TV-Tipps arte:


Freitag, 21.02. / 21:45 Uhr / London Beat – Musik als Revolte
Dokumentation, Deutschland, 2017, WDR 58 Min.
Regie: Claus Bredenbrock
Online verfügbar von 19/02 bis 22/03

The Rolling Stones, The Kinks, The Who, Depeche Mode, Sex Pistols, Kate Tempest und M.I.A. – Londons Musikszene hat mehr als große Namen und Welterfolge zu bieten. Die erfolgreichsten Hits aus London haben oft eine ernste Nachricht an das politische Establishment. In den 1980er Jahren mobilisiert sich eine Armada von Bands und Künstlern gegen die von starken Klassen- und Rassengegensätzen geprägte Gesellschaft. Anhand von Konzertausschnitten und Interviews erzählt der Film von den Hintergründen und veranschaulicht die abwechslungsreiche Geschichte der Revolte in der Musik Londons.

In den 1980er Jahren mobilisiert sich eine ganze Armada von Bands und Künstlern aus London auf ihre eigene Art gegen die von starken Klassen- und Rassengegensätzen geprägte Gesellschaft. Aswad unterstützen die Plattform „Rock Against Racism“. Pete Townshend von The Who widmet 1985 ein ganzes Album dem Londoner Problemstadtteil White City. In London wird die Initiative zur Haftentlassung Nelson Mandelas gegründet. Der Song „Free Nelson Mandela“ wird zum internationalen Erfolg und CND, die Kampagne für nukleare Abrüstung, wird bei ihren Aktionen schon seit den 1950er Jahren von Musikern aller Stilrichtungen unterstützt. The Rolling Stones, The Kinks, The Who, Depeche Mode, Sex Pistols, The Clash, Linton Kwesi Johnson, Kate Tempest und M.I.A. – Londons Musikszene hat mehr als nur große Namen und Welterfolge zu bieten. Die spannendsten und erfolgreichsten Hits aus London haben oft eine ernste Nachricht an das politische Establishment. Die musikalischen Meisterleistungen gepaart mit ihrer politisch kritischen Haltung machen London zur innovativsten und aufregendsten Musikstadt der Welt, in der populäre Kultur, Sozialgeschichte und Musik in ungewöhnlichen Synergien Erstaunliches hervorbringen. Anhand von Konzertausschnitten und Interviews mit Musikern wie Jools Holland (Squeeze) und Aktivisten wie Don Letts (The Clash) oder Viv Albertine (The Slits) erzählt der Film von den Hintergründen der Entwicklung und veranschaulicht die abwechslungsreiche Geschichte der Revolte in der Musik Londons.

Freitag, 21.02. / 22:45 Uhr / Tracks
Magazin, Frankreich, 2020, ARTE F 30 Min.
Regie: Realisateurs Differents
Journalist: David Combe, Jean-Marc Barbieux
Erstausstrahlung

Diese Woche unter anderem in „Tracks“: Rapper Rich Brian ist einer der erfolgreichsten Musiker in Indonesien; 3D-Animationskünstler Cole Kush animiert Videos für TNGHT, Jerry Paper oder Mac DeMarco.

(1): Rich Brian – Mehr als nur ein One-Hit Wonder Der damals 17-jährige „Rich Chigga“ aus Indonesien schaut stundenlang Rapvideos im Internet, um English zu lernen. Mit seiner ersten Single „Dat $tick“ landet er prompt einen viralen Hit – mit über 130 Millionen Abrufen. Mit neuem Namen und Einflüssen aus dem Pop beweist „Rich Brian“ schließlich, dass er weit mehr ist als nur ein One-Hit-Wonder. Mittlerweile ist er einer der meistgestreamten Künstler aus Indonesien.

(2): Cole Kush – Unbehagliche AnimationsweltenCole Kush erschafft 3D-Animations-Videos, die gleichermaßen faszinierend und ungemütlich sind. Der Kanadier hat einen wiedererkennbaren, eigenen Stil gefunden, der einen zugleich schaudern und schmunzeln lässt. Das gefällt auch Musikern wie TNGHT, Jerry Paper und Kumpel Mac DeMarco die sich Musikvideos von ihm animieren lassen.

Freitag, 21.02. / 23:15 Uhr / Berlin Live: Kiefer Sutherland
Musik, Deutschland, 2019, ZDF 56 Min.
Regie: Hannes Rossacher
Online verfügbar von 20/02 bis 22/03
Erstausstrahlung

Kiefer Sutherland ist seit über drei Jahrzehnten einer der erfolgreichsten Schauspieler Hollywoods, man denke nur an seine Rolle des Jack Bauer in der Echtzeitserie „24“. Dass in ihm außerdem noch jede Menge musikalisches Talent schlummert, wissen in Europa die wenigsten. Jetzt steht das aktuelle Album des Emmy- und Golden-Globe-Preisträgers „Reckless & Me“ in den Startlöchern. „Berlin Live“ freut sich auf ein grandioses Konzert mit Kiefer Sutherland.

Kiefer Sutherland ist seit über drei Jahrzehnten einer der erfolgreichsten Schauspieler Hollywoods – man denke nur an seine Rolle des Jack Bauer in der Echtzeitserie „24“. Dass in ihm noch andere künstlerische Talente und Interessen schlummern, wissen in Europa die wenigsten. Erst vor ein paar Jahren traute sich der Schauspieler und Musiker mit Hilfe seines Freundes und Produzenten Jude Cole an ein eigenes musikalisches Album. Darauf erschien sein Debüt „Down in a Hole“. Nach ausverkauften Konzertpremieren war der Hollywoodstar zum zweiten Mal im Frühsommer 2018 hierzulande auf Tour. Jetzt steht das aktuelle Album des Emmy- und Golden-Globe-Preisträgers „Reckless & Me“ in den Startlöchern. „Es ist am besten mit dem Wort ‚Americana-Musik‘ zu beschreiben. Eine Mischung verschiedener Genres. Aber ob Blues oder Rock: Alle Genres sind aus der Countrymusik entstanden“, sagt Sutherland über seinen Musikstil. „Berlin Live“ freut sich auf ein grandioses Konzert mit Kiefer Sutherland.

Freitag, 21.02. / 00:10 Uhr / Berlin Live: The Living End
Musik, Deutschland, 2018, ZDF 52 Min.
Regie: Hannes Rossacher
Online verfügbar von 20/02 bis 22/03
Erstausstrahlung

Die Rocker von The Living End kommen von Down Under, sind dort richtig groß und machen sich jetzt – 25 Jahre nach ihrer Gründung – auf, den Rest der Welt zu erobern. Mit ihrem eigenen Stil aus Rockabilly und Post-Punk, lieferten sie exklusiv für „Berlin Live“ ein mitreißendes Konzert der Extraklasse.

Sie kommen von Down Under und sie sind dort richtig groß. Sie sind seit über 20 Jahren ununterbrochen in den australischen Charts und machen sich jetzt auf, den Rest der Welt mit ihrem eigenen Stil aus Rockabilly und Post-Punk zu erobern. In ihrer Heimat haben die Jungs von The Living End bereits mehrere Platinplatten sowie sechs ARIA Awards, das australische Gegenstück zum Grammy, zu verzeichnen. Sänger und Gitarrist Chris Cheney, Kontrabassist Scott Owen und Schlagzeuger Andy Strachan touren mit ihren Songs durch die Welt und gewinnen mit ihrer energetischen Musik und den mitreißenden Liveshows einfach jedes Publikum.
Nachdem sie ihre neue Platte „Wunderbar“ in Deutschland produziert haben, besuchten sie exklusiv für „Berlin Live“ das SchwuZ und begeisterten das hiesige Publikum mit den neuen Songs und ihrem frenetischen Livesound.

Freitag, 21.02. / 01:10 Uhr / Wahnsinn! Nietzsche!
Dokumentation, Deutschland, 2016, MDR 51 Min.
Regie: Hedwig Schmutte
Wiederholung vom 05.02.

Freitag, 21.02. / 02:00 Uhr / Seht mich verschwinden ~ Die Geschichte der Isabelle Caro
Dokumentation, Deutschland, 2014, ZDF 52 Min.
Regie: Kiki Allgeier
Online verfügbar von 21/02 bis 28/02

„Seht mich verschwinden“ erforscht die Geschichte von Isabelle Caro, die im Jahr 2007 als selbsternanntes „Vorzeigekind für Anorexie“ für Aufsehen sorgte, als sie sich nackt mit nur 32 Kilogramm Körpergewicht für die „No-Anorexia“-Kampagne vom italienischen Fotografen Oliviero Toscani fotografieren lässt.

Auf den Leinwänden der Stadt Mailand und medial weltweit erschrecken ihre ausgemergelten Konturen. Die Weltpresse ist fasziniert von diesem selbstzerstörerischen Exhibitionismus, die Bilder verbreiten sich in Windeseile. Gleichzeitig trifft die Kampagne auf harte Kritik, auch aus Angst, die Bilder könnten, anstatt abzuschrecken, jungen Frauen als Inspiration dienen. So werden die Poster nach wenigen Tagen wieder von Mailands Leinwänden entfernt – nicht aber aus dem Netz oder aus den Köpfen. Was bleibt, ist Isabelles Erkenntnis über die Macht ihrer Zerbrechlichkeit. Sie wird immer besser darin, die Medien für ihre Zwecke zu instrumentalisieren.

„Seht mich verschwinden“ begibt sich auf die Spurensuche nach dem Menschen Isabelle Caro. Über einen Zeitraum von drei Jahren bis zu ihrem frühen Tod im November 2010 hat die Regisseurin Kiki Allgeier Isabelle Caro immer wieder getroffen. Allgeier hat Caro unter anderem während ihrer Jurytätigkeit bei „Top Model France“ begleitet, beim Verfassen und Veröffentlichen ihrer Autobiografie sowie anderen Versuchen, verstanden zu werden. Aus der Hinterlassenschaft der jungen Frau an die Regisseurin – Fotografien, Tagebücher, Videoaufzeichnungen – und den Erinnerungen des Vaters zeichnet Allgeier ihre Version der Geschichte Isabelles. Und diese beginnt mit der Sehnsucht eines kleinen Mädchens, jemand anderes zu sein …

Zusatzinfo:
Der Film feierte unter dem internationalen Titel „FEMMEfille“ seine Weltpremiere auf dem DOK Leipzig Festival 2014 und lief im Sommer 2015 in den deutschen Kinos. ARTE zeigt die Fernsehfassung des Films.


Samstag, 22.02. / 06:20 Uhr / Eine andere Mode ist möglich
Dokumentation, Frankreich, 2016, ARTE F 53 Min.
Regie: Laurent Lunetta
Online verfügbar von 15/02 bis 22/04

Am 24. April 2013 stürzt in Bangladesch das Rana Plaza ein und verschüttet über 3.000 Arbeiterinnen, die dort von Textilfirmen rund um die Uhr ausgebeutet wurden. Das schreckliche Ereignis gilt als Nine-Eleven der Modebranche. Hinter alledem steht das Konzept der „Fast Fashion“, mit dem große Modemarken ab den 90er Jahren darauf aufbauten, so billig wie möglich in sehr armen Ländern zu produzieren. Die Modebranche produziert pro Jahr 80 Milliarden Kleidungsstücke und liegt damit auch in Sachen Umweltverschmutzung auf Platz zwei – direkt nach der Erdölindustrie. Angesichts dieser dramatischen Situation rufen internationale Fashion-Aktivisten zum Widerstand auf. Ihre zentrale Forderung ist eine neue Mode mit ethischen Grundsätzen.

Die Modeindustrie erlebt heute eine Sinnkrise von historischem Ausmaß. Die Globalisierung machte aus der einstigen Traumbranche, die vor noch nicht allzu langer Zeit für handwerkliche Meisterleistungen, Kreativität und Avantgarde stand, ein menschenverachtendes Geschäft. Die Zeiten, in denen Modeschöpfer wie Azzedine Alaïa, Martin Margiela oder Jean Paul Gaultier als Stars gefeiert wurden, sind vorbei. Heute haben Luxusimperien das Sagen; die Designer sind bestenfalls Anpassungsvariablen bei Börsennotierungen. Die Zeichen stehen auf „Fast Fashion“. Ihre Schattenseiten heißen: Burnout, Umweltverschmutzung und Ausbeutung der Dritten Welt.

Am 24. April 2013 kamen mehr als 1.100 Textilarbeiter bei einem Gebäudeeinsturz in Sabhar, in Bangladesch, ums Leben, mehr als 2.500 wurden verletzt. Die von der Tragödie ausgelöste Betroffenheit und Empörung brachte in New York, Tel Aviv, Amsterdam und Paris eine neue Generation von „Fashion Activists“ hervor, die für eine Mode mit ethischen Grundsätzen und menschlichem Antlitz kämpfen. Die einen setzten auf die Rückkehr zum traditionellen Handwerk mit dem Webstuhl, andere auf Spitzentechnologien wie den 3D-Drucker.

Die Dokumentation lässt einige dieser Designer, Vordenker und Macher zu Wort kommen, so die internationale Trendforscherin Li Edelkoort, die Modeschöpferin Iris van Herpen, die Designerinnen Anaïs Dautais Warmel, Pascale Gatzen und Samia Ziadi sowie die Unternehmer Sébastien Kopp und Daniel Harris.

Samstag, 22.02. / 02:15 Uhr / Durch die Nacht mit … Liam Cunningham und Jim Sheridan
Magazin, Deutschland, 2016, ZDF 52 Min.
Regie: Edda Baumann-von Broen
Online verfügbar von 21/02 bis 23/03

Die Iren gelten als große Geschichtenerzähler. Der preisgekrönte Regisseur Jim Sheridan und der Game-of-Thrones-Star Liam Cunningham machen diesem Klischee alle Ehre, während sie in rasendem Tempo durch Dublin ziehen – auf den Spuren großer Kämpfer, ihrer eigenen Vergangenheit und der blutigen Geschichte Irlands, die vor hundert Jahren zur Unabhängigkeit führte. Bei reichlich Alkohol genießen die beiden eine echte Männernacht und stellen erstaunt fest, wie viel sie gemeinsam haben.

Die Iren gelten als große Geschichtenerzähler. Der Regisseur Jim Sheridan, dessen erste vier Filme gleich mehrfach für den Oscar nominiert wurden, und der Schauspieler Liam Cunningham, der sich als Ser Davos in „Game of Thrones“ einen Platz in der langen Ahnengalerie großer irischer Schauspieler gesichert hat, beweisen eindrucksvoll, dass sie sich ihrer Geschichte immer bewusst sind. In rasendem Tempo zieht das ungleiche Duo durch Dublin, auf den Spuren großer Kämpfer, ihrer eigenen Vergangenheit und der blutigen irischen Geschichte, die vor hundert Jahren zur Unabhängigkeit Irlands führte. Bei reichlich Alkohol genießen die beiden eine Männernacht beim MMA-Cheftrainer John Kavanagh, den Sheridan fast erwürgt, und lassen sich von Sternekoch Kevin Thornton begeistert Taube in tausend Jahre altem irischen Torf servieren. In einem historischen Postgebäude, das zum Museum umfunktioniert wurde, entdecken sie eine Gedenktafel für die Kämpfer der Irischen Revolution, auf der auch Sheridans Großvater steht. Von der irischen Geschichte geht es zur eigenen. Jim Sheridan zeigt Liam die Straßen seiner Kindheit, die er in vielen Filmen wie „Im Namen des Vaters“ oder „Der Boxer“ verewigt hat. Beide stellen erstaunt fest, dass sie nur 500 Meter voneinander entfernt aufgewachsen sind. Am Ende des Abends ist klar: Dies ist der Beginn einer wahren Männerfreundschaft.

Sonntag, 23.02. / 05:50 Uhr / Die große Literatour ~ Mark Twains Deutschland
Dokumentationsreihe, Deutschland, 2015, SWR 49 Min.
Regie: Andrew Davies, Rieke Brendel
Online verfügbar von 23/02 bis 23/05

„Die große Literatour“ begibt sich auf die Spuren von acht der spannendsten Reiseschriftsteller der Geschichte, folgt ihren Reisen nach und sieht die Länder aus ihren Blickwinkeln. Eine literarische Zeitreise, die auf einzigartige Weise Vergangenheit und Gegenwart miteinander verschränkt. Auch der Blick auf Deutschland ist ein besonderer: derjenige von Samuel Langhorne Clemens alias Mark Twain. Er und sein erfundener Reisebegleiter Harris reisen von Hamburg nach Heidelberg bis in den Schwarzwald und nach Baden-Baden. Daraus entsteht das vergnügliche Buch „Bummel durch Europa“, in dem Twain die Deutschen und ihre Marotten liebevoll auf die Schippe nimmt.

„Die große Literatour“ begibt sich mit Mark Twain nach Deutschland. Die Dokumentation ist eine literarische Zeitreise, die auf einzigartige Weise Vergangenheit und Gegenwart miteinander verschränkt. In seinem 1880 erschienenen Buch „Bummel durch Europa“ beschreibt Twain die Eindrücke seiner 16-monatigen Europareise, die ihn 1878 auch durch Deutschland führte. Schwer beeindruckt von der deutschen Kultur – und ebenso herausgefordert von der deutschen Sprache – reist er von Hamburg über Frankfurt nach Heidelberg bis in den Schwarzwald und nach Baden-Baden. In seinem vergnüglichen Bericht nimmt Twain die Deutschen und ihre Marotten liebevoll auf die Schippe. Alte Sagen faszinieren ihn ebenso wie die Heidelberger Studentenverbindungen. In bissig-sarkastischem Ton lästert er über Kuckucksuhren und Wagner und schüttelt den Kopf über die Menschen, die er beobachtet. Vor allem aber amüsiert sich Twain über sich selbst. Er spielt selbstironisch den typisch amerikanischen Touristen jener Zeit und bleibt dabei mitnichten bei den Fakten: Schon sein treuer Begleiter Mr. Harris ist eine Erfindung. Die anfangs groß angekündigte Wandertour der beiden wird immer wieder aufgeschoben. Zugfahren scheint doch viel bequemer und eine Floßfahrt über den Neckar als großes Abenteuer. Insgesamt zweimal war Twain in seinem Leben in Europa. Diese zweite, größere Reise war jedoch nicht nur als touristisches Vergnügen angelegt, sondern sollte auch eine Schreibblockade bei seinem später wichtigsten Werk „Die Abenteuer des Huckleberry Finn“ lösen. Ob der Neckar und Heidelberg die Inspiration für Huck Finns Floßfahrt auf dem Mississippi waren, weiß nur Mark Twain selbst. Fest steht, dass Amerikaner seit ihm Heidelberg und Deutschland lieben.

Sonntag, 23.02. / 10:05 Uhr / Zum Ersten, zum Zweiten, zum Dritten! Die Prosa von der Transsibirischen Eisenbahn
Dokumentationsreihe, Frankreich, 2015, ARTE F 26 Min.
Regie: Joëlle Oosterlinck
Online verfügbar von 23/02 bis 02/03

Jedes Jahr werden in Auktionshäusern Tausende Kunstgegenstände und Kunstwerke versteigert. Einige Objekte heben sich durch ihre Machart, ihre Nutzung, ihre früheren Besitzer oder ihre Umwidmung – also durch ihr „Vorleben“ – von den übrigen ab und wecken dadurch das Interesse und zuweilen auch die Gier der Auktionatoren. Mit Unterstützung von Auktionatoren und Experten wurden auffällige, seltene und faszinierende Gegenstände ausgewählt. Ein echter Kunstkrimi, der mit der Versteigerung im Auktionshaus seinen Anfang nimmt und weit in die Geschichte zurückführt.

Heute: Die Prosa von der Transsibirischen Eisenbahn und der Kleinen Jehanne von Frankreich

In dieser Folge geht es um die Versteigerung der „Prosa von der Transsibirischen Eisenbahn und der Kleinen Jehanne von Frankreich“ aus dem Jahr 1913. Das Werk wird im Rahmen einer außergewöhnlichen Sonderauktion angeboten, die mehr als ein Jahr im Voraus angekündigt wurde und Bücherliebhaber aus der ganzen Welt in Verzückung versetzt: die Versteigerung der Privatbibliothek des Geschäftsmanns Pierre Bergé. Insgesamt 188 Bücher werden versteigert, darunter auch „Die Prosa der Transsibirischen“ mit Gedichten von Blaise Cendrars und Illustrationen von Sonia Delaunay. Das Werk zählt stilistisch und inhaltlich zu den Meisterwerken der französischen Dichtkunst. Die beiden Künstler wollten 150 Stück davon veröffentlichen, damit die auseinandergefaltet zwei Meter langen Gedichtfahnen aneinandergereiht der Höhe des Eiffelturms entsprachen. Das außergewöhnliche Buchformat war allerdings nicht so leicht umzusetzen, machte es aber zu einem „livre-objet“, einem echten Sammelstück. Jedes auftauchende Exemplar wird auf den Erhaltungszustand von Papier und Farben, auf die Faltung und auf die Widmung geprüft. Diese Folge der Dokumentationsreihe taucht ein in die Welt der Bücherliebhaber und -sammler und beleuchtet die Entstehungsgeschichte der bedeutsamen „Prosa der Transsibirischen“.

Zusatzinfo:
Die Dokumentationsreihe „Zum Ersten, zum Zweiten, zum Dritten!“ beschäftigt sich mit Kunst- und Kulturgeschichte, Arbeitstechniken und künstlerischen Herstellungsverfahren. Dabei veranschaulichen die Veränderungen in Nutzung und Wertigkeit einzelner Objekte auch den Wandel unserer Gesellschaft. Es geht allerdings nicht nur um die Gegenstände, sondern auch um die Geschichte der Männer und Frauen, die sie einst herstellten oder besaßen. Sie macht deutlich, wie wichtig die Objekte für ihre Schöpfer und Besitzer waren – diese persönliche Bedeutung steht im Mittelpunkt der Reihe. Die damit verbundenen Geschichten geben einen Einblick in die geheimnisvolle Welt der Kunstsammler, über die oft nur wenig bekannt ist.

Sonntag, 23.02. / 16:55 Uhr / Metropolis ~ Berlinale
Schwerpunkt: Die Bären sind los: ARTE und die 70. Berlinale
Magazin, Deutschland, 2020, ZDF 43 Min.
Regie: N.N.
Online verfügbar von 21/02 bis 23/05
Erstausstrahlung

Es ist so weit: Nach 18 Jahren unter der Leitung von Dieter Kosslick übernimmt ein Duo die Führung des Filmfestivals, das zu den drei wichtigsten der Welt gehört. Der Italiener Carlo Chatrian, ehemals Festivaldirektor in Locarno, übernimmt die künstlerische Leitung. Die Niederländerin Marietta Rissenbeek verantwortet die geschäftliche Seite. Werden Sie den großen und widersprüchlichen Erwartungen gerecht? Entschlacken, aber trotzdem ein breit aufgestelltes Publikumsfestival bleiben? Künstlerisches Profil stärken, aber trotzdem reichlich Stars auf den Teppich holen? Kosslicks Schuhe sind so groß wie der Reformbedarf. Ein großer Star steht jedenfalls mit Sicherheit auf dem roten Teppich im kalten Berliner Winter: Schauspiel-Queen Helen Mirren erhält den Goldenen Ehrenbären für ihr Lebenswerk. „Metropolis“ berichtet am ersten Berlinale-Wochenende über den Neuanfang des größten Publikumsfilmfestivals der Welt.

Sonntag, 23.02. / 17:40 Uhr / Maurizio Pollini spielt Beethoven
Aus dem Herkulessaal der Residenz München
Schwerpunkt: LUDWIG VAN – Beethoven unlimited

Musik, Österreich, 2019, ZDF 42 Min.
Regie: Henning Kasten
Komponist: Ludwig van Beethoven
Mit: Maurizio Pollini
Online verfügbar von 22/02 bis 23/05
Erstausstrahlung

Zum Beethovenjahr 2020 widmet sich einer der gegenwärtig größten Pianisten noch einmal dem Spätwerk Ludwig van Beethovens: Maurizio Pollini spielt die beiden letzten Klaviersonaten des berühmtesten Komponisten der Welt im Herkulessaal der Münchner Residenz.

Anlässlich des Beethovenjahres 2020 widmet sich einer der größten Pianisten der Gegenwart noch einmal dem Spätwerk Ludwig van Beethovens: Maurizio Pollini kehrt für die Einspielung der Klaviersonaten Nr. 31 und 32 wieder in den Münchner Herkulessaal zurück. Genau dort entstanden seit den 1970er-Jahren die legendären, scharf konturierten und klaviertechnisch perfekten Studioeinspielungen des Sonatenzyklus. In seiner seit nunmehr rund 60 Jahren andauernden Karriere hat sich Pollini medial stets rar gemacht und ist immer nur mit wenigen ausgewählten Werken vor die Welt getreten, ganz nach dem Vorbild seines Lehrers. Seiner Plattenfirma hat der Perfektionist Pollini bis in die jüngste Zeit nur Studioaufnahmen erlaubt. Dass er jetzt, im Alter von 77 Jahren, doch noch einer Liveaufzeichnung zugestimmt hat, ist eine Sensation, aber auch logisches Resultat seiner Entwicklung als Pianist. Denn wie er selbst sagt: „Meine Beschäftigung mit Beethoven hört ja nicht auf.“

Zusatzinfo:
Auf dem Programm stehen die Klaviersonate Nr. 31 in As-Dur op. 110 und die Klaviersonate Nr. 32 in c-Moll op. 111. Die Onlinefassung des Konzertes enthält zusätzlich die Klaviersonate Nr. 30 in E-Dur, op. 109.

Sonntag, 23.02. / 23:55 Uhr / Hello I am David! Eine Reise mit David Helfgott
Dokumentation, Deutschland, 2016, ZDF 53 Min.
Regie: Cosima Lange
Mit: David Helfgott, Gillian Helfgott, Stuttgarter Symphoniker
Online verfügbar von 23/02 bis 08/03

Seit der oscarprämierte Film „Shine – Der Weg ins Licht“ seine Geschichte erzählte, ist David Helfgott weltberühmt: Eine einzigartige Künstlerpersönlichkeit, dessen Wunderkindkarriere in den 70er Jahren mit dem Auftreten von Symptomen einer schizoaffektiven Störung zu Ende schien. Doch nach einem schweren Nervenzusammenbruch und vielen Jahren in einer psychiatrischen Klinik gelang es ihm, sich durch die heilende Kraft der Musik und seine große Liebe zu seiner zweiten Frau, Gillian Murray, ins Leben und auf die Konzertbühne zurück zu kämpfen. Vor seinem Absturz wurde David Helfgotts Klavierspiel in Witz und Tiefe mit dem von Horowitz verglichen. Für seine Rückkehr ins Klassikleben hatte er sich Rachmaninows 3. Klavierkonzert ausgesucht; für David ein schicksalhaftes Werk. Nach einer Aufführung dieses Konzerts in der Londoner Royal Albert Hall erlitt er 1970 einen Nervenzusammenbruch – und es ist diese Musik, anhand derer „Shine“ seine Geschichte erzählte. David ist liebenswert, intelligent und zügellos, in seiner grenzenlosen Offenheit und Herzlichkeit kaum auszuhalten. So wie auf dem Konzertpodium die Musik rasant und virtuos aus ihm heraussprudelt, so kommuniziert er auch im Privaten: Selbst Fremde werden aufs Herzlichste umarmt und mit ununterbrochenem brabbelndem Wortschwall in seine Welt vereinnahmt. Auf David Helfgotts Europatournee mit den Stuttgarter Symphonikern war die Filmemacherin Cosima Lange mit der Kamera immer ganz nah und intim dabei und lässt miterleben, wie Davids „innere Musik“ sich Bahn bricht und die Menschen um ihn herum fasziniert. „Das Porträt eines glücklichen Menschen in einem der schönsten Musikfilme seit Langem!“ (SWR)

Sonntag, 23.02. / 00:50 Uhr / Beethovens Siebte Sinfonie
Schwerpunkt: LUDWIG VAN – Beethoven unlimited
Musik, Deutschland, 2019, NDR 45 Min.
Regie: Beatrix Conrad
Komponist: Ludwig van Beethoven
Dirigent: Alan Gilbert
Orchester: NDR Elbphilharmonie Orchester
Erstausstrahlung

Gegen Ludwig van Beethovens 7. Sinfonie käme „jede Rock-Nummer wie eine lahme Ente daher“, sagt der Schriftsteller Karl-Heinz Ott in seinem Buch „Rausch und Stille: Beethovens Sinfonien“. Das Publikum der Uraufführung am 8. Dezember 1813 in der Aula der Alten Universität in Wien jubelte geradezu vor Begeisterung. Unter ihnen befand sich das „Nonplusultra der Kunst“, wie Beethoven seine Zeitgenossen Johann Nepomuk Hummel, Giacomo Meyerbeer, Ignaz Moscheles, Antonio Salieri und Louis Spohr bezeichnete. Viele verstanden die 7. Sinfonie im Sinne der freudigen Sieges- und Freiheitsstimmung nach der erfolgreichen Völkerschlacht bei Leipzig gegen Napoleon zwei Monate zuvor. In der Beethoven-Literatur lassen sich eine ganze Reihe außermusikalischer Deutungen zur 7. Sinfonie finden, die vom „antiken Rebenfest“ bis zur Hochzeitsfeier, vom Ritterfest bis zur Militärsinfonie reichen. Das von mitreißenden Rhythmen geprägte Scherzo wurde sogar als „Orgie des Rhythmus“ (Romain Rolland) oder als „Apotheose des Tanzes“ (Richard Wagner) bezeichnet. Beethoven selbst hielt nichts von allzu konkreten Ausdeutungen. Er ließ nur Erklärungen gelten, die sich „auf die Charakteristik des Tonstücks im Allgemeinen beschränken“. Das Werk erschließt sich aber durchaus auch abseits außermusikalischer Zusammenhänge als faszinierendes Kunstwerk, das Beethoven als „eins der glücklichsten Produkte meiner schwachen Kräfte“ ansah. Zum Antritt des neuen Chefdirigenten Alan Gilbert spielt das NDR Elbphilharmonie Orchester das als Meilenstein der Musikgeschichte geltende Werk in der Elbphilharmonie Hamburg.

Montag, 24.02. (Rosenmontag) / 05:00 Uhr / Max Reger: Klavierkonzert f-Moll op.114
Ludwig Van Beethoven: Sinfonie Nr.6 F-Dur Op.68 „Pastorale“
Musik, Deutschland, 2016, MDR 97 Min.
Regie: Ute Feudel
Komponist: Ludwig van Beethoven
Dirigent: Herbert Blomstedt
Orchester: Gewandhausorchester Leipzig

Mit: Peter Serkin (Klavier)

Online verfügbar von 24/02 bis 02/03

Max Reger war zeitlebens ein umstrittener Komponist, musikalisch schwer zu verorten zwischen Tradition und Moderne. Sein Klavierkonzert in f-Moll op. 114 entstand im Juni und Juli 1910 in Leipzig und wurde dort am 15. Dezember 1910 uraufgeführt. Das Werk gilt als technisch sehr anspruchsvoll. ARTE zeigt Regers Klavierkonzert mit dem Gewandhausorchester Leipzig unter der musikalischen Leitung von Herbert Blomstedt. Als Solist ist Peter Serkin am Klavier zu erleben. Im zweiten Teil des Gewandhauskonzerts steht Beethovens 6. Symphonie, die „Pastorale“, auf dem Programm.

Obwohl er als Universitätsmusikdirektor und Kompositionsprofessor am Konservatorium eine geachtete Person des Leipziger Musiklebens war – umworben von den Verlegern, geschmäht von den Kritikern, aber regelmäßig aufgeführt im Gewandhaus – wurde die Uraufführung seines Klavierkonzerts am 15. Dezember 1910 von der Kritik radikal verrissen.
Das Werk wurde von der Pianistin Frieda Kwast-Hodapp unter dem Dirigat von Arthur Nikisch gespielt. Auch wenn die Presse das Werk als „Fehlgeburt“ verwarf, war Reger selbst begeistert und titulierte die Solistin mit dem ihm eigenen Humor scherzhaft als „Frau Kwast-Hutab“. Im Februar 1912 schrieb Reger an Herzog Georg II. von Sachsen-Meiningen: „Mein Klavierkonzert wird für Jahre noch unverstanden bleiben; die Tonsprache ist zu herb und zu ernst.“

Dass dies nicht so ist, haben musterhafte Einspielungen dieses „Klaviergebirges“ von Rudolf Serkin und Marc-André Hamelin bewiesen. Peter Serkin, der Sohn des Pianisten Rudolf Serkin, ist bis heute ein unermüdlicher Verbreiter des Reger-Konzerts.

Mit der „Pastorale“ im zweiten Konzertteil setzt Herbert Blomstedt seinen Beethoven-Zyklus mit dem Gewandhausorchester fort. Mit den „Erinnerungen an das Landleben“, wie der Komponist seine 6. Symphonie untertitelt, ist nicht lautmalerische Detailverliebtheit gemeint, sondern „mehr Ausdruck der Empfindung als Malerei“.

Zusatzinfo:
Das Konzert wurde am 19. und 20. Mai 2016 anlässlich des 100. Todestags von Max Reger im Leipziger Gewandhaus für ARTE aufgezeichnet.

Montag, 24.02. (Rosenmontag) / 21:50 Uhr / Solaris
Schwerpunkt: Die Bären sind los: ARTE und die 70. Berlinale
Spielfilm, USA, 2002, ZDF 92 Min.
Regie: Steven Soderbergh
Drehbuch: Steven Soderbergh
Autor: Stanislaw Lem

Produktion: 20th Century Fox, Lightstorm Entertainment
Produzent: James Cameron, Rae Sanchini, Jon Landau
Kamera: Steven Soderbergh
Schnitt: Steven Soderbergh
Musik: Cliff Martinez

Mit: George Clooney (Dr. Chris Kelvin), Natascha McElhone (Rheya), Viola Davis (Dr. Gordon), Jeremy Davies (Snow), Ulrich Tukur (Dr. Gibarian), Elpidia Carrillo (Freundin Nr. 2), Kent Faulcon (Patient Nr. 1)

Von einer Forschungsstation, die den Planeten Solaris umkreist, erreicht ein Notruf des Missionsleiters Gibarian die Erde. Daraufhin wird der Psychologe Chris Kelvin nach Solaris geschickt. Als Kelvin die Raumstation erreicht, hat Gibarian Selbstmord begangen und zwei ängstliche und verwirrte Besatzungsmitglieder zurückgelassen. Nach der ersten Nacht an Bord liegt plötzlich Kelvins verstorbene Frau Rheya lebendig neben ihm im Bett. Es scheint, als forme der Solaris-Ozean aus den Träumen der Raumfahrer neue Menschen mit eigenem Bewusstsein. Eine Form der Kontaktaufnahme – die ins Chaos führt …

Der Psychologe Chris Kelvin wird von der Erde zur Raumstation im Orbit des fernen Planeten Solaris geschickt. Er soll im Auftrag seines alten Freundes Gibarian, der die Mission zur Erkundung des Solaris-Ozeans leitet und einen Notruf abgesetzt hat, rätselhafte Phänomene an Bord der Station untersuchen. Doch bei Kelvins Ankunft ist Gibarian tot: Selbstmord. Die überlebenden Crewmitglieder Gordon und Snow können sich den Selbstmord ihres Missionsleiters nicht erklären, und so zieht sich Kelvin in der fast leeren Raumstation zunächst zurück. Als Kelvin nach einer traumreichen Nacht erwacht, liegt plötzlich seine verstorbene Ehefrau Rheya neben ihm. Doch obwohl Rheya aus Fleisch und Blut besteht, ist sie lediglich eine Projektion aus Kelvins eigener Erinnerung. Schließlich erklären Gordon und Snow, dass der Solaris-Ozean die Fähigkeit besitzt, aus den Erinnerungen und Träumen der Raumfahrer materielle Projektionen zu produzieren. Nachdem Kelvin Rheya mit einer Raumkapsel ins Weltall befördert hat, fällt ihm auf, dass auch seine Kollegen mit ihren jeweiligen Projektionen kämpfen. Nach einer weiteren Nacht erscheint ihm eine neue, ebenso real wirkende Version von Rheya. Doch auch diese Inkarnation besitzt keine eigenen Erinnerungen. Die Erkenntnis, dass sie nie eine authentische Person sein wird, sondern immer nur eine Spiegelung der Erinnerungen Kelvins, treibt Rheya in eine autodestruktive Spirale. Und Kelvin muss sich entscheiden, ob er mit seinen Erinnerungen sterben oder ohne sie leben will.

Zusatzinfo:
Der Roman „Solaris“ von Stanislaw Lem wurde bereits mehrfach verfilmt, unter anderem leuchtete Andrei Tarkowski in seiner Version von 1972 die philosophischen Aspekte der Geschichte aus, während Steven Soderbergh mit George Clooney in der Hauptrolle und James Cameron als Produzent eine wesentlich knappere, auf die psychologische Ebene fokussierte Arbeit vorlegt. Der 1963 in Atlanta, USA, geborene Soderbergh stellt die Frage, wie man im Kontakt mit seinen Mitmenschen die eigene, eingeschränkte Perspektive verlassen kann, in den Mittelpunkt des starbesetzten Science-Fiction-Films.

Montag, 24.02. (Rosenmontag) / 23:25 Uhr / Das Wachsfigurenkabinett
Schwerpunkt: Die Bären sind los: ARTE und die 70. Berlinale
Stummfilm, Deutschland, 1924, ZDF 81 Min.
Regie: Paul Leni
Drehbuch: Henrik Galeen
Produktion: Neptun-Film AG, Deutsche Kinemathek
Produzent: Leo Birinsky, Alexander Kwartiroff
Kamera: Helmar Lerski
Musik: Bernd Schultheis, Olav Lervik, Jan Kohl

Mit: Emil Jannings (Harun al Raschid), Werner Krauß (Jack the Ripper), Conrad Veidt (Iwan der Schreckliche), William Dieterle (Dichter/Assad/Bräutigam), Olga Belajeff (Tochter/Maimune/Braut), John Gottowt (Kabinettbesitzer), Paul Biensfeldt (Wesir)

Online verfügbar von 23/02 bis 25/03
Erstausstrahlung

Der 1924 uraufgeführte Film „Das Wachsfigurenkabinett“ ist ein echter Gruselklassiker und stellt in drei Episoden die besten Schauspieler des Weimarer Kinos vor, die wiederum drei Schreckensfiguren in diesem Kabinett zum Leben erwecken: Conrad Veidt als Iwan der Schreckliche, Werner Krauß als Jack the Ripper und Emil Jannings als Harun al Raschid. Der Film wurde von der Deutschen Kinemathek aufwendig restauriert. Im Auftrag von ZDF und ARTE entstand eine neue Ensemble-Musik von Bernd Schultheis, Olav Lervik und Jan Kohl, die auf der Berlinale 2020 ihre Gala-Premiere feiert.

Ein junger Mann lässt sich als Schreiber für ein Wachsfigurenkabinett engagieren. Dort erfindet er illustre Geschichten um die wichtigsten Exponate: Jack the Ripper, Iwan der Schreckliche und Harun al Raschid, Kalif von Bagdad. Beflügelt wird die Fantasie des jungen Mannes von der Tochter des Schaustellers – und schon nehmen die Geschichten ihren Lauf, in denen der junge Schreiber und die Tochter mitspielen. In der ersten Episode sind die beiden ein Paar im Orient: Bäcker Assad und seine schöne Frau Maimune. Auf Letztere hat wiederum der dicke Kalif Harun al Raschid, dessen Palast neben Assads Bäckerei liegt, ein Auge geworfen. Während der Kalif versucht, Maimune zu verführen, bricht Assad in dessen Palast ein, um seinen Wunschring zu stehlen.

In der zweiten Episode begibt sich Iwan der Schreckliche mit seinem Hofastrologen in die Folterkammer des Kremls, um sich am Leid der Gefangenen zu weiden, als er entdeckt, dass sein Name auf einer Sanduhr steht, die anzeigt, wie lange die jeweilige Person noch zu leben hat. Bei einer Hochzeit am nächsten Tag entgeht Iwan einem Attentat und glaubt, den Tod überlistet zu haben. Doch der Astrologe gibt ihm zu verstehen, dass er vergiftet wurde.

Plötzlich übermannt den Schreiber der Schlaf – und er sieht sich den furchtbarsten Auswüchsen seiner Fantasie ausgesetzt, als er vom letzten Charakter des Wachsfigurenkabinetts, Jack the Ripper, verfolgt wird. Als der Schreiber wieder erwacht, ist die Erleichterung groß: Der Alptraum konnte die Liebe zwischen ihm und der Tochter des Schaustellers nicht zerstören.

Zusatzinfo:
Paul Leni (1885-1929) arbeitet als Maler und Grafiker, bevor er 1912 erstmals als Szenenbildner an Joe Mays Film „Ein Ausgestoßener, 1. Teil“ mitwirkt. 1917 dreht er seinen ersten eigenen Film „Das Tagebuch des Dr. Hart“ und bleibt in der Filmbranche als Regisseur und Filmarchitekt. Vier Jahre arbeitet er am „Wachsfigurenkabinett“ und hat damit seinen ersten großen Erfolg. Ab 1926 arbeitet Leni für Universal in den USA und dreht dort künstlerisch ambitionierte Genre-Filme wie „The Cat and the Canary“ oder „The Man Who Laughs“. Er gilt als eines der großen Talente, bis er unerwartet 1929 mit 44 Jahren stirbt.

Mittwoch, 26.02. / 21:45 Uhr / Pigalle – Pariser Geschichten
Dokumentarfilm, Frankreich, 2017, ARTE F 60 Min.
Regie: David Dufresne
Online verfügbar von 21/02 bis 26/04

Zwischen Halbwelt und Avantgarde: das Rotlichtviertel Pigalle, berühmt-berüchtigt für seine Cabarets und Revuetheater sowie magischer Anziehungspunkt für Maler, Musiker und Schriftsteller. Doch was ist davon in Zeiten der Gentrifizierung geblieben? ARTE spürt dem ganz besonderen Flair des legendären Viertels nach.

Pigalle 2019 oder die Verwandlung eines typisch Pariser Viertels, in dem eine triumphierende Gentrifizierung das verdrängt, was einst seinen Charme ausmachte. Früher pulsierte in diesem künstlerischen und kreativen Ausnahmeviertel das Pariser Nachtleben. Pigalle, Herzstück des pulsierenden „gai Paris“, stand seit jeher für unkonventionelle Vielfalt. Regisseur David Dufresne, der hier aufwuchs, unternimmt mit diesem Dokumentarfilm einen nostalgisch-dokumentarischen Streifzug durch Pigalle, trifft auf Menschen, die von den Glanzzeiten zu erzählen wissen und erinnert mit reichem Archivmaterial, Filmausschnitten und Musik daran, wie es einmal war.

Freitag, 28.02. / 21:45 Uhr / Debbie Harry – Atomic Blondie
Dokumentation, Frankreich, 2017, ARTE F 52 Min.
Regie: Pascal Forneri
Online verfügbar von 21/02 bis 28/04

Von „Heart of Glass“ über „Denis“ bis zu „Maria“: Als Sängerin von Blondie konnte Debbie Harry reihenweise Hits feiern. Den Star Debbie Harry gab es schon, als von Madonna und geschweige denn von Lady Gaga oder Taylor Swift noch keine Rede war. Die Frontfrau von Blondie mit dem unterkühlten New-Wave-Sexappeal wurde zur unsterblichen Ikone der Cool-Attitude, typisch für ihre Musik ist der Genre-Mix aus Punk, Rock, Disco und Rap. Der Film zeichnet das hautnahe Porträt eines wohlerzogenen Mädchens aus New Jersey, das der Langeweile der Kleinstadt entflieht, um sich der New Yorker Undergroundszene anzuschließen – und dabei die Musikgeschichte nachhaltig prägte.

Deborah Ann „Debbie“ Harry wurde 1945 als Angela Tremble in Miami geboren. Mit Gitarrist Chris Stein gründete die Sängerin die Band Blondie. Mit „French Kissin‘ in the USA“ hatte sie einen Solohit. Mit Hits wie „Heart of Glass“ oder „One Way or Another“ stürmten Blondie in den 70er und 80er Jahren weltweit die Hitparaden.

Die Frontfrau von Blondie mit dem unterkühlten New-Wave-Sexappeal wurde zur unsterblichen Ikone der Cool-Attitude, typisch für ihre Musik ist der Genre-Mix aus Punk, Rock, Disco und Rap. Der Film zeichnet das hautnahe Porträt eines wohlerzogenen Mädchens aus New Jersey, das der Langeweile der Kleinstadt entflieht, um sich der New Yorker Undergroundszene anzuschließen – und dabei die Musikgeschichte nachhaltig prägte.

Freitag, 28.02. / 22:40 Uhr / Tracks
Magazin, Deutschland, 2020, ZDF 30 Min.
Online verfügbar von 27/02 bis 28/05
Erstausstrahlung

Diese Woche unter anderem in „Tracks“: Rapper Rich Brian ist einer der erfolgreichsten Musiker in Indonesien; 3D-Animationskünstler Cole Kush animiert Videos für TNGHT, Jerry Paper oder Mac DeMarco.

(1): Rich Brian – Mehr als nur ein One-Hit-Wonder

Der damals 17-jährige Rich Chigga aus Indonesien schaut stundenlang Rapvideos im Internet, um English zu lernen. Mit seiner ersten Single „Dat $tick“ landet er prompt einen viralen Hit – mit über 130 Millionen Abrufen. Mit neuem Namen und Einflüssen aus dem Pop beweist Rich Brian schließlich, dass er weit mehr ist als nur ein One-Hit-Wonder. Mittlerweile ist er einer der meistgestreamten Künstler aus Indonesien.

(2): Cole Kush – Unbehagliche Animationswelten

Cole Kush erschafft 3D-Animationsvideos, die gleichermaßen faszinierend und ungemütlich sind. Der Kanadier hat einen wiedererkennbaren, eigenen Stil gefunden, der einen zugleich schaudern und schmunzeln lässt. Das gefällt auch Musikern wie TNGHT, Jerry Paper und Kumpel Mac DeMarco, die sich Musikvideos von ihm animieren lassen.

Freitag, 28.02. / 23:10 Uhr / Echoes ~ Primal Scream, Life und Idles – Konzert in Paris
Musik, Frankreich, 2019, ARTE F 62 Min.
Regie: Gautier & Leduc
Künstlerischer Leiter: Antoine Carlier, Johnny Hostile
Mit: Jehnny Beth (Moderation)
Online verfügbar von 21/02 bis 22/02
Erstausstrahlung

Auf der kleinen Bühne des YOYO empfängt Jehnny Beth die Bands Idles, Primal Scream und Life. An einem intimen Abend, der sich ganz dem britischen Indierock widmet, trifft Punkattitüde auf Debattierfähigkeit. Dabei wird deutlich, dass die drei Formationen zu ein und derselben musikalischen Community gehören: Antifaschismus und Liebe sind der Antrieb für ihre intensiven Live-Gigs.

In dieser Ausgabe von „Echoes“, die sich dem britischen Indierock widmet, zeigen sich die vielen gemeinsamen Ansichten von Primal Scream, Life und Idles zu so unterschiedlichen Themen wie Antifaschismus und Liebe. Mit „Echoes“ verschwimmt die Grenze zwischen Bühne und Publikum: Die Zuschauer sind den Musikern, die zuweilen über die schräge Bühne ins Publikum hinabsteigen, ganz nah. Eine einmalige Atmosphäre für drei außergewöhnliche Konzerte, die auch in dieser Folge halten, was sie versprechen: Zuerst ein Rockbrett vom Primal Scream, dann Idles mit ihrem Ruf nach Rebellion in bester britischer Punkmanier und schließlich die Youngster von Life, die in ihrem politischen Bewusstsein The Clash, Jam und Sham 69 in nichts nachstehen. Der Sinn der Worte kommt erst durch die Musik vollständig zum Vorschein: „Echoes“ ist vor allem ein Musikformat im Rahmen eines eleganten Clubkonzerts. Und die Zuschauer sind hautnah mit dabei, wenn Life, Idles und Primal Scream ihren intensiven Rock abliefern.

Zusatzinfo:
„Echoes“ ist ein neuartiges Konzertkonzept, das von Jehnny Beth moderiert wird: Auf der kleinen, aber feinen Bühne des YOYO in Paris treffen drei bekannte und interessante Indiebands erstmals aufeinander und spielen exklusive Kurzgigs. In einem Wechselspiel von Musikstilen, Intentionen und Philosophien haben die Musiker auch die Gelegenheit, in der Öffentlichkeit zu Wort zu kommen und so den gemeinsamen Geist einer musikalischen Community zum Ausdruck zu bringen. Die künstlerische Leitung hat Antoine Carlier, die musikalische Leitung unterliegt Johnny Hostile.


Sonntag, 01.03. / 08:00 Uhr / Denk mal quer! Schattenspiele
Kindersendung, Australien, 2016, ARTE 24 Min.
Regie: Cathy Baker
Online verfügbar von 01/03 bis 30/04

Wir leben in einer Welt, in der vieles nicht ist, wie es scheint. Manchmal müssen wir genauer hinschauen, um den Dingen auf den Grund zu gehen. Das Jugend-Magazin „Denk mal quer!“ entdeckt die seltsamsten, wunderlichsten und verrücktesten Phänomene unserer Zeit – in den Bereichen Kunst, Psychologie und Wissenschaft.

(1): Schattenspiele Das Schattenspiel ist eine sehr alte Erfindung. Unklar ist allerdings, wann genau die Menschen erstmals auf die Idee kamen, Schatten auf die Bühne zu bringen.

(2): Kartenkunst
Kartenkunst ist Zauberei mit Spielkarten. Sogenannte Ziergriffe oder Flourishes wiederum sind keine klassischen Kartentricks, sondern eine besonders artistische Handhabung der Karten. „Denk mal quer!“ zeigt einige elegante Tricks, die viel Fingerfertigkeit erfordern.

(3): Sakkadische Suppression
In diesem Beitrag geht es um eine optische Täuschung. Bei der sakkadischen Suppression wird die visuelle Wahrnehmung unterdrückt, während der Blick sich rasch von einem Punkt A zu einem Punkt B bewegt. „Denk mal quer!“ erklärt, wie der Trick funktioniert.

(4): Das Alter der Ohren
Bei vielen Menschen wird das Gehör ab einem gewissen Alter immer schwächer und vor allem höhere Töne können sie nicht mehr wahrnehmen. Grund dafür ist die Alterung der Hörschnecke, aber auch anderer Bereiche des Innenohrs.

(5): Querdenker – Félicien Trewey
Félicien Trewey war ein echter Allroundkünstler: Zauberei, Pantomime, Seiltanz, Kartentricks und Schattenspiel waren nur einige seiner Fertigkeiten. Spektakulärer Geschicklichkeit verdankte der Franzose auch seine ersten Filmauftritte in den 1890er Jahren.

Sonntag, 01.03. / 11:00 Uhr / Zum Ersten, zum Zweiten, zum Dritten! Das Balenciaga-Abendkleid
Dokumentationsreihe, Frankreich, 2015, ARTE F 24 Min.
Regie: Antoine Coursat
Online verfügbar von 01/03 bis 09/03

Jedes Jahr werden in Auktionshäusern Tausende Kunstgegenstände und Kunstwerke versteigert. Einige Objekte heben sich durch ihre Machart, ihre Nutzung, ihre früheren Besitzer oder ihre Umwidmung – also durch ihr „Vorleben“ – von den übrigen ab und wecken dadurch das Interesse und zuweilen auch die Gier der Auktionatoren. Mit Unterstützung von Auktionatoren und Experten wurden auffällige, seltene und faszinierende Gegenstände ausgewählt. Ein echter Kunstkrimi, der mit der Versteigerung im Auktionshaus seinen Anfang nimmt und weit in die Geschichte zurückführt.

In dieser Folge geht es um die erste Haute-Couture-Versteigerung im US-Auktionshaus Sotheby’s. „Star“ der Veranstaltung ist ein Abendkleid aus rosa Federn, entworfen vom berühmten spanischen Designer und Couturier Cristóbal Balenciaga im Jahr 1965. Mit seinem breiten Ausschnitt, die mit einem Zierband betonte Taille und seinem reichen Federschmuck ist das Balenciaga-Kleid von überwältigender Sinnlichkeit. Es verkörpert wie sonst kaum ein anderes Kleid das goldene Zeitalter der Pariser Haute Couture. Francine Weisweiller – Frau von Welt, Mäzenin und enge Freundin von Jean Cocteau – erwarb das Balenciaga-Kleid 1965 bei einer Modenschau. Doch einige Zeit später verschwand es aus ihrem Kleiderschrank und tauchte erst Ende der 90er Jahre in einem Pariser Auktionshaus wieder auf. Der ebenso hofierte wie beneidete Sammler Didier Ludot erwarb es. Seit über 30 Jahren sammelt er Kleider und Kostüme großer Modeschöpfer, einige davon aus den 30er, 40er und 50er Jahren. Ludot stellt sie in seiner Boutique im Pariser Palais Royal aus, wo man sie auch kaufen kann. Diese Folge der Dokumentationsreihe deckt die Geschichte des Balenciaga-Kleides auf, dessen Designer, Stoff, Federn, Geschichte und ehemalige Besitzer die Gebote bei der Auktion überschlagen lassen.

Zusatzinfo:
Die Dokumentationsreihe „Zum Ersten, zum Zweiten, zum Dritten!“ beschäftigt sich mit Kunst- und Kulturgeschichte, Arbeitstechniken und künstlerischen Herstellungsverfahren. Dabei veranschaulichen die Veränderungen in Nutzung und Wertigkeit einzelner Objekte auch den Wandel unserer Gesellschaft. Es geht allerdings nicht nur um die Gegenstände, sondern auch um die Geschichte der Männer und Frauen, die sie einst herstellten oder besaßen. Sie macht deutlich, wie wichtig die Objekte für ihre Schöpfer und Besitzer waren – diese persönliche Bedeutung steht im Mittelpunkt der Reihe. Die damit verbundenen Geschichten geben einen Einblick in die geheimnisvolle Welt der Kunstsammler, über die oft nur wenig bekannt ist.

Sonntag, 01.03. / 16:00 Uhr / Claude Monet – Im Licht des Augenblicks
Dokumentation, Deutschland, 2019, ZDF 52 Min.
Regie: Mathias Frick
Online verfügbar von 29/02 bis 30/05
Erstausstrahlung

Von Paris bis Giverny über Rouen, Vétheuil und Etretat führt die filmische Reise zu den Orten und Landschaften, die den berühmten Impressionisten Claude Monet zu seinen größten Werken inspirierten. Sie erzählt die Geschichte der leidenschaftlichen Beziehung des Malers zur Natur, ihrer Motive und ihren Lichtnuancen.

„Raus aus dem Atelier und ins Freie, um die Natur vor Ort zu malen“ lautete das Credo der Impressionisten. Claude Monet, ihr berühmtester Vertreter, suchte bewusst den Bruch mit der akademischen Malweise, schockierte damit die Kunstwelt seiner Zeit und revolutionierte die Malerei. Gerade die Orte, an denen Claude Monet malte und lebte, sind für sein Werk von enormer Bedeutung. Ab dem 22. Februar 2020 widmet das Museum Barberini in Potsdam dem französischen Impressionisten eine groß angelegte Retrospektive mit dem Titel „Monet. Orte“. Anlässlich dieser Ausstellung unternimmt die Kulturdokumentation eine Reise von Paris, wo Monet sich mit den großen Boulevards und dem Gare St. Lazare beschäftigte, die Seine hinab über das malerische Argenteuil nach Vétheuil, Ort persönlicher Schicksalsschläge für den Maler. Von dort geht es weiter nach Rouen, dessen Kathedrale ihren weltweiten Ruhm sicherlich auch Monets Bildern verdankt, und schließlich nach Giverny, in den wahrscheinlich berühmtesten Garten der Welt, zugleich letzte Wirkungsstätte des Künstlers. An den verschiedenen Stationen kommen wichtige Details aus dem Leben und Schaffen Claude Monets zutage. Biografen, Kunsthistoriker, Fotografen und Monet-Anhänger kommen zu Wort und verlieren dabei nie seine Spur: Wo genau stellte er seine Staffelei auf? Inwieweit sind diese Orte heute noch so erfahrbar? Wie sah Monet die Dinge damals, und wie sehen wir diese Orte heute? Wie sehr hat Monets Art, seine Umgebung auf der Leinwand einzufangen, unseren Blick auf die Natur und Stadt in den vergangenen 150 Jahren verändert?

Sonntag, 01.03. / 16:55 Uhr / Metropolis ~ Metropole Heidelberg
Magazin, Deutschland, 2020, ZDF 43 Min.
Regie: N.N
Online verfügbar von 28/02 bis 30/05
Erstausstrahlung

(1): Heidelberg

Barocke Fassaden, Romantik am Fluss und Hipsterkultur: Willkommen in der Weltstadt mit Herz! Für viele Touristen ist „die Perle am Neckar“ eines der größten Sehnsuchtsziele in Deutschland. Ihr Schloss, ihre barocke Altstadt und ihre Universität sind weltbekannt. Heidelberg beherbergt eine wichtige Hip-Hop-Szene und besitzt die höchste Buchhandlungs- und Verlagsdichte Deutschlands. Seit fünf Jahren ist sie auch UNESCO-Literaturstadt. Doch was schmiert eigentlich den kulturellen Motor der Stadt?

Sonntag, 01.03. / 17:40 Uhr / Maurizio Pollini spielt Beethoven
Schwerpunkt: LUDWIG VAN – Beethoven unlimited
Aus dem Herkulessaal der Residenz München
Musik, Österreich, 2019, ZDF 42 Min.
Regie: Henning Kasten
Komponist: Ludwig van Beethoven
Mit: Maurizio Pollini
Online verfügbar von 29/02 bis 30/05

Zum Beethovenjahr 2020 widmet sich einer der gegenwärtig größten Pianisten noch einmal dem Spätwerk Ludwig van Beethovens: Maurizio Pollini spielt die beiden letzten Klaviersonaten des berühmtesten Komponisten der Welt im Herkulessaal der Münchner Residenz.

Anlässlich des Beethovenjahres 2020 widmet sich einer der größten Pianisten der Gegenwart noch einmal dem Spätwerk Ludwig van Beethovens: Maurizio Pollini kehrt für die Einspielung der Klaviersonaten Nr. 31 und 32 wieder in den Münchner Herkulessaal zurück. Genau dort entstanden seit den 1970er-Jahren die legendären, scharf konturierten und klaviertechnisch perfekten Studioeinspielungen des Sonatenzyklus. In seiner seit nunmehr rund 60 Jahren andauernden Karriere hat sich Pollini medial stets rar gemacht und ist immer nur mit wenigen ausgewählten Werken vor die Welt getreten, ganz nach dem Vorbild seines Lehrers. Seiner Plattenfirma hat der Perfektionist Pollini bis in die jüngste Zeit nur Studioaufnahmen erlaubt. Dass er jetzt, im Alter von 77 Jahren, doch noch einer Liveaufzeichnung zugestimmt hat, ist eine Sensation, aber auch logisches Resultat seiner Entwicklung als Pianist. Denn wie er selbst sagt: „Meine Beschäftigung mit Beethoven hört ja nicht auf.“

Zusatzinfo:
Auf dem Programm stehen die Klaviersonate Nr. 31 in As-Dur op. 110 und die Klaviersonate Nr. 32 in c-Moll op. 111. Die Onlinefassung des Konzertes enthält zusätzlich die Klaviersonate Nr. 30 in E-Dur, op. 109.

Sonntag, 01.03. / 22:00 Uhr / Robert Redford – The Golden Look
Dokumentation, Frankreich, 2019, ARTE 53 Min.
Regie: Pierre-Henry Salfati
Online verfügbar von 23/02 bis 31/03

Verruchter Liebhaber und verwegener Romantiker: Robert Redford ist der „blonde Engel“ in den Armen von Jane Fonda, Mia Farrow, Faye Dunaway und Meryl Streep. Doch der Leinwandveteran ist weitaus mehr als das frauenflüsternde Sexsymbol mit dem verwuschelten Blondschopf und den stahlblauen Augen. Robert Redford bezieht Position – auf der Leinwand, im Regiestuhl und außerhalb von Hollywood. Er engagiert sich für den Naturschutz, fördert unabhängige Regisseure und macht sich stark für die Rechte der nordamerikanischen Ureinwohner. Regisseur, Schauspieler, Freigeist, Träumer und hoffnungsloser Idealist – ARTE zeigt das Porträt der facettenreichen Leinwandlegende.

Robert Redford lebt seinen (amerikanischen) Traum. Und damit nicht genug. Mit seinen Filmen bringt er auch andere zum Träumen, lässt Träume wahr werden. Blonder Schopf, stahlblaue Augen: Man kennt Bobby als verruchten Liebhaber, idealistischen Anwalt und hippiehaften Antihelden. In der Rolle des schweigsamen Revolverhelden avanciert er schließlich zur Leinwandlegende und ist doch weit mehr als der ewige Sundance Kid. Redford bleibt ein Rebell, der für seine Überzeugungen eintritt – auf dem Regiestuhl und außerhalb der glamourreichen Welt des Films. Denn Redford will weiter träumen – seinen Traum von Menschlichkeit. Er engagiert sich für Natur- und Umweltschutz und tritt für die Rechte der indigenen Bevölkerung ein. Und so wird aus dem Schauspieler Redford erst der Regisseur und schließlich der eiserne Kämpfer für eine bessere Welt. Man könnte sogar sagen, dass seine Schauspielkarriere – so reich und gelungen sie mit über 50 Kino- und 30 TV-Filmen auch gewesen sein mag – nur ein Drittel seines Lebens ausmachte. Bei allem Erfolg bleibt Redford stets der träumende Idealist. 1980 bildet er mit der Gründung des Sundance Institute einen Gegenpol zur Hollywood-Schickeria und verschreibt sich der Förderung unabhängiger Regisseure und Produzenten. Längst gilt das Sundance Film Festival als Treffpunkt für Indie-Produktionen. Michael Feeney Callan, offizieller Biograf und Freund des Schauspielers, blickt zurück auf eine beeindruckende Karriere des Schauspielers und Regisseurs und enthüllt zugleich die poetische Seite des Superstars. Gezeigt werden neben Archivaufnahmen auch Interviewmitschnitte, Filmauszüge sowie bislang unveröffentlichtes Material.

Sonntag, 01.03. / 22:55 Uhr / Clara Haskil ~ Der Zauber der Interpretation
Dokumentation, Schweiz, Frankreich, 2017, ARTETSR 55 Min.
Regie: Pierre-Olivier François, Pascal Cling
Online verfügbar von 23/02 bis 31/03

Zwischen Zerbrechlichkeit, Empfindsamkeit und Perfektion: Für Freunde wie Charlie Chaplin, aber auch für viele heutige Musiker war und ist die Schweizer Klaviervirtuosin Clara Haskil (1895-1960) eine Interpretin, die wie keine andere Maßstäbe gesetzt hat. Die in Bukarest geborene Rumänin hat als Jüdin zwei Weltkriege überlebt und bewahrte sich trotz ihrer labilen Gesundheit stets ihre Kraft. Die Dokumentation folgt dem umtriebigen Leben der Ausnahmekünstlerin, das von Bukarest über Paris und die Schweiz bis nach London und New York führte. Anhand von unveröffentlichten Klaviereinspielungen, Briefen und Interviews zeigt er die faszinierende Musikerin in neuem Licht, deren zeitlose Modernität bis heute ungebrochen ist.

Clara Haskil gilt als eine der größten Klaviervirtuosinnen des 20. Jahrhunderts. Ihr grenzenlos freies Spiel überzeugte durch eine unglaublich vitale Klangfülle: Dirigenten wie Christian Zacharias, Pianisten wie Michel Dalberto oder Eliane Reyes, Freunde wie Eugène Chaplin und der Maler Michael Garady sowie der Musikkritiker Alain Lompech erinnern sich an ihr Talent und ein Leben, das voller Musik, aber auch voller persönlicher Prüfungen und Drangsal war. Ergänzend zu den Interviews bringen Auszüge aus Clara Haskils Briefen dem Zuschauer ihr bewegtes Leben nahe. Clara Haskil wurde 1895 in Bukarest in eine jüdische Familie geboren und galt bereits als Dreijährige als Wunderkind. In Wien und Paris studierte sie ab 1903 bei Richard Robert, Gabriel Fauré und Alfred Corot. Als 15-Jährige begab sie sich auf Konzerttourneen nach Frankreich, in die Schweiz und Italien. 1913 blockierten ernste gesundheitliche Probleme – aufgrund von Skoliose musste sie vier lange Jahre ein Gipskorsett tragen – zeitweise ihre Karriere. Nach zahlreichen Konzerten in Europa debütierte sie 1924 in den USA in New York und Boston. Ab 1927 lebte sie wieder in Paris. Im Mai 1942 musste ihr ein Tumor entfernt werden, der auf ihren Sehnerv drückte. Kurz vor der Besetzung Marseilles durch die deutsche Wehrmacht konnte sie sich im November 1942 in die Schweiz absetzen. Erst ab den 50er Jahren konnte sie von ihren Einnahmen leben und sich einen eigenen Flügel leisten. Erst in späteren Lebensjahren wurde sie als überragende Mozart-Interpretin ihrer Generation gefeiert. Clara Haskil starb 1960 in Brüssel an den Folgen eines Treppensturzes. Als Hommage an die unbeirrbare Frau und Künstlerin Clara Haskil sagte Charlie Chaplin auf ihrer Beerdigung: „In meinem Leben traf ich drei Genies: Clara Haskil, die beiden anderen waren Einstein und Sir Winston Churchill.“

Zusatzinfo:
Obwohl es von ihren Konzerten keine Filmaufnahmen gibt, schöpft der Film aus einem reichen Nachlass. An Clara Haskil erinnern unveröffentlichte Klaviereinspielungen wie etwa von Robert Schumanns „Kinderszenen“, ein reger Briefwechsel, viele Fotos und Kalendereinträge sowie ihr Klavier, ihre Noten und natürlich der renommierte Internationale Klavierwettbewerb Clara Haskil, der nach ihrem Tode im schweizerischen Vevey ins Leben gerufen wurde.

Sonntag, 01.03. / 23:55 Uhr / Mozart: Thamos, König in Ägypten
Musik, Frankreich, 2018, ARTE F 56 Min.
Regie: Isabelle Soulard
Dirigent: Laurence Equilbey
Orchester: Insula Orchestra
Chor: accentus
Komponist und Autor: Wolfgang Amadeus Mozart
Bühnenbild / Ausstattung / Bauten: Yannis Kokkos
Video: Emmanuel Larue
Zeichner, Grafiker: Guillaume Carreau

Mit: Sandrine Piau (Sopran), Aline Martin (Alt), Reinoud Van Mechelen (Tenor), Andreas Wolf (Bariton)
Online verfügbar von 23/02 bis 24/03

Das 2012 von Laurence Equilbey gegründete Insula Orchestra spielt auf historischen Instrumenten und experimentiert gern mit neuen Konzertformaten. Im Sommer 2018 stellt die französische Dirigentin mit ihrem Ensemble sowie dem Kammerchor accentus im Pariser Kulturzentrum La Seine Musicale ein wenig bekanntes Werk Mozarts vor, das jedoch als Vorläufer der „Zauberflöte“ bezeichnet werden kann: die Bühnenmusik zu „Thamos, König in Ägypten“. Maßgeblich zur Wirkung der Aufführung trägt eine außergewöhnliche Bildgestaltung von Yannis Kokkos bei, der das musikalische Geschehen mit einer reizvollen Mischung aus Video, Grafik und Live-Animation untermalt.

Im Jahr 1773 bat der Autor Tobias Philipp Freiherr von Gebler seinen Freimaurergefährten Wolfgang Amadeus Mozart, eine Bühnenmusik zu seinem Heldendrama „Thamos, König in Ägypten“ zu komponieren. Für das Schauspiel, das die im 18. Jahrhundert beliebte Ägypten-Thematik aufgriff, erdachte der Wunderknabe zwei Chöre und fünf Zwischenaktmusiken. Sechs Jahre später überarbeitete er seine Komposition und fügte einen Schlusschor hinzu. Im Sommer 2018 brachte nun die französische Dirigentin Laurence Equilbey das wenig bekannte Stück gemeinsam mit dem 2012 gegründeten Insula Orchestra sowie dem Kammerchor accentus in einer neu inszenierten Fassung im Pariser Kulturzentrum La Seine Musicale auf die Bühne. Um dem modernen Publikum das Werk zugänglich zu machen und gleichermaßen eine Einheit mit Mozarts Musik zu wahren, beauftragte Equilbey den Szenografen und Bühnenregisseur Yannis Kokkos mit der visuellen Gestaltung des Bühnenstücks. Gemeinsam mit ausgewählten jungen Künstlern schuf dieser eine reizvolle Mischung aus Video, Grafik und Live-Animation – eine Art Zeichentrickfilm, der vor den Augen der Zuschauer entsteht und die Dramaturgie des Originalstücks unterstreicht, ohne die Ausdruckskraft von Mozarts Bühnenmusik zu schmälern. „Thamos, König in Ägypten“ findet in den bewegten Zeichnungen zu seiner ursprünglichen Dimension zurück und erweist sich als lebendige Illustration von Themen aus der ägyptischen Mythologie. Ein Oberpriester trägt dazu bei, dass das Recht letztlich triumphiert: Der rechtschaffene Prinz wird am Ende mit seiner Liebsten vereint und besteigt den Thron.

Freitag, 06.03. / 22:05 Uhr / Tina Turner ~ One of the Living
Schwerpunkt: Frauen, Frauen, Frauen!
Dokumentation, Deutschland, 2019, MDR 52 Min.
Regie: Schyda Vasseghi
Online verfügbar von 06/03 bis 13/03
Erstausstrahlung

Tina Turner gilt als die Queen of Rock, die Soul-Diva, der Superstar im Minirock. So kennt sie die ganze Welt. Doch wer ist die Frau hinter der Bühnenfigur Tina Turner? Gemeinsam mit engen Freunden wie Peter Lindbergh und Weggefährten wie Martyn Ware und Steve Blame sucht die Dokumentation nach Antworten. Sie ist eine Hommage an das bewegende Leben eines einzigartigen Weltstars, der sich seinen Erfolg hart erarbeitet hat.

Tina Turner: die Queen of Rock, die Soul-Diva, der Superstar im Minirock – so kennt sie die ganze Welt. Doch wer ist die Frau hinter der Bühnenfigur Tina Turner? Die Dokumentation „Tina Turner – One of the Living“ spürt den Wendepunkten und Tragödien im Leben Tina Turners nach und zeigt die Überlebensgeschichte einer Kämpfernatur. Ungeliebt von der eigenen Mutter, jahrelang gedemütigt und misshandelt von ihrem ersten Ehemann: Tina Turners Weg zum Ruhm ist von Tragödien gepflastert, ihr Leben voller Bruchstellen und Neuanfänge. Die Lebensgeschichte der bekennenden Buddhistin berührt Menschen weltweit. Tina Turner ist ein Phänomen. Den Erfolg und das Lebensglück hat sie sich hart erkämpft, immer aus eigener Kraft, immer aufs Neue. Es ist ihre zweite Weltkarriere ohne ihren ersten Ehemann Ike Turner, die Tina Turner zu einer der wichtigsten Sängerinnen der Popgeschichte macht. Nicht ohne Grund nennen Superstars wie Beyoncé sie als ihr großes Vorbild. Tina Turner hat sich nie Grenzen gesetzt – bis heute. Woher kommt die unbändige Kraft für ein Leben voller Gewalt, Musik und Liebe? Gemeinsam mit Tina Turner, engen Freunden wie Peter Lindbergh und Weggefährten wie Martyn Ware und Steve Blame sucht der Film nach Antworten. Er ist eine Hommage an das bewegende Leben eines einzigartigen Superstars.

Freitag, 06.03. / 22:55 Uhr / Tina Turner: Live in Holland
Schwerpunkt: Frauen, Frauen, Frauen!
Musik, Großbritannien, 2009, WDR 60 Min.
Regie: David Mallet
Online verfügbar von 04/03 bis 04/06

„Tina Turner: Live in Holland“ ist ein Teil der Konzerttournee zum 50. Jubiläum der amerikanischen Queen of Rock ’n‘ Roll und bereits ihre neunte Solo-Konzerttournee – außerdem gleichzeitig die erste Tour seit acht Jahren nach der rekordverdächtigen Twenty Four Seven Tour. Über eine Millionen Zuschauer besuchten die ausverkauften Vorstellungen in Europa und Nordamerika. Das Konzert „Tina Turner: Live in Holland“ zog 35.000 Zuschauer an und wurde im März 2009 in Arnheim aufgenommen.

2008 kehrte die Queen of Rock ’n‘ Roll, Tina Turner, zur Freude ihrer Fans acht Jahre nach der Twenty Four Seven Tour auf die Bühne zurück und kündigte die Konzerttournee zu ihrem 50. Bühnenjubiläum an. Die mehrfache Grammy-Gewinnerin spielte 90 Shows in über 40 Städten in ganz Nordamerika und Europa, die immer wieder restlos ausverkauft waren. Ein begeistertes Publikum feierte sie minutenlang mit Standing Ovations. Tina Turner lieferte mit ihrer Band ein energiegeladenes und kraftvolles Konzert ab, das durch eine aufwendige Choreographie, spektakuläre Beleuchtung und Pyrotechnik abgerundet wurde. „Tina Turner: Live in Holland“ wurde im März 2009 in Arnheim aufgenommen, wo Turner vor 35.000 Zuschauern auftrat. Das Programm beinhaltet alle ihre großen Hits wie „Steamy Window“, „Private Dancer“, „What’s Love Got To Do With It“, „Golden Eye“ oder „Nutbush City Limits“.

Freitag, 06.03. / 00:00 Uhr / Tracks
Magazin, Frankreich, 2020, ARTE F 30 Min.
Regie: Realisateurs Differents
Journalist: David Combe, Jean-Marc Barbieux
Erstausstrahlung


Samstag, 07.03. / ab 20:15 Uhr / Schwerpunkt: Frauen, Frauen, Frauen!
Schwerpunkt, ARTE50 Min.

Der März steht bei ARTE ganz im Zeichen der Frau: Wie sehen Frauen die Welt? Anlässlich des Weltfrauentags widmet sich ARTE der weltweiten Situation von Frauen in einem breit angelegten Schwerpunkt. Wie sieht die Realität für Frauen heute aus? Im Spielfilm-Programm befasst sich Catherine Corsinis fesselndes Melodram „La belle saison – Eine Sommerliebe“ mit der leidenschaftlichen Liebe zweier Frauen vor dem Hintergrund des „Mouvement de la libération de la femme“. In „Teheran Tabu“ setzt Ami Soozandeh ein Zeichen für den Kampf um Freiheit und gegen ein repressives, von Tabus geprägtes System.Frei sein möchte auch die ihre Sexualität entdeckende Syrerin Nahla in „Mein liebster Stoff“ von Gaya Jiji. Einen Missbrauch verarbeitet die Regisseurin Jennifer Fox mit ihrem Drama „The Tale“. In Rayhanas „In meinem Alter rauche ich immer noch heimlich“ wird ein Hammam zum Zufluchtsort der Frauen in einer von Männern dominierten Gesellschaft. Frauen im Kampf gegen den sozialen Abstieg sind die Protagonistinnen der Serie „Frauen im Ring“. In „Messi & Maud“ erzählt Marleen Jonkman vom Schicksal einer jungen Frau und davon, wie sie mit ihrem unerfüllten Kinderwunsch umgeht. In „Tage am Strand“ nach einer Erzählung von Doris Lessing stehen gleich zwei ungewöhnliche Liebesgeschichten im Mittelpunkt; es geht um zwei ältere Frauen, die junge Männer lieben.In „Die göttliche Ordnung“ rekapituliert Petra Volpe anhand einer Hausfrau, die zur Aktivistin wird, den Kampf um das Wahlrecht für Frauen in der Schweiz. Schließlich erzählt Emmanuelle Bercot mit „Madame empfiehlt sich“ eine berührende Großmutter-Enkel-Beziehung, während Caroline Deruas in „Die Unbezähmbare“ eine Schriftstellerin und eine Malerin porträtiert, die in ihrem Stipendiatenjahr in der Villa Medici in Rom um ihre künstlerischen Visionen kämpfen. Mit Simone Signoret zeigt ARTE eine selbstbewusste Schauspielerin, die sich Mitte des 20. Jahrhunderts weigerte, sich in bestehende Rollen-Klischees einzufügen. Außerdem trifft „Kurzschluss – Das Magazin“ zum Weltfrauentag junge feministische Regisseurinnen und zeigt ihre neuesten Kurzfilme.In zwei kreativen Dokumentarfilmen in der „Spätvorstellung“ geht es um den Kampf starker Frauen für mehr Gerechtigkeit und Demokratie: In „The Other Side of Everything“ setzt sich die serbische Filmemacherin Mila Turajlić mit ihrer politisch engagierten Mutter Srbijanka Turajlić – einer bekannten Aktivistin – auseinander, und in „Game Girls“ folgt ARTE einem lesbischen Pärchen durch das Chaos und die Gewalt der Obdachlosenhaupstadt Los Angeles.Die Wissenschafts- und Geschichtsprogramme des Schwerpunkts fragen: Sind wir uns sicher, dass wir die Rollenverteilung zwischen Mann und Frau in weiter Vergangenheit wirklich kennen? Wichtige archäologische Fundstücke haben kürzlich unser Bild von den alten Zeiten ins Wanken gebracht. „Die Kriegerinnen der Wikinger“ lässt uns entdecken, dass Frauen im hohen Norden durchaus auch Kriegerinnen waren. Mit „Geschlechterkonflikt — Frauenbilder der Geschichte“ tauchen wir noch tiefer in die Vergangenheit ein, in eine Zeit, als unsere Vorfahren begannen, sesshaft zu werden. Alles, was wir über die Beziehung zwischen Mann und Frau dachten, muss nun neu betrachtet werden.Weitere Dokumentationen widmen sich dem Thema Frauenbewegung und Feminismus, so zum Beispiel der Film „Nouvelle Vague & Feminismus“ der beiden Frauenrechtlerinnen Carole Roussopoulos und Delphine Seyrig, sowie die Dokumentation „Der Islam der Frauen“, die sich mit der Vereinbarkeit von Islam und Feminismus befasst.Auch im Kulturbereich eröffnet ARTE im Frauen-Schwerpunkt besondere Perspektiven: In „Die Renaissance der Malerinnen“ werden vergessene Meisterinnen der Renaissance wiederentdeckt, „Tanz, Macht, Missbrauch – Das Ende des Schweigens“ setzt sich vor dem Hintergrund der „MeToo“-Debatte mit sexuellen Übergriffen in der Tanz- und Ballettwelt auseinander. „La Chana – Mein Leben, ein Tanz“ porträtiert eine außergewöhnliche Frau, die sich das Flamencotanzen selbst beigebracht hat und für die der Flamenco zum (Über-)Lebenselixir wurde.Ebenfalls im Frauen-Schwerpunkt: herausragende Frauenstimmen – unter anderem mit Dido, Dee Dee Bridgewater, Anna Calvi, Katie Melua, Joan Baez, Marianne Faithfull und Tina Turner. Und nicht zuletzt spürt die Dokumentation „Tina Turner – One of the Living“ den Wendepunkten und Tragödien im Leben der Tina Turner nach und zeigt die Überlebensgeschichte einer Kämpfernatur.

Sonntag, 08.03. / 08:00 Uhr / Denk mal quer! Farbtäuschungen
Kindersendung, Australien, 2016, ARTE 24 Min.
Regie: Cathy Baker
Online verfügbar von 08/03 bis 07/05

Wir leben in einer Welt, in der vieles nicht ist, wie es scheint. Manchmal müssen wir genauer hinschauen, um den Dingen auf den Grund zu gehen. Das Jugend-Magazin „Denk mal quer!“ entdeckt die seltsamsten, wunderlichsten und verrücktesten Phänomene unserer Zeit – in den Bereichen Kunst, Psychologie und Wissenschaft.

(1): Farbtäuschungen
Wenn unsere Augen die Lichtwellen empfangen, die von der Umwelt reflektiert werden, können wir Licht und Farben wahrnehmen. Die Stäbchen und Zapfen im Auge analysieren die Wellenlänge des Lichts und verarbeiten diese Informationen. „Denk mal quer!“ erklärt, wie dabei optische Täuschungen entstehen können.

(2): Körperschema-Illusion
Die Wissenschaft kennt mehr als fünf Sinne. Einer davon ist die sogenannte Propriozeption, der Sinn, der es uns ermöglicht, die Lage einzelner Körperteile zueinander zu bestimmen. „Denk mal quer!“ zeigt, was dahintersteckt und wie sich die Sinneswahrnehmung täuschen lässt.

(3): Das Lügner-Paradoxon
Das Lügner-Paradoxon geht auf das 6. oder 7. Jahrhundert vor Christus zurück. Damals schrieb der griechische Philosoph und Prophet Epimenides folgenden Satz: „Alle Kreter sind Lügner.“ Dabei war er selbst Kreter. Lässt sich das Paradoxon auflösen?

(4): Video und die Illusion der bewegten Bilder
Videos sind bewegte Bilder, die elektronisch produziert und wiedergegeben werden. „Denk mal quer!“ demonstriert, wie im menschlichen Gehirn bewegte Bilder entstehen.

(5): Querdenker – Epimenides
Epimenides lebte im 6. oder 7. Jahrhundert vor Christus auf Kreta. Er war ein berühmter griechischer Seher, Philosoph und Dichter. Bis heute umgibt ihn eine sagenumwobene Geschichte.

Sonntag, 08.03. / 16:00 Uhr / Bildhauerinnen ~ Schöpferinnen von Kunst in Stein
Schwerpunkt: Frauen, Frauen, Frauen!
Dokumentation, Frankreich, 2017, ARTE F 52 Min.
Regie: Emilie Valentin
Online verfügbar von 08/03 bis 20/03

Starke Frauen, starke Kunst! Die Kunst der Bildhauerei galt viel zu lange als reine Männerdomäne. Die Rolle der Frau beschränkte sich auf die der Muse. Dabei gab es schon immer auch mutige Künstlerinnen, die allen Vorurteilen und Verboten zum Trotz Skulpturen aus Stein schufen. Von Properzia de‘ Rossi bis zu Camille Claudel, von Germaine Richier über Käthe Kollwitz bis zu Niki de Saint Phalle – viele jener Bildhauerinnen stehen bis heute im Schatten ihrer männlichen Künstlerkollegen und haben nie ausreichend Beachtung gefunden. Die Dokumentation wirft einen Blick auf das Leben dieser talentierten Künstlerinnen und erzählt anhand ihrer Schicksale die weibliche Geschichte der Bildhauerei.

Die Kunst der Bildhauerei galt lange als reine Männerdomäne; die Rolle der Frau beschränkte sich auf die der Muse. Bezeichnend hierfür ist der antike Mythos von Pygmalion, der sich in eine selbst geschaffene Skulptur verliebt: Die weibliche Plastik erwacht vor seinen Augen zum Leben und ist bereit, Pygmalions Wünsche zu erfüllen. Die Rollenverteilung ist eindeutig: Der Schöpfer ist männlich, weiblich seine Inspirationsquelle. Dabei gab es schon immer auch Frauen, die hervorragend das Handwerk der Bildhauerei beherrschten und allen Vorurteilen, Verboten und Hindernissen zum Trotz mit Leidenschaft ihrer Berufung nachgingen. Die Dokumentation erzählt aus dem Leben dieser herausragenden Künstlerinnen und lädt zum Betrachten, Bestaunen und (Wieder-) Entdecken ihrer Werke ein. Vom 16. Jahrhundert bis heute wird im Wandel der Formen, Materialien und Proportionen ein viel zu oft vernachlässigtes Kapitel der Kunstgeschichte beleuchtet. Die Werke der italienischen Renaissance-Vorreiterin Properzia de‘ Rossi, die sinnlich-wütende „Pythia“ der Bildhauerin Marcello, die markanten Skulpturen von Camille Claudel, die radikalen und abstrakten Arbeiten von Jane Poupelet und Germaine Richier und die monumentalen „Nanas“ von Niki de Saint Phalle machen deutlich, welche Kraft in den Kunstwerken dieser starken Frauen liegt. Nicht zu vergessen Käthe Kollwitz mit ihrer „Pietà“ in der Neuen Wache in Berlin. Anhand der Schicksale dieser faszinierenden und freigeistigen Künstlerinnen erzählt die Dokumentation eine etwas andere Geschichte der Bildhauerei.

Sonntag, 08.03. / 16:55 Uhr / Metropolis ~ Wuppertal
Magazin, Deutschland, 2020, WDR 43 Min.
Online verfügbar von 08/03 bis 06/06
Erstausstrahlung

(1): Metropolenreport Wuppertal
Die Schwebebahn, das Tanztheater Pina Bausch und der Skulpturenpark Waldfrieden, das fällt vielen als erstes zu Wuppertal ein. Ansonsten besteht wenig Interesse an dieser rauen Metropole, die sich entlang der Wupper durch ein tiefes Tal im Bergischen Land im Westen Deutschlands zieht. Das soll sich ändern. Mit großangelegten Feierlichkeiten zum 200. Geburtstag von Friedrichs Engels, dem bekanntesten Sohn der Stadt, will Wuppertal den Blick auf sein reiches Potenzial lenken und auch an den Glanz des 19. Jahrhunderts erinnern, als die Stadt ein Zentrum der Industrialisierung Europas und Gründungsort moderner sozialer Bewegungen war.

Sonntag, 08.03. / 17:40 Uhr / Clara Schumann – Klavierkonzert a-Moll
Musik, Deutschland, 2019, MDR 43 Min.
Regie: Ute Feudel
Komponist: Clara Schumann
Dirigent: Andris Nelsons
Orchester: Gewandhausorchester Leipzig
Komponist und Autor: Robert Schumann
Online verfügbar von 08/03 bis 15/03
Erstausstrahlung

Lauma Skride spielt Clara Schumanns Klavierkonzert, begleitet vom Gewandhausorchester Leipzig unter der musikalischen Leitung von Andris Nelsons. Das Klavierkonzert ist das einzige Orchesterwerk, das von Clara Schumann erhalten ist. Die gefeierte Klaviervirtuosin komponierte das Werk mit 14 Jahren und spielte selbst den Solo-Part bei der Uraufführung mit dem Leipziger Gewandhausorchester. ARTE zeigt eine Aufzeichnung des Jubiläumskonzerts aus Leipzig zum 200. Geburtstag von Clara Schumann.

Clara Schumanns Klavierkonzert ist das einzige Werk mit Orchester, das von der Komponistin erhalten ist. Bereits als 14-Jährige arbeitete sie am Finalsatz, Robert Schumann half ihr bei der Orchestrierung. Sie selbst hat das Konzert als 16-Jährige mit Felix Mendelssohn Bartholdy am Pult im Leipziger Gewandhaus uraufgeführt. Zeitgenossen beschreiben die junge Clara als eher zurückhaltend, doch dieses Konzert zeugt von erstaunlichem Selbstbewusstsein und künstlerischer Ausdruckskraft.

Das Leipziger Clara-Schumann-Jubiläum bot nun die einzigartige Möglichkeit, das Konzert prominent besetzt mit dem Klangköper aufzuzeichnen, der das Werk einst uraufgeführt hat. Das Gewandhausorchester Leipzig unter der Leitung von Kapellmeister Andris Nelsons widmet der Komponistin anlässlich ihres 200. Geburtstags ein „großes Concert“, in dem neben Clara Schumanns Klavierkonzert auch Robert Schumanns „Frühlingssymphonie“ zur Aufführung gelangen. Den technisch anspruchsvollen Klavierpart übernimmt die junge Pianistin Lauma Skride.

Sonntag, 08.03. / 23:35 Uhr / Hommage an die großen Diven des Orients
Musik, Frankreich, 2018, ARTE F 90 Min.
Regie: Olivier Simonnet
Produktion: Electron Libre Productions
Dirigent: Ramzi Aburedwan
Orchester: Arab World Orchestra

Mit: Abeer Nehme, Dalal Abu Amneh, Mai Faruk
Online verfügbar von 01/03 bis 06/04

Fairuz, Umm Kulthum, Leila Mourad, Warda al Jazairia, Asmahan, Mayada El Hennawy – die Namen dieser Diven lassen in der arabischen Welt die Herzen höherschlagen. Im Westen sind die in ihrer Heimat durchweg berühmten Sängerinnen dagegen kaum bekannt. Um dies zu ändern, veranstaltete die Pariser Philharmonie im Jahr 2018 zwei Wochenenden ganz im Zeichen arabischer Musik. Am 12. Mai beehrten Abeer Nehme aus dem Libanon, Dalal Abu Amneh aus Palästina und Mai Faruk aus Ägypten die Philharmonie mit ihren Stimmen und interpretierten die schönsten Stücke der legendären arabischen Diven. Musikalisch begleitet wurden sie dabei vom Orchester der arabischen Welt.

Göttinen, Diven, Idole, Mythen – Seit den 1940er Jahren hat die arabische Welt zahlreiche Frauenstimmen hervorgebracht, die die Herzen von Männern, Frauen und Kindern haben höherschlagen lassen. Ob Umm Kulthum oder Leila Mourad aus Ägypten, Warda al Jazairia aus Algerien, Fairuz aus dem Libanon, Mayada El Hennaway aus Syrien oder die syrisch-ägyptische Diva Asmahan: Die Grandes Dames arabischer Populärmusik haben ganze Kulturkreise fasziniert. Zugleich verkörperten sie die Aufbruchsstimmung eines sich modernisierenden Volkes. Doch bis heute sind die orientalischen Diven und ihre Stücke in Europa kaum bekannt. Um dem entgegenzuwirken, veranstaltete die Pariser Philharmonie im Zuge der Ausstellung „Al Musiqa“ des Musée de la musique, die vom 6. April bis 19. August 2018 stattfand, zwei Wochenenden, die ganz im Zeichen arabischer Musik standen. Dazu lud sie am 12. Mai 2018 drei Sängerinnen dazu ein, im großen Saal die schönsten Stücke der arabischen Legenden neu zu interpretieren: Die libanesische Sängerin und Musikwissenschaftlerin Abeer Nehme, die im religiösen Register ebenso bewandert ist wie im populären, Dalal Abu Amneh aus Palästina, die seit ihrem sechzehnten Lebensjahr von ihren Musikerkollegen gefeiert wird, und Mai Faruk, eine der schönsten Stimmen Ägyptens. Begleitet wurden die drei Sängerinnen vom Orchestre du monde arabe unter der Leitung des palästinensischen Dirigenten Ramzi Aburedwan. Die Lieder handeln von Liebe, Poesie und vom Leben der arabischen Frauen.

Montag, 09.03. / 05:00 Uhr / Anna Netrebko & Piotr Beczala in „Lohengrin“
Musik, Deutschland, 2016, ZDF 92 Min.
Regie: Tiziano Mancini
Komponist: Richard Wagner
Inszenierung: Christine Mielitz
Dirigent: Christian Thielemann
Orchester: Sächsische Staatskapelle Dresden
Chor: Sächsischer Staatsopernchor Dresden
Kostüme: Peter Heilein
Licht: Friedewalt Degen

Mit: Anna Netrebko (Elsa von Brabant), Piotr Beczala (Lohengrin), Tomasz Konieczny (Friedrich von Telramund), Georg Zeppenfeld (Heinrich der Vogler), Evelyn Herlitzius (Ortrud), Derek Welton (Heerrufer des Königs)

Online verfügbar von 08/03 bis 08/04

Zwei Weltstars gaben im Mai 2016 in Wagners „Lohengrin“ ihre Rollen-Debüts an der Semperoper Dresden: Anna Netrebko als Elsa und Piotr Beczala in der Titelpartie. Mit Christian Thielemann stand einer der derzeit bedeutendsten Wagner-Dirigenten am Pult der Sächsischen Staatskapelle Dresden. Mit Evelyn Herlitzius (Ortrud), Tomasz Konieczny (Friedrich) und Georg Zeppenfeld (Heinrich) waren auch die weiteren Rollen hochkarätig besetzt. Geradezu euphorisch fiel die Kritik aus, so urteilte die „Süddeutsche Zeitung“: „Die Aufführung ist von grandioser sängerischer Präsenz. Die Semperoper bebte vor Ovationen.“ Weil die Karten für die vier Vorstellungen im Nu ausverkauft waren, wird eine der Aufführungen im Fernsehen übertragen. ARTE kombiniert die hochklassigen Bilder aus dem berühmten Opernhaus mit dem stimmungsvollen Open-Air-Erlebnis von „Lohengrin“. Die Höhepunkte dieser Aufführung werden mit Einblicken hinter die Bühne ergänzt: Wie bereiten sich die Künstler auf ihren Auftritt vor? Wie funktioniert die Bühnentechnik? Die einstige Lieblingsoper von König Ludwig II. ist in der Inszenierung von Christine Mielitz an der Semperoper zum Klassiker geworden: Gerade als sich die unrechtmäßig des Mordes bezichtigte Elsa in höchster Bedrängnis und ihren Widersachern Ortrud und Telramund hilflos ausgeliefert sieht, erscheint ein geheimnisvoller Schwanenritter, der der Erbin Brabants nicht nur zu Recht und Land verhilft, sondern auch um ihre Hand anhält. Alles scheint gerettet, wäre da nicht das unselige Verbot des Ritters, nach seinem Namen und seiner Herkunft zu fragen – und Elsas unstillbare Neugier. Als sie nicht mehr widerstehen kann, gibt er sich als Gralsritter Lohengrin zu erkennen und nimmt trotz Flehen und Drängen schmerzvoll Abschied von seiner Gattin und ihrem Reich.

Zusatzinfo:
Die Sendung ist auch auf ARTE Concert zu sehen unter: concert.arte.tv

Donnerstag, 12.03 / 05:00 Uhr / Musik entdecken mit Thomas Hengelbrock
Die Brahms-Sinfonien
Musik, Deutschland, 2016, NDR 43 Min.
Regie: Beatrix Conrad
Komponist: Johannes Brahms
Dirigent: Thomas Hengelbrock
Orchester: NDR Elbphilharmonie Orchester
Moderation: Janin Reinhardt
Online verfügbar von 12/03 bis 10/06

Erneut begibt sich Thomas Hengelbrock mit seinem NDR Elbphilharmonie Orchester auf Entdeckungsreise in die Musikwelt. Nach der erfolgreichen ersten Sendung mit dem Thema „Romeo und Julia“ geht es nun weiter zum Komponisten Johannes Brahms und seinen vier Sinfonien. Im Nachtasyl im Thalia Theater befragt die charmante Moderatorin Janin Reinhardt den Chefdirigenten in einer kleinen Gesprächsrunde zum Konzertmarathon mit den vier Sinfonien von Johannes Brahms.

„Brahms schafft wie kein anderer romantischer Komponist diese unglaubliche Balance zwischen Expressivität und Gefühl und einer wahnsinnig konstruktiven Kraft der Kompositionstechnik. In seinen Werken kulminieren alle Errungenschaften der Musikgeschichte von Heinrich Schütz bis zu seinen Zeitgenossen und finden zu einer neuen romantischen Einheit.“ – so Thomas Hengelbrock.

Gerade seine Sinfonien sind eine Fundgrube an musikgeschichtlichen Quellen. Darum stellt Hengelbrock auch Teile aus den vier Sinfonien des Komponisten in den Fokus, denn diese sind für ihn „Resonanzräume der Brahms‘schen Seele“. In kurzen Konzert- und Probenausschnitten, live im Gespräch eingespielt, werden die angesprochenen Aspekte des Komponierens, der Musikthemen, der Instrumentation für die Zuschauer verdeutlicht. Natürlich kommt auch zur Sprache, warum sich Brahms so schwergetan hat, seine erste Sinfonie zu komponieren, ob die Sinfonien etwas über die reine musikalische Aussage hinaus bedeuten und welche Interpretationen diese durch Zeitgenossen, wie zum Beispiel Clara und Robert Schumann, Eduard Hanslick und anderen Kritikern erhielten. Zusätzliche Graphic Novels vertiefen auf unkonventionelle Weise bestimmte Facetten des Gesprächs.

Freitag, 13.03. / 21:45 Uhr / Auf roten Sohlen mit Christian Louboutin
Dokumentation, Frankreich, 2019, ARTE 52 Min.
Regie: Olivier Garouste
Online verfügbar von 06/03 bis 12/04
Erstausstrahlung

Jeder kennt sie, die roten Sohlen, das Markenzeichen seiner weltberühmten Schuhe, doch wenige kennen den Künstler dahinter – den französischen Designer Christian Louboutin. Anlässlich der großen Louboutin-Schau, die das Pariser Palais de la Porte Dorée ab 26. Februar zeigt, spricht Christian Louboutin mit ARTE über das Schuhmacherhandwerk und über seine Arbeits- und Lebensphilosophie. Schuhe sind für ihn Kunstobjekte. Die Dokumentation blickt hinter Kulissen und gibt exklusive Einblicke in Louboutins kreativen Schaffensprozess.

Er designt jene Schuhe mit der roten Sohle, von denen Frauen auf der ganzen Welt träumen: Christian Louboutin. Seine sexy High Heels schmücken weltweit die Füße der Schönen und Reichen und können bis zu 8.000 Euro pro Paar kosten. ARTE zeichnet Louboutins Lebensweg nach und lüftet das Geheimnis seiner exklusiven Luxuskreationen.

Louboutins Entwürfe sind außergewöhnlich. Wenn er Saison für Saison seine unverwechselbaren Kollektionen kreiert, vertraut er seinem Gespür für Mode. Um ungestört zeichnen zu können und kreativ zu sein, zieht sich der Designer mitunter an abgelegene Orte zurück. In seiner Schuhmanufaktur in Italien sind dagegen vor allem technisches Know-how und handwerkliche Präzision gefragt. Für Louboutin sind Reisen sowie Begegnungen mit anderen Menschen aus dem Kunsthandwerk, unverzichtbar, denn nur so kommt er auf neue Ideen.

Über mehrere Monate begleitet der Dokumentarfilm Christian Louboutin im Alltag und gibt Einblick in seinen faszinierenden Schaffensprozess. Ein außergewöhnliches Event ist die Vorbereitung der ersten großen Louboutin-Ausstellung in Frankreich, die das Pariser Palais de la Porte Dorée ab 26. Februar 2020 zeigt. Neben einer umfangreichen und vielfältigen Sammlung von Schuhkreationen präsentiert sie auch Raritäten wie kunstvolle Holzschnitzereien aus Bhutan oder einen monumentalen Schuh aus Kristall. Louboutin drapiert ihn auf einer in Sevilla geschmiedeten Sänfte mit indischen Stickereien. Damit verdeutlicht die Schau Louboutins Verbindung zu Handwerkskünsten aus aller Welt, von denen er sich inspirieren lässt.

Mit ARTE spricht Christian Louboutin über das Schuhmacherhandwerk und über Werke, Orte und Personen, die ihn beeinflusst haben und zu wichtigen Meilensteinen in seiner Laufbahn wurden. Seine 1991 in Paris gegründete Marke ist mit über 70 Boutiquen inzwischen überall auf der Welt vertreten.

Freitag, 13.03. / 22:40 Uhr / Tracks

Magazin, Deutschland, 2020, ZDF 30 Min.
Online verfügbar von 12/03 bis 11/06
Erstausstrahlung

Wer sind wir? Wo und wann fühlen wir uns verwurzelt? „Tracks“ stellt Fragen nach Identität, Repräsentation und Zugehörigkeit und will Grenzen überwinden, zum Beispiel bei einem Treffen in den USA mit afroamerikanischen Rodeo-Reiterinnen. In Deutschland besucht „Tracks“ Rapper, denen von Staats wegen alle Wurzeln gekappt werden sollen. Und wir erfahren durch die Band HENGE, dass Musik auch über die Grenzen der Erde hinaus zelebriert wird. Die Beiträge im Überblick:

(1): Sans Frontières – Rapper von Abschiebung bedroht
(2): Minority Cowboys
(3): HENGE

(1): Sans Frontières – Rapper von Abschiebung bedroht
In Deutschland geboren und aufgewachsen und nun von Abschiebung bedroht. So geht es vielen. „Tracks“ heftet sich an die Fersen des Rap-Journalisten Niko Backspin, um Rapper wie AK Ausserkontrolle oder Sugar MMFK zu treffen, die auch zu denen gehören, die ihren Ausreisebescheid erhalten haben.

(2): Minority Cowboys
Auch wenn uns herkömmliche Western etwas anderes erzählen: Cowboys müssen nicht weiß sein. Und das beweisen uns nicht nur die Rodeo reitenden Cowgirls of Colour. Lil Nas X verbindet Country mit Rap – und landet damit den Hit des Jahres. Und auf eigene, ironische Art und Weise bricht der Italo-Kanadier Mac DeMarco den Mythos Cowboy auf seinem aktuellen Album.

(3): HENGE
Grenzen? Was soll das sein? Die Aliens von HENGE kommen aus dem All und interessieren sich nur wenig für solch irdische Konzepte. Dafür bringen sie ihren galaktischen Sound mit und predigen damit die grenzenlose Vereinigung zur Kolonisierung des Weltalls.

Freitag, 13.03. / 23:10 Uhr / Dido – Baloise Session 2019
Schwerpunkt: Frauen, Frauen, Frauen!
Musik, Schweiz, 2019, ZDF 70 Min.
Regie: Roli Bärlocher
Mit: Dido
Online verfügbar von 13/03 bis 12/04
Erstausstrahlung

Dido ist zurück und liefert mit ihrem neuen Album „Still on My Mind“ Wellness für die Ohren. Die Sängerin aus London bleibt ihrem Genremix aus Folk und elektronischen Klängen treu und knüpft damit an den Erfolg ihrer Hits „White Flag“, „Life for Rent“, „Here with Me“ und „Thank You“ an. In der Baloise Session 2019 präsentiert sie neben ihren Klassikern auch Neukreationen, die vertraut sanftmütig klingen. ARTE Concert präsentiert neben Dido auch weitere Highlights der Baloise Session. Unter anderem: Herbert Grönemeyer, Raphael Saadiq, Snow Patrol und Rag’n’Bone Man.

Didos Hits „Life for Rent“, „Here with Me“, „Thank You“ und vor allem “White Flag” gingen um die Welt. Nach einer langen Pause meldet sich die Sängerin mit einem neuen Album und in gewohnter Behaglichkeit zurück. „Still on My Mind“ ist das Ergebnis einer familiären Zusammenarbeit.

Ihr Bruder Rollo Armstrong, der ebenfalls im Musikgeschäft erfolgreich ist, produzierte ihr facettenreiches Album, und auch ihr Kind war beim Entstehungsprozess immer anwesend. Einige Aufnahmen von „Still on My Mind“ entstanden in besonders vertrauter Umgebung – im eigenen Wohnzimmer.

Die zwanglose Atmosphäre ist auch auf der Bühne zu spüren. Hier überzeugt Dido mit ihrem freien und unkomplizierten Auftreten. Ihre sanfte Art spiegelt sich nicht nur in ihren Klassikern wider – auch ihre Neukreationen sind vertraut gefühlvoll und harmonisch. Die Londonerin bezeichnet ihr neues Album als musikalische Zuflucht und einen Ort der Ruhe in einer chaotischen Welt. Dabei verschreibt sie sich vor allem den kleinen Momenten im Leben – ohne dabei den Bezug zur Realität zu verlieren. Neben Liedtexten zum Mutterglück sind auch kritische Anklänge zu hören. In ihrem Song „Hurricane“ nimmt sich Dido den Klimawandel vor, spielt aber neben ökologischen auch auf politische Katastrophen an.

Der Albumtitel „Still on My Mind“ ist mit einer gewissen Nostalgie verbunden und soll daran erinnern, dass die Sängerin ihre Fans auch während ihrer Abwesenheit nicht vergessen hat. In der Baloise Session 2019 gibt Dido neben bekannten Hits auch ihr neues Werk zum Besten.

ARTE Concert bietet neben Dido weitere Highlights der Baloise Session, wie Herbert Grönemeyer, Raphael Saadiq, Snow Patrol und Rag’n’Bone Man.

Freitag, 13.03. / 00:20 Uhr / Dee Dee Bridgewater – Konzert in Paris
Schwerpunkt: Frauen, Frauen, Frauen!
Musik, Frankreich, 2017, ARTE F 73 Min.
Regie: Gautier & Leduc
Online verfügbar von 06/03 bis 09/04

Für Dee Dee Bridgewater heißt es: „Back to the roots!“ Geboren wurde sie in Memphis, Tennessee, und begeisterte sich von Kindesbeinen an für afroamerikanische Musik. Das Konzert im November 2017 im Pariser Konzertsaal „La Cigale“ bedeutet für sie eine Rückkehr zu diesen Wurzeln, denn sie interpretiert Blues-, Soul- und R&B-Klassiker neu. Mit ihren drei Grammys ist Dee Dee Bridgewater eine Legende der amerikanischen Musikgeschichte.

Die amerikanische Stadt Memphis in Tennessee hat eine lange Geschichte, was Musik und den Kampf für Bürgerrechte angeht. Von diesem Erbe war Dee Dee Bridgewaters Karriere von Beginn an geprägt. In ihrer Kindheit hing sie unzählige Stunden vor dem Radio und lauschte dem Lokalsender WDIA, der als Erster in den USA ausschließlich afroamerikanische Musik spielte. Ihr Vater legte dort unter dem Pseudonym „Matt the Platter Cat“ als DJ auf. Das Konzert in „La Cigale“ bietet nicht nur eine Rückkehr zu den Wurzeln dieser außergewöhnlichen Künstlerin, sondern auch eine wunderbare, persönliche und kreative Neuinterpretation großer Blues- und R&B-Klassiker. Das Programm kann sich sehen lassen, unter anderem mit „Try a Little Tenderness“ von Otis Redding, „The Thrill is Gone“ von B. B. King, „Why? (Am I Treated So Bad)“ von den Staple Singers, „Hound Dog“ und „Don’t Be Cruel“. Dee Dee Bridgewater hat sich auch an Lieder herangetraut, die den Puristen hoch und heilig sind. Ihre Version ist jedoch keine einfache Kopie, sondern immer ein Stück Eigeninterpretation. Nach einer 40 Jahre langen Karriere und drei Grammy Awards ist die Frau eine Legende der amerikanischen Musikgeschichte.


Samstag, 14.03. / 00:20 Uhr / Square für Künstler ~ Carte Blanche für Alexandre Jardin
Magazin, Frankreich, 2019, ARTE 25 Min.
Erstausstrahlung

Sonntag, 15.03. / 05:55 Uhr / Foucault gegen Foucault
Dokumentation, Frankreich, 2013, ARTE F 53 Min.
Regie: François Caillat
Mit: Geoffroy de Lagasnerie, Arlette Farge, Didier Eribon, Georges Didi-Huberman, Leo Bersani
Online verfügbar von 15/03 bis 23/03

„Wahnsinn und Gesellschaft“, „Die Ordnung der Dinge“ und „Überwachen und Strafen“ – mit seinen desillusionierenden Gesellschaftsanalysen wurde Michel Foucault zu einem der bedeutendsten und umstrittensten Philosophen des 20. Jahrhunderts. Foucault starb am 25. Juni 1984 im Alter von 57 Jahren an Aids. Der Denker und Aktivist hinterließ ein bedeutendes Werk, das in zahlreiche Sprachen übersetzt wurde und Intellektuellen aus aller Welt als Inspirationsquelle dient. ARTE zeigt ein Porträt, das Foucaults unglaublich vielseitiges, in nur 20 Jahren geschaffenes Werk sowie seine Zeit beleuchtet.

Michel Foucault gilt als einer der wichtigsten Vertreter des französischen Strukturalismus. Seine Arbeiten, in denen er das Entstehen und die Mechanismen von Macht untersucht, und Schulen, Kasernen und Krankenhäuser mit Gefängnissen vergleicht, sorgten stets für Kontroversen. Zu seinen wichtigsten Werken zählen unter anderem „Wahnsinn und Gesellschaft“, „Die Ordnung der Dinge“, „Archäologie des Wissens“, „Überwachen und Strafen“ sowie seine großangelegte dreiteilige Geschichte der Sexualität.

Wie seine Schriften war auch der Mensch Foucault komplex und voller Widersprüche: einerseits ein politisch engagierter und streitbarer Freigeist und Aktivist des Mai 68, andererseits ein Gelehrter, der seinen Lehrstuhl für die Geschichte der Denksysteme (1970-1984) am Collège de France sehr ernst nahm und sich als zentrale Figur der Institution Universität verstand. Foucault war ein scharfsinniger und rebellischer Intellektueller, der sich sowohl im akademischen als auch im öffentlichen Raum einmischte; ein Mann seiner Zeit, der ein zeitloses Werk schuf und Maßstäbe setzte.

Die Dokumentation beschreibt Foucaults philosophische Entwicklung, die nie linear verlief, sich oft selbst negierte, verschiedene Ansätze, Disziplinen und Forschungsgegenstände wählte, aber stets kohärent blieb. Er war Vertreter des Poststrukturalismus, Psychologe, Historiker, Soziologe und Begründer der Diskursanalyse. In 20-jähriger Arbeit entstand ein Gesamtwerk, dessen allgemein anerkannte Originalität wohl einzigartig ist.

Zusatzinfo:
„Foucault gegen Foucault“ zeichnet das differenzierte Porträt dieses großen und wandlungsfähigen Denkers des 20. Jahrhunderts. In ausgewählten Archivaufnahmen kommt Michel Foucault selbst zu Wort. Außerdem kommentieren Wissenschaftler und Foucault-Kenner wie Geoffroy de Lagasnerie, Arlette Farge, Didier Eribon, Georges Didi-Huberman und Leo Bersani sein umfassendes Œuvre.

Sonntag, 15.03. / 16:00 Uhr / Picasso, Braque & Cie ~ Die kubistische Revolution
Dokumentation, Frankreich, 2018, ARTE F 52 Min.
Regie: Frédéric Ramade
Online verfügbar von 08/03 bis 14/04

Picasso, Braque, Apollinaire und Kahnweiler – zwei Künstler, ein Dichter und ein Kaufmann – waren Zeitgenossen. Noch vor ihrem 30. Geburtstag veränderten diese vier jungen Männer die Kunstwelt von Grund auf – von der Gestaltung über die Verbreitung bis hin zum Handel. Ein ungewöhnliches Bündnis, in dem sich die visuelle Revolution der Maler Pablo Picasso und Georges Braque auf das literarisch-kritische Genie Guillaume Apollinaires und den hervorragenden Geschäftssinn des deutsch-französischen Galeristen Daniel-Henry Kahnweiler stützte. Zum Zeitpunkt der Braque-Ausstellung, die Kahnweiler im November 1908 in seiner frisch eröffneten Kunstgalerie nahe dem Place de La Madeleine in Paris organisierte, war der Kubismus noch nicht einmal ein Konzept, geschweige denn eine Bewegung. Der Name wurde von einer schmähenden Äußerung von Matisse gegen die „petits cubes“, die „kleinen Würfel“, in Braques Gemälde „Häuser in L’Estaque“ übernommen. Doch bereits damals waren Braque und Picasso die Taktgeber eines tiefgreifenden Wandels in der Kunst. Unter dem Einfluss der vier Visionäre entfaltete der Kubismus eine unverkennbare Identität, entfachte Begeisterung und faszinierte die Elite der Pariser Kunstszene. Zwischen 1907 und 1914 schworen die vier jungen Wilden dem traditionellen Kunstschaffen ab. Der Rest ist Geschichte: Dank der Erwerbungen europäischer, russischer und amerikanischer Sammler verbreitete sich der Kubismus sehr rasch auch international und Kahnweiler wurde 1920 durch sein legendäres Buch „Der Weg zum Kubismus“ quasi unsterblich.

Sonntag, 15.03. / 17:00 Uhr / Metropolis ~ Rijeka
Magazin, Deutschland, 2020, ZDF 43 Min.
Regie: N.N.
Online verfügbar von 13/03 bis 13/06
Erstausstrahlung

(1): Metropole: Kulturhauptstadt Rijeka – Hafen der Vielfalt

2020 ist Rijeka Kulturhauptstadt Europas. Imposante k.u.k. Paläste, Industriegebäude aus der Zeit des Faschismus, sozialistische Plattenbauten: Die kroatische Stadt ist ein Ort mit bewegter Geschichte, wurde im letzten Jahrhundert von königlichen, faschistischen und sozialistischen Machthabern regiert – und ist jetzt in der EU angekommen. Schon immer trafen hier unterschiedliche Kulturen aufeinander, die Hafenstadt gilt als liberalste Stadt Kroatiens und setzt nun unter dem Motto „Hafen der Vielfalt“ auf Recycling statt Neubau. In den leerstehenden Fabrikgebäuden siedeln sich Graffiti- und Streetart-Künstler an, und die vor sich hin rostende Jacht „Galeb“, einst Machtsymbol von Präsident Tito, wird zum schwimmenden Museum. „Metropolis“ trifft Rijekas bunte Kulturszene.

Sonntag, 15.03. / 17:45 Uhr / Hilary Hahn spielt Bach ~ Aus der Kirche Saanen
Musik, Schweiz, 2019, ZDF 42 Min.
Regie: Benedikt Mirow
Komponist: Bach, Johann Sebastian
Online verfügbar von 14/03 bis 13/06
Erstausstrahlung

Die Star-Geigerin Hilary Hahn und die Deutsche Kammerphilharmonie Bremen spielen die Violinkonzerte von Johann Sebastian Bach in der Kirche Saanen. Die Kirche im Berner Oberland ist berühmt für ihre Fresken und scheint mit ihrer spirituellen Atmosphäre wie geschaffen für die Musik des Thomaskantors. „Wenn man Gott mit seiner Musik nicht ehrt, ist sie nur ein teuflischer Lärm“, soll Johann Sebastian Bach gesagt haben. So wirkt seine konzertante Musik in einem Kirchenraum fast noch stimmiger als im Konzertsaal. Die beiden Violinkonzerte in a-Moll und E-Dur gehören zum Kernrepertoire eines jeden Violinisten und haben auch Hilary Hahn von Anfang an begleitet. Die spätgotische Kirche in Saanen, einem kleinen Bergdorf nahe Gstaad, ist der perfekte Ort für Konzerte in kleineren und mittleren Besetzungen. Sie wurde im 15. Jahrhunderts erbaut und um 1470 mit Fresken zum Marienleben ausgestattet, die ausgezeichnet erhalten sind.

Zusatzinfo:
Auf dem Programm steht das Violinkonzert a-Moll BWV 1041, das Violinkonzert a-Moll BWV 1041, das Violinkonzert E-Dur BWV 1042 und in der Onlinefassung zusätzlich die Symphonie Nr. 4 c-Moll D 417 („Tragische“) von Franz Schubert.

Sonntag, 15.03. / 23:55 Uhr / „La Traviata“ aus Aix-en-Provence
Oper, Frankreich, 2011, ARTE F 139 Min.
Komponist: Giuseppe Verdi
Inszenierung: Jean-François Sivadier, Alexandre de Dardel
Fernsehregie: Don Kent
Dirigent: Louis Langrée
Orchester: London Symphony Orchestra
Chor: Estonian Philharmonic Chamber Choir
Licht: Philippe Berthomé

Mit: Natalie Dessay (Violetta Valéry), Ludovic Tézier (Giorgio Germont), Charles Castronovo (Alfredo Germont), Adelina Scarabelli (Annina), Silvia de La Muela (Flora Bervoix), Manuel Nuñez Camelino (Gastone de Letorière)

Eine der derzeit besten Sängerinnen in der Rolle, von der alle großen Sopranistinnen träumen: Die Französin Natalie Dessay gibt die Violetta aus „La Traviata“. ARTE zeigt die Oper aus dem Théâtre de l’Archevêché in Aix-en-Provence.

Natalie Dessay, die ihr Debüt in der Rolle der Violetta Valéry in Santa Fé (USA) und in Tokio gab, wird beim Festival d’Aix-en-Provence vom London Symphony Orchestra unter der Leitung von Louis Langrée begleitet. Die Inszenierung stammt von Jean-François Sivadier, der für „La Dame de chez Maxim“ von Georges Feydeau mit dem Molière 2010 für die beste Regie ausgezeichnet wurde.Zur Handlung: Die Kurtisane Violetta Valéry wird bei einer Feier auf den jungen, attraktiven Alfredo Germont aufmerksam, der ihr seine Liebe erklärt. Sie verlieben sich ineinander und ziehen bald in ein Haus außerhalb von Paris. Aber Violetta erhält Besuch von Alfredos Vater, der sie daran erinnert, dass ihr schlechter Ruf dem gesellschaftlichen Ansehen der Familie und besonders der jüngeren Schwester Alfredos, die bald heiraten soll, schadet. Violetta verzichtet auf ihr Glück und verlässt ihren geliebten Alfredo.

Montag, 16.03 / 05:00 Uhr / Thomas Hengelbrock und das NDR Elbphilharmonie Orchester
Johannes Brahms‘ Symphonien Nr. 1 und 2
Musik, Deutschland, 2016, NDR 89 Min.
Fernsehregie: Beatrix Conrad
Dirigent: Thomas Hengelbrock
Online verfügbar von 16/03 bis 23/03

Einen außergewöhnlichen Musikmarathon führten Thomas Hengelbrock und das NDR Elbphilharmonie Orchester am 22. Mai 2016 in der Laeiszhalle in Hamburg auf: alle vier Brahms-Symphonien an einem Tag. In der 1. Symphonie hört man deutlich die Auseinandersetzung mit seinem großen Vorbild Beethoven. Mit der 2. Symphonie beweist er sich dagegen als souveräner Symphoniker.

Einen außergewöhnlichen Musikmarathon führten Thomas Hengelbrock und das NDR Elbphilharmonie Orchester am 22. Mai 2016 in der Laeiszhalle in Hamburg auf: alle vier Brahms-Symphonien an einem Tag. Im ersten Teil der Konzertübertragung sind Symphonie Nr. 1 und 2 zu hören. Thomas Hengelbrock gibt in einem Interview zusätzliche Informationen zu den Werken. Die Symphonie sei „eine Angelegenheit von Leben und Tod“ sagte Johannes Brahms. Erst 1876 kam seine 1. Symphonie c-Moll op. 68, an der er seit 1862 gearbeitet hatte, in Karlsruhe zur Aufführung. Es waren nicht nur seine Pedanterie und sein Perfektionismus, sondern auch der Schatten Beethovens, die Brahms immer wieder an seinem Werk zweifeln ließen. Die geradezu schicksalsträchtige Einleitung zum ersten Satz mit ihrer – dem wie ein Herzschlag pochenden Orgelpunkt der Pauke – gegenläufigen Chromatik zieht den Zuhörer geradewegs hinein in die 1. Symphonie. Neben der weitgehenden positiven Aufnahme durch das Publikum warfen die Musikkritiker Brahms nicht nur ein scheinbar fehlendes Programm und die doch spürbare Nähe zum Werke Beethovens vor, sondern sprachen sogar Plagiatsvorwürfe aus. Dagegen komponierte er seine 2. Symphonie D-Dur op. 73 innerhalb von nur wenigen Monaten im Sommer 1877. Nach dem jahrelangen Ringen um seine Erste behauptete sich Brahms nun als souveräner Symphoniker, der sich zwar bewusst mit dem Erbe Beethovens auseinandersetzt, jedoch eine eigene musikalische Sprache aufzeigen kann. „Die zweite Symphonie scheint wie die Sonne erwärmend auf Kenner und Laien, sie gehört allen, die sich nach guter Musik sehnen …“ (Eduard Hanslick, „Neue Freie Presse“, 1878).

Freitag, 20.03. / 21:45 Uhr / Marley
Dokumentarfilm, USA, 2012, ARTE 139 Min.
Regie: Kevin Macdonald

Auch mehr als 30 Jahre nach seinem Tod im Mai 1981 sind viele von Bob Marleys Songs auf der ganzen Welt berühmt. Seine Musik ist immer wieder überall dort zu hören, wo sich politischer Protest formiert: im Nahen Osten ebenso wie in Afrika oder bei den Occupy- Versammlungen auf der ganzen Welt. Seine nach wie vor wachsende Fan-Gemeinde ist Zeugnis einer musikalischen Botschaft, die damals wie heute die Menschen auf der ganzen Welt zu einen vermag. Dabei war Marley selbst ein durch und durch ambivalenter Künstler, was der Dokumentarfilm eindrücklich zeigt.

Bob Marley liebte Frauen, Fußball sowie Marihuana und war ein überzeugter Anhänger der Rastafari-Bewegung. Er zog seine politische Mission seinen eigenen Kindern vor, pflegte teilweise fragwürdige Kontakte zu Kriminellen und ließ seine Krebserkrankung aus Glaubensgründen zu spät behandeln. All dies zeigt Kevin Macdonald in seinem Dokumentarfilm „Marley“ anhand von Konzertausschnitten, Interviews, bislang teilweise unveröffentlichtem Archivmaterial – und offenbart so eine zutiefst ambivalente Persönlichkeit. Der faszinierende Film lässt keinen Raum für blinde Heiligenverehrung, schafft jedoch ein tieferes Verständnis für einen außergewöhnlichen Künstler. Der „Spiegel“ fasst den Dokumentarfilm treffend zusammen: „Der Film zeigt Marley nicht als strahlenden Helden. Besonders in den 70er Jahren, als Jamaika kurz vor einem Bürgerkrieg steht, irrt dieser Mann, der in seiner Musik immer richtig und falsch benennt, durch sein Leben. Nicht nur von Frau zu Frau. Er ist mit Politikern befreundet, deren Unmoral er in seinen Songs geißelt. Er duldet Gangster in seinem Umfeld, obwohl er Gewaltlosigkeit predigt. Am Ende stirbt er, weil er sich kraft seines Glaubens weigert, die Krebserkrankung ernst zu nehmen.

Freitag, 20.03. / 00:05 Uhr / Tracks
Magazin, Frankreich, 2020, ARTE F 30 Min.
Regie: Realisateurs Differents
Journalist: David Combe, Jean-Marc Barbieux
Erstausstrahlung

Die Kunstwelt feiert die Performance- und Avantgarde-Künstlerin Virgen María. Dieses und weitere Themen aus der Popkultur diese Woche in „Tracks“.

(1): Virgen María – Nacktheit trifft Religion
Virgen María ist gerade mal 29, aber wird in der Kunstszene bereits als „gabber-blasting version of Marina Abramovic“ tituliert. In ihren Performances nutzt die Avantgarde-Künstlerin und Produzentin eine Mischung aus Beats, Nacktheit und Spiritualität, um etwas zu erschaffen das sie EDM nennt – „electronic dance meditation“. Meditative Soundwelten wechseln sich ab mit Hardcore Techno und Gabber. Alles um – in den Worten von Virgen María – näher bei Gott zu sein. „Tracks“ taucht ab in ihre spirituellen Sound- und Bildwelten.

Freitag, 20.03. / 00:40 Uhr / Berlin Live ~ Trettmann
Musik, Deutschland, 2019, ZDF 67 Min.
Online verfügbar von 19/03 bis 19/04
Erstausstrahlung

Trettmann hat es mal wieder geschafft! Der gebürtige Karl-Marx-Städter kletterte nach seinem Überflieger-Album aus 2017 mit seinem neuen Werk „TRETTMANN“ an die Spitze der Charts. Dabei versteht er es wie kein anderer sich immer wieder neu zu erfinden und seinen ganz eigenen musikalischen Stilmix aus Rap, Dance, Rave, R&B, Soul, Trap zu performen. Das neue Album gibt Einblick in die Kindheit und Jugend des ostdeutschen Hip-Hop-Musikers und prägt seine Texte und Botschaften. In den gut drei Jahren ihrer intensiven Zusammenarbeit haben KitschKrieg und Trettmann ihre Arbeitsweise optimiert. Trettmann schüttelt die Melodien und Hooks aus dem Ärmel. FijiKris passt die 808. Fizzle macht das Lied tight. Und °awhodat° sorgt mit Visuals und Visionen dafür, dass aus all dem eine runde Sache wird, mit angemessenen Ecken und Kanten. Für „Berlin Live“ gibt sich Trettmann in seinem musikalischen Wohnzimmer, dem Lido Berlin, die Ehre.

Freitag, 20.03. / 01:45 Uhr / Berlin Live ~Katie Melua
Schwerpunkt: Frauen, Frauen, Frauen!
Musik, Deutschland, 2016, ZDF 60 Min.
Regie: Hannes Rossacher, Stefan Mathieu
Online verfügbar von 19/03 bis 19/04

Mit ihrem neuen Album „In Winter“ ging es für Katie Melua endlich wieder auf große Europatournee. Begleitet wurde die georgisch-britische Sängerin dabei vom Gori Women’s Choir, der sie zu ihrem aktuellen Album inspiriert hatte. Auch bei „Berlin Live“ macht Katie Melua samt Band und Gesangschor einen Tourstop und liefert dabei ein atemberaubendes Konzert ab. Eine Musikerin von Weltklasse!

Katie Melua ist eine wahrhaft als international zu bezeichnende Künstlerin. Die Kindheit verbrachte sie in Georgiens Hauptstadt Tiflis und in Moskau, ihre Jugend in Nordirland und England. Die Sängerin und Komponistin erzielte gleich mit ihrem ersten Album „Call Off the Search“ im Jahr 2003 ihren ganz großen Durchbruch, auch dank ihres Entdeckers und Produzenten Mike Batt. Mit bislang insgesamt sechs Studioalben unter eigenem Namen und als Singer-Songwriterin gefeiert, übernahm Katie Melua auf ihrem neuesten Album „In Winter“ erstmals auch die Rolle der Koproduzentin. Das Entdecken einer Aufnahme des Gori Women’s Choir war 2014 die Initialzündung für das Album. „Ihr Ton und ihr klanglicher Reichtum hypnotisierten mich. Der Chor ist im Grunde genommen ein Gesangsorchester“, so Katie Melua. Bei „Berlin Live“ wird sowohl das neue Album als auch eine Auswahl zeitloser Songs aus Katie Meluas bisheriger Karriere auf dem Programm stehen.


Sonntag, 22.03. / 15:40 Uhr / Max Klinger 2020 ~ Die Macht des Weibes
Dokumentation, Deutschland, 2019, MDR 52 Min.
Regie: Jochen von Grumbkow
Online verfügbar von 22/03 bis 29/03
Erstausstrahlung

Max Klinger war der Künstlerfürst des wilhelminischen Kunstbetriebes. Ein Star zu Lebzeiten. Immer umstritten, dann schnell vergessen, heute wiederentdeckt. Mit einer großen Ausstellung feiert das Museum der bildenden Künste in Leipzig nun Max Klinger anlässlich seines 100. Todestages mit einer umfassenden Jubiläumsausstellung. Wer war dieser Künstler des Fin de Siècle und was trieb ihn zu seinem fast manischen Kunstwollen? Erstmals porträtiert eine Dokumentation diesen Künstler, den der „Figaro“ in seinem Nachruf als „einen großen Barbaren, mit einer gewaltigen Liebe zur Kunst“ ehrte – Anlass für eine Spurensuche.

Aus Anlass des 100. Todestages von Max Klinger widmet das Museum für bildende Künste in Leipzig dem Superstar des wilhelminischen Kunstbetriebes eine umfassende Jubiläumsausstellung. Wer war dieser Mann, der auf dem Höhepunkt seines Künstlerlebens anlässlich der Enthüllung seiner tonnenschweren Beethovenskulptur in der Wiener Secession 1902 von seinen Zeitgenossen in einem Atemzug mit Richard Wagner und Michelangelo gefeiert wurde?

Max Klinger, Sohn eines wohlhabenden Leipziger Seifenfabrikanten, schwelgte schon von frühester Kindheit an in Kunst. Der Mitbegründer des deutschen Symbolismus erregte gleich mit seinem ersten Radierzyklus über eine enttäuschte Liebe an der Berliner Rollschuhbahn größtes Aufsehen. Bis heute feiert die Kunstwelt ihn neben Goya und Rembrandt als einen der größten Grafiker der Kunstgeschichte. Und der Erfolg sollte Max Klinger treu bleiben.

Mit seinen erotischen Fantasien, später dann auch mit seinen opulenten Werken, Materialschlachten, die sich schnell ins Gigantische steigerten, sorgte Max Klinger immer wieder für Skandale. Seine fast manische Liebe zu den Frauen verarbeitete er besessen in der Grafik, der Malerei und Bildhauerei. Der Figaro nannte ihn in seinem Nachruf „einen großen Barbaren mit einer gewaltigen Liebe zur Kunst“.

Die Dokumentation folgt diesem Künstlerleben, das von Skandalen, manischem Kunstwollen, glücklichen und unglücklichen Lieben geprägt ist. Getrieben von seiner Sehnsucht hat Max Klinger unzählige Reisen unternommen. Auf Suche nach Inspiration hat er jahrelang in Paris und Rom gelebt. Immer auf der Suche nach dem ganz großen künstlerischen Ausdruck. Der Traum vom Gesamtkunstwerk begleitete ihn ein Leben lang. Max Klinger – immer umstritten, dann schnell vergessen. Es ist Zeit für eine Wiederentdeckung.

Sonntag, 22.03. / 16:35 Uhr / Metropolis ~ Rotterdam
Magazin, Deutschland, 2020, SWR 43 Min.
Regie: Diverse
Online verfügbar von 22/03 bis 21/04
Erstausstrahlung

(1): Rotterdam
(2): Hildegard Lernt Fliegen
(3): Ganymed in Power

(1): Rotterdam
Rotterdam, die zweitgrößte Stadt der Niederlande, ist berühmt für seine futuristische Architektur und Tanz-Avantgarde. „Metropolis“ hat sich in der Hafenstadt umgesehen.

(2): Hildegard Lernt Fliegen
„The Waves Are Rising, Dear!“ – so heißt das neue Album der Schweizer Jazzband Hildegard Lernt Fliegen. „Metropolis“ stellt die Gruppe vor.

(3): Ganymed in Power
Neue Sichtweisen auf alte Meister eröffnet „Ganymed in Power“, eine Musik-Theater-Tanz-Performance inmitten der Gemäldegalerie des Kunsthistorischen Museums in Wien. Ein Spiel um Macht und Intrige.

Sonntag, 22.03. / 17:25 Uhr / Barbara, die Lady des französischen Chansons
Dokumentarfilm, Frankreich, 2016, ARTE F 62 Min.
Regie: Cyril Leuthy
Online verfügbar von 15/03 bis 29/03

Der Fernsehsender LCI nannte sie „die schönste Stimme Frankreichs“: Sie bezeichnete sich selbst einfach als „eine Frau, die singt“ und war doch zu Beginn der 60er Jahre die erste Frau, die mit den Allergrößten des französischen Chansons, wie Georges Brassens oder Jacques Brel, auf Augenhöhe stand. ARTE erinnert mit einem musikalischen Porträt an die Sängerin Barbara, in dem sie mit ihren schönsten Chansons sowie in Ausschnitten aus einigen ihrer seltenen Interviews von sich erzählt.

Am 24. November 1997 verstarb die französische Chanson-Sängerin Barbara im Alter von 67 Jahren, die 1930 als Monique Andrée Serf in Paris geboren wurde. Das Chanson „Göttingen“, ein Plädoyer für die Verständigung zwischen Deutschland und Frankreich, war einer ihrer größten Erfolge. Das Lied ist 1964 entstanden, ein Jahr nach der Unterzeichnung des Elysée-Vertrags. Für die Sängerin selbst war es weniger ein politisch engagiertes Lied, wie sie erklärt, sondern vielmehr ein Liebeslied. Während des Zweiten Weltkriegs musste sie mit ihrer jüdischen Familie – ihr Vater war Elsässer, ihre Mutter Russin – vor der deutschen Besatzungsmacht fliehen und überlebte in einem Versteck in Südfrankreich. Nach einer abgebrochenen Gesangsausbildung verdiente sie am Anfang ihrer Karriere ihren Lebensunterhalt als Sängerin in den Clubs der Existentialisten in Paris. Vor allem im Cabaret „L’Ecluse“ gab sie Chansons von Jacques Brel, Léo Ferré, Yvette Guilbert und Georges Brassens. Doch der große Erfolg blieb aus, bis sie begann ihre eigenen Lieder zu schreiben und erste eigene Konzerte zu geben.

Gefeierte Auftritte im Pariser „Bobino“ und im „Olympia“ brachten den Durchbruch und machten Barbara zum Star. Neben „Göttingen“ gehören „L’Aigle noir“, „Nantes“ und „Marienbad“ zu den großen Erfolgen. 1988 wurde sie für ihren Beitrag zur deutsch-französischen Verständigung mit dem Bundesverdienstkreuz geehrt.

In dem Porträt erzählt die Sängerin anhand einiger ihrer schönsten Lieder sowie in Interviews von sich. Dabei entsteht das sehr persönliche Porträt einer tiefgründigen Persönlichkeit, die dem Publikum ihr wahres Inneres vollständig offenbaren wollte. Mit unveröffentlichten Archivaufnahmen und animierten Sequenzen von Sébastien Laudenbach vermittelt der bewegende Film Einblicke in das Leben und Werk einer leidenschaftlichen Künstlerin, die ihren Beruf als religiöse Berufung ansah.

Sonntag, 22.03. / 20:15 Uhr / Walk the Line
Spielfilm, USA, 2005, ZDF 130 Min.
Regie: James Mangold
Drehbuch: Gill Dennis, James Mangold, Johnny Cash
Autor: Johnny Cash
Produktion: Twentieth Century Fox
Produzent: James Keach, Cathy Konrad
Kamera: Phedon Papamichael
Schnitt: Michael McCusker
Musik: T Bone Burnett

Mit: Joaquin Phoenix (Johnny Cash), Reese Witherspoon (June Carter), Ginnifer Goodwin (Vivian Liberto), Robert Patrick (Ray Cash), Dallas Roberts (Sam Phillips)

„Walk the Line“ erzählt das bewegte Leben des Countrysängers Johnny Cash, der mit Liedern wie „Ring of Fire“, „Folsom Prison Blues“ oder „I Walk the Line“ zur Legende wurde. Der Film gibt einen tiefen Einblick in die Karriere des „Man in Black“, beginnend mit seiner Kindheit in Arkansas, seinem Durchbruch als Sänger in den 1950er Jahren, seiner langjährigen Alkohol- und Drogenabhängigkeit bis hin zu seinem berühmten Comeback-Konzert im Folsom State Prison im Jahr 1968. Johnny Cash hat vor seinem Tod im Alter von 81 Jahren im September 2003 noch selbst am Drehbuch mitgearbeitet.

James Mangolds Film wurde auf Grundlage der beiden Autobiografien „Man in Black“ und „Cash: The Autobiography“ entwickelt und erzählt von Johnny Cashs bewegter Karriere als Sänger und seinem Leben, das durch den frühen Tod seines Bruders Jack, ein schwieriges Verhältnis zu seinem Vater und seine leidenschaftliche Liebe zu der Sängerin June Carter geprägt war. Sie heirateten nach langem Vorlauf im Jahr 1968.

Joaquin Phoenix spielt Johnny Cash mit beeindruckender Präzision und wurde für seine Darstellung als bester Hauptdarsteller für einen Oscar nominiert. Für die Rolle nahm Phoenix Gesangsunterricht und lernte Gitarre, um die Lieder im Film selbst zu singen. Gleiches gilt für Reese Witherspoon, die Cashs große Liebe spielt, die schlagfertige Country-Sängerin June Carter. Für die Rolle gewann Witherspoon einen Oscar als beste Hauptdarstellerin. Bei der Erstellung des Drehbuchs arbeitete Regisseur James Mangold eng mit Cash und June Carter zusammen; beide zeigten sich, bevor sie 2003 starben, mit den beiden Hauptdarstellern einverstanden.

„Walk the Line“ erzählt eine der bewegendsten Liebesgeschichten der Country-Musik, die sich in den düsteren Songs von Johnny Cash widerspiegelt. „Stell dir vor, du liegst sterbend im Rinnstein und hast gerade noch Zeit, einen Song zu singen … Das ist die Art Song, die Menschen wirklich rettet“, rät im Film Musikproduzent Sam Phillips. „Die letzten Minuten im Rinnstein, das ist klassischer amerikanischer Film noir. Das große Kino der Verlorenen, der Verlierer.“ (Fritz Göttler in der „Süddeutschen Zeitung“).

Zusatzinfo:
„Walk the Line“ wurde im Jahr 2006 vielfach und hochkarätig ausgezeichnet: Der Film gewann drei Golden Globes, für den besten Film und die beiden Hauptdarsteller, sowie zwei BAFTA Awards. Reese Witherspoon erhielt für ihre Rolle als June Carter beste Kritiken und gewann neben einem Oscar, dem Golden Globe und dem BAFTA einen Screen Actors Guild Award sowie einen Satellite Award. Regisseur James Mangold, der für Filme wie „Cop Land“ (1997) und „Girl, Interrupted“ (1999) bekannt ist, wurde 2017 für das Drehbuch zu dem Marvel-Film „Logan: The Wolverine“ und 2019 für den Film „Le Mans 66: Gegen jede Chance“ jeweils für einen Oscar nominiert.

Sonntag, 22.03. / 22:25 Uhr / Johnny Cash: Behind Prison Walls
Musik, USA, 1976, ARTE 50 Min.
Regie: Dick Carson
Produktion: Jim Owens Productions
Mit: Johnny Cash
Online verfügbar von 22/03 bis 21/04

Tennessee State Penitentiary, Nashville, 1976: hohe Mauern, Gitterstäbe, Stacheldraht. Schiebt man die schwedischen Gardinen beiseite: sanfte Gitarrenklänge, ein bisschen Country und Folk und natürlich die unvergleichliche Stimme von Johnny Cash. Die Knastkonzerte des „Man in Black“ gelten als legendär. Zwei der berühmtesten Alben seiner Karriere sind Live-Mitschnitte von Konzerten in den berüchtigtsten Haftanstalten von Amerika. Kaum ein wahrer Fan wird sich also seinen Auftritt im Tennessee State Prison entgehen lassen wollen. Gemeinsam mit der in vielen Musikgenres erfolgreichen Linda Ronstadt und Country-Gitarrist Roy Clark bringt Cash die Insassen wieder einmal zum Beben.

Die Knastkonzerte des „Man in Black“ sind legendär. Sie bewahren Johnny Cash vor dem eigenen Absturz, sind zugleich Comeback und großer Durchbruch. Zwei der berühmtesten Alben in Johnny Cashs Karriere waren Live-Mitschnitte von Konzerten vor amerikanischen Gefängnisinsassen: „Johnny Cash at Folsom Prison“ (1968) und „Johnny Cash at San Quentin“ (1969). Kaum ein Fan des „Man in Black“ wird sich also „A Concert: Behind Prison Walls“ entgehen lassen. Allerdings hat der Auftritt im Tennessee State Penitentiary mit den beiden Vorgängershows wenig gemein: Die Stimmung ist deutlich gedämpfter, wenngleich sich Cash bei den Openern wie „Sunday Morning Coming Down“ und „Jacob Green“ wie gewohnt mächtig ins Zeug legt. Weitere Acts sind die in vielen Musikgenres erfolgreiche Linda Ronstadt, Country-Gitarrist Roy Clark und – eher etwas fehl am Platz – der Anzug tragende 70er-Jahre-Komiker Foster Brooks. Ronstadt besticht mit sanftem Pop-Blues, und der geborene Entertainer Clark bringt die Häftlinge mit Country-Klassikern im Stil von „Orange Blossom Special“ zum Applaudieren. Was die schweren Jungs aber am meisten vom Hocker reißt, ist, wie könnte es anders sein, Johnny Cashs Finale mit „Sunday Morning Coming Down“, „Folsom Prison Blues“ – und natürlich dem berühmten, testosterongeladenen „Boy Named Sue“. Das Album zu dem 1976 aufgezeichneten Live-Auftritt kam erst 2003, dem Todesjahr von Johnny Cash, bei Eagle Records heraus.

Sonntag, 22.03. / 23:20 Uhr / Pippi Langstrumpf in der Oper
Ballett, Frankreich, Finnland, 2019, ARTEYLE 104 Min.
Fernsehregie: Jussi Buckbee
Inszenierung: Bo-Ruben Hedwall
Dirigent: Kurt Kopecky, Nick Davies
Choreographie: Street dance: Karl Dyall, Pär Isberg
Autor: Astrid Lindgren
Kostüme: Ann-Mari Anttila
Musik: Georg Riedel, Stefan Nilsson
Licht: Torkel Blomkvist
Online verfügbar von 15/03 bis 21/04
Erstausstrahlung

Pippi Langstrumpf, die bärenstarke Göre mit den roten Zöpfen und den Sommersprossen, erobert jetzt auch das klassische Ballett. Der schwedische Tänzer und Choreograph Pär Isberg inszeniert Astrid Lindgrens Heldin aus der Villa Kunterbunt für die Opernbühne in Helsinki. Astrid Lindgrens Pippi wurde vor allem dank der Filme und der Fernsehserie von 1969 bekannt, mit Inger Nilsson in der Titelrolle. Pär Isbergs Choreographie arbeitet mit den Bildern und der Stimmung der Fernsehfassung. Für die Ballettmusik zeichnen Georg Riedel und Stefan Nilsson verantwortlich.

Pippilotta Viktualia Rollgardina Pfefferminz Efraimstochter Langstrumpf – Pippi für ihre Freunde und Fans, die bärenstarke Göre mit den roten Zöpfen und den Sommersprossen, erobert jetzt auch das klassische Ballett. Der schwedische Tänzer und Choreograph Pär Isberg inszeniert Astrid Lindgrens Heldin aus der Villa Kunterbunt für die Opernbühne in Helsinki. Sie sind alle da, der Seeräubervater, die Freunde Tommy und Annika und natürlich der Apfelschimmel, den Pippi zum Beweis ihrer Kraft hoch in die Lüfte stemmt. Rollschuhe, Affen auf einem Skateboard, Tänzer, die durch die Luft fliegen – alles kann passieren, wenn Pippi in der Nähe ist.

Pippi Langstrumpf hat ihre Existenz einem Unfall zu verdanken. 1944 hatte sich Astrid Lindgren den Fuß verstaucht, musste ruhig liegen und konnte nichts tun. So schrieb sie die Geschichte nieder, die sie einige Jahre zuvor ihrer Tochter erzählt hatte. 1945 erschien das erste Buch der Reihe, wurde nach und nach in 70 Sprachen übersetzt und ziemlich rasch ein Welterfolg. Astrid Lindgrens Pippi wurde vor allem dank der Filme und der Fernsehserie von 1969 bekannt, mit Inger Nilsson in der Titelrolle. Pär Isbergs Choreographie arbeitet genau mit den Bildern und der Stimmung der Fernsehfassung.

Für die Ballettmusik zeichnen Georg Riedel und Stefan Nilsson verantwortlich. Georg Riedel ist einer der drei Komponisten des Films und der Fernsehserie. Er hat unter anderem, zusammen mit Jan Johansson, Pippis berühmtes Lied „Hej, Pippi Langstrumpf“ geschrieben. Stefan Nilsson hat sich als Filmkomponist für die Verfilmungen der Krimis von Håkan Nesser und für Filme wie „Die besten Absichten“ und „Pelle, der Eroberer“ von Bille August einen Namen gemacht.

Sonntag, 22.03. / 01:05 Uhr / Café Nagler
Dokumentation, Deutschland, 2015, MDR 58 Min.
Regie: Mor Kaplansky
Online verfügbar von 22/03 bis 29/03

Mor Kaplansky kommt aus Tel Aviv und seit Kindertagen faszinieren sie die Geschichten ihrer jüdischen Großmutter über das legendäre Café Nagler, das im Berlin der 20er Jahre ihrer Familie gehörte. Auf Spurensuche in Berlin stellt sich aber bald heraus, dass das Café nicht halb so glamourös war, wie die Großmutter glaubt. Um der alten Dame nicht das Herz zu brechen, erfindet Kaplansky kurzerhand das einstige Café am Moritzplatz neu. In ihrer fiktiven Dokumentation wird ein Mythos lebendig: die Geschichte des prachtvollen und unvergesslichen Café Nagler ist ein anrührendes Familienporträt und erzählt eine ganz besondere deutsch-israelische Geschichte über die Kraft der Erinnerung und die Sehnsucht nach einer besseren Vergangenheit.

Als kleines Mädchen hört die junge israelische Filmemacherin immer wieder vom legendären Café Nagler am Moritzplatz in Berlin. Vor allem ihre 88-jährige Großmutter schwärmt von dem Ort, an dem sich Künstler und Intellektuelle trafen, wo das Nachtleben blühte und sogar der Swingtanz erfunden worden sein soll. Sie selbst war allerdings nie dort: Die Familie ist 1925 nach Israel ausgewandert. Mor will vor Ort auf Spurensuche gehen. In Berlin angekommen, findet sie statt des Kaffeehauses aber nur einen verwilderten Park – das Gebäude ist im Krieg komplett zerstört worden. Und mit wem sie auch spricht, niemand weiß etwas über das Café. Das Dokumentarfilmprojekt steht vor dem Aus. Vor allem für ihre Großmutter wäre es eine riesige Enttäuschung – schließlich erkundigt sich die alte Dame regelmäßig nach den Rechercheergebnissen aus Berlin. Da hat Mor die rettende Idee: Sie erfindet kurzerhand die Geschichte des Cafés neu. Ihre fiktiven Zeitzeugen findet sie unter den jungen Berlinern, die sich für die 20er Jahre begeistern. Sie erzählen falsche Familiengeschichten vom Café Nagler als einem Ort wilder Partys oder erster Rendezvous. Bei der privaten Premiere des fertigen Films im Kreis der Familie ist Großmutter Naomi selig: Ihre Enkeltochter hat es tatsächlich geschafft, einen Film über das Café Nagler zu drehen und den Geist der vergangenen Jahre einzufangen.

Zusatzinfo:
Die Dokumentation lief auf zahlreichen Festivals, unter anderem auf der Berlinale 2016 in der Reihe „Kulinarisches Kino“, auf dem Haifa International Film Festival 2015, auf dem DOK.fest München 2016 und auf dem International Filmmor Women‘s Film Festival in der Türkei. „Ein wunderbarer, persönlicher Film. Er lebt nicht nur von der spannenden Spurensuche und der Faszination für das Berlin der 20er Jahre, sondern auch von dieser besonderen Liebe zwischen Großmutter und Enkelin.“ (RBB)

Montag, 23.03. / 05:00 Uhr / Thomas Hengelbrock und das NDR Elbphilharmonie Orchester
Johannes Brahms Sinfonie Nr. 3 und 4
Musik, Deutschland, 2016, NDR 87 Min.
Fernsehregie: Beatrix Conrad
Dirigent: Thomas Hengelbrock
Orchester: NDR Elbphilharmonie Orchester
Online verfügbar von 23/03 bis 21/06

In einem Konzert aus der mehr als hundert Jahre alten Laeiszhalle der Brahmsstadt Hamburg führen Thomas Hengelbrock und das NDR Elbphilharmonie Orchester die Sinfonien Nr. 3 und Nr. 4 von Johannes Brahms auf. In kurzen Interviewsequenzen gibt der Chefdirigent Hintergrundinformationen zu den Werken.

Über die dritte Sinfonie F-Dur op. 90, die Brahms 1883 – 6 Jahre nach der zweiten – komponierte, gibt es so gut wie keine Informationen zum Entstehungsprozess. Nicht einmal den engsten Freunden verrät der Komponist etwas über das Werk. Mit diesem wohlkalkulierten Ausschweigen erreicht Brahms genau sein Ziel: Er lenkt die Konzentration auf die Musik selbst, auf den Bauplan der Partitur. Bei aller rationalen Musiklogik schwelgt Brahms’ dritte Sinfonie in gesanglicher Poesie. Keine seiner anderen Sinfonien endet mit einer derart zarten „Verklärung … in einer Schönheit, für die ich keine Worte finde.“ (Clara Schumann)

Gleich im folgenden Jahr beginnt Brahms mit der Komposition seiner vierten Sinfonie e-Moll op. 98. Wieder einmal irritierte Brahms seine Freunde mit rätselhaften Bemerkungen: „Ich fürchte, sie schmeckt nach dem hiesigen Klima – die Kirschen werden hier nicht süß …“. Es ist, als wollte Brahms in seiner vierten und letzten Sinfonie gewissermaßen ein Fazit seiner eigenen wie auch der historisch gewachsenen kompositorischen Mittel ziehen.

In dieser „wunderbaren Reise durch verschiedene Resonanzräume der Brahms‘schen Seele“ (Hengelbrock) wird deutlich, welche Vielfalt Brahms dieser Gattung abzugewinnen vermochte.

Mittwoch, 25.03. / 22:10 Uhr / Friedrich Hölderlin – Dichter sein. Unbedingt!
Dokumentation, Deutschland, 2019, SWR 53 Min.
Regie: Hedwig Schmutte, Rolf Lambert
Online verfügbar von 25/03 bis 23/06
Erstausstrahlung

Anlässlich des 250. Geburtstages von Friedrich Hölderlin im März 2020 erzählt die Dokumentation die Geschichte einer künstlerischen Radikalisierung. Er montiert Spielszenen und dokumentarische Aufnahmen von Originalschauplätzen in Deutschland und Frankreich mit den Ermittlungen namhafter Experten. Auf der Grundlage historischer und autobiografischer Quellen verfolgt der Film die Entstehung eines bahnbrechenden poetischen Werkes und rekonstruiert den kompromisslosen Lebensweg eines jungen Dichters, der an die Grenze von Literatur vordringt.

Am 11. September 1806 wird der Dichter Friedrich Hölderlin gewaltsam von seinem damaligen Wohnort Bad Homburg abtransportiert, nach Tübingen gebracht und in der psychiatrischen Abteilung einer Klinik interniert. Genau 231 Tage wird er dort verbringen, nach damaligen, drastischen Methoden „therapiert“ und schließlich als unheilbarer Fall der Familie eines Tübinger Schreiners zur Pflege übergeben. 36 Jahre lebt der Dichter in einem Turmzimmer des Hauses, bis zu seinem Lebensende. Die Umstände seiner gewaltsamen „Inhaftierung“ geben der Nachwelt bis heute Fragen auf.

Anlässlich des 250. Geburtstages von Friedrich Hölderlin im März 2020 erzählt „Friedrich Hölderlin – Dichter sein. Unbedingt!“ die Geschichte einer künstlerischen Radikalisierung. Die Dokumentation montiert Spielszenen und dokumentarische Aufnahmen von Originalschauplätzen und Landschaften in Deutschland und Frankreich mit den Ermittlungen namhafter Experten. Auf der Grundlage historischer und autobiografischer Quellen verfolgt die Dokumentation die Entstehungsgeschichte eines bahnbrechenden poetischen Werkes.

Entlang der zentralen Lebensstationen und vor dem Hintergrund elementarer historischer Umwälzungen rekonstruiert er den kompromisslosen Lebensweg eines talentierten, hochgebildeten, sensiblen jungen Mannes, der in seiner Sprache an die äußerste Grenze von Literatur vordringt. Seinen Zeitgenossen blieb Hölderlins Dichtung unverständlich. Heute zählt er zu den weltweit bekanntesten und meistübersetzten deutschen Lyrikern.

Freitag, 27.03. / 21:35 Uhr / Betty Boop for ever
Dokumentation, Frankreich, 2018, ARTE F 52 Min.
Regie: Claire Duguet
Online verfügbar von 20/03 bis 26/05
Erstausstrahlung

Betty Boop gehörte zu den weiblichen Stars der frühen Zeichentrick-Ära. Wie bereits in ihrem Namen anklingt – Boob steht für Busen – ist das Markenzeichen von Betty Boop ihr Sexappeal. Doch was verkörpert die schwarz-weiße Cartoonfigur wirklich? Ist sie Kindfrau, Lustobjekt, Femme Fatale oder eine frühe Feministin? Archivbilder und Zeitzeugen wie die Großenkelin von Max Fleischer, dem Schöpfer von Betty Boop, und die bekannte Designerin Chantal Thomass sowie die jungen Künstlerinnen Mélissa Laveaux und Viktoria Modesta erzählen die Geschichte von Betty Boop und setzen sich mit der Frage auseinander, welches Frauenbild Betty Boop vermittelt.

Mit kurzem Rock, Strumpfband, High Heels und lockigem schwarzen Bob verkörpert sie das Flapper-Girl der Roaring Twenties. Betty Boop war immer sehr sexy gekleidet, liebte es zu feiern und natürlich zu tanzen. Sie war der erste weibliche Cartoon-Charakter mit einer eigenen Sexualität. Andere weibliche Cartoon-Figuren wie zum Beispiel Minnie Maus wurden praktisch als geschlechtslose Wesen dargestellt. Nach ihrem Debüt 1930 eroberte Betty Boop mit viel Bein und großen Kulleraugen die Herzen der Zuschauer. Ihre Markenzeichen war das legendäre „Boop-oop-a-doop“.Auch wenn Betty Boop 2020 ihren 90. Geburtstag feiert, ist sie noch immer so aktuell wie eh und je – und sie gibt weiterhin Fragen auf: Ist sie Kindfrau, Lustobjekt, Femme Fatale oder eine frühe Feministin? Welches Frauenbild vermittelt Betty Boop? Inwieweit ist sie ein Kind der 30er Jahre und wofür steht sie heute?Archivaufnahmen versetzen die Zuschauer zurück in die 30er Jahre und erzählen Betty Boops Geschichte, während Zeitzeugen wie die Großenkelin von Max Fleischer, dem Schöpfer von Betty Boop, sowie die bekannte Designerin Chantal Thomass und die jungen Künstlerinnen Mélissa Laveaux und Viktoria Modesta versuchen, dem Image der Pin-Up-Ikone auf den Grund zu gehen.

Freitag, 27.03. / 22:30 Uhr / Tracks
Magazin, Deutschland, 2020, ZDF 30 Min.
Online verfügbar von 26/03 bis 25/06
Erstausstrahlung

Die Kunstwelt feiert die Performance- und Avantgarde-Künstlerin Virgen María. Dieses und weitere Themen aus der Popkultur diese Woche in „Tracks“.

(1): Virgen María – Nacktheit trifft Religion
Virgen María ist gerade mal 29, aber wird in der Kunstszene bereits als „gabber-blasting version of Marina Abramovic“ tituliert. In ihren Performances nutzt die Avantgarde-Künstlerin und Produzentin eine Mischung aus Beats, Nacktheit und Spiritualität, um etwas zu erschaffen das sie EDM nennt – „electronic dance meditation“. Meditative Soundwelten wechseln sich ab mit Hardcore Techno und Gabber. Alles um – in den Worten von Virgen María – näher bei Gott zu sein. „Tracks“ taucht ab in ihre spirituellen Sound- und Bildwelten.

Freitag, 27.03. / 23:00 Uhr / Anna Calvi – Konzert in Paris
Musik, Frankreich, 2018, ARTE F 75 Min.
Regie: Thierry Villeneuve
Online verfügbar von 20/03 bis 26/04
Erstausstrahlung

Wenn P.J. Harvey und Jeff Buckley eine Tochter hätten, hieße sie Anna Calvi – ihre vielschichtige Musik geht genauso unter die Haut. Bei ihrem Konzert in der Salle Pleyel präsentierte sie ausgewählte Titel aller drei Studioalben, wie etwa „As a Man“, „Suzanne & I“, oder „Hunter“, sowie eine französische Coverversion von Frankie-Laines „Jezebel“. Mit melancholischer Stimme und kraftvollen Gitarrensoli verzauberte sie das Pariser Publikum.

Acht Jahre nach ihrem Albumdebüt beehrte Anna Calvi im Januar 2019 die Salle Pleyel und stellte in der legendären Pariser Konzertlocation ihr aktuelles Werk „Hunter“ vor. Über 90 Minuten lang spielte die britische Sängerin vor blutroter Kulisse und elektrisierte das Publikum mit kraftvollen Gitarrenparts – nicht umsonst ist Jimmy Hendrix ihr großes Vorbild. Anna Calvis warme Alt-Stimme und ihre aufwühlenden Songs fesselten das Publikum. Die Setlist umfasste zahlreiche Highlights, unter anderem „Hunter“, „As a Man“, „Suzanne & I“, „Don’t Beat the Girl out of My Boy“ und „Desire“. Als Zugabe interpretierte sie den Frankie-Laine-Titel „Jezebel“, unplugged – und auf Französisch. Der Auftritt wurde mit Kameras für Spielfilmaufnahmen aufgezeichnet und enthält Stop-Motion-Sequenzen, die mit Hilfe von Schwarz-Weiß-Bildern der Fotografin Julie Glassberg erstellt wurden.


Samstag, 28.03. / 00:20 Uhr / Square für Künstler ~ Carte Blanche für Hervé di Rosa
Magazin, Frankreich, 2020, ARTE 26 Min.
Erstausstrahlung

Sonntag, 29.03. / 10:40 Uhr / Künstlerinnen ~ Jenny Holzer kuratiert
Dokumentationsreihe, Deutschland, 2016, RBWDRSR 26 Min.
Regie: Claudia Müller
Online verfügbar von 29/03 bis 27/06

„Künstlerinnen“ ist eine vierteilige Reihe, in der eine Geschichte der Kunst aus Frauenperspektive dargestellt wird. In dieser Folge entwickelt die US-Künstlerin Jenny Holzer eine virtuelle Ausstellung weiblicher Kunstwerke. Jenny Holzer zählt zu den einflussreichsten Künstlerinnen der Gegenwart.

Ihr Medium ist Sprache. Seit mehr als 30 Jahren steht ihr Name in der Kunstwelt für eine Konzeptkunst, die unsere Wahrnehmung und Beeinflussung durch Medien und Politik infrage stellt. Ihre Arbeiten sind in allen großen Museen der Welt zu finden, die Wurzeln ihres Schaffens liegen im öffentlichen Raum. Jenny Holzers Markenzeichen sind LED-Leuchtschriftbänder, die man aus der Werbung kennt. Die einst für politische Propaganda entwickelten Textträger, die durch ihr hektisches Flimmern und Blinken Passanten auf der Straße einfangen und beeinflussen sollten, wurden von ihr bereits Anfang der 80er Jahre zweckentfremdet. Mit ihren eigenen Textbotschaften ertappt, provoziert und verwirrt sie ihr Publikum dort, wo niemand Kunst erwartet: auf der Straße. In ihrer virtuellen Ausstellung möchte Jenny Holzer vor allem die große Vielfalt von Künstlerinnen und das breite Spektrum ihres Schaffens vorstellen. In einem rasanten Bilderrausch präsentiert sie Werke von insgesamt 24 Künstlerinnen auf LED-Wänden in einem virtuellen Raum – von Rosa Bonheur bis Rosemarie Trockel, Lee Lozano oder Yayoi Kusama. Wie in ihren eigenen Arbeiten will sie ihre Zuschauer mit einer Flut von Informationen und Bildern einfangen und überwältigen. Die Präsentation soll aggressiv und nicht schön sein. „This is not a pretty lady show“, sagt Jenny Holzer.

Sonntag, 29.03. / 15:10 Uhr / Die Renaissance der Malerinnen ~ Sofonisba Anguissola, Lavinia Fontana und Artemisia Gentileschi
Dokumentation, Deutschland, 2019, ZDF 52 Min.
Regie: Hilka Sinning
Online verfügbar von 28/03 bis 27/06
Erstausstrahlung

Sie waren die Künstlerheldinnen der Renaissance: Vor mehr als 400 Jahren verzauberten die italienischen Malerinnen Sofonisba Anguissola, Lavinia Fontana und Artemisia Gentileschi ihre kunstliebenden Zeitgenossen. Dennoch waren sie für lange Zeit aus dem Gedächtnis der Kunstwelt verdrängt. Jetzt werden die Alten Meisterinnen in großen Ausstellungen gefeiert.

Sofonisba Anguissola, Lavinia Fontana und Artemisia Gentileschi: Sie wurden im 16. Jahrhundert geboren, in einer Zeit, in der Frauen der Zugang zu Kunstakademien verwehrt war. Dennoch feierten sie glänzende Erfolge. Ihre Gemälde waren so begehrt wie die Bilder ihrer männlichen Kollegen. Die drei Künstlerinnen schafften es, die Konventionen ihrer Zeit zu durchbrechen und damit die Vorstellung, dass Frauen für künstlerische Berufe nicht geeignet wären. Nach ihrem Tod verschwanden sie für lange Zeit aus dem Gedächtnis der Kunstwelt. Jetzt rücken die drei Malerinnen der Renaissance mit großen Ausstellungen ins Licht der Öffentlichkeit. Sofonisba Anguissola aus Cremona bewies schon früh ihr Talent: Ihre Porträts zeigen eine psychologische Tiefe, die selbst Michelangelo beeindruckte. Sie wurde Hofmalerin in Madrid, am Herrschersitz des spanischen Königs. Ihre Kollegin Lavinia Fontana, Tochter des Malers Prospero Fontana, war der Liebling der Aristokratie und des Klerus: Sie malte riesige Altarbilder, der Papst saß für sie Modell. Eine Generation später schrieb die römische Malerin Artemisia Gentileschi Kunstgeschichte: Nach einem spektakulären Vergewaltigungsprozess schuf sie mächtige Frauenakte, Märtyrerinnen in leuchtenden Farben, biblische Rächerinnen. Heute gelten Gentileschis Gemälde als Meisterwerke. Erst im letzten Jahrhundert wurden die Malerinnen im Zuge der feministischen Bewegung wiederentdeckt. Heute erleben sie eine zweite Renaissance in den großen Museen Europas: Die Londoner National Gallery erwarb Artemisia Gentileschis „Selbstporträt als die heilige Katharina von Alexandria“ für 4,2 Millionen Euro, der Prado in Madrid feierte mit den Alten Meisterinnen seine Jubiläumsschau.

Sonntag, 29.03. / 16:10 Uhr / Metropolis ~ Tel Aviv
Magazin, Deutschland, Frankreich, 2020, ZDF 43 Min.
Regie: N.N
Online verfügbar von 27/03 bis 27/06
Erstausstrahlung

(1): Tel Aviv – Die westlichste Stadt im Nahen Osten

(1): Tel Aviv – Die westlichste Stadt im Nahen OstenHedonismus statt Zionismus, Genuss statt Glaube, Strandleben statt Stacheldrahtzäune.   Das von Coolness geprägte Lebensgefühl der Millionenmetropole zieht junge Künstler und kreative Köpfe aus aller Welt an – während nur wenige Kilometer entfernt im Gazastreifen der Nahostkonflikt Alltag ist. Politisches Chaos und Donald Trumps „Jahrhundertdeal – Friedensplan“ sorgen jetzt für Unruhe. Tel Aviv ist eine säkular geprägte Stadt, die andere Weltmetropolen trotz ihrer Gegensätzlichkeit in den Schatten stellt.

Sonntag, 29.03. / 16:55 Uhr / Dudamel dirigiert Mahler in Barcelona
Musik, Deutschland, 2019, ZDF 91 Min.
Regie: Corentin Leconte
Komponist: Gustav Mahler
Dirigent: Gustavo Dudamel
Orchester: Münchner Philharmoniker
Chorleitung: Simon Halsey
Chor: Cor de Cambra del Palau de la Música Catalana, Orfeó Català
Mit: Chen Reiss (Sopran), Tamara Mumford (Mezzosopran)
Online verfügbar von 28/03 bis 28/04
Erstausstrahlung

In der Jubiläumssaison des Orchesters spielen die Münchner Philharmoniker unter der Leitung von Gustavo Dudamel in Barcelona eine der populärsten Symphonien Mahlers: die zweite Symphonie, nach ihrem Schlusschor „Auferstehungssymphonie“ genannt. Das Konzert findet im prächtigen Palau de la Música Catalana statt, das 1997 von der UNESCO zum Weltkulturerbe erklärt wurde.

Sein Dirigat von Mahlers „Auferstehungssymphonie“ in der Royal Albert Hall für die BBC Proms ist legendär. Jetzt steht Gustavo Dudamel ein zweites Mal am Pult der Münchner Philharmoniker und haucht der Symphonie neues Leben ein. Diesmal findet dieses musikalische Großereignis in einem der schönsten Konzertsäle der Welt statt: dem Palau de la Música in Barcelona.

Der Musikpalast wurde von dem renommierten spanischen Stararchitekten Lluis Domènech i Montaner – einem der wichtigsten Vertreter des Modernisme – erbaut. Der Saal ist nicht nur akustisch, sondern auch optisch ein Highlight: Bunte Glasfenster und eine nach unten gewölbte gläserne farbenprächtige Kuppel verschaffen dem Palast eine ganz eigene Stimmung. Laut Lluis Domènech i Montaner sollte der Palau de la Música Catalana ein „Garten für Musik“ sein.

„Diese Symphonie ist ein Lied an den Glauben, ein Lied an das ewige Leben und die Kontinuität“, so Gustavo Dudamel über Mahlers Extremwerk. Zwischen Weltgetümmel und Ländleridylle, religiöser Verzückung und Apotheose lässt Mahlers Zweite die großen Sinnfragen – auch unserer Zeit – mitschwingen. Das zwischen 1888 und 1894 komponierte Werk ist aktueller denn je. Die Aufführung der Symphonie aus der imposanten Konzerthalle mit den Münchner Philharmonikern, den spanischen Chören Orfeó Català und dem Cor de Cambra del Palau sowie den Solistinnen Tamara Mumford und Chen Reiss setzt Maßstäbe. Dudamels spektakuläres Dirigat lässt die gesamte Palette Mahler’scher Atmosphären hörbar werden und gipfelt in einem mitreißenden bekenntnishaften Schlusstableau.

Sonntag, 29.03. / 23:35 Uhr / Artemis – Das unendliche Streichquartett
Dokumentation, Deutschland, 2020, ZDF 53 Min.
Regie: Hester Overmars
Autor: Hester Overmars
Online verfügbar von 28/03 bis 27/06
Erstausstrahlung

Das Artemis Quartett ist eines der erfolgreichsten Streichquartette der Welt. Doch eine menschliche Tragödie droht das Ensemble zu zerreißen: Der Selbstmord eines Mitglieds im Jahr 2015, mitten in der „glücklichsten“ Periode des Quartetts, bringt das Ensemble an den Rand seiner Existenz. In ungewohnter Offenheit lassen die Musiker die Ereignisse Revue passieren, die sich während der Dreharbeiten weiter zuspitzten. Der Film bietet einen unverstellten Einblick in die Seele eines Musikensembles – seine Krisen, Triumphe und Dramen.

Im Jahr 1989 wird das Artemis Quartett von dem damals 22-jährigen Eckart Runge gegründet. Schritt für Schritt spielt sich das Quartett in die erste Liga, wird international mit zahlreichen Preisen bedacht, darunter der Diapason d’or und der Echo Klassik. Ein Musikensemble dieser Größe funktioniere wie eine Ehe zu viert, so die Managerin des Quartetts. Ein fragiles Gebilde, das viel erreichen kann – aber auch leicht ins Wanken gerät. Dass Musiker wechseln, kommt selten vor, ist aber jedes Mal eine Herausforderung.

Der Selbstmord des Bratschers Friedemann Weigle im Jahr 2015, mitten in der „glücklichsten“ Periode des Quartetts, bringt das Ensemble schließlich an den Rand seiner Existenz und stellt die Musiker vor schwierige Entscheidungen. Hier setzt der Film von Hester Overmars an. Wie kann es jetzt weitergehen? Wer tritt an die Stelle eines menschlich wie künstlerisch so geliebten Mitglieds? Und wie geht das neue Mitglied mit der Bürde um?

Dank der ungewöhnlichen Offenheit der Musiker und des sensiblen, filmischen Umgangs mit dem komplexen Thema, wird der Zuschauer Zeuge eines Prozesses, wie er sich in der Regel hinter den Kulissen abspielt, nicht aber in der Öffentlichkeit. Die Dokumentation gibt einen Einblick in die Erschütterungen, die eine Tragödie menschlich wie künstlerisch auslöst, und die aufs Neue dazu führen, dass einzelne Musiker sich die Sinnfrage stellen.

Sonntag, 29.03. / 00:30 Uhr / Rheingau Musik Festival 2019 – Trifonov spielt Trifonov
Die Bamberger Symphoniker und Jakub Hrusa im Kurhaus Wiesbaden
Musik, Deutschland, 2019, HR 47 Min.
Regie: Nele Münchmeyer
Komponist: Daniil Trifonov, Bedřich Smetana
Dirigent: Jakub Hrůša
Orchester: Bamberger Symphoniker

Mit: Daniil Trifonov (Klavier)
Online verfügbar von 29/03 bis 05/04
Erstausstrahlung

Daniil Trifonovs Magie kann man sich kaum entziehen: Dass seine pianistischen Mittel nahezu grenzenlos sind, ist unverkennbar. Viel mehr als technische Perfektion überraschen immer wieder seine intensive Ausdruckskraft und die Fähigkeit, Musik neu zu deuten. Als „Artist in Residence“ ist Daniil Trifonov ein zentrales Gesicht des Rheingauer Festivalsommers 2019. Sein Festivaldebüt gab er bereits 2004 im Alter von zwölf Jahren. Im Konzert mit den Bamberger Symphonikern und ihrem Chefdirigenten Jakub Hrusa interpretiert Trifonov sein eigenes Klavierkonzert als deutsche Erstaufführung. Im zweiten Teil spielen die Bamberger Symphoniker Bedrich Smetanas Tondichtung „Ma vlast“ (Mein Vaterland).

Daniil Trifonovs Magie kann man sich kaum entziehen: Dass seine pianistischen Mittel nahezu grenzenlos sind, ist unverkennbar. Viel mehr als technische Perfektion überraschen immer wieder seine intensive Ausdruckskraft und die Fähigkeit, Musik neu zu deuten. Trifonov, geboren in Russland, ausgebildet in Moskau und Cleveland, lebt in New York, spielt in den größten Konzertsälen der Welt und ist einer der aufregendsten Pianisten der Gegenwart. Als „Artist in Residence“ ist Daniil Trifonov ein zentrales Gesicht des Rheingauer Festivalsommers 2019. Sein Festivaldebüt gab Trifonov bereits 2004 im Alter von zwölf Jahren. Im Konzert mit den Bamberger Symphonikern und ihrem Chefdirigenten Jakub Hrusa interpretiert Trifonov sein eigenes Klavierkonzert als deutsche Erstaufführung, das seit seiner Uraufführung im Jahr 2014 weltweit gefeiert wird. Wie sehr er sich von der Musik seines berühmten Ahnen Sergej Rachmaninow inspirieren ließ, damit hält er in seinem ersten Klavierkonzert nicht hinterm Berg. Was Virtuosität, Sturm und Drang anbelangt, kann er seine Vorbilder nicht verleugnen und schlägt dennoch einen ganz eigenen Trifonov‘schen Weg ein. Im zweiten Teil des Konzerts spielen die Bamberger Symphoniker Bedrich Smetanas Tondichtung „Ma vlast“ (Mein Vaterland).

Sonntag, 29.03. / 03:40 Uhr / Vergissmeinnicht ~ Gala Dalí, Muse
Dokumentationsreihe, Frankreich, 2015, ARTE F 26 Min.
Regie: Jacques Malaterre
Online verfügbar von 22/03 bis 28/05

Das 20. Jahrhundert ist reich an Ereignissen, die Europa nachhaltig prägten. Die Reihe widmet sich jenen Menschen, die – wenn auch manchmal nur für kurze Zeit – zu Mitgestaltern der europäischen Geschichte wurden, später aber in Vergessenheit gerieten. Jede Folge schildert eines dieser besonderen Schicksale und setzt es in den jeweiligen historischen und gesellschaftspolitischen Zusammenhang.

In einer Burg im spanischen Púbol ruht eine Muse. Eine Bilderstürmerin, Geschäftsfrau und Freidenkerin, die große Künstler inspiriert hat. Der größte war Salvador Dalí. Ihm gab sich die Muse hin, sie liebte ihn leidenschaftlich, bis sie ihn im Herbst ihres Lebens einer jüngeren, vermeintlich schöneren, dem Modell Amanda Lear, überließ. Die Rede ist von Gala – einer der größten Musen des 20. Jahrhunderts. Wer war diese Frau wirklich, die die Männer so betört hat? Gala Djakonowa wird 1894 in Kasan an der Wolga geboren. Eigentlich heißt sie Jelena, nennt sich aber Gala. Sie wächst in Moskau in einem bürgerlich-kulturellen Umfeld auf. Als sie mit 17 Jahren an Tuberkulose erkrankt, schicken ihre Eltern sie in ein Sanatorium im schweizerischen Clavadel. Das junge Mädchen langweilt sich dort, bis es eines Tages einen blassen, kranken Dichter kennenlernt: Paul Eluard. Er wird die erste große Liebe ihres Lebens. 1917 heiraten Gala und Paul und bekommen eine Tochter, Cécile. Im Umkreis der Pariser Surrealisten wird Gala in einer offenen Beziehung zu Eluard auch die Geliebte von Max Ernst. 1929 lernt Eluard in der Pariser Pigalle einen jungen spanischen Maler kennen: Salvador Dalí. Er lädt das Paar zu einem Urlaub nach Spanien ein. Der rätselhafte Katalane ist von der charmanten Russin hingerissen. Sehr schnell beginnen die beiden ein Liebesverhältnis. Paul Eluard kehrt alleine nach Paris zurück. Gala will bei dem Maler bleiben. Ob Engel, Göttin oder Madonna – Gala wird fortan Dalís Bilder und Träume beherrschen. Gala bleibt bis heute ein Mysterium. Und sie blieb ein Leben lang eine Frau im Schatten der Kunst.

Zusatzinfo:
An historischen Wendepunkten waren häufig Menschen beteiligt, deren eigenes Schicksal dadurch eine bestimmte Richtung nahm, die später jedoch schnell in Vergessenheit gerieten. Das Englische hat für solche Helden, deren Taten nie besungen wurden, den Begriff „Unsung Heroes“. Die Reihe schildert 20 solcher Schicksale und stellt die damit verbundenen Ereignisse in einen gesamteuropäischen Zusammenhang. Mit umfangreichem historischem Archivmaterial, aktuellen Aufnahmen an Originalschauplätzen und zahlreichen O-Tönen vermittelt die Reihe bewegte Momente der Geschichte hautnah.

Montag, 30.03. / 05:00 Uhr / Bon Iver im Cork Opera House
Musik, Frankreich, 2017, ARTE F 74 Min.
Regie: David Ctiborsky
Online verfügbar von 23/03 bis 19/04

2008, der bis dato unbekannte Justin Vernon verbringt den Winter zurückgezogen in den Wäldern Wisconsins. Er kehrt als Bon Iver zurück und wird mit seiner mitreißenden, leicht melancholischen Musik in Form des Debütalbums „For Emma, Forever Ago“ bekannt. Im Herbst 2017 stellt er mit dem Kreativ-Festival „Sounds from a Safe Harbour“ in Cork ein einmaliges Musikerlebnis auf die Beine, bei dem unter anderem die Irin Lisa Hannigan, ein Chor sowie die Brüder Bryce und Aaron Dessner von The National mitwirken. Vernon begeistert durch eine Mischung aus neuen Songs und Neuauflagen seiner bekannten Hits – ein einmaliger und sehenswerter Auftritt.

Justin Vernon verwendete für den Titel des Debütalbums von Bon Iver eine Metapher für die erste große Liebe in Gestalt eines Vornamens: „For Emma, Forever Ago“. Diese erste Liebe scheint endlich, aber unvergessen. Das Album entstand im Winter 2008 in einer kleinen abgelegenen Hütte in den Wäldern Wisconsins, auch Vernons Künstlername ist auf diese Jahreszeit zurückzuführen. Das herzzerreißende Folk-Album wird zu seinem ersten großen Erfolg, vor allem durch die Ausstrahlung in US-Serien wie „Grey’s Anatomy“. Vernon ist ein herausragender Künstler, ein feinsinniger Musiker und ehrgeiziger Produzent, der auch den ein oder anderen Seitensprung zur elektronischen Musik wagt. Mit seinen melancholischen Melodien machte er sich als Singer-Songwriter einen Namen, der ihm zahlreiche Kooperationen mit anderen Künstlern einbrachte: von Wilco-Gitarrist Jeff Tweedy und Jazzmusiker Colin Stetson bis hin zu James Blake und Hip-Hop-Star Kanye West. Mit seinem zweiten Album „Bon Iver, Bon Iver“ gewann er einen Grammy. Das dritte Album „22, A Million“ wurde 2016 veröffentlicht und sogar noch erfolgreicher als die beiden Vorgänger. Beim Festival „Sounds from a Safe Harbour“ in Cork gab Vernon mit Bon Iver im Herbst 2017 ein exklusives Konzert in einmaliger Zusammenstellung: Gemeinsam mit seiner Bekannten Lisa Hannigan, einem Chor und den Zwillingen Bryce und Aaron Dessner von The National beglückte Vernon seine Fans mit einer unvergleichlichen Mischung aus neuen Songs und Neuauflagen seiner bekannten Hits.

Freitag, 03.04. / 21:45 Uhr / Nana Mouskouri ~ Momente ihres Lebens
Dokumentation, Deutschland, 2019, MDR 52 Min.
Regie: Jana Von Rautenberg
Online verfügbar von 03/04 bis 10/04
Erstausstrahlung
Nana Mouskouri ist die Stimme des Jahrhunderts. Eine international bekannte Persönlichkeit und Künstlerin, die ewig jung zu sein scheint. Ihre Markenzeichen: zeitloser Haarschnitt, Mittelscheitel, glattes Haar und eckige schwarze Brille. Sie hat die Menschen auf der ganzen Welt inspiriert und elektrisiert. In Deutschland genügt ein Liedtitel und jeder weiß, von wem die Rede ist: Nana Mouskouri. Was die „Weißen Rosen aus Athen“ in Deutschland sind, ist das Duett mit Michel Legrand „Quand on s’aime“ in Frankreich. Nana Mouskouri ist die weltweit bekannteste lebende Griechin, eine Künstlerin mit einer unvergleichbar erfolgreichen Gesangskarriere zwischen Chanson, Schlager und Jazz. Nana Mouskouri, das ist ein Dreivierteljahrhundert Leben mit und für die Musik. In einem langen Bogen greift die Dokumentation einzelne Momente aus dem Leben von Nana Mouskouri auf: Auftritte, Begegnungen, Entscheidungen und Krisen, die sie besonders geprägt haben.

Freitag, 03.04. / 22:35 Uhr / Tracks
Magazin, Frankreich, 2020, ARTE F 30 Min.
Regie: Realisateurs Differents
Journalist: David Combe, Jean-Marc Barbieux
Erstausstrahlung

Freitag, 03.04. / 23:10 Uhr / Yann Tiersen – Release-Party
Musik, Frankreich, 2019, ARTE F 65 Min.
Regie: Christian Beuchet
Online verfügbar von 27/03 bis 29/03
Erstausstrahlung

Yann Tiersen befasst sich in seinem neuen Album „All“ wieder mit seinen bretonisch-keltischen Wurzeln. Seit rund 15 Jahren lebt der aus Brest stammende Komponist auf der Insel Ouessant, wo er „All“ einspielte. Die Natur und die Geografie der Insel sind zentrale Themen seiner Musik, bereichert um bretonische Gesänge und eindrückliche Klang- und Außengeräuschaufnahmen.

Seit etwa 15 Jahren lebt Yann Tiersen auf der Insel Ouessant, die knapp 30 Kilometer vor der bretonischen Küste liegt. Hier entstand sein neues Album „All“ – und hierher lud er auch zu einer einzigartigen Release-Party ein, bei der er das komplette Album präsentierte. „All“ ist das Folgealbum seines 2016 erschienenen Werkes „Eusa“, das sowohl vom Publikum als auch von der Kritik begeistert aufgenommen wurde. In beiden Alben verarbeitet der Komponist seine Faszination für die Natur und seine Fragen zum Umgang damit.

Das Konzert ist ein Spaziergang über Ouessant – das „letzte Stück bretonischer Boden vor Amerika“, wie die Bewohner stolz sagen. Leuchttürme, steile Klippen, stürmische See, windgepeitschte Vegetation – eine Insel wie aus dem Bilderbuch. Inhaltlich verlässt Tiersens Album schon mal sein geliebtes Eiland. Der Künstler nahm verschiedene Außengeräusche auf und erschuf damit Tonkulissen von Orten, die für ihn eine starke Symbolik haben. So ist in „Usal Road“ Vogelgezwitscher aus dem Redwood-Nationalpark in Kalifornien zu hören. Einst lief ihm dort beim Freiluft-Violenspiel ein Berglöwe über den Weg. In „Tempelhof“ begleiten Stimmen spielender Kinder das sanfte Klavierspiel. Der Titel bezieht sich auf den stillgelegten Berliner Flughafen, der heute auch ein Containerdorf für Geflüchtete beherbergt. Die Kinder, die das Spielen nicht verlernt haben, kreieren eine bittersüße Klanglandschaft.

Für die Albumsession geht es wieder zurück nach Ouessant. Tiersen tritt dort im Juli 2019 vor kleinem Publikum in seinem Aufnahmestudio The Eskal auf. Eingebettet ist der kontemplative Musikgenuss in poetische Bilder der wildromantischen Insellandschaft.

Freitag, 03.04. / 00:15 Uhr / Berlin Live ~ The Heavy
Musik, Deutschland, 2019, ZDF 59 Min.
Regie: Stefan Mathieu
Mit: The Heavy
Online verfügbar von 02/04 bis 03/05
Erstausstrahlung

The Heavy – das ist die englische Indie-Rockband mit einem unverkennbar coolen Mix aus Funk, Soul, Rock ’n‘ Roll, Motown, Pop und Blues. Das Quartett um Kelvin Swaby und Dan Taylor wurde bereits vor über 20 Jahren ins Leben gerufen. Ihr Debütalbum erschien aber erst 2007. Seitdem ist diese Crossover-Entdeckung nach eigenen Worten „das am schlechtesten gehütete Geheimnis der Musikindustrie“. Das soll sich ändern: Im Rahmen von „Berlin Live“ präsentieren The Heavy ihre aktuellste Platte „Sons“ im Kult-Club SchwuZ.

Ende der 90er gründen der Sänger Kelvin Swaby und der Gitarrist Dan Taylor die Band The Heavy. Die britische Gruppe aus Noid bei Bath bringt aber erst 2007 ihre erste Platte heraus. Swaby und Taylor sind Mastermind und Motor dieser einzigartigen Fusion aus Indie-Rock, Neo-Soul und Funk. Ihren musikalischen Stil bezeichnen sie selbst in Interviews gerne so: „The Heavy ist eine garstige, aber grazile Bestie – sie schlägt heftig ein und umschmeichelt dich anschließend.“

Ihre neueste Platte „Sons“ stellen sie in einem Exklusivkonzert im Berliner Kult-Club SchwuZ vor – und das nicht ohne Hintergedanken, da sie sich „für das am schlechtesten gehütete Geheimnis der Musikindustrie“ halten. Willkommen bei „Berlin Live“!


Diese Übersicht wird stets mehrere Wochen vor den jeweiligen Sendeterminen erstellt. Aktuelle Programmänderungen sind nicht berücksichtigt. Diese finden sich auf arte.tv.