Heidelberger Frühling Streichquartettfest startet am 22. Januar

Heidelberger Frühling Streichquartettfest 2025 (© studio visuell)

Am Donnerstag, 22. Januar startet das Heidelberger Frühling Streichquartettfest 2026. Elf Konzerte und Workshops blicken bis Sonntag, 25. Januar über den Atlantik und zurück zu Joseph Haydn: Dieser begründete die Quartettgattung just in jenen Jahren, in denen die dreizehn Gründerstaaten der amerikanischen Ostküste ihre Unabhängigkeit erkämpften – 1776, vor 250 Jahren. Karten sind noch erhältlich.

Zu Gast sind das junge britische Fibonacci Quartet, benannt nach dem Mathematiker Leonardo Fibonacci, dessen berühmte Zahlenfolge im Zusammenhang mit dem Goldenen Schnitt steht; das Javus Quartett aus Wien, 2020 Preisträger des Irene Steels-Wilsing Wettbewerbs im Rahmen des Streichquartettfests; das Kleio Quartet, das im renommierten BBC New Generation-Programm gefördert wird und bei Eckart Runge in Düsseldorf studiert; das Quartet Integra aus Japan, das dem zeitgenössischen Repertoire verpflichtet ist und beim ARD-Musikwettbewerb 2022 als Publikumspreisträger überzeugte; und das Schumann Quartett, eines der großen europäischen Streichquartette unserer Tage. Die Workshops werden geleitet von Oliver Wille, Mitglied des Kuss Quartetts und Professor für Streicherkammermusik an der Hochschule für Musik, Theater und Medien Hannover.

Tickets sind erhältlich online unter heidelberger-fruehling.de, telefonisch unter +49 (0)6221 584 00 44 und an allen bekannten Vorverkaufsstellen. Ausverkauft sind bereits die Lange Nacht des Streichquartetts am Samstagabend sowie das Abschlusskonzert am Sonntagvormittag.

Das Eröffnungskonzert wird mitgeschnitten von SWR Kultur (Sendedatum: 2. Februar, 13.05 Uhr) und Deutschlandfunk Kultur (Sendedatum: 25. Januar, 20 Uhr).


Zum Programm

Über den Atlantik schaut das Streichquartettfest anlässlich des 250-jährigen Jubiläums der Unabhängigkeitserklärung aus zwei Blickwinkeln: Zum einen sind aus den USA in den vergangenen Jahrzehnten wichtige Impulse zur Öffnung der mitteleuropäisch geprägten Gattung gekommen, die auch das diesjährige Festival beeinflussen. Zum anderen reflektieren die amerikanischen Quartettkompositionen im Programm das Freiheitsversprechen des Landes auf immer wieder andere Weise: vom Streichquartett Nr. 5 von Béla Bartók, ein Auftragswerk einer amerikanischen Mäzenin, das in Washington uraufgeführt wurde, über das auf Inuit- bzw. Eskimo-Melodien basierende Werk von Amy Beach aus dem Jahr 1929 bis hin zu den relativ neuen Beiträgen von John Adams oder Bryce Dessner.

Die Unabhängigkeitserklärung im Jahr 1776 lag zeitlich zwischen Joseph Haydns „Sonnenquartetten“ von 1772 und den „Russischen Quartetten“ von 1781, in denen der Komponist die Gattung begründete und beständig weiterentwickelte. So bilden Haydns Streichquartette den zweiten Schwerpunkt im Streichquartettfest. Eine weitere Farbe bringen die jungen ausführenden Ensembles ins Programm, deren gemeinsames Interesse der tschechischen Quartett-Musik gilt.