HERZ ÜBER KOPF: Jubiläumskonzert – 30 Jahre Kooperation

Michael Sanderling dirigiert das HfMDK Symphonieorchester (© Laura Brichta)

Hochschule für Musik und Darstellende Kunst und Yehudi Menuhin Live Music NowFrankfurt am Main e.V.

„Musik heilt, tröstet, bringt Freude“ – seit nunmehr 30 Jahren verbindet dieser Leitgedanke die Hochschule für Musik und Darstellende Kunst Frankfurt am Main (HfMDK) mit Yehudi Menuhin Live Music Now Frankfurt am Main e. V.  Was als gemeinsame Vision begann, ist längst zu einer lebendigen Partnerschaft gewachsen, die junge Künstlerinnen und Künstler fördert und Musik dorthin bringt, wo sie besonders gebraucht wird. Dieses besondere Jubiläum wird mit einem festlichen Konzert gefeiert, das die enge Verbindung beider Institutionen eindrucksvoll widerspiegelt.

Mit Hans Christian Aavik steht ein Solist auf der Bühne, der diese gemeinsame Geschichte in besonderer Weise verkörpert: einst Stipendiat von Live Music Now, heute u.a. Vertretungsprofessor für Violine an der HfMDK. Als Solist interpretiert er Max Bruchs berühmtes erstes Violinkonzert in g-Moll op. 26 – ein Werk, das seit seiner Uraufführung 1868 nichts von seiner Strahlkraft verloren hat. Begleitet wird er vom Symphonieorchester der HfMDK unter der Leitung von Michael Sanderling.

Hans Christian Aavik
(© Susann Koomaegi)

Max Bruchs Violinkonzert gilt als Inbegriff romantischer Klangkunst: mitreißend in seiner Dramatik, von großer melodischer Ausdruckskraft, geprägt von einer tief empfundenen Sehnsucht. Besonders der innige zweite Satz, der nahtlos aus dem ersten hervorgeht, berührt mit seiner zarten Sanglichkeit – ein Moment stiller Intensität, der zu den schönsten Eingebungen der Violinkonzertliteratur zählt. Das Finale schließlich entfacht ein brillantes Feuerwerk virtuoser Energie. Obwohl Bruchs umfangreiches Œuvre heute weitgehend in Vergessenheit geraten ist, hat sich dieses Konzert einen festen Platz im internationalen Repertoire gesichert und zählt zu den beliebtesten Violinkonzerten überhaupt.

Mit Pjotr Iljitsch Tschaikowskys Sinfonie Nr. 5 e-Moll op. 64 erhält der Abend eine zweite große emotionale Dimension. Durchzogen von einem immer wiederkehrenden „Schicksalsmotiv“, entfaltet sich durch alle vier Sätze eine musikalische Erzählung von Zweifel, Hoffnung und triumphaler Überwindung. Zwischen düsterer Klangfarbe, zarter Lyrik und eruptiver Dramatik fordert die Sinfonie den ganzen Ausdrucksreichtum des Orchesters – und belohnt mit überwältigender Intensität.

Bemerkenswert ist, dass beide Komponisten ein ambivalentes Verhältnis zu ihren Werken hatten – Publikum und Musiker*innen jedoch haben längst ihr Urteil gefällt: Sowohl Bruchs Violinkonzert als auch Tschaikowskys Fünfte zählen heute zu den meistgespielten Werken der Konzertliteratur – geliebt vom Publikum, geschätzt von Generationen von Interpret*innen.

Am 18. April im hr-Sendesaal erwartet das Publikum mit diesen zwei Meisterwerken der Romantik ein Konzertabend voller Leidenschaft, Ausdruck und musikalischer Intensität – ein Fest der Musik, das Herz und Verstand gleichermaßen berührt.


HERZ ÜBER KOPF: Jubiläumskonzert – 30 Jahre Kooperation

Hochschule für Musik und Darstellende Kunst und Yehudi Menuhin Live Music NowFrankfurt am Main e.V.

Symphonieorchester der HfMDK-Frankfurt
Hans Christian Aavik, Violine

Michael Sanderling, Leitung
Max Bruch (1838-1920): 1. Violinkonzert g-Moll op. 26
Hans Christian Aavik, Violine
Pjotr Iljitsch Tschaikowsky (1840-1893): Sinfonie Nr. 5 e-Moll, op. 64

Samstag, 18. April 2026, 19.30 Uhr
hr-Sendesaal, Bertramstraße 8, 60320 Frankfurt am Main
Tickets ab 15 Euro: hr-ticketcenter.de

Live Music Now setzt sich seit jeher für die Förderung junger Musiker*innen ein und bringt Musik in soziale Einrichtungen – getragen ausschließlich durch Spenden. Auch im Rahmen des Jubiläumskonzerts wird um Unterstützung dieser wichtigen Arbeit gebeten.
Die Veranstaltung findet in Zusammenarbeit mit dem Kulturpartner hr2 Kultur statt.

Hans Christian Aavik, 1998 in Tallinn geboren, begann im Alter von fünf Jahren mit Violinunterricht. 2017 zog er nach Deutschland, um an der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst Frankfurt (HfMDK) bei Erik Schumann und Kammermusik bei Angelika Merkle zu studieren. Er ist Gewinner des Internationalen Carl-Nielsen-Violinwettbewerbs 2022 und gilt als einer der vielversprechendsten jungen Geiger seiner Generation. Als Solist ist er in Estland etabliert und tritt international u. a. in der Wigmore Hall, der Elbphilharmonie, der Tonhalle Zürich und der Carnegie Hall auf.

Zu seinen jüngsten Projekten zählen Auftritte mit dem Estonian Festival Orchestra unter Paavo Järvi, eine eigene Mozart-Reihe sowie zahlreiche Konzertdebüts mit renommierten Orchestern.
Seit Beginn der Saison 2025/26 ist er „Young Artist in Focus“ beim Württembergischen Kammerorchester Heilbronn. Außerdem hat er seit dem Wintersemester 25/26 eine Vertretungsprofessor für Violine an der HfMDK inne.
Hans Christian Aavik spielt auf einer seltenen Giovanni-Paolo-Maggini-Violine (um 1610) und einem Victor-Fétique-Bogen, eine Leihgabe der Estnischen Stiftung für Musikinstrumente und der Familie Sapožnin.

Michael Sanderling ist seit der Saison 2021/2022 Chefdirigent des Luzerner Sinfonieorchesters, zuvor hatte er von 2011 bis 2019 die Chefposition bei der Dresdner Philharmonie inne. Gastengagements führten ihn u. a. zu den Berliner Philharmonikern, zum WDR Sinfonieorchester, SWR Symphonieorchester, Tonhalle-Orchester Zürich, Concertgebouworkest Amsterdam, Orchestre de Paris, NHK Symphony Orchestra oder zum Toronto Symphony Orchestra.

Eine besonders enge Zusammenarbeit verbindet ihn mit dem Gewandhausorchester Leipzig und dem Konzerthausorchester Berlin. Seine Musikerkarriere begann er als Solocellist des Gewandhausorchesters Leipzig und anschließend des Rundfunk-Sinfonieorchesters Berlin, bevor er seinen Fokus aufs Dirigieren legte. Als leidenschaftlicher Förderer der jungen Musiker*innengeneration unterrichtet er seit 1998 an der HfMDK Frankfurt und arbeitet regelmäßig mit namhaften deutschen Jugendorchestern zusammen. Zum Wintersemester 2023/2024 hat er die musikalische Leitung des Symphonieorchesters der HfMDK übernommen.

Es ist ein besonderes Ensemble, das Symphonieorchester der HfMDK. Denn die Besetzung wechselt. Studierende finden im Rahmen der künstlerischen Instrumentalausbildung immer wieder neu zu einem homogenen Klangkörper zusammen. Sie lernen das Miteinandermusizieren und erarbeiten ein stilistisch breit gefächertes Repertoire. Am Ende einer Arbeitsphase steht meist ein Konzert, um in Dialog mit dem Publikum zu treten, oder die Aufnahme für eine imaginäre Zuhörerschaft.

Musikalischer Leiter ist seit dem Wintersemester 2023/24 Prof. Michael Sanderling. Das Orchester gastiert regelmäßig auch außerhalb der Hochschule, so im Sendesaal des Hessischen Rundfunks, in der Heilig-Geist-Kirche in Frankfurt, in der Basilika Kloster Eberbach beim Rheingau Musik Festival oder in der Alten Oper Frankfurt.

hfmdk-frankfurt.de