Zeitgenössische Kunst, internationale Kooperationen und spannende Archäologie
Das Museum Bensheim präsentiert 2026 ein ebenso vielfältiges wie hochkarätiges Ausstellungsprogramm. Im Mittelpunkt stehen zeitgenössische künstlerische Positionen, spannende internationale Kooperationen sowie eine große archäologische Sonderausstellung mit außergewöhnlichen Funden aus Südhessen.
Den Auftakt des Jahres bestreitet die junge Malerin Shanee Roe. Ihre Ausstellung „Playdate“ in Zusammenarbeit mit der Kornfeld Galerie Berlin ist noch bis zum 29. März 2026 zu sehen. Im Mittelpunkt von Roes Malerei steht der menschliche Körper als Ort emotionaler und psychischer Erfahrung – als Projektionsfläche für Fragen von Identität, Scham, Begehren und Zugehörigkeit. Ihre Bilder zeigen Figuren in Momenten intensiver Nähe, Unsicherheit und Verletzlichkeit.
Vom 10. April bis 17. Mai 2026 folgt die Gruppenausstellung „Tipping Points“. Studierende der Hochschule für Gestaltung Offenbach setzen sich im Rahmen des Lehrgebiets Zeichnung künstlerisch mit den Kippelementen des Klimasystems auseinander – sensiblen ökologischen Schwellen, deren Überschreiten irreversible Veränderungen nach sich ziehen können. Die Ausstellung versteht sich als Brücke zwischen Wissenschaft, Kunst und Gesellschaft und eröffnet neue emotionale und intellektuelle Zugänge zur Klimakrise.

© VG Bild-Kunst, Bonn 2026
Ein besonderes Highlight zeigt das Museum Bensheim mit seinem Leiter Dr. Jan Christoph Breitwieser vom 6. Juni bis 2. August mit der Ausstellung „Malerisches Pas de deux“, die dem Werk von Arno Rink gewidmet ist – einem der prägenden Vertreter der Leipziger Schule. Gezeigt werden Frauenbildnisse aus seinem künstlerischen Nachlass, kuratiert in enger Zusammenarbeit mit seiner Witwe Christine Rink und in Kooperation mit der Galerie Kleindienst Leipzig. Die Schau beleuchtet Rinks virtuosen Umgang mit Form, Linie und Farbe sowie seine besondere Faszination für Figuration und Emotion.
Vom 14. August bis 13. September 2026 lädt Isabel Blessing mit der Ausstellung „Zeitreise – Kunst schafft: neues Denken?“ zu einer vielschichtigen Auseinandersetzung mit dem Menschen im Wandel der Zeiten ein. Archäologische Objekte aus einer Privatsammlung treten in Dialog mit zeitgenössischer Kunst – von Malerei über Skulptur bis zu multimedialen Arbeiten. Thematische Räume wie „Ursprünge“, „Weltbilder“ und „Kosmos“ spannen einen Bogen von frühen Zivilisationen bis zu aktuellen Fragen von Identität und Nachhaltigkeit.
Ein internationales Highlight setzt die Pop-up-Show „Intertwined Narratives“ vom 25. September bis 1. November. Fünf südafrikanische Künstler*innen – Katherine Bull, Alka Dass, Sara Matthews, Vusumzi Nkomo und Guy Simpson – erforschen persönliche und kollektive Erfahrungen durch vielfältige mediale Strategien. In ihren Werken treffen individuelle Biografien auf gemeinsame Kontexte und eröffnen vielschichtige Perspektiven auf Erinnerung, Materialität und Beziehung.
Als kollaboratives Pop-up-Projekt versteht sich die Werkschau außerdem als Ort des Austauschs und der Verbindung: zwischen künstlerischen Positionen, institutionellen Partnern und Kontinenten. Die Kooperation zwischen der Creative Academy Cape Town, dem Museum Bensheim und der Galerie EIGEN + ART steht für lebendigen transkontinentalen Austausch.
Den Abschluss des Jahres bildet vom 13. November 2026 bis 17. Januar 2027 die große archäologische Sonderausstellung „Erd-Reich – Archäologische Entdeckungen aus Südhessen“ in enger Zusammenarbeit mit der hessenARCHÄOLOGIE. Präsentiert werden außergewöhnliche Originalfunde – vom bandkeramischen Brunnen von Heppenheim über bronzezeitliche Hortfunde bis hin zu mittelalterlichen Objekten der Burg Tannenberg.
Interaktive Stationen, digitale Vermittlungsangebote und Einblicke in moderne Forschungsmethoden machen die Archäologie lebendig und anschaulich. Neben der Präsentation des kulturellen Erbes richtet die Ausstellung den Blick auch auf die archäologischen Methoden, mit denen dieses Wissen gewonnen wird: von Dendrochronologie – ein naturwissenschaftliches Verfahren zur jahrgenauen Datierung von Holz, basierend auf der Analyse von Jahresringen – und Archäobotanik bis hin zu modernen Restaurierungstechniken.
Mit seinem Jahresprogramm 2026 verbindet das Museum Bensheim einmal mehr zeitgenössische Kunst, gesellschaftlich relevante Themen und regionale Geschichte zu einem facettenreichen Erlebnis für Besucherinnen und Besucher jeden Alters.
Das Museum Bensheim ist donnerstags und freitags von 15 bis 18 Uhr sowie samstags und sonntags von 12 bis 18 Uhr geöffnet. Für Gruppen und Schulklassen sind Führungen nach Vereinbarung möglich: Kontakt per Mail an museum@bensheim.de oder Telefon 06251/5847865.
Weitere Informationen: stadtkultur-bensheim.de und instagram.com
