10. Winterwerft Festival: Programmhighlights

Winterweft 2025: Kaleidoscope (Teatro Tascabile di Bergamo; Foto: Gianfranco Rota)

Das Internationale Theaterfestival im Frankfurter Osten lädt unter dem Motto TURN THE TIDE zu Kunst, Kultur und Austausch ein

Was bringt die Flut – und was bleibt zurück, wenn sie sich zurückzieht? In ihrer 10. Ausgabe vertieft die Winterwerft vom 30. Januar bis 15. Februar 2026 das Festivalmotto TURN THE TIDE mit einem vielschichtigen Programm aus Theater, Performance, Musik, Tanz und Bildender Kunst. Geschichten von Trauer, Wut, Widerstand und Überleben treffen auf Forschung, Neugier und kollektives Erzählen. Nach zehn Jahren Theaterlabor blickt die Winterwerft zurück – und fragt zugleich: Wofür braucht es die Winterwerft heute?

Den Auftakt bildet ein aktives Eröffnungswochenende vom 29.01. bis 01.02., dass das Publikum ausdrücklich einlädt, selbst ein aktiver Teil der Winterwerft zu werden. Workshops, das interaktive Performanceformat Labyrinth, gemeinsamer Ceilidh Dance und erste Präsentationen eröffnen spielerisch den thematischen Raum des Festivals.

Ein zentraler Programmpunkt ist die Winterwerft Art Gallery, die am 06.02. mit einer Vernissage eröffnet. Gezeigt werden Videoinstallationen, bildende Kunst, Zeichnungen, eine interaktive Textilskulptur sowie künstlerische Reflexionen zum Anthropozän. Ein besonderes Highlight in der Galerie ist das Projekt Solar Platter, das am 13. Februar eine interaktive Musikperformance präsentiert und Fragen nach Energie, Technologie und künstlerischer Praxis miteinander verwebt.

Am Samstag, 07.02. untersucht das Ensemble Compagnie a im Stück La Conquête (Die Eroberung) die Mechanismen der Kolonisierung mithilfe von Objekttheater. Der Körper wird dabei zur Bühne, zur Landschaft und zum Objekt, das erobert, unterworfen und in Besitz genommen wird. Themen sind Ausbeutung von Ressourcen, Umgestaltung von Landschaften sowie kulturelle und religiöse Umformungen. Der Abend klingt aus mit Musik – das Quartett Anthemeza bewegt sich zwischen Jazz, psychedelischen Einflüssen der 1970er Jahre, Improvisation und kollektivem Schreiben. Die Musik lebt vom Live-Experiment und vielschichtigen Klangfarben.

Am Sonntag, 08.02. folgt das Tanz-Ensemble SoBo Productions in ihrer Produktion M | Я (slawisch für Frieden, Welt und Ich) den Spuren globaler Konflikte im Inneren des Menschen. Die Performance macht sichtbar, wie Erziehung, Propaganda und kulturelle Prägung Gewalt und Nationalismus hervorbringen und Dialog erschweren. Im Zentrum steht die Frage: Wo beginnt der Frieden – und wo endet er?

Ein Highlight des Abschlusswochenendes ist am Freitag, 13.02. die Premiere des Stücks WÄLDER – Ein Plädoyer für die Gemeinschaft von Tanja Watoro. Es erzählt die Lebensgeschichte einer Wissenschaftlerin mit einer besonderen Verbindung zu Pflanzen. Ihr Lebensweg ist geprägt von der Erforschung der Wälder und ihrer unterirdischen Kommunikationsstrukturen sowie vom Widerstand gegen die Zerstörung durch profitorientierte Forstwirtschaft und Monokulturen.

Am Samstag, 14.02. interpretiert der ukrainische Folklorechor Bozhedary Choir unter der Leitung von Tetiana Iltschenko traditionelle ukrainische Volkslieder in eigenen Arrangements. Die Konzerte verbinden kulturelle Tiefe mit emotionaler Ausdruckskraft. Ebenfalls am Samstagabend werden in Turn the Tide: Final Show die Ergebnisse aus dem Winterwerft Theaterlabor präsentiert.

Auch für Kinder gibt es jeweils an den Sonntagen ein spannendes Programm, so zeigt etwa am Sonntag, 15.02. die Compagnie M mit Coucou Tanz- und Objekttheater für alle ab 2 Jahren. Hände werden zu Füßen, Körper verschmelzen, einfache Objekte verwandeln sich in Tiere, Fantasiewesen und Landschaften – alles kommt in Bewegung. Vor den Kindertheaterstücken gibt es jeweils ein offenes Mitmachangebot auf dem Festivalgelände.

Das komplette Programm ist auf der Website der Winterwerft unter winterwerft.de einzusehen. Die Workshop-Anmeldung ist geöffnet.