Highlights im Spielplan der Oper Frankfurt im Februar 26

Die Passagierin ~ Oper Frankfurt ~ v.l.n.r. Lisa, Erster SS-Mann (mit dem Rücken zum Betrachter) sowie Marta und Vlasta ~ © Barbara Aumüller (szenenfoto.de)


Zweite Wiederaufnahme: Die Passagierin

Die Oper Die Passagierin von Mieczysław Weinberg (1919-1996) gelangte erst 2010, also 42 Jahre nach ihrer Vollendung, bei den Bregenzer Festspielen zur szenischen Uraufführung. Weinberg, den eine langjährige Freundschaft mit dem Komponisten Dmitri Schostakowitsch verband, litt unter der Gewalt der SS als auch danach unter dem stalinistischen Terrorregime.

Das auf dem gleichnamigen autobiografischen Roman der Auschwitz-Überlebenden Zofia Posmysz (1923-2022) basierende Werk erlebte am 1. März 2015 seine Frankfurter Erstaufführung. 2016 wurde die Produktion von Regisseur Anselm Weber auch bei den Wiener Festwochen und im Jahr darauf an der Semperoper Dresden gezeigt. Nun kehrt die Inszenierung aus der Spielzeit 2014/15 zum zweiten Mal nach Frankfurt zurück.

Der Widerhall bei Publikum und Presse rund um die Premiere war gewaltig. So konnte man im Opernmagazin Orpheus lesen: „Anselm Weber ist das gelungen, was man einen großen Wurf nennt. Eine naturalistische Weltinnenschau von packender Dramatik und feinfühliger Personenführung. Ein Glücksfall für die Oper Frankfurt.“

Die Passagierin
Oper Frankfurt
v.l.n.r. Zweiter SS-Mann (mit dem Rücken zum Betrachter) sowie Tadeusz und Kommandant (mit dem Rücken zum Betrachter)
© Barbara Aumüller ~ szenenfoto.de

Zum Inhalt:

Ein Schiff auf dem Weg nach Brasilien, Ende der 1950-er Jahre; Lisa und ihr Mann Walter sind auf dem Weg in eine neue Zukunft, als eine Begegnung Lisas Vergangenheit als KZ-Aufseherin in Auschwitz heraufbeschwört. Sie meint in einer mitreisenden Passagierin die ehemalige Gefangene Marta zu erkennen, von deren Tod sie überzeugt war und die ihr nun gegenüber zu stehen scheint. Walter, der nichts vom Vorleben seiner Frau wusste, ist entsetzt und sieht seinen Ruf als Botschafter in Gefahr. Die Vergangenheit bricht über Lisa herein und zwingt sie, sich in Form von Rückblenden zu erinnern und sich dem Erlebten zu stellen.

Zur Besetzung:

Musikalisch geleitet wird die zweite Wiederaufnahme von Leo Hussain, der auch die Premierenserie im Jahr 2015 dirigierte. Der Brite, der bereits mit zahlreichen internationalen Orchestern große Erfolge verzeichnete, war in dieser Spielzeit auch für die Premierenserie von Mitridate, re di Ponto musikalisch verantwortlich.

Die Hauptpartie der Lisa singt Katharina Magiera, seit 2009/10 Ensemblemitglied der Oper Frankfurt, wo sie zuletzt u. a. als Auntie (Peter Grimes) zu erleben war. In dieser Spielzeit singt sie auch die Partie Disinganno in einer Neuproduktion von Händels Der Triumph von Zeit und Erkenntnis.

AJ Glueckert, dem Haus ebenfalls seit mehreren Spielzeiten verbunden, übernimmt die Partie des Walter. Die amerikanische Sopranistin Amanda Majeski ist als Marta zu hören; sie gastierte bereits an namhaften Opernhäusern wie der Metropolitan Opera in New York und am Teatro Real Madrid.

Mikołaj Trąbka, Ensemblemitglied der Oper Frankfurt, gestaltet die Partie des Tadeusz. Weitere Rollen sind mit Julia Stuart (Katja), Corinna Scheurle (Krystina), Zanda Švēde (Vlasta), Kelsey Lauritano (Hannah), Younji Yi (Yvette), Judita Nagyová (Bronka), Juanita Lascarro (Alte), Aleksander Myrling (1. SS-Mann), Alfred Reiter (2. SS-Mann), Abraham Bretón (3. SS-Mann), Jarrett Porter (Steward), Morgan-Andrew King (Passagier) und Barbara Zechmeister (Oberaufseherin) besetzt.

Die Passagierin

Oper in zwei Akten von Mieczysław Weinberg
In mehreren Sprachen mit deutschen und englischen Übertiteln
2. Wiederaufnahme: Sonntag, 1. Februar 26 (18 Uhr; Opernhaus)

Musikalische Leitung: Leo Hussain
Inszenierung: Anselm Weber
Szenische Leitung der Wiederaufnahme: Alan Barnes
Bühnenbild: Katja Haß
Kostüme: Bettina Walter
Choreografie: Alan Barnes
Video: Bibi Abel
Licht: Olaf Winter
Chor: Álvaro Corral Matute
Dramaturgie: Norbert Abels

Besetzung:

Lisa: Katharina Magiera
Walter: AJ Glueckert
Marta: Amanda Majeski
Tadeusz: Mikołaj Trąbka
Katja: Julia Stuart°
Krystina: Corinna Scheurle
Vlasta: Zanda Švēde
Hannah: Kelsey Lauritano
Yvette: Younji Yi°
Bronka: Judita Nagyová
Alte: Juanita Lascarro
Erster SS-Mann: Aleksander Myrling
Zweiter SS-Mann: Alfred Reiter
Dritter SS-Mann: Abraham Bretón
Steward: Jarrett Porter
Passagier: Morgan-Andrew King°
Oberaufseherin: Barbara Zechmeister
Kapo: Annabelle Krukow

Chor der Oper Frankfurt
Frankfurter Opern- und Museumsorchester


°Mitglied des Opernstudios

Weitere Vorstellungen: 8. (18 Uhr), 13., 21. Februar 2026
Falls nicht anders angegeben, beginnen diese Vorstellungen um 19 Uhr.
Preise: € 16 bis 121 zzgl. 12,5% Vorverkaufsgebühr


Zweite Wiederaufnahme: Madama Butterfly

Nach der Uraufführung seiner Tosca 1900 in Rom machte Giacomo Puccini (1858-1924) anlässlich eines Aufenthalts in London die Bekanntschaft mit David Belascos Erfolgsstück Madame Butterfly. Obwohl er der englischen Sprache nicht mächtig war, zeigte sich Puccini von dieser „japanischen Tragödie“ ergriffen, und der Stoff für seine nächste Oper war damit gefunden.

Ein weiterer Grund für Puccinis Interesse mag auch die Vorliebe des damaligen Publikums für exotische Sujets gewesen sein. Seine bewährten Librettisten Giuseppe Giacosa und Luigi Illica richteten ihm den Text ein, den er in seinem gewohnt melodienreichen Stil vertonte. Dabei verwendete er aber auch wenige Phrasen japanischer Originalklänge, u.a. etwa aus der japanischen Nationalhymne. Am 17. Februar 1904 kam es an der Mailänder Scala zur Uraufführung des Werks, die jedoch auf große Ablehnung stieß. Erst im Laufe von insgesamt drei weiteren Fassungen (1904, 1905 und 1906) erhielt Madama Butterfly jene Form, welche sie zu einer der bekanntesten Opern weltweit machte.

Madama Butterfly
Oper Frankfurt
Cio-Cio-San, genannt Butterfly, sowie Das Kind
© Barbara Aumüller ~ szenenfoto.de

Zum Inhalt:

Der amerikanische Marineleutnant Pinkerton verliebt sich während seiner Stationierung in Japan in die junge Cio-Cio-San, genannt Butterfly. Im Wissen, nach seiner Rückkehr eine amerikanische Frau zu heiraten, geht er trotzdem mit der jungen Japanerin die Ehe ein. Die Warnungen seines Freundes Konsul Sharpless, Butterfly nehme sein Versprechen ernst, schlägt er in den Wind. Drei Jahre später ist Pinkerton in die USA zurückgekehrt, und Butterfly – inzwischen Mutter eines Sohnes – wartet sehnsüchtig auf seine Rückkehr. Als Pinkertons Schiff endlich im Hafen von Nagasaki einläuft, sieht sich die junge Frau am Ziel ihrer Träume. Nachdem sie jedoch erfährt, dass der Geliebte lediglich gekommen ist, um das Kind abzuholen, begeht sie Selbstmord.

Zur Besetzung:

Die musikalische Leitung der Wiederaufnahme hat Lorenzo Passerini inne, der seit September 2024 auch Chefdirigent der Jyväskylä Sinfonia in Finnland ist. Der italienische Musiker war zuletzt an Häusern wie der Wiener Staatsoper sowie der Deutschen Oper Berlin tätig.

Die Titelpartie der Cio Cio San gestaltet die Sopranistin Anna Princeva, sie debütiert an der Oper Frankfurt. Die Partie der Cio-Cio-San interpretierte sie in dieser Spielzeit bereits in Stuttgart. Weitere Engagements führten sie an die Deutsche Oper am Rhein, die Staatsoper Hamburg, das Royal Opera House in London sowie an die Sydney Opera.

Gerard Schneider debütiert als Leutnant B. F. Pinkerton; der österreichisch-australische Tenor ist seit der Spielzeit 2018/19 Ensemblemitglied der Oper Frankfurt. In der aktuellen Spielzeit debütiert er auch als Macduff (Macbeth) und als Mann mit Esel (Die Kluge). In den März-Vorstellungen gestaltet Kudaibergen Adilbin, ebenfalls Mitglied des Ensembles, die Partie des Leutnants.

Auch in weiteren Partien sind Ensemblemitglieder der Oper Frankfurt besetzt: Der slowenische Bariton Domen Križaj interpretiert Konsul Sharpless, Kelsey Lauritano und Karolina Makuła (in den März-Vorstellungen) sind als Suzuki zu erleben. Peter Marsh (Goro), Taehan Kim (Fürst Yamadori) und Kihwan Sim vervollständigen, neben den Opernstudio-Mitgliedern Ruby Dibble (Kate Pinkerton) und Jonas Müller (Kaiserlicher Kommissar) die Besetzung der zweiten Frankfurter Wiederaufnahme.

Madama Butterfly

Japanische Tragödie in zwei Akten
Von: Giacomo Puccini
Uraufführung: 17. Februar 1904 (Mailand, Teatro alla Scala)

Premiere dieser Inszenierung: 22. Mai 22
2. Wiederaufnahme: Freitag, 6. Februar 26 (Opernhaus)

Musikalische Leitung: Lorenzo Passerini
Inszenierung: R.B. Schlather
Bühnenbild: Johannes Leiacker
Kostüme: Doey Lüthi
Choreografie: Sonoko Kamimura
Licht: Olaf Winter
Chor: Álvaro Corral Matute
Dramaturgie: Konrad Kuhn

Besetzung:

Cio-Cio-San: Anna Princeva
Leutnant B. F. Pinkerton: Gerard Schneider / Kudaibergen Abildin  (8., 14., 20. März)
Konsul Sharpless: Domen Križaj
Suzuki: Kelsey Lauritano / Karolina Makuła (8., 14., 20. März)
Goro: Peter Marsh
Kate Pinkerton: Ruby Dibble°
Fürst Yamadori: Taehan Kim
Onkel Bonzo: Kihwan Sim
Der kaiserliche Kommissar: Jonas Müller°
Yakusidé: Alexey Egorov
Der Standesbeamte: Nicolai Klawa
Die Mutter: Julia Bell
Die Tante: Michaela Schaudel
Die Kusine: Alketa Hoxha
Das Kind: Bendikt Alt / Moritz Newzella

Chor der Oper Frankfurt
Frankfurter Opern- und Museumsorchester

°Mitglied des Opernstudios

Weitere Vorstellungen: 14. (18 Uhr), 22. Februar (18 Uhr); 8. (18 Uhr), 14., 20. März 2026
Falls nicht anders angegeben, beginnen diese Vorstellungen um 19.30 Uhr.
Preise: € 16 bis 121 zzgl. 12,5% Vorverkaufsgebühr


Liederabend Patrick Grahl (Tenor) und Klara Hornig (Klavier)

Dienstag, 24. Februar 26 (Opernhaus)

Lieder von Hanns Eisler, Johannes Weyrauch, Wilhelm Weismann

Patrick Grahl
(© Guido Werner)

Patrick Grahl hat sich mit einer vorzüglichen Diktion und einer eleganten Stimmführung als international gefragter Oratorien- und Konzertsänger einen Namen gemacht. Seit dem Gewinn des 1. Preises beim Internationalen Johann-Sebastian-Bach-Wettbewerb 2016 ist Patrick Grahl international gefragt – seine Engagements reichen von der Wiener Staatsoper und dem Teatro La Fenice in Venedig bis zur Opéra National de Lyon und weiteren Orten wie Helsinki oder Budapest.

Regelmäßig arbeitet der Tenor mit Klangkörpern wie dem Leipziger Gewandhausorchester, der NDR Radiophilharmonie, der Accademia Nazionale di Santa Cecilia sowie dem London Symphony Orchestra zusammen. Dabei musiziert er mit Dirigenten wie Sir John Eliot Gardiner, Sir Simon Rattle oder Philippe Herreweghe. Der in Leipzig geborene Künstler, einst Mitglied des renommierten Thomanerchores, erhielt seine Ausbildung an der Hochschule für Musik und Theater „Felix Mendelssohn Bartholdy“ bei Berthold Schmid, die er mit dem Meisterklassenexamen mit Auszeichnung abschloss. Einen besonderen Platz in seinem künstlerischen Schaffen nimmt der Liedgesang ein.

Gemeinsam mit der Pianistin Klara Hornig präsentiert Grahl in Frankfurt Werke von Komponisten wie Wilhelm Weismann, Hanns Eisler und Johannes Weyrauch. Echte Raritäten, denen das Duo bereits auf seiner vielgelobten Aufnahme Das ferne Lied neues Leben eingehaucht hat.

Preise: € 16 bis 109 (12,5% Vorverkaufsgebühr nur im externen Vorverkauf)


Karten für die genannten Veranstaltungen sind bei den bekannten Vorverkaufsstellen, online unter oper-frankfurt.de oder im telefonischen Vorverkauf 069 – 212 49 49 4 erhältlich.