Uraufführung von »Monster’s Paradise« an der Hamburgischen Staatsoper

Mit der Uraufführung von Monster’s Paradise, der neuen Oper von Literaturnobelpreisträgerin Elfriede Jelinek und Ernst-von-Siemens-Musikpreisträgerin Olga Neuwirth, versammelt die Staatsoper Hamburg ab dem 1. Februar 2026 ein außergewöhnliches Aufgebot internationaler Künstlerpersönlichkeiten. Das Libretto entstand in enger Zusammenarbeit von Jelinek und Neuwirth, die Komposition stammt von Neuwirth selbst.

Das Werk wird darüber hinaus durch renommierte Künstlerinnen und Künstler aus unterschiedlichen Kunstgattungen bereichert: Charlotte Rampling und Elisabeth Leonskaja prägen die medialen und musikalischen Ebenen der Produktion auf besondere Weise und verleihen der Oper zusätzliche Tiefe, Ausdruckskraft und unverwechselbaren Klang.

Mehr als zwanzig Jahre nach Bählamms Fest und Lost Highway präsentieren die international gefeierten Ausnahmekünstlerinnen Neuwirth – Trägerin des Ernst-von-Siemens-Musikpreises 2022 – und Jelinek – Literaturnobelpreis 2004 – erneut ein gemeinsames Musiktheaterprojekt.

Monster’s Paradise, ein Auftragswerk der Hamburgischen Staatsoper, entfaltet als zeitgenössische Politgroteske ein ebenso absurdes wie erschütterndes Panorama: Zwei „Vampiretten“ – Avatarinnen von Neuwirth und Jelinek – reisen um die Welt, beobachten den Niedergang der Menschheit und treffen auf Tyrannen, Meeresungeheuer und den monumentalen Gorgonzilla. Die zentrale Frage bleibt: Was ist das für eine Welt, die nur noch von Monstern gerettet werden kann?

Die Uraufführungsinszenierung übernimmt Tobias Kratzer, Intendant der Staatsoper Hamburg, der das Werk als moderne, aberwitzige und zugleich tiefgründige Politfarce auf die Bühne bringt. Musikalisch führt Titus Engel Orchester, Elektronik und Vokalsolisten zu einem eindringlichen Klangbild zusammen.

Charlotte Rampling und Elisabeth Leonskaja bereichern das Werk auf Video- und Audioebene: Rampling verkörpert in der Videoinszenierung die geheimnisvolle Goddess – eine überzeitliche Figur, die der Oper mythische und emotionale Tiefe verleiht. Leonskaja steuerte die Audio-Samples bei, indem sie zusammen mit der Pianistin Alexandra Stychkina Werke von Franz Schubert auf dem Flügel von Jelinek einspielte. Diese künstlerischen Beiträge verbinden musikalische Intimität mit der radikalen Klangsprache von Neuwirth und bilden einen poetischen Kontrapunkt zur expressiven Bühnensprache des Stücks.

Mit scharfem Witz, radikaler Gegenwärtigkeit und einem Ensemble internationaler Spitzenkünstlerinnen und -künstler setzt Monster’s Paradise ein starkes Zeichen für die Relevanz zeitgenössischen Musiktheaters.


Zitat Tobias Kratzer, Intendant und Regisseur:

„Olga Neuwirth hat sich selbst übertroffen: Die Partitur von Monster’s Paradise ist ein Meisterwerk an musikalischem Witz und politischer Haltung – ein vielschichtiges Werk und zugleich eine große Show. Dass wir es an der Staatsoper Hamburg uraufführen werden, ist für mich als Intendant und Regisseur eine große Ehre. Und dass die von Olga Neuwirth, Elfriede Jelinek und mir gleichermaßen verehrten Künstlerinnen Charlotte Rampling und Elisabeth Leonskaja dies ähnlich sehen, erfüllt uns mit Stolz!

Charlotte Rampling ist seit Jahrzehnten eine „Göttin“ des internationalen Films – in großen Blockbustern wie Dune genauso wie in Klassikern des Arthouse-Kinos von Visconti bis François Ozon. Für die Video-Ebene von Monster’s Paradise hat sie sich bereit erklärt, die Rolle einer buchstäblichen „goddess“ zu übernehmen. Sie wird als weibliche Gottheit das Geschehen auf der Erde von außen betrachten: mal mitfühlend, mal mahnend, mal distanziert.

Der phänomenalen Cast des Opernabends wird so noch einmal um eine weitere Ebene ergänzt. Und die legendäre Pianistin Elisabeth Leonskaja wird in zentralen Audio-Samples des Werkes ihren „Auftritt“ haben. Auf dem auf eindrucksvolle Weise verstimmten Flügel Elfriede Jelineks hat sie zusammen mit ihrer Kollegin Alexandra Stychkina Passagen aus Klavierstücken von Schubert eingespielt, die in Monster’s Paradise an entscheidender Stelle zu hören sein werden. Ich danke beiden Künstlerinnen von Herzen für ihre Beteiligung an unserer Produktion und ihre große Sympathie für Olga Neuwirths Werk!“


Monster’s Paradise

Grand Guignol Opéra
Komposition: Olga Neuwirth
Libretto: Elfriede Jelinek & Olga Neuwirth, nach einer Idee der Komponistin

Premiere / Uraufführung an der Hamburgisches Staatsoper: Sonntag, 1. Februar 26

Musikalische Leitung: Titus Engel
Inszenierung: Tobias Kratzer
Co-Regie: Matthias Piro
Bühnenbild und Kostüme: Rainer Sellmaier
Video: Jonas Dahl, Janic Bebi
Live-Elektronik: Markus Noisternig
Sounddesign und Samples: Oliver Brunbauer, Olga Neuwirth
Klangregie: Julien Aléonard
Licht: Michael Bauer
Chor: Christian Günther
Kinder- und Jugendchor: Priscilla Prueter
Dramaturgie: Christopher Warmuth

Besetzung:

Vampi: Sarah Defrise
Vampi (Schauspielerin): Sylvie Rohrer
Bampi: Kristina Stanek
Bampi (Schauspielerin): Ruth Rosenfeld
Der König/Präsident: Georg Nigl (01., 08., 11., 13., 19.02.26); Scott Hendricks: 04.02.26
Gorgonzilla: Anna Clementi
Mickey, des Königs höherer Adlatus I/Doppelgänger des Königs/Todesengel II: Andrew Watts
Tuckey, des Königs höherer Adlatus II/Doppelgänger des Königs/Todesengel I: Eric Jurenas
Ein Bär: Ruben Drole
The Goddess (Video): Charlotte Rampling
Drumkit: Lucas Niggli
E-Gitarre: Seth Josel
Pianistinnen „Verstimmte Klaviere“: Elisabeth Leonskaja; Alexandra Stychkina
Chor der Zombies/Chor der jugendlichen Vampirinnen: Chor der Hamburgischen Staatsoper
Chor der Kinder: Alsterspatzen – Jugendchor der Hamburgischen Staatsoper

Philharmonisches Staatsorchester Hamburg
Komparserie der Hamburgischen Staatsoper

Aufführungstermine

  • Premiere: So, 1. Februar 2026 – 19:30
  • Mi, 4. Februar 2026 – 19:00
  • So, 8. Februar 2026 – 19:00
  • Mi, 11. Februar 2026 – 19:00
  • Fr, 13. Februar 2026 – 19:00
  • Zum letzten Mal in dieser Spielzeit: Do, 19. Februar 2026 – 19:00

Terminübersicht und Tickets: die-hamburgische-staatsoper.de

Weitere Informationen

  • Spielstätte: Staatsoper Hamburg, Großes Haus
  • Dauer: ca. 90 Minuten
  • Altersempfehlung: ab 14 Jahren
  • Sprache: Deutsch und Englisch

Rahmenprogramm

Einführung: Jeweils 45 Minuten vor Vorstellungsbeginn im Foyer (keine Anmeldung erforderlich)
Publikumsgespräch: Am 19. Februar 2026, findet im Anschluss an die Vorstellung ein Publikumsgespräch CLICK in – debatte: Bilanzen mit Produktionsbeteiligten im Vorderhaus statt, das die Möglichkeit bieten möchte, in einen Dialog über die Inszenierung zu treten und Seh- und Höreindrücke Revue passieren zu lassen. Hier können Fragen gestellt, Eindrücke geschildert und Kritik geübt werden.

Koproduktion & Förderung

Kompositionsauftrag der Staatsoper Hamburg, ermöglicht durch die Ernst von Siemens Musikstiftung
Mit freundlicher Unterstützung der Stiftung zur Förderung der Hamburgischen Staatsoper, Koproduktion mit der Oper Zürich und der Oper Graz

(lifePR)

die-hamburgische-staatsoper.de