeit kommen.“


Sa 21. März 2026: Hausbesetzung 4 – Late Night

Träumen und erinnern
Konzerthaus Stadthalle Heidelberg, Wolfgang-Marguerre-Saal

Sascha Bota Viola
Nora Thiele Percussion
O/Modernt Chamber Orchestra
Hugo Ticciati
Violine und Leitung

Lera Auerbach (*1973) Sogno di Stabat Mater
Dobrinka Tabakova (*1980) „The Patience of Trees“ Konzert für Violine solo, Percussion und Streichorchester
Gustav Mahler Adagietto aus: Sinfonie Nr. 5

heidelberger-fruehling.de