Die Themen von „ttt – titel thesen temperamente“ am Sonntag

TTT - TITEL THESEN TEMPERAMENTE (Bild: ARD)

„ttt – titel thesen temperamente“ (NDR) kommt am Sonntag, 27. Februar 2022, um 23:05 Uhr im Ersten.

Die gelpanten Themen:

Angriff auf die Ukraine – Was sagen Kulturschaffende?

Das Unfassbare ist geschehen: Putin hat den Angriff auf die Ukraine befohlen. Ein Krieg in Europa – die Entwicklungen dieser Woche haben trotz vieler Warnzeichen dann doch viele Menschen überrascht. „ttt“ spricht mit der Literaturwissenschaftlerin Oxana Matiychuk in der Ukraine über die aktuelle Lage, über einen „paranoiden“ Putin und seine Weltordnungs-Hirngespinste. Außerdem treffen wir die russische Schriftstellerin Ljudmila Ulitzkaja in Moskau, die als Kremlkritikerin selten ein Blatt vor den Mund nimmt. Der Publizist und Historiker Gerd Koenen analysiert Putins Weltbild und erkennt hinter seinem aggressiven Verhalten sein „tragisches Bild der russischen Geschichte“.


Schweigen ist keine Option – Der belarussische Autor Sasha Filipenko

Schweigen ist für ihn keine Option, auch wenn er wegen seiner Texte ins Exil musste und sein Vater in Belarus vom Sicherheitsdienst regelmäßig zum Gespräch einbestellt wird. Im Gegenteil: Sasha Filipenko spricht und schreibt offen über die Zustände in seinem Heimatland, in Russland – und über das Weltgeschehen. Vor dem Hintergrund der aktuellen Ereignisse liest sich sein neuster Roman „Die Jagd“ wie eine Blaupause auf das Vorgehen Putins gegenüber der Ukraine. In dem Buch wird ein Journalist, der es gewagt hat, sich mit einem Oligarchen anzulegen, systematisch fertig gemacht – für Filipenko werden dort dieselben Methoden angewendet, die jetzt zur Invasion Russlands geführt haben. „ttt“ hat Sasha Filipenko am Vorabend des Krieges bei einer Lesung getroffen.


„Was tun“ – Berührender Dokumentarfilm über Zwangsprostitution in Bangladesh

„Warum müssen wir mit so viel Leid leben? Gibt es keinen anderen Weg für uns Frauen?“ Diese Worte spricht eine junge Zwangsprostituierte in einem Dokumentarfilm 2011 in die Kamera. Diese Szene sieht der Filmstudent Michael Kranz und sie bewegt ihn so sehr, dass er beschließt, sich auf die Suche nach diesem Mädchen zu machen. Denn er stellt sich die Frage: Wie soll man mit all dem medial vermittelten Leid umgehen? Abstumpfen, abschalten, aktiv werden? Nur wie? Und so begibt er sich auf eine Reise nach Bangladesch, sucht das Mädchen, findet sie aber dort nicht. Dafür trifft er auf viele Kinder, die in diesen Bordellen leben. Kleine Jungen, die dort ihr Zuhause haben, weil ihre Schwester dort als Prostituierte arbeiten muss, trifft auf ein Ehepaar, das versucht, den Kindern zu helfen, spricht mit einem Menschenhändler, der junge Mädchen auf der Straße aufgreift und sie mit skrupellosen Methoden zu Zwangsprostituierten macht. Er sucht weiter nach dem Mädchen aus dem Film und stellt sich zudem die Frage: Was kann ich tun? Herausgekommen ist ein sehr bewegender Dokumentarfilm und ein von ihm gegründetes Heim für die Jungen, die in diesen Bordellen leben. „ttt“ spricht mit Michael Kranz über seinen Film „Was tun“ (Kinostart 3. März).


Sexuelle Übergriffe beim Casting – Der Dokumentarfilm „The Case You“

Die MeToo-Debatte hat das Thema sexueller Missbrauch in der Filmbranche ins Bewusstsein der Öffentlichkeit gebracht. Jetzt kommt ein Dokumentarfilm dazu ins Kino, der von einem ganz konkreten Fall und den Auswirkungen für die beteiligten Frauen erzählt. Im Film „The Case You“ von Alison Kuhn treffen sich fünf junge Schauspielerinnen. Sie hatten alle an einem Casting teilgenommen, in dem es sexuelle Übergriffe gab, und das Filmmaterial, das bei diesem Casting entstanden ist, wurde sogar ohne Rücksprache mit ihnen veröffentlicht. In „The Case You“ sprechen sie nun über ihre Sicht: Wie sie das Casting erlebt haben und was es mit ihnen gemacht hat. Entstanden ist ein intimer, eindringlicher und mutiger Film, der bereits einige Preise bei Festivals bekommen hat. „ttt“ stellt „The Case You“ (Kinostart: 10. März) vor und spricht mit Regisseurin Alison Kuhn über MeToo in der Filmbranche.


Die Zukunft des Jazz – Die Sängerin Cécile McLorin Salvant

Sie singt, komponiert und macht Kunst. Cécile McLorin Salvant verkörpert die Tradition des zeitlosen Jazz, aber öffnet ihn auch für Neues. Cover von aktuellen Popsongs interessieren sie weniger, die New Yorkerin liebt Barock-Musik und Chansons. Sie singt auf Englisch, Französisch und Spanisch, ist in diesen Sprachen zu Hause. Dreimal hat sie schon einen Grammy bekommen. Am 4. März erscheint ihr neues Album „Ghost Song“, und sie gibt drei Konzerte in Deutschland (17.3. Waiblingen, 18.3. Köln und 19.3. Kassel). „ttt“ hat die Frau mit der umwerfenden Stimme in ihrer Galerie in New York getroffen.


Moderation: Siham El-Maimouni

„ttt – titel thesen temperamente“ ist am Sendetag ab 20:00 Uhr in der ARD Mediathek verfügbar.

Im Internet unter DasErste.de