Junges Staatsmusical Wiesbaden feiert Premiere mit »Alice by Heart«

© Kyle Head auf Unplash

Am Samstag, den 14. Februar 2026 um 19:30 Uhr feiert das Junge Staatsmusical (JUSM) mit dem Musical „Alice by Heart“ der Tony- und Grammy-Preisträger Duncan Sheik (Komposition) und Steven Saters (Texte) Premiere in der Wartburg. Für Regisseurin und Choreografin Iris Limbarth, die mit dieser Spielzeit 25 Jahre das in dieser Form deutschlandweit einzigartige Musicalensemble leitet, markiert die Premiere ein weiteres Jubiläum: Es ist ihre 50. Produktion mit dem JUSM.

Alice by Heart“, das 2012 im Royal National Theatre in London Uraufführung hatte, nimmt die berühmten Abenteuer von Lewis Carrols „Alice im Wunderland“ als Inspiration, um die Geschichte zweier Jugendlicher zu erzählen, die sich in Zeiten des Krieges Kraft ihrer Fantasie in die Welt der Literatur retten. Die musikalische Leitung hat Frank Bangert.

London, 1941. Die jugendliche Alice sucht mit ihrem Freund Alfred in einer U-Bahn-Station Schutz vor den Bombenangriffen. Mit dabei hat sie ihr Lieblingsbuch, Lewis Carolls „Alice im Wunderland“. Die Geschichte, die sie auswendig („by heart“) kennt, hilft ihr, die bedrohliche Situation zu bewältigen. Alice folgt dem weißen Kaninchen ins Wunderland, wo sie Figuren wie den verrückten Hutmacher, die Herzkönigin oder die Grinsekatze trifft. In dieser Welt, die ihr Literatur und Fantasie eröffnen, verarbeitet sie Schmerz und Trauer, erlebt die Liebe und fasst den Mut, nach vorne zu blicken…

Über das Musical, das Tiefgang und Leichtigkeit verbindet, sagt Iris Limbarth: „Ich habe das Stück in diesen Zeiten ausgewählt, um zu zeigen, dass wir die Jugendlichen nicht vergessen dürfen. Was machen gesellschaftliche Krisen und Kriege gerade mit den jungen Menschen und wie können sie diese überstehen? In dem Fall übernehmen die Poesie und das Lesen die rettende Funktion.“ „Alice by Heart“ ist bis Ende April 2026 in der Wartburg zu erleben.

Das Junge Staatsmusical (JUSM)

Das Junge Staatsmusical des Hessischen Staatstheaters Wiesbaden bietet jungen Schauspieler*innen, Sänger*innen und Tänzer*innen, vor allem auch solchen, die (noch) nicht im künstlerischen Berufsalltag stehen, die Möglichkeit unter professionellen Bedingungen im Abendspielplan des Staatstheaters Wiesbaden aufzutreten. Für die beiden Neuproduktionen pro Jahr findet ein jährliches Casting statt, an dem jede*r teilnehmen kann.

1987 gründeten der damalige Wiesbadener Intendant Claus Leininger und sein Chefdramaturg Dr. Michael W. Schlicht auf Initiative einer Gruppe theaterbegeisterter junger Menschen das Jugendclubtheater. Mit dem Fokus auf Musical sollte es Talenten unterschiedlicher Richtungen die Möglichkeit geben sich einzubringen. Die ersten Produktionen entstanden unter der Leitung des Schauspielers Frank Schuster. 1990 übernahm Reinhardt Friese die Regie.

Iris Limbarth, die bereits seit 1994 für die Choreografie verantwortlich zeichnete, übernahm im Jahr 2000 die Leitung. Seit 2014 trägt die Sparte den Namen Junges Staatsmusical (JUSM).

In den letzten drei Jahrzehnten entwickelte sich das JUSM zu einer überregional anerkannten Talentschmiede. Zahlreiche Ensemblemitglieder wählten später den Beruf des/der Bühnen- oder Filmdarsteller*in, darunter Schauspieler*innen wie die Bremer „Tatort“-Kommissarin Jasna Fritzi Bauer, Manolo Bertling, der die Hauptrolle im ARD-Drama „Geister“ spielt, Trystan Pütter, u. a. bekannt durch die ZDF-Staffeln „Ku’damm“ (56, 59 und 63) oder die Schauspielerin Britta Hammelstein, die am Münchner Residenztheater und in zahlreichen Film- und Fernsehproduktionen spielte.

Außerdem Musicaldarsteller*innen wie Nico Schweers, der gerade mit „Elisabeth“ durch China tourte, Stefanie Köhm, die aktuell eine der Hauptrollen in „Billy Elliot“ in der Schweiz spielt oder Lino Kalich, der alternierend die Rolle des Marty McFly im Hamburger Musical „Zurück in die Zukunft“ singt.

In mehr als 60 Produktionen, in über 2000 meist ausverkauften Vorstellungen haben mehr als 300 junge Menschen mitgewirkt und mit ihrer Persönlichkeit, ihrer Begeisterung und ihrem Engagement das JUSM geprägt. Iris Limbarth wurde 2022 für ihre Arbeit mit dem Deutschen Musical Theater Preis ausgezeichnet.

Iris Limbarth (Regie und Choreografie)

Iris Limbarth arbeitete nach dem Bühnenreife-Diplom als Tänzerin und Musicaldarstellerin an verschiedenen Theatern. 1995 legte sie den Grundstein für ihre Karriere als Choreografin an Theatern in ganz Deutschland. Neben Regieassistenzen erweiterten Workshops in New York und London ihr Spektrum.

Seit 1999 arbeitet sie als Regisseurin für Musiktheater u. a. am Theater Nordhausen, Hessischen Staatstheater Wiesbaden, Theater Bielefeld, Deutschen Theater München, an der Alten Oper Frankfurt, am Colosseum Theater Essen, Staatstheater Schwerin, Landestheater Coburg, Landestheater Eisenach, an der Landesbühne Wilhelmshaven und am Nationaltheater Windhoek/Namibia.

2000/2001 übernahm sie die Leitung des Jungen Staatsmusicals am Hessischen Staatstheater Wiesbaden. Seitdem hat sie das JUSM durch ihre Arbeit überregional bekannt gemacht. Eine entsprechende Institution baut sie seit 2015 mit dem Jungen Musical der Pfalzbau Bühnen am Theater im Pfalzbau Ludwigshafen auf.

Iris Limbarths Inszenierung von „Jesus Christ Superstar“ für das Hessische Staatstheater Wiesbaden wurde 2001 zu den Hessischen Theatertagen am Staatstheater Kassel eingeladen. Für ihre Inszenierung der Uraufführung des Musicals „Superhero“ von Anthony McCarten und Paul Graham Brown wurde sie 2015 in den Kategorien Beste Regie und Beste Choreografie für den Deutschen Musical Theater Preis nominiert.

Sie schrieb einige Musicalrevuen wie „We Like it Hot“ für das Hessische Staatstheater Wiesbaden, sowie die Beatlesrevue „Yellow Submarine“ und „Sweets for my sweet“ für das Landestheater Schwaben in Memmingen. „Sweets for my sweet“ lief auch im Rahmenprogramm der Bayerischen Theatertage 2005 in Memmingen.

In der Spielzeit 2006/07 übernahm Iris Limbarth die künstlerische Leitung der Emsländischen Freilichtbühne Meppen, wo sie im Jahr 2021 zur Intendantin gewählt wurde.

2019 wurde Iris Limbarth für ihre Arbeit mit dem JUSM mit der Wiesbadener Lilie geehrt. Für ihre langjährige Förderung des Bühnennachwuchses im Rahmen ihrer Arbeit mit dem Jungen Staatsmusical wurde ihr 2022 beim Deutschen Musical Theater Preis in Hamburg der Sonderpreis der Jury der Deutschen Musical Akademie verliehen.


Alice by Heart

Musik: Duncan Sheik
Songtexte: Steven Sater
Buch: Steven Sater und Jessie Nelson
Uraufführung: 2012 (London, Royal National Theatre)
Deutsche Erstaufführung: 4. Oktober 2024 (Osnabrück, Institut für Musik der Hochschule Osnabrück)
Deutsch von: Frederike Haas

Premiere am Staatstheater Wiesbaden: Samstag, 14. Februar 26 (Wartburg)

Inszenierung & Choreografie: Iris Limbarth
Musikalische Leitung: Frank Bangert
Bühnenbild: Britta Lammers
Kostüme: Heike Korn

Besetzung:

Alice Spencer | Alice: Viktoria Reese
Alfred Hallam | Weißes Kaninchen | Märzhase: Jan Volpert
Krankenschwester vom roten Kreuz | Herzkönigin | Raupe | Hummer: Leonie Willms
Dr. Blutridge | Herzkönig | Raupe | Jabberwocky | Schildkröte 1 | Hummer: Tim Speckhardt
Tabatha | Grinsekatze | Flamingo Tanz | Jabberwocky Tanz: Katharina Hoffmann
Harold Pudding | Hutmacher | Raupe | Schildkröte 2 | Hummer | Flamingo Tanz | Jabberwocky Tanz: Achim Ströde
Dodgy | Herzogin | Raupe | Hummer | Schildkröte 4 | Jabberwocky Tanz: Dwayne Besier
Clarissa | Karo Königin | Raupe 2 | Schildkröte 3 | Hummer | Flamingo Tanz | Jabberwocky Tanz: Sarah Zimmermann
Nigel | Maus | Raupe | Kreuzbube | Schildkröte | Hummer | Flamingo Tanz | Jabberwocky Tanz: Lars Hofmann
Angus | Raupe 1 | Herzbube | Schildkröte | Hummer | Flamingo Tanz | Jabberwocky Tanz: Timur Hökelekli

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