Von Februar bis September 2026 startet die Junge Theaterwerkstatt am Zoo in ihre zweite und und finale Spielzeit. Unter dem Motto „a better place“ wird das Frankfurter Zoogesellschaftshaus in diesem einmaligen Modellprojekt erneut zum Produktions- und Mitbestimmungsort für junges Publikum.
Bei einem Pressegespräch wurde heute das Programm vorgestellt. Beteiligt waren:
- Marcus Droß (Intendant und Geschäftsführer, Künstler*innenhaus Mousonturm)
- Liljan Halfen (Künstlerische Leitung, Junge Theaterwerkstatt am Zoo)
- Ossian Hain (Kurator für Vermittlung und Partizipation, Junge Theaterwerkstatt am Zoo)
- Hannah Biedermann (Regisseurin und Performerin)
- Dr. Susanne Völker (Geschäftsführerin, Kulturfonds Frankfurt RheinMain)
- Prof. Dr. Frank E.P. Dievernich (Vorstandsvorsitzender, Stiftung Polytechnische Gesellschaft)
Sieben koproduzierte Uraufführungen, ergänzt durch internationale und regionale Gastspiele, Residenzprojekte und die Zusammenarbeit mit den Netzwerken der Region beschäftigen sich mit der Frage des Zusammenlebens, der Selbstermächtigung und den Zukunftsvorstellungen junger Menschen – und bezieht diese auf Gestaltungs- und Entscheidungsebenen direkt mit ein.
Ein breites Vermittlungsprogramm – von Familiensonntagen über Theater- und Tanzclub bis zur „Denkwerkstatt – besser beefen“ – macht das Haus zum offenen Begegnungs-, Teilhabe- und Teilnahmeort. Mit „Tanz & Theater Under Cover“ bringt die Theaterwerkstatt zusammen mit dem Zentrum Junger Tanz zudem mobile Produktionen direkt in Kitas, Klassenzimmer und Jugendzentren der Region. Ab 2027 wird das Zoogesellschaftshaus zum städtischen Kinder- und Jugendtheater umgebaut.
Krisennachrichten überall – und mittendrin: junge Menschen, die sich einmischen, streiten, fordern. Fragen nach Zusammenhalt, Gerechtigkeit, Zukunft und Zugehörigkeit sind für Kinder und Jugendliche keine abstrakten Debatten, sondern prägen ihren Alltag. Mit der Jungen Theaterwerkstatt am Zoo schaffen das Künstler*innenhaus Mousonturm und TheaterGrueneSosse einen Ort, an dem diese Erfahrungen künstlerisch, spielerisch und gemeinschaftlich aufgegriffen werden – auf hohem ästhetischem Niveau und mit einem klaren gesellschaftlichen Anspruch.
Nach dem erfolgreichen Start 2024 im Frankfurter Zoogesellschaftshaus beginnt nun – ermöglicht durch eine erneute Förderung der Stadt Frankfurt, des Kulturfonds Frankfurt RheinMain, der Stiftung Polytechnische Gesellschaft und der Aventis Foundation – die zweite und finale Projektphase. Von Februar bis September 2026 entfaltet die Junge Theaterwerkstatt ein dichtes Programm, bevor das Haus anschließend zum städtischen Kinder- und Jugendtheater umgebaut wird.
Unter dem Leitmotiv „a better place“ wird die Junge Theaterwerkstatt zum Erlebnis- und Produktionsort für junges Publikum, der auf gegenwärtige Verunsicherungen mit künstlerischer Offenheit und konkreten Beteiligungsangeboten reagiert. In den kommenden acht Monaten entstehen sieben von der Theaterwerkstatt koproduzierte Uraufführungen, die sich mit Fragen des Zusammenlebens, der Selbstermächtigung und von Zukunftsvorstellungen auseinandersetzen. Ergänzt werden sie durch internationale und regionale Gastspiele sowie Residenzprojekte.
Theater, Tanz und Performance aus Frankfurt, Deutschland und der Welt treffen hier auf Werkstätten, Gesprächsformate und Mitmachangebote, die jungen Menschen über das Zuschauen hinaus neue Rollen als aktive Gestalter*innen eröffnen.
Ein zentrales Fundament der Jungen Theaterwerkstatt bilden die Vermittlungs- und Beteiligungsangebote, die das Haus bewusst als offenen, niedrigschwelligen Ort positionieren. In Zeiten zunehmender Polarisierung, Sprachlosigkeit und sozialer Verhärtung entstehen hier Räume für Begegnung, Austausch und gemeinsames Lernen.
Familiensonntage, das Offene Haus, Theater- und Tanzclubs, der Theatre Watch Club, die Sommerwerkstatt sowie Fortbildungen für Pädagog*innen laden Kinder, Jugendliche und Erwachsene dazu ein, Theater als Erfahrungsraum für Gemeinschaft, Selbstwirksamkeit und kritisches Denken zu nutzen. Besonders deutlich wird dieser Anspruch in der Denkwerkstatt – besser beefen, die als Streitwerkstatt Werkzeuge für eine zeitgemäße Streitkultur vermittelt und das konstruktive Austragen von Konflikten erprobt – in politischen, familiären und alltäglichen Kontexten.
Zu den beteiligten Künstler*innen und Gruppen zählen unter anderem Hannah Biedermann & TheaterGrueneSosse, compagnie barbarie/BRONKS, James & Priscilla/Junges Nationaltheater Mannheim, Nach Van Van Dance Company Marseille, Tangram Kollektiv, KGbe/Kopergietery Gent und Tortoise in a Nutshell (Edinburgh) & TheaterGrueneSosse sowie aus der Region Hennermanns Horde, T.I.A. Dance productions, theaterperipherie, Zirkus Zarakali und Arthur Romanowsky/imaginary company.
In ihren Arbeiten verhandeln sie gesellschaftliche Spannungen, individuelle Perspektiven und kollektive Handlungsräume – oft gemeinsam mit jungen Akteur*innen selbst. Tanz, Theater und Performance für junges Publikum in dieser Vielfalt sind für Frankfurt und die Metropolregion Rhein-Main einzigartig: in ihrer internationalen Ausrichtung, ihrer Kontinuität und in der konsequenten Verbindung von künstlerischer Exzellenz und Teilhabe.
Ein zentrales Programmsegment bildet „Tanz & Theater Under Cover“: ästhetisch anspruchsvolle Pop-up-Stücke, die mit minimalem finanziellem, technischem und organisatorischem Aufwand an Orten wie Kitas, Klassenzimmern, Jugendzentren oder kleinen Gemeindesälen gezeigt werden können. Eine neue Partnerschaft mit dem Zentrum Junger Tanz am Mousonturm stärkt insbesondere das Angebot zeitgenössischer Tanzstücke aus dem bundesweiten Netzwerk explore dance.
Über eigene Netzwerktreffen vermittelt die Junge Theaterwerkstatt Aufführungen an Veranstalter*innen aus dem Umfeld des Festivals Starke Stücke. Das Programm richtet sich gezielt an kleinere Gemeinden der Region Rhein-Main und steht für Nähe, Flexibilität und künstlerische Intensität – und für die Überzeugung, dass kulturelle Teilhabe kein Privileg zentraler Orte sein darf.
Am Familienort Zoo erprobt die Junge Theaterwerkstatt ein deutschlandweit neuartiges Modell: ein Produktionshaus für junges Publikum, das nicht für, sondern mit seinem Publikum arbeitet – demokratisch, zugänglich, nachhaltig und so vielfältig wie die jungen Menschen selbst. Die Frage „Wie sieht Zukunft für dich aus?“ wird hier nicht beantwortet, sondern gemeinsam verhandelt. Theater wird zum sozialen Raum, zum Labor und zum Möglichkeitsort: a better place – jetzt.
Produktionen
Center of the Universe / 13+
TheaterGrueneSosse, R.: Hannah Biedermann
ab 6. Februar 2026
Uraufführung, Koproduktion
Der Bleiche Baron / 8+
Kopergietery und Kgbe
ab 25. Februar 2026
Gastspiel, Starke Stücke
26. Februar, 10 Uhr mit DGS Verdolmetschung
Schattenwerfer / 4+
Tangram Kollektiv
ab 1. März 2026
Gastspiel, Starke Stücke
Supermarxt / 12+
imaginary company
ab 10. März 2026
Koproduktion
Tanzselfies #unfiltered / 11+
T.I.A. dance productions
Ab 26. April 2026
Uraufführung, Koproduktion
Hey Sister! / 12+
Hennermanns Horde
ab 10. Mai 2026
Uraufführung, Koproduktion
Nirgendwo ist ein Ort / 14+
Nach Van Van Dance Company
ab 28. Mai 2026
Gastspiel
Vom kleinen Maulwurf, der wissen wollte, wer ihm auf den Kopf gemacht hat. / 4+
von Werner Holzwarth, Wolf Erlbruch
Junges Nationaltheater Mannheim, Regie: James & Priscilla
ab 31. Mai 2026
Gastspiel
Wer schnappt Ronaldo / 9+
theaterperipherie
ab 14. Juni 2026
Uraufführung, Koproduktion
Jugendensemble Zirkus Zarakali
Jahresabschlusspräsentation / 6+
ab 26. Juni 2026
Kooperation
Das vollständige Programm findet sich unter junge-theaterwerkstatt.de.
