Familiengeheimnisse – Verbergen oder Erzählen?
Theater/Performances, Lesungen, ein Live-Podcast, Kinderprogramm, Führungen und Workshops für unterschiedliche Altersgruppen
Mit Beiträgen von u.a. Sarah Ama Duahs, Li Binyuan, Dorcy Rugamba und Majnun, Jana Romanova, Heinrich Horwitz und Katja Musafiri, Jürgen Kuttner, Anne Rabe und dem Kakadu-Podcast
Während der Thementage „Verbergen oder Erzählen?“ im Humboldt Forum am 25./25. Januar 2026 begeben sich Künstler*innen auf die Spur von Familiengeheimnissen – mit Lesungen, Theater-Performances, künstlerischen Interventionen, Workshops und Gesprächen.
Schweigen und Flüstern, geheime Beziehungen, unbekannte Verwandtschaften, vererbte Geschichten und verborgene Erbstücke – jede Familie hat ihre Geheimnisse. Wann würde man sie lieber loswerden und wie kann man sich davon emanzipieren? Verbinden Geheimnisse Menschen oder isolieren sie sie? In spielerischen, künstlerischen und performativen Formaten nähern sich die eingeladenen Künstler*innen den verborgensten Bereichen von Gemeinschaft, fördern sie zutage und hinterfragen sie.
Theater / Performance / Videoschnipselvortrag
- Sarah Aama Duah errichtet in ihrer denkmalkritischen Performance to build to bury to remember lebendige Statuen, unter deren Latex-Oberflächen sich versteckte Biographien erahnen lassen.
- Humorvoll wird es beim Videoschnipselvortrag Kassiber aus der kleinsten Zelle der Gesellschaft von Jürgen Kuttner mit Familiengeschichten aus Ost und West.
- Heinrich Horwitz‘ dokumentarische Theater-Performance Das geteilte Kind – Feministische Stimmen über Trennungsgewalt und ein System, das versagt bei BERLIN GLOBAL verhilft in einer künstlerischen Auseinandersetzung den Geschichten von Kindern und Müttern, die von Gewalt betroffen sind, zur Sichtbarkeit.
- Li Binyuan lädt dazu ein, Teil einer einzigartigen Klanglandschaft zu werden:
Geleitet von vertrauten Geräuschen ihrer Liebsten werden die Besucher*innen (ab 6 Jahren) Teil der Performance Plaza im Foyer des Humboldt Forums. - Dorcy Rugamba widmet sich mit Hewa Rwanda transgenerationalen Traumata in einer
tiefgreifenden künstlerischen Performance und Lektüre über abwesende
Familienmitglieder.
Lesungen / Gespräche
- Anne Rabe liest aus ihrer schonungslosen DDR-Familiengeschichte Die Möglichkeit von Glück.
- Geprägt von Geschichten kultureller Verdrängung in der Türkei, reflektiert ein neuer
Film des Performers und Filmemachers ŞOKOPOP, wie geerbtes Schweigen sowohl
trennen als auch verbinden kann.
Workshops / Führungen / Kinderprogramm
- Im Wohnzimmer können Besucher*innen vielfältige Familiengeschichten erkunden und dazu z.B. lesen oder weben. Im Rahmen der Workshopreihe Geschenk der Spinne entsteht ein gemeinsames Kunstwerk aus Web- und Strickbeiträgen.
- Kinder kommen im Geschichtentheater auf ihre Kosten, lernen in der Live-
Aufzeichnung des Podcasts Kakadu alles über die Lüge und können gemeinsam mit
ihren Eltern die Familiengeheimnisse im Book Dash Workshop festhalten. - Selbstbestimmung und Fantasie können Kinder und Erwachsene durch das Malen
von Flaggen erforschen – nach Vorlagen der Künstlerin Na Chainkua Reindorf, die
bereits auf der Venedig-Biennale ausstellte, und deren großformatige
Textilkunstwerke im Januar das Foyer des Humboldt Forums prägen. - Im Live-Rollenspiel Broken Archive von Jana Romanova können Sie in kleiner Runde gemeinsam darüber spekulieren, warum ein Familienalbum zerrissen wurde – und es anschließend neu zusammensetzen.
- In der Performance Familiengefühlsfabrik im Rahmen von Humboldting! Schüler*innen forschen entwerfen 36 Jugendliche gemeinsam mit der Künstlerin Juliane Meckert unterhaltsame Zukunftsbilder von Familie und stellen dabei bewegende Fragen an unsere Gegenwart.
- Auch das historische Berliner Schloss birgt Geheimnisse. Eine szenische Tour wirft
einen Blick hinter die Fassaden von patriarchaler Geschichte und Erinnerung und
macht unbekanntere Seiten der Familie Hohenzollern erfahrbar.
Mit dem Jahresprogramm Beziehungsweise Familie erkundet das Humboldt Forum seit
Oktober 2025 den Stoff, aus dem familiäre Bande gewebt sind. Erstmals kuratieren alle
vier Akteur*innen des Hauses gemeinsam mit internationalen Partner*innen
Ausstellungen und Veranstaltungen, die sich über sämtliche Ausstellungsflächen im
ganzen Gebäude und darüber hinaus erstrecken.
Die vier Akteuren im Humboldt Forum sind die Stiftung Humboldt Forum im Berliner Schloss, die Stiftung Preußischer Kulturbesitz mit den Sammlungen des Ethnologischen Museums und des Museums für Asiatische Kunst der Staatlichen Museen zu Berlin, die Humboldt-Universität zu Berlin mit dem Humboldt Labor sowie das Stadtmuseum Berlin mit der Berlin Ausstellung und dem Museum Knoblauchhaus im Nikolaiviertel.
Termine: Sa/So, 24./25. Januar 2026, jeweils 10:30 bis 21:00
Tickets: online unter humboldtforum.org oder an der Kasse im Foyer
Preise: 0–16 Euro € (ermäßigter Eintritt in die Ausstellungen während der Thementage)
Ort: unterschiedliche Orte im gesamten Humboldt Forum
Die Thementage finden im Rahmen des Jahresprogramms Beziehungsweise Familie statt
