Das Programm der Tanztriennale Hamburg

Spectacle: A FOLIA , Choreografie: Marco da Silva Ferreira, Compagnie: CCN - Ballet de Lorraine, (© Laurent Philippe)
  • 14. – 21. Juni 2026
  • Brave Moves. Courageous Joy.
  • In Hamburg findet die erste Tanztriennale statt
  • Das Programm wurde am Freitag im Rahmen einer Pressekonferenz veröffentlicht
  • Der Vorverkauf startet am 20. März 2026.

Tanz auf der Bühne, im öffentlichen Raum, als Diskurs oder im Alltag: Die erste Ausgabe der Tanztriennale erkundet das unglaubliche Potenzial des Tanzes – als Kunstform, als soziale Kraft, als Impuls für neue Perspektiven. Über Kulturen, Communities und Generationen hinweg lädt die Tanztriennale vom 14. bis zum 21. Juni 2026 Tanzschaffende und die breite Öffentlichkeit ein, zuzuschauen, mitzumachen, nachzudenken, ins Gespräch zu kommen und zu tanzen!

Die Tanztriennale möchte Tanz sichtbar machen, ihn stärken und in seiner für die Gesellschaft relevanten Praxis würdigen – nicht nur als Bühnenkunst, sondern auch in seiner außergewöhnlichen Fähigkeit, zu einem stärkeren gesellschaftlichen Zusammenhalt beizutragen und neue Ansätze für Erneuerung und transformatives Denken zu schaffen.

Die Tanztriennale verbindet Ausdruck, Partizipation und Praxis. Tanz gehört allen, jedem Körper, jedem Lebenshintergrund, jeder Geschichte.

Die Geschichte der Tanztriennale ist einfach: Mut ist eine Praxis. Freude ist eine treibende Kraft. Beides wächst, wenn Menschen gemeinsam tanzen. Das spiegelt das Motto der ersten Tanztriennale wider: Brave Moves. Courageous Joy.

Leitungsteam Tanztriennale:
Friederike Jäcksch, Monica Gillette, Gwen Hsin-Yi Chang

(© Philipp Meuser)

Ideengeberin und Initiatorin der Tanztriennale ist die Kulturstiftung des Bundes, die die erste Ausgabe mit 950.000 Euro fördert. Die Tanztriennale gehört damit zu den bundesweiten kulturellen Leuchttürmen, die von der Kulturstiftung des Bundes gefördert werden. Im Rahmen eines bundesweiten Auswahlverfahrens erhielt die Stadt Hamburg den Zuschlag gemeinsam mit dem Tanztriennale Hamburg e.V. – ein Zusammenschluss aus dem Hamburg Ballett/Hamburgische Staatsoper, Kampnagel Internationale Kulturfabrik GmbH und K3 – Choreographisches Zentrum I Tanzplan Hamburg.

Die Hamburger Behörde für Kultur und Medien fördert die Tanztriennale mit weiteren 600.000 Euro. Das Programm der ersten Tanztriennale kuratieren die beiden künstlerischen Co-Leiterinnen Gwen Hsin-Yi Chang und Monica Gillette.

City Parade zur Eröffnung der Tanztriennale

Am Sonntag, dem 14. Juni 2026 findet in Barmbek Nord die allererste City Parade statt. Sie verwandelt den öffentlichen Stadtraum temporär in eine Bühne, bricht mit traditionellen Aufführungslogiken und erforscht neue Formen der Begegnung zwischen Künstler:innen und dem Publikum.

Dabei rückt die City Parade die Vielfalt der in Hamburg lebenden Tanzkulturen und Communities ins Rampenlicht: von Auftragsarbeiten lokaler Choreograph:innen bis hin zu Community-Tänzen, Tanzschulen, Vereinen oder Initiativen wie Die Antwort, die Contemporary Dance School Hamburg, die Erika Klütz Schule, die Lola Rogge Schule, die Initiative Step by Step und vielen weiteren mehr. Das Finale der City Parade wird von der in Hamburg ansässigen Choreographin Patricia Carolin Mai choreografiert. Gemeinsam mit ihrer MAI:COMPANY wird sie eine partizipative Choreographie im Stadtpark entwickeln.

Die City Parade markiert zudem einen besonderen Moment zwischen zwei Triennalen in Hamburg – am letzten Tag der Triennale der Photographie eröffnet sie zugleich die Tanztriennale. Aus diesem Grund beginnt die Parade am Museum der Arbeit, einem Partner im Programm der Triennale der Photographie, und bewegt sich von dort aus zum Finale in den Stadtpark.

Vorstellungsprogramm

Das Spektrum der eingeladenen Künstler:innen der Auftaktausgabe der Tanztriennale reicht von international renommierten Kompanien bis hin zur lebendigen lokalen Tanzszene. Die ganze Woche über finden sowohl tagsüber als auch abends Veranstaltungen an unterschiedlichen Orten statt.

Darüber hinaus geht die Tanztriennale mit künstlerischen Interventionen in den Hamburger Stadtraum hinein. Hamburg wird zu einem internationalen Hot Spot des Tanzes.

Das CCN Ballet de Lorraine ist eine der anerkanntesten und höchst geachteten Kompanien Frankreichs, die auf eine exzellente künstlerische Expertise seit 1969 zurückblickt. Unter der neuen künstlerischen Leitung von Maud Le Pladec zeigt das Ensemble des Ballet de Lorraine bei der Tanztriennale Choreographien von Twyla Tharp, Jan Martens und Marco da Silva Ferreira – eine Triple Bill, die für die Tanztriennale zusammengestellt wurde.

Ljuzem Madiljin verbindet in ihrem performativen Walk durch die Stadt indigene Tanzrituale der Paiwan-Community aus Taiwan mit zeitgenössischen Ansätzen. Die Performance wird in Kooperation mit der Stadtkuratorin Hamburg präsentiert. Zudem gastiert Ljuzem Madiljin mit dem Tijmur Dance Theatre im MARKK Museum, wo die Company eine neue Arbeit für die Tanztriennale entwickelt: „Living Cultural Body“. Darin geht es nicht um die Bewahrung von Kultur, sondern wie Kultur sich kontinuierlich immer wieder aus sich selbst hervorbringt.

Südostasiatische Tanztradition feiern, formen und hinterfragen auch die beiden Tänzer und Choreographen Chen Wu-kang aus Taiwan und Pichet Klunchun aus Thailand.

Die politische Situation in Osteuropa steht im Zentrum der Arbeit “ CLAP & SLAP ” von Agniet? Lisičkinait? und Igor Shugaleev. In Fábio (Krayze) Januarios Stück “Musseque” befreien sich die Darsteller:innen auf der Bühne durch den Tanz. Ihre Körper werden zum Widerstand und suchen nach Freiheit in dem vom Bürgerkrieg zerrütteten Angola, dem Geburtsland des Choreografen. nora chipaumires intensive Installation “Dambudzo” erprobt das revolutionäre Potenzial von Sprache und Performance. Bewegung nutzt sie dabei als individuelles und universelles Kommunikationsmittel, das auf einer subtilen und intuitiven Ebene Verständnis ermöglicht.

In Jefta van Dinthers Arbeit “Unearth” performen zehn Tänzer:innen in den Playstudios eine immersive künstlerische Auseinandersetzung zum grenzenlosen mentalen und physischen Einfallsreichtum der Menschheit. Jefta van Dinther wurde kürzlich für den Salavisa European Dance Award 2026 nominiert.

Chiara Bersani, die ebenfalls für den Salavisa European Dance Award 2026 nominiert ist, zeigt zwei ihrer sehr persönlichen Arbeiten: In “Michel – the animals I am” erforscht und adaptiert die Künstlerin, die mit Glasknochenkrankheit lebt, die Codes des klassischen Balletts für einen divergenten Körper. Ursprünglich ein Solo, entwickelte sich das Projekt zu einer Chorversion für drei Darstellerinnen mit Beeinträchtigungen. In „Seeking Unicorns“ lädt Chiara Bersani das Publikum ein, den Körper der Performerin sowie die eigenen Körper und die sie umgebenden Körper auf neue und noch nicht wahrgenommene Weise zu sehen und zu interpretieren.

Chiara Frigo kreiert eigens für die Tanztriennale eine Weltpremiere: “A Human Song” ist eine partizipative Performance, die sie mit rund 30 Hamburger:innen erarbeiten wird. Seit vielen Jahren entwickelt sie einzigartige, generationenübergreifende, partizipative Projekte im öffentlichen Raum, zuletzt für die Olympischen Winterspiele in Italien.

Der Belgier Julien Carlier wird sein Stück “Beton“ im iPunkt Skateland zeigen. Seine Wurzeln liegen im Breakdance, der hier eine ganz besondere Bühne findet. An der Schnittstelle zwischen Breakdance und Skateboarding nutzt “Beton” Reliefs und Kurven, offenbart die physische und poetische Kraft dieser urbanen Räume und hinterfragt, wie sich Körper darin bewegen, begegnen und neu erfinden. Teil der Performance sind neben professionellen auch lokale Skateboarder:innen aus Hamburg.

Zwischen Hip-Hop und Contemporary bewegt sich die Company MEK aus der Schweiz mit seinem Gründer Muhammed Kaltuk, der ab der kommenden Spielzeit der künstlerische Leiter der Tanzsparte des MIR Gelsenkirchen wird. Seine Arbeit “Same Love” nimmt das Publikum mit auf eine choreographische Entdeckungstour durch die Straßen des Hamburger Viertels St. Georg. Das Stück feiert die Vielfalt menschlicher Erfahrungen, hinterfragt gesellschaftliche Vorurteile und Normen und macht die politische Dimension von Liebe sichtbar.

Auf dem Programm der Tanztriennale stehen auch die in Hamburg ansässigen Künstler:innen Ricardo Urbina und Regina Rossi. In “I am different”, Ricardo Urbinas erster abendfüllenden Arbeit, werden die Lebenserfahrungen einer Muxe, einer Person, die in Mexiko als drittes Geschlecht angesehen wird, mit Ricardos Weg in der Welt des Balletts verwoben. Regina Rossi nimmt ihr Publikum mit hinaus ins Herz der Stadt und verbindet Kunst und Leben zu “POLIPOLIS” – ein Audiowalk im Stadtraum für alle ab 11 Jahren.

Tanz trifft Engagement: Am 20. Juni 2026 bringt die Tanztriennale im Rahmen der Stiftungstage bei Hamburgs längster Tafel für Demokratie, Vielfalt und Zusammenhalt den Rathausmarkt in Bewegung. Mit All Moves, einem Format, mit dem die Tanztriennale bereits seit vergangenen Oktober Hamburger:innen einmal monatlich zum Tanzen einlädt, und tänzerischen Interventionen bereichert die Tanztriennale Hamburgs längste Tafel in der Sprache der Bewegung und macht das Herz der Stadt zu einem Ort der Begegnung, der Vielfalt und des gemeinsamen Erlebens.

Unter den eingeladenen Produktionen sind folgende Deutschlandpremieren: die Triple Bill des CCN Ballet de Lorraine mit den Stücken von Twyla Tharp, Jan Martens und Marco da Silva Ferreira, Julien Carliers: „Beton“, Agniete Lisičkinaite & Igor Shugaleev mit: „CLAP & SLAP“, Chiara Bersanis: „Michel – the animal I am” sowie Fábio (Krayze) Januários: “Musseque”.

Außerdem stehen Uraufführungen auf dem Programm: Im Rahmen des Residenzprogramms „Counter Balance“ entsteht jeweils eine Short Creation der beiden Tandems Reiko Ohta & Joseph Simon sowie Lau Sin-Yin & germain. Chiara Frigo präsentiert „A Human Song“ mit ca. 30 Hamburger:innen. Alexei Ratmanskys „Wunderland“, eine Uraufführung des Hamburg Ballett, eröffnet die Hamburger Balletttage und findet zugleich im Rahmen der Tanztriennale statt. Die City Parade ist ein neues Format, das Tanz in den öffentlichen Raum der Hansestadt bringt.

Forum: 18. – 21. Juni 2026

Ein zentrales Anliegen der Tanztriennale ist es, den Dialog und den Austausch zwischen unterschiedlichen Tanzkulturen und Communities zu fördern. Das Thema des Forums „Collective Impact“ spiegelt die Überzeugung wider, dass keine einzelne Tanzkultur, Community, Institution oder Person die gegenwärtigen Turbulenzen, mit denen Kunst und Gesellschaft konfrontiert sind, allein bewältigen kann.

Im Rahmen des Forums, ein mehrtägiges diskursives Format, kommen professionelle Tanzschaffende, internationale Delegationen sowie Vertreter:innen verschiedener kulturpolitischer Netzwerke und Organisationen aus Deutschland und der Welt nach Hamburg, um sich darüber auszutauschen, wie Tanz in seiner Sichtbarkeit und seiner künstlerischen Vielfalt gestärkt werden kann. Hier geht es auch um die gesellschaftliche Relevanz von Tanz: Welche Rolle spielt Tanz z.B. in Schulen, im Gesundheitswesen, im transformativen Denken und im sozialen Zusammenhalt?

Das Forum richtet sich sowohl an Tanzschaffende als auch an eine breite Öffentlichkeit und findet über vier Tage statt. Es umfasst eine Vielzahl diskursiver und physischer Formate, darunter Podiumsdiskussionen, moderierte Sessions, Tanzworkshops und Lecture Performances.

Die Tanztriennale ist schon in der Stadt!

Bereits seit Juni 2025 finden jeden Monat Veranstaltungen statt, die die Tanztriennale in der Stadt und der Szene verankern. All Moves lädt jeden Monat alle Hamburger:innen mit und ohne tänzerische Vorerfahrung ein, neue Formen des Tanzes zu entdecken – und dabei die Lust auf Unbekanntes zu entwickeln. Jede Session findet mit einem jeweils anderen tänzerischen Schwerpunkt statt, der erst bei der Veranstaltung selbst bekanntgegeben wird.

Die Moving Meetings bringen monatlich Tanzschaffende aller Genres, Tanzkulturen und Hintergründe zusammen. Sie bieten Raum, gemeinsam zu reflektieren, ins Gespräch zu kommen, Erfahrungen zu teilen und neugierig auf unterschiedliche Praktiken, Überzeugungen und Geschichten zu sein. Beide Veranstaltungsreihen finden an unterschiedlichen Locations statt und sind kostenfrei.

Das von der Tanztriennale neu ins Leben gerufene Residenzformat „Counter Balance” hat im Sommer letzten Jahres Künstler:innen weltweit aufgerufen, sich im Rahmen eines Open Calls zu bewerben. Aus mehr als 600 Bewerbungen hat eine internationale Jury je zwei künstlerische Tandems in den Bereichen „Research“ und „Short Creation“ nominiert, die zwischen März und Juni 2026 an verschiedenen Orten in Deutschland an ihren jeweiligen Projekten, die während der Tanztriennale-Woche im Juni der Öffentlichkeit vorgestellt werden, forschen und arbeiten.

Tanztriennale

14. – 21.06.2026
Hamburg
Vorverkaufsstart: 20. März 2026
tanztriennale.de