Ersan Mondtag inszeniert »Die Vögel« am Staatstheater Wiesbaden

Staatstheater Wiesbaden ~ Großes Haus ~ © Sven-Helge Czichy Kolonnaden Foto: Sven-Helge Czichy

Ersan Mondtag inszeniert Walter Braunfels‘ »Die Vögel« als bildgewaltiges Gesamtkunstwerk

Mit der Oper »Die Vögel« gelang Walter Braunfels 1920 ein Triumph. Das spätromantische Werk verwebt poetische Märchenwelten mit politischer Allegorie und Anklängen an die Meisterwerke von Wagner und Strauss. Bis zum Verbot durch die Nationalsozialisten zählte es zu den meistgespielten zeitgenössischen Opern im deutschen Sprachraum. Seit den 80er Jahren taucht sie vereinzelt wieder in den Spielplänen auf und erlebt nun endlich auch ihre Erstaufführung am Staatstheater Wiesbaden, am 21. März um 19.30 Uhr im Großen Haus.

Der vielfach ausgezeichnete Regisseur und Künstler Ersan Mondtag, neben der Regie auch verantwortlich für Bühne und Kostüm, erschafft eine Bildwelt, die die Grenzen zwischen Traum und Realität sprengt. Die Musikalische Leitung hat der 1. Kapellmeister Paul Taubitz. Er nennt die Oper ein „dramaturgisches Meisterwerk“, das Sinnlichkeit, große Chorszenen, fantastische ariose Stellen und Komik vereint. Die Partien sind ausnahmslos mit dem hauseigenen Ensemble besetzt, darunter Richard Trey Smagur als Hoffegut, Hovhannes Karapetyan als Ratefreund und Josefine Mindus als Nachtigall.

Ratefreund und Hoffegut gehen, enttäuscht von den Menschen, in das Reich der Vögel. Ratefreund überzeugt die Vögel vom Bau einer Stadt und verführt sie zum Aufstand gegen die Götter. Anders als in Aristophanes‘ antiker Vorlage wählte Braunfels unter dem Eindruck der Räterepublik in München 1919 einen tragischen Schluss. Zeus zerstört die Stadt durch Unwetter, die alte Ordnung triumphiert.

Ersan Mondtag erzählt diese Parabel auf die Gefahren populistischer Verführer mit Anspielungen auf das politische Geschehen der Gegenwart. Die Handlung verlegt er an einen Flughafen: Zwischen Hähnchengrill und dem Traum vom Fliegen zeigt die Inszenierung eine Gesellschaft, die leichtgläubig den fragwürdigen Verheißungen politischer Propaganda folgt.

Ersan Mondtag wurde mehrfach ausgezeichnet, sowohl für seine Regie als auch für seine originären Bühnenbild-Kompositionen. Mehrere seiner Inszenierungen waren zum Berliner Theatertreffen eingeladen, zuletzt „Double Serpent“, das 2024 in Wiesbaden uraufgeführt wurde. Seit seinem Debüt mit „Der Schmied von Gent“ in Antwerpen profilierte er sich zunehmend als Opernregisseur. Ein Schwerpunkt seiner Arbeit liegt auf den Werken der Zwischenkriegszeit. 2024 gestaltete er gemeinsam mit der Multimedia-Künstlerin Yael Bartana den deutschen Pavillon auf der 60. Kunst-Biennale in Venedig.


Die Vögel

Ein lyrisch-phantastisches Spiel in 2 Aufzügen
Von: Walter Braunfels (1892 – 1954)
Literarsche Vorlage: Die Vögel von Aristophanes
Uraufführung: 30. November 1920 (München, Nationaltheater)

Premiere /Wiesbadener Erstaufführung am Staatstheater Wiesbaden: Samstag, 21. März 26 (Großes Haus)

Musikalische Leitung: Paul Taubitz
Regie, Bühne, Kostüme: Ersan Mondtag
Mitarbeit Regie: Max Nattkämper
Co-Kostümbild: Josa Marx
Mitarbeit Bühne und Kostüme: Lorenz Stöger
Choreografie: Myriam Lifka
Videodesigner: Alexander Robin Pannier
Lichtdesign: Henning Streck
Licht: Marcel Hahn
Videodesign: Alexander Robin Pannier
Chor: Aymeric Catalano
Dramaturgie: Till Briegleb/Katja Leclerc

Besetzung:

Hoffegut: Richard Trey Smagur
Ratefreund: Hovhannes Karapetyan
Stimme des Zeus & Adler: Young Doo Park
Prometheus: Jonathan Macker
Wiedhopf: Sam Park
Nachtigall: Josefine Mindus
Zaunschlüpfer: Galina Benevich
1. Drossel: Luisa Sagliano
2. Drossel: Eunshil Jung
Flamingo: Nathan Bryon
Tanzstatisterie: Marei Bär/Pauline Bischoff/Zoe Krawinkel/Carla Peters
Chor: Chor des Hessischen Staatstheaters Wiesbaden
Orchester: Hessisches Staatsorchester Wiesbaden

Weitere Termine:

  • 27. März 2026, 19.30 Uhr
  • 29. März 2026, 16.00 Uhr
  • 11. April 2026, 19.30 Uhr
  • 16. April 2026, 19.30 Uhr
  • 07. Juni 2026, 18.00 Uhr
  • 26. Juni 2026, 19.30 Uhr

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