Wolfgang Nägele inszeniert Donizettis Komödie als Vorbühnenstück mit Hovhannes Karapetyan in der Titelrolle
Mit Gaetano Donizettis komischer Oper „La Mamma!“ setzt das Hessische Staatstheater die Reihe von rasanten Komödien auf der Vorbühne des Großen Hauses fort, die mit „Der Barbier von Sevilla“ erfolgreich begonnen hat und das Bühnengeschehen ganz nah ans Publikum holt. Auch das Hessische Staatsorchester Wiesbaden und Dirigent Paul Taubitz sind sichtbarer Teil des turbulenten Geschehens. Gespielt wird die italienische Originalfassung, die bei der Premiere am 07. Februar 2026 erstmals überhaupt in Wiesbaden zu hören sein wird.
Unter dem Titel „Le convenienze ed inconvenienze teatrali“, deutsch etwa: „Sitten und Unsitten der Leute vom Theater“, wurde diese Komödie 1831 in Mailand uraufgeführt. Vier Jahre zuvor komponierte Donizetti bereits einen Einakter, den er aufgrund des großen Erfolgs beim Publikum erweiterte. Er nimmt darin die Eigenheiten und Allüren des Theaterbetriebs und seiner Akteur*innen – und damit sein eigenes Arbeitsfeld – aufs Korn. Zunächst in Vergessenheit geraten, wurde die Oper in den 1960er Jahren wiederentdeckt und in Deutschland vor allem als inhaltlich stark veränderte Übersetzung mit dem Titel „Viva la Mamma“ gespielt.
Obwohl das Werk musikalisch zum Frühwerk Donizettis gehört, ist schon hier der große Melodienreichtum zu erkennen, der auch seine späteren großen Buffo-Opern kennzeichnet.
Die Handlung spielt im Theater, wo eine launische Operntruppe zusammenkommt, um ein neues Stück zu proben. Mittendrin Mamma Agata, die mit viel Temperament den Betrieb ordentlich aufmischt. Als alles zwischen Hierarchiekämpfen und Eitelkeiten im Chaos unterzugehen droht, gelingt es ihr als echter Opern-Fan und mit sympathischer Hartnäckigkeit, die Liebe zum Theater in die Gruppe zurückzubringen.
Für die Rolle der titelgebenden Mamma sah Donizetti einen Bassbariton vor – eine Paraderolle für Ensemblemitglied Hovhannes Karapetyan. Karapetyan war 2023 Semifinalist des renommierten Operalia-Wettbewerbs und in der Saison 2023/24 Stipendiat des Mascarade Opernstudios, bevor er in der vergangenen Spielzeit nach Wiesbaden kam.
Wolfgang Nägeles Inszenierung bewahrt Tempo und Komik des Stücks und gibt den Figuren zugleich Tiefe und Komplexität. Auch Kostüm und Maske von Lisa Däßler erzählen die Figuren als Typen, ohne dass sie zu Karikaturen werden. Ihre Bühne, die wie das teils realistische, teils fantastische Kostüm viele Teile aus dem Fundus wiederverwendet, gibt dem magischen Potential des Theaters einen eigenen Raum.
La Mamma!
(Le convenienze ed inconvenienze teatrali)
Komische Oper
Von: Gaetano Donizetti
Uraufführung: 20. April 1831 (Mailand, Teatro della Canobbiana)
Premiere am Staatstheater Wiesbaden: Samstag, 7. Februar 26 (Großes Haus)
Musikalische Leitung: Paul Taubitz
Inszenierung: Wolfgang Nägele
Bühne & Kostüme: Lisa Däßler
Licht: Marcel Hahn
Chor: Aymeric Catalano
Dramaturgie: Katja Leclerc
Vermittlung: Oliver Riedmüller
Abendspielleitung: Myriam Lifka
Musikalische Assistenz: Tamara Lorenzo Gabeiras
Kostümassistenz: Dea Bejleri
Besetzung:
Primadonna: Inna Fedorii
Ehemann der Primadonna: Jack Lee
Mamma: Hovhannes Karapetyan
Ihre Tochter: Sarah Yang
Sängerin der Hosenrolle: Annike Debus
Tenor: Joshua Sanders
Komponist: Petro-Pavlo Tkalenko
Dichter: Fabian-Jakob Balkhausen
Regisseur: Thando Zwane
Intendant: Jonathan Macker
Statisterie: Natalie Peine, Jun Peine, Jens Hegar, Felix Scheuer, Simone Stoss
Hessisches Staatsorchester Wiesbaden
Weitere Termine:
15. Februar 2026, 18.00 Uhr
22. Februar 2026, 16.00 Uhr
27. Februar 2026, 19.30 Uhr
11. März 2026, 19.30 Uhr
19. März 2026, 19.30 Uhr
28. März 2026, 19.30 Uhr
17. April 2026, 19.30 Uhr
24. Juni 2026, 19.30 Uhr
