Theatertreffen 2026: Die Auswahl der Jury

Theatertreffen-Jury 2026: Alexandra Kedves, Martin Thomas Pesl, Sabine Leucht, Falk Schreiber, Vincent Koch, Sascha Westphal, Christine Wahl (© Berliner Festspiele, Stefan Wieland)

Auf der heutigen Pressekonferenz am 13. Januar 2026 im Haus der Berliner Festspiele gaben die sieben Kritiker*innen der Theatertreffen-Jury gemeinsam mit der Festivalleiterin Nora Hertlein-Hull die Auswahl der 10 bemerkenswertesten Inszenierungen des vergangenen Jahres bekannt, die für eine Einladung zum Theatertreffen 2026 nominiert sind. Das durch die

Kulturstiftungdes Bundes geförderte Theatertreffen findet vom 1. bis 17. Mai 2026 in seiner 63. Ausgabe im Haus der Berliner Festspiele und an weiteren Spielorten Berlins statt.

Die Kritiker*innen der Jury 2026 Alexandra Kedves, Vincent Koch, Sabine Leucht, Martin Thomas Pesl, Falk Schreiber, Christine Wahl und Sascha Westphal sichteten und diskutierten im Zeitraum vom 17. Januar 2025 bis 31. Dezember 2025 insgesamt 739 Inszenierungen aus Deutschland, Österreich und der Schweiz. Die finale Jurysitzung fand gestern, am 12. Januar 2026, statt. Für den zurückliegenden Auswahlprozess galt weiterhin die seit fünf Jahren bestehende Frauenquote von mindestens 50 Prozent in der Regieposition.

Nominiert für eine Einladung zum Theatertreffen 2026 sind:

A Year without Summer
von Florentina Holzinger
Regie, Choreografie und Performance: Florentina Holzinger
Eine Produktion der Volksbühne am Rosa-Luxemburg-Platz (Berlin), Florentina Holzinger/Spirit und neon lobster in Koproduktion mit Tanzquartier Wien, Kampnagel Internationales Sommerfestival, Dansenhus Stockholm, DE SINGEL, Maska Ljubljana, asphalt Festival, Rising Melbourne, Factory International Manchester, Divine Comedy International Theater Festival / Łaźnia Nowa Theater (Krakau) und Marvaða Iceland
Gefördert aus Mitteln des Hauptstadtkulturfonds und der Kulturabteilung der Stadt Wien

Der Hauptmann von Köpenick
Ein deutsches Märchen von Carl Zuckmayer
Regie und Bühne: Sebastian Hartmann
Staatstheater Cottbus

Die Glasmenagerie
Ein Spiel der Erinnerungen von Tennessee Williams
Regie: Jaz Woodcock-Stewart
Theater Basel

Die Welt im Rücken
von Thomas Melle
Regie: Lucia Bihler
Schauspiel Stuttgart

Fräulein Else
frei nach Arthur Schnitzler
von Leonie Böhm und Julia Riedler
Regie: Leonie Böhm
Volkstheater, Wien

Il Gattopardo
von Giuseppe Tomasi di Lampedusa
Aus dem Italienischen von Burkhart Kroeber
Bühnenfassung von Pınar Karabulut und Hannah Schünemann
Regie: Pınar Karabulut
Schauspielhaus Zürich

Mephisto
nach dem Roman einer Karriere von Klaus Mann
Regie: Jette Steckel
Münchner Kammerspiele

Serotonin
nach dem Roman Sérotonine von Michel Houellebecq
Aus dem Französischen von Stephan Kleiner
Theaterfassung von Sebastian Hartmann
Regie und Bühne: Sebastian Hartmann
Hans Otto Theater, Potsdam

Three Times Left is Right
von Julian Hetzel
Konzept und Regie: Julian Hetzel
Eine Produktion von Studio Julian Hetzel in Koproduktion mit Wiener Festwochen | Freie Republik Wien und Schauspiel Leipzig in Zusammenarbeit mit De Balie (Amsterdam), SPRING Performing Arts Festival (Utrecht) und Theater Utrecht

Wallenstein
Ein Schlachtfest in sieben Gängen
nach Friedrich Schiller
Regie: Jan-Christoph Gockel
Münchner Kammerspiele

Nora Hertlein-Hull
Leitung Theatertreffen

© Fabian Schellhorn

Das Theatertreffen 2026 verbindet großes Schauspieler*innentheater mit den politischen Themen unserer Zeit. Von #MeToo über die Mechanik des Krieges bis hin zur Darstellung des Menschen als reines Gefolgstier: Die nominierten Inszenierungen muten uns einiges zu, im allerbesten Sinne. Texte, die man zu kennen glaubt, werden in großen ästhetischen Setzungen innovativ und überraschend interpretiert und lassen tief in menschliche Abgründe blicken. Ein besonderes Willkommen gilt allen Newcomern, darunter die beiden Brandenburger Häuser Hans Otto Theater Potsdam und Staatstheater Cottbus.“

– Nora Hertlein-Hull zur Auswahl der Jury 2026

Theatertreffen-Jury

Mit Abschluss der diesjährigen Festivalausgabe verlassen turnusmäßig die drei Kritiker*innen Sabine Leucht, Martin Thomas Pesl und Sascha Westphal die Jury. An ihre Stelle wurden Jakob Hayner, Yaël Koutouan und Silvia Stammen berufen. Der Sichtungszeitraum für die Festivalausgabe 2027 startete am 1. Januar 2026 und endet mit Abschluss des laufenden Kalenderjahres am 31. Dezember 2026.

Die Berliner Festspiele sprechen den Juror*innen für die geleistete Arbeit und ihr außerordentliches Engagement großen Dank aus.

Zur Jury 2026
Zur Jury 2027

Ausblick auf das Festivalprogramm 2026

Neben den Aufführungen der 10 bemerkenswertesten Inszenierungen im Haus der Berliner Festspiele und an weiteren Spielorten Berlins fokussiert sich die diesjährige Festivalausgabe im Rahmenprogramm auf Dramatik und Diskurs.

Einen ganz persönlich kuratierten Blick auf die Gegenwartsdramatik ermöglicht das neue Theatertreffen-Format Mehr Drama!, das gemeinsam mit dem VerbandDeutscher Bühnen- und Medienverlage (VDB) konzipiert wurde. Sechs Theaterverlage haben renommierte Autor*innen aus ihrem Programm gebeten, jeweils eine*n aufstrebende*n Dramatiker*in zu benennen, dessen*deren Text im Theatertreffen in einer Lesung mit hochkarätigen Schauspieler*innen präsentiert wird. 2026 treffen die Auswahl: Sivan Ben Yishai, Necati Öziri, Sasha Marianna Salzmann, Ferdinand Schmalz, Gerhild Steinbuch und Paula Thielecke.

Die ausgewählten Dramatiker*innen werden zur Spielplanveröffentlichung des Theatertreffens bekanntgegeben.

Eine Zusammenarbeit des Theatertreffens der Berliner Festspiele mit den Theaterverlagen Felix Bloch Erben, S. Fischer Verlage, henschel Schauspiel, Rowohlt Verlag, Suhrkamp Verlag, Verlag der Autoren und dem Verband Deutscher Bühnen- und Medienverlage e.V.
Das Theatertreffen dankt der Heinz und Heide Dürr Stiftung für die Förderung.

Das diesjährige Diskursprogramm mit verschiedenen Gesprächsformaten, Filmvorführungen und Diskussionen wird inhaltlich die gesellschaftlich und politisch drängenden Themen aus den 10 bemerkenswertesten Inszenierungen aufnehmen. Die Kuration übernimmt der Theater-, Film- und Medienkritiker Matthias Dell.

Das Theatertreffen dankt der Bundeszentrale für politische Bildung/bpb für die Förderung.

Internationales Forum und Theatertreffen-Blog

Das Internationale Forum unter der Leitung von Aljoscha Begrich und Sima Djabar Zadegan lädt rund 30 aufstrebende Künstler*innen der Darstellenden Künste zur Teilnahme am 17-tägigen Stipendienprogramm in die Floating University nach Berlin-Kreuzberg ein. Im Rahmen des Open Calls bewarben sich 833 Künstler*innen aus 89 Ländern um die Teilnahme. Anfang März wird die Auswahl der Stipendiat*innen 2026 bekannt gegeben.

Das Theatertreffen-Blog 2026 unter konzeptioneller und redaktioneller Verantwortung von Grete Götze und der Mitarbeit von Frieda Ahrens begreift sich als Nachwuchsförderung für aufstrebende Kulturjournalist*innen und möchte vielfältigen Stimmen den Zugang zur Medien-und Kulturwelt ermöglichen. Der derzeit noch laufende Open Call endet am 8. Februar.

Das Theatertreffen dankt in diesem Zusammenhang seinen Partnern: Für das Internationale Forum dem Goethe-Institut, der Schweizer Kulturstiftung Pro Helvetia, dem Deutschen Bühnenverein, dem Kultur | lx – Arts Council Luxembourg, dem österreichischen Bundesministerium für Wohnen, Kunst, Kultur, Medien und Sport sowie den Kultusministerien und Förderinstitutionen der deutschen Bundesländer; für das Theatertreffen-Blog der Stiftung Presse-Haus NRZ.

Preise & Medienpartnerschaft mit 3sat

Drei Preise werden im Rahmen des Theatertreffens vergeben: der Theaterpreis Berlin der StiftungPreußische Seehandlung, der von der Alfred-Kerr-Stiftung ausgelobte Alfred-Kerr-Darstellerpreis sowie der 3sat-Preis. Als langjähriger Medienpartner präsentiert 3sat unter dem Titel „Starke Stücke“ zudem eigens produzierte Fernsehaufzeichnungen aus dem Tableau der 10er-Auswahl.

Termine Theatertreffen 2026

  • Anfang März: Bekanntgabe der Stipendiat*innen des Internationalen Forums
  • Ende März: Bekanntgabe der Teilnehmer*innen des Theatertreffen-Blog
  • Do, 2. April: Spielplanveröffentlichung
  • Sa, 18. April, 10:00 Uhr: Start des Ticketvorverkaufs
  • Fr, 1. Mai: Festivaleröffnung im Haus der Berliner Festspiele