Maxim Didenko inszeniert „Schneeflöckchen“

Schneeflöckchen ~ Staatstheater Wiesbaden ~ Ensemble ~ © Max Borchardt

Mit Nikolai Rimski-Korsakows „Schneeflöckchen“ in der Inszenierung des vielfach ausgezeichneten russischen Regisseurs Maxim Didenko feiert am 24. Januar 2026 um 19.30 Uhr eine echte Rarität im Großen Haus des Staatstheaters Wiesbaden Premiere. Die Musikalische Leitung liegt bei GMD Leo McFall.

In der Titelrolle ist Josefine Mindus zu erleben und auch die weiteren Rollen sind mit den Solist*innen des Wiesbadener Musiktheaterensembles besetzt.

Das 1882 in St. Petersburg uraufgeführte Werk ist Rimski-Korsakows dritter Beitrag zum Genre des Musiktheaters. Musikalisch spannt es den Bogen von russischen Volksmelodien über wuchtige Chöre bis zu einer innovativen Musiksprache. Obwohl er selbst „Snegurotschka“ für seine gelungenste Oper hielt, fand sie dennoch nie Eingang in den Kanon des Repertoires. Sie basiert auf einem Theaterstück des Dramatikers Alexander N. Ostrowski von 1873 nach einem alten russischen Märchenstoff.

Das Volk von Zar Berendey muss in eisiger Kälte leben, seit der zornige Sonnengott Yarilo sich nicht mehr zeigt. Eifersüchtig reagierte er mit einem ewigen Winter auf die Geburt von Schneeflöckchen nach einer Affäre zwischen Mutter Frühling und Vater Frost. Schneeflöckchen, die einsam im Eis aufwuchs, wünscht sich nichts sehnlicher, als Menschen zu treffen. Als sie durch das Leben im Dorf die wahre Liebe kennenlernt, muss sie jedoch feststellen, dass dieses Gefühl nicht nur überwältigend, sondern lebensgefährlich für sie ist. Denn nur ihr Opfer vermag schließlich den Sonnengott zu besänftigen.

Der in Sibirien geborene Regisseur Maxim Didenko greift den Überlebenskampf der Menschen in extremer Kälte auf. Ausgangspunkt seiner Inszenierung ist die Annahme, dass ein Kollaps des Golfstroms in naher Zukunft zu einer Kälteperiode in Europa führen wird. Das Regieteam liest die Oper als dystopische Parabel auf eine Gesellschaft jenseits des Klimakipppunktes, die von sozialer Kälte geprägt ist. Zwischen wissenschaftlicher Forschung einerseits und Ritualen einer Ersatzreligion andererseits hat die Bevölkerung unterschiedliche Wege gefunden, mit den lebensfeindlichen Bedingungen umzugehen, während ein paar wenige Mächtige um den Zaren sich Privilegien gesichert haben.

Rimski-Korsakows farbenprächtig orchestrierte Musik schildert eine blühende Natur und den Wechsel der Jahreszeiten, die in dieser Eiszeit nur noch in der Erinnerung an alte Gesänge und Geschichten existieren.

Die Cheorografien von Sofia Pintzou und Alexander Fend prägen besonders die rituellen Kulthandlungen. Zusammen mit Bühnen- und Kostümbild der international gefragten Künstlerin Galya Solodovnikova und den großformatigen Videoprojektionen von Oleg Mikhailov entsteht ein bildstarker Abend, der von der Kraft der Gemeinschaft und der Liebe ebenso erzählt wie von der Grausamkeit und Gewaltbereitschaft des Menschen in einer lebensfeindlichen Landschaft.


Schneeflöckchen

Oper
Von: Nikolai Rimski-Korsakow

Premiere: Samstag, 24. Januar 26 (Großes Haus)

Musikalische Leitung: Leo McFall
Inszenierung: Maxim Didenko
Bühne und Kostüme: Galya Solodovnikova
Choreografie: Sofia Pintzou, Alexander Fend
Video: Oleg Mikhailov
Licht: Oliver Porst
Chor: Aymeric Catalano
Dramaturgie: Hanna Kneißler
Vermittlung: Oliver Riedmüller
Musikalische Assistenz: Holger Reinhardt
Musikalische Einstudierung: Julia Palmova, Adam Rogala
Regieassistenz und Abendspielleitung: Marvin Mohrhardt
Bühnenbildassistenz: Mascha Dilger
Kostümassistenz: Annika Kuchnowski
Inspizienz: Kenneth Pettitt

Besetzung:

Schneeflöckchen: Josefine Mindus
Mutter Frühling: Camille Sherman
Vater Frost | Bermjata: Young Doo Park
Kupawa: Alyona Rostovskaya
Lel: Fleuranne Brockway
Misgir: Jaeyoung Ha
Zar Berendey: Richard Trey Smagur
Bobyl: Sascha Zarrabi
Bobylicka: Aistė Benkauskaitė
Leshy: Nathan Bryon
1. Ausrufer: Kyoung-Soon Kim
2. Ausrufer: Yoontaek Rhim
Kupawas Mutter: Shirli Polena
Tanz: Saskia Lehm, Valentina Ávila Hurtado
Tanzstatisterie: Frederick Brandes, Duy Sandro Preuß-Feldweg, Huy Duc Tran, Feras Zarka

Chor und Extrachor des Hessischen Staatstheaters Wiesbaden
Hessisches Staatsorchester Wiesbaden


Weitere Termine:

30. Januar 2026, 19:30 Uhr
14. Februar 2026, 19.30 Uhr
26. Februar 2026, 19.30 Uhr
22. März 2026, 18.00 Uhr
29. April, 19.30 Uhr

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