TV-Tipps arte:


 

Sonntag, 19.01. / 23:20 Uhr / R. Strauss: Ariadne auf Naxos
Oper, Frankreich, 2018, ARTE F, 132 Min.
Regie: Corentin Leconte
Komponist: Richard Strauss
Inszenierung: Katie Mitchell
Dirigent: Marc Albrecht
Libretto: Hugo von Hofmannsthal

Mit: Lise Davidsen (Ariane), Eric Cutler (Bacchus), Sabine Devieilhe (Zerbinetta), Angela Brower (Ein Komponist), Huw Montague Rendall (Harlekin), Emilio Pons (Scaramuccio), Jonathan Abernethy (Brighella), David Shipley (Truffaldin), Beate Mordal (Naïade), Andrea Hill (Dryade), Elena Galitskaya (Echo)

Online verfügbar von 12/01 bis 08/01
Erstausstrahlung

Die Oper „Ariadne auf Naxos“, die 1912 in einer Inszenierung von Max Reinhardt am Hoftheater in Stuttgart uraufgeführt wurde, ist das erfolgreichste Gemeinschaftswerk von Richard Strauss und Hugo von Hofmannsthal. Dramaturgisch geschaffen als „Stück im Stück“ setzt sich „Ariadne auf Naxos“ mit den Fragen des sich Treubleibens in der Kunst und in der Liebe auseinander. Für das Musikfestival in Aix-en-Provence hat die britische Regisseurin Katie Mitchell das mehr als hundert Jahre alte Opernwerk gehörig entstaubt. Mitwirkende sind neben dem Orchestre de Paris herausragende Solisten wie Lise Davidsen als Ariadne, Angela Brower als Komponist, Eric Cutler als Bacchus und Sabine Devieilhe als Zerbinetta. Die Aufführung wurde am 11. Juli 2018 im Théâtre de l’Archevêché in Aix-en-Provence für ARTE aufgezeichnet.

Im Hause des reichsten Mannes von Wien geht es hoch her: Das Personal und die anwesenden Künstler treffen die Vorbereitungen zu einem Fest: Nach dem Diner ist die Aufführung der historischen Oper „Ariadne auf Naxos“ vorgesehen. Der Hausherr hat diese eigens für diesen Anlass bei einem jungen Komponisten in Auftrag gegeben. Im Anschluss an die heroische Oper rund um die aus Liebeskummer selbstmordgefährdete Ariadne soll auf Wunsch des Hausherrn die komödiantische Posse „Die ungetreue Zerbinetta und ihre vier Liebhaber“ dargeboten werden. Der Komponist ist über die die kurzfristigen Änderungswünsche des launenhaften Mäzens entrüstet. Doch nicht nur er ist nervös und aufgebracht. Zu allem Übel sollen die beiden Werke schließlich nicht nur nacheinander, sondern auch noch gleichzeitig präsentiert werden, denn für Punkt neun Uhr ist ein Feuerwerk als Abschluss des Festes angesagt. Die auf Wunsch des Auftraggebers – und gegen den Willen des Komponisten – in die Ariadne-Oper eingefügten Auftritte der leichtlebigen Zerbinetta und ihrer Verehrer führt zu einer turbulenten „Gegenüberstellung der Frau, die nur einmal liebt, und der, die viele Male sich gibt“, wie es der Librettist Hugo von Hofmannsthal formuliert.

Durch ein buntes und schwindelerregendes Treiben auf der Bühne veranschaulicht die britische Regisseurin Katie Mitchell die schier unmögliche Forderung des Mäzens, die Opera seria und die Opera buffa gleichzeitig aufzuführen: Die Neuinszenierung überzeugt nicht zuletzt durch eine herausragende Besetzung: Lise Davidsen ist eine mysteriöse und stimmgewaltige Ariadne; Angela Brower besticht mit ihrer Präsenz und ihrem Timbre in der Rolle des Komponisten; Sabine Devieilhe gibt eine luftig-leichte Zerbinetta; Eric Cutler beeindruckt als Bacchus. Es spielt das Orchestre de Paris unter der Leitung von Marc Albrecht.

„Ariadne auf Naxos“ – dramaturgisch geschaffen als „Oper in der Oper“ – stellt eine künstlerische Reflexion der Frage nach dem Zusammengehen von komödiantischen und dramatischen Elementen in der Oper dar und setzt sich zudem mit den Fragen des sich Treubleibens in der Kunst und in der Liebe auseinander.

Zusatzinfo:
„Ariadne auf Naxos“ wurde 1912 in einer Inszenierung von Max Reinhardt am Hoftheater in Stuttgart uraufgeführt, dann umgeschrieben und 1916 in der Wiener Fassung erneut präsentiert. Das Orchestre de Paris unter der musikalischen Leitung von Marc Albrecht brilliert in der Wiener Fassung mit 36 Musikern. Mit der Reduzierung des Orchesters schuf Strauss einen bleibenden Beitrag zur Kammeroper des 20. Jahrhunderts. Katie Mitchell ist regelmäßig zu Gast beim Opernfestival Aix-en-Provence; frühere Produktionen waren „Written on Skin“, „Pelléas et Mélisande“ und „Alcina“.

Sonntag, 19.01. / 03:40 Uhr / F. Dürrenmatt: Der kritische Geist der Schweiz
Dokumentation, Schweiz, Frankreich, 2014, ARTESSR 52 Min.
Regie: Sabine Gisiger
Online verfügbar von 19/01 bis 18/02

Der Schweizer Schriftsteller Friedrich Dürrenmatt (1921-1990) war einer der brillantesten Denker des 20. Jahrhunderts. Einer, der sich immer mit der Welt und insbesondere mit der Schweiz, seinem Heimatland, auseinandersetzte. Der Dokumentarfilm spürt dem Menschen, Schriftsteller und Maler Dürrenmatt anhand teilweise unveröffentlichter Selbstzeugnisse nach und eröffnet so ganz neue Perspektiven auf Leben und Werk des Künstlers. Dürrenmatts Analysen der Welt des 20. Jahrhunderts sind auch noch heute von beeindruckender Aktualität.

Der Schweizer Schriftsteller Friedrich Dürrenmatt (1921-1990) war einer der brillantesten Denker des 20. Jahrhunderts. Einer, der sich immer mit der Welt auseinandersetzte – insbesondere mit der Schweiz, seinem Heimatland, das er als Gefängnis beschrieb. Dürrenmatt liebte das Absurde und das Paradoxe. Seine Theaterstücke „Der Besuch der alten Dame“ und „Die Physiker“, beide bis heute Standardrepertoire europäischer Bühnen, machten ihn in den 1950/60er Jahren weltberühmt. „Der Richter und sein Henker“, „Der Verdacht“ und „Das Versprechen“ wurden in hochkarätiger internationaler Besetzung verfilmt. Dürrenmatts literarisches Schaffen umkreist, oft mit humorvoller Distanz, die immer wiederkehrenden Themen Recht und Unrecht, Macht und Gewalt, Ohnmacht und Gnade.

Dieser reiche Archivfilm beleuchtet Leben und Werk Friedrich Dürrenmatts anhand teils unveröffentlichter Selbstzeugnisse des Schriftstellers: Montiert aus unzähligen nationalen und internationalen Film-, Funk- und Fernsehbeiträgen, in denen er sich seines Lebens erinnert, über sein Werk spricht und die Welt des 20. Jahrhunderts diagnostiziert, setzt der Dokumentarfilm dem Menschen, Schriftsteller und Maler Dürrenmatt ein innovatives Denkmal.

Montag, 20.01. / 05:00 Uhr / Beckett by Brook
Theater, Frankreich, 2017, ARTE F 61 Min.
Regie: Vincent Pouradier
Inszenierung: Peter Brook, Marie-Hélène Estienne
Licht: Philippe Vialatte
Autor: Samuel Beckett

Mit: Jos Houben, Kathryn Hunter, Marcello Magni
Online verfügbar von 13/01 bis 27/01

Peter Brook und Marie-Hélène Estienne vereinten 2006 in „Fragments“ fünf Kurzdramen von Samuel Beckett, denen sie mit dieser Zusammenstellung einen ganz neuen Klang gaben. Anfang 2015 stand das Stück auf dem Spielplan des Pariser Théâtre des Bouffes du Nord und wurde für das Fernsehen aufgezeichnet. In dem Theaterfilm sprechen Peter Brook, Marie-Hélène Estienne und die Schauspieler über das dramaturgische Abenteuer und erzählen, was sie mit Samuel Beckett verbindet.

Peter Brook und Marie-Hélène Estienne inszenierten 2006 am Pariser Théâtre des Bouffes du Nord das Stück „Fragments“, bestehend aus fünf Kurzdramen von Samuel Beckett („Rough for theatre I“, „Rockaby“, „Act without words II“, „Neither“ und „Come and go“), die sie zunächst in französischer Originalfassung auf die Bühne brachten. Anfang 2015 stand das Stück erneut auf dem Spielplan, diesmal in der von Beckett selbst stammenden englischen Übersetzung mit Kathryn Hunter, Jos Houben und Marcello Magni. In dem dabei entstandenen Theaterfilm sprechen Peter Brook, Marie-Hélène Estienne und die Schauspieler über das dramaturgische Abenteuer und erzählen, was sie mit Samuel Beckett verbindet. Peter Brook und Marie-Hélène Estienne sagen über ihre Inszenierung: „Beckett führt uns die Realität der menschlichen Existenz vor Augen, und rettet uns letztendlich durch seinen Humor. Beckett ist gegen Theorien und Dogmen; er beobachtet die Menschen in ihrem Geworfensein in ihr ungewisses Dasein. Die Wahrheit draußen vor den Fenstern entdecken sie in sich selbst und in den anderen; den Blick bald nach außen, bald nach innen gerichtet, nach oben und nach unten, ‚lang und breit‘, wie die Figur des Rockaby sagt.“ Peter Brook möchte in seiner Lesart von Beckett die Texte von alten Interpretationsansätzen befreien, die Traurigkeit, Tristesse und Hoffnungslosigkeit in den Vordergrund stellen. Mit Beckett inszeniert Peter Brook das Leiden, die Unsicherheit, das Suchen, das ziellose Weitermachen und letztendlich auch die Komik als ureigentlichen Wesenszug des Menschen.

Dienstag, 21.01. / 23:35 Uhr / Papier-Brigade ~ Die Shoah und die Bücher von Vilnius
Schwerpunkt: Gegen das Vergessen: Zum Gedenktag der Befreiung von Auschwitz
Dokumentation, Belgien, Frankreich, 2018, ARTERTBF 59 Min.
Regie: Diane Perelsztejn
Online verfügbar von 14/01 bis 20/02

„Papier-Brigade – Die Shoah und die Bücher von Vilnius“ von Diane Perelsztejn erzählt von dem Kampf um die Bewahrung der jüdischen Kultur vor der Zerstörung durch die Nazis. Von September 1941 bis September 1943 wurden 40 jüdische Intellektuelle aus dem Ghetto von Wilna (Vilnius), Litauens historischer Hauptstadt, von den Nazis gezwungen, bei der Zerstörung und Plünderung von jüdischen und nicht-jüdischen Kulturschätzen mitzuhelfen. Unter Einsatz ihres Lebens gelang es ihnen jedoch, einen Teil der wertvollsten Zeugnisse jüdischer Kultur in Europa zu retten.

Von 1933 bis 1945 setzten sich die Nazis, Hitlers Völkermordplan befolgend, zum Ziel, sämtliches jüdisches Leben auszulöschen und auch alle Spuren jüdischer Kultur endgültig zu beseitigen. Unter der NS-Herrschaft wurden so sechs Millionen Männer, Frauen und Kinder wegen ihrer jüdischen Herkunft ermordet und mehr als 100 Millionen Bücher unwiederbringlich zerstört. Der Film erzählt die Geschichte der „Papier-Brigade“: einer Gruppe von 40 Dichtern, Schriftstellern und Gelehrten, die während der NS-Besatzung von Litauens historischer Hauptstadt Wilna (Vilnius) ihr Leben aufs Spiel setzten, um die jüdischen und nicht-jüdischen Bibliotheken der Stadt vor der Zerstörung zu bewahren. In der Tat galt Wilna wegen seiner wertvollen Sammlungen, die über 800 Jahre jüdischer Geschichte und jüdischen Lebens in Europa auf einzigartige Weise dokumentierten, als das „Jerusalem des Nordens“. Außerdem beleuchtet der Film, wie die Überlebenden der „Papier-Brigade“ auch in der Nachkriegszeit und während des Kalten Krieges weitere Bücher retteten: Angesichts des erneuten Antisemitismus, diesmal vonseiten Stalins, gingen sie wieder das Risiko ein und schleusten die gefährdeten Bücher heimlich aus der litauischen Sowjetrepublik. Eine aufregende Rettungsaktion mit vielen Wendungen, die sich bis in die heutige Zeit fortsetzt und uns von Wilna nach Paris, New York und Jerusalem führt. Der Film ist ein Zeugnis der aufopfernden Bemühungen der „Papier-Brigade“ und deren Traum, die jüdische Kultur vor dem Untergang zu bewahren. Darüber hinaus veranschaulicht er die Bedeutung des kulturellen Widerstands während des Holocaust und in der Nachkriegszeit.

Dienstag, 21.01. / 03:05 Uhr / Abenteuer Museum ~ Museum der Geschichte der polnischen Juden, Warschau
Dokumentation, Deutschland, 2016, SWR 53 Min.
Regie: Ute Hoffarth
Online verfügbar von 21/01 bis 20/04

Ein Museum des Lebens und nicht des Todes will das Museum der Geschichte der polnischen Juden in Warschau sein. 2016 mit dem Europäischen Museumspreis ausgezeichnet, macht es die Geschichte der Juden in Polen sinnlich erlebbar. Einst lebte hier die Hälfte der jüdischen Bevölkerung weltweit. „Der Holocaust war nicht der Anfang und nicht das Ende jüdischen Lebens“, sagt die Kuratorin Barbara Kirshenblatt-Gimblett. Moderator Gustav Hofer erkundet das Museum und unternimmt mit seinem Gast, der polnischen Filmemacherin Małgorzata Szumowska, Streifzüge durch Warschaus Kulturszene.

Ein noch nie dagewesenes Museum – das Museum der Geschichte der polnischen Juden in Warschau – liegt im Herzen des jüdischen Warschaus, in der Gegend, aus der die Nazis während des Zweiten Weltkriegs das Warschauer Ghetto machten. Das junge Museum fungiert zugleich als Kultur- und Bildungszentrum mit einem kulturellen Programm an zeitgenössischen Ausstellungen, Filmen, Debatten, Workshops, Performances, Konzerten, Lesungen und als Plattform für Dialog und Austausch. Die beeindruckende und ausgezeichnete Architektur des Finnen Rainer Mahlamäki steht im Dialog mit dem Denkmal und drückt die Symbolik des Museums als eines des Lebens aus. Die Kuratorin Barbara Kirshenblatt-Gimblett führt den Moderator Gustav Hofer durch das Museum, dessen Konzept es ist, das Leben anstatt den Holocaust in den Mittelpunkt zu stellen. Eine mit reichen Ornamenten verzierte Holzsynagoge wurde im Museum gebaut und zeigt die farbenfrohe Seite des jüdischen Lebens. Die Designer der Museumskleidungskollektion verwenden jüdische Symbole wie den Davidstern als Aufdrucke auf T-Shirts und Pullovern. Die Ausstellung des Archivs von geheimen Aufnahmen aus dem Ghetto vermittelt dagegen die beklemmende und beengte Atmosphäre des Lebens im Ghetto. Neben den Eindrücken aus der Ausstellung begleitet die Dokumentation Gustav Hofer, der zusammen mit der polnischen Filmemacherin Małgorzata Szumowska Warschaus Mahnmale, Kulturszene und die Erinnerungskultur erkundet. Die Regisseurin liebt mystischen Realismus und wurde unter anderem für ihren Film „Body“ auf der Berlinale 2015 mit einem Silbernen Bären ausgezeichnet. Die Dokumentation geht auf Spurensuche nach dem jüdischen Warschau und trifft Menschen, die eine Botschaft der Offenheit, von Polen als Land der multikulturellen Ethnien und Mischung mit Offenheit gegenüber Fremden, verbreiten möchten.

Freitag, 24.01. / 01:10 Uhr / Tracks
Magazin, Frankreich, 2020, ARTE F 30 Min.
Regie: Realisateurs Differents
Journalist: Jean-Marc Barbieux
Erstausstrahlung


Samstag, 25.01. / 02:35 Uhr / Ausbruch aus dem Tempel ~ China tanzt
Dokumentation, Deutschland, 2016, NDR 54 Min.
Regie: Patrick Carr
Online verfügbar von 25/01 bis 24/04

Drei junge Tänzer suchen im modernen China ihre eigenen Wege – künstlerisch und persönlich. Der Dokumentarfilm begleitet sie mehr als zwei Jahre lang bei den Proben zu einem neuen Stück und zeigt in einer sehr poetischen und ästhetischen Bildsprache ihre Niederlagen und ihre Triumphe. So bietet er Einblicke in eine bisher unbekannte Seite der chinesischen Gesellschaft.

„Ausbruch aus dem Tempel – China tanzt“ erzählt die miteinander verwobenen Geschichten dreier Protagonisten aus der Welt des modernen Tanzes, die im modernen China nach ihren eigenen Wegen suchen – sowohl künstlerisch als auch persönlich. Mehr als zwei Jahre lang begleitet der Dokumentarfilm die kreativen Avantgardisten bei den Proben zu einem neuen Stück und zeigt in einer sehr poetischen und ästhetischen Bildsprache ihre Niederlagen und ihre Triumphe. So bietet er Einblicke in eine bisher unbekannte Seite der chinesischen Gesellschaft. Tänzer und Choreograph Zhao Liang sucht nach einem Sinn im schnelllebigen Kapitalismus des modernen Chinas. Er ist verschuldet und weiß, sein neues Stück muss ein Erfolg werden. Ansonsten möchte er sein Leben als buddhistischer Mönch fortsetzen. Der Tänzer Qiu Qiu kämpft mit dem übergroßen Schatten seines Großvaters, der als Meister der Peking-Oper gilt. Qiu Qiu steht im Spannungsfeld zwischen den Erwartungen seiner Familie und seiner eigenen künstlerischen Berufung. Die Tänzerin Li Nan wiederum fühlt sich zerrissen zwischen den Anforderungen, die sie als Mutter und Ehefrau zu erfüllen hat, und ihrem Wunsch nach künstlerischer Selbstverwirklichung. Die Herausforderungen der drei Tänzer verdichten sich zum Höhepunkt des Films: der Aufführung des gleichnamigen Stücks „Ausbruch aus dem Tempel“, bei dem sich auf einzigartige Weise Kunst und Schönheit mit dem Alltag im gegenwärtigen China vermischen. Die bildstarke Dokumentation feiert den modernen Tanz und bietet spannende Inneneinsichten in die heutige chinesische Gesellschaft – zwischen Tradition und Moderne.

Sonntag, 26.01. / 15:55 Uhr / Hieronymus Bosch – Vom Teufel berührt
Dokumentation, Niederlande, 2016, ZDF, 59 Min.
Regie: Pieter van Huystee
Online verfügbar von 26/01 bis 25/02

Der Niederländer Hieronymus Bosch (um 1450-1516) ist ein bedeutender Künstler der Renaissance. Seine Gemälde und Tafeln zeigen lebendige Fantasien auf Basis religiöser Themen seiner Zeit. Mit einem visionären Stil interpretierte er klassische Geschichten wie das „Das Jüngste Gericht“ neu. Denn anders als seine damaligen Kollegen stellte Bosch nicht den klerikalen Inhalt in den Vordergrund, vielmehr schien er vom Bösen fasziniert zu sein. Er erkannte es als Teil von Gottes Schöpfung an. So kann man Boschs Werke als Verarbeitung wichtiger moralischer Fragen seiner Zeit betrachten. Oder wollte der Künstler etwas anderes ausdrücken? Wie spirituell war er? War er gar vom Teufel besessen? Der Dokumentarfilm begleitet ein Forscherteam aus Bosch-Experten, das vier Jahre um die Welt reist und die angesehensten Museen der Welt aufsucht. Ihre Mission: bis zum 500. Todestag des Künstlers im Jahr 2016 das Rätsel von Hieronymus Bosch lösen. Unter der Leitung von Matthijs Ilsink wird eine Art Autopsie mit den noch 25 existierenden Werken Boschs durchgeführt. Modernste Technik ermöglicht es, einen Blick hinter die Farbe zu gewähren und die Entstehung der Gemälde nachzuvollziehen. Mit den hochauflösenden Makroaufnahmen des Teams taucht der Zuschauer in die Faszination der visionären Welt ein, die aus Szenen von Teufeln, Folter und nackten Menschen besteht. Neben den Fakten, die Historiker und Kuratoren über Hieronymus Bosch schildern, werden versteckte Details und noch nie gesehene Geschichten in den Gemälden sichtbar.

Sonntag, 26.01. / 16:55 Uhr / Metropolis ~ Tarragona

(1): Metropole: Tarragona
(2): Kunst: Olafur Eliasson im Kunsthaus Zürich
(3): Tanz: Akram Khan und seine Kompanie feiern Jubiläum
(4): Literatur: Friedrich Hölderlin – 250. Geburtstag des Dichters
(5) Literatur: Marion Messinas Roman „Fehlstart“
(6): Fotografie: Sylvain Couzinet-Jacques – Die Magie der „Unorte“

(1): Metropole: Tarragona
Tarragona, die Hafenstadt im Nordosten Spaniens, hat nicht nur Monumente des UNESCO-Welterbes zu bieten, sondern auch eine sehr politische Kulturszene. Wie positionieren sich Künstler in der Flüchtlingsfrage, wie reagieren sie auf das Erstarken der Rechtspopulisten? Metropolis trifft u.a. den Musiker Roger Conesa und die Filmemacherin Alba Sotorra, die für die Rechte der Frauen streitet.

(2): Kunst: Olafur Eliasson im Kunsthaus Zürich
Wasser, Licht, arktisches Eis – Olafur Eliasson bringt Naturphänomene ins Museum. Doch dem dänisch-isländischen Künstler geht es nicht um publikumswirksame Experimente, Kunst muss für ihn gesellschaftlich relevant sein. So auch in seiner Installation „Symbiotic seeing“ im Kunsthaus Zürich, die das Verhältnis von uns Menschen zu anderen Spezies thematisiert. Metropolis trifft Olafur Eliasson.

(3): Tanz: Akram Khan und seine Kompanie feiern Jubiläum
„Ich will mit meinen Geschichten die Eingeweide der Zuschauer treffen,“ sagt Akram Khan. Seit fast 20 Jahren schafft er das immer wieder. Eine wesentliche Rolle spielt in seinen Choreografien der traditionelle Tanz Kathak, den Khan, dessen Eltern aus Bangladesch nach London kamen, schon als Kind lernte. Mit dem Stück „Outwitting the Devil“ ist er jetzt auch in Frankreich unterwegs.

(4): Literatur: Friedrich Hölderlin – 250. Geburtstag des Dichters
„Hölderlins Orte“ und „Hölderlins Geister“ – zwei neue Bücher, die zum 250. Geburtstag dem Leben des Dichters nachspüren. Fotografin Barbara Klemm gibt den realen und fiktiven Orten, die Friedrich Hölderlin wichtig waren, ein Gesicht. Schriftsteller Karl-Heinz Ott beleuchtet seine Wirkungsgeschichte. Für die einen war er der deutscheste Nationaldichter, für andere der verrückte Jakobiner.

(5) Literatur: Marion Messinas Roman „Fehlstart“
„Fehlstart“ heißt Marion Messinas erster Roman, der jetzt auf Deutsch erscheint und aktueller ist denn je. In Frankreich ist er schon 2017 erschienen und begeisterte die Kritiker. Mit ihren detaillierten Beschreibungen des perspektivlosen Alltagslebens einer 20-jährigen in Paris, zeigt sich Messina als meisterhafte Beobachterin ihrer Zeit. Metropolis trifft die junge Autorin in Paris.

(6): Fotografie: Sylvain Couzinet-Jacques – Die Magie der „Unorte“
Sylvain Couzinet-Jacques treibt sich am liebsten an sozial brisanten Orten der Welt herum und verwandelt sie mit seiner Kamera in Poesie. Immer ganz nah dran an den Menschen und Situationen, erzählt er emotional packende Geschichten. Für sein außergewöhnliches Werk wurde der Franzose nun mit dem C/O Berlin Talent Award. Metropolis trifft ihn in seiner Ausstellung in Berlin.

Sonntag, 26.01. / 17:45 Uhr / Kit Armstrong aus dem Markgräflichen Opernhaus in Bayreuth
Kit Armstrong spielt Klaviermusik von Richard Wagner und Franz Liszt
Musik, Deutschland, 2019, ZDF 42 Min.
Regie: Bernhard Fleischer
Komponist: Franz Liszt, Richard Wagner
Mit: Kit Armstrong (Klavier)
Online verfügbar von 25/01 bis 25/04
Erstausstrahlung

Kit Armstrong ist gegenwärtig einer der interessantesten jungen Pianisten – und einer der eigenwilligsten. Mit acht Jahren gab er sein erstes öffentliches Konzert, sein Lehrer, der große Alfred Brendel, bezeichnet ihn gar als die „größte musikalische Begabung, der ich in meinem ganzen Leben begegnet bin“. Dennoch hat sich Kit Armstrong nie als „Wunderkind“ vereinnahmen lassen und stets die Kontrolle über sein Leben und seine Karriere behalten. So hat er nebenbei ein Mathematikstudium absolviert und sich mehrere Sprachen selbst beigebracht.

Heute, mit 27, ist sein Klavierspiel von einer Tiefe und Ernsthaftigkeit, die ihresgleichen sucht. Für sein Recital im Markgräflichen Opernhaus Bayreuth hat der Amerikaner Werke zweier Komponisten ausgesucht, die eng mit der fränkischen Provinzmetropole verbunden sind: Richard Wagners 1853 komponierte „Sonate für M. W.“ ist die letzte seiner drei Klaviersonaten und Mathilde Wesendonk gewidmet, der Muse seines Züricher Exils.

Armstrong kombiniert das völlig zu Unrecht nur selten gespielte Werk mit ausgewählten Stücken aus den drei „Pilgerjahren“ von Franz Liszt, Wagners generösem Förderer und Schwiegervater. Das Markgräfliche Opernhaus Bayreuth ist einer der faszinierendsten Schauplätze für Konzert- und Opernaufführungen weltweit. Seine Atmosphäre ist unvergleichlich festlich, gleichzeitig aber auch geheimnisvoll und entrückt. Es wurde 1750 eröffnet und ist eines der wenigen original erhaltenen Opernhäuser aus dieser Zeit.

Sonntag, 26.01. / 00:45 Ur / Artur Schnabel – Komponist im Exil
Dokumentation, Deutschland, 2017, RBB 52 Min.
Regie: Matthew Mishory
Mit: Markus Pawlik, Kent Nagano, Udo Samel, Igor Levit, Leon Fleisher
Online verfügbar von 26/01 bis 25/02

Artur Schnabel gilt als Ikone unter den Pianisten des 20. Jahrhunderts. Berühmt für die erste vollständige Einspielung aller Beethoven-Sonaten, bewundert für sein souveränes Klavierspiel und seine kompromisslose Haltung. Weithin unbekannt ist dagegen, dass Schnabel sich selbst mehr als Komponist denn als Interpret betrachtete. Seine eigentliche Aufgabe sah er auf dem schöpferischen, nicht dem nachschöpferischen Feld.

Artur Schnabel gilt als Ikone unter den Pianisten des 20. Jahrhunderts. Berühmt für die erste vollständige Einspielung aller Beethoven-Sonaten, bewundert für sein souveränes Klavierspiel und seine kompromisslose Haltung. Musikalischer Partner von George Szell, Otto Klemperer, Bruno Walter, Paul Hindemith, Arnold Schönberg und vielen anderen. Weithin unbekannt ist dagegen, dass Schnabel sich selbst mehr als Komponist denn als Interpret betrachtete. Seine eigentliche Aufgabe sah er auf dem schöpferischen, nicht dem nachschöpferischen Feld. Der Pianist und Schnabel-Verehrer Markus Pawlik hat Artur Schnabel als Komponisten entdeckt und folgt in dieser deutsch-amerikanischen Produktion den Spuren seines Lebens in Berlin, London, Wien, Los Angeles, Italien und der Schweiz. Pawliks Passion, seine Liebe zu Schnabel und seine Reise zu signifikanten, für Schnabel bedeutenden Orten bilden das Rückgrat des Films und bestimmen seine Struktur. Pawlik wird begleitet von dem jungen amerikanischen Regisseur Matthew Mishory, der mit poetischen Bildern diese Reise auch zu einem visuellen Erlebnis macht. Zu Wort kommen unter anderem der Dirigent Kent Nagano, die Pianisten Leon Fleisher und Igor Levit sowie der Schauspieler Udo Samel.

Sonntag, 26.01. / 01:35 Uhr / Der goldene Hahn aus dem Théâtre de la Monnaie
Oper in drei Akten von Nikolaï Rimski-Korsakow
Oper, Belgien, 2016, ARTERTBF 118 Min.
Fernsehregie: Myriam Hoyer
Komponist: Nikolai Rimski-Korsakov
Inszenierung: Laurent Pelly
Dirigent: Alain Altinoglu
Orchester: Orchestre Symphonique de la Monnaie
Choreographie: Lionel Hoche
Chor: Académie des choeurs de la Monnaie s.l.d. Benoît Giaux
Libretto: Vladimir I. Bielski
Bühnenbild / Ausstattung / Bauten: Barbara de Limburg
Kostüme: Laurent Pelly, Jean-Jacques Delmotte
Licht: Joël Adam

Mit: Konstantin Shushakov (Zarewitsch Afron), Venera Gimadieva (Zarin von Schemacha), Pavlo Hunka (Zar Dodon), Alexey Dolgov (Zarewitsch Gwidon), Alexander Vassiliev (General Polkan), Agnes Zwierko (Amelfa, die Aufseherin), Alexander Kravets (Astrologe), Sheva Tehoval (Goldener Hahn (Gesang)), Sarah Demarthe ((Goldener Hahn (Tanz))

Online verfügbar von 26/01 bis 02/02

Für seine letzte Oper fuhr der russische Ausnahmekomponist der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts Nikolai Rimski-Korsakow noch einmal sein ganzes Genie als Orchestermusiker auf und kreierte eine mitreißende, gewollt orientalistische Musik, mit der er die Figuren seiner Oper in aller Pracht in Szene setzt. Eine Steilvorlage für Alain Altinoglu, der mit „Der goldene Hahn“ seine erste Oper als musikalischer Leiter des königlichen Brüsseler Opernhauses Théâtre Royal de la Monnaie/De Munt dirigiert.

Angeödet von den nicht enden wollenden Kriegen und der Vielzahl seiner Verpflichtungen will sich der Zar Dodon nur noch um Mittagsschläfchen und Feste kümmern. Eines Tages bietet ihm ein geheimnisvoller Astrologe das an, was ihm dafür schon immer gefehlt hat: einen goldenen Hahn, der ihm die Angriffe seiner Feinde voraussagt. Klingt beinahe zu schön, um wirklich wahr zu sein … Nach der erfolgreichen Zusammenarbeit mit Alain Altinoglu, dem musikalischen Leiter des königlichen Brüsseler Opernhauses Théâtre Royal de la Monnaie/De Munt, an Jules Massenets „Cendrillon“ im Jahr 2011 kehrt Regisseur Laurent Pelly nach Brüssel zurück und lässt seiner Fantasie freien Lauf, um dieses Abenteuer voll zügelloser Rhythmen auf die Bühne zu bringen. Auch wenn „Der goldene Hahn“ bereits mehr als hundert Jahre auf dem Buckel hat: Die politische Satire unter dem Deckmantel eines Märchens hat über die Zeit nichts von ihrem bissigen Sarkasmus eingebüßt.

Mittwoch, 29.01. / 05:00 Uhr / Mussorgskis Bilder einer Ausstellung
Musik, Deutschland, 2016, RBB 41 Min.
Regie: Michael Beyer
Komponist: Modest Mussorgski
Dirigent: Tugan Sokhiev
Orchester: Deutsches Symphonie-Orchester
Online verfügbar von 29/01 bis 28/02

„Diese Kombination zweier genialer Komponisten aus Frankreich und Russland ist wirklich fantastisch“, so Tugan Sokhiev über Mussorgskis „Bilder einer Ausstellung” in der Orchestrierung von Maurice Ravel. Kurz vor dem Ende seiner Amtszeit als Chefdirigent des Deutschen Symphonie-Orchesters Berlin hat er diese brillante und farbenreiche Fassung in der Berliner Philharmonie dirigiert. Für Sokhiev sind die „Bilder einer Ausstellung“ eines jener Werke, die ihm immer wieder bewusst machen, warum er Musiker geworden ist.

Modest Mussorgski komponierte das Stück 1874 nach dem Besuch einer Ausstellung in Sankt Petersburg, die seinem kurz zuvor verstorbenem Freund Viktor Hartmann gewidmet war. Die über 400 Exponate dieser Gedenkausstellung regten Mussorgski dazu an, Hartmann auch ein musikalisches Denkmal zu setzen. So komponierte er – zunächst für Klavier – die „Bilder einer Ausstellung“, von denen jeder einzelne Satz ein bestimmtes Bild beschreibt. Heute ist das Werk vor allem in seiner Orchesterfassung bekannt, die der französische Komponist Maurice Ravel im Jahr 1922, also fast ein halbes Jahrhundert nach der Uraufführung, erarbeitete.

Das Deutsche Symphonie-Orchester Berlin (DSO) hat in den rund 70 Jahren seines Bestehens das Berliner Musikleben und das kulturelle Ansehen der Stadt wesentlich geprägt. Gegründet wurde es 1946 vom Rundfunk im amerikanischen Sektor (RIAS). Bereits unter seinem ersten Chefdirigenten Ferenc Fricsay erwarb sich das damalige Radio-Symphonie-Orchester Berlin (RSO) international einen ausgezeichneten Ruf durch seinen transparenten und flexiblen Klang, seine Stilsicherheit, sein Engagement für Musik der Gegenwart und seine Offenheit für mediale Chancen. Nach Lorin Maazel, Riccardo Chailly, Vladimir Ashkenazy, Kent Nagano und Ingo Metzmacher war Tugan Sokhiev von 2012 bis zum Ende der Spielzeit 2015/16 Chefdirigent und Künstlerischer Leiter. Die „Bilder einer Ausstellung“, eines seiner letzten Konzerte mit dem DSO, zeigen noch einmal, wie eingespielt und vertraut Orchester und Dirigent nach den vier gemeinsamen Jahren miteinander sind.

Donnerstag, 30.01. / 05:00 Uhr / Hurricane Festival 2016: Dropkick Murphys
Musik, Deutschland, 2016, ZDF 60 Min.
Regie: Sven Offen
Online verfügbar von 29/01 bis 29/02

Seit über 20 Jahren beweisen die Dropkick Murphys, dass eine Mischung aus Punkrock und Irish Folk kein Widerspruch sein muss – auch dann nicht, wenn diese Musik von der amerikanischen Ostküste kommt. Denn Boston ist die Stadt in Amerika mit dem höchsten irisch-stämmigen Bevölkerungsanteil in den Staaten, und die Dropkicks sind dort natürlich auch Stammgäste beim St. Patrick’s Day. In Amerika werden die neuen Platten immer erfolgreicher, die letzten waren auch Charterfolge in Europa.

Sie vermischen in ihrer Musik Elemente aus Punkrock, Rock und Folk, wobei vor allem die ungewöhnliche Instrumentierung neben dem klassischen Rockbesteck den irischen Klang erzeugt: Akkordeon, Tin Whistle, Banjo und immer wieder auch mal ein Dudelsack. Mit dieser Mischung hat sich die Band eine stabile Fangemeinde auf der Welt erspielt. Live sind sie ein besonderes Erlebnis: Bei ihren energiegeladenen Shows geben die Musiker auf der Bühne und die Fans davor alles bis zur Verausgabung.

Freitag, 31.01. / 21:45 Uhr / Ich bin Steve McQueen
Schwerpunkt: Festtagsprogramm
Dokumentarfilm, USA, 2014, ARTE 87 Min.
Regie: Jeff Renfroe
Online verfügbar von 31/01 bis 01/03

Kultstar, Rennfahrer und Herzensbrecher: Steve McQueen gilt als der „King of Cool“ des amerikanischen Kinos der 60er und 70er Jahre. „Ich bin Steve McQueen“ dokumentiert die außerordentliche Karriere des Ausnahmeschauspielers und beleuchtet dabei insbesondere die Wechselbeziehung zwischen seinen persönlichen und beruflichen Erfahrungen. Der Film kombiniert nie gezeigte Interviews von Familienmitgliedern, Weggefährten und Steve McQueen selbst mit seltenen Archivaufnahmen und Auszügen aus seinen bekanntesten Filmen. „Ich bin Steve McQueen“ richtet den Fokus dabei auf die eher unbekannten Seiten der aufregenden Lebensgeschichte des Schauspielstars.

„I live for myself and I answer to nobody.“
Steve McQueen ist unbestrittenermaßen einer der kultigsten Hollywoodschauspieler aller Zeiten. Ein Leinwandstar mit kernig-männlicher Erscheinung, Sexappeal und Ausstrahlungskraft. Aus dem schwer erziehbaren Jungen und kleinstadtkriminellen Jugendlichen wurde einer der bestbezahlten und gefragtesten Schauspieler seiner Generation. Steve McQueen alias „King of Cool“ genoss den Ruf eines ehrgeizigen Individualisten, der sich nichts sagen ließ. Oft spielte er rastlose und doch zielstrebige Antihelden – Charaktermerkmale, die seine Filmfiguren ebenso auszeichneten wie sein wahres Ich. In einer Epoche des gesellschaftlichen Aufruhrs waren seine Filmrollen quasi ein Spiegelbild seines echten Lebens. Privat ein leidenschaftlicher Rennfahrer, brachte er seine Vorliebe für schnelle Flitzer durch bahnbrechende Stunts und Verfolgungsszenen in Filmklassikern wie „Gesprengte Ketten“ und „Bullitt“ auf die Leinwand. Dieser filmische Ausdruck seiner wahren Persönlichkeit machte Steve McQueen zum amerikanischen Symbol für Freiheit und Individualität. Schon immer wollte er berühmt werden; in späteren Jahren strebte er ironischerweise jedoch wieder nach einem authentischeren und einfacheren Lebensstil. Sein Leben verflog wie eine schnelle Motorradfahrt: 1980 erlag er im Alter von 50 Jahren dem frühen Krebstod. „Ich bin Steve McQueen“ dokumentiert die außerordentliche Karriere des Ausnahmeschauspielers und erforscht dabei insbesondere die Wechselbeziehung zwischen seinen persönlichen und beruflichen Erfahrungen. Der Film kombiniert nie gezeigte Interviews von Familienmitgliedern, Weggefährten und Steve McQueen selbst mit seltenen Archivaufnahmen und Auszügen aus seinen bekanntesten Filmen.

Freitag, 31.01. / 23:15 Uhr / Tracks
Magazin, Deutschland, 2020, ZDF 30 Min.
Regie: N.N.
Erstausstrahlung

Diese Woche stellt „Tracks“ die Gaddafi Gals und ihren internationalen Sound jenseits aller Schubladen vor. Außerdem besteigt „Tracks“ die Dächer New Yorks, um dort die letzten verbliebenen Taubenzüchter des Big Apple zu treffen. Und „Tracks“ wirft einen Blick in die gerade wiederauferstehende legendäre Hamburger Graffiti-Spielwiese, die OZM Gallery.

(1): Gaddafi Gals
Schon mit ihrer ersten EP weckten sie die Aufmerksamkeit der „New York Times“. Kein Wunder, ist ihre Musik doch absolut eigen, nicht im gängigen Schubladensystem einzuordnen und absolut zeitgemäß. Außerdem haben die Gals was zu sagen.

(2): Above the Streets
Über den Dächern der Metropole New York stirbt eine alte Tradition aus. Doch noch gibt es sie, die Taubenzüchter der Millionenmetropole, die mit ihren choreographierten Schwärmen meist unbemerkte Kunstwerke an den Stadthimmel zaubern. Bedroht von den Auswüchsen der Gentrifizierung trifft „Tracks“ einige der Letzten ihrer Art.

(3): OZM Reloaded
Die OZM Gallery in Hamburg ist abgerissen und Geschichte …? Nicht wirklich, denn derzeit ersteht die einzigartige Graffiti-Spielwiese neu und wird dabei größer und besser als je zuvor. „Tracks“ zeigt den Beginn der Wiederauferstehung.

Freitag, 31.01. / 23:45 Uhr / Prince: Sign O‘ The Times
Musik, Niederlande, 1987, ARTE 79 Min.
Regie: Tim Clawson
Mit: Prince
Online verfügbar von 24/01 bis 01/03

1987 – Superstar Prince gibt drei legendäre Konzerte im Sportpaleis Ahoy in Rotterdam. Es sind die letzten Shows seiner Europatournee. Aus den Zusammenschnitten dieser Konzerte, kombiniert mit später aufgezeichneten Szenen und Choreographien, entsteht der Konzertfilm „Sign O‘ The Times“, der noch im selben Jahr in den amerikanischen Kinos anläuft. Obwohl die Musik definitiv im Vordergrund steht, spielt sich im Film die Handlung einer problematischen Dreiecksbeziehung ab – dargestellt durch Prince, die Tänzerin Cat und den Tänzer Wally Safford.

Zum Abschluss seiner Europatournee im Jahr 1987 gibt der US-amerikanische Superstar Prince drei Konzerte im Rotterdamer Sportpaleis Ahoy. Vor begeistertem Publikum spielen er und seine Band 13 Stücke, von denen elf aus seinem Doppelalbum „Sign O‘ The Times“ und alle Titel außer „Now’s The Time“ aus seiner eigenen Feder stammen. Blinkende Leuchtreklame auf der Bühne erweckt das Flair eines Kneipenviertels in einer imaginären Großstadt. Die Konzertmitschnitte wechseln sich ab mit später ergänzten Szenen und Choreographien, die auf der Straße vor dieser städtischen Kulisse spielen. Aufgeheizt wird das Ganze durch die kaum steigerungsfähige Performance von Sheila E., Boni Boyer und Cat. Zwischendurch erscheint Sheena Easton im Rockvideo „U Got the Look“. Prince ist in ständiger Bewegung und zeigt sich als schillernder, charismatischer Meister der Show. Die Pariser Tageszeitung „Le Matin“ bescheinigt der Show „zwei Stunden entfesselter Perfektion“, die holländische Zeitung „Trouw“ meint, der Auftritt von Prince stelle „alles bisher auf Pop-Bühnen Gezeigte in den Schatten“, und die Münchener „Abendzeitung“ nennt Prince den „Mozart des Rock“.

Freitag, 31.01. / 01:05 Uhr / Queens of Pop ~ Aretha Franklin
Dokumentationsreihe, Deutschland, 2011, ZDF, 26 Min.
Regie: Simone Owczarek
Online verfügbar von 31/01 bis 14/02

Es gibt wohl keine Frau, die den Titel „Queen of Soul“ so sehr verdient hat wie Aretha Franklin. In der Kindheit durch die Gospelmusik in der Kirche ihres Vaters geprägt, kommt sie schon früh mit dem Soul in Berührung. Mit zehn Jahren wird sie Vorsängerin des Kirchenchores. Ihr weiterer Lebensweg ist von biografischen Brüchen und Hindernissen gezeichnet, doch bleiben die in ihrer Musik ausgedrückte Forderungen nach Respekt und Akzeptanz von Minderheiten nicht ungehört. Spätestens 1967 mit dem Plattenvertrag bei Atlantic Records erhält sie auch vom breiten Publikum den gebührenden Erfolg. Doch ihre Wurzeln vergisst sie nie und selbst in ihren größten Erfolgen, „Respect“ und „Chain of Fools“, lässt sie den Gospel aus der Kirche ihres Vaters mitklingen. Lautstark nutzt sie ihre mächtige Stimme, um gegen Rassismus, Sexismus und Apartheid auf der ganzen Welt zu kämpfen und engagiert sich wie ihr Vater in der Bürgerrechtsbewegung. Aretha Franklin ist eine Frau mit einem unverkennbaren schwarzen und weiblichen Selbstbewusstsein, die vielen Afroamerikanern und Afroamerikanerinnen die Tür in eine neue Welt öffnete. Die Dokumentation zeigt, wie eng das Leben der Künstlerin und ihr musikalischer Werdegang mit den Entwicklungen insbesondere der Bürgerrechtsbewegung verwoben sind und spannt einen Bogen von der politischen Wirkung Martin Luther Kings bis zur Amtseinführung Barack Obamas.

Freitag, 31.01. / 01:35 Uhr / Josephine Baker, Ikone der Befreiung
Dokumentation, Frankreich, 2017, ARTE F 53 Min.
Regie: Ilana Navaro
Wiederholung vom 05.01.

Freitag, 31.01. / 02:30 Uhr / Fred Astaire gibt den Ton an
Dokumentation, Frankreich, 2016, ARTE F 43 Min.
Regie: Philippe Pouchain, Yves Riou
Wiederholung vom 19.01.


Samstag, 01.02. / 05:35 Uhr / Tankstellen des Glücks
Dokumentarfilm, Deutschland, 2016, ZDF 90 Min.
Regie: Jérémy JP Fekete, Tuan Lam, Marco Wilms
Mit: Friedrich Liechtenstein
Online verfügbar von 01/02 bis 02/03

Entertainer Friedrich Liechtenstein macht sich in einem goldenen Oldtimer auf die Suche nach den romantischsten Tankstellen in Europa. Hier an den Kathedralen der Freiheit tankt er auf und trifft prominente Musiker und Künstler, müde Truckdriver, verliebte Paare und einsame Weltenbummler. Der Film, der auf der im Mai 2016 gesendeten gleichnamigen zehnteiligen Serie basiert, ist eine popkulturelle Hommage an den „Unort“ Tankstelle, eine poetische Umarmung einer untergehenden Welt, ein Roadmovie durch Europa zwischen Trash und Poesie.

Ein elegantes und verrücktes Roadmovie von einer Zapfsäule zur nächsten. Für Künstler und Entertainer Friedrich Liechtenstein jedoch ist es eine Fahrt zu den romantischsten Orten der Welt. Zu leuchtenden Inseln, aus denen sich der Treibstoff in die Tanks der Fahrzeuge ergießt. Für ihn sind sie Treffpunkt und Zwischenstopp für das wichtigste Gut der Freiheit: das Reisen. So eine Reise beginnt Friedrich Liechtenstein mit frisch polierten goldenen Fingernägeln, im Tweedanzug und mit Sonnenbrille fährt er von Berlin nach Wien, das Mekka für Tankstellenliebhaber, weiter nach Porto Venere an der ligurischen Küste, über Paris und Mailand nach Kopenhagen und wieder zurück in seine Heimatstadt Berlin. Auf seinem Roadtrip schlüpft er in die Rolle des Tankstellen-Connaisseurs, dessen größte Passion diese faszinierenden Knotenpunkte des modernen Lebens sind. Schließlich kennt er sie alle: die alten und ganz alten Tankstellen sowie ihre Tankwarte und Besitzer, die mit Leidenschaft seit Jahrzehnten Autos betanken. Wo sich sonst Reisende mit Fast Food und Kaffee eindecken, trifft Friedrich Liechtenstein schillernde Persönlichkeiten. An den Zapfsäulen singt und tanzt er mit Musikern wie Richard Dorfmeister, Mousse T, Gunter Gabriel und Dieter Meier von Yello, trifft Multimillionäre wie den Fiat-Erben Lapo Elkann, plaudert mit Tankstellenpächtern und Experten, kocht mit Tankwarttochter und Sterneköchin Léa Linster. Im Schutz der Anonymität des Transitraumes öffnen die Protagonisten ihre Herzen und füllen den Ort mit längst vergessenen, noch nie erzählten Geschichten.

Samstag, 01.02. / 07:05 Uhr / Hundert Meisterwerke und ihre Geheimnisse: Die Nachtwache, Rembrandt, 1642
Dokumentationsreihe, Frankreich, 2017, ARTE F 26 Min.
Regie: Carlos Franklin
Online verfügbar von 25/01 bis 01/04

Rembrandt schuf mit „Die Nachtwache“ das Meisterwerk des niederländischen Goldenen Zeitalters. Dank seines Muts und seiner Genialität wird das lebensgroße Porträt einer Bürgermiliz zu einer lebensfrohen Metapher auf das mächtige, tolerante Amsterdam.

Die Geschicke von Rembrandt und Amsterdam sind eng miteinander verbunden. Die 63 Lebensjahre von Rembrandt fallen genau mit der Blütezeit der Stadt im Goldenen Zeitalter der Niederlande zusammen.

In der calvinistischen Republik der Vereinigten Niederlande wird Meinungsfreiheit garantiert, weshalb unterdrückte Hugenotten und Juden aus anderen Teilen Europas dorthin flüchten. Die Macht haben reiche Händler, die für die Stadt mehr Unabhängigkeit und Wirtschaftswachstum anstreben.

Rembrandt, Maler und Meister des Lichts, der bei seinen Porträts stets den versteckten Charakter der Modelle herauszuarbeiten weiß, bekommt den Auftrag, eine Kompagnie einer Bürgerwehr auf der Leinwand zu verewigen. Es handelt sich hierbei übrigens nicht um eine Nachtwache. Dieser Titel wurde dem Werk erst 150 Jahre später verliehen, nachdem es aufgrund der aufgebrachten Lackschichten nachgedunkelt war.

In den Niederlanden, wo Gemälde zum Mobiliar der Bourgeoisie gehören, ist Rembrandt einer von unzähligen Auftragsmalern. Zu diesem Moment am Gipfel seines Ruhms angekommen, kündigt er ein Werk an, „das noch lange in aller Munde sein werde“. Und in der Tat hebt er sich mit „Die Nachtwache“ von der Masse ab, indem er danach strebt, nicht nur die Realität, sondern die dahintersteckende Wahrheit zu malen. Seine künstlerische Ausdrucksweise und sein Spiel mit Licht und Dunkel erreichen in diesem Werk ihren Höhepunkt.

Mit diesem zügellosen Gebaren der sonst so enthaltsamen protestantischen Händler, mit diesem organisierten Chaos, in das er mit einem Augenzwinkern aus der Zeit gefallene Gegenstände einbettet, verdeutlicht er Stolz und Reichtum der Kompagnie.

Als Historiker seiner Zeit schafft Rembrandt somit eine lebensfrohe Metapher auf das mächtige und tolerante Amsterdam.

Samstag, 01.02. / 23:55 Uhr / Square für Künstler: Carte Blanche für Pierre Richard
Magazin, Frankreich, 2020, ARTE 22 Min.
Online verfügbar von 25/01 bis 02/03
Erstausstrahlung

Sonntag, 02.02. / 05:45 Uhr / David Hockney – Die wiedergefundene Zeit
Dokumentation, Deutschland, 2017, ZDF 53 Min.
Regie: Michael Trabitzsch
Online verfügbar von 01/02 bis 03/03

David Hockney ist einer der weltweit bekanntesten und populärsten Künstler der Gegenwart. Seine Bilder prägen seit den 60er Jahren die Vorstellungen von Licht und Landschaft Kaliforniens. Seine Swimmingpool-Bilder sind Ikonen der Pop-Art. Im Juli 2017 feierte Hockney seinen 80. Geburtstag. Die Tate Britain richtete ihm eine große Retrospektive aus, das Centre Pompidou ebenfalls. Das Porträt zeigt einen Künstler, bei dem das Maximum an Leben, an Bild, an Realität das Schaffen prägen, bei dem das Naheliegende – Landschaften und Freunde – das Werk bestimmen.

Im Juli 2017 feierte David Hockney, einer der bekanntesten Künstler der Gegenwart, seinen 80. Geburtstag. Die Tate Britain richtete ihm eine große Retrospektive aus. Das Centre Pompidou übernahm diese Schau, machte sie doppelt so groß und damit zur größten Retrospektive seiner Werke überhaupt. David Hockney, dessen Bilder seit den 60er Jahren die Vorstellungen von Licht und Landschaft Kaliforniens prägen, war Rebell, Dandy, Pop-Artist und Bohemien. Er studierte zusammen mit dem Regisseur Ridley Scott. Neben Francis Bacon und Lucien Freud ist er der letzte der drei großen englischen „Söhne Picassos“. In den Swinging Sixties ging er nach Amerika, in das ebenso rebellische wie für einen unbekümmerten Lebensstil bekannte Kalifornien. Da war er schon ein berühmter Künstler, zu seinen Freunden zählten die „Wilden“: Dennis Hopper, Andy Warhol und Jack Nicholson. Seine sexuell aufgeladenen Swimmingpool-Bilder aus Los Angeles, wo er sich Haus und Atelier gekauft hatte, machten ihn weltweit bekannt: „A Bigger Splash“. Er zog sich nach Santa Monica und Malibu zurück und suchte die Unendlichkeit an Aussichtspunkten des Grand Canyon: „A Bigger Grand Canyon“. Hockney adaptierte alle möglichen Techniken, um Realität neu, schnell, zusammengesetzt und seriell wiedergeben zu können, und er blieb immer hungrig, wissensdurstig, innovativ und intensiv. Das Maximum an Leben und Realität prägen sein Schaffen, das Naheliegende – Landschaften und Freunde – machen sein Werk aus, das die Landschaften von Yorkshire und Kalifornien, die Hockneys Leben und Arbeit geprägt haben, in Beziehung zueinander setzen.

Sonntag, 02.02. / 11:00 Uhr / Vergessene Schätze des Mittelmeers: Das Israel-Museum, Jerusalem
Dokumentationsreihe, Frankreich, 2016, ARTE F 26 Min.
Regie: Jérôme-Cécil Auffret
Online verfügbar von 26/01 bis 02/04
Erstausstrahlung

Wie ein riesiges Schiff, den Rumpf prall gefüllt mit Menschheitserinnerungen, wogt das Israel-Museum über Jerusalem. Seine vielfältigen, epochen- und länderübergreifenden Sammlungen reichen von der Vorgeschichte bis in die Moderne. Es erzählt die Geschichte des jüdischen Volkes, aber auch die Geschichten unzähliger anderer Völker. Eine Million Besucher jährlich entdecken hier das Erbe verschwundener Zivilisationen und die Geschicke derer, die sie geprägt haben.

Zur Zeit der ersten Weltreiche war das Heilige Land eingebettet zwischen dem pharaonischen Ägypten und den Königreichen Mesopotamiens. Alle Reisenden, alle Eroberer mussten es passieren, es war das Tor zwischen Orient und Okzident. Dieses uralte Land ist die Wiege der mythischen Stadt Jerusalem. Hier, am Schnittpunkt der Welten und der Völker, entwickelten sich die Religionen. Jerusalem wurde zur Geburtsstätte des Monotheismus. Gewaltsam vertrieben, lebte sein Volk – das der Hebräer – lange Zeit verstreut in der ganzen Welt und wurde von der Kultur vieler anderer Völker beeinflusst.Nach der Gründung des Staates Israel 1948 suchten die aus dem Exil heimgekehrten Juden einen Ort, dem sie das anvertrauen konnten, was sie in fernen Ländern gesammelt hatten. Also bauten sie ein Museum: das Israel-Museum in Jerusalem. Es erzählt die Geschichte des jüdischen Volkes, aber auch die Geschichten anderer Völker, denen es auf seinem Weg begegnet ist.Mit seinen einzigartigen Sammlungen aus allen Epochen und Kulturen ist das Israel-Museum ein Universalmuseum. Kunst aus aller Welt floss in das Israel-Museum, dem viele Familien ihre Sammlungen spendeten. Diese erweiterten den Blick auf die Welt und jenes Los der Zivilisationen, die durch Zeiten des Umbruchs, der Blüte, Zerstörung und Wiedergeburt gegangen waren. Ihnen allen ist gemein, dass sie den Stürmen der Geschichte getrotzt haben.

Sonntag, 02.02. / 15:20 Uhr / Die großen Künstlerduelle: Van Gogh vs. Gauguin
Dokumentationsreihe, Deutschland, 2016, ZDF 52 Min.
Regie: Andreas Gräfenstein
Online verfügbar von 01/02 bis 16/02

Arles, 1888: Vincent van Gogh ist der Erfüllung seines großen Lebenstraums ganz nah. Sein Malerkollege Paul Gauguin ist in die Provence gekommen, in sein „gelbes Haus“, sein Atelier des Südens. Mit ihm will er eine zukunftsweisende Künstlerkolonie begründen. Im Oktober des Vorjahres hatten sich die beiden Künstler in Paris kennengelernt, dem Zentrum der Kunstwelt. Der Impressionismus ist allgegenwärtig, und am Montmartre wartet neben van Gogh und Gauguin ein ganzer Kreis von Künstlerkollegen auf den Durchbruch. Es ist die Zeit der Bohème und eines neuen Typus des antibürgerlichen Künstlers.

Doch Vincent will so schnell wie möglich die Stadt verlassen. Er sucht das Licht des Südens. Finanziert von seinem Bruder Theo lässt er sich in Arles nieder, malt Sonnenblumen ohne Ende und träumt von einer Künstler-WG. Er lädt Paul Gauguin ein, ihm zu folgen. Beide sind schwierige Charaktere. Sie diskutieren, streiten, kämpfen. Es geht um künstlerische Arbeitsweisen und Vorbilder – und wie fast immer, um Frauen. Nach zwei Monaten eskaliert die Lage in der klaustrophobischen Künstler-WG. Van Gogh hat ein Ohr weniger und ein Mythos ist geboren.

Was ist geschehen in der Nacht zum 24. Dezember 1888? Viele Jahre beschäftigen sich die Kunsthistoriker Sjraar van Heugten, Belinda Thomson und Nienke Bakker schon mit Leben und Wirken der beiden Wegbereiter der modernen Kunst. Jetzt erzählen sie die fesselnde Geschichte der neun Wochen von Arles und ihrer Auswirkungen auf die Kunstwelt.

Sonntag, 02.02. / 16:15 Uhr / Metropolis Spezial: Kunst nach Auschwitz
Magazin, Deutschland, 2020, ZDF 43 Min.
Regie: N.N.
Online verfügbar von 31/01 bis 02/05
Erstausstrahlung

(1): Kunst nach Auschwitz
Vor 75 Jahren wurde das Konzentrationslager Auschwitz-Birkenau befreit. Der schlimmste denkbare Schrecken stieß auch die Kunst in eine tiefe Sinnkrise. Ist es barbarisch, nach Auschwitz ein Gedicht zu schreiben, wie Theodor Adorno es behauptet hat? Ist ein solches Grauen überhaupt darstellbar? Und wenn ja, wie? Für den zeitgenössischen Künstler, der sich mit dem Holocaust befasst, besteht die Gefahr, lediglich Betroffenheitsrituale zu produzieren. Aber wo liegen die Grenzen? Kunst über den Holocaust ist oft umstritten.

Sonntag, 02.02. / ab 17:30 Uhr / Schwerpunkt: LUDWIG VAN – Beethoven-Jahr auf ARTE
Schwerpunkt, ARTE90 Min.

Beethoven, der Europäer, gibt in seinem 250. Jubiläumsjahr bei ARTE den Ton an. Am 1. Februar lädt ARTE zum Konzert nach Paris, Bertrand Chamayou übernimmt den Solopart in Beethovens Klavierkonzert Nr. 5. Am 2. Februar geht es nach Nantes, zum Abschlusskonzert des Klassikfestival La Folle Journée, mit Ausschnitten aus Beethovens einzigem Violinkonzert, aus der 7. Symphonie und der Mondscheinsonate. Gleich im Anschluss geht es dann auf die Reise rund um die Welt auf den Spuren der Neunten Symphonie und ihrer berühmten Ode an die Freude.

Im Jahr 2020 feiert ARTE den großen Komponisten Europas: Ludwig van Beethoven. Beethovens Musik ist aber auch die Musik der ganzen Welt. Der Schlusssatz der Neunten Symphonie ist die offizielle Hymne der Europäischen Union und praktisch die zweite Nationalhymne Japans. „Alle Menschen werden Brüder“, die Ideale eines aufgeklärten Humanismus, sind die Grundpfeiler in Beethovens Schaffen.Die Rezeptionsgeschichte von Beethovens Neunter Symphonie ist einzigartig. „Beethovens Neunte – Symphonie für die Welt“ ist ein Versuch, zu verstehen, was diese Symphonie so einzigartig macht. Die Autoren reisten dafür nach Osaka, Shanghai, Kinshasa, São Paulo, Salzburg, Barcelona und London. Die Dokumentation wird am Sonntag, den 2. Februar ausgestrahlt und ist der Ausklang des ersten Beethovenwochenendes im Beethovenjahr 2020 auf dem Sender.Am Vorabend interpretiert Bertrand Chamayou Beethovens 5. und letztes Klavierkonzert, das auch den Beinahmen „Emperor“ trägt. Begleitet wird er vom Orchestre Philharmonique de Radio France unter der musikalischen Leitung von Mikko Franck.Am Sonntag überträgt ARTE live aus Nantes das Abschlusskonzert der Folle Journée mit Ausschnitten aus bekannten Beethoven-Kompositionen, wie der Symphonie Nr. 7, dem Violinkonzert oder der Mondscheinsonate.Online stellt ARTE im Laufe des Beethovenjahres den kompletten Opus-Katalog des jüngsten der drei „Klassiker“ der Hauptvertreter der Wiener Klassik, mit historischen, von Beethoven selbst zusammengestellten Konzerten, der Kammermusik, seinen Liedern, Symphonien und seinen Bühnenwerken. Im Februar sind unter anderem die Aufführungen unter Leitung von Mariss Jansons, Philippe Jordan, Daniel Barenboim, Christoph Eschenbach und mit berühmten Interpreten wie Jewgeni Kissin, Lang Lang, Nelson Freire und vielen anderen zu erleben.

Sonntag, 02.02. / 17:30 Uhr / Beethoven bei der Folle Journée in Nantes
Schwerpunkt: LUDWIG VAN – Beethoven-Jahr auf ARTE
Musik, Frankreich, 2020, ARTE F 90 Min.
Regie: Francois-René Martin
Dirigent: Xian Zhang
Orchester: Orchestre Philharmonique de Radio France
Moderation: Saskia de Ville
Erstausstrahlung

Die diesjährige Folle Journée feiert mit der Welt Beethovens 250. Geburtstag. ARTE überträgt das Abschlusskonzert live aus Nantes und bietet – ergänzend zu diesem Programm – weitere Kammermusikstücke und Livekonzerte in der Mediathek. Heute auf dem Spielplan: Ausschnitte aus der Mondscheinsonate, der Symphonie Nr. 7 und Auszüge aus dem vierten Klavierkonzert. Am Pult des Orchestre Philharmonique de Radio France: die chinesische Dirigentin Xian Zhang. Zum Auftakt dieser Live-Übertragung gibt es ebenfalls Kammermusik, wie das Bläseroktett in Es-Dur und den ersten Satz der berühmten Mondscheinsonate.

Die Folle Journée von Nantes ist eines der beliebtesten Klassikfestivals in ganz Frankreich. Mit über 300 Konzerten und rund 150.000 Besuchern in nur fünf Tagen im Kongresszentrum der bretonischen Stadt bietet die Folle Journée Klassik im großen Stil an. Für den Namen bedienten sich die Veranstalter bei Mozart. „La Folle Journée“ – der tolle Tag – ist der Titel der französischen Vorlage zu Mozarts „Hochzeit des Figaro“. Es handelt sich um George Beaumarchais‘ Theaterstück „Der tolle Tag oder Figaros Hochzeit“.

2020 ist das Festival einem Zeitgenossen von Mozart gewidmet: Ludwig van Beethoven. Beethoven war 16 Jahre alt, als er bei Mozart vorsprach, um dessen Schüler zu werden. Die Folle Journée bietet in diesem Jahr unter dem Mozart-Motto vier Tage lang Musik von und um Beethoven.

ARTE sendet das Abschlusskonzert live und bietet eine ganze Reihe von Konzerten live im Internet an. Die chinesische Dirigentin Xian Zhang ist die musikalische Leiterin des musikalischen Festivalausklangs. Es spielt das Orchestre Philharmonique de Radio France und viele junge und bekannte Solisten. Sie interpretieren Ausschnitte aus beliebten Werken des Revolutionärs der Wiener Klassik: der Mondscheinsonate, der Symphonie Nr. 7, dem Violinkonzert oder dem Klavierkonzert Nr. 4. Auch weniger bekannte kammermusikalische Stücke werden aufgeführt, wie das Bläseroktett Es-Dur und die Sonate für Violine und Klavier Nr. 4 „Frühlingssonate“.

Sonntag, 02.02. / 22:10 Uhr / Mr. und Mrs. Hitchcock
Dokumentation, Frankreich, 2018, ARTE F 54 Min.
Regie: Laurent Herbiet
Online verfügbar von 26/01 bis 02/04
Erstausstrahlung

Vom Film bis zum Privatleben haben sie alles geteilt: Alfred Hitchcock und Alma Reville – ein Ausnahme-Tandem der Filmgeschichte. Die Liebesgeschichte der beiden ist untrennbar mit ihrem gemeinsamen Werk verbunden. Alma ist Mutter von Hitchcocks Tochter, seine Mitarbeiterin und Seelenverwandte. Die Hitchcock-Biografie zeigt, dass das Werk des Filmemachers in Wirklichkeit vierhändig geschrieben worden ist. Doch auch andere Frauen, ob Schauspielerinnen oder Drehbuchautorinnen wie Dorothy Parker oder Sally Benson, trugen wesentlich zu Hitchcocks Karriere und zur Entstehung seiner legendären Werke bei.

Spannung, Nervenkitzel, Serienmörder, Psychopathen aller Art und eine Vorliebe für kühle Blondinen – dem breiten Publikum ist Alfred Hitchcock vor allem als „Master of Suspense“ ein Begriff. Aus der Lust an der Angst hat Hitchcock sein Erkennungszeichen gemacht. Er war ein faszinierender Leinwandmagier und darüber hinaus ein Fernsehstar, der komische wie furchteinflößende Effekte gleichermaßen beherrschte. Doch was weiß man vom wahren Hitchcock? Bei seinem letzten öffentlichen Auftritt dankte „Hitch“ der Frau, die für ihn alles in einem war: Ehefrau, Mutter der gemeinsamen Tochter, Ko-Drehbuchautorin, Cutterin und lebenslange Partnerin – Alma Reville.

Hinter der berühmten Silhouette verbargen sich in Wirklichkeit also zwei Hitchcocks, Hitch und Alma. Vom ersten Tag ihrer Begegnung an bis zum Ende ihres Lebens konzipierten die beiden Unzertrennlichen in echter Gemeinschaftsarbeit Meisterwerke, die Filmgeschichte schrieben. Zwischen den beiden herrschte sofort absolute Vertrautheit; er beginnt einen Satz, sie beendet ihn; er hat eine Idee für einen Plot, sie entwickelt ihn weiter. Sie ist es schließlich auch, die die Reihenfolge der Einstellungen der Duschszene in „Psycho“ festlegt.

Die neue Hitchcock-Biografie lässt den legendären Regisseur anhand dieser symbiotischen Beziehung in neuem Licht erscheinen. Neben Alma war er als Regisseur nur von einer anderen weiblichen Figur besessen: der jungen, schönen und häufig undurchsichtigen Blondine, idealtypisch verkörpert von Grace Kelly etwa in „Bei Anruf Mord“, „Das Fenster zum Hof“ oder „Über den Dächern von Nizza“. In vielen Filmen bedient Hitchcock auf den ersten Blick das klassische Motiv der schwachen, zu beschützenden Frau. Doch während das Klischee verlangt, dass der strahlende Held sie rettet, ist sie bei Hitchcock dem Mann auch oft überlegen und wendet das Geschehen am Ende dann doch noch zum Guten.

Sonntag, 02.02. / 23:05 Uhr / Beethovens Neunte ~ Symphonie für die Welt
Schwerpunkt: LUDWIG VAN – Beethoven-Jahr auf ARTE
Dokumentarfilm, Deutschland, 2020, ZDF 91 Min.
Regie: Christian Berger
Autor: Christian Berger, Catharina Kleber, Martin Roddewig, Claus Wischmann
Online verfügbar von 01/02 bis 02/05
Erstausstrahlung

Teodor Currentzis trifft es auf den Punkt: „Wenn jemand von einem anderen Planeten kommt und fragt: ‚Was macht die menschliche Zivilisation aus?‘, dann sollte man am besten die 9. Symphonie spielen.“ Was ist es, das dieses Werk so einzigartig macht? Christian Berger reist ein Mal um die Welt, um auf diese Frage eine Antwort zu finden: Er besucht Tan Dun in Shanghai, Yutaka Sado in Osaka, Teodor Currentzis in Salzburg, Paul Whittaker in Barcelona, Gabriel Prokofiev in London, das Orchestre Symphonique Kimbanguiste in Kinshasa und die Sinfonica Heliópolis in São Paulo.

Bis heute ist Ludwig van Beethovens Symphonie Nr. 9 eines der beliebtesten Werke der klassischen Musik weltweit. Die Dokumentation folgt aktuellen Interpretationen rund um den Globus und begegnet musikalischen Persönlichkeiten, die dem Zuschauer Beethoven und sein berühmtes Werk näherbringen. Zu den Protagonisten der sieben Filmgeschichten zählen der chinesische Komponist und Oscarpreisträger Tan Dun, der englische Komponist Gabriel Prokofiev sowie der griechisch-russische Dirigent Teodor Currentzis, der keine Zweifel am Stellenwert dieser Symphonie hat: „Wenn jemand von einem anderen Planeten kommt und fragt: ‚Was macht die menschliche Zivilisation aus?‘, dann sollte man am besten die 9. Symphonie spielen. Sie ist ein Beweis für die menschliche Zivilisation.“
1817 wird Beethoven von der Royal Philharmonic Society in London mit der Komposition seiner 9. Symphonie beauftragt. Fast 200 Jahre später bestellt dieselbe Konzertgesellschaft beim chinesischen Komponisten Tan Dun das Chorkonzert „Nine“ – ein Werk in Anlehnung an Beethovens Neunte. Während die Dokumentation Tan Dun bei der Entwicklung seiner Komposition begleitet, macht er Abstecher an andere Orte weltweit und folgt dort den Spuren der Symphonie. So mischt der griechische Dirigent Teodor Currentzis und sein russisches Orchester MusicAeterna die Salzburger Festspiele mit seinen kompromisslosen Interpretationen auf. Derweil nähert sich im Kongo das Orchestre Symphonique Kimbanguiste dem Werk unter erschwerten Bedingungen.
Im japanischen Osaka fiebert man der Aufführung von Beethovens Neunter mit dem Chor der 10.000 unter Leitung von Yutaka Sado entgegen. In Barcelona erfühlen gehörlose Kinder und Jugendliche zusammen mit dem gehörlosen Musiker Paul Whittaker und Musikern des Mahler Chamber Orchestra die Musik. In einer Favela von São Paulo in Brasilien arbeitet das Jugendorchester Sinfonica Heliópolis an der 9. Symphonie. Einen anderen Weg beschreitet Komponist und DJ Gabriel Prokofiev mit seinem „Beethoven 9 Symphonic Remix“, den er beim Beethovenfest in Bonn präsentiert.

Sonntag, 02.02. / 00:35 Uhr / Beethovens Klavierkonzert Nr. 5 mit B. Chamayou
Schwerpunkt: LUDWIG VAN – Beethoven-Jahr auf ARTE
Musik, Frankreich, 2017, ARTE F 44 Min.
Regie: Philippe Beziat
Komponist: Ludwig van Beethoven
Dirigent: Mikko Franck
Orchester: Orchestre Philharmonique de Radio France

Mit: Nicolas Baldeyrou (Klarinette), Eric Levionnois (Violoncello), Bertrand Chamayou (Klavier)

Online verfügbar von 26/01 bis 22/01

Mit Beethovens fünftem und letztem Klavierkonzert, auch unter dem Beinamen „Emperor Concerto“ bekannt, zeigt der Pianist Bertrand Chamayou seine Virtuosität in einem der besonders starken Stücke des Repertoires. Begleitet wird Chamayou vom Orchestre Philharmonique de Radio France unter der Leitung von Mikko Franck. Heroisch und intim zugleich – ein Programm, das auch optischen Hochgenuss verspricht und von ARTE im Februar 2018 im Pariser Maison de la Radio aufgezeichnet wurde.

Im Februar 2018 führte das Orchestre Philharmonique de Radio France unter der Leitung von Mikko Franck zusammen mit hochkarätigen Solisten sämtliche Klavierkonzerte von Ludwig van Beethoven auf. Den krönenden Abschluss bildete das auch unter dem Titel „Emperor Concerto“ bekannte Klavierkonzert Nr. 5 mit dem Pianisten Bertrand Chamayou, das ARTE nun ausstrahlt. Beethoven selbst lehnte den Namen „Emperor Concerto“ ab; er akzeptierte lediglich den Untertitel „Grand Concerto“. Der Grund ist verständlich: Beethoven schrieb das Werk praktisch im Kanonendonner, denn im Entstehungsjahr 1809 standen die napoleonischen Truppen vor den Toren Wiens. Der Komponist wählte eine für das Genre ungewöhnliche neue Form, in der sich Solist und Orchester ein virtuoses Wechselspiel liefern, das alle musikalischen Register von heroischen bis hin zu intimen, kammermusikalischen Momenten zieht. Nach der explosiven Einleitung schlägt das Klavier gleich im ersten Satz sehr leise Töne an, während das Orchester beinahe martialisch auftritt. Nach diesem Klavier-Pianissimo mit massivem orchestralem Gegenpart fügen sich beide Stränge zu einem ausgeglichenen epischen Fluss. Das Klavier gewinnt an Stärke. In seinem Donnern entspricht sich ein stimmungsreicher Dialog zwischen Orchester und Instrumentalstimmen. Verspielte Motive wechseln jäh mit Kampfszenen, die wiederum einer versöhnlichen Stimmung weichen. Bertrand Chamayou überzeugt hier als einer der großen Pianisten der Gegenwart. Auch optisch ist das Konzert eine Augenweide. Vor allem die Nahaufnahmen machen die enge Verbindung von Interpreten und Werk nachvollziehbar.

Montag, 03.02. / 05:00 Uhr / „Die Schöpfung“ von Joseph Haydn
Musik, Frankreich, 2017, ARTE F 102 Min.
Regie: Isabelle Soulard
Komponist: Joseph Haydn
Dirigent: Laurence Equilbey
Orchester: Insula Orchestra
Chorleitung: Marc Korovitch
Chor: accentus
Kostüme: Clara Sullà
Mit: Stéphanie Paulet (Geige)
Online verfügbar von 27/01 bis 04/03

Musik, Theater, Akrobatik und Technik in einer gewagten Verbindung: Mit Haydns Oratorium „Die Schöpfung“ in der Inszenierung von La Fura dels Baus eröffnete die französische Dirigentin und Harnoncourt-Schülerin Laurence Equilbey den neuen Aufführungssaal des Pariser Westens: La Seine Musicale. Das ein Schiff mit Segel symbolisierende Schmuckstück der Architekten Shigeru Ban und Jean de Gastines will die Philharmonie de Paris ergänzen. Und kein anderes Werk hätte sich besser für die Einweihung dieser neuen Kulturstätte geeignet als Haydns „Schöpfung“. Dem großen Anlass gemäß wurde auch gleich in großem Maßstab gedacht: Fast 100 Künstler treten in dieser stark mit technischen Mitteln arbeitenden Inszenierung auf, in der „Die Schöpfung“ durch das wissenschaftliche Prisma der DNA gesehen wird.

Auf der Pariser Seine-Insel Ile Seguin am Standort der ehemaligen Renault-Werke wurde im Juni 2017 ein neuer Konzertsaal eröffnet: La Seine Musicale. Für die Einweihung der neuen Kulturstätte hätte sich kein anderes Werk besser geeignet als Haydns „Schöpfung“. Die grandiose Neuinterpretation von Haydns bildmächtigem Oratorium durch das katalanische Kollektiv La Fura dels Baus ging im Laufe des Jahres 2017 europaweit auf Tournee und wird 2018 in Nord- und Südamerika sowie in Asien gastieren. Mit Hilfe digitaler Technologien sowie der fantastischen lumineszierenden Kostüme lässt Regisseur Carlus Padrissa auf der Bühne eine Bilderwelt entstehen, die den religiösen Charakter der „Schöpfung“ beiseitelässt. Stattdessen stützt sich diese spektakuläre Inszenierung auf die tatsächlichen Elemente der Lebensentstehung: die ständigen Bewegungen des Universums, des Wassers und der DNA. Dazu taucht ein 31.000 Lumen starker Laserprojektor die Bühne samt Sängern und 36 Heliumballons in helles Licht. Im Zentrum befindet sich ein neun Meter hoher Kran, der die Solisten wie ein „deus ex machina“ in die Höhe zieht sowie ein tausend Liter fassendes Aquarium, das als riesiges Reagenzglas die Erschaffung des Lebens darstellt. Dennoch bleibt das von La Fura dels Baus dargestellte Ur-Chaos bei der Entstehung der Welt immer im Dienste der Partitur. „Die Schöpfung“ – uraufgeführt 1798 in Wien – erzählt mit musikalischen Mitteln die sieben Tage der Genesis, wie sie in der Bibel beschrieben werden. Dieses großartige, allgemeingültige Werk – es wurde ursprünglich in mehreren Sprachen gesungen – passt wunderbar zu den bisherigen großformatigen Projekten der katalanischen Theatertruppe. Es war die erste Aufführung in der Seine Musicale – und doch stellen die Meisterleistungen der exzellenten Besetzung bereits jetzt einen Meilenstein dar.

Zusatzinfo:
Die Inszenierung wurde im Mai 2017 im Konzertsaal von La Seine Musicale für ARTE aufgezeichnet.

Dienst ag 04.02. / 05:00 Uhr / Berlin Live: Pixies
Musik, Deutschland, 2016, ZDF 62 Min.
Regie: Hannes Rossacher, Stefan Mathieu
Online verfügbar von 03/02 bis 05/03

Für ein ganz besonderes Bühnenereignis sorgt dieses Mal die Mutter aller Indie-Bands: die Pixies. Mit ihrem einzigartigen Psychedelic- und Surfrock-Sound wollen sie die Mengen wieder zum Kochen bringen und veröffentlichen im September 2016 ihr Album „Head Carrier“ – ein Ohrenschmaus, auf den sich nicht nur Fans freuen dürfen. Bühne frei für die Pixies!

Über 30 Jahre ist es her, dass die zwei US-Amerikaner Frank Black und Joey Santiago in Boston die Band Pixies gründeten. Bassistin Kim Deal und Schlagzeuger David Lovering komplettierten die Band, und kurz darauf erschien ihr erstes Album. Ende der 1980er und in den frühen 90er Jahren bespielten die Pixies viele große Bühnen mit ihren mittlerweile zeitlosen Klassikern „Debaser“, „Here Comes Your Man“ und ihrem wohl allergrößten Hit „Where Is My Mind“.

Mit brachialen Gitarrensounds, eingängigen Melodien und der einzigartigen Stimme von Black verfestigten die Pixies ihren Status als Mutter aller Indie-Bands. Fans und Kritiker waren gleichermaßen begeistert. Doch trotz des großen Erfolges trennten sich die Bandmitglieder 1993 und widmeten sich individuellen Projekten.

Erst 2004 fanden sie wieder zusammen, standen erneut auf zahlreichen Bühnen und bewiesen 2014 mit ihrem Album „Indie Cindy“ ihr unerschöpfliches Repertoire.

Das nächste Album, produziert mit der neuen Bassistin Paz Lenchantin, ließ dieses Mal nicht so lange auf sich warten: „Head Carrier“ – ein Ohrenschmaus für die Fans des einzigartigen Psychedelic- und Surfrock – erschien im September 2016. Bei „Berlin Live“ sorgen die vier Musiker bei den Zuschauern für Gänsehaut und reichlich Emotionen.

Mittwoch, 05.02. / 05:00 Uhr / Berlin Live: Suzanne Vega
Musik, Deutschland, 2016, ZDF 60 Min.
Regie: Hannes Rossacher, Stefan Mathieu
Online verfügbar von 05/02 bis 06/03

„Berlin Live“ bringt die „Mutter des MP3“ auf die Bühne des SchwuZ in Neukölln: Suzanne Vega. Vor 30 Jahren war ihr Name in aller Munde. Mit ihrem zweiten Album „Solitude Standing“ und den darauf enthaltenen beiden Songs „Tom’s Diner“ und „Luka“ drängte sich die Sängerin praktisch über Nacht ins internationale Rampenlicht. Der Song „Luka“, ein Lied, das aus der Sicht eines misshandelten Kindes geschrieben wurde, schaffte es seinerzeit gar in die Top 3 der amerikanischen Billboard-Charts.

„Tom’s Diner“, ein Lied über die New Yorker Gaststätte „Tom’s Restaurant“, ist bekannt durch die Adaption der Gruppe DNA und die Tatsache, dass es das erste Lied war, das jemals ins MP3-Format konvertiert wurde. Plötzlich erschien Suzannes Konterfei in Magazinen, die sich mit Stars der Kategorie Springsteen, Jackson und Ciccone beschäftigten. Suzanne Vega wurde zum Star – zumindest eine Zeit lang.

Heute sagt sie selbst: „Ich wollte nie ein Star sein. Das war nie mein Antrieb. Ich sah mich eher als universelle Künstlerin, die Freude daran hatte, wenn sich die Menschen mit den Songs auf irgendeine Art und Weise identifizieren konnten. So fühle ich auch heute noch.“ Und im Herbst 2016 veröffentlicht sie nach langen Jahren wieder ein neues Album, das auch für sie ganz besonders ist. Mit „Lover, Beloved: Songs From an Evening with Carson McCullers“ erfüllt sie sich einen langgehegten Wunschtraum. Auf dem Album erzählt sie die Geschichte einer Frau, die sich gegen die Politik und den Rassismus ihrer Heimat in den Südstaaten auflehnt und nach New York kommt, um dort einer der literarischen Stars des 20. Jahrhunderts zu werden. „Ich finde, dass McCullers‘ Ideen und Gedanken nach wie vor sehr modern sind“, sagt Suzanne Vega. Gemeinsam mit ihrem langjährigen Gitarristen Gerry Leonhard begeistert sie mit ihren bekannten Songs und den neuen Lyrics in einer ganz besonderen Atmosphäre das Publikum in Berlin.

Mittwoch, 05.02. /20:15 Uhr / Lou Andreas-Salomé
Spielfilm, Deutschland, Österreich, Schweiz, 2016, ZDF 106 Min.
Regie: Cordula Kablitz-Post
Drehbuch: Cordula Kablitz-Post, Susanne Hertel
Produktion: Avanti Media Fiction, Tempest Film Produktion, KGP Kranzelbinder Gabriele Production
Produzent: Cordula Kablitz-Post, Gabriele Kranzelbinder, Helge Sasse
Kamera: Matthias Schellenberg
Schnitt: Beatrice Babin
Musik: Judit Varga

Mit: Nicole Heesters (72-jährige Lou Andreas-Salomé), Katharina Lorenz (21- bis 50-jährige Lou Andreas-Salomé), Liv Lisa Fries (16-jährige Lou Andreas-Salomé), Helena Pieske (6-jährige Lou Andreas-Salomé), Merab Ninidze (Friedrich Carl Andreas), Alexander Scheer (Friedrich Nietzsche), Julius Feldmeier (Rainer Maria Rilke), Philipp Hauß (Paul Rée), Matthias Lier (Ernst Pfeiffer), Harald Schrott (Sigmund F)

Erstausstrahlung

Beeindruckendes Porträt einer außergewöhnlichen Frau, die in besonderer Weise die deutsche Kulturgeschichte prägte: Die Philosophin, Schriftstellerin und Psychoanalytikerin Lou Andreas-Salomé war eine der führenden Intellektuellen des 19. Jahrhunderts. Geboren in Sankt Petersburg, bereiste sie die Welt und begegnete großen Denkern wie Paul Rée und Friedrich Nietzsche, deren Arbeiten sie maßgeblich beeinflusste. Doch erst als Rainer Maria Rilke in ihr Leben trat, verliebte sie sich und wurde seine Ratgeberin und Förderin. Porträt einer modernen und selbstbewussten Frau, die ihrer Zeit weit voraus war.

1933 lebt Lou Andreas-Salomé in Göttingen. Mit dem Germanisten Ernst Pfeiffer lässt sie ihr Leben Revue passieren: 1861 in Sankt Petersburg geboren, beschäftigt sich die junge Lou gegen den Willen ihrer Mutter bald mit Philosophie und schreibt Gedichte. Auf ihren Reisen begegnet sie den Philosophen Paul Rée und Friedrich Nietzsche, die von der klugen und selbstbestimmten Frau so fasziniert sind, dass sie ihr beide einen Heiratsantrag machen – ohne Erfolg. Doch als der junge, damals noch unbekannte Autor Rainer Maria Rilke auf der Bildfläche erscheint und die erfolgreiche Schriftstellerin mit Gedichten umwirbt, verliebt sie sich und wird seine Ratgeberin und Förderin. Zum ersten Mal lässt sie sich auf eine Affäre ein. Weitere Liebschaften folgen.

Lou Andreas-Salomé war als Philosophin, Schriftstellerin und Psychoanalytikerin eine der gelehrtesten und produktivsten Frauen ihrer Generation. Ihr Werk umfasst unter anderem zahlreiche Romane und Briefe zur Philosophie und Psychologie. Sie zählte zu den führenden Intellektuellen ihrer Zeit und gilt als Muse der großen Dichter und Denker des späten 19. Jahrhunderts. Als eine kämpferische, emanzipierte Persönlichkeit war sie ihrer Zeit voraus, eine besondere Figur mit einem besonderen Leben.

In ihrem Spielfilmdebüt erzählt Cordula Kablitz-Post die bewegte und bewegende Lebensgeschichte einer Frau, die nicht nur von großen Gelehrten wie Friedrich Nietzsche, Sigmund Freud und Rainer Maria Rilke umworben wurde, sondern diese auch entscheidend in ihrem Schaffen beeinflusste.

Zusatzinf:
Die 1964 in Aachen geborene Cordula Kablitz-Post realisierte als Produzentin, Autorin und Regisseurin für die von ihr mitgegründete Produktionsfirma avanti media neben Musikvideos auch zahlreiche Dokumentarfilme fürs Fernsehen. In Letzteren zeichnete sie häufig das Porträt deutscher Prominenter wie Nina Hagen oder Helmut Berger. Seit 2002 steht sie zusätzlich der avanti media fiction vor, die sich vorrangig der Produktion von Spielfilmen widmet. Mit „Lou Andreas-Salomé“ feierte sie ihr Kinodebüt.

Mittwoch, 05.02. / 22:00 Uhr / Wahnsinn! Nietzsche!
Dokumentation, Deutschland, 2016, MDR 51 Min.
Regie: Hedwig Schmutte
Online verfügbar von 05/02 bis 12/02

Aufklärer, Visionär, Vordenker totalitärer Systeme – ist Nietzsche wirklich der, für den wir ihn halten? Das „Gehirn“ des 20. Jahrhunderts? Was waren seine Ideen, und was wird dafür gehalten? Und wer ist seine Schwester? Welchen Einfluss hatte sie auf ihren Bruder? „Wahnsinn! Nietzsche!“ bringt einen Fälschungsskandal ans Licht, der in der deutschen Geistesgeschichte beispiellos ist.

Aufklärer, Visionär, Vordenker totalitärer Systeme – ist Nietzsche wirklich der, für den wir ihn halten? Was waren seine Ideen, und was wird dafür gehalten? Und welchen Einfluss hatte seine Schwester auf ihren Bruder? „Wahnsinn! Nietzsche!“ bringt einen Fälschungsskandal ans Licht, der in der deutschen Geistesgeschichte beispiellos ist. Nach einem Zusammenbruch verbringt der bis dahin nahezu unbekannte Philosoph sein Dasein in vollkommener geistiger Umnachtung. Seltsam ist: Nietzsche wird nach seinem Zusammenbruch plötzlich über Nacht berühmt. Seine Bücher finden reißenden Absatz, Millionen erklären Gott endgültig für tot und Nietzsche zum Propheten ihrer schöpferischen Befreiung. Nicht nur das linke, auch das rechte Spektrum beruft sich auf Nietzsche. Der aufstrebende Adolf Hitler beruft sich auf den Philosophen als seinen ideologischen Vordenker. Das prägt das Bild Nietzsches: Bis heute gilt er als der große Blut- und Bodenphilosoph, als Autor des Werks „Der Wille zur Macht“. Doch gerade hier gibt es Zweifel: Wann soll Nietzsche das Buch verfasst haben, das unmittelbar nach seinem Tod auf den Markt kam? Nach seinem Zusammenbruch? Vorher? Oder ist das einflussreiche Werk eine Fälschung? Und ist Nietzsches eigene Schwester Elisabeth Förster-Nietzsche dafür verantwortlich? „Wahnsinn! Nietzsche!“ ermittelt die Hintergründe und Folgen einer kriminellen Werkfälschung im Stil eines modernen Untersuchungsverfahrens. Die Geschichte führt aber auch in die Abgründe einer ungewöhnlich engen Geschwisterbeziehung und macht den Philosophen Friedrich Nietzsche als Menschen spürbar.

Freitag, 07.02. / 05:00 Uhr / Tracks
Magazin, Deutschland, 2020, ZDF 30 Min.
Regie: N.N.

Diese Woche stellt „Tracks“ die Gaddafi Gals und ihren internationalen Sound jenseits aller Schubladen vor. Außerdem besteigt „Tracks“ die Dächer New Yorks, um dort die letzten verbliebenen Taubenzüchter des Big Apple zu treffen. Und „Tracks“ wirft einen Blick in die gerade wiederauferstehende legendäre Hamburger Graffiti-Spielwiese, die OZM Gallery.

(1): Gaddafi Gals
Schon mit ihrer ersten EP weckten sie die Aufmerksamkeit der „New York Times“. Kein Wunder, ist ihre Musik doch absolut eigen, nicht im gängigen Schubladensystem einzuordnen und absolut zeitgemäß. Außerdem haben die Gals was zu sagen.

(2): Above the Streets
Über den Dächern der Metropole New York stirbt eine alte Tradition aus. Doch noch gibt es sie, die Taubenzüchter der Millionenmetropole, die mit ihren choreographierten Schwärmen meist unbemerkte Kunstwerke an den Stadthimmel zaubern. Bedroht von den Auswüchsen der Gentrifizierung trifft „Tracks“ einige der Letzten ihrer Art.

(3): OZM Reloaded
Die OZM Gallery in Hamburg ist abgerissen und Geschichte …? Nicht wirklich, denn derzeit ersteht die einzigartige Graffiti-Spielwiese neu und wird dabei größer und besser als je zuvor. „Tracks“ zeigt den Beginn der Wiederauferstehung.

Freitag, 07.02. / 22:55 Uhr / Sting ~ Beyond The Police
Dokumentation, Deutschland, 2016, WDR 58 Min.
Regie: Christian Wagner
Online verfügbar von 05/02 bis 07/05

Sting – Weltstar der Musik: Der Film erzählt von den verschiedenen Stationen seines Lebens, von seiner tristen Jugend im Industriemilieu des englischen Nordwestens, vom überwältigenden Erfolg mit The Police sowie seiner bis heute andauernde Karriere als Solokünstler. Im Zentrum des Porträts steht ein aktuelles Interview mit Sting, in dem er ausführlich über seine Musik, seine Motive, seine Arbeit und seine Zukunft spricht. Darüber hinaus sind viele seiner Police- und Solo-Hits zu hören und zu sehen.

Sting – Gordon Matthew Thomas Sumner – gehört zu den wenigen heute noch aktiven Pop-Superstars der 80er Jahre. Geboren am 2. Oktober 1951 als Sohn eines Milchmanns, verbrachte er seine Jugend in Wallsend in der englischen Provinz. Anfang der 70er Jahre absolvierte er eine Ausbildung zum Lehrer für Englisch und Musik. 1977 gründete er mit Stewart Copeland und Andy Summers in der Zeit der britischen New Wave die Band The Police. Das Konzept: konventionell geschriebene Songs, gespielt mit zwei damals wichtigen Elementen der Popmusik: Tempo und Reggae. Dazu die sehr individuelle Stimme von Sting und seine Fähigkeit, eingängige Songs zu komponieren. Der Rest ist Geschichte. „Roxanne“, „Message in a Bottle“, „Every Breath You Take“ waren weltweite Nummer-eins-Hits und katapultierten The Police in die erste Liga der Popmusik. Für Sting folgte die unvermeidliche Solokarriere mit Hits wie „Englishman in New York“, „Fragile“ und „Fields of Gold“. Er hat bis heute alles: Talent, gutes Aussehen, Präsenz, Eloquenz und Souveränität in allen Lebenslagen. Im Zentrum des Porträts steht ein ausführliches Exklusivinterview mit Sting, in dem er über die vielen Stationen seines Lebens spricht – die Anfänge, The Police als Superstars der 80er Jahre und seine Solokarriere. Sting hat sich Gedanken um seine Zukunft gemacht und beschlossen, unnötigen Ballast abzuwerfen. Er will sich für den Rest seines Lebens nur noch mit den für ihn wichtigen Dingen beschäftigen. Seinen Lebensrhythmus beschreibt er mit “Wandern und Träumen” – eine Erinnerung an die Jugend, als er jeden Tag vor Sonnenaufgang mit dem Vater die Milch in seiner Kleinstadt verteilte.

Zusatzinfo:

Das Porträt enthält neben dem zentralen Interview mit Sting ergänzende Statements zu den verschiedenen Stationen seiner Karriere, unter anderem von Stewart Copeland, Dominic Miller, Eberhard und Stefanie Schoener, Jools Holland, Phil Sutcliffe, John Watts und Rhani Krija. Und natürlich sind die vielen Hits von The Police & Sting im Film zu sehen und zu hören.

Freitag, 07.02. / 23:55 Uhr / Tracks
Magazin, Frankreich, 2020, ARTE F 30 Min.
Regie: Realisateurs Differents
Journalist: David Combe, Jean-Marc Barbieux
Erstausstrahlung

Freitag, 07.02. / 00:25 Uhr / Jamiroquai – Konzert in Paris 2017
Musik, Frankreich, 2017, ARTE F 75 Min.
Regie: Sébastien Lefebvre
Online verfügbar von 31/01 bis 08/03

Lebendiger Funk, Acid Jazz und Disco-Beats – mit über 35 Millionen verkauften Alben hat die britische Formation Jamiroquai um Frontmann Jay Kay die Musikwelt mit ihrem eigenen Stil geprägt. „You Give Me Something“, „Cosmic Girl“, „Little L“, „Emergency on Planet Earth“ – zu diesen Erfolgshits von Jamiroquai tanzte in den 90er Jahren die halbe Welt. In den 2000er Jahren hatte die Gruppe Anhänger verloren, weil sie von ihrem ursprünglichen Acid-Funk Abstand nahm und eher auf glattere Dancefloor-Rhythmen setzte. 2017 feierten die Briten mit ihrer neuen Platte „Automaton“ ihr Comeback. Auf ihrer Europatournee spielten sie am 29. November 2017 in der AccorHotels Arena in Paris. Ihr frischer Disco-Funk zeichnet sich nicht nur durch den an Stevie Wonder erinnernden Gesang von Jay Kay und umweltpolitische Statements aus – er ist vor allem sehr tanzbar, wie Jay Kay dem begeisterten Publikum auch selbst demonstriert. Der Name Jamiroquai ist eine Verbindung aus „Jam“ und „Iroquois“ – für nordamerikanische Irokesen. Die Band wurde 1992 gegründet. Kurz darauf veröffentlichten sie ihre erste Single „When You Gonna Learn?“ beim Independent-Label „Acid Jazz“ und landeten damit einen Riesenerfolg beim Londoner Underground-Publikum.


Samstag, 08.02. / 06:30 Uhr / Isabella Rossellini ~ Aus dem Leben eines Schmetterlings
Dokumentarfilm, Deutschland, Frankreich, 2010, ARTE 57 Min.
Regie: Gero von Boehm, Isabella Rossellini
Online verfügbar von 08/02 bis 15/02

Sie ist eine der Ikonen unserer Zeit, eines der bekanntesten Gesichter: Isabella Rossellini, preisgekrönte Schauspielerin, Supermodel, Experimentalfilmerin, Feministin. Sie war mit Martin Scorsese verheiratet und viele Jahre mit David Lynch liiert, unter dessen Regie sie ihren wichtigsten Film, „Blue Velvet“ drehte. Über ihre Beziehungen spricht sie in dem Film so offen wie über ihre Erfolge und Ängste.

Als Tochter des großen Regisseurs Roberto Rossellini und des Hollywood-Stars Ingrid Bergman begann ihr Leben gleich als Odyssee: Isabella Rossellini kam 1952 in Rom zur Welt, aber dort blieb sie nicht lange. Die Eltern ließen sich scheiden, Isabella und ihre Zwillingsschwester lebten jahrelang mit dem Vater im Pariser Hotel Raphael, verfolgt von Paparazzi. Mit 17 Jahren ging sie nach New York, wo ihre Mutter am Broadway spielte. Eigentlich wollte sie nur Englisch lernen, aber sie blieb – bis heute. Zunächst arbeitete sie als Korrespondentin für die Sendung „L’altra domenica“ des italienischen Fernsehens. Ihr wichtigster Partner war damals Roberto Benigni, der später einen Oscar für „Das Leben ist schön“ bekommen sollte. Ihre Schönheit und Präsenz vor der Kamera machte Isabella Rossellini zum Shootingstar im Modelbusiness. Jahrelang war sie das Gesicht eines großen französischen Kosmetikkonzerns, plötzlich kannte sie jeder. An ihrem 40. Geburtstag beendete der Konzern abrupt die Zusammenarbeit. Und Isabella Rossellini begann ein neues Leben. Sie drehte als Regisseurin experimentelle Filme, versuchte den Ansprüchen des Vaters gerecht zu werden. Dann heiratete sie den Regisseur Martin Scorsese, von dem sie sich bald wieder scheiden ließ. Eine Karriere als internationale Schauspielerin hatte sich längst entwickelt. Mit David Lynch, ihrem langjährigen Lebenspartner, drehte sie „Blue Velvet“ und provozierte durch ihre Nacktheit in diesem Film einen Skandal. Es folgte „Wild at Heart“, ebenfalls mit David Lynch. Und sie drehte viel beachtete Filme mit Regisseuren wie John Schlesinger, den Brüdern Taviani und Joseph Sargent. Inzwischen ist sie zum Experimentalfilm zurückgekehrt. Ihre Reihe „Green Porno“, in der sie das Sexualleben von Insekten darstellt, wurde zum weltweiten Erfolg.In dem Film begibt sich Isabella Rossellini mit Gero von Boehm auf eine spannende und unterhaltsame Suche nach sich selbst. An den Orten ihrer Kindheit setzt sie sich mit Italien auseinander – jenem Land, das die Adoption ihres Sohnes Robert nicht anerkennen wollte, weil alleinerziehende Mütter kein Kind adoptieren dürfen. Aber man erlebt Isabella Rossellini auch im Kreis ihrer römischen Familie und in Neapel, wo sie im Institut für Meeresforschung über das Sexualleben der Seeigel recherchiert. Und sie besucht den Altmeister der Nouvelle Vague, Jean-Luc Godard, den sie als Kind schon kannte, in seinem Schneideraum am Genfer See. Godard sagt, Roberto Rossellini sei für ihn ein Halbgott gewesen – und sei es heute noch.In New York, ihrer heutigen Heimat, trifft Isabella ihre Tochter Elettra, heute selbst eines der gefragtesten Supermodels. Noch nie hat Isabella Rosellini vor einer Kamera so offen über ihr privates Leben und ihre Arbeit gesprochen. „Man kann mein Leben mit dem eines Schmetterlings vergleichen“, sagt sie. „Wie eine Raupe tastete ich mich neugierig vor, als ich klein war. Als ich heranwuchs, war ich sehr scheu und wollte am liebsten in einem Kokon leben. Jetzt aber habe ich eine ungeheure Leichtigkeit des Seins erreicht. Ich habe immer das Gefühl, fliegen zu können wie ein Schmetterling.“

Zusatzinfo:
Mehr Informationen kurz vor der Ausstrahlung des Programmschwerpunkts unter: www.arte.tv/berlinale

Samstag, 08.02. / 07:30 Uhr / Truman Capote – Enfant terrible der amerikanischen Literatur
Dokumentation, Deutschland, 2016, NDR 52 Min.
Regie: Adrian Stangell
Online verfügbar von 08/02 bis 09/03

Truman Capote – schillernde Figur und Schriftsteller von Weltruhm. Mit „Frühstück bei Tiffany” setzte er New York ein Denkmal. „Kaltblütig”, sein Tatsachenroman über einen grausamen Mehrfachmord, hat auch 50 Jahre nach Erscheinen nichts an atmosphärischer Dichte verloren. Die Dokumentation zeigt den Aufstieg des armen Jungen aus den Südstaaten zum Literaturstar und seinen Absturz.

Truman Capote – schillernde Figur, Schriftsteller von Weltruhm, literarischer Pionier. Mit seiner Novelle „Frühstück bei Tiffany” setzte der 1924 geborene Autor New York ein Denkmal. „Kaltblütig”, sein Tatsachenroman über einen grausamen Mehrfachmord, hat auch 50 Jahre nach Erscheinen nichts an atmosphärischer Dichte verloren. Die Dokumentation thematisiert auf packende und unterhaltsame Weise den Aufstieg des armen, blonden Jungen aus den Südstaaten zum Literaturstar und Liebling des Jetsets.Wegbegleiter, Kenner und Bewunderer sprechen über das literarische Erbe dieses Ausnahmetalents. Bestsellerautor Daniel Kehlmann würdigt in der Dokumentation die Pionierarbeit, die Capote besonders auf dem Feld der literarischen Reportage geleistet hat. Zu Wort kommen außerdem Capotes Nachlassverwalter Alan Schwartz, sein Biograf Gerald Clarke sowie der Schweizer Verleger Peter Haag. Peter Duchin, Musiker und alter Freund Capotes, verzaubert mit seinen Erinnerungen an den legendären Black & White Ball, den Capote 1966 im Plaza Hotel in New York gab. Die lebendigen Erzählungen der Zeitzeugen illustriert die Dokumentation mit handverlesenem Archivmaterial. Selbstverständlich kommt auch Capote selbst zu Wort – in historischen Interviews, die seine hohe Stimme und besondere Sprechweise dokumentieren. Literarische Zitate werden in einer neuartigen Bildsprache basierend auf aufwendig bearbeiteten Graphic-Novel-Elementen inszeniert – angefangen von seinem Frühwerk „Andere Stimmen, andere Räume” bis hin zu seiner literarischen Abrechnung „Erhörte Gebete”. Die Dokumentation zeigt auf atmosphärische Weise und in opulenten Bildern, dass Capote viel mehr war als nur ein literarischer Paradiesvogel. Auch wenn er eine Schwäche für die High Society hatte, galt sein Interesse genauso den gesellschaftlich Ausgegrenzten. Kaum ein anderer Autor hat Menschen in ihrer ganzen Vielfalt in einem so vollendeten Stil beschrieben, wie der 1984 verstorbene Truman Capote, wie der Film anlässlich des 50. Jahrestages des Erscheinens von „Kaltblütig” zeigt.

Sonntag, 09.02. / 06:10 Uhr / Feuer bewahren – Nicht Asche anbeten ~ Der Choreograph Martin Schläpfer
Dokumentation, Deutschland, 2016, WDR 53 Min.
Regie: Annette von Wangenheim
Online verfügbar von 09/02 bis 16/02

Martin Schläpfer zählt zu den bedeutendsten Tanzschöpfern Europas. Sein Ballett am Rhein erreicht die unterschiedlichsten Zielgruppen im In- und Ausland, von Düsseldorf bis Moskau, von Barcelona, Paris oder Tel Aviv bis Maskat im Oman. Preise häufen sich. Schläpfers sensible und hochmusikalische Tanzkunst kommt an, wirkt verstörend und beglückend zugleich. Zum ersten Mal schaut ein Dokumentarfilm auch hinter die persönlichen Kulissen dieses Ausnahmekünstlers.

„Feuer bewahren, nicht Asche anbeten“, das Motto kommt dem Menschen Martin Schläpfer ungewöhnlich nahe. Mit diesem Satz gibt einer der wichtigsten Choreographen unserer Zeit einen über Jahre gereiften Schatz an Wissen und Gefühlen preis. Er philosophiert nicht nur über Tanzkunst allgemein, sondern spricht vor allem als Mensch, leidenschaftlich, zweifelnd und fragend. Und das mit geradezu ansteckender Natürlichkeit und Wärme.

Das Porträt folgt Martin Schläpfer bei seiner täglichen Arbeit und auf ganz privaten Wegen bis zu seinem Sommerrefugium in der Schweiz. Zwei Uraufführungen bilden den tänzerischen Mittelpunkt des Films, von den ersten Proben bis zur fertigen Bühnenfassung: „Deep Field“ ist eine Auftragskomposition an Adriana Hölszky und opulenter Abendfüller, „Alltag“ eine Petitesse von keinem Geringeren als dem Altmeister und Grandseigneur des modernen Balletts, Hans van Manen. Er schuf die „kleine Geschichte über einen Choreographen“ für Schläpfer höchstpersönlich, der die Hauptrolle in diesem intimen Porträt im Film selbst tanzt.

Zahlreiche Gespräche mit Weggefährten, Künstlerinnen und Kollegen geben spannende Einblicke in Schläpfers Universum und zeigen, mit welcher Energie und Kreativität er das Ballett revolutioniert. Und warum es so viel mehr bedeutet als nur Kunst für Eingeweihte. Hier wird das klassische Erbe mit neuem Leben und Geist erfüllt, hier kommen verschüttete Gefühle und Werte zum Ausdruck, die Menschen weltweit verbinden. Im Unzeitgemäßen, im Gegen-den-Strom-schwimmen und mit einem unbeirrbaren Maß an größtmöglicher Freiheit, Schönheit und Zwischentönen berührt Schläpfer die Seele direkt.

Die Musik- und Kunstdokumentation „Feuer bewahren – Nicht Asche anbeten“ war in der Kategorie „TV Performing Arts“ für den 68. Prix Italia nominiert.

Sonntag, 09.02. / 09:30 Uhr / Sting ~ Beyond The Police
Dokumentation, Deutschland, 2016, WDR 58 Min.
Regie: Christian Wagner
Wiederholung vom 07.02.

Sonntag, 09.02. / 10:30 Uhr / Abba Forever
Dokumentarfilm, Großbritannien, 2019, ARTE 51 Min.
Regie: Chris Hunt
Wiederholung vom 10.01.

Sonntag, 09.02. / 11:25 Uhr / Vergessene Schätze des Mittelmeers ~ Das Nationalmuseum von Beirut, Libanon
Dokumentationsreihe, Frankreich, 2016, ARTE F 26 Min.
Regie: Jérôme-Cécil Auffret
Online verfügbar von 02/02 bis 09/04
Erstausstrahlung

Der Libanon war schon immer ein Schnittpunkt der Kulturen, Begegnungsstätte der unterschiedlichsten Zivilisationen. In seinen Grenzen leben nicht weniger als 18 religiöse Gemeinschaften nebeneinander. Was ist das gemeinsame Fundament dieses Mosaiks? Welches Band hält die Libanesen zusammen? „Vergessene Schätze des Mittelmeers“ stattet heute dem Nationalmuseum in Beirut einen Besuch ab. Es bewahrt Zeugnisse der vielfältigen Identität des Landes und erzählt die bewegte Geschichte der Region, die seit jeher ein Drehkreuz der Kulturen war.

Der Libanon, gelegen am östlichen Rand des Mittelmeers, ist kaum größer als Korsika. Das Land hat 225 Kilometer Küstenlinie, im Süden grenzt es an Israel, im Osten und Norden an Syrien. Der Libanon war schon immer ein Schnittpunkt der Kulturen, Begegnungsstätte der unterschiedlichsten Zivilisationen. In seinen Grenzen leben nicht weniger als 18 religiöse Gemeinschaften nebeneinander. Was ist das gemeinsame Fundament dieses Mosaiks? Welches Band hält die Libanesen zusammen?

Die Antwort findet sich im Herzen der Hauptstadt, wo an einem einzigartigen Ort die Zeugnisse der Identität des Landes bewahrt werden: im Nationalmuseum von Beirut, das unzählige Kultgegenstände, Grabbeigaben, Statuen und Mosaiken zeigt. Das Museum wurde 1942 eröffnet und präsentiert heute auf 2.500 Quadratmeter Ausstellungsfläche 7.000 Jahre Geschichte.

Die ereignisreiche Geschichte des Libanons lässt Rückschlüsse über die Entwicklung des gesamten Mittelmeerraums ziehen. Erzählt wird diese Geschichte von König Ahiram, einem der ersten Herrscher der Hafenstadt Byblos, der etwa 1.000 Jahre vor Christus lebte. Sein Bericht beginnt mit der Lieferung von Zedernholz an die ägyptischen Pharaonen und reicht bis zur Eroberung Roms.

Im Libanon wurde unter anderem die Glasherstellung, das phonetische Alphabet und die Seeschifffahrt erfunden. In der Antike war der Libanon deshalb eine wichtige Drehscheibe des wirtschaftlichen und kulturellen Austauschs.

Sonntag, 09.02. / 16:00 Uhr / Die großen Künstlerduelle ~ Nolde vs. Liebermann
Dokumentationsreihe, Deutschland, 2016, ZDF 52 Min.
Regie: Henrike Sandner
Online verfügbar von 08/02 bis 23/02

Zwei überragende Künstler, ein Ort und eine erbitterte Rivalität. Das sind die Zutaten für die Reihe „Die großen Künstlerduelle”. Und es sind auch die Zutaten, aus denen große Meisterwerke und künstlerische Innovationen entstehen. Berlin, 1911: Emil Nolde ist neu in Berliner Künstlerkreisen. Doch sein Malstil gefällt dem einflussreichen Malerfürsten Max Liebermann nicht: zu wüst, zu bunt, zu viele wilde Gesichter. Nolde macht den Streit öffentlich und wird aus der Berliner Sezession ausgeschlossen. Aber jetzt legt er erst richtig los, er will der neue Max Liebermann werden. Doch der erbitterte Streit zwischen Impressionismus und Expressionismus kann weder verloren noch gewonnen werden.

Berlin, 1911: Emil Nolde ist neu in Berliner Künstlerkreisen. Doch sein Malstil gefällt dem einflussreichen Malerfürsten Max Liebermann nicht: zu wüst, zu bunt, zu viele wilde Gesichter. Der Streit zwischen Nolde und Liebermann, zwischen neuem Expressionismus und dem etablierten Impressionismus, zerreißt die Berliner Sezession und nimmt den Riss vorweg, der die deutsche Gesellschaft spaltet. Der Impressionist Liebermann versteht nicht, wie man so malen kann. Mit Farben, die völlig an der Natur vorbei gehen. Emil Nolde schäumt und initiiert einen öffentlichen Streit. Der Expressionist will die Malerei revolutionieren. Nolde nennt Liebermanns Stil „schwach und kitschig“. Obwohl beide Maler für den gleichen Gedanken eintreten – eine nationale deutsche Malerei – streiten beide nicht auf der gleichen Linie. Liebermann steht für das exakte Naturstudium, Nolde für die Befreiung der Farben und des Pinselstrichs. Nolde beschimpft Liebermann als „überholt und kitschig“. Liebermann nennt Noldes Malerei schlicht „Dreck“. Neben dem Stilstreit ist es auch ein Generationskonflikt und ein Konflikt zweier unterschiedlicher Biografien. Doch jetzt legt Emil Nolde richtig los, er will der neue Max Liebermann werden. Doch der erbitterte Streit zwischen Impressionismus und Expressionismus kann weder verloren noch gewonnen werden.

Sonntag, 09.02. / 16:55 Uhr / Metropolis ~ Hamburg
Magazin, Deutschland, Frankreich, 2020, NDR 43 Min.
Regie: Nn
Autor: Nn
Erstausstrahlung

(1): Metropolenreport Hamburg
(2): Edward Hopper – Fondation Beyeler

(1): Metropolenreport Hamburg
Hamburg setzt sich mit seiner kolonialen Geschichte auseinander. Neben Forschungsstellen und der Untersuchung von Museumsbeständen bereitet das Thalia Theater eine Produktion mit einem namibischen Ensemble vor. Ein Stück über den antikolonialen Widerstand der Herero. Und natürlich gibt es zahlreiche Orte und Künstler, die dieses Kapitel der Hansestadt beleuchten.

(2): Edward Hopper – Fondation Beyeler
Der amerikanische Maler Edward Hopper hat Kultstatus. Die Ausstellung in Basel, die vom 26. Januar bis 17. Mai zu sehen ist, rückt das Thema der unendlichen Weite und der Stadtlandschaften in den Mittelpunkt. Regisseur Wim Wenders hat charakteristische Orte aus dem Werk von Hopper filmisch in Szene gesetzt.

Sonntag, 09.02. / 17:40 Uhr / Ludwig van Beethoven: Tripelkonzert ~ 20 Jahre West-Eastern Divan Orchestra
Schwerpunkt: LUDWIG VAN – Beethoven-Jahr auf ARTE
Musik, Deutschland, 2019, RBB 43 Min.
Regie: Andreas Morell
Komponist: Ludwig van Beethoven, Anton Bruckner
Dirigent: Daniel Barenboim
Orchester: West-Eastern Divan Orchestra

Mit: Yo-Yo Ma (Violoncello), Anne-Sophie Mutter (Violine), Daniel Barenboim (Klavier)

Erstausstrahlung

Das West-Eastern Divan Orchestra feiert seinen 20. Geburtstag mit einem besonderen Konzert und prominenten Solisten: Anne-Sophie Mutter (Violine), Yo-Yo Ma (Violoncello) und Daniel Barenboim (Klavier). Das „Tripelkonzert“ für Klavier, Violine, Violoncello und Orchester komponierte Ludwig van Beethoven um 1804 in Wien. Es ist seine einzige Orchesterkomposition für drei Soloinstrumente und wird auch als „heimliches Cellokonzert“ bezeichnet, da das Cello in diesem Werk eine hervorgehobene Rolle spielt.

1999 hatten Daniel Barenboim, Edward Said und Bernd Kauffmann junge Musiker aus verschiedenen Ländern des Nahen Ostens in die europäische Kulturhauptstadt Weimar eingeladen, um durch das gemeinsame Musizieren einen Dialog zwischen den verschiedenen Kulturen zu ermöglichen. Benannt nach Goethes Gedichtsammlung „West-östlicher Divan“ ist das Ensemble, das zu gleichen Teilen aus israelischen und arabischen Musikern besteht, längst zu einem festen Bestandteil des internationalen Musiklebens geworden. Im Sommer treten sie regelmäßig bei den Salzburger Festspielen und in der Berliner Waldbühne auf.

Der amerikanische Starcellist Yo-Yo Ma war bereits 1999 beim ersten Workshop des Orchesters in Weimar zu Gast. Anlässlich des Festkonzerts zum 20-jährigen Bestehen in der Berliner Philharmonie wurden Yo-Yo Ma und Anne-Sophie Mutter zu Ehrenmitgliedern des West-Eastern Divan Orchestra ernannt.

Sonntag, 09.02. / 22:10 Uhr / Karl Lagerfeld – Eine Legende
Dokumentation, Deutschland, 2019, ZDF 52 Min.
Regie: Christian Jakob
Online verfügbar von 08/02 bis 08/02
Erstausstrahlung

Am 19. Februar 2019 starb Karl Lagerfeld, eine der bekanntesten deutsch-französischen Persönlichkeiten der Zeitgeschichte. Lagerfeld war Modedesigner, Fotograf, Verleger, Innenarchitekt, Kostümbildner, Trendsetter in einem. In diesem Dokumentarfilm über Karl Lagerfeld erinnern sich Weggefährten und Journalisten an den extrovertierten Star, der den größten Teil seines Lebens in Paris verbracht hat.

Er war unglaublich talentiert: Modeschöpfer, Fotograf, Verleger, Innenarchitekt, Kostümbildner, Trendsetter, alles in einer Person – Karl Lagerfeld. Als er am 19. Februar 2019 im Alter von 85 Jahren stirbt, ist nicht nur die Modewelt traurig. Bis zuletzt hat er gearbeitet – an neuen Kollektionen, an einer Fotoausstellung und an Buchpublikationen. Karl Lagerfeld gönnte sich zeitlebens keine Schaffenspausen.

Wer war Karl Lagerfeld? Wer prägte ihn? Lagerfeld wächst behütet in Norddeutschland auf und kommt als Sohn einer wohlhabenden Unternehmerfamilie mit Anfang 20 von Hamburg nach Paris – unterstützt von seinen Eltern. Ihnen hat er viel zu verdanken. In Paris gewinnt er einen Modepreis, hat erste berufliche Erfolge und führt gleichzeitig ein aufwendiges Jetset-Leben.

Lagerfeld lernt mit dem Dandy Jacques de Bascher seine große Liebe kennen. Wie seine Eltern, prägt auch de Bascher Lagerfelds Leben. Im Geiste seiner Mutter, mit Unterstützung seines Partners, arbeitet Karl Lagerfeld fast pausenlos. Er baut sich – ähnlich wie sein Vater, der Dosenmilchfabrikant Otto Lagerfeld – ein Imperium auf, in dem er eine unverwechselbare Marke kreiert.

In „Karl Lagerfeld – Eine Legende“ sprechen Bekannte aus Lagerfelds Kindheit über die gemeinsame Zeit in den 40er Jahren. Verleger Gerhard Steidl erzählt von der jahrzehntelangen Zusammenarbeit. Zu Wort kommen Freunde wie das Model Baptiste Giabiconi oder Sebastien Jondeau, einer seiner engsten Vertrauten und die Journalistin Raphaëlle Bacqué, die eine umfassende Biografie über Lagerfeld geschrieben hat.

Sonntag, 09.02. / 23:05 Uhr / Romeo & Juliet
Schwerpunkt: Festtagsprogramm
Ballett, Großbritannien, 2019, ZDF 90 Min.
Regie: Michael Nunn
Choreographie: Kenneth MacMillan
Dirigent: Koen Kessels
Orchester: Orchestra of the Royal Opera House
Komponist und Autor: Sergej Prokofjew
Autor: William Trevitt

Mit: The Royal Ballet, Francesca Hayward (Julia), William Bracewell (Romeo)

Online verfügbar von 08/02 bis 09/05
Erstausstrahlung

Es ist die berühmteste Liebesgeschichte der Welt und auch auf der Ballettbühne ein Klassiker: Kenneth MacMillan schuf in den 60er Jahren eine zeitlose Choreographie zu der Musik von Sergej Prokofjew. Michael Nunn und William Trevitt haben zusammen mit dem Royal Ballet die Choreographie als Spielfilm inszeniert: von der Theaterbühne auf die Straßen Veronas.
Mit voller Leidenschaft werfen sich die jungen Stars des Ensembles in die Geschichte und tanzen bravourös über das Pflaster, als wäre es ein Theaterboden. William Bracewell als Romeo, Francesca Hayward als Julia und Matthew Ball als Tybalt überzeugen auch mit ihrer starken schauspielerischen Präsenz. Film, Musik und Theater verbinden sich in einer völlig neuen Weise miteinander, und so kann die Geschichte von der Feindschaft der Montagues und Capulets, die mit dem tragischen Tod des jungen Liebespaares endet, eine besondere emotionale Wirkung entfalten.

Nunn und Trevitt können selber auf eine Laufbahn als Tänzer zurückblicken und haben dabei sehr eng mit Kenneth MacMillan zusammengearbeitet. Sie können Tanz kongenial in Film verwandeln und wurden dafür international ausgezeichnet, unter anderem mit dem Emmy Award. Die Originalpartitur von Sergej Prokofjew wird gespielt vom Orchestra of the Royal Opera House unter der Leitung von Koen Kessels.

Sonntag, 09.02. / 00:40 Uhr / Rheingau Musik Festival: „Missa solemnis“ von Ludwig van Beethoven
hr-Sinfonieorchester unter Leitung von Andrés Orozco-Estrada im Kloster Eberbach
Musik, Deutschland, 2016, HR 83 Min.
Regie: Nele Münchmeyer
Komponist: Ludwig van Beethoven
Dirigent: Andrés Orozco-Estrada
Orchester: hr-Sinfonieorchester
Chorleitung: Johannes Prinz
Dramaturgie: Andreas Maul

Mit: Steve Davislim (Tenor), Hanno Müller-Brachmann (Bass), Regine Hangler (Sopran), Katrin Wundsam (Alt), Wiener Singverein

„Von Herzen – Möge es wieder – Zu Herzen gehen!” Diese berühmte Widmung gab Ludwig van Beethoven einst seiner Komposition „Missa solemnis” mit auf den Weg, die in ihrer Rätselhaftigkeit und Wirkung bis heute eine ganz besondere Aura ausstrahlt. Von dem gläubigen Aufklärer und großen Humanisten einst geschaffen, um „bei den Singenden als bei den Zuhörenden religiöse Gefühle zu erwecken und dauernd zu machen”, werden darin Gott und Gottheit, Mensch und Menschheit, Himmel und Erde musikalisch gleichermaßen angesprochen. Beethovens „Missa solemnis” sprengt bei einer Länge von etwa 80 Minuten den Rahmen einer gewöhnlichen Gottesdienstbegleitung. Zum ersten Mal wurde sie 1824 jedoch nicht in kirchlichem Rahmen, sondern in der Philharmonischen Gesellschaft in Sankt Petersburg aufgeführt und kurz danach am Kärntnertortheater in Wien.Andrés Orozco-Estrada und das hr-Sinfonieorchester präsentieren das geistliche Hauptwerk Beethovens beim Rheingau Musik Festival im Kloster Eberbach und krönen damit ihr gemeinsames Beethoven-Projekt „Ludwig van …“. Unter der Leitung des in der Musikhauptstadt Wien ausgebildeten Orozco-Estrada entfaltet das anspruchsvolle wie faszinierende Ausnahmewerk des Wiener Klassikers Beethoven mit dem Wiener Singverein – unter der Leitung von Johannes Prinz – und einem exzellenten Solistenquartett, bestehend aus Regine Hangler, Katrin Wundsam, Steve Davislim und Hanno Müller-Brachmann, eine ganz besondere Wirkung im auratischen Klang- und Bildraum von Kloster Eberbach.

Dienstag, 11.02. / 05:00 Uhr / Berlin Live: Peter Bjorn and John
Musik, Deutschland, 2016, ZDF 59 Min.
Regie: Hannes Rossacher, Stefan Mathieu
Online verfügbar von 11/02 bis 12/03

„Berlin Live“ präsentiert diesmal einen ganz besonderen Leckerbissen: Peter Bjorn and John sind nach fünfjähriger Abwesenheit wieder zurück – inklusive neuem Album. „Breakin‘ Point“ heißt die Platte, die Indie-Pop vom Feinsten serviert. Ein grandioses Konzert der drei Schweden ist garantiert.

Fünf Jahre mussten sich Fans und Kritiker bis zur Veröffentlichung von „Breakin‘ Point“ gedulden, dem siebten Studioalbum von Peter Bjorn and John. Das schwedische Trio hat jedoch nicht auf der faulen Haut gelegen: Sie gründeten mit anderen Künstlern ihr eigenes Label INGRID und arbeiteten mit hochkarätigen Musikern wie Lykke Li und Franz Ferdinand zusammen. Seit ihrer Gründung hat sich die Band musikalisch stets weiterentwickelt, ist ihrem Stil dabei aber immer treu geblieben. Die drei Freunde, die sich bereits seit ihrer Kindheit kennen und die Liebe zur Popmusik der 60er teilen, schwören auf eingängige Indie-Pop-Melodien und lassen dabei immer wieder Anleihen aus Psychedelic- und Indie-Rock einfließen – und begeistern damit das Publikum. Da ist es kein Wunder, dass „Berlin Live“ die Meister des poppigen Indie-Rocks zu sich auf die Bühne holt. Ein ganz besonderes Highlight, nicht nur für Fans.

Freitag, 14.02. / 21:45 Uhr / Pop Models
Dokumentation, Frankreich, 2014, ARTE 54 Min.
Regie: Olivier Nicklaus
Online verfügbar von 14/02 bis 15/03

Vom anonymen, zurückhaltenden Mannequin zu Beginn des 20. Jahrhunderts über die Supermodels der 90er bis zu den It-Girls von heute hat sich der soziale und kulturelle Status der Models ständig weiterentwickelt. Inzwischen sind sie ein fester Bestandteil der Popkultur. Am Beispiel der Mannequins beleuchtet die Dokumentation einen anderen Aspekt der Modegeschichte: Wie haben sich die Darstellung des weiblichen Körpers und die Stellung der Frau in der Gesellschaft verändert? Mit Exklusivinterviews und zum Teil bisher unveröffentlichten Archivbildern analysiert „Pop Models“ 50 Jahre Mode, Glamour und Emanzipation. Zu Wort kommen unter anderem Carla Bruni, Inès de la Fressange, Peter Lindbergh und Audrey Marnay.

Im 20. Jahrhundert hat der technische Fortschritt den Menschen in vielen Bereichen ersetzt. Bei den Models läuft die Entwicklung genau anders herum. Zu Beginn des Jahrhunderts werden Mannequins aus Holz oder Stoff, sogenannte Stockmen, durch echte Frauen aus Fleisch und Blut ersetzt. Bis zum Zweiten Weltkrieg war der Beruf des Mannequins allerdings nicht sehr hoch angesehen und wurde sogar mit Prostitution verglichen. Nach Kriegsende bleiben die Mannequins zwar weiterhin weitgehend anonym, der Beruf gewinnt aber langsam an Ansehen und Glamour. Doch nach und nach erblüht die Konsumgesellschaft. Durch die Verbreitung der Fotografie gewinnen die Modezeitschriften und die Werbung in den 50er Jahren an Bedeutung und so erhalten die Mannequins langsam einen Namen. In der Zeit von 1945 bis in die frühen 70er professionalisiert sich der Beruf. Die 60er und 70er waren die Zeit der großen Befreiungen, in der die Frauen neue Freiheiten entdeckten, es war Zeit des Flower Power, der sexuellen Freiheit und der euphorisierenden Drogen. Die Frauen in den 80ern waren dann die Generation von Frauen, die sich nicht schonten. Es galt, einen schönen Körper zu haben, Leistung zu bringen, zur Arbeit zu gehen. Diese beharrlichen Workings Girls tragen Kostüme mit Schultern breiter als die der Männer und erobern das soziale Leben und die Arbeitswelt. In den 90ern schließlich wird das Supermodel geboren. In Exklusivinterviews und zum Teil bisher unveröffentlichten Archivbildern analysiert „Pop Models“ 50 Jahre Mode, Glamour und Emanzipation. Zu Wort kommen Twiggy, Jerry Hall, Cindy Crawford, Naomi Campbell, Linda Evangelista, Christy Turlington und Laetitia Casta. Außerdem: Exklusivinterviews mit Carla Bruni, Inès de la Fressange, Nicolas Ghesquière, Peter Lindbergh, Elle-Chefredakteurin Valérie Toranian, Marisa Berenson, Audrey Marnay und vielen anderen.

Freitag, 14.02. / 22:40 Uhr / Tracks
Magazin, Deutschland, 2020, ZDF 30 Min.
Regie: N.N.
Erstausstrahlung

Diese Woche unter anderem in „Tracks“: Dorian Electra erforscht die großen Genderfragen des 21. Jahrhunderts; der marokkanische Musikproduzent und DJ Guedra Guedra zeigt sein Viertel und die elektronische Szene in Casablanca.

(1): Dorian Electra und die großen Genderfragen des 21. Jahrhunderts
Dorian Electra ist gekommen, um die Männlichkeit des 21. Jahrhunderts auf den Kopf zu stellen. Mit dem Debütalbum „Flamboyant“ erforscht Dorian Electra mit viel Liebe und Humor die großen Genderfragen des 21. Jahrhunderts – und macht daraus auch noch tolle Popsongs. „Tracks“ trifft Dorian Electra in Los Angeles.

(2): Guedra Guedra – Sounds aus Casablanca
Abdellah Hassak aka Guedra Guedra ist der geborene Soundnerd: Als Coder, Sound Engineer, Musikproduzent und DJ tobt sich der Künstler aus Casablanca unter diversen Künstlernamen auf Theaterbühnen, in IT-Workshops und Festivals zwischen Nordafrika und Europa aus. Der leidenschaftliche Sammler seltener, uralter Schallplatten zeigt sein Viertel und die aufkeimende elektronische Szene seiner Heimatstadt.

Freitag, 14.02. / 23:10 Uhr / Interpol – The Paris Ghost Session
25.10.2018
Musik, Frankreich, 2018, ARTE F 60 Min.
Regie: Antoine Carlier
Online verfügbar von 07/02 bis 14/05
Erstausstrahlung

Auch mehr als 20 Jahre nach Bandgründung haben die Jungs von Interpol nichts von ihrer düsteren Energie eingebüßt. Sie ist auch auf dem jüngsten Album „Marauder“ zu spüren. Mit klarer Kante transportiert die Stimme von Paul Banks unheilschwangere wie unbeschwerte Texte, während Gitarrist Daniel Kessler die Energie der Gruppe in immer wieder neue Post-Punk-Volten zu lenken weiß. Die radikale Kraft der Band zeigt sich in diesem Ausnahmeevent.

Mit „Turn on the Bright Lights“ haben sich Interpol vor nunmehr 17 Jahren einen festen Platz auf den internationalen Rockbühnen erobert und sind über Nacht zum Aushängeschild der New Yorker Post-Punk-Szene geworden. Das im August 2018 erschienene Album „Marauder“ setzt den Siegeszug ihrer düsteren Musik fort und verbindet lärmenden Rock mit geradezu ätherischen Passagen. Auf der Bühne lässt Daniel Kessler routiniert die Gitarre erklingen, während die Stimme von Paul Banks den Melodien ihre spezifische Prägung verleiht.

Interpol verstehen sich als „ArtistPerformer“, und so sind sie ständig auf der Suche nach alternativen Konzertformen wie dieser Paris Ghost Session, die für sie und die Zuschauer etwas ganz Besonderes darstellt. Das Konzert ist insofern einmalig, als es vom Lauf der Kamera gesteuert wird: Die fünf Musiker stellen sich der völlig ungewohnten Situation, dass ihre Performance komplett mit der Kameraführung verschmilzt. Schärfen, Unschärfen, Kamerabewegungen – alles scheint den Melodien und Riffs von Daniel Kessler zu gehorchen. „Untitled“, „If You Really Love Nothing“, „Not Even Jail“, „The Rover“, „Take You on a Cruise“, „NYSMAW“, „Pioneer to the Falls“, „Number 10“, „Leif Erikson“, „All the Rage Back Home“, „Lights“, „Flight of Fancy“, „Evil“: Die 13 Tracks dieser Session entführen die Zuschauer mitten ins musikalische Universum der Post-Punk-Formation.


Samstag, 15.02. / 23:35 Uhr / Philosophie ~ Kritisches Denken in Zeiten von Fake News
Magazin, Frankreich, 2019, ARTE F 26 Min.
Regie: Elliot Covrigaru, Philippe Truffault
Gast: Gérald Bronner, Sophie Mazet
Moderation: Raphaël Enthoven
Erstausstrahlung

Jeden Samstag lädt ARTE zum Philosophieren ein. Der Philosoph und Moderator Raphaël Enthoven zieht eine Linie von der Vergangenheit zur Gegenwart und verbindet die vermeintlich trockene Literatur der großen Philosophen mit aktuellem Zeitgeschehen. Jede Woche zu einem neuen Thema.

Wir leben in einer paradoxen Zeit: Je mehr Informationen zur Verfügung stehen, desto leichtgläubiger werden die Menschen. Seit dem massenhaften Gebrauch des Internets hat die Produktion von Informationen einen nie dagewesenen Umfang erreicht, und doch spielen Rationalität, kritischer Geist und kluges Urteil keine ausschlaggebende Rolle mehr. Wo liegen die Ursachen für diese Entwicklung? Warum haben falsche Wahrscheinlichkeiten und Fake News eine solche Bedeutung gewonnen? Warum glauben wir lieber an Verschwörungstheorien, als berechtigten Zweifel anzumelden?

Sophie Mazet, Lehrerin an einem französischen Gymnasium und heutiger Gast der Sendung, verfasste ein „Lehrbuch zur intellektuellen Selbstverteidigung“. Darin zeigt sie, wie man kritisches Denken in der Schule lehrt. Warum braucht man heute Kurse, um die „Abwehrkräfte des Gehirns“ gegen Falschinformationen zu stärken? Mit welchen Methoden kann man Verschwörungstheorien am besten vorbeugen – und vor allem Einhalt gebieten? Welche politischen Mittel soll man im Kampf gegen die Radikalisierung einsetzen? Die Lage ist vertrackt: Zwar mag es wünschenswert erscheinen, gefährliche Glaubensvorstellungen mit staatlichen Mitteln auszumerzen. Doch der Angriff auf die Gedankenfreiheit kann sich als unwirksam, wenn nicht gar gefährlich erweisen und das Schreckensbild der Zensur oder des „kognitiven Totalitarismus“ heraufbeschwören.

Zusatzinfo:
Gérald Bronner, Professor für Soziologie an der Université Paris-Diderot beschäftigt sich in seinen Arbeiten mit kollektiven Glaubensvorstellungen. Letzte Veröffentlichung: „Déchéance de rationalité“ (2019). Deutschsprachige Veröffentlichung: „Fake News und Verschwörungstheorien. Wie man Gerüchten nicht auf den Leim geht“ (2019). Sophie Mazet unterrichtet seit 2007 an einem als Brennpunktschule eingestuften Gymnasium im Département Seine-Saint-Denis. Im März 2015 würdigte das französische Bildungsministerium den von Sophie Mazet konzipierten „Kurs zur intellektuellen Selbstverteidigung“ mit einer Auszeichnung. Mazets Buch zum Thema erschien unter dem Titel „Manuel d’autodéfense intellectuelle“ (2015).

Samstag, 15.02. / 00:05 Uhr / Square für Künstler ~ Carte Blanche für Patrick Chesnais, Schauspieler
Magazin, Frankreich, 2019, ARTE 28 Min.
Regie: Patrick Chesnais
Online verfügbar von 08/02 bis 16/03

„Square“ ist das bimediale Magazin auf ARTE. Die Sendung stellt die philosophischen, literarischen, künstlerischen und technischen Innovationen unserer heutigen Gesellschaften in den Mittelpunkt. Es geht um neue Ideen in allen Bereichen – nicht nur in Deutschland und Frankreich, sondern weltweit. „Square“ befasst sich vor allem mit dem Blick der Kreativen und Künstler auf eine Welt, die sich rasant bewegt.

Françoise Hardy trägt den Namen einer bekannten Sängerin – sie aber leitet in Paris die Dienststellen der Polizei, die den Verkehr regeln, die Verkehrssicherheit überwachen sowie die Demonstrationen auf öffentlichen Straßen.Ihr Alltag besteht aus Staus, Unfällen und einmal pro Woche aus gelben Westen.Sie hat ihre gesamte Karriere bei der Polizei verbracht, und der Schauspieler Patrick Chesnais traf sie bei mehreren Aufklärungskampagnen zur Verkehrssicherheit, an denen er seit Jahren beteiligt ist. Für „Square für Künstler“ begleitete er Françoise Hardy ein paar Tage bei der Ausübung ihres Dienstes bei der Polizei.

Samstag, 15.02. / 02:25 Uhr / Durch die Nacht mit … Thurston Moore und Phil Collins
Magazin, Deutschland, 2016, ZDF 52 Min.
Regie: Hasko Baumann
Online verfügbar von 14/02 bis 16/03

Die Indierock-Ikone Thurston Moore und der britische Videokünstler Phil Collins ziehen anlässlich des Pop-Kultur Festivals durch die Nacht von Berlin. Unterwegs treffen sie das frühere RAF-Mitglied Astrid Proll und den Künstler Scott King. Ein lebhafter Austausch bei Bier und Zigaretten über Kunst, Musik und die Liebe zur deutschen Hauptstadt.

Das Pop-Kultur Festival in Berlin bringt die unterschiedlichsten Künstler auf die Bühnen Neuköllns und regt einen interdisziplinären Austausch an. Ganz im Sinne von „Durch die Nacht mit …“ vereint es auch zwei der spannendsten Gäste des Festivals.

Der New Yorker Musiker Thurston Moore, der sich in den Listen der besten Gitarristen der Welt stets unter den Top 20 findet, hat mit seiner Band Sonic Youth dem Indie-Rock entscheidende Impulse gegeben. Der britische Videokünstler und Fotograf Phil Collins begeistert seit Jahren mit politischer Mitmachkunst, die ihm bereits 2006 eine Nominierung für den Turner Prize bescherte.

Collins, der an der Kölner Kunsthochschule für Medien lehrt, lebt in Berlin und empfängt dort den frischgebackenen Wahl-Londoner Moore. Beide haben den größten Respekt vor der Arbeit des anderen, so dass es schnell zum lebhaften Austausch bei Bier und Zigaretten kommt.

Gemeinsam geht es zum Publikumsrenner „Manifesto“ im Hamburger Bahnhof, wo der Künstler Julian Rosefeldt die Schauspielerin Cate Blanchett in ein Dutzend Rollen gesteckt hat. Noch eindrucksvoller für die zwei Nachtschwärmer fällt die Begegnung mit der Fotografin und einstigen RAF-Mitstreiterin Astrid Proll aus. Bald geht es zum Pop-KulturFestival, wo der Künstler Scott King seine Sammlung an Rock-Memorabilia vorstellt. Aber Collins und Moore haben ihre Zweifel. Ist das wirklich Kurt Cobains Feuerzeug oder flunkert King ein bisschen?

Der lange Abend, den Collins und Moore mit viel Freude und Humor bestreiten, findet sein Ende in der Neuköllner Kneipe „Das Gift”, die Collins mit einem Mitglied der Band Mogwai betreibt. Hier gesellt sich auch Thurston Moores Lebensgefährtin, die Herausgeberin Eva Prinz, zu dem fröhlichen britisch-amerikanischen Duo, das sich bei „Durch die Nacht mit …“ in der Tat einen ausgiebigen, sehr unterhaltsamen interdisziplinären Austausch geliefert hat.

Sonntag, 16.02. / 06:15 Uhr / Die große Literatour ~ Joseph Roths Russland
Dokumentationsreihe, Deutschland, 2016, RBB 51 Min.
Regie: Eva Gerberding, André Schäfer
Online verfügbar von 16/02 bis 16/05

Seine Romane zählen heute zur Weltliteratur: Joseph Roth – der große Erzähler und einer der besten Journalisten der Weimarer Zeit. Ein Meister der Beobachtung und Beschreibung. 1926 reist er mit einer großen Sehnsucht in die noch junge Sowjetunion. Mehrere Monate wird er unterwegs sein, Reportagen für die „Frankfurter Zeitung“ schreiben und all seine Illusionen über den Sowjetstaat verlieren. Die Dokumentation folgt den Stationen seiner Reise und zitiert aus den brillant geschriebenen Berichten. En passant wird dabei ein biografisches Porträt des Schriftstellers gezeichnet.

Joseph Roth wurde am 2. September 1894 im ostgalizischen Brody geboren, das heute zur Ukraine gehört. Als Roth hier aufwuchs, war Galizien eine autonome Provinz der Habsburger Monarchie. Sechseinhalb Millionen Menschen lebten hier: Polen, Deutsche, Armenier, Ungarn und Ukrainer. Für seine Reportagen reist Joseph Roth über Polen in die noch junge Sowjetunion. Zunächst in seine galizische Heimat, dann über die Wolga nach Astrachan und Baku. Und natürlich nach Moskau und Sankt Petersburg. Überall nimmt er den sowjetischen Alltag unter die Lupe, seine Berichte sind scharfsinnig, voller sanfter Ironie. So beglückt er die Leser mit einer kleinen Geschichte über Gott, der durch die Trennung von Staat und Kirche quasi arbeitslos geworden ist. Mit großem Respekt beschreibt Joseph Roth die Anstrengungen zur Industrialisierung, aber er spürt auch Prüderie und Verspießerung. Die anfängliche Faszination weicht schnell der Desillusionierung. Roth ist als neugierig Hoffender aufgebrochen, als ernüchterter Chronist kehrt er zurück. Nach der Reise gelingt ihm sein Durchbruch als Romancier: Seine bedeutendsten literarischen Werke wie „Hiob“ oder „Radetzkymarsch“ erscheinen. Am Morgen des 30. Januar 1933 reist er nach Paris. Auf dem Bahnhof erfährt er von der Machtergreifung der Faschisten. Roth wählt das Exil. Bei gutem Wetter sitzt er auf der Terrasse des Café Tournon. Dort schreibt er sein letztes Werk: „Die Legende vom heiligen Trinker“. Eine Novelle über das friedvolle Ableben eines obdachlosen Alkoholikers. Roth stirbt in Paris am 27. Mai 1939 mit 44 Jahren.

Sonntag, 16.02. / 08:00 Uhr / 08:00 Denk mal quer! Der Fotorealismus
Kindersendung, Australien, 2016, ARTE 24 Min.
Regie: Cathy Baker
Online verfügbar von 16/02 bis 16/04

Wir leben in einer Welt, in der vieles nicht ist, wie es scheint. Manchmal müssen wir genauer hinschauen, um den Dingen auf den Grund zu gehen. Das Jugend-Magazin „Denk mal quer!“ entdeckt die seltsamsten, wunderlichsten und verrücktesten Phänomene unserer Zeit – in den Bereichen Kunst, Psychologie und Wissenschaft.

(1): Der Fotorealismus
Der Fotorealismus ist sowohl eine Stilrichtung als auch eine Kunstbewegung. Ziel des Künstlers ist es dabei, Bilder und Motive zu studieren und sie von Hand so realistisch wie möglich auf ein anderes Medium zu übertragen.

(2): Der McGurk-Effekt
Der sogenannte McGurk-Effekt bezeichnet eine audiovisuelle Täuschung mittels Beeinflussung der Wahrnehmung eines akustischen Sprachsignals. Denn zwischen dem, was wir hören, und dem, was wir sehen, besteht ein Zusammenhang.

(3): Die Goldene Zahl
Die Kenntnis der Goldenen Zahl ist in der mathematischen Literatur seit der griechischen Antike nachgewiesen. Sie wurde seither in philosophische und theologische Zusammenhänge gestellt und gilt als ideales Prinzip der ästhetischen Proportionierung. Man findet dasselbe Verhältnis auch in der Natur wieder, weshalb es auch „proportia divina“ genannt wird.

(4): Pepper’s Ghost
Bei diesem Illusionstrick mit Spiegeln kann man Personen und Gegenstände als teilweise durchsichtige Geistererscheinung vor einem Publikum auftauchen und wieder verschwinden lassen.

(5): Denker – Leonardo da Vinci
Leonardo da Vinci wurde 1452 in der Nähe der toskanischen Stadt Vinci geboren – zu Beginn der Renaissance, einer Zeit großer Durchbrüche in den Künsten und Wissenschaften des Abendlandes.

Sonntag, 16.02. / 11:20 Uhr / Vergessene Schätze des Mittelmeers: Die Cappella Palatina in Palermo, Italien
Dokumentationsreihe, Frankreich, 2015, ARTE F 26 Min.
Regie: Jérôme-Cécil Auffret
Online verfügbar von 09/02 bis 23/02

Nach dem Palast von Sidi Bou Said in Tunis, dem Archäologischen Museum von Thessaloniki, dem Museum für Unterwasserarchäologie im spanischen Cartagena, dem Museum der Schönen Künste in Algier und dem Koptischen Museum in Kairo führt die Reihe ,„Vergessene Schätze des Mittelmeers“ dieses Mal zur Cappella Palatina in Palermo, einem Meisterwerk der arabisch-normannischen Kunst und letztes Zeugnis des Palastes der Normannenherrscher.

Die Cappella Palatina in Palermo ist ein Meisterwerk der arabisch-normannischen Kunst. Mit ihrem Bau wurde um 1130 begonnen, rund 30 Jahre vor Notre-Dame in Paris. Die prächtigen Wand- und Deckenmosaike sind Ausdruck des christlichen Glaubens und der toleranten, weltoffenen Gesinnung des Normannenkönigs Roger II., der damals über Sizilien herrschte. Im 11. und 12. Jahrhundert wüteten die Kreuzzüge im Mittelmeerraum. Kreuzritter aus ganz Europa strömten in den Süden, unter ihnen auch der Normanne Roger de Hauteville, der Sizilien den Muslimen abrang und unter normannische Herrschaft stellte. Sein Sohn, Roger II., gründete das Königreich von Neapel und Sizilien mit Palermo als Hauptstadt. Im Film erzählt Königin Adelheid, die Mutter dieses jungen Königs, die nur wenig bekannte Lebensgeschichte ihres Sohnes, des einzigen weltoffenen Herrschers im Mittelmeerraum. In der Kunstgeschichte gilt sein aufgeklärtes Königreich als die Wiege der italienischen Renaissance.

Sonntag, 16.02. / 14:30 Uhr / Leonardos geheimnisvolles Bildnis
Dokumentarfilm, Frankreich, Italien, 2015, ARTE F 85 Min.
Regie: Luca Trovellesi Cesana
Wiederholung vom 01.02.

Sonntag, 16.02. / 16:00 Uhr / Gelebte Träume ~Künstlerinnen des Surrealismus
Dokumentation, Deutschland, 2019, ZDF 52 Min.
Regie: Maria Anna Tappeiner
Online verfügbar von 15/02 bis 16/05
Erstausstrahlung

Muse, Modell und Geliebte – das waren Frauen besonders für die männlichen Surrealisten. Doch wie war der Blick der Künstlerinnen? Anhand von Leben und Werk der Surrealistinnen Lee Miller, Leonor Fini, Leonora Carrington, Claude Cahun und Meret Oppenheim erkundet die Dokumentation die Suche nach weiblicher Identität im Surrealismus und spürt ihrer Rolle in Kunst und Gesellschaft nach. ARTE zeigt die Kulturdokumentation anlässlich der Schirn-Ausstellung „Fantastische Frauen“, die vom 13. Februar bis 24. Mai in Frankfurt zu sehen ist.

Heilige, Hexe, Kindfrau oder entrücktes Traumwesen – die Frau war das zentrale Motiv surrealistischer Männerfantasien. Mit den Vorstellungen der Künstlerinnen, die meist als Partnerinnen oder Modelle in den Kreis der Surrealismus-Bewegung rund um André Breton kamen, hatte das wenig zu tun. Obwohl sie bald mit den männlichen Kollegen ausstellten und ikonische Werke schufen, sind viele von ihnen bis heute kaum bekannt. Lee Miller, Leonor Fini, Leonora Carrington, Claude Cahun und Meret Oppenheim – sie alle wollten sich aus der passiven Rolle der Muse befreien und mittels Träumen und Mythen, Spielen und Maskeraden ihr eigenes Selbstverständnis zum Ausdruck bringen und die Bildwelten des Surrealismus erforschen. Die Dokumentation spürt diesen mutigen und selbstbewussten Frauen, die sich gegen viele Widerstände behaupten mussten, nach und trifft dabei in Südengland auch auf Lee Millers Sohn Antony Penrose, der heute noch im Haus seiner Eltern lebt. Auch in Paris und Bern stößt man auf verschiedene Lebensstationen und Werke der Künstlerinnen. Daneben geben die britische Surrealismus-Expertin Alyce Mahon und Ingrid Pfeiffer, die Kuratorin der Ausstellung in der Schirn, wichtige Einblicke in Leben und Kunst der fünf Surrealistinnen.

Zusatzinfo:
Die Schirn Kunsthalle Frankfurt präsentiert ab dem 13. Februar 2020 die große Themenausstellung „Fantastische Frauen. Surreale Welten von Meret Oppenheim bis Frida Kahlo“ und beleuchtet mit 34 vorgestellten Künstlerinnen den weiblichen Beitrag zum Surrealismus. Die ARTE-Kulturdokumentation „Gelebte Träume“ nimmt die Ausstellung zum Ausgangspunkt und zeigt, dass es vor allem die Perspektive ist, die die Werke der Künstlerinnen von denen ihrer männlichen Kollegen unterscheidet.

Sonntag, 16.02. / 16:55 Uhr / Metropolis ~ Bologna
Magazin, Deutschland, 2020, WDR 43 Min.
Erstausstrahlung

(1): Metropolenreport – Bologna
(2): Wasser als universelles Thema: Das Lebensprojekt des Fotografen Mustafah Abdulaziz

(1): Metropolenreport Bologna
Im November 2019 machten sie auf Bolognas berühmter Piazza Maggiore gegen Lega-Chef Matteo Salvini mobil: die „Sardinen“. Italiens neue Protestbewegung ist als Flashmob entstanden, gegründet von vier Freunden aus Bologna, der Hauptstadt der Region Emilia-Romagna, wo am 26. Januar 2020 Regionalwahlen stattfinden. 2007 war es Beppe Grillo, der in Bologna zum Messias der Politikverdrossenen aufstieg, doch heute sitzt die Enttäuschung über die linkspopulistische Fünf-Sterne-Bewegung tief. Auch in der alten Universitätsstadt Bologna, der mittelalterlichen Gelehrsamkeitsmetropole aus rotem Ziegelstein, in der Umberto Eco lehrte und sich Geist und Genuss auf einzigartige Weise verbinden.

(2): Wasser als universelles Thema: Das Lebensprojekt des Fotografen Mustafah Abdulaziz
Er ist 33 und lebt in Berlin: der amerikanische Fotograf Mustafah Abdulaziz, Autodidakt und frisch gekürter Preisträger des renommierten Leica Oskar Barnack Award. Seit acht Jahren arbeitet er an seiner Serie „Water“. In 10 Ländern auf vier Kontinenten hat Abdulaziz Tausende von Fotos gemacht: ein monumentales Langzeitprojekt über das Verhältnis des Menschen zum Planeten, zur Natur und seinen ambivalenten Umgang mit der wichtigsten Ressource, dem Grundstoff allen Lebens – Wasser. Abdulaziz‘ globales Projekt wird von Organisationen wie den Vereinten Nationen, WaterAid und WWF gefördert, seine Fotos auf zahlreichen Ausstellungen präsentiert und in Magazinen veröffentlicht.

Sonntag, 16.02. / 17:40 Uhr / Jewgeni Kissin spielt Beethovens „Pathétique“
Sonate Nr. 8 c-Moll op. 13
Schwerpunkt: LUDWIG VAN – Beethoven-Jahr auf ARTE
Musik, Frankreich, Schweiz, 2019, ARTESSR 43 Min.
Regie: Isabelle Soulard
Online verfügbar von 09/02 bis 23/02
Erstausstrahlung

Jewgeni Kissin gehört zu den führenden Beethoven-Interpreten seiner Generation. Zum 250. Geburtstag des Komponisten spielt der russische Pianist ausgewählte Beethoven-Sonaten. Bei seinem Rezital im Juli 2019 im Rahmen des Verbier Festivals standen Werke für Piano solo auf dem Programm: die Klaviersonaten Nr. 8 und Nr. 21, besser bekannt als „Pathétique“ und „Waldstein“.

Zum 250. Geburtstag Ludwig van Beethovens spielt Jewgeni Kissin auf dem Schweizer Verbier Festival ausgewählte Sonaten des Komponisten. Das Konzert beginnt mit der „Pathétique“. Die 1799 fertiggestellte Sonate ist das Werk eines Komponisten auf dem Höhepunkt seines Schaffens, der sich von den Einflüssen Mozarts und Haydns gelöst hat. Ein noch bedeutenderer kompositorischer Meilenstein ist die fünf Jahre später entstandene „Waldstein“-Sonate: Mit kühnen Kontrasten, einem ohne Umschweife zum Schlusssatz überleitenden langsamen Satz und einem außergewöhnlichen Finale beschritt Beethoven hier völlig neue Wege.

Seit seinem aufsehenerregenden internationalen Debüt im Alter von zwölf Jahren beim Tschaikowsky-Wettbewerb 1984 hat der russische Pianist Jewgeni Kissin sein Publikum immer wieder überrascht. Inzwischen gehört er zu den wenigen Solisten, die vor ausverkauften Häusern spielen. Auch beim renommierten Schweizer Verbier Festival, wo er alljährlich in der Salle des Combins auftritt, ist der Pianist ein gerne gesehener Gast.

Sonntag, 16.02. / 23:45 Uhr / Omar Sharif ~ Aus dem Leben eines Nomaden
Dokumentation, Deutschland, 2019, ZDF 52 Min.
Regie: Jascha Hannover
Online verfügbar von 15/02 bis 17/03
Erstausstrahlung

Monumentalfilme wie „Lawrence von Arabien“ und „Doktor Schiwago“ machten Omar Sharif zum Weltstar. Er war Schauspieler, Bridge-Spieler, Nomade, Frauenschwarm und Lebemann. Das Porträt zeigt einen Mann voller Widersprüche, der das Kartenspiel mehr liebte als die Filmwelt und der die Hälfte seines Lebens im Hotel verbrachte. Mit „Monsieur Ibrahim und die Blumen des Koran“ gelang Omar Sharif spät ein großes Comeback auf der Leinwand.

Omar Sharif war das prägende Gesicht der arabischen Welt in den 60er Jahren, manche sagten, neben Kleopatra der bekannteste Ägypter überhaupt. Er war Schauspieler, Bridge-Spieler, Nomade, Frauenschwarm und Lebemann. Er selber meinte dazu, er hätte gerne das Leben des Omar Sharif gelebt, das in den Zeitungen beschrieben wurde. Sein Auftritt in „Lawrence von Arabien“ machte ihn über Nacht zum Star, „Doktor Schiwago“ wurde dann die Rolle seines Lebens. In Ägypten war er schon vorher bekannt, vor allem wegen seiner Ehe mit der populären Schauspielerin Faten Hamama; für sie war er auch zum Islam übergetreten. Die Verbundenheit mit seinem Heimatland wurde durch den Film „Funny Girl“ an der Seite der Jüdin Barbra Streisand kurz nach dem Sechstagekrieg mit Israel auf eine harte Probe gestellt. Von Hardlinern als Kollaborateur und Spion beschimpft, kehrte er für längere Zeit nicht wieder nach Ägypten zurück. Als die Rollenangebote weniger wurden, widmete sich Sharif seiner größten Leidenschaft, dem Bridge. Er brachte es zu professioneller Meisterschaft, machte aber auch jede Menge Schulden. Um sie zu bezahlen, nahm er die schrägsten Rollen an – bis zu seinem sensationellen Comeback mit „Monsieur Ibrahim und die Blumen des Koran“. Das Porträt lässt seinen Sohn, seinen Enkel und enge Freunde zu Wort kommen. Es zeigt einen Mann voller Widersprüche, der die Hälfte seines Lebens freiwillig im Hotel verbrachte. Eigentlich eher unpolitisch, setzte er sich mit Leidenschaft für die Aussöhnung zwischen Palästinensern und Israelis ein und kehrte erst am Ende seines Lebens in sein geliebtes Heimatland zurück.

Sonntag, 16.02. / 00:40 Uhr / Der Barbier von Sevilla
Oper, Frankreich, 2017, ARTE F 159 Min.
Regie: Francois Roussillon
Komponist: Gioacchino Rossini
Inszenierung: Laurent Pelly
Dirigent: Jeremie Rhorer
Online verfügbar von 09/02 bis 23/02
Erstausstrahlung

In einer mit Spannung erwarteten neuen Produktion bringt der französische Regisseur Laurent Pelly den „Barbier von Sevilla“, Rossinis berühmteste Oper, die sich durch Witz und Einfallsreichtum auszeichnet, auf die Bühne des Pariser Théâtre des Champs-Elysées.

Die Uraufführung 1816 war ein Fiasko – dafür sorgten schon die zahlreichen Gegner Rossinis –, doch schon bald wurde „Der Barbier von Sevilla“ zu einem Riesenerfolg. Rossini war erst 23, als er diese fröhliche Oper nach einem Libretto von Cesare Sterbini komponierte, das wiederum auf einem Theaterstück von de Beaumarchais basierte. Die Handlung: Graf Almaviva hat sich in das junge Waisenmädchen Rosina verliebt. Mit allen Mitteln versucht er, sie ihrem alten Vormund Bartolo zu entreißen – der seinerseits Rosina heiraten möchte. Doch dank der Hilfe seines ehemaligen Dieners Figaro gelingt es dem Grafen, Rosina für sich zu gewinnen … Rossinis „Barbier“ erfordert jugendlichen Schwung und Einfallsreichtum. Beides dürfte die neue Produktion des Théâtre des Champs-Elysées zur Genüge mitbringen. Dafür sorgen der Dirigent Jérémie Rhorer mit seinem Orchester Cercle de l’Harmonie und nicht zuletzt die wunderbare, poetische und heitere Regie von Laurent Pelly. Eine virtuose Besetzung mit Florian Sempey als Figaro, Michele Angelini als elegantem Grafen, Catherine Trottmann als rebellischer Rosina und Robert Gleadow als Basilio rundet diesen besonderen Opernabend ab.

Montag, 17.02. / 01:00 Uhr / Hedda
Theater, Deutschland, 2016, ZDF 102 Min.
Regie: Andreas Kleinert
Kostüme: Myrna Drews
Musik: Daniel Dickmeis
Autor: Henrik Ibsen
Produzent: Leopold Hoesch, Film und Medienstiftung NRW, Broadview Pictures
Drehbuch: Andreas Kleinert

Mit: Susanne Wolff (Hedda), Godehard Giese (Jorgen), Wanja Mues (Eilert), Katharina Marie Schubert (Thea), Bruno Cathomas (Brack), Jasmin Hahn (Pun), Traute Hoess (Tante Julle)

Online verfügbar von 16/02 bis 24/02

Grimme-Preisträger Andreas Kleinert inszeniert ein ungewöhnliches Kammerspiel, in dem die Figuren aus Henrik Ibsens berühmtem Drama „Hedda Gabler“ so modern und aktuell sind wie selten zuvor. In den Hauptrollen des Theaterfilms spielen Susanne Wolff, Godehard Giese und Wanja Mues.

Jorgen, ein erfolgreicher Neurologe, legt seiner großen Liebe Hedda, einer – ganz im Gegensatz zu ihm selbst – lebenslustigen und jung gebliebenen Frau, die Welt zu Füßen. Die frisch Vermählten sind gerade in ihr neues Heim gezogen, eine monströse Villa im Wald mit Blick über die Stadt. Zum perfekten Glück fehlt nur noch Jorgens Beförderung, die bei einem gemütlichen Abendessen mit dem Chefarzt Prof. Dr. Brack besiegelt werden soll. Doch es kommt anders als erwartet, als zwei Überraschungsgäste aus der Vergangenheit auftauchen: Jorgens Ex-Geliebte Thea und Heddas große Liebe Eilert. Die Zukunft von Hedda und Jorgen, ihre Ehe, ihr etabliertes Leben und seine Karriere stehen plötzlich auf dem Spiel. Die bürgerliche Fassade beginnt nach und nach zu bröckeln. Im Laufe des Abends offenbaren sich tiefe Abgründe in dem Geflecht aus Liebe, Neid, Schuld und Verrat und die Dinnerparty gipfelt in einer Katastrophe. So aktuell und modern wie selten zuvor präsentieren sich die Figuren in der Theaterverfilmung von Henrik Ibsens berühmtem Drama „Hedda Gabler“, das der norwegische Dramatiker 1890 in seinem freiwilligen Exil in Deutschland verfasst hat. Mit einer zeitgemäßen Adaption verlässt Grimme-Preisträger Andreas Kleinert mit „Hedda“ die Bühne und holt den Stoff mit einem exzellenten Ensemble in die Welt und in die Gegenwart.

Zusatzinfo:
„Wir behalten die sieben Figuren von Ibsen und seine Grundstruktur. Ansonsten streben wir eine Zeitlosigkeit und Metaphorik an, die trotzdem genau im Detail unserer Zeit verhaftet sein sollte. Modernität ohne Modernismen. ‚Die Empfindsamen sterben. Die Mittelmäßigen überleben.‘ Unter dieses Motto möchten wir den Film stellen“, so Regisseur Andreas Kleinert.

Dienstag, 18.02. / 05:00 Uhr / Berlin Live: Anthrax
Musik, Deutschland, 2016, ZDF 60 Min.
Regie: Hannes Rossacher, Stefan Mathieu
Online verfügbar von 18/02 bis 19/03

„Berlin Live“ präsentiert mit Anthrax, einer der „Big Four“ des Thrash Metal, die extrem laute Variante im Neuköllner Kiez des SchwuZ. Scott Ian gründete 1981 die Band in New York. Er ist bis heute das einzige noch in der Band spielende Gründungsmitglied. Als Großmeister ihres Genres stehen Anthrax auf einer Ebene mit Metallica, Slayer und Megadeth und präsentierten just ihr elftes Werk: „For All Kings“.

„Berlin Live“ präsentiert mit Anthrax, einer der „Big Four“ des Thrash Metal, die extrem laute Variante im Neuköllner Kiez des SchwuZ. Scott Ian (Rosenfeld) gründete 1981 die Band in New York. Er ist bis heute das einzige noch in der Band spielende Gründungsmitglied. Seit über 35 Jahren prägen Anthrax die Metal-Szene. Besondere Berühmtheit erlangten die fünf New Yorker durch ihre Crossover-Aktionen: Die gekonnt witzige Verschmelzung von Rap und Metal verschaffte ihnen seit den 80er Jahren auch kommerzielle Erfolge. Die Zusammenarbeit mit Public Enemy und die daraus entstandene Zusammenführung von Rap und den harten Tönen des Metal eröffnete beiden Genres den musikalischen Horizont. Als Großmeister ihres Genres, dem Thrash Metal, stehen sie auf einer Ebene mit Metallica, Slayer und Megadeth und präsentierten im Sommer 2016 ihr elftes Werk: „For All Kings“. Von allen Kritikern wird das Album frenetisch gelobt. So schreibt der „Metal Hammer“, dass „Scott Ian und seinen Mannen zum stärksten Anthrax-Album seit vielen Jahren – oder gar Jahrzehnten – gratuliert werden darf“. Und „laut.de“ bestätigt: „Ganz großes Tennis, was diese Band im 35. Jahr ihres Bestehens da aus dem Hut zaubert.“ In der Besetzung mit Joey Belladonna (Gesang), Frank Bello (Bass), Charlie Benante (Schlagzeug), Jonathan Donais (Leadgitarre) und dem Mastermind Scott Ian (Rhythmusgitarre) machen die fünf Musiker während ihrer Welttournee auch einen kleinen Abstecher nach Berlin.

Mittwoch, 19.02. / ab 20:15 Schwerpunkt: Die Bären sind los: ARTE und die 70. Berlinale
Schwerpunkt, ARTE107 Min.

Berlinale Fieber auf ARTE! Ab Mittwoch, 19. Februar bis Mittwoch, 26. Februar zeigt ARTE preisgekrönte Filme und Dokumentationen zu Ehren der 70. Berlinale. Highlight ist unter anderem der ungarische Spielfilm „Körper und Seele“ der Regisseurin Ildiko Enyedi, die 2017 den Goldenen Bären für den besten Film gewann oder Oskar Roehlers „HERRliche Zeiten“, ein satirisches und provokantes Portrait der heutigen Gesellschaft. Yasemin Samdereli beschreibt auf humorvolle Art und Weise in ihrer Komödie „Almanya“ Identitätskrisen junger Deutsch-Türken. Filmstar Isabelle Huppert ist in „Die Nonne“ zu sehen, der 2013 auf der Berlinale zu sehen war. Paul Lenis Stummfilmklassiker des Weimarer Kinos „Das Wachsfigurenkabinett“ erlebt seine Premiere in restaurierter Fassung bei der Berlinale und kurz danach auch auf ARTE.

„Körper und Seele“ von Ildikó Enyedi, Gewinnerin des Goldenen Bären 2017, erzählt auf sensible Art und Weise von zwei einsamen Menschen, die durch ihre Träume verbunden sind. Guillaux Nicloux‘ Neuverfilmung „Die Nonne“ war einer der Nominierten der Berlinale 2013. Das mitreißende Drama erzählt die tragische Geschichte der jungen Suzanne, die von ihrer Familie ins Kloster geschickt wird und sich vehement gegen ihr Schicksal wehrt. ARTE zeigt das Drama in Erstausstrahlung zur diesjährigen 70. Berlinale aus.Oskar Roehler, bekannt als das „enfant terrible“‘ der deutschen Kinoszene, sucht auch in „HERRliche Zeiten“ die Provokation. Die hemmungslos zynische Komödie basiert auf Thor Kunkels Romanvorlage „Subs“ und reflektiert unsere heutige Gesellschaft.In „Almanya“ lässt uns Yasemin Samdereli auf spritzige Art und Weise an den Identitätskrisen junger Deutsch-Türken teilhaben, deren Vorfahren in den 60er Jahren als Gastarbeiter nach Deutschland eingewandert waren.„Tagebuch einer Kammerzofe“ von Benoît Jacquot beruht auf Octave Mirabeaus vielfach adaptiertem Werk und zeigt das tragische Leben einer aus dürftigen Verhältnissen stammenden jungen Frau, die der Willkür und den sexuellen Fantasien ihrer Herrschaft ausgesetzt ist.Der Stummfilm und Gruselklassiker „Das Wachsfigurenkabinett“ erlebt Premiere bei der Berlinale und auf ARTE: Für die restaurierte Fassung des Stummfilms von Paul Leni komponierte Bernd Schultheis die Musik.Mit dem oscarprämierten Film „Rain Man“ kommt auch das Hollywood-Flair nicht zu kurz und George Clooney begibt sich in „Solaris“ von Steven Soderbergh in gefährliche Traumwelten.Das Kurzfilmmagazin „Kurzschluss“ oder die Dokumentation „Das Kino ist tot, es lebe das Kino“ von Thomas Schadt erlauben Einblicke hinter die Kulissen der Stars und Sternchen. Den Abschluss des Berlinale Schwerpunkts macht der Spielfilm „Zentaur – Die Flügel der Menschen“ von Aktan Arym Kubat, ein poetisches Meisterwerk des magischen Realismus, der bei der Berlinale 2017 in der Reihe Panorama lief.

Mittwoch, 19.02. / 23:55 Uhr / Das Kino ist tot, es lebe das Kino ~ Berlinale-Beobachtungen
Schwerpunkt: Die Bären sind los: ARTE und die 70. Berlinale
Dokumentarfilm, Deutschland, 2020, RBB 88 Min.
Regie: Thomas Schadt
Erstausstrahlung

Im Februar 2019 begleitete Regisseur Thomas Schadt Dieter Kosslick bei seinem letzten Auftritt als Leiter des beliebtesten und größten Filmfestivals Deutschlands. Vor und hinter den Kulissen der Berlinale konnte er ihm über die Schulter schauen. Es entstand ein informativer und unterhaltsamer Streifzug durch das Festival und dessen Geschichte – mit Weltstars wie Juliette Binoche, Charlotte Rampling und Christian Bale sowie Nachwuchsregisseurin und Oscar-Hoffnung Nora Fingscheidt.

Im Februar 2019 begleitete Regisseur Thomas Schadt Dieter Kosslick bei dessen letztem Auftritt als Leiter des beliebtesten und größten Filmfestivals Deutschlands. Aus nächster Nähe konnte er dem Festivaldirektor während der 69. Berlinale vor und hinter den Kulissen mit der Kamera über die Schulter schauen. Entstanden ist ein informativer und gleichsam unterhaltsamer Streifzug durch das Festival und dessen Geschichte. Mit Weltstars wie Juliette Binoche, Charlotte Rampling und Christian Bale, die für Glamour auf dem roten Teppich sorgten. Und mit Nachwuchsregisseurin und Oscar-Hoffnung Nora Fingscheidt, die mit ihrem Film „Systemsprenger“ den Silbernen Bären gewann. Zugleich fragt Thomas Schadt im Zeitalter globaler Streamingdienste nach der Zukunft des Kinos und der Bedeutung von Filmfestivals. Sein Film ist eine Hommage an das größte Publikumsfestival der Welt, in dem Mainstream- und Kunstfilm erfolgreich aufeinandertreffen. Eine Rezeptur, die sich untrennbar mit der Nachkriegsgeschichte Berlins verbindet und die, so Dieter Kosslicks Wunsch zum Ende seiner Ära, den filmverrückten Berlinern noch viele Jahre erhalten bleiben mag.

Donnerstag, 20.02. / 01:30 Uhr / Die Räuber
Spielfilm, Deutschland, Luxemburg, 2012, ZDF 77 Min.
Regie: Frank Hoffmann, Pol Cruchten
Autor: Frank Hoffmann, Eric Malabry

Mit: Eric Caravaca (Karl), Isild Le Besco (Amalia), Maximilian Schell (Vater), Georg Marin (Field), Tchéky Karyo (Der Alte), Robinson Stévenin (Franz)

Online verfügbar von 20/02 bis 27/02

Maximilian Schell in seiner letzten Rolle: Die Handlung von Friedrich Schillers „Die Räuber“ wurde in die Gegenwart geholt und dem Stoff eine ganz aktuelle Relevanz verliehen. Eine Bankiersfamilie gerät durch eine familiäre Intrige in die Krise. Karl, der ältere der beiden Söhne, saß wegen Urkundenfälschung und Veruntreuung drei Jahre lang im Gefängnis. Er ist unschuldig, aber er hatte die Tat gestanden, um zu verhindern, dass sie seinem Vater angelastet wird. Doch Karl ist sich sicher, dass sein Bruder Franz hinter den illegalen Machenschaften steckt. Er begibt sich auf einen Rachefeldzug …

Drei Jahre lang saß Karl Escher im Gefängnis. Unschuldig. Um seinen Vater, einen einflussreichen Bankier, zu schützen, hatte er die Vorwürfe der Urkundenfälschung und Unterschlagung von großen Geldsummen auf sich genommen. Doch Karl ist sich sicher, dass sein Bruder Franz hinter den illegalen Machenschaften steckt. Das Vertrauen innerhalb der Familie ist erschüttert. Einzig auf seine Schwester Amalia kann Karl sich noch verlassen und weiht sie in seine Verdächtigungen ein. Karl befürchtet, dass künftig die Geldwäsche in einem noch größeren Stil betrieben werden soll. Er sinnt auf Rache. Karl will seinen Bruder zur Strecke bringen und seinen eigenen Namen wieder reinwaschen. Um seinen Verdacht zu belegen, schließt sich Karl einem Gangsterboss an. Seine Bande ist hinter dem Schwarzgeld her, Karl braucht lediglich die geheimen Dokumente, die seine Unschuld beweisen. Doch als sein Bruder Franz von der Sache Wind bekommt und ihn an die Polizei verrät, ist plötzlich die ganze Familie in Gefahr. Karl, ein idealistischer Rebell, wird zum Verbrecher, als er sich vom Vater zu Unrecht verstoßen fühlt. Dabei muss er aber auch die Skrupellosigkeit seiner neuen Freunde erkennen, die nur um das eigene Wohl besorgt sind und auch vor Verrat nicht zurückschrecken. In Schillers Drama war Amalia Karls Verlobte, der Franz Avancen macht. In der Filmversion ist sie nun die Schwester der beiden Brüder, was den familiären Konflikt und die strukturellen Parallelen zwischen den Bankiersdynastien sowie der Räuberbande noch verstärkt. Anders als in Schillers Vorlage, liefert sich Karl am Ende aber nicht selbstlos der Justiz aus, sondern macht sich seinerseits schuldig. Angesiedelt im internationalen Finanzmilieu inszenieren die Regisseure Frank Hoffmann und Pol Cruchten Schillers „Räuber“ als modernen Film noir, in dem Geld der Motor ist, der alles antreibt. Geld und Macht waren schon bei Schiller zentrale Motive und sind heute so aktuell wie nie zuvor. Der Zuschauer wird in zwei Welten des Verbrechens geführt – die korrupte Finanzbranche und die schwere Kriminalität – und entdeckt immer mehr, dass keine einzige Figur darin unschuldig handelt.

Freitag, 21.02. / 21:45 Uhr / London Beat – Musik als Revolte
Dokumentation, Deutschland, 2017, WDR 58 Min.
Regie: Claus Bredenbrock
Online verfügbar von 19/02 bis 22/03

The Rolling Stones, The Kinks, The Who, Depeche Mode, Sex Pistols, Kate Tempest und M.I.A. – Londons Musikszene hat mehr als große Namen und Welterfolge zu bieten. Die erfolgreichsten Hits aus London haben oft eine ernste Nachricht an das politische Establishment. In den 1980er Jahren mobilisiert sich eine Armada von Bands und Künstlern gegen die von starken Klassen- und Rassengegensätzen geprägte Gesellschaft. Anhand von Konzertausschnitten und Interviews erzählt der Film von den Hintergründen und veranschaulicht die abwechslungsreiche Geschichte der Revolte in der Musik Londons.

In den 1980er Jahren mobilisiert sich eine ganze Armada von Bands und Künstlern aus London auf ihre eigene Art gegen die von starken Klassen- und Rassengegensätzen geprägte Gesellschaft. Aswad unterstützen die Plattform „Rock Against Racism“. Pete Townshend von The Who widmet 1985 ein ganzes Album dem Londoner Problemstadtteil White City. In London wird die Initiative zur Haftentlassung Nelson Mandelas gegründet. Der Song „Free Nelson Mandela“ wird zum internationalen Erfolg und CND, die Kampagne für nukleare Abrüstung, wird bei ihren Aktionen schon seit den 1950er Jahren von Musikern aller Stilrichtungen unterstützt. The Rolling Stones, The Kinks, The Who, Depeche Mode, Sex Pistols, The Clash, Linton Kwesi Johnson, Kate Tempest und M.I.A. – Londons Musikszene hat mehr als nur große Namen und Welterfolge zu bieten. Die spannendsten und erfolgreichsten Hits aus London haben oft eine ernste Nachricht an das politische Establishment. Die musikalischen Meisterleistungen gepaart mit ihrer politisch kritischen Haltung machen London zur innovativsten und aufregendsten Musikstadt der Welt, in der populäre Kultur, Sozialgeschichte und Musik in ungewöhnlichen Synergien Erstaunliches hervorbringen. Anhand von Konzertausschnitten und Interviews mit Musikern wie Jools Holland (Squeeze) und Aktivisten wie Don Letts (The Clash) oder Viv Albertine (The Slits) erzählt der Film von den Hintergründen der Entwicklung und veranschaulicht die abwechslungsreiche Geschichte der Revolte in der Musik Londons.

Freitag, 21.02. / 22:45 Uhr / Tracks
Magazin, Frankreich, 2020, ARTE F 30 Min.
Regie: Realisateurs Differents
Journalist: David Combe, Jean-Marc Barbieux
Erstausstrahlung

Diese Woche unter anderem in „Tracks“: Rapper Rich Brian ist einer der erfolgreichsten Musiker in Indonesien; 3D-Animationskünstler Cole Kush animiert Videos für TNGHT, Jerry Paper oder Mac DeMarco.

(1): Rich Brian – Mehr als nur ein One-Hit Wonder Der damals 17-jährige „Rich Chigga“ aus Indonesien schaut stundenlang Rapvideos im Internet, um English zu lernen. Mit seiner ersten Single „Dat $tick“ landet er prompt einen viralen Hit – mit über 130 Millionen Abrufen. Mit neuem Namen und Einflüssen aus dem Pop beweist „Rich Brian“ schließlich, dass er weit mehr ist als nur ein One-Hit-Wonder. Mittlerweile ist er einer der meistgestreamten Künstler aus Indonesien.

(2): Cole Kush – Unbehagliche AnimationsweltenCole Kush erschafft 3D-Animations-Videos, die gleichermaßen faszinierend und ungemütlich sind. Der Kanadier hat einen wiedererkennbaren, eigenen Stil gefunden, der einen zugleich schaudern und schmunzeln lässt. Das gefällt auch Musikern wie TNGHT, Jerry Paper und Kumpel Mac DeMarco die sich Musikvideos von ihm animieren lassen.

Freitag, 21.02. / 23:15 Uhr / Berlin Live: Kiefer Sutherland
Musik, Deutschland, 2019, ZDF 56 Min.
Regie: Hannes Rossacher
Online verfügbar von 20/02 bis 22/03
Erstausstrahlung

Kiefer Sutherland ist seit über drei Jahrzehnten einer der erfolgreichsten Schauspieler Hollywoods, man denke nur an seine Rolle des Jack Bauer in der Echtzeitserie „24“. Dass in ihm außerdem noch jede Menge musikalisches Talent schlummert, wissen in Europa die wenigsten. Jetzt steht das aktuelle Album des Emmy- und Golden-Globe-Preisträgers „Reckless & Me“ in den Startlöchern. „Berlin Live“ freut sich auf ein grandioses Konzert mit Kiefer Sutherland.

Kiefer Sutherland ist seit über drei Jahrzehnten einer der erfolgreichsten Schauspieler Hollywoods – man denke nur an seine Rolle des Jack Bauer in der Echtzeitserie „24“. Dass in ihm noch andere künstlerische Talente und Interessen schlummern, wissen in Europa die wenigsten. Erst vor ein paar Jahren traute sich der Schauspieler und Musiker mit Hilfe seines Freundes und Produzenten Jude Cole an ein eigenes musikalisches Album. Darauf erschien sein Debüt „Down in a Hole“. Nach ausverkauften Konzertpremieren war der Hollywoodstar zum zweiten Mal im Frühsommer 2018 hierzulande auf Tour. Jetzt steht das aktuelle Album des Emmy- und Golden-Globe-Preisträgers „Reckless & Me“ in den Startlöchern. „Es ist am besten mit dem Wort ‚Americana-Musik‘ zu beschreiben. Eine Mischung verschiedener Genres. Aber ob Blues oder Rock: Alle Genres sind aus der Countrymusik entstanden“, sagt Sutherland über seinen Musikstil. „Berlin Live“ freut sich auf ein grandioses Konzert mit Kiefer Sutherland.

Freitag, 21.02. / 00:10 Uhr / Berlin Live: The Living End
Musik, Deutschland, 2018, ZDF 52 Min.
Regie: Hannes Rossacher
Online verfügbar von 20/02 bis 22/03
Erstausstrahlung

Die Rocker von The Living End kommen von Down Under, sind dort richtig groß und machen sich jetzt – 25 Jahre nach ihrer Gründung – auf, den Rest der Welt zu erobern. Mit ihrem eigenen Stil aus Rockabilly und Post-Punk, lieferten sie exklusiv für „Berlin Live“ ein mitreißendes Konzert der Extraklasse.

Sie kommen von Down Under und sie sind dort richtig groß. Sie sind seit über 20 Jahren ununterbrochen in den australischen Charts und machen sich jetzt auf, den Rest der Welt mit ihrem eigenen Stil aus Rockabilly und Post-Punk zu erobern. In ihrer Heimat haben die Jungs von The Living End bereits mehrere Platinplatten sowie sechs ARIA Awards, das australische Gegenstück zum Grammy, zu verzeichnen. Sänger und Gitarrist Chris Cheney, Kontrabassist Scott Owen und Schlagzeuger Andy Strachan touren mit ihren Songs durch die Welt und gewinnen mit ihrer energetischen Musik und den mitreißenden Liveshows einfach jedes Publikum.
Nachdem sie ihre neue Platte „Wunderbar“ in Deutschland produziert haben, besuchten sie exklusiv für „Berlin Live“ das SchwuZ und begeisterten das hiesige Publikum mit den neuen Songs und ihrem frenetischen Livesound.

Freitag, 21.02. / 01:10 Uhr / Wahnsinn! Nietzsche!
Dokumentation, Deutschland, 2016, MDR 51 Min.
Regie: Hedwig Schmutte
Wiederholung vom 05.02.

Freitag, 21.02. / 02:00 Uhr / Seht mich verschwinden ~ Die Geschichte der Isabelle Caro
Dokumentation, Deutschland, 2014, ZDF 52 Min.
Regie: Kiki Allgeier
Online verfügbar von 21/02 bis 28/02

„Seht mich verschwinden“ erforscht die Geschichte von Isabelle Caro, die im Jahr 2007 als selbsternanntes „Vorzeigekind für Anorexie“ für Aufsehen sorgte, als sie sich nackt mit nur 32 Kilogramm Körpergewicht für die „No-Anorexia“-Kampagne vom italienischen Fotografen Oliviero Toscani fotografieren lässt.

Auf den Leinwänden der Stadt Mailand und medial weltweit erschrecken ihre ausgemergelten Konturen. Die Weltpresse ist fasziniert von diesem selbstzerstörerischen Exhibitionismus, die Bilder verbreiten sich in Windeseile. Gleichzeitig trifft die Kampagne auf harte Kritik, auch aus Angst, die Bilder könnten, anstatt abzuschrecken, jungen Frauen als Inspiration dienen. So werden die Poster nach wenigen Tagen wieder von Mailands Leinwänden entfernt – nicht aber aus dem Netz oder aus den Köpfen. Was bleibt, ist Isabelles Erkenntnis über die Macht ihrer Zerbrechlichkeit. Sie wird immer besser darin, die Medien für ihre Zwecke zu instrumentalisieren.

„Seht mich verschwinden“ begibt sich auf die Spurensuche nach dem Menschen Isabelle Caro. Über einen Zeitraum von drei Jahren bis zu ihrem frühen Tod im November 2010 hat die Regisseurin Kiki Allgeier Isabelle Caro immer wieder getroffen. Allgeier hat Caro unter anderem während ihrer Jurytätigkeit bei „Top Model France“ begleitet, beim Verfassen und Veröffentlichen ihrer Autobiografie sowie anderen Versuchen, verstanden zu werden. Aus der Hinterlassenschaft der jungen Frau an die Regisseurin – Fotografien, Tagebücher, Videoaufzeichnungen – und den Erinnerungen des Vaters zeichnet Allgeier ihre Version der Geschichte Isabelles. Und diese beginnt mit der Sehnsucht eines kleinen Mädchens, jemand anderes zu sein …

Zusatzinfo:
Der Film feierte unter dem internationalen Titel „FEMMEfille“ seine Weltpremiere auf dem DOK Leipzig Festival 2014 und lief im Sommer 2015 in den deutschen Kinos. ARTE zeigt die Fernsehfassung des Films.


Samstag, 22.02. / 06:20 Uhr / Eine andere Mode ist möglich
Dokumentation, Frankreich, 2016, ARTE F 53 Min.
Regie: Laurent Lunetta
Online verfügbar von 15/02 bis 22/04

Am 24. April 2013 stürzt in Bangladesch das Rana Plaza ein und verschüttet über 3.000 Arbeiterinnen, die dort von Textilfirmen rund um die Uhr ausgebeutet wurden. Das schreckliche Ereignis gilt als Nine-Eleven der Modebranche. Hinter alledem steht das Konzept der „Fast Fashion“, mit dem große Modemarken ab den 90er Jahren darauf aufbauten, so billig wie möglich in sehr armen Ländern zu produzieren. Die Modebranche produziert pro Jahr 80 Milliarden Kleidungsstücke und liegt damit auch in Sachen Umweltverschmutzung auf Platz zwei – direkt nach der Erdölindustrie. Angesichts dieser dramatischen Situation rufen internationale Fashion-Aktivisten zum Widerstand auf. Ihre zentrale Forderung ist eine neue Mode mit ethischen Grundsätzen.

Die Modeindustrie erlebt heute eine Sinnkrise von historischem Ausmaß. Die Globalisierung machte aus der einstigen Traumbranche, die vor noch nicht allzu langer Zeit für handwerkliche Meisterleistungen, Kreativität und Avantgarde stand, ein menschenverachtendes Geschäft. Die Zeiten, in denen Modeschöpfer wie Azzedine Alaïa, Martin Margiela oder Jean Paul Gaultier als Stars gefeiert wurden, sind vorbei. Heute haben Luxusimperien das Sagen; die Designer sind bestenfalls Anpassungsvariablen bei Börsennotierungen. Die Zeichen stehen auf „Fast Fashion“. Ihre Schattenseiten heißen: Burnout, Umweltverschmutzung und Ausbeutung der Dritten Welt.

Am 24. April 2013 kamen mehr als 1.100 Textilarbeiter bei einem Gebäudeeinsturz in Sabhar, in Bangladesch, ums Leben, mehr als 2.500 wurden verletzt. Die von der Tragödie ausgelöste Betroffenheit und Empörung brachte in New York, Tel Aviv, Amsterdam und Paris eine neue Generation von „Fashion Activists“ hervor, die für eine Mode mit ethischen Grundsätzen und menschlichem Antlitz kämpfen. Die einen setzten auf die Rückkehr zum traditionellen Handwerk mit dem Webstuhl, andere auf Spitzentechnologien wie den 3D-Drucker.

Die Dokumentation lässt einige dieser Designer, Vordenker und Macher zu Wort kommen, so die internationale Trendforscherin Li Edelkoort, die Modeschöpferin Iris van Herpen, die Designerinnen Anaïs Dautais Warmel, Pascale Gatzen und Samia Ziadi sowie die Unternehmer Sébastien Kopp und Daniel Harris.

Samstag, 22.02. / 02:15 Uhr / Durch die Nacht mit … Liam Cunningham und Jim Sheridan
Magazin, Deutschland, 2016, ZDF 52 Min.
Regie: Edda Baumann-von Broen
Online verfügbar von 21/02 bis 23/03

Die Iren gelten als große Geschichtenerzähler. Der preisgekrönte Regisseur Jim Sheridan und der Game-of-Thrones-Star Liam Cunningham machen diesem Klischee alle Ehre, während sie in rasendem Tempo durch Dublin ziehen – auf den Spuren großer Kämpfer, ihrer eigenen Vergangenheit und der blutigen Geschichte Irlands, die vor hundert Jahren zur Unabhängigkeit führte. Bei reichlich Alkohol genießen die beiden eine echte Männernacht und stellen erstaunt fest, wie viel sie gemeinsam haben.

Die Iren gelten als große Geschichtenerzähler. Der Regisseur Jim Sheridan, dessen erste vier Filme gleich mehrfach für den Oscar nominiert wurden, und der Schauspieler Liam Cunningham, der sich als Ser Davos in „Game of Thrones“ einen Platz in der langen Ahnengalerie großer irischer Schauspieler gesichert hat, beweisen eindrucksvoll, dass sie sich ihrer Geschichte immer bewusst sind. In rasendem Tempo zieht das ungleiche Duo durch Dublin, auf den Spuren großer Kämpfer, ihrer eigenen Vergangenheit und der blutigen irischen Geschichte, die vor hundert Jahren zur Unabhängigkeit Irlands führte. Bei reichlich Alkohol genießen die beiden eine Männernacht beim MMA-Cheftrainer John Kavanagh, den Sheridan fast erwürgt, und lassen sich von Sternekoch Kevin Thornton begeistert Taube in tausend Jahre altem irischen Torf servieren. In einem historischen Postgebäude, das zum Museum umfunktioniert wurde, entdecken sie eine Gedenktafel für die Kämpfer der Irischen Revolution, auf der auch Sheridans Großvater steht. Von der irischen Geschichte geht es zur eigenen. Jim Sheridan zeigt Liam die Straßen seiner Kindheit, die er in vielen Filmen wie „Im Namen des Vaters“ oder „Der Boxer“ verewigt hat. Beide stellen erstaunt fest, dass sie nur 500 Meter voneinander entfernt aufgewachsen sind. Am Ende des Abends ist klar: Dies ist der Beginn einer wahren Männerfreundschaft.

Sonntag, 23.02. / 05:50 Uhr / Die große Literatour ~ Mark Twains Deutschland
Dokumentationsreihe, Deutschland, 2015, SWR 49 Min.
Regie: Andrew Davies, Rieke Brendel
Online verfügbar von 23/02 bis 23/05

„Die große Literatour“ begibt sich auf die Spuren von acht der spannendsten Reiseschriftsteller der Geschichte, folgt ihren Reisen nach und sieht die Länder aus ihren Blickwinkeln. Eine literarische Zeitreise, die auf einzigartige Weise Vergangenheit und Gegenwart miteinander verschränkt. Auch der Blick auf Deutschland ist ein besonderer: derjenige von Samuel Langhorne Clemens alias Mark Twain. Er und sein erfundener Reisebegleiter Harris reisen von Hamburg nach Heidelberg bis in den Schwarzwald und nach Baden-Baden. Daraus entsteht das vergnügliche Buch „Bummel durch Europa“, in dem Twain die Deutschen und ihre Marotten liebevoll auf die Schippe nimmt.

„Die große Literatour“ begibt sich mit Mark Twain nach Deutschland. Die Dokumentation ist eine literarische Zeitreise, die auf einzigartige Weise Vergangenheit und Gegenwart miteinander verschränkt. In seinem 1880 erschienenen Buch „Bummel durch Europa“ beschreibt Twain die Eindrücke seiner 16-monatigen Europareise, die ihn 1878 auch durch Deutschland führte. Schwer beeindruckt von der deutschen Kultur – und ebenso herausgefordert von der deutschen Sprache – reist er von Hamburg über Frankfurt nach Heidelberg bis in den Schwarzwald und nach Baden-Baden. In seinem vergnüglichen Bericht nimmt Twain die Deutschen und ihre Marotten liebevoll auf die Schippe. Alte Sagen faszinieren ihn ebenso wie die Heidelberger Studentenverbindungen. In bissig-sarkastischem Ton lästert er über Kuckucksuhren und Wagner und schüttelt den Kopf über die Menschen, die er beobachtet. Vor allem aber amüsiert sich Twain über sich selbst. Er spielt selbstironisch den typisch amerikanischen Touristen jener Zeit und bleibt dabei mitnichten bei den Fakten: Schon sein treuer Begleiter Mr. Harris ist eine Erfindung. Die anfangs groß angekündigte Wandertour der beiden wird immer wieder aufgeschoben. Zugfahren scheint doch viel bequemer und eine Floßfahrt über den Neckar als großes Abenteuer. Insgesamt zweimal war Twain in seinem Leben in Europa. Diese zweite, größere Reise war jedoch nicht nur als touristisches Vergnügen angelegt, sondern sollte auch eine Schreibblockade bei seinem später wichtigsten Werk „Die Abenteuer des Huckleberry Finn“ lösen. Ob der Neckar und Heidelberg die Inspiration für Huck Finns Floßfahrt auf dem Mississippi waren, weiß nur Mark Twain selbst. Fest steht, dass Amerikaner seit ihm Heidelberg und Deutschland lieben.

Sonntag, 23.02. / 10:05 Uhr / Zum Ersten, zum Zweiten, zum Dritten! Die Prosa von der Transsibirischen Eisenbahn
Dokumentationsreihe, Frankreich, 2015, ARTE F 26 Min.
Regie: Joëlle Oosterlinck
Online verfügbar von 23/02 bis 02/03

Jedes Jahr werden in Auktionshäusern Tausende Kunstgegenstände und Kunstwerke versteigert. Einige Objekte heben sich durch ihre Machart, ihre Nutzung, ihre früheren Besitzer oder ihre Umwidmung – also durch ihr „Vorleben“ – von den übrigen ab und wecken dadurch das Interesse und zuweilen auch die Gier der Auktionatoren. Mit Unterstützung von Auktionatoren und Experten wurden auffällige, seltene und faszinierende Gegenstände ausgewählt. Ein echter Kunstkrimi, der mit der Versteigerung im Auktionshaus seinen Anfang nimmt und weit in die Geschichte zurückführt.

Heute: Die Prosa von der Transsibirischen Eisenbahn und der Kleinen Jehanne von Frankreich

In dieser Folge geht es um die Versteigerung der „Prosa von der Transsibirischen Eisenbahn und der Kleinen Jehanne von Frankreich“ aus dem Jahr 1913. Das Werk wird im Rahmen einer außergewöhnlichen Sonderauktion angeboten, die mehr als ein Jahr im Voraus angekündigt wurde und Bücherliebhaber aus der ganzen Welt in Verzückung versetzt: die Versteigerung der Privatbibliothek des Geschäftsmanns Pierre Bergé. Insgesamt 188 Bücher werden versteigert, darunter auch „Die Prosa der Transsibirischen“ mit Gedichten von Blaise Cendrars und Illustrationen von Sonia Delaunay. Das Werk zählt stilistisch und inhaltlich zu den Meisterwerken der französischen Dichtkunst. Die beiden Künstler wollten 150 Stück davon veröffentlichen, damit die auseinandergefaltet zwei Meter langen Gedichtfahnen aneinandergereiht der Höhe des Eiffelturms entsprachen. Das außergewöhnliche Buchformat war allerdings nicht so leicht umzusetzen, machte es aber zu einem „livre-objet“, einem echten Sammelstück. Jedes auftauchende Exemplar wird auf den Erhaltungszustand von Papier und Farben, auf die Faltung und auf die Widmung geprüft. Diese Folge der Dokumentationsreihe taucht ein in die Welt der Bücherliebhaber und -sammler und beleuchtet die Entstehungsgeschichte der bedeutsamen „Prosa der Transsibirischen“.

Zusatzinfo:
Die Dokumentationsreihe „Zum Ersten, zum Zweiten, zum Dritten!“ beschäftigt sich mit Kunst- und Kulturgeschichte, Arbeitstechniken und künstlerischen Herstellungsverfahren. Dabei veranschaulichen die Veränderungen in Nutzung und Wertigkeit einzelner Objekte auch den Wandel unserer Gesellschaft. Es geht allerdings nicht nur um die Gegenstände, sondern auch um die Geschichte der Männer und Frauen, die sie einst herstellten oder besaßen. Sie macht deutlich, wie wichtig die Objekte für ihre Schöpfer und Besitzer waren – diese persönliche Bedeutung steht im Mittelpunkt der Reihe. Die damit verbundenen Geschichten geben einen Einblick in die geheimnisvolle Welt der Kunstsammler, über die oft nur wenig bekannt ist.

Sonntag, 23.02. / 16:55 Uhr / Metropolis ~ Berlinale
Schwerpunkt: Die Bären sind los: ARTE und die 70. Berlinale
Magazin, Deutschland, 2020, ZDF 43 Min.
Regie: N.N.
Online verfügbar von 21/02 bis 23/05
Erstausstrahlung

Es ist so weit: Nach 18 Jahren unter der Leitung von Dieter Kosslick übernimmt ein Duo die Führung des Filmfestivals, das zu den drei wichtigsten der Welt gehört. Der Italiener Carlo Chatrian, ehemals Festivaldirektor in Locarno, übernimmt die künstlerische Leitung. Die Niederländerin Marietta Rissenbeek verantwortet die geschäftliche Seite. Werden Sie den großen und widersprüchlichen Erwartungen gerecht? Entschlacken, aber trotzdem ein breit aufgestelltes Publikumsfestival bleiben? Künstlerisches Profil stärken, aber trotzdem reichlich Stars auf den Teppich holen? Kosslicks Schuhe sind so groß wie der Reformbedarf. Ein großer Star steht jedenfalls mit Sicherheit auf dem roten Teppich im kalten Berliner Winter: Schauspiel-Queen Helen Mirren erhält den Goldenen Ehrenbären für ihr Lebenswerk. „Metropolis“ berichtet am ersten Berlinale-Wochenende über den Neuanfang des größten Publikumsfilmfestivals der Welt.

Sonntag, 23.02. / 17:40 Uhr / Maurizio Pollini spielt Beethoven
Aus dem Herkulessaal der Residenz München
Schwerpunkt: LUDWIG VAN – Beethoven unlimited

Musik, Österreich, 2019, ZDF 42 Min.
Regie: Henning Kasten
Komponist: Ludwig van Beethoven
Mit: Maurizio Pollini
Online verfügbar von 22/02 bis 23/05
Erstausstrahlung

Zum Beethovenjahr 2020 widmet sich einer der gegenwärtig größten Pianisten noch einmal dem Spätwerk Ludwig van Beethovens: Maurizio Pollini spielt die beiden letzten Klaviersonaten des berühmtesten Komponisten der Welt im Herkulessaal der Münchner Residenz.

Anlässlich des Beethovenjahres 2020 widmet sich einer der größten Pianisten der Gegenwart noch einmal dem Spätwerk Ludwig van Beethovens: Maurizio Pollini kehrt für die Einspielung der Klaviersonaten Nr. 31 und 32 wieder in den Münchner Herkulessaal zurück. Genau dort entstanden seit den 1970er-Jahren die legendären, scharf konturierten und klaviertechnisch perfekten Studioeinspielungen des Sonatenzyklus. In seiner seit nunmehr rund 60 Jahren andauernden Karriere hat sich Pollini medial stets rar gemacht und ist immer nur mit wenigen ausgewählten Werken vor die Welt getreten, ganz nach dem Vorbild seines Lehrers. Seiner Plattenfirma hat der Perfektionist Pollini bis in die jüngste Zeit nur Studioaufnahmen erlaubt. Dass er jetzt, im Alter von 77 Jahren, doch noch einer Liveaufzeichnung zugestimmt hat, ist eine Sensation, aber auch logisches Resultat seiner Entwicklung als Pianist. Denn wie er selbst sagt: „Meine Beschäftigung mit Beethoven hört ja nicht auf.“

Zusatzinfo:
Auf dem Programm stehen die Klaviersonate Nr. 31 in As-Dur op. 110 und die Klaviersonate Nr. 32 in c-Moll op. 111. Die Onlinefassung des Konzertes enthält zusätzlich die Klaviersonate Nr. 30 in E-Dur, op. 109.

Sonntag, 23.02. / 23:55 Uhr / Hello I am David! Eine Reise mit David Helfgott
Dokumentation, Deutschland, 2016, ZDF 53 Min.
Regie: Cosima Lange
Mit: David Helfgott, Gillian Helfgott, Stuttgarter Symphoniker
Online verfügbar von 23/02 bis 08/03

Seit der oscarprämierte Film „Shine – Der Weg ins Licht“ seine Geschichte erzählte, ist David Helfgott weltberühmt: Eine einzigartige Künstlerpersönlichkeit, dessen Wunderkindkarriere in den 70er Jahren mit dem Auftreten von Symptomen einer schizoaffektiven Störung zu Ende schien. Doch nach einem schweren Nervenzusammenbruch und vielen Jahren in einer psychiatrischen Klinik gelang es ihm, sich durch die heilende Kraft der Musik und seine große Liebe zu seiner zweiten Frau, Gillian Murray, ins Leben und auf die Konzertbühne zurück zu kämpfen. Vor seinem Absturz wurde David Helfgotts Klavierspiel in Witz und Tiefe mit dem von Horowitz verglichen. Für seine Rückkehr ins Klassikleben hatte er sich Rachmaninows 3. Klavierkonzert ausgesucht; für David ein schicksalhaftes Werk. Nach einer Aufführung dieses Konzerts in der Londoner Royal Albert Hall erlitt er 1970 einen Nervenzusammenbruch – und es ist diese Musik, anhand derer „Shine“ seine Geschichte erzählte. David ist liebenswert, intelligent und zügellos, in seiner grenzenlosen Offenheit und Herzlichkeit kaum auszuhalten. So wie auf dem Konzertpodium die Musik rasant und virtuos aus ihm heraussprudelt, so kommuniziert er auch im Privaten: Selbst Fremde werden aufs Herzlichste umarmt und mit ununterbrochenem brabbelndem Wortschwall in seine Welt vereinnahmt. Auf David Helfgotts Europatournee mit den Stuttgarter Symphonikern war die Filmemacherin Cosima Lange mit der Kamera immer ganz nah und intim dabei und lässt miterleben, wie Davids „innere Musik“ sich Bahn bricht und die Menschen um ihn herum fasziniert. „Das Porträt eines glücklichen Menschen in einem der schönsten Musikfilme seit Langem!“ (SWR)

Sonntag, 23.02. / 00:50 Uhr / Beethovens Siebte Sinfonie
Schwerpunkt: LUDWIG VAN – Beethoven unlimited
Musik, Deutschland, 2019, NDR 45 Min.
Regie: Beatrix Conrad
Komponist: Ludwig van Beethoven
Dirigent: Alan Gilbert
Orchester: NDR Elbphilharmonie Orchester
Erstausstrahlung

Gegen Ludwig van Beethovens 7. Sinfonie käme „jede Rock-Nummer wie eine lahme Ente daher“, sagt der Schriftsteller Karl-Heinz Ott in seinem Buch „Rausch und Stille: Beethovens Sinfonien“. Das Publikum der Uraufführung am 8. Dezember 1813 in der Aula der Alten Universität in Wien jubelte geradezu vor Begeisterung. Unter ihnen befand sich das „Nonplusultra der Kunst“, wie Beethoven seine Zeitgenossen Johann Nepomuk Hummel, Giacomo Meyerbeer, Ignaz Moscheles, Antonio Salieri und Louis Spohr bezeichnete. Viele verstanden die 7. Sinfonie im Sinne der freudigen Sieges- und Freiheitsstimmung nach der erfolgreichen Völkerschlacht bei Leipzig gegen Napoleon zwei Monate zuvor. In der Beethoven-Literatur lassen sich eine ganze Reihe außermusikalischer Deutungen zur 7. Sinfonie finden, die vom „antiken Rebenfest“ bis zur Hochzeitsfeier, vom Ritterfest bis zur Militärsinfonie reichen. Das von mitreißenden Rhythmen geprägte Scherzo wurde sogar als „Orgie des Rhythmus“ (Romain Rolland) oder als „Apotheose des Tanzes“ (Richard Wagner) bezeichnet. Beethoven selbst hielt nichts von allzu konkreten Ausdeutungen. Er ließ nur Erklärungen gelten, die sich „auf die Charakteristik des Tonstücks im Allgemeinen beschränken“. Das Werk erschließt sich aber durchaus auch abseits außermusikalischer Zusammenhänge als faszinierendes Kunstwerk, das Beethoven als „eins der glücklichsten Produkte meiner schwachen Kräfte“ ansah. Zum Antritt des neuen Chefdirigenten Alan Gilbert spielt das NDR Elbphilharmonie Orchester das als Meilenstein der Musikgeschichte geltende Werk in der Elbphilharmonie Hamburg.

Montag, 24.02. (Rosenmontag) / 05:00 Uhr / Max Reger: Klavierkonzert f-Moll op.114
Ludwig Van Beethoven: Sinfonie Nr.6 F-Dur Op.68 „Pastorale“
Musik, Deutschland, 2016, MDR 97 Min.
Regie: Ute Feudel
Komponist: Ludwig van Beethoven
Dirigent: Herbert Blomstedt
Orchester: Gewandhausorchester Leipzig

Mit: Peter Serkin (Klavier)

Online verfügbar von 24/02 bis 02/03

Max Reger war zeitlebens ein umstrittener Komponist, musikalisch schwer zu verorten zwischen Tradition und Moderne. Sein Klavierkonzert in f-Moll op. 114 entstand im Juni und Juli 1910 in Leipzig und wurde dort am 15. Dezember 1910 uraufgeführt. Das Werk gilt als technisch sehr anspruchsvoll. ARTE zeigt Regers Klavierkonzert mit dem Gewandhausorchester Leipzig unter der musikalischen Leitung von Herbert Blomstedt. Als Solist ist Peter Serkin am Klavier zu erleben. Im zweiten Teil des Gewandhauskonzerts steht Beethovens 6. Symphonie, die „Pastorale“, auf dem Programm.

Obwohl er als Universitätsmusikdirektor und Kompositionsprofessor am Konservatorium eine geachtete Person des Leipziger Musiklebens war – umworben von den Verlegern, geschmäht von den Kritikern, aber regelmäßig aufgeführt im Gewandhaus – wurde die Uraufführung seines Klavierkonzerts am 15. Dezember 1910 von der Kritik radikal verrissen.
Das Werk wurde von der Pianistin Frieda Kwast-Hodapp unter dem Dirigat von Arthur Nikisch gespielt. Auch wenn die Presse das Werk als „Fehlgeburt“ verwarf, war Reger selbst begeistert und titulierte die Solistin mit dem ihm eigenen Humor scherzhaft als „Frau Kwast-Hutab“. Im Februar 1912 schrieb Reger an Herzog Georg II. von Sachsen-Meiningen: „Mein Klavierkonzert wird für Jahre noch unverstanden bleiben; die Tonsprache ist zu herb und zu ernst.“

Dass dies nicht so ist, haben musterhafte Einspielungen dieses „Klaviergebirges“ von Rudolf Serkin und Marc-André Hamelin bewiesen. Peter Serkin, der Sohn des Pianisten Rudolf Serkin, ist bis heute ein unermüdlicher Verbreiter des Reger-Konzerts.

Mit der „Pastorale“ im zweiten Konzertteil setzt Herbert Blomstedt seinen Beethoven-Zyklus mit dem Gewandhausorchester fort. Mit den „Erinnerungen an das Landleben“, wie der Komponist seine 6. Symphonie untertitelt, ist nicht lautmalerische Detailverliebtheit gemeint, sondern „mehr Ausdruck der Empfindung als Malerei“.

Zusatzinfo:
Das Konzert wurde am 19. und 20. Mai 2016 anlässlich des 100. Todestags von Max Reger im Leipziger Gewandhaus für ARTE aufgezeichnet.

Montag, 24.02. (Rosenmontag) / 21:50 Uhr / Solaris
Schwerpunkt: Die Bären sind los: ARTE und die 70. Berlinale
Spielfilm, USA, 2002, ZDF 92 Min.
Regie: Steven Soderbergh
Drehbuch: Steven Soderbergh
Autor: Stanislaw Lem

Produktion: 20th Century Fox, Lightstorm Entertainment
Produzent: James Cameron, Rae Sanchini, Jon Landau
Kamera: Steven Soderbergh
Schnitt: Steven Soderbergh
Musik: Cliff Martinez

Mit: George Clooney (Dr. Chris Kelvin), Natascha McElhone (Rheya), Viola Davis (Dr. Gordon), Jeremy Davies (Snow), Ulrich Tukur (Dr. Gibarian), Elpidia Carrillo (Freundin Nr. 2), Kent Faulcon (Patient Nr. 1)

Von einer Forschungsstation, die den Planeten Solaris umkreist, erreicht ein Notruf des Missionsleiters Gibarian die Erde. Daraufhin wird der Psychologe Chris Kelvin nach Solaris geschickt. Als Kelvin die Raumstation erreicht, hat Gibarian Selbstmord begangen und zwei ängstliche und verwirrte Besatzungsmitglieder zurückgelassen. Nach der ersten Nacht an Bord liegt plötzlich Kelvins verstorbene Frau Rheya lebendig neben ihm im Bett. Es scheint, als forme der Solaris-Ozean aus den Träumen der Raumfahrer neue Menschen mit eigenem Bewusstsein. Eine Form der Kontaktaufnahme – die ins Chaos führt …

Der Psychologe Chris Kelvin wird von der Erde zur Raumstation im Orbit des fernen Planeten Solaris geschickt. Er soll im Auftrag seines alten Freundes Gibarian, der die Mission zur Erkundung des Solaris-Ozeans leitet und einen Notruf abgesetzt hat, rätselhafte Phänomene an Bord der Station untersuchen. Doch bei Kelvins Ankunft ist Gibarian tot: Selbstmord. Die überlebenden Crewmitglieder Gordon und Snow können sich den Selbstmord ihres Missionsleiters nicht erklären, und so zieht sich Kelvin in der fast leeren Raumstation zunächst zurück. Als Kelvin nach einer traumreichen Nacht erwacht, liegt plötzlich seine verstorbene Ehefrau Rheya neben ihm. Doch obwohl Rheya aus Fleisch und Blut besteht, ist sie lediglich eine Projektion aus Kelvins eigener Erinnerung. Schließlich erklären Gordon und Snow, dass der Solaris-Ozean die Fähigkeit besitzt, aus den Erinnerungen und Träumen der Raumfahrer materielle Projektionen zu produzieren. Nachdem Kelvin Rheya mit einer Raumkapsel ins Weltall befördert hat, fällt ihm auf, dass auch seine Kollegen mit ihren jeweiligen Projektionen kämpfen. Nach einer weiteren Nacht erscheint ihm eine neue, ebenso real wirkende Version von Rheya. Doch auch diese Inkarnation besitzt keine eigenen Erinnerungen. Die Erkenntnis, dass sie nie eine authentische Person sein wird, sondern immer nur eine Spiegelung der Erinnerungen Kelvins, treibt Rheya in eine autodestruktive Spirale. Und Kelvin muss sich entscheiden, ob er mit seinen Erinnerungen sterben oder ohne sie leben will.

Zusatzinfo:
Der Roman „Solaris“ von Stanislaw Lem wurde bereits mehrfach verfilmt, unter anderem leuchtete Andrei Tarkowski in seiner Version von 1972 die philosophischen Aspekte der Geschichte aus, während Steven Soderbergh mit George Clooney in der Hauptrolle und James Cameron als Produzent eine wesentlich knappere, auf die psychologische Ebene fokussierte Arbeit vorlegt. Der 1963 in Atlanta, USA, geborene Soderbergh stellt die Frage, wie man im Kontakt mit seinen Mitmenschen die eigene, eingeschränkte Perspektive verlassen kann, in den Mittelpunkt des starbesetzten Science-Fiction-Films.

Montag, 24.02. (Rosenmontag) / 23:25 Uhr / Das Wachsfigurenkabinett
Schwerpunkt: Die Bären sind los: ARTE und die 70. Berlinale
Stummfilm, Deutschland, 1924, ZDF 81 Min.
Regie: Paul Leni
Drehbuch: Henrik Galeen
Produktion: Neptun-Film AG, Deutsche Kinemathek
Produzent: Leo Birinsky, Alexander Kwartiroff
Kamera: Helmar Lerski
Musik: Bernd Schultheis, Olav Lervik, Jan Kohl

Mit: Emil Jannings (Harun al Raschid), Werner Krauß (Jack the Ripper), Conrad Veidt (Iwan der Schreckliche), William Dieterle (Dichter/Assad/Bräutigam), Olga Belajeff (Tochter/Maimune/Braut), John Gottowt (Kabinettbesitzer), Paul Biensfeldt (Wesir)

Online verfügbar von 23/02 bis 25/03
Erstausstrahlung

Der 1924 uraufgeführte Film „Das Wachsfigurenkabinett“ ist ein echter Gruselklassiker und stellt in drei Episoden die besten Schauspieler des Weimarer Kinos vor, die wiederum drei Schreckensfiguren in diesem Kabinett zum Leben erwecken: Conrad Veidt als Iwan der Schreckliche, Werner Krauß als Jack the Ripper und Emil Jannings als Harun al Raschid. Der Film wurde von der Deutschen Kinemathek aufwendig restauriert. Im Auftrag von ZDF und ARTE entstand eine neue Ensemble-Musik von Bernd Schultheis, Olav Lervik und Jan Kohl, die auf der Berlinale 2020 ihre Gala-Premiere feiert.

Ein junger Mann lässt sich als Schreiber für ein Wachsfigurenkabinett engagieren. Dort erfindet er illustre Geschichten um die wichtigsten Exponate: Jack the Ripper, Iwan der Schreckliche und Harun al Raschid, Kalif von Bagdad. Beflügelt wird die Fantasie des jungen Mannes von der Tochter des Schaustellers – und schon nehmen die Geschichten ihren Lauf, in denen der junge Schreiber und die Tochter mitspielen. In der ersten Episode sind die beiden ein Paar im Orient: Bäcker Assad und seine schöne Frau Maimune. Auf Letztere hat wiederum der dicke Kalif Harun al Raschid, dessen Palast neben Assads Bäckerei liegt, ein Auge geworfen. Während der Kalif versucht, Maimune zu verführen, bricht Assad in dessen Palast ein, um seinen Wunschring zu stehlen.

In der zweiten Episode begibt sich Iwan der Schreckliche mit seinem Hofastrologen in die Folterkammer des Kremls, um sich am Leid der Gefangenen zu weiden, als er entdeckt, dass sein Name auf einer Sanduhr steht, die anzeigt, wie lange die jeweilige Person noch zu leben hat. Bei einer Hochzeit am nächsten Tag entgeht Iwan einem Attentat und glaubt, den Tod überlistet zu haben. Doch der Astrologe gibt ihm zu verstehen, dass er vergiftet wurde.

Plötzlich übermannt den Schreiber der Schlaf – und er sieht sich den furchtbarsten Auswüchsen seiner Fantasie ausgesetzt, als er vom letzten Charakter des Wachsfigurenkabinetts, Jack the Ripper, verfolgt wird. Als der Schreiber wieder erwacht, ist die Erleichterung groß: Der Alptraum konnte die Liebe zwischen ihm und der Tochter des Schaustellers nicht zerstören.

Zusatzinfo:
Paul Leni (1885-1929) arbeitet als Maler und Grafiker, bevor er 1912 erstmals als Szenenbildner an Joe Mays Film „Ein Ausgestoßener, 1. Teil“ mitwirkt. 1917 dreht er seinen ersten eigenen Film „Das Tagebuch des Dr. Hart“ und bleibt in der Filmbranche als Regisseur und Filmarchitekt. Vier Jahre arbeitet er am „Wachsfigurenkabinett“ und hat damit seinen ersten großen Erfolg. Ab 1926 arbeitet Leni für Universal in den USA und dreht dort künstlerisch ambitionierte Genre-Filme wie „The Cat and the Canary“ oder „The Man Who Laughs“. Er gilt als eines der großen Talente, bis er unerwartet 1929 mit 44 Jahren stirbt.

Mittwoch, 26.02. / 21:45 Uhr / Pigalle – Pariser Geschichten
Dokumentarfilm, Frankreich, 2017, ARTE F 60 Min.
Regie: David Dufresne
Online verfügbar von 21/02 bis 26/04

Zwischen Halbwelt und Avantgarde: das Rotlichtviertel Pigalle, berühmt-berüchtigt für seine Cabarets und Revuetheater sowie magischer Anziehungspunkt für Maler, Musiker und Schriftsteller. Doch was ist davon in Zeiten der Gentrifizierung geblieben? ARTE spürt dem ganz besonderen Flair des legendären Viertels nach.

Pigalle 2019 oder die Verwandlung eines typisch Pariser Viertels, in dem eine triumphierende Gentrifizierung das verdrängt, was einst seinen Charme ausmachte. Früher pulsierte in diesem künstlerischen und kreativen Ausnahmeviertel das Pariser Nachtleben. Pigalle, Herzstück des pulsierenden „gai Paris“, stand seit jeher für unkonventionelle Vielfalt. Regisseur David Dufresne, der hier aufwuchs, unternimmt mit diesem Dokumentarfilm einen nostalgisch-dokumentarischen Streifzug durch Pigalle, trifft auf Menschen, die von den Glanzzeiten zu erzählen wissen und erinnert mit reichem Archivmaterial, Filmausschnitten und Musik daran, wie es einmal war.

Freitag, 28.02. / 21:45 Uhr / Debbie Harry – Atomic Blondie
Dokumentation, Frankreich, 2017, ARTE F 52 Min.
Regie: Pascal Forneri
Online verfügbar von 21/02 bis 28/04

Von „Heart of Glass“ über „Denis“ bis zu „Maria“: Als Sängerin von Blondie konnte Debbie Harry reihenweise Hits feiern. Den Star Debbie Harry gab es schon, als von Madonna und geschweige denn von Lady Gaga oder Taylor Swift noch keine Rede war. Die Frontfrau von Blondie mit dem unterkühlten New-Wave-Sexappeal wurde zur unsterblichen Ikone der Cool-Attitude, typisch für ihre Musik ist der Genre-Mix aus Punk, Rock, Disco und Rap. Der Film zeichnet das hautnahe Porträt eines wohlerzogenen Mädchens aus New Jersey, das der Langeweile der Kleinstadt entflieht, um sich der New Yorker Undergroundszene anzuschließen – und dabei die Musikgeschichte nachhaltig prägte.

Deborah Ann „Debbie“ Harry wurde 1945 als Angela Tremble in Miami geboren. Mit Gitarrist Chris Stein gründete die Sängerin die Band Blondie. Mit „French Kissin‘ in the USA“ hatte sie einen Solohit. Mit Hits wie „Heart of Glass“ oder „One Way or Another“ stürmten Blondie in den 70er und 80er Jahren weltweit die Hitparaden.

Die Frontfrau von Blondie mit dem unterkühlten New-Wave-Sexappeal wurde zur unsterblichen Ikone der Cool-Attitude, typisch für ihre Musik ist der Genre-Mix aus Punk, Rock, Disco und Rap. Der Film zeichnet das hautnahe Porträt eines wohlerzogenen Mädchens aus New Jersey, das der Langeweile der Kleinstadt entflieht, um sich der New Yorker Undergroundszene anzuschließen – und dabei die Musikgeschichte nachhaltig prägte.

Freitag, 28.02. / 22:40 Uhr / Tracks
Magazin, Deutschland, 2020, ZDF 30 Min.
Online verfügbar von 27/02 bis 28/05
Erstausstrahlung

Diese Woche unter anderem in „Tracks“: Rapper Rich Brian ist einer der erfolgreichsten Musiker in Indonesien; 3D-Animationskünstler Cole Kush animiert Videos für TNGHT, Jerry Paper oder Mac DeMarco.

(1): Rich Brian – Mehr als nur ein One-Hit-Wonder

Der damals 17-jährige Rich Chigga aus Indonesien schaut stundenlang Rapvideos im Internet, um English zu lernen. Mit seiner ersten Single „Dat $tick“ landet er prompt einen viralen Hit – mit über 130 Millionen Abrufen. Mit neuem Namen und Einflüssen aus dem Pop beweist Rich Brian schließlich, dass er weit mehr ist als nur ein One-Hit-Wonder. Mittlerweile ist er einer der meistgestreamten Künstler aus Indonesien.

(2): Cole Kush – Unbehagliche Animationswelten

Cole Kush erschafft 3D-Animationsvideos, die gleichermaßen faszinierend und ungemütlich sind. Der Kanadier hat einen wiedererkennbaren, eigenen Stil gefunden, der einen zugleich schaudern und schmunzeln lässt. Das gefällt auch Musikern wie TNGHT, Jerry Paper und Kumpel Mac DeMarco, die sich Musikvideos von ihm animieren lassen.

Freitag, 28.02. / 23:10 Uhr / Echoes ~ Primal Scream, Life und Idles – Konzert in Paris
Musik, Frankreich, 2019, ARTE F 62 Min.
Regie: Gautier & Leduc
Künstlerischer Leiter: Antoine Carlier, Johnny Hostile
Mit: Jehnny Beth (Moderation)
Online verfügbar von 21/02 bis 22/02
Erstausstrahlung

Auf der kleinen Bühne des YOYO empfängt Jehnny Beth die Bands Idles, Primal Scream und Life. An einem intimen Abend, der sich ganz dem britischen Indierock widmet, trifft Punkattitüde auf Debattierfähigkeit. Dabei wird deutlich, dass die drei Formationen zu ein und derselben musikalischen Community gehören: Antifaschismus und Liebe sind der Antrieb für ihre intensiven Live-Gigs.

In dieser Ausgabe von „Echoes“, die sich dem britischen Indierock widmet, zeigen sich die vielen gemeinsamen Ansichten von Primal Scream, Life und Idles zu so unterschiedlichen Themen wie Antifaschismus und Liebe. Mit „Echoes“ verschwimmt die Grenze zwischen Bühne und Publikum: Die Zuschauer sind den Musikern, die zuweilen über die schräge Bühne ins Publikum hinabsteigen, ganz nah. Eine einmalige Atmosphäre für drei außergewöhnliche Konzerte, die auch in dieser Folge halten, was sie versprechen: Zuerst ein Rockbrett vom Primal Scream, dann Idles mit ihrem Ruf nach Rebellion in bester britischer Punkmanier und schließlich die Youngster von Life, die in ihrem politischen Bewusstsein The Clash, Jam und Sham 69 in nichts nachstehen. Der Sinn der Worte kommt erst durch die Musik vollständig zum Vorschein: „Echoes“ ist vor allem ein Musikformat im Rahmen eines eleganten Clubkonzerts. Und die Zuschauer sind hautnah mit dabei, wenn Life, Idles und Primal Scream ihren intensiven Rock abliefern.

Zusatzinfo:
„Echoes“ ist ein neuartiges Konzertkonzept, das von Jehnny Beth moderiert wird: Auf der kleinen, aber feinen Bühne des YOYO in Paris treffen drei bekannte und interessante Indiebands erstmals aufeinander und spielen exklusive Kurzgigs. In einem Wechselspiel von Musikstilen, Intentionen und Philosophien haben die Musiker auch die Gelegenheit, in der Öffentlichkeit zu Wort zu kommen und so den gemeinsamen Geist einer musikalischen Community zum Ausdruck zu bringen. Die künstlerische Leitung hat Antoine Carlier, die musikalische Leitung unterliegt Johnny Hostile.


Diese Übersicht wird stets mehrere Wochen vor den jeweiligen Sendeterminen erstellt. Aktuelle Programmänderungen sind nicht berücksichtigt. Diese finden sich auf arte.tv.