TV-Tipps arte:


Freitag, 03.04. / 21:45 Uhr / Nana Mouskouri ~ Momente ihres Lebens
Dokumentation, Deutschland, 2019, MDR 52 Min.
Regie: Jana Von Rautenberg
Online verfügbar von 03/04 bis 10/04
Erstausstrahlung
Nana Mouskouri ist die Stimme des Jahrhunderts. Eine international bekannte Persönlichkeit und Künstlerin, die ewig jung zu sein scheint. Ihre Markenzeichen: zeitloser Haarschnitt, Mittelscheitel, glattes Haar und eckige schwarze Brille. Sie hat die Menschen auf der ganzen Welt inspiriert und elektrisiert. In Deutschland genügt ein Liedtitel und jeder weiß, von wem die Rede ist: Nana Mouskouri. Was die „Weißen Rosen aus Athen“ in Deutschland sind, ist das Duett mit Michel Legrand „Quand on s’aime“ in Frankreich. Nana Mouskouri ist die weltweit bekannteste lebende Griechin, eine Künstlerin mit einer unvergleichbar erfolgreichen Gesangskarriere zwischen Chanson, Schlager und Jazz. Nana Mouskouri, das ist ein Dreivierteljahrhundert Leben mit und für die Musik. In einem langen Bogen greift die Dokumentation einzelne Momente aus dem Leben von Nana Mouskouri auf: Auftritte, Begegnungen, Entscheidungen und Krisen, die sie besonders geprägt haben.

Freitag, 03.04. / 22:35 Uhr / Tracks
Magazin, Frankreich, 2020, ARTE F 30 Min.
Regie: Realisateurs Differents
Journalist: David Combe, Jean-Marc Barbieux
Erstausstrahlung

Freitag, 03.04. / 23:10 Uhr / Yann Tiersen – Release-Party
Musik, Frankreich, 2019, ARTE F 65 Min.
Regie: Christian Beuchet
Online verfügbar von 27/03 bis 29/03
Erstausstrahlung

Yann Tiersen befasst sich in seinem neuen Album „All“ wieder mit seinen bretonisch-keltischen Wurzeln. Seit rund 15 Jahren lebt der aus Brest stammende Komponist auf der Insel Ouessant, wo er „All“ einspielte. Die Natur und die Geografie der Insel sind zentrale Themen seiner Musik, bereichert um bretonische Gesänge und eindrückliche Klang- und Außengeräuschaufnahmen.

Seit etwa 15 Jahren lebt Yann Tiersen auf der Insel Ouessant, die knapp 30 Kilometer vor der bretonischen Küste liegt. Hier entstand sein neues Album „All“ – und hierher lud er auch zu einer einzigartigen Release-Party ein, bei der er das komplette Album präsentierte. „All“ ist das Folgealbum seines 2016 erschienenen Werkes „Eusa“, das sowohl vom Publikum als auch von der Kritik begeistert aufgenommen wurde. In beiden Alben verarbeitet der Komponist seine Faszination für die Natur und seine Fragen zum Umgang damit.

Das Konzert ist ein Spaziergang über Ouessant – das „letzte Stück bretonischer Boden vor Amerika“, wie die Bewohner stolz sagen. Leuchttürme, steile Klippen, stürmische See, windgepeitschte Vegetation – eine Insel wie aus dem Bilderbuch. Inhaltlich verlässt Tiersens Album schon mal sein geliebtes Eiland. Der Künstler nahm verschiedene Außengeräusche auf und erschuf damit Tonkulissen von Orten, die für ihn eine starke Symbolik haben. So ist in „Usal Road“ Vogelgezwitscher aus dem Redwood-Nationalpark in Kalifornien zu hören. Einst lief ihm dort beim Freiluft-Violenspiel ein Berglöwe über den Weg. In „Tempelhof“ begleiten Stimmen spielender Kinder das sanfte Klavierspiel. Der Titel bezieht sich auf den stillgelegten Berliner Flughafen, der heute auch ein Containerdorf für Geflüchtete beherbergt. Die Kinder, die das Spielen nicht verlernt haben, kreieren eine bittersüße Klanglandschaft.

Für die Albumsession geht es wieder zurück nach Ouessant. Tiersen tritt dort im Juli 2019 vor kleinem Publikum in seinem Aufnahmestudio The Eskal auf. Eingebettet ist der kontemplative Musikgenuss in poetische Bilder der wildromantischen Insellandschaft.

Freitag, 03.04. / 00:15 Uhr / Berlin Live ~ The Heavy
Musik, Deutschland, 2019, ZDF 59 Min.
Regie: Stefan Mathieu
Mit: The Heavy
Online verfügbar von 02/04 bis 03/05
Erstausstrahlung

The Heavy – das ist die englische Indie-Rockband mit einem unverkennbar coolen Mix aus Funk, Soul, Rock ’n‘ Roll, Motown, Pop und Blues. Das Quartett um Kelvin Swaby und Dan Taylor wurde bereits vor über 20 Jahren ins Leben gerufen. Ihr Debütalbum erschien aber erst 2007. Seitdem ist diese Crossover-Entdeckung nach eigenen Worten „das am schlechtesten gehütete Geheimnis der Musikindustrie“. Das soll sich ändern: Im Rahmen von „Berlin Live“ präsentieren The Heavy ihre aktuellste Platte „Sons“ im Kult-Club SchwuZ.

Ende der 90er gründen der Sänger Kelvin Swaby und der Gitarrist Dan Taylor die Band The Heavy. Die britische Gruppe aus Noid bei Bath bringt aber erst 2007 ihre erste Platte heraus. Swaby und Taylor sind Mastermind und Motor dieser einzigartigen Fusion aus Indie-Rock, Neo-Soul und Funk. Ihren musikalischen Stil bezeichnen sie selbst in Interviews gerne so: „The Heavy ist eine garstige, aber grazile Bestie – sie schlägt heftig ein und umschmeichelt dich anschließend.“

Ihre neueste Platte „Sons“ stellen sie in einem Exklusivkonzert im Berliner Kult-Club SchwuZ vor – und das nicht ohne Hintergedanken, da sie sich „für das am schlechtesten gehütete Geheimnis der Musikindustrie“ halten. Willkommen bei „Berlin Live“!


Samstag, 04.04. / 06:00 Uhr / Zwölf Punkte für einen Hit ~ Der Eurovision Song Contest
Dokumentation, Frankreich, 2016, ARTE F 52 Min.
Regie: Claire Laborey
Online verfügbar von 28/03 bis 11/04

ARTE geht der Faszination des ESC auf den Grund, der seit mehr als 60 Jahren eine der meistgeschauten Fernsehshows in Europa ist. Die Ausgabe 2016 wurde in Schweden veranstaltet und rief Fans, Journalisten und sogar Wissenschaftler auf den Plan. Denn der ESC ist mehr als nur Glitzer und Glamour: Er ist auch ein politisches Schaufenster und spiegelt Spannungen und Unsicherheiten in Europa wider.

Seit mehr als 60 Jahren ist der Eurovision Song Contest (ESC) die meistgeschaute Fernsehshow in Europa. Jedes Jahr im Mai das gleiche Spiel: Etwa 40 Nationen treten an – von Irland bis Aserbaidschan. Mit Liedern, deren Refrains mitunter wie politische Statements klingen, begeistert der ESC die Europäer. Jedes Jahr versammeln sich Tausende Musikliebhaber, aber auch scharfsinnige Analytiker. So zum Beispiel der Präsident des britischen Fanclubs, ein deutscher Journalist, ein schwedischer Musikkritiker, ein in London wohnender amerikanischer Blogger und ein Wissenschaftler von der Universität Wien, der sich mit der Geschichte des ESC beschäftigt. Was verbirgt sich hinter dem Glitzer und Glamour des Eurovision Song Contest? Die Dokumentation zeigt bisher unveröffentlichte Archivaufnahmen und gibt Einblick in das Leben eines passionierten Fans. Der Wettbewerb 2016 wurde in Schweden ausgetragen, einem Land, das stolz auf große Erfolge zurückblickt. Spannende Rivalitäten zwischen der ukrainischen Sängerin Jamala und dem russischen Kandidaten Sergej Lasarew prägten diese Ausgabe. Ursprünglich wurde der Eurovision Song Contest ins Leben gerufen, um durch eine neue Übertragungstechnik Beziehungen zwischen einst verfeindeten Ländern zu knüpfen. Doch seit seiner Gründung im Jahr 1955 entwickelte sich der ESC auch zu einem politischen Schaufenster, das aktuelle Probleme verdeutlicht. Trug der Sieg der bärtigen Dragqueen Conchita Wurst inmitten der Diskussion um die gleichgeschlechtliche Ehe zu einem Wandel in Europa bei? Bei dem Wettbewerb stehen Menschen unterschiedlichster Herkunft, Sprache und sexueller Orientierung auf der Bühne. Ein Spiegelbild des heutigen Europas mit seinen Spannungen und Unsicherheiten.

Samstag, 04.04. / 19:30 Uhr / Chiles kleine Papagenos ~ Geigen für die Versöhnung
Dokumentation, Deutschland, 2019, SWR 43 Min.
Regie: Lourdes Picareta
Erstausstrahlung

In den Bergdörfern Südchiles, in der Region Araukanien, träumen Kinder von einer besseren Zukunft, weil sie klassische Musikinstrumente erlernen dürfen und hoffen, damit ihrem Elend zu entkommen. Stolz halten sie Geigen, Cellos, Klarinetten, Saxofone in ihren Händen, Instrumente, die sie, bevor es die mobile Musikschule Papageno gab, nicht einmal kannten. Die zehnjährigen Antonella, Max und Vania, aber auch Vanias jüngerer Brüder Axel und Rodrigo: Sie alle wollen inzwischen eines Tages Musiklehrer werden. Rodrigo ist gerade mal sechs Jahre alt und trägt seine Viertelgeige wie einen Schatz überallhin, auch zwei Stunden zu Fuß über den Berg, auf dem beschwerlichen Weg von der Schule nach Hause. Die drei Geschwister sind Kinder eines einfachen Holzfällers. Ein Großteil der Kinder aus den Bergdörfern gehören dem Volk der Mapuche an, der Ureinwohner Chiles. Seit Jahrhunderten kämpfen sie für ihre Rechte, gegen Landenteignung und Diskriminierung. Gerade ihnen öffnet das Projekt und die Stiftung Papageno ein Fenster zur Welt. Die Idee dazu hatte ein Tenor aus Österreich, der sich in die Landschaft in Südchile verliebt hatte und dafür seine Weltkarriere aufgab. Bereits 1.850 „kleine Papagenos“ haben von der Stiftung ein Instrument und kostenlosen Unterricht bekommen, und das sei nur ein Anfang, sagt der Stiftungsgründer. In dieser märchenhaften Region der Vulkane und der Seen, im Land der Mapuche, wo heute zugewanderte Großgrundbesitzer das Sagen haben, sind Geigen inzwischen zu einem Hoffnungsträger geworden. Der Hoffnung auf Versöhnung!

Sonntag, 05.04. / 11:05 Uhr / Künstlerinnen ~ Katharina Grosse kuratiert
Dokumentationsreihe, Deutschland, 2016, RBWDRSR 26 Min.
Regie: Claudia Müller
Online verfügbar von 05/04 bis 04/07

„Künstlerinnen“ ist eine vierteilige Reihe, in der eine Geschichte der Kunst aus Frauenperspektive dargestellt wird. In dieser Folge entwickelt Katharina Grosse in ihrem Berliner Atelier eine virtuelle Ausstellung mit Werken anderer Künstlerinnen. Der Zuschauer lernt weibliche Kunstgeschichte durch die Augen einer Künstlerin kennen.

Katharina Grosse ist eine der erfolgreichsten Malerinnen Deutschlands. Ihre großformatigen, ungegenständlichen Arbeiten sprengen die Grenzen zwischen Malerei, Skulptur und Installation. Mit ihren Sprayarbeiten verwandelt sie Innen- und Außenräume in komplexe Farbräume. Ihr Werk liefert einen neuen Ansatz für das, was Malerei sein kann: ein unbegrenztes Feld von Möglichkeiten. In ihrer virtuellen Ausstellung stellt Katharina Grosse Künstlerinnen aus unterschiedlichen Kulturkreisen vor: Lieblingskünstlerinnen wie Isa Genzken, Maria Lassnig und Valie Export, Neuentdeckungen wie die lange in Vergessenheit geratene Georgiana Houghton oder die Aborigine-Künstlerin Emily Kame Kngwarreye sowie jüngere Künstlerinnen wie Pamela Rosenkranz, Camille Henrot, Wangechi Mutu und die Neuseeländerin Judy Millar. Die Dokumentation begleitet den Entstehungsprozess der Ausstellung und liefert Informationen über die vorgestellten Künstlerinnen.

Sonntag, 05.04. / 14:50 Uhr / James Tissot ~ Maler der Bourgeoisie
Dokumentation, Frankreich, 2019, ARTE F 52 Min.
Regie: Pascale Bouhenic
Online verfügbar von 29/03 bis 04/06
Erstausstrahlung

James Tissot (1836-1902) war ein herausragender Maler und Porträtist, der aufgrund seiner Verbindungen zu Oberschicht und Modewelt lange missachtet wurde. Der Film zeigt ihn als vielschichtigen, teils widersprüchlichen Künstler – Provinzler in Paris, Franzose in London, bürgerliches Mitglied der Pariser Kommune –, der mit seiner vermeintlich oberflächlichen Kunst die sozialen Codes der gehobenen Gesellschaft offenlegte.

James Tissot (1836-1902) – Maler und Porträtist der gehobenen Gesellschaft zur Zeit des Zweiten Kaiserreichs – kam durch seine Eltern, einem Tuchmacher und eine Modistin, schon früh mit der noch jungen, aber immer bedeutsamer werdenden Modeindustrie in Kontakt und fand darin seine Leidenschaft. Wie seine Künstlerkollegen Manet, Baudelaire und Théophile Gautier begeisterte er sich für die zeitgenössische Mode, interessierte sich aber auch für alte Kostüme und exotischere Kleidung aus Japan oder Palästina. In London, wo Tissot zehn Jahre seines Lebens verbrachte, beobachtete und porträtierte er mit leicht spöttischem Blick die britische Gesellschaft. Besonders einfühlsam zeigte er sich in der Darstellung der verträumt-entrückt wirkenden Frauen, die etwas Geheimnisvolles ausstrahlten. Er illustrierte außerdem eine Bibel und eignete begegnete neuen Techniken wie Fotografie und Buchmalerei mit Neugier und ohne Vorbehalte. Im Laufe der Zeit veränderte er immer wieder seinen Stil, zeigte sich mal impressionistisch, dann wieder realistisch oder präraffaelitisch, was bei seinen Zeitgenossen zu Verwirrung führte. So konnte sein Freund Edgar Degas ihn nicht davon überzeugen, an der ersten Gruppenausstellung der Impressionisten 1874 in Paris teilzunehmen.Tissot ließ sich in keine Schublade stecken und fiel durch die Maschen der Kunstgeschichte. Heute werden seine Werke wiederentdeckt: In seiner 40-jährigen Schaffenszeit entstanden 300 Gemälde, 90 Radierungen, Gravuren, Skulpturen, Emaillearbeiten, Karikaturen und Illustrationen. Besonders erstaunlich sind das unglaubliche Spektrum seiner Kunst und seine Liebe zum Detail, die ihn zu einem beeindruckenden Chronisten seiner Epoche machen. Doch besonders faszinierend ist der unerklärliche Zauber, der von seinen Werken ausgeht. Die Welt, die er darstellt, ist viel mehr als eine einfache Abbildung der damaligen Zeit – sie zeigt eine besondere Art, zu sehen und zu denken. Der Film versucht, diesen unvergleichlichen Stil einzufangen.

Sonntag, 05.04. / 15:45 Uhr / Raffael – Ein sterblicher Gott
Dokumentation, Deutschland, 2020, ZDF 52 Min.
Regie: Henrike Sandner
Online verfügbar von 04/04 bis 04/07
Erstausstrahlung

Der Maler Raffaello Santi stirbt mit 37 Jahren am Karfreitag des Jahres 1520. Rom steht unter Schock. Es ist der Beginn des Raffael-Mythos, der bis heute weitererzählt wird und den Maler überhöht und glorifiziert. Sein Biograf Giorgio Vasari setzt ihn mit Gott gleich, die Romantik nimmt diesen Gedanken auf und stilisiert Raffael zum alterslosen und lasterfreien Kunstgenius. Die Moderne hat sich am Ende gerade deshalb so vehement von ihm abgewendet, ihn als „Kitschmaler“ abgetan. Doch was steckt hinter dem Mythos Raffael?

Anhand seines wohl berühmtesten Gemäldes, der „Sixtinischen Madonna“, folgt die Dokumentation der Spur des Künstlergenies. Worin liegt das Geheimnis der angeblich schönsten Madonna der Kunstgeschichte? Raffael wurde nicht zuletzt auch durch dieses Bild zum „größten Maler aller Zeiten“ stilisiert, an dem sich jeder künstlerische Ausdruck, jede Ästhetik zu messen versucht. Aber warum hat sich gerade die perfekte „Sixtinische Madonna“ wie kaum ein anderes Werk so weit von ihrem genialen Schöpfer entfernt?

Kaum jemand bringt die Madonna und vor allem die beiden Engel, die zu ihren Füßen liegen, noch mit dem Malergenie Raffael in Verbindung. Die Engel zieren Kaffeetassen oder Keksdosen, sind zu Kitschobjekten geworden. Steckte dahinter möglicherweise eine Absicht? Denn wer dem Leben des großen Renaissancemalers folgt, erkennt hinter dem verklärten Mythos das Prinzip Raffael. Der Meister wollte für die Ewigkeit malen, er wollte in seinem Werk lebendig bleiben. Das ist dem „göttlichen Maler“ grandios gelungen.

Sonntag, 05.04. / 16:40 Uhr / Metropolis ~ Singapur

Magazin, Deutschland, Frankreich, 2020, NDR 43 Min.
Online verfügbar von 05/04 bis 04/07
Erstausstrahlung

(1): Metropole Singapur
(2): Tanzcompagnie P7:1SMA

(1): Metropole Singapur
Singapur ist ein Laboratorium für die Stadt des 21. Jahrhunderts. Die Metropole wächst rasant und hat für die Klimatisierung den Wald zurück in die City und in die Gebäude geholt. Die multiethnische Bevölkerung ist offen für innovative Veränderungen, die Vorbildcharakter für andere Städte haben.

(2): Tanzcompagnie P7:1SMA
Die Compagnie arbeitet mit dem Vokabular des traditionellen malaysischen und des zeitgenössischen Tanzes. Die Tänzer mit multikulturellem Hintergrund erkunden die menschliche Existenz in ihren verschiedenen Schattierungen. Ihr Auftritt beschließt Ende März die Biennale in Singapur.

Sonntag, 05.04. / 17:25 Uhr / Ludwig van Beethoven: Christus am Ölberge ~ Christus am Ölberge
Schwerpunkt: LUDWIG VAN – Beethoven unlimited
Musik, Deutschland, Großbritannien, 2020, WDR 59 Min.
Regie: Kriss Russman
Komponist: Ludwig van Beethoven
Dirigent: Sir Simon Rattle
Orchester: London Symphony Orchestra
Chorleitung: Simon Halsey
Chor: London Symphony Chorus

Mit: Elsa Dreisig (Sopran), Pavol Breslik (Tenor), David Soar (Bass)
Erstausstrahlung

Es galt fast schon als vergessenes Meisterwerk: das einzige Oratorium Beethovens. Vor genau 217 Jahren, am 5. April 1803, wurde „Christus am Ölberge“ uraufgeführt. Obwohl die Uraufführung beim Publikum durchaus ein Erfolg war, wurde dieses Werk später nur noch selten dargeboten. Im Rahmen des Beethoven-Jahres 2020 führen das London Symphony Orchestra und der London Symphony Choir unter der Leitung von Sir Simon Rattle dieses Werk im Londoner Barbican Centre neu auf. Die Solistenrollen werden von den herausragenden Sängern Pavol Breslik (Tenor), Elsa Dreisig (Sopran) und David Soar (Bass) übernommen.

Das Oratorium befasst sich mit dem Beginn der Passionsgeschichte Jesu: Nach dem Abendmahl zieht sich Jesus mit seinen Jüngern in den Garten Gethsemane zurück, um zu beten. Die Handlung setzt dort ein, als Jesus seinen Vater um Trost bittet, gleichzeitig aber seinen bevorstehenden Kreuzestod „zum Heil der Menschheit“ willkommen heißt, und endet mit der Verhaftung durch die römischen Soldaten.

Sonntag, 05.04. / 21:40 Uhr / Filmstar mit Charakter – Simone Signoret
Dokumentation, Frankreich, 2019, ARTE F 52 Min.
Regie: Michèle Dominici
Online verfügbar von 29/03 bis 17/04
Erstausstrahlung

Schauspielerin, Schriftstellerin, engagierte Künstlerin und Zeugin ihrer Zeit: Simone Signoret. In einer Zeit, in der ein ganz bestimmtes Frauenbild auf der Leinwand vorherrschte, bestach die Charakterdarstellerin durch politisches Engagement und Klugheit – sie war mehr als nur ein schönes Gesicht. Rund 50 Filme realisierte sie in 40 Jahren – wie „Der Weg nach oben“ (1959) für den sie den Oscar erhielt. Sie nahm sich stets die Freiheit, ihre Rollen zu wählen, und auch die Freiheit, als Frau und Schauspielerin zu altern. Das neue Porträt zeigt Simone Signoret als Frau mit Herz, Kopf und Courage.

Sie war mehr als nur ein schönes Gesicht auf der Kinoleinwand, sie war ein Stück Frankreich: Simone Signoret. Unter dem Namen Simone Kaminker wurde die Tochter einer Französin und eines Polen jüdischer Herkunft am 25. März 1921 in Wiesbaden geboren. Ihr Plan, in Paris Jura zu studieren, scheiterte an den Kriegswirren. Nach Bürotätigkeiten begann sie ihre Karriere als Komparsin – bis zu ihrem Durchbruch 1950 mit Max Ophüls‘ Film „Der Reigen“. Rund 50 Filme realisierte sie in 40 Jahren, darunter die „Die Teuflischen“, „Die Katze“ oder „Goldhelm“. Ein wesentlicher Grund ihres Erfolgs war, dass Signoret sich den Luxus leistete, nur die Rollen zu spielen, die ihr wirklich zusagten. „Ich will tun, was mir gefällt. Und alles lassen, was mich langweilt und anödet. Aber das gilt nicht nur für die Karriere, das gilt für das ganze Leben“, sagte sie. Als ein Höhepunkt ihrer Karriere gilt der Film „Der Weg nach oben“, für den sie den Oscar erhielt, den Darstellerpreis von Cannes sowie den Preis der deutschen Filmkritik.

Entschlossen verweigerte sie sich dem Hochglanzimage der Filmwelt. Noch in den 70er Jahren spielte sie in zahlreichen Filmen, unter denen vor allem „Madame Rosa“ hervorragt. Darin spielt sie eine alternde ehemalige Prostituierte, die in einem schäbigen Pariser Mietshaus verlassene Kinder von anderen Dirnen betreut. Kaum eine andere Darstellerin bekannte sich so zum Älterwerden wie sie. Im französischen Kino stand sie für eine bestimmte authentische Art, Frauen zu filmen. Sie hat nie versucht, die Spuren vergehender Schönheit zu konservieren.

Gemeinsam mit ihrem zweiten Ehemann Yves Montand gehörte Signoret lange zu den kommunistischen Linksintellektuellen und dem Kreis um den Philosophen Jean-Paul Sartre und sympathisierte eine Zeitlang mit der KP.

„Im Film wie in der Wirklichkeit stand sie als Kämpferin gegen die Verletzung der Menschenrechte unter allen Regimen stets an der Spitze“, würdigte der ehemalige französische Kulturminister Jack Lang Signorets politisches Engagement.

Wegen ihrer herzlich-rauen Art wurde Signoret auch die „Löwin“ genannt. Ein Beiname, den ihr wohl ihre Kämpfernatur eingebracht hatte. Nie waren ihre Rollen gekünstelt, sie spielte immer sich selbst: „Eines Tages habe ich zwischen liebreizend und interessant gewählt und mich für interessant entschieden“, sagte sie.

Sonntag, 05.04. / 21:40 Uhr / 22:35 La Chana – Mein Leben, ein Tanz
Dokumentation, Spanien, 2019, ZDF 57 Min.
Regie: Lucija Stojevic
Online verfügbar von 05/04 bis 04/07
Erstausstrahlung

La Chana – das ist der Bühnenname der katalanischen Tanzlegende Antonia Santiago Amador. Als Jugendliche bringt sie sich den Flamenco selbst bei. Von da an ist der kraftvolle Tanz ihr Überlebenselixier. Peter Sellers sieht die junge Tänzerin und bittet sie im Film „Bobo ist der Größte“ (1967) aufzutreten. Am Höhepunkt ihrer Karriere verschwindet La Chana von der Bildfläche, um Mitte der 80er wiederaufzutauchen und erneute Erfolg zu feiern. Und auch heute, mit über 70 Jahren, hat die „Gitana“ ihr außergewöhnliches Rhythmusgefühl nicht verloren.

La Chana: Salvador Dalí gehörte zu ihren glühenden Verehrern, Peter Sellers wollte sie nach Hollywood mitnehmen. Die spanische Tänzerin gehört zu den ganz Großen des Flamencos, bis heute. Sie tanzt mit dem Herzen, vor allem aber mit einem mitreißenden Gespür für Rhythmus. Auch jetzt noch, mit über 70 Jahren.

Als junge Frau bringt sie sich den Tanz selbst bei und kann nicht mehr damit aufhören. „Der Tanz war das Licht, in dem ich mich lebendig fühlte“, sagt sie. Antonia Santiago Amador, wie sie mit bürgerlichem Namen heißt, begeistert in den 60er und 70er Jahren mit ihrem einzigartigen Tanzstil das internationale Publikum. Peter Sellers bat sie im Film „Bobo ist der Größte“ (1967) aufzutreten. Dann musste sie gegen ihren Willen die Bühne verlassen.

Doch Mitte der 80er tanzt sie sich zu neuen Erfolgen. 30 Jahre später plant sie ihr zweites Comeback und die junge Regisseurin Lucija Stojevic begleitet sie dabei. In ihrem sensiblen und Mut machenden Dokumentarfilm lässt sie die junge La Chana mit faszinierendem Archivmaterial wieder vor den Augen der Zuschauer tanzen – bis La Chana wieder selbst auf der Bühne steht. Obgleich ihre Knie wegen der jahrelangen Belastung durch den Tanz schmerzen und La Chana ihre letzte Vorstellung im Sitzen darbietet, zieht sie ihre Zuschauer mit einer unbändigen Energie in ihren Bann.

Zusatzinfo:
Beim 37. Festival international du film sur l’art (FIFA) gewann „La Chana“ den Grand Prix. Der Preis ist das i-Tüpfelchen auf einer langen Liste von Auszeichnungen, an deren erster Stelle gleich nach Erscheinen des Films im Jahr 2016 der Publikumspreis des IDFA in Amsterdam steht.

Sonntag, 05.04. / 23:35 Uhr / Tosca von Giacomo Puccini
Oper, Frankreich, Finnland, 2018, ARTEYLE 123 Min.
Regie: Hannu Kamppila
Komponist: Giacomo Puccini
Inszenierung: Christof Loy
Dirigent: Patrick Fournillier
Orchester: Orchester der Finnischen Nationaloper
Chor: Chor und Kinderchor der Finnischen Nationaloper
Libretto: Giuseppe Giacosa, Luigi Illica
Bühnenbild / Ausstattung / Bauten: Christian Schmidt
Kostüme: Christian Schmidt
Licht: Olaf Winter

Mit: Andrea Carè (Mario Cavaradossi), Tuomas Pursio (Baron Scarpia), Heikki Aalto (Küster), Tapani Plathan (Cesare Angelotti), Matias Haakana (Spoletta), Ausrinė Stundytė (Floria Tosca), Nicholas Söderlund (Sciarrone), Henri Uusitalo (Gefängniswärter), Kris-Andrea Haav (Mädchen), Alvari Stenbäck (Gennarino)
Online verfügbar von 29/03 bis 05/05
Erstausstrahlung

ARTE zeigt Puccinis Opernklassiker „Tosca“ aus der finnischen Nationaloper in Helsinki in einer Neuinszenierung von Christof Loy. Die Geschichte: Der skrupellose Polizeichef Scarpia missbraucht seine Amtsmacht, um die Sängerin Floria Tosca zu seiner Geliebten zu machen. Tosca wiederum hat ein Liebesverhältnis mit dem Maler und Freigeist Mario Cavaradossi. Eine Dreiecksgeschichte mit tragischem Ende.

Rom im Jahr 1800: Der skrupellose Polizeichef Scarpia missbraucht unter dem Deckmantel des regelkonformen Gesetzeshüters seine Amtsmacht, um an das Ziel seiner Wünsche zu gelangen, nämlich die Sängerin Floria Tosca zu seiner Geliebten zu machen. Die eifersüchtige Primadonna Tosca jedoch hat ein Liebesverhältnis mit dem Maler und Freigeist Mario Cavaradossi … Schon 1889 hatte Giacomo Puccini (1858-1924) die Idee, Victorien Sardous Schauspiel „La Tosca“ zu vertonen. Doch erst nach der Fertigstellung seines Meisterwerkes „La Bohème“ nahm er das Projekt in Angriff. Das Schauspiel von 1887 war mittlerweile ein großer Erfolg. Außerdem kam seit der Uraufführung von Mascagnis „Cavalleria rusticana“ 1890 der musikalische Verismo in Mode, mit dem „Tosca“ einige Berührungspunkte aufweist. 1896 gab Puccini das Libretto in Auftrag, zwei Jahre später begann er schließlich mit der Komposition, die gut eineinhalb Jahre in Anspruch nahm. Im Januar 1900 wurde „Tosca“ im römischen Teatro Costanzi uraufgeführt und trat ihren Siegeszug durch die Operngeschichte an.

Der Regisseur Christof Loy über „Tosca“: „Die berühmte Opernsängerin Floria Tosca hat ihr Leben der Kunst und der Liebe verschrieben, doch die Umstände machen die feinsinnige Frau zur Mörderin. Ein Drama, das sie sich nur auf der Opernbühne hätte vorstellen können, wird plötzlich Realität. Tosca verliert die Kontrolle und muss mit ansehen, wie sich ihr Leben in einen Alptraum verwandelt. Die zarte und zerbrechliche Frau flüchtet sich in Träume und Wahnvorstellungen, doch am Ende bleibt nur Hoffnungslosigkeit, die sie schließlich in den Selbstmord treibt.“

Montag, 06.04. / 05:50 Uhr / Stars von morgen präsentiert von Rolando Villazón
Musik, Deutschland, 2016, ZDF 44 Min.
Regie: Elisabeth Malzer
Dirigent: Giedre Slekyte
Orchester: Junge Sinfonie Berlin
Moderation: Rolando Villazón

Mit: Golda Schultz (Sopran), Arcis Saxophon Quartett, Anatoli Sivko (Bass), Mayumi Kanagawa (Violine)

Online verfügbar von 05/04 bis 06/05

Es ist wieder so weit: Rolando Villazón präsentiert in vier neuen Folgen seine „Stars von morgen“. Schauplatz der Sendung ist das ehemalige Stummfilmkino Delphi in Berlin. Begleitet werden die Musiker, die am Beginn einer außergewöhnlichen Karriere stehen, von der Jungen Sinfonie Berlin. In der Auftaktfolge dieser Staffel wird das Orchester von Giedre Slekyte dirigiert.

Zu vier neuen Folgen lädt Rolando Villazón seine „Stars von morgen” nach Berlin ein. Zum Auftakt begrüßt der mexikanische Tenor im ehemaligen Stummfilmkino Delphi die Sopranistin Golda Schultz, den Bass Anatoli Sivko, die Geigerin Mayumi Kanagawa und das Arcis Saxophon Quartett.

Spätestens seit ihrem Debüt bei den Salzburger Festspielen 2015 zählt Golda Schultz zu den aufregendsten neuen Stimmen der Klassik. Die junge Sopranistin aus Südafrika ist im Ensemble der Münchner Staatsoper und feiert in dieser Saison ihre Premiere an der Mailänder Scala.

Schon zwei Jahre nach Abschluss seines Gesangsstudiums in Minsk gewann der Bass Anatoli Sivko 2015 den großen Wettbewerb „Neue Stimmen“, der ihm die Türen zu Engagements in London, Amsterdam, Barcelona und München geöffnet hat. Ein „Star von morgen“ auf dem Weg zu einer internationalen Karriere.

Im Alter von vier Jahren begann Mayumi Kanagawa Geige zu spielen, studierte später in New York und Los Angeles und gewann mit 19 Jahren den renommierten Violinwettbewerb Jascha Heifetz in Vilnius. Bei den „Stars von morgen“ spielt sie ein Bravourstück des polnischen Geigenvirtuosen Henryk Wieniawski.

Mit großer Musikalität, Vielfalt und einer faszinierenden Präzision begeistert das Arcis Saxophon Quartett sein Publikum. Die Musiker, die sich beim Studium in München kennengelernt haben, spielen eine Bearbeitung alter ungarischer Tänze.

Das „Stars von morgen“-Orchester ist einmal mehr die Junge Sinfonie Berlin, die in der Auftaktsendung dieser Staffel von der litauischen Dirigentin Giedre Slekyte geleitet wird.

Dienstag, 07.04. / 05:00 Uhr / Stars von morgen präsentiert von Rolando Villazón
Musik, Deutschland, 2016, ZDF 44 Min.
Regie: Elisabeth Malzer
Dirigent: Giedre Slekyte
Orchester: Junge Sinfonie Berlin
Moderation: Rolando Villazón

Mit: Mathilde Caldérini (Flöte), Levy Sekgapane (Tenor), Christoph Sietzen (Percussion), Dmitri Levkovich (Piano)

Online verfügbar von 06/04 bis 07/05

Im ehemaligen Berliner Stummfilmkino Delphi präsentiert Gastgeber Rolando Villazón vier neue „Stars von morgen“: die Flötistin Mathilde Caldérini, den Tenor Levy Sekgapane, den Pianisten Dmitri Levkovich und den Schlagzeuger Christoph Sietzen.

Die französische Flötistin Mathilde Caldérini hat bereits auf so großen Konzertbühnen wie dem Concertgebouw in Amsterdam oder der Royal Albert Hall in London gespielt. Bei den „Stars von morgen“ macht sie den musikalischen Auftakt mit einem Rondo von Wolfgang Amadeus Mozart.

Mit dem Belvedere-Gesangswettbewerb und der Montserrat Caballé Competition hat der südafrikanische Tenor Levy Sekgapane 2015 gleich zwei bedeutende Preise gewonnen. Besonders mit Rossini gelang es ihm, die Kritiker zu begeistern. Davon kann sich auch das Publikum im Stummfilmkino Delphi überzeugen.

Dmitri Levkovich wurde in der Ukraine geboren und ist in Kanada aufgewachsen. Der auf zahlreichen Wettbewerben erfolgreiche Pianist hat auch Komposition studiert. Bei den „Stars von morgen“ stellt er mit Klaviermusik von Prokofjew seine große Virtuosität unter Beweis.

Der in Salzburg geborene Schlagzeuger Christoph Sietzen wird als Ausnahmetalent gefeiert – zu Recht! Technisch perfekt und mit einer erfrischenden Musikalität präsentiert er sich bei Rolando Villazón mit einem modernen Klassiker: „Rebonds B“ von Iannis Xenakis.

Die Junge Sinfonie Berlin, seit der allerersten Folge das „Stars von morgen“-Orchester, wird von der mehrfach ausgezeichneten litauischen Dirigentin Giedre Slekyte geleitet.

Mittwoch, 08.04. / 05:25 Uhr / Stars von morgen präsentiert von Rolando Villazón
Musik, Deutschland, 2016, ZDF 44 Min.
Regie: Elisabeth Malzer
Dirigent: Elias Grandy
Orchester: Junge Sinfonie Berlin
Moderation: Rolando Villazón

Mit: Elsa Benoit (Sopran), Quatuor Anches Hantées, Manuel Walser (Bariton), Anastasia Kobekina (Violoncello)

Online verfügbar von 07/04 bis 08/05

Einmal mehr begrüßt Rolando Villazón die Zuschauer in der Werkstattkulisse des ehemaligen Stummfilmkinos Delphi in Berlin. Drei junge Musiker und ein ungewöhnliches Ensemble beweisen im Live-Konzert, dass sie als „Stars von morgen“ auf dem Sprung zur großen internationalen Karriere stehen.

Die französische Sopranistin Elsa Benoit sang schon während ihres Studiums im Amsterdamer Concertgebouw und gewann Preise bei internationalen Wettbewerben. Heute ist sie im Ensemble der Bayerischen Staatsoper. Kritiker schwärmen, ihre Stimme sei ein Ohrenschmaus und jede Note sei bei ihr Ausdruck.

Der Schweizer Bariton Manuel Walser trat schon als Kind gemeinsam mit seinem Vater, einem Optiker, als Gesangsduo auf. Im Alter von 7 Jahren war er an der Musikschule von Sankt Gallen, mit 18 beim Meisterkurs von Thomas Quasthoff: Der vielseitige Bariton geht als Lied- und Opernsänger seinen Weg.

Die Eltern waren froh, dass sich die vierjährige Anastasia Kobekina für das Cello entschied, weil das beim Üben die Nachbarn nicht so sehr nerve wie andere Instrumente. 18 Jahre später wird sie von der Presse als die „Prinzessin des Violoncellos“ gefeiert und nervt mit ihrem ebenso lyrischen wie technisch perfekten Cellospiel ganz sicher niemanden mehr.

Die vier Klarinettenvirtuosen der Anches Hantées (auf Deutsch: „spukende Rohrblätter“) verzaubern das Publikum mit ihren ebenso unterhaltsamen wie mitreißenden Konzertprogrammen, oft Klassik-Hits im neuen, ungewöhnlichen Bläserklang.

Das „Stars von morgen“-Orchester ist einmal mehr die Junge Sinfonie Berlin unter der Leitung von Elias Grandy.

Donnerstag, 09.04. / 05:00 Uhr / Stars von morgen präsentiert von Rolando Villazón
Musik, Deutschland, 2016, ZDF 44 Min.
Regie: Elisabeth Malzer
Dirigent: Elias Grandy
Orchester: Junge Sinfonie Berlin
Moderation: Rolando Villazón

Mit: Seong-Jin Cho (Klavier), Tara Erraught (Mezzosopran), Noa Wildschut (Violine), Michael Buchanan (Posaune)

Online verfügbar von 08/04 bis 09/05

Zum Abschluss dieser Staffel präsentiert Gastgeber Rolando Villazón vier außergewöhnliche „Stars von morgen“, die auf dem besten Weg sind, als Künstler international erfolgreich zu sein. Im reizvollen Ambiente des ehemaligen Berliner Stummfilmkinos Delphi werden sie von der Jungen Sinfonie Berlin unter der Leitung von Elias Grandy begleitet.

Zum Finale dieser Staffel präsentiert Rolando Villazón im ehemaligen Berliner Stimmfilmkino Delphi vier neue „Stars von morgen“, deren internationale Karriere sich schon jetzt abzeichnet.

Die junge irische Mezzosopranistin Tara Erraught zählt bereits zu den besten Sängerinnen ihres Fachs. In München, wo sie zum Ensemble der Bayerischen Staatsoper gehört, ist sie schon ein Publikumsliebling. Bei den „Stars von morgen“ singt sie eine Koloraturarie aus Rossinis „La Cenerentola“ und gemeinsam mit Rolando Villazón das irische Volkslied „Danny Boy“.

Seong-Jin Cho hat geschafft, wovon die meisten Pianisten nur träumen: Er ist Gewinner des Warschauer Chopin-Wettbewerbs 2015. Damit stehen dem Südkoreaner die Türen für eine große Karriere offen. Dass er nicht nur Chopin spielen kann, beweist er bei Rolando Villazón mit dem Finale aus Tschaikowskys Klavierkonzert in b-Moll.

Mit gerade 15 Jahren ist die niederländische Geigerin Noa Wildschut der Youngster unter den Künstlern dieser Folge. Die Stipendiatin von Anne-Sophie Mutter, die im Alter von vier Jahren mit der Geige begann, verblüfft bei den „Stars von morgen“ mit ihrer Virtuosität und einem für ihr Alter überraschend reifen Spiel.

Die Posaune ist nicht das Instrument, mit dem man ohne weiteres die Konzertpodien erobert. Doch der Brite Michael Buchanan schafft es. Der Gewinner des ARD-Musikwettbewerbs 2015 begeistert sein Publikum nicht nur durch sein Können, sondern durch die Souveränität und sympathische Leichtigkeit seines Auftritts.

Die „Stars von morgen“ werden von der Jungen Sinfonie Berlin unter der Leitung von Elias Grandy begleitet.

Freitag, 10.04. / 22:40 Uhr / Jesus Christ Superstar – Live in Concert
Musical, USA, 2019, ZDF 100 Min.
Regie: David Leveaux, Alex Rudzinski
Komponist: Andrew Lloyd Webber
Autor: Tim Rice

Mit: Alice Cooper (Herodes Antipas), John Legend (Jesus Christus), Sara Bareilles (Maria Magdalena), Brandon Victor Dixon (Judas Iskariot), Ben Daniels (Pontius Pilatus), Norm Lewis (Kajaphas), Jason Tam (Simon Petrus), Jin Ha (Hannas), Erik Grönwall (Simon Zelotes)

Online verfügbar von 09/04 bis 10/05
Erstausstrahlung

„Jesus Christ Superstar Live in Concert“ ist ein opulent gefilmter Konzertabend der Rockoper von Andrew Lloyd Webber und Tim Rice. Die Story veranschaulicht und dramatisiert die letzten sieben Tage im Leben von Jesus Christus mit den Mitteln der Popmusik. Erzählt wird die Geschichte aus der Perspektive von Judas, der mit dem wachsenden Erfolg von Jesus bei seinen Anhängern misstrauisch wird. Als Jesus im Tempel die Geldwechsler zur Rede stellt, wendet sich Judas gegen seinen Lehrer und setzt tragische Ereignisse in Gang.

Ein All-Star-Cast mit John Legend als Jesus Christus, Sara Bareilles als Maria Magdalena, Brandon Victor als Judas und Alice Cooper als König Herodes spielen vor der Kulisse eines Off-Theaters in Brooklyn. Die TV-Version der Aufführung war 13-mal für den Emmy Award nominiert und gewann fünf Emmys.


Samstag, 11.04. / 05:20 Uhr / Live Art ~ 14 Rooms
Magazin, Frankreich, 2016, ARTE F 26 Min.
Regie: Heinz Peter Schwerfel
Online verfügbar von 11/04 bis 11/05

Was ist eine lebende Skulptur? Für „14 Rooms“ wurden 14 internationale Künstler dazu eingeladen, in einem von Herzog & de Meuron gestalteten Raum jeweils ein Zimmer mit einer Performance zu bespielen. Unter den Performance-Künstlern waren unter anderem Marina Abramovic, Allora & Calzadilla, Ed Atkins und John Baldessari. In den interaktiven Erlebnisräumen kam es zu überraschenden und oft auch bewegenden Begegnungen zwischen den Betrachtern und den Akteuren.

„14 Rooms“ war ein einmaliges Ausstellungskonzept, bei dem von 14 Performance-Künstlern weiße, 25 Quadratmeter große Räume mit lebenden Skulpturen bespielt wurden. Hinter jeder Tür entstand dabei eine neue Situation. In „14 Rooms“ wurde das Verhältnis von Raum, Zeit und Körperlichkeit anhand einer interaktiven Kunstpraxis erforscht, deren „Material“ der Mensch ist. Die Dokumentation zeigt nicht nur das Ausstellungsprojekt, sondern gibt auch einen geschichtlichen Überblick über die Performance als subjektive und vergängliche Kunstform, von den Pionierinnen Joan Jonas und Marina Abramovic bis hin zu den neueren Kreationen von Santiago Sierra (Spanien), Damien Hirst (Großbritannien) und Xu Zhen (China). Die oft sehr intimen Performances wurden diskret mit einer beweglichen, manchmal auch versteckten Kamera gefilmt. So können die Betrachter und ihre Reaktionen beobachtet und dank Zeitraffer ein Gefühl für die Gesamtdauer der einzelnen Kunstwerke vermittelt werden. Ferner wird dem Zuschauer ein Einblick hinter die Kulissen und in die Proberäume gewährt. Dazu gibt es zahlreiche Interviews mit den Performern, mit Künstlern wie Marina Abramovic, Joan Jonas, Otobong Nkanga und Laura Lima, mit dem Architekten Jacques Herzog – dessen Büro Herzog & de Meuron die 14 Räume entworfen hat – sowie mit den beiden Kuratoren der Ausstellung, Klaus Biesenbach (Leiter des MoMA PS1) und Hans Ulrich Obrist. Das Projekt „14 Rooms“ ist eine Kooperation zwischen der Fondation Beyeler, der Art Basel und dem Theater Basel aus dem Jahr 2014.

Samstag, 11.04. / 05:50 Uhr / Live Art ~ Philippe Parreno
Magazin, Frankreich, 2016, ARTE F 26 Min.
Regie: Heinz Peter Schwerfel
Online verfügbar von 11/04 bis 11/05

Seit rund 40 Jahren wendet sich die moderne Kunst dem Performativen und dem Ephemeren zu. Solche Kunstwerke faszinieren gerade wegen ihrer Vergänglichkeit und Flüchtigkeit. Sie sind nur für eine gewisse Zeit im Ausstellungsraum zu erleben und verschwinden danach in der Erinnerung oder in den Archiven. Die vierteilige ARTE-Reihe hat einige solcher aktuellen Werke sowie deren Entstehungsprozess in Bildern festgehalten und stellt bedeutende Künstler der „Live Art“ vor. Lässt sich Zeit ausstellen? New York, Juni 2015: Im riesigen Ausstellungsgelände der Armory Drill Hall werden Filmleinwände hochgezogen und heruntergelassen, blinken Hunderte Glühbirnen, und eine runde Tribüne dreht sich um sich selbst. Drei Flügel spielen, davon zwei ohne Pianist. Wie von Geisterhand werden die Tasten und Pedale gedrückt, schlagen die Hämmer an die Saiten. Der Künstler Philippe Parreno ist jener Zauberer, der Filme zu Skulpturen werden lässt und über Computer Gefühlszustände inszeniert. Ein Dirigent des Unsichtbaren, Choreograph von Klängen und Licht.

Kann man Zeit ausstellen? New York, Juni 2015: Im riesigen Ausstellungsgelände der Armory Drill Hall werden Filmleinwände hochgezogen und heruntergelassen, blinken Hunderte Glühbirnen, und eine runde Tribüne dreht sich um sich selbst. Drei Flügel spielen, davon zwei ohne Pianist. Wie von Geisterhand werden die Tasten und Pedale gedrückt, schlagen die Hämmer an die Saiten. Philippe Parreno, Jahrgang 1964, lebt in Paris. Ein Künstler, der Filme zu Skulpturen werden lässt und über Computer Gefühlszustände inszeniert. Ein Dirigent des Unsichtbaren, Choreograph von Klang- und Lichteffekten. Seine Werke existieren niemals allein, sie funktionieren nur als Werkensemble und dies auch nur als Teil einer vergänglichen Kunstinstallation. Seit den 90er Jahren verstehen sich Philippe Parrenos Projekte als Spielarten dieses Ansatzes. Der Künstler sucht die ob die ihrer Flüchtigkeit einzigartige Erfahrung: das fein gesteuerte Wechselspiel von Werken und Ausstellungsbesuchern im Raum.

Samstag, 11.04. / 06:20 Uhr / Colossi of Love
Dokumentation, Frankreich, Griechenland, 2010, ARTEERT 53 Min.
Regie: Nikos Mistriotis
Online verfügbar von 11/04 bis 18/04

Das waren noch Zeiten, als feine Sandstrände und mediterranes Flair die ersten Urlauberströme nach Hellas lockten und junge griechische „Kamaki“ – das Gegenstück zum italienischen Papagallo – in gewaltigen Schlaghosen und mit glänzenden Goldkettchen auf der nackten Brust angeheiterte skandinavische Blondinen anbaggerten. Angesichts der Fülle des Angebots setzte der griechische Charmeur seinen gesamten Ehrgeiz ein, um möglichst viele der begehrten Trophäen zu sammeln, waren doch voreheliche Beziehungen bis dahin strengstens verpönt. Ein rasanter Wandel der Sitten sollte aber auch hier nicht lange auf sich warten lassen.

Um die Mitte der 70er Jahre, kaum ist die dunkle Zeit der Militärjunta vorbei, explodiert in Griechenland der Tourismus. In diesem Kontext tritt der „Kamaki“ (wörtlich: „Harpune“) auf den Plan. Der griechische Macho erscheint gezielt an den Orten mit den meisten Touristinnen. In einfachen Verhältnissen oder auf dem Lande aufgewachsen, folgt der Kamaki einem raffinierten Kleidungskodex, der sich an der damaligen Disco-Mode orientiert. Sein rudimentäres Englisch setzt er geschickt und äußerst selbstbewusst bei seiner Verführungsstrategie ein. Gerne prahlt er mit seinen zahlreichen ausländischen Eroberungen. Die Kamakis empfinden untereinander ein starkes Solidaritätsgefühl und unterwerfen sich einem gewissen Ehrenkodex. In der Hafenstadt Nafplion auf dem Peloponnes unterhielten sie sogar ein eigenes Syndikat.

Während der 80er Jahre zieht es die Kamakis mit aller Macht nach Rhodos. Die Insel steht als Urlaubsziel bei skandinavischen, holländischen und deutschen Touristinnen ganz hoch im Kurs. Einheimische und Touristinnen treffen sich zumeist in den Diskotheken. Dort produzieren sich die Kamakis bevorzugt auf der Tanzfläche. Deswegen spielen Disco-Musik und -Ambiente auch eine zentrale Rolle in der Dokumentation von Nikos Mistriotis.

Das Kamaki-Phänomen schwappt auf die Inseln Kreta, Mykonos, Kos und Rhodos über und hält sich dort zwei Jahrzehnte lang. In den 80er Jahren erlebt das Klischee des griechischen Don Juan seine Sternstunde in den Medien, es liefert den Stoff für Filme wie „Summer Lovers“ (1982) oder „Shirley Valentine – Auf Wiedersehen, mein lieber Mann“ (1989).

Viele Urlauberinnen waren auf der Suche nach dem perfekten Lover, der ihre Sommerfantasien erfüllen sollte. Aber erstaunlicherweise gingen gerade auf der Insel Rhodos aus heißen Sommerflirts Tausende von binationalen Ehen hervor. Das führte wiederum zur Gründung der ersten internationalen Schule Griechenlands.

Zusatzinfo:
Der griechische Filmemacher Nikos Mistriotis stellt in seiner Dokumentation einige ehemalige Kamakis vor und erzählt, was aus ihnen geworden ist und wie sie heute leben.

Samstag, 11.04. / 02:15 Uhr / Square für Künstler ~ Carte Blanche für Kerstin Polte, Filmemacherin
Magazin, Frankreich, 2018, ARTE 26 Min.
Online verfügbar von 04/04 bis 18/04

„Square“ ist das bimediale Magazin auf ARTE. Die Sendung stellt die philosophischen, literarischen, künstlerischen und technischen Innovationen unserer heutigen Gesellschaften in den Mittelpunkt. Es geht um neue Ideen in allen Bereichen – nicht nur in Deutschland und Frankreich, sondern weltweit. „Square“ befasst sich vor allem mit dem Blick der Kreativen und Künstler auf eine Welt, die sich rasant bewegt.

Starke Frauen spielen bei Kerstin Polte große Rollen: Bevor ihr erster Spielfilm „Wer hat eigentlich die Liebe erfunden?“ Corinna Harfouch, Meret Becker und Sabine Timoteo in die deutschen Kinos kam, drehte sie für „Square“ einen Film über Sookee. In der Rapperszene auch als „Quing of Berlin“ bekannt, singt Sookee gegen Sexismus, Homophobie und Rassismus. Sie versucht, ein anderes Frauenbild als ihre männlichen Rapperkollegen, aber auch als die weiblichen Hip-Hopperinnen zu vermitteln. Sookee studierte Linguistik, und wenn sie nicht gerade auf der Bühne steht, unterrichet sie in einer Berliner Schule. Sie engagiert sich in der Jugendarbeit, wenn es zum Beispiel darum geht, Kinder und Jugendliche über die Queer-Szene aufzuklären. Sie sagt von sich selbst, dass sie sich nicht von Menschen aufgrund ihres Geschlechts angezogen fühlt, sondern von einer Person an sich.

Sookee ist eine Kämpferin, eine Feministin der neuen Generation – was sonst noch hinter dieser Powerfrau steckt, will Kerstin Polte in ihrem Film zeigen.

Sonntag, 12.04. (Ostersonntag) / 06:10 Uhr / Henry Miller ~ Prophet der Lüste
Dokumentation, Deutschland, 2016, SWR 52 Min.
Regie: Gero Von Boehm
Online verfügbar von 12/04 bis 19/04

Bis heute ist er die Lieblings-Hassgestalt amerikanischer Puritaner und gehört doch längst zu den großen Figuren des 20. Jahrhunderts. Zu Lebzeiten wurde Henry Miller, der unangepasste Skandalautor, entweder als Bürgerschreck und Sexist verschrien oder als Sex-Guru wie ein Heiliger verehrt. Während er in Paris freizügig lebte und Künstler wurde, waren seine Romane in den USA lange verboten. Im Leben des Außenseiters, der in selten gezeigtem Archivmaterial zu Wort kommt, waren Frauen entscheidend – allen voran Anaïs Nin. Das Porträt von Gero von Boehm zeigt, wer Henry Miller wirklich war und was er in Wahrheit verkörperte: nur sich selbst.

Henry Miller wuchs als Kind deutscher Einwanderer im einstigen deutschen Viertel Yorkville in New York auf. Die Enge seiner Herkunft und die Strenge seiner Mutter weckten den Rebellen in ihm. Nicht in seiner Heimat Amerika konnte er Künstler werden, sondern im Paris der 30er Jahre. Hier lebt er das freie Leben eines mittellosen Bohemiens, beginnt zu schreiben. Die Schriftstellerin Anaïs Nin lernt Miller 1932 kennen, sie unterstützt ihn finanziell, zelebriert mit ihm eine tabufreie erotische Beziehung, befördert seine Schriftstellerkarriere. In den 40er Jahren in die von ihm verhassten USA zurückgekehrt, fand Miller an der kalifornischen Küste in Big Sur eine Bleibe. Seine Bücher konnte er zunächst nur in Frankreich veröffentlichen. Bis eines seiner Hauptwerke, „Wendekreis des Krebses“, in den USA erschien, vergingen knapp 30 Jahre. Nie fand er die Gefährtin seines Lebens, auch in fünf Ehen nicht. „Er jagte von Jugend an einem unerreichbaren Ideal nach“, sagt Millers Biograf Arthur Hoyle. Ob in New York, im Pool seiner Villa oder auf seinen Partys, immer präsentierte er sich als der, der er war – einfach Henry Miller. In seltenem Archivmaterial spricht der alte Miller über sich und sein Leben, auf das er ohne Umschweife und mit Augenzwinkern zurückblickt.

Sonntag, 12.04. (Ostersonntag) / 16:00 Uhr / Egon Schiele
Dokumentation, Deutschland, 2017, ARTEORF 55 Min.
Regie: Herbert Eisenschenk
Online verfügbar von 05/04 bis 12/05

Seit 100 Jahren versucht die kunstinteressierte Gesellschaft, sich mit dem verstörenden Werk des österreichischen Malers Egon Schiele auseinanderzusetzen. Heute zählt Schieles Werk zum Teuersten, was am internationalen Kunstmarkt gehandelt wird. Aber das von ihm Dargestellte vermag noch immer zu verunsichern und zu polarisieren. Die Dokumentation „Egon Schiele“ beleuchtet aus seinem kurzen Leben verborgene Hintergründe und oft wenig bekannte Ereignisse, die Anlass und Quelle für seine Kunst gewesen sein mögen. Ereignisse, die zwischen berührender Innigkeit und nur schwer erträglicher Wahrhaftigkeit ihren unverrückbaren Platz eingenommen haben.

Einsamkeit, Neugierde am Okkulten, Ablehnung, Verehrung. Lust und Laster, Verdammung, Bestrafung. Nicht zu vergessen der kurze und kometenhafte Aufstieg in die strahlenden Höhen des Künstlerolymps, der sinnlos erscheinende frühe Tod, schließlich die Gegenwart mit Verehrungs- und Heiligsprechungstendenzen. Dies sind die Bausteine des kurzen Lebens von Egon Schiele. Sie und seine bis heute schwer zu entschlüsselnde Kunst bilden auch 100 Jahre nach seinem Tod jenes Material, aus dem die Legenden der Unerreichbaren gefertigt sind. Aber wer sich die Mühe macht, sich nicht von dieser affektbeladenen Fassade einschüchtern zu lassen, sondern hinter diese zu blicken, dem sollte es auch gelingen, in seiner Kunst die Seele des Menschen Schiele zu erkennen. Diese Begegnung mag verstören: Was sie uns mitzuteilen hat, wurde oft mit brutaler Ehrlichkeit auf Leinwände und Papier gebannt. Es ist weit entfernt von Schönheit und Harmlosigkeit angesiedelt. Egon Schiele entkleidet die Gesellschaft und sich selbst nachhaltig und im doppelten Sinne. Wie Sigmund Freud drang auch er in jene Zonen des Menschseins vor, wo ästhetisches Empfinden eine untergeordnete Rolle spielt. Sein Blick legte die aus dem Verborgenen heraus wirkenden menschlichen Triebe genauso schonungslos frei, wie er menschliches Sein als Leidensweg des physischen und seelischen Schmerzes entzifferte. 100 Jahre nach Schieles Tod versucht die Dokumentation nicht das Genie zu huldigen, sondern die inneren Zusammenhänge aufzudecken, die Schieles unvergleichliches Werk erst ermöglichten.

Sonntag, 12.04. (Ostersonntag) / 16:55 Uhr / Wien feiert Beethoven ~ Philippe Jordan und die Wiener Symphoniker
Schwerpunkt: LUDWIG VAN – Beethoven unlimited
Musik, Frankreich, Österreich, 2020, ARTEORF 86 Min.
Regie: Hans Hadulla
Dirigent: Philippe Jordan
Orchester: Wiener Symphoniker
Chorleitung: Heinz Ferlesch
Chor: Wiener Singakademie
Komponist und Autor: Ludwig van Beethoven

Mit: Anke Vondung (Mezzosopran ), Allan Clayton (Tenor), Nicholas Angelich (Klavier), Jacquelyn Wagner (Sopran), Hanno Müller-Brachmann (Bass-bariton)

Online verfügbar von 05/04 bis 12/05
Erstausstrahlung

Im Rahmen des Beethoven-Jahres 2020 zeigt ARTE die „Große Akademie“, ein ganz besonderes Konzert aus dem Wiener Konzerthaus. Der 22. Dezember 1808 ist in die Musikgeschichte eingegangen, denn an diesem Abend wurde in Wien ein vierstündiges Konzert mit gleich vier Beethoven-Uraufführungen aufgeführt: die Symphonie Nr. 5, die Symphonie Nr. 6 („Pastorale“), das Konzert für Klavier und Orchester Nr. 4 und die Fantasie für Klavier, Chor und Orchester. Klassikstars wie Nicholas Angelich, Jacquelyn Wagner und Anke Vondung rekonstruieren zusammen mit den Wiener Symphonikern und der Wiener Singakademie jenes öffentliche Konzert aus dem Jahr 1808.

Der 22. Dezember 1808 ist in die Musikgeschichte eingegangen, denn an diesem Tag wurde im Theater an der Wien unter dem Titel „Große Akademie“, ein gigantisches Konzert gegeben, das gleich vier Welturaufführungen von Werken Ludwig van Beethovens enthielt: die Symphonie Nr. 5 c-Moll op. 67, die Symphonie Nr. 6 F-Dur op. 68 „Pastorale“, das Konzert für Klavier und Orchester Nr. 4 G-Dur op. 58 und die Fantasie für Klavier, Chor und Orchester c-Moll op. 80 „Chorfantasie“. Außerdem standen folgende Beethoven-Stücke auf dem Programm: die Fantasie für Klavier op. 77, die Szene und Arie für Sopran und Orchester op. 65 „Ah perfido!“ sowie zwei Sätze aus der Messe C-Dur op. 86 für Soli, Chor und Orchester: II. Gloria (Qui tollis – Quoniam) und IV. Sanctus (Benedictus – Osanna). Philippe Jordan, der gegenwärtige Chefdirigent der Wiener Symphoniker, hat dieses historische Konzert in voller Länge rekonstruiert. Unterstützt wird er von der Wiener Singakademie und Solisten wie Jacquelyn Wagner (Sopran), Miriam Kutrowatz (Sopran), Anke Vondung (Alt), Allan Clayton (Tenor), Franz Gürtelschmied (Tenor) und Hanno Müller-Brachmann (Bassbariton). Der Solist der drei Klavierstücke ist der Pianist Nicholas Angelich. „Maestro“ zeigt am Ostersonntag die Höhepunkte dieses Konzertes, das am 11. Januar 2020 im Wiener Konzerthaus aufgeführt wurde. Auf ARTE Concert ist das Programm des Abends in der Reihe „LUDWIG VAN – Beethoven unlimited“ in voller Länge abrufbar.

Sonntag, 12.04. (Ostersonntag) / 23:10 Uhr / Kubrick erzählt Kubrick
Dokumentation, Frankreich, 2020, ARTE F 52 Min.
Regie: Gregory Monro
Online verfügbar von 05/04 bis 11/06
Erstausstrahlung

Von „Eyes Wide Shut“ und „Shining“ bis „Uhrwerk Orange“ und „2001: Odyssee im Weltraum“: Der Oscar-Preisträger Stanley Kubrick zählt zu den bedeutendsten Regisseuren der Filmgeschichte. Nur ein gutes Dutzend Interviews hat er im Laufe seiner 50-jährigen Karriere gegeben, von keinem existieren Filmaufnahmen. Mit bisher unveröffentlichten Tondokumenten gibt die Dokumentation erstmals die Gelegenheit, Kubrick dabei zuzuhören, wie er über sein Werk spricht. In den Aufzeichnungen des französischen Filmkritikers Michel Ciment, der Kubrick über 20 Jahre lang immer wieder begleiten durfte, offenbart der Großmeister des Kinos die Geheimnisse seiner Kunst.

Von „Eyes Wide Shut“ und „Shining“ bis „Uhrwerk Orange“ und „2001: Odyssee im Weltraum“ – Kubrick ist seit 20 Jahren tot und über seine Karriere, seine Filme und sein Leben scheint alles gesagt. In Büchern, Dokumentationen und Ausstellungen haben Familie, Freunde und Mitarbeiter das Faszinosum Kubrick ausführlich beleuchtet, nur aus seinem eigenen Munde ist so gut wie nichts von ihm überliefert. Nicht nur bei Filmfreunden umgibt Kubrick deshalb bis heute der Nimbus des Geheimnisvollen und Rätselhaften.

Zum ersten Mal schenkt eine Dokumentation den Zuschauern die Gelegenheit, den eigenen Erläuterungen des Filmemachers zuzuhören. Möglich wird dies dank der Aufzeichnungen des Filmkritikers Michel Ciment: Er gilt als weltweit anerkannter Kubrick-Experte und war mehr als 30 Jahre lang mit dem Regisseur befreundet. Ciment ist der einzige Journalist, der mehrmals über längere Zeit mit Kubrick sprechen durfte. Die Aufzeichnungen dieser Gespräche bilden die Grundlage für den Film, in dem Kubrick nicht nur seine Arbeitsweise, sondern auch entscheidende Lebensereignisse in bislang nicht gekannter Offenheit schildert.

Kubrick galt als schüchtern; er weigerte sich, seine Filme zu erklären und hatte eine Abneigung gegen die Presse. In den Gesprächen jedoch erscheint er als warmherziger, intelligenter und humorvoller Mensch, der seinem Gegenüber gerne Einblicke in die eigene Gedankenwelt schenkt.

Zusatzinfo:
Gregory Monro lässt die einmaligen Tondokumente in einem an Kubricks legendären Film „2001: Odyssee im Weltraum“ angelehnten Setting auf die Zuschauer wirken und ergänzt sie um Interviewsequenzen mit Schauspielern aus der Zeit ihrer Zusammenarbeit mit Kubrick sowie um zahlreiche Filmausschnitte und bislang unveröffentlichte Archivaufnahmen.

Sonntag, 12.04. (Ostersonntag) / 00:05 Uhr / Stanley Kubricks Filmmusik im Konzertsaal ~ Barry Lyndon Tribute
Musik, Frankreich, 2019, ARTE F 44 Min.
Regie: Jean-Pierre Loisil
Komponist: Georg Friedrich Händel, Franz Schubert, Antonio Vivaldi, Johann Sebastian Bach, Joseph Haydn
Dirigent: Nicolas Altstaedt
Orchester: Orchestre Philharmonique de Radio France
Mit: Jean Rondeau (Cembalo), Violaine Cochard (Cembalo), Ana Millet (Violine), Renaud Guieu (Cello), Catherine Cournot (Klavier)
Online verfügbar von 05/04 bis 26/04
Erstausstrahlung

Eine Hommage an die Schönheit barocker Musik: „Barry Lyndon“ gehört zu Stanley Kubricks Meisterwerken, auch wegen des Soundtracks, der mit einem Oscar bedacht wurde. Er enthält Stücke von Georg Friedrich Händel, Johann Sebastian Bach, Antonio Vivaldi, Giovanni Paisiello, Wolfgang Amadeus Mozart und Franz Schubert. Das Philharmonieorchester von Radio France unter der Leitung von Nicolas Alstaedt versetzt seine Zuhörer mit einem Tribute-Konzert noch einmal in Barry Lyndons England des 18. Jahrhunderts. Die Höhepunkte des Konzerts sind Georg Friedrich Händels „Sarabande“ und Franz Schuberts Trio in Es-Dur für Klavier, Violine und Violoncello Nr. 2.

Die Filmmusik von „Barry Lyndon“ hat eine Geschichte. Während der Entstehung von „2001: Odyssee im Weltraum“ verpflichtete das Hollywoodstudio MGM den Filmemacher Stanley Kubrick für einen Original-Soundtrack zur Zusammenarbeit mit dem Komponisten Alex North. In Erwartung von Norths Partitur beschloss Kubrick, die Bilder provisorisch mit Klassikstücken zu unterlegen. Als Alex North seine Filmmusik lieferte, befand Kubrick, dass die klassischen Werke viel besser passten, und behielt sie im Film. MGM gab schließlich klein bei. Kubrick zeigte Hollywoods professionellen Filmkomponisten auch bei seinen Folgefilmen die kalte Schulter.

Kubrick war 45 Jahre alt, als er seinen Kostümfilm „Barry Lyndon“ drehte. Der Film versteht sich als Hommage an die Schönheit barocker Malerei und Musik. Er zeigt die tragische Geschichte des jungen irischen Abenteurers Barry Lyndon. Kubrick schildert erste erotische Erlebnisse ebenso wie seine Kriegsabenteuer, seinen sozialen Aufstieg – und den unausweichlichen Fall.

Das Konzert bringt vor allem zwei Werke zu Gehör, die später immer wieder in Filmen verwendet wurden: die „Sarabande“ der Suite Nr. 11 für ein solistisches Cembalo, die Händel zwischen 1703 und 1720 komponierte, und den zweiten Satz des Trios in Es-Dur für Klavier, Violine und Violoncello Nr. 2, komponiert von Franz Schubert im November 1827 – eine von Kubrick wegen ihrer Ausdrucksstärke ausgewählte romantische Melodie.

Beide Stücke werden in „Barry Lyndon“ als Leitmotive eingesetzt, genau wie Schuberts ebenfalls mehrfach zu hörender „Deutscher Tanz“ C-Dur Nr. 1, der Barry Lyndons vermeintliche Erfolge in der preußischen und englischen Adelsgesellschaft musikalisch untermalt. Die Assoziationen an Kubricks Film sind beim Hören dieser Werke so stark, dass man meint, an den Wänden des Auditoriums würden Bilder aus Kubricks Film vorbeiziehen.

Zusatzinfo:

Das Philharmonieorchester von Radio France interpretiert unter der Leitung von Nicolas Alstaedt die Musikstücke, die Stanley Kubrick für den Soundtrack des Films ausgewählt hat. An den Soloinstrumenten sind Jean Rondeau und Violaine Cochard (Cembalo), Ana Millet (Violine), Renaud Guieu (Cello) und Catherine Cournot (Klavier) zu hören.

Sonntag, 12.04. (Ostersonntag) / 00:50 Uhr / Last Work
Tanz, Frankreich, 2017, ARTE F 63 Min.
Regie: Tommy Pascal
Choreographie: Ohad Naharin
Bühnenbild / Ausstattung / Bauten: Zohar Shoef
Kostüme: Eri Nakamura
Musik: Grischa Lichtenberger
Ton: Maxim Warratt
Licht: Avi Yona Bueno
Online verfügbar von 12/04 bis 09/09

Sie gilt als eine der außergewöhnlichsten zeitgenössischen Tanzkompanien: die Batsheva Dance Company. Ihr Leiter, der israelische Choreograph Ohad Naharin, bringt zusammen mit den Tänzern sein „Last Work“ auf die Bühne des Pariser Théâtre National de Chaillot. Auf Grundlage des von Naharin selbst entwickelten Tanzstils namens Gaga geht es bei dem Stück um die Suche nach der Bewegung als wichtigste und emotionalste menschliche Ausdrucksform. Das engagierte, sehr aktuelle Werk bleibt dabei bewusst rätselhaft.

Der israelische Tänzer und Choreograph Ohad Naharin bringt seine Choreographie „Last Work“ mit den Tänzern der Batsheva Dance Company auf die Bühne des Pariser Théâtre National de Chaillot – uraufgeführt wurde das Werk im Mai 2015 in Tel Aviv. Einmal mehr fesselt dieses Genie des zeitgenössischen Tanzes die Zuschauer mit einer faszinierenden Mischung aus Bewegung, Musik, Raum, Licht und Klang. Im Hintergrund läuft eine Frau wie hypnotisiert von Osten nach Westen, ohne vorwärts zu kommen. Aus mal langsam fließenden, mal abrupten Bewegungen entsteht eine unglaublich dichte Choreographie, die von der ganzen Bühne Besitz ergreift. Naharin und seinen Tänzern geht es dabei um die tänzerische Umsetzung eines scheinbar unendlichen Spektrums von Gefühlen und Empfindungen. Wie im Selbstlauf entfalten die Tänzerinnen und Tänzer ihre Virtuosität, die jedoch nie demonstrativ wirkt. Als Gaga Dance bezeichnet Naharin die unglaublich flexiblen, aber kontrollierten Verrenkungen ihrer Körper, bei denen die Tänzer auch die schwachen Teile ihres Körpers wahrnehmen sollen. Das engagierte, sehr aktuelle Werk bleibt ganz bewusst rätselhaft, indem es sich jenseits eines vertrauten Tanzvokabulars bewegt.

Zusatzinfo:
Die Batsheva Dance Company wurde 1964 von Baronesse Bethsabée (Batsheva) de Rothschild und der Choreographin Martha Graham gegründet. Ohad Naharin wurde im Jahr 1990 künstlerischer Leiter des Ensembles. „Last Work“ war 2015 Teil des Eröffnungsabends des Internationalen Tanzfestivals Dresden im Festspielhaus Hellerau.

Montag, 13.04. (Ostermontag) / 20:15 Uhr / Ludwig van Beethoven: Fidelio
Schwerpunkt: LUDWIG VAN – Beethoven unlimited
Oper, Deutschland, 2020, SWR 140 Min.
Regie: Andreas Morell
Komponist: Ludwig van Beethoven
Inszenierung: Mateja Koleznik
Dirigent: Kirill Petrenko
Orchester: Berliner Philharmoniker
Chor: Chorwerk Ruhr
Choreographie: Matija Ferlin
Bühnenbild / Ausstattung / Bauten: Raimund Orfeo Voigt
Kostüme: Alan Hranitelj
Licht: Tamás Bányai
Dramaturgie: Gregor Pompe

Mit: Marlis Petersen (Leonore), Hanna-Elisabeth Müller (Marzeline), Peter Rose (Rocco), Wolfgang Koch (Don Pizarro), Matthew Polenzani (Florestan), Tareq Nazmi (Don Fernando), Paul Schweinester (Jaquino, Pförtner), Stephen Chambers (1. Gefangener), David Ostrek (2. Gefangener)

Erstausstrahlung

Ludwig van Beethovens einzige Oper „Fidelio“ steht im Mittelpunkt der Baden-Badener Osterfestspiele 2020 mit den Berliner Philharmonikern. In diesem Jahr begeht die Musikwelt den 250. Geburtstag des Komponisten. Bei seinen ersten Osterfestspielen als Chefdirigent der Berliner Philharmoniker dirigiert Kirill Petrenko das Werk, das zu den Grundpfeilern des europäischen Kulturerbes zählt. Für die Inszenierung zeichent die slowenische Regisseurin Mateja Koleznik verantwortlich, die sich gerade vom Geheimtipp zu einer der wichtigsten Regisseurinnen unserer Zeit entwickelt.

Als „Befreiungsoper“ ging „Fidelio“ in die Musikgeschichte ein – und diese Neuinszenierung will nicht weniger, als den Begriff neu definieren. Wird Florestans Wunsch nach Befreiung tatsächlich erfüllt? Für die Inszenierung haben sich Kirill Petrenko und Festspielhaus-Intendant Benedikt Stampa die slowenische Regisseurin Mateja Koleznik gewünscht, die laut „Der Standard“ dem deutschsprachigen Theater zurzeit wieder das Gefühl beibringt. Sie inszeniert „Fidelio“ neu in einem Bühnenbild von Raimund Orfeo Voigt: Über dem Bühnenboden schwebt ein Parallel-Ensemble aus fünf hohen Räumen in der Anmutung von Gefängniszellen, Treppenhäusern, die sich wie ein „split screen“ teils verschieben und unterschiedlich öffnen und schließen werden.

In dieser Opernproduktion schlägt der Puls unserer Zeit und doch ist Beethovens Metrik Gesetz. Mateja Koleznik ist bekannt dafür, mit den Darstellern ihrer Produktionen die Musikalität eines Texts und einer Bewegung genau zu durchdringen. Kaum eine Probe, in der die Slowenin, die einmal eine der bekanntesten Rocksängerinnen ihres Landes war, nicht mit dem Metronom arbeitet – im Schauspiel stieß sie damit in den vergangenen Jahren in neue Sphären vor. Ob im Münchner Residenztheater, im Staatsschauspiel Stuttgart, am Wiener Burgtheater oder bei den Salzburger Festspielen: Mateja Koleznik entwickelt sich gerade vom Geheimtipp zu einer der wichtigsten Regisseurinnen unserer Zeit.

Die Sängerinnen und Sänger dieser Neuproduktion haben sich den Rollen des „Fidelio“ mit großem Forscherdrang angenähert. Marlis Petersen, die als Leonore in dieser Produktion dabei sein wird, sang ihre Partie sowohl in der Urfassung der Oper als auch in der bekannten „Fidelio“-Version. Florestan Matthew Polenzani lernte Kirill Petrenko bei seinem Engagement an der Bayerischen Staatsoper kennen. Der amerikanische Tenor reüssierte unter anderem in Michael Hanekes Pariser „Don Giovanni“-Inszenierung und singt weltweit die Partien seines Fachs.

Zusatzinfo:
Kirill Petrenko wurde 1972 im russischen Omsk geboren. Nach Stationen an der Wiener Volksoper, am Meininger Theater und an der Komischen Oper Berlin wurde er 2013 Generalmusikdirektor der Bayerischen Staatsoper. Er war Gastdirigent bei führenden Symphonieorchestern, den Bayreuther Festspielen sowie den großen Opernhäusern von Wien bis New York. Auf all diesen Stationen hat er höchstes Kritikerlob geerntet, unter anderem von der Jury der Zeitschrift „Opernwelt“, die ihn nicht weniger als vier Mal zum „Dirigenten des Jahres“ kürte.

Mittwoch, 15.04. / 05:00 Uhr / Mozart – Minkowski – Bartabas ~ „Davide penitente“, Oratorium von W.A. Mozart
Musik, Deutschland, 2015, ARTEORF 51 Min.
Regie: Andy Sommer
Komponist: Wolfgang Amadeus Mozart
Dirigent: Marc Minkowski
Orchester: Les Musiciens du Louvre Grenoble
Choreographie: Bartabas
Chorleitung: Alois Glassner
Chor: Salzburger Bachchor
Kostüme: Sophie Manach
Licht: Bertrand Couderc

Mit: Christiane Karg (Sopran), Académie Equestre de Versailles (Pferde und Reiter der Académie Equestre de Versailles), Stanislas de Barbeyrac (Tenor), Marianne Crebassa (Mezzosopran)

Online verfügbar von 08/04 bis 15/05

Der große Erfolg der Salzburger Mozartwoche 2015 ist ein Ereignis für alle Sinne. „Davide penitente“ vereint Mozart-Tradition mit der szenischen Umsetzung einer Choreographie für Pferde des einzigartigen Meisters seines Fachs, Bartabas, mit Mitgliedern der Académie Equestre de Versailles. Im deutschsprachigen Raum bisher kaum zu erleben, sind Bartabas und sein Team in Frankreich gefeierte Theaterkünstler. Er stellt in der Felsenreitschule jene ins Rampenlicht, für die diese einzigartige Stätte vor über drei Jahrhunderten errichtet worden ist: die Pferde.

David, königlicher Büßer und Beter, dessen Psalmen in das musikalische Gewand von erhabener Strenge sowie in ebenso beseelte wie virtuose Arien gekleidet werden, barocke Chormusiktradition vereint mit solistischer Ausdruckskraft und – meisterlich choreographierten Pferden in der Salzburger Felsenreitschule: Mozarts „Davide penitente“, KV 469, wird durch die Zusammenarbeit von Marc Minkowski, den Musiciens du Louvre Grenoble, dem herausragenden Salzburger Bachchor und dem französischen Pferdekünstler und Theatermacher Bartabas zu einem wahren Gesamtkunstwerk. Zum ersten Mal wurde „Davide penitente“ im März 1785 im Wiener Burgtheater aufgeführt. Es handelt sich um eine Auftragsarbeit für den Wiener Musikverein und Mozart betätigte sich eines Kunstgriffes, um schnell liefern zu können: „Die Societätmitglieder in Wienn zum Besten der Wittwen und Waisen verlangten von Mozart ein Oratorium … Da aber die Zeit, ein neues zu komponiren, zu kurz war, nahm er eine große unvollendete Messe hervor und legte derselben einen … italienischen … Text unter, setzte einige Arien und Duetten dazu, und so entstand das sogenannte Oratorium: ‚Davidde penitente‘ …“ So berichtet Maximilian Stadler, der von Mozarts Witwe eingesetzte Verwalter von dessen musikalischem Nachlass, über die Entstehung des heute meist als Kantate bezeichneten Werks. Mozart hatte tatsächlich seine große Messe in c-Moll als Basis verwendet, die neben dem Requiem als das bedeutendste Fragment aus seiner Hand gilt. Die Kunst Bartabas’ lässt sich kaum kategorisieren – Pferde, Menschen, Musik, Bewegung, Licht und Kostüme verbindet er zu poetischen Gesamtkunstwerken.

Freitag, 17.04. / 21:55 Uhr / Joan Baez – How Sweet the Sound
Dokumentarfilm, Deutschland, 2014, SWR 84 Min.
Regie: Mary Wharton
Online verfügbar von 17/04 bis 17/05

Das Gewissen einer Generation: Die politisch engagierte Folksängerin Joan Baez sang im Luftschutzbunker, während draußen die Bomben fielen. Aber sie ist auch eine der wichtigsten und bekanntesten Vertreterinnen der Folkmusik. Seltene Archivaufnahmen und sehr persönliche Interviews mit Bob Dylan, Reverend Jesse Jackson, Roger McGuinn und vielen anderen machen den Dokumentarfilm zu einem sehr persönlichen und historischen Porträt zugleich.

In einem ersten umfassenden Dokumentarfilm über Joan Baez werden sowohl die Privatperson Baez als auch ihre Karriere, ihre Geschichte als Live- und Studiomusikerin und ihr bemerkenswerter Weg als Menschenrechtsaktivistin beleuchtet. Historische Aufnahmen zeigen Joan Baez bei ihrem umstrittenen Besuch in Nordvietnam, wo sie mit den Einwohnern von Hanoi während der heftigsten Luftangriffe des Kriegs betet, aber auch Martin Luther King Jr., der der inhaftierten Joan Baez einen Solidaritätsbesuch abstattet. Musikalische Aufnahmen vom legendären Auftritt auf dem Newport Folk Festival 1959 oder eines frühen Auftritts im historischen Club 47 in Cambridge werden mit Interviews mit bekannten Persönlichkeiten wie David Crosby, Bob Dylan oder Reverend Jesse Jackson zu einer dichten Erzählung verwoben. Der Dokumentarfilm gibt in bisher nicht dagewesener Art und Weise Einblick in das Leben der Künstlerin und Aktivistin, die mit über 70 Jahren noch auf internationalen Tourneen unterwegs ist.

Zusatzinfo:
Die Originalfassung des Dokumentarfilms wurde für die vielfach preisgekrönte Non-Fiction-Reihe „American Masters“ der New Yorker Firma WNET produziert.

Freitag, 17.04. / 23:20 Uhr / Joan Baez ~ The Fare Thee Well … Tour 2018/2019
Musik, Frankreich, 2018, ARTE F 91 Min.
Regie: Karim Ouaret
Online verfügbar von 10/04 bis 17/05

Nach 60 Jahren Bühnenpräsenz und 30 herausgebrachten Alben beendet die US-amerikanische Folk-Ikone und „Gewissen und Stimme der 1960er Jahre“ Joan Baez ihre Karriere mit einer weltweiten „Fare Thee Well“-Abschiedstournee mit Halt in Paris ältester Music-Hall, dem Olympia. ARTE zeigt die Konzertaufnahme vom 13. Juni 2018. Gemeinsam mit ihren Fans lässt die Künstlerin und Aktivistin sechs Jahrzehnte Musik Revue passieren. Neben eigenen berühmten Hymnen wie „Here’s to You“ steht auch eine Coverversion des Dylan-Songs „Don’t Think Twice, It’s Alright“ auf dem Programm. Ein einzigartiger, emotionsgeladener Abend.

Langsam, aber sicher verabschiedet sich die Künstlergeneration Woodstock von der Bühne. Nach Elton John und Paul Simon beendet jetzt auch die Folk-Ikone Joan Baez ihre 60-jährige, über 30 Alben umfassende Konzertkarriere – nicht ohne dies mit einer gebührenden „Fare Thee Well“-Abschiedstournee zu feiern. Die US-amerikanische Sängerin wurde neben ihrem außergewöhnlich klaren Soprangesang vor allem aufgrund ihres unermüdlichen bürgerrechtlichen Engagements bekannt: Als „Gewissen und Stimme der 1960er Jahre“ sang sie in Woodstock, erhob ihre Stimme gegen den Vietnamkrieg, demonstrierte an der Seite von Martin Luther King und prangerte immer wieder Diktaturen auf der ganzen Welt an. Bis heute setzt sie sich aktiv im Kampf um die Menschenrechte ein. Mit dem Erscheinen ihres Debütalbums 1960 wurde Joan Baez schlagartig berühmt. Neben eigenen Songs coverte sie auch Bob Dylan, die Allman Brothers Band, die Beatles, Jackson Browne, Leonard Cohen, Woody Guthrie, Violeta Parra, die Rolling Stones, Paul Simon und Stevie Wonder. Zehn Jahre nach ihrem Album „Day After Tomorrow“, auf dem sie Songs von Tom Waits, Mary Chapin Carpenter, Josh Ritter und anderen eingespielte, brachte sie zur großen Freude ihrer Fans Anfang 2018 ihr neues Album „Whistle Down the Wind“ heraus. Im Rahmen ihrer „Fare Thee Well“-Tour machte Joan Baez nun auch für sechs ausverkaufte Konzerte im Pariser Olympia Halt. ARTE zeigt ihr Konzert vom 13. Juni 2018, bei dem neben ihren neuen Liedern und bekannten Hits auch Kompositionen von Bob Dylan mit auf dem Programm standen. Neues, Altes und Coverversionen – was will man mehr bei einer Abschiedstournee? Goodbye, Joan!

Freitag, 17.04. / 00:55 Uhr / Tracks+
Magazin, Deutschland, 2020, ZDF 30 Min.
Online verfügbar von 16/04 bis 16/07
Erstausstrahlung

Das Popuniversum bei „Tracks“: diese Woche mit Lady Skollie aus Südafrika und der Performancekünstlerin Virgen María.

(1): Lady Skollie – Activist-Art aus Südafrika
Unter dem Pseudonym Lady Skollie trotzt Laura Windvogel den Tabus ihrer Heimat Südafrika. In großformatigen Bildern behandelt die Feministin Themen wie Sex, geschichtliche Traumata, Rassismus, Gewalt und Missbrauch. „Tracks“ besucht sie zu Hause in Johannesburg.

(2): Virgen María – Nacktheit trifft Religion
Sie ist gerade mal 29, aber wird in der Kunstszene bereits als „gabber-blasting version of Marina Abramović“ tituliert. In ihren Performances nutzt die Avantgarde-Künstlerin und Produzentin Virgen María eine Mischung aus Beats, Nacktheit und Spiritualität, um etwas zu erschaffen, das sie EDM nennt – „electronic dance meditation“. Meditative Soundwelten wechseln sich ab mit Hardcore Techno und Gabber. Alles, um näher bei Gott zu sein. „Tracks“ taucht ab in ihre spirituelle Sound- und Bildwelten.


Samstag, 18.04. / Thementag: Earth Day ~ Ein Tag im Zeichen unseres Planeten

Sonntag, 19.04. / 17:10 Uhr / Twist „Wie geht bessere Welt?“
Magazin, Deutschland, 2020, HR 30 Min.
Autor: N.N.
Moderation: Bianca Hauda
Erstausstrahlung

„Twist“ – das ist das neue ARTE-Kulturmagazin. Jede Woche gehen die Moderatorinnen Bianca Hauda und Romy Straßenburg in einer europäischen Metropole den Fragen nach, die die Menschen gerade umtreiben. Neugierig, frisch, mit Esprit und Witz. In Begegnungen mit Künstlern und Kreativen. „Twist“ fragt nach Utopien für eine bessere Welt, nach der Musealisierung unserer Städte und nach dem Kulturkampf gegen rechts. Oder danach, was der Brexit nun aus dem Traum von einer europäischen Kultur macht.

Heute: Spurensuche in Wien. Es wird wieder in Alternativen gedacht. Junge Menschen in Europa gehen für die Zukunft auf die Straße. Wie geht bessere Welt? Dieser Frage geht „Twist“-Moderatorin Bianca Hauda in Wien nach. Sie trifft Künstler und Kreative in der österreichischen Hauptstadt, die regelmäßig die Rankings zur lebenswertesten Metropole anführt.

Wien steht ganz oben auf der Liste der lebenswertesten Metropolen. Dank ihrer Bewohner könnte das auch so bleiben. Denn sie erarbeiten stetig neue, zukunftsorientierte Ideen und Projekte. Die „Twist“-Moderatorin Bianca Hauda kommt ins Gespräch mit Kreativköpfen und Kunstschaffenden der österreichischen Hauptstadt.

Sie trifft das Hip-Hop-Duo EsRAP, das von einer utopischen Welt rappt, in der Menschen mit Migrationsgeschichten überall willkommen sind. Außerdem schaut sich „Twist“ auf dem „Zukunftshof“ um, in und um den ein Schneckenzüchter gerade mit Kreativen einen nachhaltigen Stadtteil entwirft. Bianca Hauda begegnet den Architekten Ulrike Schartner und Alexander Hagner, die Wohnutopien realisieren – zum Beispiel Tiny Houses für Obdachlose. „Twist“ spricht mit dem französischen Comic-Autoren und Umweltaktivisten Alessandro Pignocchi und dem britischen Philosophen Rupert Read von der Klimabewegung Extinction Rebellion und fragt nach, ob die Weltrettung auch extreme Protestformen legitimiert.

Und: „Twist“ stellt den aktuellen Dokumentarfilm „The Great Green Wall“ vor und spricht mit der malischen Sängerin Inna Modja über ihre Vision von einem grünen Band aus Bäumen quer durch Afrika.

Zusatzinfo:

„Twist“ setzt Themen und spürt relevante Debatten und Entwicklungen in Europa auf, mit denen sich Künstler und Intellektuelle auseinandersetzen. Vor allem aber greift es die kulturellen Fragen auf, die jeden von uns im Alltag beschäftigen. Quer durch alle Genres von bildender Kunst über Architektur, Fotografie, Literatur bis hin zur Mode und zum Film. Bianca Hauda und Romy Straßenburg nehmen uns mit auf Entdeckungsreise – jede Woche durch eine andere europäische Stadt, und sie bringen uns zu Künstlern und Kreativen, die etwas zu einem relevanten aktuellen Thema zu sagen haben – von emotional tief bewegend bis kulturpolitisch provokant. Das Ganze verpackt in eine einnehmende Bildsprache, klar und ganz nah dran.

Sonntag, 19.04. / 17:40 Uhr / Stanley Kubricks Filmmusik im Konzertsaal ~ Barry Lyndon Tribute
Musik, Frankreich, 2019, ARTE F 44 Min.
Regie: Jean-Pierre Loisil

Komponist: Georg Friedrich Händel, Franz Schubert, Antonio Vivaldi, Johann Sebastian Bach, Joseph Haydn
Dirigent: Nicolas Altstaedt
Orchester: Orchestre Philharmonique de Radio France

Mit: Jean Rondeau (Cembalo), Violaine Cochard (Cembalo), Ana Millet (Violine), Renaud Guieu (Cello), Catherine Cournot (Klavier)
Wiederholung vom 12.04.

Sonntag, 19.04. / 22:10 Uhr / Douglas Fairbanks, Stummfilmheld und Hollywoodlegende
Dokumentation, Frankreich, 2016, ARTE F 53 Min.
Regie: Clara Kuperberg, Julia Kuperberg
Online verfügbar von 12/04 bis 26/04

Als Leinwandpionier, Stummfilmlegende und Held zahlreicher Mantel-und-Degen-Filme steht Douglas Fairbanks wie kein Zweiter für das goldene Zeitalter Hollywoods. 1919 gründete er gemeinsam mit Charlie Chaplin, D. W. Griffith und der Schauspielerin Mary Pickford, die er kurz darauf heiratete, die Filmgesellschaft United Artists, die ihm mehr kreative Freiheit und Unabhängigkeit garantierte. Das Porträt bietet einen Rückblick auf den Werdegang eines der ersten Leinwandstars der Filmgeschichte.

„Gestatten, Douglas Fairbanks. Mein Name sagt Ihnen heute sicher nicht mehr viel. Allenfalls weckt er vage Erinnerungen an weit zurückliegende Stummfilmzeiten. Dabei war ich ein echter Weltstar. Und nicht nur das. Ich stand stellvertretend für das goldene Zeitalter Hollywoods“, so könnte eine Selbstbeschreibung der Schauspielerlegende beginnen. Als er 1915 nach Los Angeles kam, gab es dort nichts. Auch Douglas Fairbanks kam aus dem Nichts und wurde dennoch zu einem der ersten Filmstars. Der Film machte ihn zu einem König. In den 1920er Jahren verkörperte Douglas Fairbanks die Helden der Leinwand: Zorro, Robin Hood, Freibeuter der Meere, den Dieb von Bagdad, den Mann mit der eisernen Maske. All diese Figuren erweckte er zum Leben. Und in allen Superhelden, die sich mit geballten Fäusten dem Bösen entgegenstellen, und allen Eroberern, die mit vor der Brust verschränkten Armen und entschlossenem Blick neuen Horizonten entgegen segelten, steckte immer auch ein Stück von Douglas Fairbanks. Gemeinsam mit Charlie Chaplin, D. W. Griffith und Mary Pickford gründete er United Artists, das erste große unabhängige Filmstudio. Auch die Academy of Motion Picture Arts and Sciences, der die Oscar-Verleihungen zu verdanken sind, geht auf ihn zurück. Er war ein Spiegel der USA, ein Selfmademan. Nach der Heirat mit Mary Pickford, der damals berühmtesten Frau der Welt, bildeten die beiden das Königspaar, das die Amerikaner nie hatten. Die Geschichte Douglas Fairbanks‘ ist nicht die eines fast vergessenen Stummfilmstars, es ist die Entstehungsgeschichte Hollywoods.

Sonntag, 19.04. / 23:05 Uhr / Operndiven – Operntunten
Oper, Deutschland, 2019, ZDF 53 Min.
Regie: Kevin Clarke, Rosa Von Praunheim
Online verfügbar von 18/04 bis 19/05
Erstausstrahlung

Es ist ein Klischee: schwule Männer und ihre Liebe zur Oper. Doch hinter dem Stereotyp verbirgt sich eine lebendige Geschichte. Mit dem Journalisten Tilman Krause und dem Musikwissenschaftler Kevin Clarke zeigt Rosa von Praunheim großartige Protagonisten, die als schwule Männer über ihre Begeisterung für bestimmte Operndiven mit großer Leidenschaft berichten.

Die Idee zu einem Film über Schwule und Oper bekam der Filmemacher Rosa von Praunheim durch seinen Jugendfreund, den Regisseur Werner Schroeter, der eine klassische Operntunte war und ein Leben lang für die göttliche Diva Maria Callas schwärmte. Durch seine Recherchen fand von Praunheim heraus, dass es weltweit eine sehr große Anzahl schwuler Männer gibt, die bestimmte Sopranistinnen mit hohen Stimmen verehren, ihnen nachreisen und Geschenke machen, aber auch kritisch sein können, wenn sie die Töne nicht treffen. Was aber ist es, das Schwule an der Oper so fasziniert? Mit dem Journalisten Tilman Krause und dem Musikwissenschaftler Kevin Clarke zeigt Rosa von Praunheim großartige Protagonisten, die als schwule Männer über ihre Begeisterung für bestimmte Operndiven mit großer Leidenschaft berichten. Für Kevin Clarke sind es Kiri Te Kanawa und Ljuba Welitsch, zu denen er in großer Liebe entbrannt ist. Für Tilman Krause ist es Edda Moser, deren legendäre Aufnahme der Rachearie aus Mozarts „Zauberflöte“ in der Raumsonde „Voyager 2“ ins All geschossen wurde. Rosa von Praunheim erkundet mit Tilman Krause und Kevin Clarke sowie weiteren Operntunten, darunter der Regisseur und Intendant der Komischen Oper Berlin, Barrie Kosky, der sich selbstironisch als „Gay Jewish Kangaroo“ bezeichnet, die Liebe des homosexuellen Mannes zur Oper. Selbstverständlich kommen auch einige Diven zu Wort, darunter Edda Moser, Sophie Koch und Nadine Secunde, die von einem schwulen Freund erzählt, der seine Liebe zur Oper einmal so ausgedrückt hat: „Die Oper verwandelt Schmerz in Schönheit.“

Sonntag, 19.04. / 00:00 Uhr / Ludwig van Beethoven: Die Klaviertrios Opus 1
Schwerpunkt: LUDWIG VAN – Beethoven unlimited
Musik, Deutschland, 2019, RBB 101 Min.
Regie: Frédérique Delesques
Komponist: Ludwig van Beethoven

Mit: Michael Barenboim (Violine), Kian Soltani (Violoncello), Daniel Barenboim (Klavier)

Online verfügbar von 19/04 bis 19/05
Erstausstrahlung

In der intimen Atmosphäre des Berliner Pierre Boulez Saals spielen Daniel Barenboim, Kian Soltani und Michael Barenboim Ludwig van Beethovens Opus 1: drei Klaviertrios, die der junge Ludwig van Beethoven 1795 im Alter von 25 Jahren in Wien publizierte und die er seinem damaligen Förderer, dem Fürsten Lichnowsky, widmete. Schon in seiner Jugend in Bonn hatte Beethoven mit Kompositionsunterricht begonnen und diesen ab 1792 in Wien fortgesetzt. So waren das Klaviertrio Es-Dur (op. 1,1), das Klaviertrio G-Dur (op. 1,2) und das Klaviertrio c-Moll (op. 1,3) zwar nicht Beethovens allererste Kompositionen, aber sie gingen als seine erste Veröffentlichung in die Musikgeschichte ein. Der Pierre Boulez Saal ist Teil der von Daniel Barenboim initiierten Barenboim-Said Akademie und wurde 2017 in Berlin eröffnet. Michael Barenboim (Violine) und Kian Soltani (Violoncello) standen dort bereits beim Eröffnungskonzert gemeinsam mit Daniel Barenboim auf der Bühne. Michael Barenboim, der jüngere Sohn des Musikerpaars Daniel Barenboim und Jelena Baschkirowa, wurde 1985 in Paris geboren und ist seit 2003 Konzertmeister des West-Eastern Divan Orchestra. Neben seinen Soloauftritten unterrichtet er als Professor an der Barenboim-Said Akademie. Der 1992 in Bregenz geborene österreichische Cellist Kian Soltani wurde bereits mehrfach ausgezeichnet und gilt als einer der gefragtesten Cellisten seiner Generation.

Montag, 20.04. / 05:00 Uhr / Sibelius: Kullervo
Musik, Finnland, 2015, ARTEYLE 89 Min.
Regie: Tiina Siniketo
Komponist: Jean Sibelius
Dirigent: Jukka-Pekka Saraste
Orchester: Finnish National Opera Orchestra
Choreographie: Tero Saarinen
Chor: Finnish National Opera Chorus
Bühnenbild / Ausstattung / Bauten: Mikki Kunttu
Kostüme: Erika Turunen
Licht: Mikki Kunttu

Mit: Ville Rusanen (Kullervo – Bariton), Johanna Rusanen-Kartano (Kullervos Schwester – Sopran)), David Scarantino (Kimmo), Samuli Poutanen (Kullervo -Tänzer), Terhi Räsänen (Kullervos Schwester – Tänzerin)

Online verfügbar von 20/04 bis 27/04

Der finnische Choreograph von Weltruf, Tero Saarinen, setzt an der Nationaloper Helsinki ein Monument finnischer Kultur in Szene: „Kullervo“, die tragische Geschichte eines mythischen Helden Finnlands. Am Pult des Orchesters der finnischen Nationaloper Helsinki: Jukka-Pekka Saraste.

Im Sibelius-Jahr 2015 liefern der gefeierte finnische Choreograph Tero Saarinen und seine Truppe eine opulente Version eines Monuments der finnischen Kultur: „Kullervo“, Jean Sibelius’ symphonische Dichtung nach dem gleichnamigen Helden des finnischen Nationalepos „Kalevala“. Sibelius vertiefte sich während seiner Studienzeit in die Lieder und Legenden des „Kalevala“ und komponierte sein erstes Werk mit finnischem Text nach der Heldensage „Kullervo“: Der junge Kullervo überlebt den blutigen Streit zwischen Vater und Onkel, dem seine ganze Familie zum Opfer fällt. Von Hass erfüllt sinnt er auf Rache und reißt am Ende seine unschuldige Schwester mit in den Abgrund.

Trotz des immensen Erfolges der Uraufführung in Helsinki 1892 untersagte Sibelius bald weitere Aufführungen des Epos. Es war zu kühn, um von der Kritik verstanden zu werden, und noch dazu war es auf Finnisch! Das war zu einer Zeit, da es noch kein Finnland gab, nur eine Provinz, die von Schweden an Russland abgetreten worden war. Trotzdem trug „Kullervo“, wie auch „Finlandia“, Sibelius’ musikalische Beschreibung seiner Heimat Karelien, wesentlich zum Entstehen eines finnischen Nationalbewusstseins bei.

Das „Kalevala“ selbst war nur etwa hundert Jahre früher entstanden. Der Schriftsteller, Philologe und Arzt Elias Lönnrot bereiste Finnland und Ostkarelien und sammelte bis dahin nur mündlich überlieferte finnische Volksdichtung. Das Ergebnis seiner Arbeit legte er 1835 im „Kalevala“ und 1840 in der Liedersammlung „Kanteletar“ nieder. Mit diesen beiden Werken legte er den Grundstein für eine finnischsprachige Literatur.

Montag, 20.04. / 22:00 Uhr / Die Addams Family in verrückter Tradition
(Addams Family Values)
Spielfilm, USA, 1993, ARD 90 Min.
Regie: Barry Sonnenfeld
Drehbuch: Paul Rudnick, Charles Addams
Autor: Charles Addams
Produktion: Orion Pictures Corporation, Paramount Pictures
Produzent: Scott Rudin
Kamera: Donald Peterman
Schnitt: Jim Miller, Arthur Schmidt
Musik: Marc Shaiman

Mit: Anjelica Huston (Morticia Addams), Christina Ricci (Wednesday Addams), Raúl Julia (Gomez Addams), Christopher Lloyd (Onkel Fester Addams), Joan Cusack (Debbie Jellinsky), Carol Kane (Granny), Jimmy Workman (Pugsley Addams), Kaitlyn Hooper (Pubert Addams)

Der schrillen Addams Family droht Ungemach: Eigentlich ist Debbie als Kindermädchen eingestellt worden, um Baby Pubert vor seinen eifersüchtigen Geschwistern zu bewahren. Doch Debbie startet ihren Plan, Onkel Fester in ihre Sammlung toter Ehemänner aufzunehmen. Bei dem Filmvergnügen mit der schrecklich-schrägen Addams Family sitzt jeder Gag.

Kaum eröffnet Morticia ihrem ergebenen Ehemann Gomez, dass sie ihr drittes Kind erwarten, ist es auch schon da: der kuschelige, schnurrbärtige Pubert wird sofort zum Gegenstand der tödlichen Eifersucht seiner älteren Geschwister Wednesday und Pugsley. Also versuchen die jungen Eltern, ein Kindermädchen anzuheuern.

Natürlich sind die Aspirantinnen entsetzt über diesen sehr speziellen Haushalt und ergreifen schnell die Flucht. Alle, bis auf Debbie. Noch ahnt niemand, dass es sich bei ihr um eine Serienmörderin handelt. Jetzt hat sie es auf die beträchtlichen Vermögenswerte von Onkel Fester abgesehen und plant, ihn zu heiraten, zu ermorden und dann abzuhauen.

Auf der Hochzeitsreise versucht Debbie den liebeskranken Fester mehrmals zu ermorden, aber die Addams-Kinder haben sie durchschaut. Wednesday und Pugsley gelingt es, ihren Onkel zu retten. Zu Hause werden sie allerdings bereits von Debbie erwartet, die die Familie zwingt, auf elektrischen Stühlen Platz zu nehmen. Hat den Halbunsterblichen das letzte Stündlein geschlagen?

Unglaublich gut, schräg und witzig – die schrille „Addams Family in verrückter Tradition“ ist ein moderner Filmklassiker.

Barry Sonnenfeld startete seine Regiekarriere mit einem Paukenschlag: 1991 drehte er bereits den erfolgreichen ersten Teil von „The Addams Family“. Auch für dieses Sequel der haarsträubend-amüsanten Kinogeschichte, die das Idealbild der Kleinfamilie aufs Korn nimmt, erntete der Regisseur viel Lob. Der Filmdienst schreibt: „Der seltene Fall einer Fortsetzung, die den Vorgänger in den Schatten stellt.“ Der Film wurde 1994 für den Oscar in der Kategorie Beste Ausstattung und Anjelica Huston für einen Golden Globe nominiert.

Donnerstag, 23.04. / 17:05 Uhr / Xenius: Bücher ~ Warum sie unverzichtbar sind!
Magazin, Deutschland, 2020, WDR 26 Min.
Moderation: Emilie Langlade, Adrian Pflug
Erstausstrahlung

Wissen in 26 Minuten – das ist „Xenius“, das werktägliche Magazin bei ARTE, das vertraute wie überraschende Themen aus dem Alltag und der Welt der Wissenschaft und Forschung unter die Lupe nimmt. Die deutsch-französischen Moderatorenpaare Dörthe Eickelberg und Pierre Girard, Caroline du Bled und Gunnar Mergner sowie Emilie Langlade und Adrian Pflug erleben Wissenschaft hautnah, entdecken, was die Welt bewegt, und treffen führende Köpfe aus der Forschung. „Xenius“ ist Wissenschaft auf Augenhöhe, fundiert, bereichernd und gleichzeitig amüsant.

Goethe auf dem E-Book, Englisch im digitalen Schulbuch und Tageszeitungen auf dem Smartphone: Menschen lesen heute nicht weniger als früher – aber anders. Wie beeinflusst es uns, wenn Bücher zum Anfassen in den Hintergrund rücken? Macht es für das Gehirn einen Unterschied, ob wir eine Information am Bildschirm oder auf Papier lesen? Was macht Bücher auch heute noch unverzichtbar?

Um den Wert echter Bücher besser zu begreifen, besuchen die beiden „Xenius“-Moderatoren Emilie Langlade und Adrian Pflug den traditionellen Buchbinder Martinus Janssen in seiner Werkstatt. Er führt die beiden ins Buchbinderhandwerk des 16. Jahrhunderts ein und lässt sie ausprobieren, wie sich das traditionelle Binden anfühlt. Die „Xenius“-Moderatoren schöpfen und pressen aus einem Zellulosebrei Papier und kleben und nähen Seite um Seite zusammen – bis sie schließlich ihr selbst gemachtes Buch in den Händen halten.

Außerdem trifft „Xenius“ den Forscher Peter Gerjets vom Leibniz-Institut für Wissensmedien in Tübingen. Er misst die Hirnaktivität von Schülern beim Lesen. Der Wissenschaftler will herausfinden, ob junge Menschen mehr Inhalte aufnehmen können, wenn sie echte Bücher lesen oder aber digitale Medien wie beispielsweise ein Tablet.

Der Sozialpädagoge Jörg Knüfken lässt Jugendliche Tagebücher schreiben – damit sie ihre Emotionen und Erlebnisse verarbeiten können. Eigene Bücher zu schreiben, kann Menschen also auch emotional positiv beeinflussen. Und dass Lesen nicht nur Spaß macht, sondern sogar das Leben verlängern kann, haben Wissenschaftler der Universität Yale nachgewiesen.

Freitag, 24.04. / 21:45 Uhr / Black Sabbath: The End of the End
Musik, Großbritannien, 2017, WDR 95 Min.
Regie: Dick Carruthers
Online verfügbar von 24/04 bis 23/06

„The End of the End“ erzählt von der letzten Tour der Band, die den Sound des Heavy Metal geprägt hat wie kaum eine andere: Black Sabbath. Am 4. Februar 2017 betreten Ozzy Osbourne, Tony Iommi und Geezer Butler zum letzten Mal die Bühne in Birmingham, auf der für sie alles begonnen hat. Mit ihrem letzten Konzert fällt der Vorhang einer Karriere, die fast ein halbes Jahrhundert andauerte. Die ausverkaufte Show war der Höhepunkt einer Tour, die über eine Million Fans weltweit verfolgt hatten. „The End of the End“ ist die Geschichte dieses letzten, sehr emotionalen Konzerts.

„The End of the End“ erzählt von der letzten Tour der Band, die den Sound des Heavy Metal geprägt hat wie kaum eine andere: Black Sabbath. Am 4. Februar 2017 betreten Ozzy Osbourne, Tony Iommi und Geezer Butler zum letzten Mal die Bühne in Birmingham, auf der für sie alles begonnen hat. Mit ihrem letzten Konzert fällt der Vorhang einer Karriere, die fast ein halbes Jahrhundert andauerte. Die ausverkaufte Show war der Höhepunkt einer Tour, die über eine Million Fans weltweit verfolgt hatten. „The End of the End“ ist die Geschichte dieses letzten, sehr emotionalen Konzerts. Die Fans werden selbst Teil der Handlung, ganz nah an der Band, während diese zeitlose Meisterwerke wie „Iron Man“, „Paranoid“ oder „War Pigs“ performt. Osbourne, Iommi und Butler erzählen in Interviews von ihrer Bandgeschichte. Ein Film als Testament der größten Metalband aller Zeiten.

Zusatzinfo:
Am 28. September 2017 wurde „The End of the End“ zeitgleich in 1.500 Kinos weltweit uraufgeführt.

Freitag, 24.04. / 23:20 Uhr / Tracks
Magazin, Frankreich, 2020, ARTE F 30 Min.
Regie: Realisateurs Differents
Journalist: David Combe, Jean-Marc Barbieux
Erstausstrahlung

Freitag, 24.04. / 23:50 Uhr / Marianne Faithfull ~ Der raue Glanz der Seele
Dokumentarfilm, Frankreich, 2016, ARTE F 62 Min.
Regie: Sandrine Bonnaire
Online verfügbar von 17/04 bis 01/05

Marianne Faithfull war schon als 17-Jährige ein Star und avancierte in den 60er Jahren zur Ikone des Swinging London und zur Muse der Rolling Stones. Auf die ausschweifenden Jahre folgte ein tiefer Fall – doch die Künstlerin bewahrte sich stets ihre Eleganz und eine unverbrüchliche Freiheitsliebe. Die Sängerin mit der rauchigen Stimme schwebte mehrmals in Lebensgefahr, überwand das Chaos aber immer wieder mit unglaublich schöpferischer Energie. Sandrine Bonnaire, die schon den französischen Sänger Jacques Higelin einfühlsam porträtierte, zeichnet den Lebensweg der Rock-’n‘-Roll-Ikone nach. Natürlich mit den Rolling Stones, Damon Albarn, Brian Eno, Jean-Luc Godard, Alain Delon und vielen mehr!

Marianne Faithfull ist eine jener seltenen Künstlerinnen, die mit Fug und Recht als „Ikone“ oder „Legende“ bezeichnet werden dürfen. Kaum hatte die Tochter aus gutem Hause die katholische Schule beendet, an die ihre Eltern sie nach der Scheidung geschickt hatten, wurde sie 1964 vom Manager der Rolling Stones entdeckt. Der von Mick Jagger und Keith Richards geschriebene Song „As Tears Go By“ machte Marianne Faithfull mit kaum 17 Jahren zum Rock-’n‘-Roll-Star und zur Ikone des Swinging London. Als Jaggers Freundin teilte sie das Bandleben mit seinen Ausschweifungen, Skandalen und Drogenexzessen. Einige Jahre später kehrte sie der Musik vorübergehend den Rücken und widmete sich ihrer ersten Leidenschaft, der Schauspielerei. Ihr skandalumwittertes Image verhalf ihr zu erfolgreichen Filmauftritten bei Jean-Luc Godard und an der Seite von Alain Delon, doch die Drogensucht trieb sie an den Abgrund. Nachdem ihrer Trennung von Mick Jagger im Jahr 1970 war sie so gut wie obdachlos; zwischen 1972 und 1979 folgten auf Perioden der Erholung mit kurzzeitigen Erfolgen erneute Einbrüche und Drogenexzesse. Schließlich rettete sie ihre Liebe zur Musik. Vor allem die Auseinandersetzung mit dem Werk von Kurt Weill brachte ihr endlich künstlerische Anerkennung. Die Schauspielerin und Filmemacherin Sandrine Bonnaire schildert in einem sehr persönlichen Porträt den Werdegang von Marianne Faithfull, eines Mädchens aus gutem Hause, das sich mutig völlig neuen künstlerischen Ausdrucksformen öffnete und ein freies, unkonventionelles Leben führte. Dank ihrer Intelligenz und ihrem Interesse an Literatur und Kunst gelang es ihr, sich von den damals gängigen frauenfeindlichen Modellen freizumachen, die sie nur allzu gern auf die Rolle des Sexsymbols reduziert hätten.

Zusatzinfo:
Sandrine Bonnaire ging es in ihrem Porträt vor allem darum, die Frau hinter der Ikone einzufangen und zu zeigen, wie diese freiheitsliebende Künstlerin mit rauer Anmut, Zartgefühl und einem unverwüstlichen Sinn für Humor allen Widrigkeiten trotzte. In der Dokumentation wird deutlich, dass jede Etappe, jede Prüfung im Leben von Marianne Faithfull letztlich Stationen auf dem Weg zu ihrer Wiedergeburt waren, bis hin zu der vollendeten Künstlerin und Frau, die sie heute ist.


Samstag, 25.04. / 23:50 Uhr / Square für Künstler ~ Carte Blanche für Rachid Bouchareb – Annie Fiori
Magazin, Frankreich, 2019, ARTE 26 Min.
Regie: Rachid Bouchareb
Online verfügbar von 18/04 bis 25/05
Erstausstrahlung

Sonntag, 26.04. / 17:10 Uhr / Twist ~ Kulturkampf der Rechten in Belgien
Magazin, Deutschland, Frankreich, Spanien, 2020, WDR 30 Min.
Moderation: Bianca Hauda
Erstausstrahlung

„Twist“ – das ist das neue ARTE-Kulturmagazin. Jede Woche gehen die Moderatorinnen Bianca Hauda und Romy Straßenburg in einer europäischen Metropole den Fragen nach, die die Menschen gerade umtreiben. Neugierig, frisch, mit Esprit und Witz. In Begegnungen mit Künstlern und Kreativen. „Twist“ fragt nach Utopien für eine bessere Welt, nach der Musealisierung unserer Städte und nach dem Kulturkampf gegen rechts. Oder danach, was der Brexit nun aus dem Traum von einer europäischen Kultur macht.

Heute: „Twist“ schaut sich in Gent um, wo der Maler Jan van Eyck ein Jahr lang mit Ausstellungen und Veranstaltungen als Revolutionär der flämischen Malerei und Ikone Flanderns gefeiert wird. Und wo Kulturschaffende sich zum Protest gegen die konservative Politik formiert haben.

„Twist“ reist mitten im Van-Eyck-Jahr nach Gent und beleuchtet in mehreren Beiträgen und Gesprächen die Kontroverse vor Ort. Seit dem Regierungsantritt der konservativen N-VA, der Neu-Flämischen Allianz, tobt dort ein Kulturkampf. Seit Anfang 2020 muss die flandrische Kulturszene drastische Budgetkürzungen hinnehmen – die unabhängigen Produktionsstätten um 60 Prozent. Ein Angriff auf Vielfalt, Meinungsfreiheit, die Demokratie, sagen Kritiker. „Twist“ spricht mit Kulturpolitikern wie mit Kulturschaffenden und möchte von ihnen wissen, welche Ziele die N-VA verfolgt und wie die neue konservative Kulturpolitik das Kulturgeschehen in Gent prägt. Die Kulturszene wirft der N-VA vor, flämische Identitätspolitik zu betreiben und kritische Geister ausbluten zu lassen.
Im Mittelpunkt eines Beitrages steht der Genter Altar des Malers Jan van Eyck. Für die Konservativen Symbol und Ikone der flämischen Identität, die es zu fördern gilt.
Für den Theatermacher Milo Rau Gegenstand eines ganz eigenen Twists: Der künstlerische Leiter des Genter Schauspielhauses machte den Altar zum Mittelpunkt seines Theaterstücks „Lam Gods“, in dem er die Geschichte des Abendmahles neu inszeniert und interpretiert. Milo Rau überträgt die Altar-Figuren in die Gegenwart und lässt sie durch Normalbürger Gents zum Leben erwachen – ganz im Sinn von Vielfalt und Offenheit.

Zusatzinfo:
„Twist“ setzt Themen und spürt relevante Debatten und Entwicklungen in Europa auf, mit denen sich Künstler und Intellektuelle auseinandersetzen. Vor allem aber greift es die kulturellen Fragen auf, die jeden von uns im Alltag beschäftigen. Quer durch alle Genres von bildender Kunst über Architektur, Fotografie, Literatur bis hin zur Mode und zum Film. Bianca Hauda und Romy Straßenburg nehmen uns mit auf Entdeckungsreise – jede Woche durch eine andere europäische Stadt, und sie bringen uns zu Künstlern und Kreativen, die etwas zu einem relevanten aktuellen Thema zu sagen haben – von emotional tief bewegend bis kulturpolitisch provokant. Das Ganze verpackt in eine einnehmende Bildsprache, klar und ganz nah dran.

Sonntag, 26.04. / 17:40 Uhr / Harry Potter, The Grand Budapest Hotel … Alexandre Desplat dirigiert seine Filmmusik
Musik, Frankreich, 2018, ARTE F 43 Min.
Regie: Jean-Pierre Loisil
Komponist: Alexandre Desplat
Dirigent: Alexandre Desplat
Orchester: Orchestre National de France
Künstlerischer Leiter: Solrey
Online verfügbar von 19/04 bis 16/04

Der französische Filmkomponist Alexandre Desplat schrieb die Musik für Filme wie „Grand Budapest Hotel“ und „Shape of Water – Das Flüstern des Wassers“: Für seine Arbeit wurde er vielfach ausgezeichnet, unter anderem mit zwei Oscars. Unter Alexandre Desplats musikalischer Leitung spielt das Orchestre National de France im Auditorium de Radio France ein Konzert, das sich ganz den Filmmusiken des Komponisten widmet: Auf dem Programm stehen unter anderem die Kompositionen für „Das Mädchen mit dem Perlenohrring“, „Grand Budapest Hotel“ und „Harry Potter und die Heiligtümer des Todes“.

Gemeinsam dem Orchestre National de France hat Alexandre Desplat bereits den Soundtrack zu Luc Bessons Science-Fiction-Film „Valerian – Die Stadt der tausend Planeten“ eingespielt. An der Spitze dieses Orchesters gibt er im Auditorium de Radio France einen Abend, der verschiedene Filmmusiken von ihm vereint. Auf dem Programm stehen die Kompositionen zu „Das Mädchen mit dem Perlenohrring“, „Grand Budapest Hotel“ und „Harry Potter und die Heiligtümer des Todes“. Dabei wird vor allem die unglaubliche Vielseitigkeit Desplats deutlich, der neben seiner klassischen Ausbildung auch Jazz und Weltmusik studiert hat. Für „Grand Budapest Hotel“, in dem er die Zuschauer musikalisch in ein kleines mitteleuropäisches Land entführt, wählte er ausgesprochen exotische Klangfarben, erzeugt durch Instrumente, die eigentlich in der Volksmusik Verwendung finden, wie Balalaikas, Zithern, Hackbretter oder Alphörner. Bei der Orchestrierung für die konzertante Aufführung der Partitur wurde der klassische Klangkörper um eine Gitarre und eine Mandoline erweitert. Als Jugendlicher hatte Alexandre Desplat ein besonders Faible für die „Star Wars“-Soundtracks von John Williams, denn er fand darin alles, was er an Wagner, Debussy, Ravel und Schostakowitsch so sehr liebte. Mit seinen Kompositionen für die „Harry Potter“-Filme und die „Twilight“-Saga hat Alexandre Desplat diesen Ansatz weiterverfolgt und ist im Verlauf seiner Karriere vielfach dafür ausgezeichnet worden, unter anderem mit drei Césars, zwei Oscars sowie diversen BAFTA Film Awards, Golden Globes und Grammys. Alexandre Desplat arbeitete mit Regisseuren wie Roman Polanski, George Clooney und Ang Lee zusammen. 2014 war er als erster Filmmusikkomponist Juryvorsitzender der Internationalen Filmfestspiele von Venedig.

Sonntag, 26.04. / 23:15 Uhr / Aus der Tiefe der Seele ~ Streifzüge durch die Musiklandschaft Armenien
Dokumentation, Deutschland, 2019, MDR 56 Min.
Regie: Anne-Kathrin Peitz
Online verfügbar von 26/04 bis 26/05
Erstausstrahlung

Auf der Sonnenseite des Kaukasus, am Fuße des schneebedeckten Ararat, liegt Armenien. Dank seiner uralten Schriftensammlungen und umfangreichen Bücherarchive lässt sich die Kulturgeschichte des Landes gut zurückverfolgen: Hier wurde der Wein erfunden und vor 2.700 Jahren die Hauptstadt Eriwan gegründet. Die Armenier haben ihre eigene Kirche und ein eigenes Kirchenoberhaupt, den Katholikos. Vor allem aber verfügt Armenien über eine der ältesten und reichsten Musikkulturen der Welt.

Die Geschichte der armenischen Musik geht weit bis in die Antike zurück. Die liturgischen Gesänge gehören zu den ältesten schriftlich überlieferten Klängen der Welt. Zunächst vermutet man einen Druckfehler, wenn bei manchen Werken ein Komponist aus dem fünften Jahrhundert genannt wird. Diese Seite Armeniens ist der westlichen Welt bis heute weitestgehend verborgen geblieben. Denn immer noch steht das Land für Vertreibung und Vernichtung. Der Genozid von vor über hundert Jahren bestimmt den europäischen Blick. Der armenische Priester und Musikwissenschaftler Komitas bildet die Schnittstelle zwischen der archaischen Musik und der Moderne in Armenien. Zudem haben sieben Jahrzehnte Sowjetherrschaft den Zugang zu den kulturellen Schätzen von außen fast vollständig unterbrochen.

„Aus der Tiefe der Seele“ ist eine musikalische Entdeckungsreise auf der Suche nach dem Klang Armeniens – zwischen gestern und heute. Denn wer armenische Künstler der Gegenwart trifft, begegnet immer auch ihrer Vergangenheit. Der 79-jährige Komponist Tigran Mansurian vereint traditionelle armenischen Musik und Avantgarde und wird dafür auch im Westen bestaunt und geschätzt. Der renommierte Duduk-Spieler Geworg Dabaghjan ergreift mit süß-traurigen Klängen Ohren und Herz. Ähnlich betörend ist das Geghard Ensemble mit seinen einzigartigen Interpretationen mittelalterlicher Liturgien. Der achtköpfige Frauenchor singt im St.-Geghard-Kloster, das in Höhlen gemeißelt wurde und zum UNESCO-Weltkulturerbe zählt. Aber auch Liebhaber härterer Klänge greifen auf Altbewährtes zurück: Der Frontmann der Metalband Ayas arbeitet mit alten Tonsystemen und Gesangstechniken, die schon die einstigen Geistlichen nutzten. Quer durch alle Genres verbindet die armenische Musikszene stets die Hinwendung zur Tradition und zur eigenen Geschichte.

Sonntag, 26.04. / 00:15 Uhr / Ludwig van Beethoven: Klaviertrios ~ Das „Geistertrio“ und das „Erzherzog-Trio“
Schwerpunkt: LUDWIG VAN – Beethoven unlimited
Musik, Deutschland, 2019, RBB 69 Min.
Regie: Frédérique Delesques
Komponist: Ludwig van Beethoven
Mit: Michael Barenboim (Violine), Kian Soltani (Violoncello), Daniel Barenboim (Klavier)
Online verfügbar von 26/04 bis 26/05
Erstausstrahlung

Das „Geistertrio“ op. 70,1 und das „Erzherzog-Trio“ op. 97 zählen zu den bekanntesten von Ludwig van Beethoven komponierten Klaviertrios. Sie fallen in die sogenannte zweite Phase seines Schaffens. Zum 250. Geburtstag des Komponisten spielen Daniel Barenboim (Klavier), Michael Barenboim (Violine) und Kian Soltani (Violoncello) die beiden Werke im Berliner Pierre Boulez Saal.

Das Klaviertrio D-Dur op. 70,1 komponierte Ludwig van Beethoven (1770-1827) im Sommer 1808 während eines Aufenthaltes auf dem Landgut Floridsdorf. Den Titel „Geistertrio“ erhielt das Werk erst wesentlich später, er geht auf eine Beschreibung des Komponisten und Beethoven-Schülers Carl Czerny zurück. 1842 schrieb Czerny über den mittleren Satz des Trios („Largo assai ed espressivo“): „Der Character dieses, sehr langsam vorzutragenden Largo ist geisterhaft schauerlich, gleich einer Erscheinung aus der Unterwelt. Nicht unpassend könnte man sich dabei die erste Erscheinung des Geist‘s im Hamlet denken.“

Das Klaviertrio B-Dur op. 97, auch bekannt als „Erzherzog-Trio“, veröffentlichte Beethoven 1811. Er widmete es seinem Förderer und Schüler Erzherzog Rudolph von Österreich (1788-1831), dem späteren Bischof von Olmütz.

Daniel Barenboim wurde 1942 in Buenos Aires geboren und arbeitet seit 1992 als Generalmusikdirektor der Berliner Staatsoper Unter den Linden. Sein 1985 in Paris geborener Sohn Michael Barenboim ist seit 2003 Konzertmeister des West-Eastern Divan Orchestra. Neben seinen Soloauftritten unterrichtet er als Professor an der Barenboim-Said Akademie. Der 1992 in Bregenz geborene österreichische Cellist Kian Soltani wurde bereits mehrfach ausgezeichnet und gilt als einer der gefragtesten Cellisten seiner Generation.

Der Pierre Boulez Saal ist Teil der von Daniel Barenboim initiierten Barenboim-Said Akademie und wurde 2017 mitten in Berlin eröffnet. Michael Barenboim und Kian Soltani standen dort bereits beim Eröffnungskonzert gemeinsam mit Daniel Barenboim auf der Bühne.

Sonntag, 26.04. / 01:25 Uhr / Operndiven – Operntunten
Oper, Deutschland, 2019, ZDF 53 Min.
Regie: Kevin Clarke, Rosa von Praunheim
Wiederholung vom 19.04.

Montag, 27.04. / 05:00 Uhr / The National live in Cork
Musik, Frankreich, 2017, ARTE F 76 Min.
Regie: David Ctiborsky
Mit: The National
Online verfügbar von 20/04 bis 04/05

Lange her ist die Zeit, als die fünf Musiker von The National ihre ersten Konzerte in kleinen Clubs in den USA gaben. 15 Jahre später wurde aus der Indie-Formation eine Rockband von Rang und Namen mit zahlreichen Fans in Übersee und Europa. 2017 veröffentlichten The National ihr großartiges Album „Sleep Well Beast“ und eröffneten ihre Europatournee im September mit einem tollen Konzert beim Festival Sounds from a Safe Harbour (SFSH) im Cork Opera House.

The National gehören zu den wenigen Bands, die seit Langem in derselben Konstellation existieren, weltberühmt sind, eine stolze Diskografie vorweisen und noch immer kreativen Indie-Rock machen. Die Formation besteht aus zwei Brüderpaaren – darunter die ultraproduktiven Aaron und Bryce Dessner – sowie dem kauzig-charismatischen Frontmann Matt Berninger. Heute wird das Quintett, das 1999 von ein paar Kumpels aus Brooklyn gegründet wurde, von Fans auf der ganzen Welt verehrt.

2017 veröffentlichten The National ihr Album „Sleep Well Beast“ und eröffneten ihre Europatournee im September desselben Jahres mit einem tollen Konzert beim Festival Sounds from a Safe Harbour (SFSH) im Cork Opera House. Alte und neue Stücke, krachende Rockmusik und intime Balladen: Die Show von The National in Cork wird im Gedächtnis bleiben – nicht zuletzt wegen der irischen Sängerin Lisa Hannigan, einem kleinen Choral und Bon Iver, der bei einigen Songs mitwirkte. Und natürlich dank eines so großartigen Covers eines Cat-Power-Songs, wie es nur The National zustande bringen konnte.

Montag, 27.04. / 22:10 Uhr / Tony Curtis ~ Der Kerl aus der Bronx
Dokumentation, Frankreich, 2011, ARTE F 56 Min.
Regie: Ian Ayres
Online verfügbar von 20/04 bis 23/05

Tony Curtis war eine der letzten großen Hollywoodikonen. Er war ein leidenschaftlicher Schauspieler, der sich zum facettenreichen Charakterdarsteller hocharbeitete und fünf Jahrzehnte lang Kinozuschauer begeisterte. Besonders in Erinnerung geblieben sind seine Auftritte in Klassikern wie „Manche mögen’s heiß“ oder „Spartacus“. Ein bewegendes Interview mit Curtis und Kommentare von Wegbegleitern wie Hugh Hefner oder Debbie Reynolds enthüllen einen charismatischen Mann, der seine Vergangenheit nie ganz verarbeiten konnte und darunter litt, dass man ihn in Hollywood nicht wirklich anerkannte. Mit Hilfe des Psychologen Glenn Wilson und des Biografen Allan Hunter wird auch das amerikanische Starsystem hinterfragt, an dem so viele große Schauspieler zugrunde gehen.

Der Film gibt Einblicke in die Karriere und das Privatleben von Tony Curtis, einer der letzten großen Hollywoodikonen. Der Schauspieler mit dem unwiderstehlichen Charme, der legendären Haartolle und dem rebellischen Look, für den er sich von Elvis Presley und James Dean inspirieren ließ, galt einer ganzen Generation als Idol und Sexsymbol. Tony Curtis war ein leidenschaftlicher Schauspieler, der sich mit Talent und Ausdauer zum facettenreichen Charakterdarsteller hocharbeitete und fünf Jahrzehnte lang Kinozuschauer aller Altersgruppen begeisterte. Obwohl er sich auf kein Genre festlegen ließ und in Abenteuerfilmen ebenso glänzte wie in Sittenkomödien, Psychodramen oder Musicals, sind es wohl seine Auftritte in Klassikern wie „Manche mögen’s heiß“ (1959), „Spartacus“ (1960), „Dein Schicksal in meiner Hand“ (1967) und „Der Frauenmörder von Boston“ (1968), für die er am längsten in Erinnerung bleiben wird. Ein bewegendes Interview mit dem Schauspieler und Kommentare von Freunden und Kollegen wie Hugh Hefner, Debbie Reynolds, Piper Laurie, Theresa Russell, Nehemiah Persoff und Mamie Van Doren enthüllen einen charismatischen Mann, der seine Vergangenheit nie ganz verarbeiten konnte und darunter litt, dass man ihn in Hollywood nicht wirklich anerkannte. Der Aufstieg gab Tony Curtis die Macht und Berühmtheit, die er sich so sehnlichst gewünscht hatte – doch sie wurden zu einer gefährlichen Droge … „Tony Curtis – Der Kerl aus der Bronx“ schildert nicht nur das Leben der Hollywoodikone, sondern hinterfragt mit Hilfe des Psychologen Glenn Wilson und des Biografen Allan Hunter auch das amerikanische Starsystem, an dem so viele große Schauspieler zugrunde gehen.

Dienstag, 28.04. / 05:00 Uhr / Mstislaw Rostropowitsch: Ein ideales Konzert
Musik, Frankreich, 2017, ARTE F 43 Min.
Regie: Pierre-Martin Juban
Komponist: Modest Mussorgski, Sergei Prokofjew, Ludwig van Beethoven, Pjotr Iljitsch Tschaikowskyi, Johann Sebastian Bach
Online verfügbar von 21/04 bis 28/05

Der Russe Mstislaw Rostropowitsch gilt als wichtigster Cellist des 20. Jahrhunderts. Daneben brillierte er auch als Pianist und Dirigent: Mstislaw Rostropowitsch vereinte viele Talente in sich, er war ein großer Künstler, Humanist und Freiheitskämpfer. Die Dokumentation veranschaulicht anhand von Ausschnitten aus seinen bedeutendsten Konzerten die vielen Facetten des Ausnahmemusikers. Wichtige Wegbegleiter wie Yehudi Menuhin, Swjatoslaw Richter und Rostropowitschs Frau, die Sopranistin Galina Wischnewskaja, sind ebenfalls in der Dokumentation zu erleben.

Rostropowitsch wurde 1927 in Baku, heute Aserbaidschan, in eine Musikerfamilie geboren. Seinen Vater Leopold, der ebenfalls Cellist war, bezeichnete er als seinen wichtigsten Lehrer. Rostropowitsch gab 1945 die ersten Konzerte in Moskau und begann 1964 mit einem Auftritt in der Bundesrepublik Deutschland seine weltweite Karriere. Nach seiner Emigration aus der Sowjetunion, zu der er wegen seines Engagements für den Schriftsteller Alexander Solschenizyn gedrängt wurde, begann Rostropowitsch eine zweite Karriere als Dirigent und stand von 1977 bis 1994 an der Spitze des National Symphony Orchestra (NSO) in Washington. Die Dokumentation veranschaulicht anhand von Ausschnitten aus seinen bedeutendsten Konzerten die vielen Facetten des Ausnahmemusikers. Den Anfang macht eine Archivaufnahme von Bruno Monsaingeon aus dem Jahr 1986: Rostropowitsch spielt einen Auszug aus Tschaikowskys „Rokoko-Variationen“, die er gerade auf einem Album herausgebracht hatte. Weiter geht es mit der Sarabande aus Bachs Cello-Suite Nr. 2 im französischen Fernsehen 1969. Rostropowitsch als Kammermusiker erlebt der Zuschauer anhand eines Mitschnitts des UNESCO-Benefizkonzerts in Paris im Jahr 1974, wo er mit Yehudi Menuhin und Wilhelm Kempff das „Erzherzog-Trio“ von Beethoven interpretierte. Rostropowitsch war auch ein hervorragender Pianist. Mit seiner Ehefrau, der Sopranistin Galina Wischnewskaja, verband ihn eine einzigartige musikalische Harmonie, wie ihre Interpretation von Mussorgskys „Wiegenlied“ beweist. Die Idee, Rostropowitsch und den Pianisten Swjatoslaw Richter zusammenzubringen, stammt von dem Komponisten Sergej Prokofjew. Das Duo trat regelmäßig im Westen auf und spielte 1964 in Edinburgh einen Auszug aus Beethovens Cello-Sonate Nr. 3. Auch die Weiterentwicklung des Repertoires für sein Instrument lag Rostropowitsch am Herzen. Prokofjews „Symphonisches Konzert“, dessen Finale im Film zu hören ist, geht auf seine Initiative zurück.

Mittwoch, 29.04. / 21:45 Uhr / Skandal! Ist die Freiheit der Kunst in Gefahr?
Dokumentation, Deutschland, 2020, ZDF 52 Min.
Regie: Katrin Sandmann
Online verfügbar von 28/04 bis 29/05
Erstausstrahlung

Gemälde werden abgehängt, Schauspielerinnen aus Filmen geschnitten, Museen von Empörungswellen in den sozialen Medien eingeschüchtert. Immer lauter klagen identitätspolitische Gruppen Sexismus oder Rassismus in der Kunstwelt an. Die Dokumentation fragt: Droht eine neue Zensur von unten? Oder verschaffen sich zu Recht die Stimmen Gehör, die in Kunst und Gesellschaft zu lange ignoriert wurden?

In Haifa wird aus christlichen Motiven ein Museum gestürmt, in Paris verhindern Aktivisten mit Vorwürfen des Sexismus und Rassismus Film- und Theaterpremieren und ein Wiener Museum bekommt Ärger wegen Nacktbildern. Immer mehr Gruppen klagen Beleidigung, Rassismus oder Sexismus an, fühlen sich als Opfer inadäquater Darstellungen. Identität ist auch in der Kunstwelt zu einem verteidigungswürdigen Wert geworden. Aber gibt das Gefühl der Beleidigung, das Gefühl Opfer zu sein, den Betroffenen das moralische Recht, nach Zensur zu rufen und somit die Kunstfreiheit einzuschränken?

Im Kern geht Katrin Sandmann in dieser Dokumentation diesen Fragen nach: Wird moralische Korrektheit gerade zum Kriterium in der Kunst? Bedrohen identitätspolitische Forderungen die Kunstfreiheit? Wie viel Rassismus und Sexismus steckt im arrivierten Kunstbetrieb? Und was passiert, wenn Kunst nur noch durch die identitätspolitische Brille betrachtet wird?

Während die Professorin und Regisseurin Mame-Fatou Niang eine gerechtere gesellschaftliche Repräsentation in der Kunst anvisiert, glaubt die Philosophin Carole Talon-Hugon, dass diese „Tyrannei der Verletzlichkeit“ zu einer Verarmung der Kunst führe. Der Direktor des Wiener Leopold Museums konstatiert einen „Terror der Tugendhaftigkeit“ und meint, dass ein Museum einen Shitstorm eben aushalten müsse.

Achim Borchardt-Hume, Ausstellungsdirektor bei Tate Modern in London, hingegen möchte insbesondere die Museumsinstitution als Ort harter gesellschaftlicher Debatten sehen. Bonaventure Soh Bejeng Ndikung, Berliner Galerist und Kurator der letzten documenta, betont wiederum, dass die Schaffung solcher Diskussionsräume Aufgabe der Kunst sei. Wohin also steuern Kunst und Kulturinstitutionen in Zeiten sozialer Medien und erhöhter öffentlicher Erregbarkeit?

Freitag, 01.05. / 21:35 Uhr / Françoise Hardy ~ Die Diskrete
Dokumentation, Frankreich, 2016, ARTE F 54 Min.
Regie: Matthieu Jaubert, Emilie Valentin
Online verfügbar von 24/04 bis 31/05

Von der Ikone der 60er zur Grande Dame des französischen Chansons: Bereits im zarten Alter von 18 Jahren wurde Françoise Hardy mit ihrem ersten großen Hit „Tous les garçons et les filles“ (1962) zum Idol des Yéyé. Die Einzigartigkeit ihrer melancholischen Chansons und ihre sanfte Stimme ließen sie zu einer der bekanntesten Pop- und Chansonsängerin Frankreichs werden. Nach einer Pause in den 90er Jahren kehrte sie wieder zur Musik zurück, im gleichen einfühlsamen Stil. Hardy ist so zeitlos geblieben wie ihre Lieder und trifft auch heute noch den Geschmack mehrerer Generationen.

Françoise Hardy war das Idol des Yéyé, der Popmusik der 60er Jahre. Ihr erster großer Hit „Tous les garçons et les filles“ (1962) eröffnete der Sängerin schon im zarten Alter von 18 Jahren den Weg zu einer Karriere als eine der bekanntesten Pop- und Chansonsängerinnen Frankreichs. Auch wenn die Pariserin in der französischen Musikszene anfangs völlig aus dem Rahmen fiel und sich ab den 80er Jahren ins Privatleben zurückzog, sorgte sie regelmäßig mit Platten wie „Décalages“ (1988) für Schlagzeilen. Viele Künstler zählen zu ihren Bewunderern: Sex-Pistols-Legende Malcolm McLaren nahm mit ihr einen Song auf, Mick Jagger bezeichnete sie als „ideale Frau“ und Bob Dylan widmete ihr ein Gedicht. Die stilbewusste Künstlerin ist sich über ihre musikalische Laufbahn mit ihren nostalgischen und romantischen Liedern hinweg selbst treu geblieben – aus der Ikone der 60er ist eine Grande Dame geworden. Doch wie gelang es der eleganten Französin – die blonde Mähne ist mittlerweile schneeweiß –, auch 25 veröffentlichte Alben später nicht an Ausstrahlung zu verlieren? Die Dokumentation beleuchtet die Persönlichkeit hinter dem Star und ergründet das visionäre Talent der Künstlerin. Es kommen europäische Musiker, Produzenten, Modeschöpfer und Sänger zu Wort, die ihre Sicht auf Françoise Hardy, ihre Einzigartigkeit und ihren Beitrag zur Popmusik äußern.

Freitag, 01.05. / 22:35 Uhr / Tracks
Magazin, Frankreich, 2020, ARTE F 30 Min.
Regie: Realisateurs Differents
Journalist: David Combe
Erstausstrahlung

Freitag, 01.05. / 23:05 Uhr / Echoes ~ Archy Marshall
Musik, Frankreich, 2020, ARTE F 63 Min.
Regie: Gautier & Leduc
Moderation: Jehnny Beth
Online verfügbar von 24/04 bis 26/04
Erstausstrahlung

In kleinem, aber feinem Rahmen begrüßt Moderatorin Jehnny Beth drei namhafte Independent-Künstler zu einem Live-Musikformat, das Konzert und Diskussionsrunde miteinander verbindet. Bei „Echoes“ verschwimmt die Grenze zwischen Bühne und Publikum, und die Zuschauer sind hautnah dabei. Diesmal mit King Krule, Beak> und Nilüfer Yanya.

In der zweiten Ausgabe von „Echoes“ begrüßt Moderatorin Jehnny Beth drei Künstler aus dem Rock-Pop-Bereich, die allesamt ihre Inspiration aus dem Jazz schöpfen und sich auch im Hinblick auf ihr Engagement und ihre Weltsicht ähnlicher sind, als es zunächst den Anschein hat.

Der 25-jährige Archy Marshall – aka King Krule – sieht aus, als hätte sich David Bowie in einem Wes-Anderson-Film verirrt. So markant wie sein Look ist auch seine Stimme: Ein ausgeprägter Londoner Akzent und ein leicht näselnder Bariton verleihen seiner Musik genau die richtige Prise Punk. Mit Einflüssen aus Dub und Jazz vereint King Krule Dark und New Wave und Hip-Hop. Auch seine anderen Musikprojekte Zoo Kid und Edgar The Beatmaker scharen eine stattliche Fangemeinde um sich. Vier Alben hat er bereits veröffentlicht, sein jüngstes Werk „Man Alive!“ ist gerade erschienen.

In 2009 haben sich Beak> mit einem stark konzeptionellen Debütalbum – das eher einer Studioversuchsanordnung gleicht – einen Namen gemacht. Auch zehn Jahre später groovt die Formation um Portishead-Musiker Geoff Barrow weiter und gibt auf ihrem dritten Album „>>>“ wieder Jamsessions zwischen Kosmos und Krautrock zum Besten.

Die 23-jährige Nilüfer Yanya hat mit ihrer Debüt-EP „Miss Universe“ auf Anhieb die Aufmerksamkeit der Medien auf sich gezogen und gilt als neue musikalische Hoffnungsträgerin. In der Szene hat die Londonerin mit türkischen Wurzeln bereits einflussreiche Fürsprecher wie The xx, Interpol und Sharon Van Etten gefunden. Mit gerade einmal 18 Jahren wurde sie vom Label Blue Flowers entdeckt und beehrt seither das Publikum mit jazzigen Pop-Tunes von bemerkenswerter Eindringlichkeit.


Sonntag, 03.05. / 16:50 Uhr / Twist ~ Potsdam
Magazin, Deutschland, Frankreich, 2020, NDR 30 Min.
Regie: N.N.
Autor: N.N.
Erstausstrahlung

„Twist“ – das ist das neue ARTE-Kulturmagazin. Jede Woche gehen die Moderatorinnen Bianca Hauda und Romy Straßenburg in einer europäischen Metropole den Fragen nach, die die Menschen gerade umtreiben. Neugierig, frisch, mit Esprit und Witz. In Begegnungen mit Künstlern und Kreativen. „Twist“ fragt nach Utopien für eine bessere Welt, nach der Musealisierung unserer Städte und nach dem Kulturkampf gegen rechts. Oder danach, was der Brexit nun aus dem Traum von einer europäischen Kultur macht.

Heute: Potsdam wird auch Klein-Versailles genannt. Hier besaß der deutsche Kaiser Schlösser und darin Kunstschätze, die die Familie der Hohenzollern nun zurückfordern. Man hat gemeint, die Monarchie sei vorbei – und nun das! Gutachter und Gerichte sind eingeschaltet. Wie betroffen sind die Museen? Das Thema bewegt die Stadt.

Klein-Versailles wird die Stadt auch genannt, hier besaß der deutsche Kaiser Schlösser, darin Kunstschätze, die die Familie der Hohenzollern nun zurückfordert. Die Monarchie ist vorbei hat man gemeint, und nun das! Gutachter und Gerichte sind eingeschaltet. Wie betroffen sind die Museen? Das Thema bewegt die Stadt.

Und schon ist auch wieder ein eigenes Hohenzollernmuseum im Gespräch, in dem die Familie Mitspracherecht bei der Präsentation und Einordnung haben möchte. Aber Potsdam hat so viel mehr Geschichte zu bieten. Zahlreiche Sponsoren unterstützen die Stadt mit ihren Projekten. So entstand zum Beispiel das Museum Barberini, das es in kürzester Zeit in die erste Reihe der europäischen Ausstellungshäuser geschafft hat. Hierhin geht in Kürze die gesamte Privatsammlung des Stifters Hasso Plattner. Für seine DDR-Kunstsammlung wird er das legendäre Café Minsk, ein ehemaliges DDR-Terrassenlokal, sanieren. So wird dem preußischen Arkadien eine jüngere und nicht minder umstrittene Epoche der Zeitgeschichte hinzugegeben.

Zusatzinfo:
„Twist“ setzt Themen und spürt relevante Debatten und Entwicklungen in Europa auf, mit denen sich Künstler und Intellektuelle auseinandersetzen. Vor allem aber greift es die kulturellen Fragen auf, die jeden von uns im Alltag beschäftigen. Quer durch alle Genres von bildender Kunst über Architektur, Fotografie, Literatur bis hin zur Mode und zum Film. Bianca Hauda und Romy Straßenburg nehmen uns mit auf Entdeckungsreise – jede Woche durch eine andere europäische Stadt, und sie bringen uns zu Künstlern und Kreativen, die etwas zu einem relevanten aktuellen Thema zu sagen haben – von emotional tief bewegend bis kulturpolitisch provokant. Das Ganze verpackt in eine einnehmende Bildsprache, klar und ganz nah dran.

Sonntag, 03.05. / 17:25 Uhr / Die 3 Tenöre ~ Ihre verschollenen Konzerte
Musik, Deutschland, 2016, ZDF 58 Min.
Regie: Brian Large
Mit: José Carreras, Luciano Pavarotti, Plácido Domingo
Online verfügbar von 03/05 bis 01/08

Seit ihrem Auftritt anlässlich der Fußball-WM 1990 in Rom, der von über einer Milliarde Menschen weltweit am Fernseher verfolgt wurde, waren die „Drei Tenöre“ die absoluten Superstars der Klassik. Um so erstaunlicher ist es, dass TV-Mitschnitte ihrer späteren Konzerte jahrelang verschollen waren. Jetzt ist es gelungen, diese Schätze zu heben: bislang unbekannte musikalische und emotionale Höhepunkte mit dem legendären Trio.

Am 7. Juli 1990 fand in den antiken römischen Caracalla-Thermen eine Art „Urknall“ der klassischen Musik statt: Anlässlich der Fußball-Weltmeisterschaft standen drei Opern-Weltstars gemeinsam auf der Bühne – und über eine Milliarde Menschen weltweit verfolgte diesen Auftritt im Fernsehen. Plácido Domingo, Luciano Pavarotti und José Carreras wurden zu den „Drei Tenören“ – und verhalfen der klassischen Musik zu einer ungeahnten neuen Blüte, einem wahren Klassik-Boom. Die Aufnahme des Caracalla-Konzerts wurde zum meistverkauften Klassik-Album aller Zeiten. 33 Mal traten die drei Sänger in den folgenden Jahren noch gemeinsam auf, unter anderem bei den Fußball-Weltmeisterschaften in Los Angeles und Paris. Sechs dieser Konzerte wurden für das Fernsehen aufgezeichnet, doch diese Aufzeichnungen verschwanden nach den Live-Events für viele Jahre in einem Archiv irgendwo in London, unbeachtet von der Öffentlichkeit. Versuche, diese unschätzbaren Dokumente an das Licht der Öffentlichkeit zu bringen, waren bislang gescheitert. Mit dem Einverständnis von Plácido Domingo und der anderen Rechteinhaber ist es aber nun gelungen, die schönsten Momente dieser sechs verschollenen Konzerte zusammenzutragen: musikalische und emotionale Höhepunkte aus über einem Jahrzehnt großer Konzertereignisse mit den „Drei Tenören“.

Sonntag, 03.05. / 23:40 Uhr / Debussy mit D. Barenboim, M. Crebassa, E. Pahud
Musik, Frankreich, 2018, ARTE F 59 Min.
Regie: Frederic Delesques

Zum 100. Todestag von Claude Debussy im März interpretieren namhafte Musiker unter der Leitung von Daniel Barenboim eine Auswahl von Kammermusikwerken und Liedern des großen Komponisten. Auf dem Programm stehen neben Soli, Duetten und Trios auch das Flötenstück „Syrinx“, gespielt von Emmanuel Pahud, sowie die „Chansons de Bilitis“, vorgetragen von der französischen Mezzosopranistin Marianne Crebassa. Eine Hommage an den französischen Komponisten aus dem Pierre Boulez Saal in Berlin.

Aus Anlass des 100. Todestags von Claude Debussy im März dieses Jahres interpretieren namhafte Musiker unter der Leitung von Daniel Barenboim eine Auswahl von Kammermusikwerken und Liedern des großen Komponisten. Auf dem Programm steht neben Soli, Duetten und Trios auch das Flötenstück „Syrinx“, gespielt von Emmanuel Pahud, der gemeinsam mit Yulia Deyneka und Aline Khouri auch die Sonate für Flöte, Bratsche und Harfe interpretiert.

Begleitet von Daniel Barenboim am Klavier singt die Mezzosopranistin Marianne Crebassa die „Chansons de Bilitis“ und „Trois Mélodies de Verlaine“. Den Cellopart in der Sonate für Violoncello und Klavier d-Moll übernimmt Kian Soltani. Die Künstler präsentieren eine Auswahl sehr persönlicher Werke des Komponisten an einem Ort, der zum Zuhören und zum Miteinander einlädt: dem auf Anregung von Daniel Barenboim entstandenen Pierre Boulez Saal in Berlin. Der Dirigent empfängt hier Musikschüler und Talente aus der ganzen Welt, lädt zur Völkerverständigung ein und stellt so die Universalität der Musik unter Beweis.

Regisseur Frédéric Delesques und Friedemann Engelbrecht gehen mit den Künstlern auf Tuchfühlung, um sämtliche Emotionen, die in Debussys Musik liegen, herauszuarbeiten. Ein französischer Abend aus Berlin zu Ehren des großen Komponisten Claude Debussy, dem Erfinder der modernen Musik – eines Künstlers zwischen Romantik und Moderne, der seine Inspiration aus den Werken großer zeitgenössischer Dichter wie Mallarmé und Verlaine schöpfte.

Montag, 04.05. / 20:15 Uhr / Es muss nicht immer Kaviar sein
Spielfilm, Deutschland, Frankreich, 1961, ARD 99 Min.
Regie: Geza von Radvanyi
Drehbuch: Henri Jeanson
Autor: Johannes Mario Simmel
Produktion: CCC Filmkunst, Production C.E.C.
Produzent: Artur Brauner
Kamera: Friedl Behn-Grund
Schnitt: Walter Wischniewsky
Musik: Rolf Wilhelm

Mit: Eva Bartok (Vera), Senta Berger (Françoise), O. W. Fischer (Thomas Lieven), Geneviève Cluny (Mimi), Jean Richard (Kommissar Siméon), Geneviève Kervine (Nancy), Viktor de Kowa (Loos)
Online verfügbar von 04/05 bis 11/05

Thomas Lieven, pflichtbewusster Angestellter einer Londoner Bank, wäre lieber seiner Leidenschaft als Hobbykoch am heimischen Herd nachgegangen, als im Auftrag seines Chefs scheinbar harmlose Bankunterlagen nach Berlin zu bringen. Kaum in Deutschland angekommen, wird der völlig verdutzte Thomas von der Spionageabwehr und Gestapo zur Mitarbeit gezwungen und mit einem gefälschten Pass nach Paris geschickt. Zurück in London, erwarten bereits Agenten des Secret Service den vermeintlichen französischen Doppelagenten … Ein sagenhaftes Agenten- und Verwechslungs-Abenteuer nimmt seinen Lauf.

Thomas Lieven, pflichtbewusster Angestellter einer Londoner Bank und leidenschaftlicher Hobbykoch, wird kurz vor Ausbruch des Zweiten Weltkriegs von seinem Chef nach Berlin geschickt, um dort eine Bankabrechnung zu übergeben. Das ist der Beginn eines turbulenten Agenten- und Verwechslungs-Abenteuers: In Deutschland angekommen, wird der völlig verdutzte Thomas von der Spionageabwehr und Gestapo zur Mitarbeit gezwungen und mit einem gefälschten französischen Pass nach Paris geschickt. Offenbar sollte nämlich der gebeutelte Banker für seinen Chef wesentlich brisanteres Material als nur harmlose Unterlagen nach Berlin bringen. Zurück in London, will Thomas ihn zur Rede stellen – und wird bereits von Agenten des Secret Service erwartet, die den vermeintlichen Franzosen als Doppelagenten in das Flugzeug zurück nach Paris setzen. Als wäre das nicht genug Ärger, trifft er dort die verführerische Juwelendiebin Françoise, die den Spion wider Willen in weitere Schwierigkeiten bringt …

„Es muß nicht immer Kaviar sein“ ist eine Verfilmung des Romans von Johannes Mario Simmel. Mit der Geschichte um den Agenten wider Willen Thomas Lieven, der für vier Geheimdienste arbeitet und sich mit 16 falschen Pässen aus neun Ländern durchs Leben schlägt, wurde Simmel weltberühmt.

Zusatzinfo:
Simmels Romane prägten in Deutschland Generationen. Seine weltumspannenden Agentengeschichten, gepaart mit Liebe und Erotik, machten die Leser süchtig. Unnachahmlich verstand es Simmel, Unbequemes – Skandale in Wirtschaft und Politik – populär zu verpacken. Während der andere große deutsche Bestsellerautor, Heinz G. Konsalik, politisch eher rechts stand, stand Simmel links, unbeirrbar: Simmel wollte die Welt verbessern. Er war schon viel in dieser Welt: Journalist, Starreporter, Drehbuchautor, Sozialdemokrat, Säufer, Herzensbrecher. Vor allem war er jedoch, das bescheinigten ihm deutsche Literaturkritiker inzwischen, mehr als ein Trivialautor.

Donnerstag, 07.05. / 19:40 Uhr / Re: Achtung Schatzräuber! Bulgariens Kulturgüter in Gefahr
Reportage, Deutschland, 2018, MDR 29 Min.
Produzent: Mdr
Online verfügbar von 07/05 bis 05/08

Illegale Schatzräuber plündern für Sammler in Westeuropa antike und römische Fundstätten in Bulgarien. „Re:“ begleitet die Archäologin Angela Pencheva während einer Grabung. Wie versuchen die Wissenschaftler, ihre Funde zu schützen? Angel Papalezov ist Chef der Spezialeinheit gegen Antikenraub beim bulgarischen BKA. Hat er eine Chance gegen die Schatzräuber und ihre mächtigen und finanzstarken Hintermänner?

„Täglich suchen zehntausende Bulgaren illegal nach archäologischen Schätzen“, sagt Angel Papalezov, Chef einer Spezialeinheit gegen Antikenraub. In den antiken Begräbnisstätten lagern kostbare Schätze, manche im Wert von mehreren Millionen Euro. Die Spurensuche ist schwierig, denn die illegale Schatzsuche wird von den meisten Bulgaren nicht als Straftat angesehen. „Re:“ begeleitet den täglichen Kampf gegen Kleinkriminelle, Dealer und Schmugglerbanden. Aber haben die Polizisten eine Chance gegen die finanzstarken Hintermänner? Weil es in Westeuropa und den USA viele private Sammler gibt, blüht der illegale Handel mit bulgarischen Antiken. Bulgarien ist in Europa eines der Länder mit den meisten archäologischen Schätzen. Mit den systematischen wissenschaftlichen Ausgrabungen seit den 90er Jahren kamen auch die Schatzjäger. „Das ist hier ein alter Beruf, das machen hier alle“, sagt ein Dorfbewohner. Rund 25.000 Bulgaren leben aktuell von der illegalen Schatzsuche. Etwa 150.000 ziehen gelegentlich mit Spaten oder Sonde los. Viele sind arm und wollen etwas dazuverdienen. Andere hoffen, schnell reich zu werden. „Für uns wird eine Fundstelle, die von Schatzräubern durchwühlt wurde, wissenschaftlich wertlos“, sagt die bulgarische Archäologin Dr. Angela Pencheva. Die Schätze, die die Archäologen in der Region um Plovdiv zu Tage fördern, sollen später im Regionalmuseum ausgestellt werden. „Re:“ beobachtet die Wissenschaftler während ihrer Arbeit. Was finden sie? Wie gehen sie mit der ständigen Bedrohung um, und wie versuchen sie, die Funde zu schützen?

Freitag, 08.05. / 21:45 Uhr / Eric Burdon – Rock´n´Roll Animal
Dokumentation, Deutschland, 2017, ZDF 59 Min.
Regie: Hannes Rossacher
Online verfügbar von 07/05 bis 07/06

Eric Burdon ist ein Urgestein der Popgeschichte, aufgewachsen als Straßenjunge in Newcastle und gesegnet mit der „schwärzesten weißen Stimme“ der frühen 60er Jahre. Mit seiner Band The Animals spielte er den traditionellen Song „House of the Rising Sun“ an einem freien Tag auf Tour mit Chuck Berry ein – und landete einen weltweiten Hit. Als Jugendlicher schlägt sich Eric Burdon in Newcastle upon Tyne, im hohen Nordosten von England, die Nächte in den Nachtclubs im Hafenviertel um die Ohren. Wäre da nicht die Musik gewesen, hätte sich wohl eine Laufbahn in der Halbwelt angeboten. Dank seiner Stimme entkommt er der trostlosen Industriestadt, die Sehnsucht nach Ausbruch packt er mit Inbrunst in den Song „We Gotta Get out of this Place“. Das Rebellische ist bei Eric Burdon keine Attitüde, den Forderungen der Musikindustrie wollte er sich nie ausliefern – ein Superstar wird man so nicht. Dafür blieb er zeit seines Lebens ein künstlerisch Suchender, wechselt immer wieder Mitmusiker und Stile, schließt sich Ende der 60er Jahre mit der schwarzen Band War zusammen, in Zeiten der Black Panther auch ein politisches Statement. Zusammen mit Paul McCartney, Bob Dylan und den Rolling Stones zählt er heute zu den letzten großen Überlebenden dieser Generation, immer wieder auf Tour, auch wenn es heute nicht mehr die ganz großen Hallen sind. Der Film begleitet Burdon zu den wichtigen Stationen seines Lebens: Er erzählt am Lagerfeuer in Joshua Tree, reist nach Los Angeles und San Francisco, wo er seit den 90er Jahren lebt, und natürlich zu einem Besuch in seiner Geburtsstadt Newcastle. Eric Burdon ist ein hervorragender Erzähler, er spricht über berühmte Kollegen und über ein Leben als Hitzkopf und Underdog – eine berührende Geschichte von Triumph und Scheitern.

Freitag, 08.05. / 22:45 Uhr / Tracks
Magazin, Deutschland, 2020, ZDF 30 Min.
Online verfügbar von 07/05 bis 06/08
Erstausstrahlung
(1): Windrush Scandal
(2): Undocumented Artists: Julio Salgado
(3): Billy Bragg

(1): Windrush Scandal
Ihre Eltern kamen in den 50er und 60er Jahren, um Großbritannien nach dem Krieg wiederaufzubauen: Einwanderer aus den britischen Kolonien haben auch die britische Popkultur erst zu dem gemacht, was sie heute ist. Doch nach dem Willen der rechten Regierung sollen sie nun wieder gehen. „Tracks“ trifft gemeinsam mit Niko Backspin britische MusikerInnen, denen plötzlich ihre Heimat genommen wurde.

(2): Undocumented Artists: Julio Salgado
Früher haben sie sich meist versteckt: sogenannte Illegale – Menschen, die ohne gültige Papiere und Aufenthaltsstatus in den USA leben. Seit einigen Jahren treten sie immer mehr an die Öffentlichkeit. Einer von ihnen ist der Künstler Julio Salgado. Seine Kunst versteht er auch als Statement gegen all jene, die Angst schüren wollen.

(3): Billy Bragg
Billy Bragg ist das Vorbild von Generationen politischer Songwriter. Nun hat der Barde aus England ein Buch geschrieben. „Die drei Dimensionen der Freiheit“ ist eine Reaktion auf den weltweit grassierenden Rechtspopulismus. „Tracks“ trifft den Musiker und spricht über Politik und Kultur und darüber, wie beides zusammenhängt.

Freitag, 08.05. / 23:15 Uhr / Berlin Live ~ Temples
Musik, Deutschland, 2019, ZDF 60 Min.
Regie: Stefan Mathieu
Online verfügbar von 07/05 bis 07/06
Erstausstrahlung

Sänger und Gitarrist James Bagshaw und Bassist Tom Walmsley haben Temples 2012 in der englischen Kleinstadt Kettering zunächst als Studioprojekt gegründet. Und für ihre ersten Live-Auftritte kamen schnell ein Drummer und der Gitarrist und Keyboarder Adam Smith hinzu. Wie in ihrer Gründungszeit produzieren sie heute noch alles selbst und nehmen am liebsten zu Hause auf, im Kellerstudio in Northamptonshire.

Ihr Musikstil lässt sich als Vintage aus Psycho-Rock-Pop-Klängen bezeichnen. Die Texte ihrer Songs werden gerne als eine Mixtur aus Themen wie Verlangen, Träumen und Alpträumen definiert. Dabei begeistert Temples mit einem feinen Gespür für wunderbare Pop-Melodien verpackt mit Psychedelic-Elementen und dem Geist von Bands wie den Beatles oder Byrds. Mit ihrem neuesten Album „Hot Motion“ waren die drei Jungs jetzt auf Tour und machten für ihre Fans im Berliner Szene-Club SchwuZ exklusiv Station für „Berlin Live“.


Samstag, 09.05. / 00:00 Uhr / Square für Künstler
„Der geheimnisvolle François Morel“ – Plonk et Replonk – Humor auf Schweizer Art
Magazin, Frankreich, 2017, ARTE 29 Min.
Online verfügbar von 02/05 bis 16/05

„Square“ ist das bimediale Magazin auf ARTE. Die Sendung stellt die philosophischen, literarischen, künstlerischen und technischen Innovationen unserer heutigen Gesellschaften in den Mittelpunkt. Es geht um neue Ideen in allen Bereichen – nicht nur in Deutschland und Frankreich, sondern weltweit. „Square“ befasst sich vor allem mit dem Blick der Kreativen und Künstler auf eine Welt, die sich rasant bewegt.

Nach den harschen Absagen von Mireille Mathieu, Johnny Hallyday, Papst Franziskus und Général De Gaulle (für letzteren kam die Anfrage wohl zu spät) entschlossen sich Plonk et Replonk den berühmten französischen Schauspieler François Morel zu entführen, gerade unterwegs auf Theater-Tournee in ihrem Schweizer Hinterland. Auf einen Stuhl gefesselt, stark geschminkt und mit einer Perücke ganz im Stil von Mireille Mathieu herausgeputzt, zwingen sie François Morel dazu, ihnen sein Leben zu erzählen. Zunächst voller Angst, dann allmählich wütend über die Zumutung, als Double von Mireille Mathieu herhalten zu müssen, beugt sich François Morel schließlich den Gewalttätern, auch weil er sie für total verrückt hält.In den Köpfen von Plonk & Replonk weckt Morels Lebensgeschichte einige wirre Assoziationen, im Film durch Trickbilder anschaulich in Szene gesetzt. Endlich schafft es Morel nach gut 20 Minuten, die Entführer durch seine Erzählung so zu verwirren und von sich abzulenken, dass es ihm gelingt, die Fesseln abzustreifen und unbemerkt auf Zehenspitzen das Weite zu suchen. Es handelt sich hierbei also um die leicht durchgedrehte Geschichte einer gescheiterten Entführung…

Sonntag, 10.05. / 10:35 Uhr / Hundert Meisterwerke und ihre Geheimnisse: Die Gaukler, Domenico Tiepolo, 1797
Dokumentationsreihe, Frankreich, 2017, ARTE F 26 Min.
Regie: Jivko Darakchiev
Online verfügbar von 03/05 bis 09/07

Kunstwerke sind wichtige historische Zeugnisse ihrer Zeit. Die Dokumentationsreihe „Hundert Meisterwerke und ihre Geheimnisse“ stellt herausragende Werke der Kunstgeschichte auf eine ganz andere Art vor und versucht damit eine technisch hochmoderne Version des großen Klassikers „Hundert Meisterwerke“. Die genauen, bis ins kleinste Detail gehenden Bildanalysen führen dabei die großen zeitgeschichtlichen Zusammenhänge vor Augen. Zudem werden die Gemälde dreidimensional animiert und hauchen so dem jeweiligen Zeitalter neues Leben ein. Die Reihe vermittelt einen umfassenden Eindruck von der Stellung des jeweiligen Künstlers in der Gesellschaft seiner Epoche.

„Die Gaukler“ (1793) gehört zu den letzten Fresken, die Domenico Tiepolo in seiner Familienvilla bei Venedig fertigstellte. Das Bild wirkt wie eine lebendige Metapher für das Schicksal, das die freie Republik mit dem Einmarsch von Napoleon Bonaparte ereilen sollte.

Rund vierzig Jahre lang malte Giovanni Domenico Tiepolo in seiner Familienvilla in Zianigo bei Venedig in völliger Freiheit an einer erstaunlichen Freskenserie. Seine letzten Bilder aus der Zeit kurz vor der Ankunft Napoleons zeigen Pulcinella, die berühmte Figur des süditalienischen Volkstheaters und der Commedia dell’Arte. Venedig galt damals als Stadt der Sünde; Besucher strömten aus dem ganzen Land herbei, um die köstlich freie Atmosphäre zu genießen und sich fleischlichen Gelüsten hinzugeben. Der Karneval gab Gelegenheit zu Maskenspielen, bei denen jeder inkognito blieb … Für die Venezianer war das auch eine Art und Weise, die langen Kriegsjahre zu vergessen und sich darüber hinwegzutäuschen, dass Venedig längst keine florierende Handelsmacht mehr war. Statt fremde Häfen zu erobern, schmiegte sich die Republik nun in die vermeintliche Sicherheit ihrer Lagune, in der Tausende Pfahlbauten sie vor der Invasion der Barbaren schützen sollte.

Während Spanier und Portugiesen zur Neuen Welt aufbrachen, betrieb Venedig konzentriert Nabelschau und verschloss sich gegen Fortschritt und Modernität. Man vergaß den Kommerz und frönte der Kunst; die ganze Stadt schwelgte in Musik und Tanz, drehte sich zu den Gesängen der Gondoliere und der göttlichen Geige des Antonio Vivaldi. Dann holte Napoleon Bonaparte die Republik abrupt in die Realität zurück.

In seinem Binnenexil porträtierte Giovanni Domenico Tiepolo das tägliche Leben mit Zärtlichkeit und Ironie. Wie Pulcinella tröstete er sich durchs Schwelgen in Sorglosigkeit und vergangenem Glück über die allgegenwärtige Existenzangst hinweg. Seine Akrobaten halten, wie Venedig, die Balance zwischen dem alten Europa und der noch unbekannten Moderne. Ein kurzer Moment der Schwerelosigkeit …

Sonntag, 10.05. / 17:10 Uhr / Kunst im Paradies: Die Benesse Art Site Naoshima, Japan
Dokumentationsreihe, Deutschland, 2017, RB 26 Min.
Regie: Sabine Pollmeier
Online verfügbar von 10/05 bis 09/06

An den unwahrscheinlichsten Orten der Welt finden sich neue Museen mit großartigen Kunstwerken, die ihre Entstehung den Visionen privater Sammler verdanken. Kunstparadiese – geschaffen von Sammlern, die als Selfmademen ein riesiges Vermögen gemacht haben. Im fernen Tasmanien, in abgelegenen Tälern der argentinischen Anden, auf einer japanischen Inselgruppe, und am Rande einer chinesischen Metropole – die Reihe „Kunst im Paradies“ nimmt den Zuschauer mit auf eine Reise quer über den Globus.

Die Benesse Art Site Naoshima erstreckt sich über drei japanische Inseln und mehrere Dörfer. Überall ist Kunst zu bestaunen und zu erleben. Boote ermöglichen den Transfer von einer Insel zur nächsten. Ein faszinierender Museumskomplex, in dem Natur, Architektur und Kunst zu einer ganzheitlichen Erfahrung werden.

Naoshima, Teshima und Inujima sind die Namen dreier kleiner Inseln mitten in einem japanischen Binnenmeer. Auf diesen drei Inseln befindet sich die Benesse Art Site Naoshima. Deren Gründer, der japanische Milliardär und Verleger Soichiro Fukutake, entschied sich ganz bewusst für die Abgelegenheit der Inselgruppe, um seine Kunstsammlung dort auszustellen.

Friedliche Koexistenz und die Fähigkeit der gegenseitigen Ergänzung von Natur, Architektur und Kunst zu einer spürbaren Ausgewogenheit – diese Idee verfolgt der japanische Architekt Tadao Ando, der berühmt für seine sensiblen und minimalistischen Bauten ist. Gleich mehrere Museen auf Naoshima wurden von Tadao Ando errichtet, dabei sind die Bestandteile Beton, Holz und Licht unverzichtbar. Eines seiner Gebäude verbirgt sich größtenteils unter der Erde, nur Innenhöfe geben den Blick auf den Himmel frei.

Das Chichu Art Museum ist Claude Monet gewidmet. Fünf seiner Seerosenbilder sind hier zu sehen, die in diesem eigens für sie entworfenen Raum fast zu einer spirituellen Erfahrung führen. Soichiro Fukutake lädt Künstler aus aller Welt nach Japan ein. Die Plätze für seine Museen auf den Inseln sucht er persönlich aus. Über einen Zeitraum von fast 30 Jahren hat sich die Benesse Art Site Naoshima immer weiter ausgedehnt. Heute erstreckt sie sich über die drei Inseln und mehrere Dörfer. Auf jeder Insel wurden neue Museen gebaut. Überall ist Kunst zu bestaunen und zu erleben. Boote ermöglichen den Transfer von einer Insel zur nächsten. Ein Museumskomplex, in dem sich Natur, Museen und Kunstwerke zu einer einheitlichen Erfahrung ergänzen.

Sonntag, 10.05. / 17:50 Uhr / David Garrett – Live in Verona
Musik, Deutschland, 2019, WDR 44 Min.
Regie: Marc Schütrumpf
Online verfügbar von 08/05 bis 08/08
Erstausstrahlung

Seit über zehn Jahren begeistert der Stargeiger David Garrett ein weltweites Publikum mit seinem Crossover-Programm aus Rock- und Popsongs gemischt mit klassischer Musik. 24 Gold- und 16 Platin-Auszeichnungen stehen für eine besondere musikalische Erfolgsgeschichte, die den gebürtigen Aachener rund um den Globus führt.

Die „Unlimited“-Tour vereint Garretts Greatest Hits – gespielt vor der eindrucksvollen historischen Kulisse der römischen Arena von Verona. David Garrett nutzt auf dieser Tour neue Technologien, um Musik und Bilder zu einem überwältigenden und fast filmischen Konzerterlebnis verschmelzen zu lassen. Mit einer Mischung aus neuen Songs, Unplugged-Arrangements und mitreißenden Versionen seiner größten Hits tritt der Geiger in Verona auf.

Ob Popsongs oder klassische Kompositionen, die Geschwindigkeit von David Garretts Fingern auf dem Griffbrett ist beeindruckend.

David Garretts neue Show elektrisiert das Publikum im knapp 2.000 Jahre alten Amphitheater – mit packenden Interpretationen von Popsongs wie „Purple Rain“ von Prince oder Queens „Bohemian Rhapsody“. Arrangements von klassischen Stücken, wie Claude Debussys berühmtem „Clair de Lune“, bieten immer wieder Ruheinseln und beinahe intime Momente.

Außerdem zeigt sich der Star in Interviewausschnitten im Tourbus, beim Kaffee oder in Probenpausen von seiner persönlichen und entspannten Seite.

Sonntag, 10.05. / 22:10 Uhr / Milos Forman, ein freies Leben
Dokumentation, Frankreich, Tschechische Republik, 2019, ARTECT 55 Min.
Regie: Helena Trestikova; Jakub Hejna
Online verfügbar von 03/05 bis 09/06
Erstausstrahlung

Milos Forman ist bekannt für Filme wie „Hair“, „Einer flog über das Kuckucksnest“, „Amadeus“ oder „Larry Flynt – Die nackte Wahrheit“. Seine Werke zeugen von Diversität – und von einer Affinität zum Nonkonformen. Die Außenseiterrolle spiegelt sich auch in Formans Leben wider: Auf Basis seiner Autobiografie dokumentiert die Regisseurin Helena Trestikova Milos Formans Jugend in der besetzten Tschechoslowakei, seine filmischen Anfänge, seine Immigration in die USA und sein internationaler Erfolg.

„Milos Forman, ein freies Leben“ ist die Biografie des zweifach Oscar-prämierten tschechischen Filmemachers. Die Dokumentation schlägt einen weiten Bogen von Formans Jugend in der von Hitlerdeutschland besetzten und später unter kommunistischer Herrschaft geknebelten Tschechoslowakei, den ersten Auslandserfolgen mit tschechischen Nouvelle-Vague-Filmen bis hin zu seinem New Yorker Exil nach dem Prager Frühling und schließlich der internationalen Anerkennung. Mit exklusiven Bildern aus dem Familienarchiv zeichnet die renommierte tschechische Dokumentarfilmerin Helena Trestikova das Porträt eines unangepassten Regisseurs. Die Verschiedenartigkeit seiner Werke ist verblüffend, wenngleich sie alle einen gemeinsamen Nenner haben: nonkonforme Charaktere, wie etwa die Hippies in „Hair“, die Patienten einer Nervenheilanstalt in „Einer flog über das Kuckucksnest“ oder der non-fiktive Publizist eines bekannten Pornomagazins in „Larry Flynt – Die nackte Wahrheit“. Wie seine Helden war auch Milos Forman ein Außenseiter. Dennoch kreuzte sein Weg immer wieder den von herausragenden Persönlichkeiten: Vaclav Havel war sein Schulkamerad, Milan Kundera sein Literaturdozent, Jean-Claude Carrière sein Drehbuchautor und Michael Douglas sein Produzent.

Roter Faden des Porträts ist Milos Formans Autobiografie, die er zusammen mit dem tschechisch-amerikanischen Schriftsteller Jan Novak schrieb. Der Rhythmus des Films folgt dem von Formans Leben: Lange Perioden der Frustration und des Stillstands wechseln sich ab mit dem rapiden Tempo der Ungeduld und des schnellen Umschwungs.

Sonntag, 10.05. / 23:05 Uhr / Die großen Musikrivalen: Furtwängler vs. Toscanini
Dokumentation, Deutschland, 2020, ZDF 52 Min.
Autor: Michaela Krause, Thomas von Steinaecker
Mit: Wilhelm Furtwängler, Arturo Toscanini
Online verfügbar von 09/05 bis 08/08
Erstausstrahlung

Sie waren die berühmtesten Dirigenten ihrer Zeit – Arturo Toscanini und Wilhelm Furtwängler: der eine ein glühender Antifaschist, der andere, scheinbar unpolitisch, nur der Kunst verpflichtet. Die Dokumentation erzählt die spannende Geschichte der Rivalität zweier Ausnahmedirigenten, deren gegensätzliche künstlerische und weltanschauliche Positionen die Frage aufwerfen, was große Kunst in der Musik eigentlich ausmacht.

Sie waren die berühmtesten Dirigenten ihrer Zeit, getrieben vom Ehrgeiz, die Nummer eins zu sein: Arturo Toscanini und Wilhelm Furtwängler; der eine ein glühender Antifaschist, der andere, scheinbar unpolitisch, nur der Kunst verpflichtet.

Salzburg, 1937: Maestro Arturo Toscanini ist der bekannteste Dirigent der Welt und herrscht seit Jahren über die Festspiele. Doch jetzt gibt es ernsthafte Konkurrenz: Wilhelm Furtwängler, in Deutschland längst ein Star, gibt sein Debüt. In Toscaninis Garderobe kommt es zum Streit. Toscanini wirft Furtwängler vor, sich an das Hitler-Regime zu verkaufen. Furtwängler widerspricht wütend: Große Musik sei immun gegen jede politische Vereinnahmung. Aus Kollegen werden Feinde; Furtwängler geht einen Pakt mit den Nazis ein, Toscanini emigriert in die USA. Heute ist Toscanini vielen nur noch als unbeugsamer Antifaschist bekannt, Furtwängler dagegen wird als einer der größten Dirigenten aller Zeiten geradezu kultisch verehrt, seine Aufnahmen sind legendär. Wie ist das zu erklären? Was machte die beiden als Dirigenten aus? Und was hat Musik mit Moral zu tun? Die Dokumentation erzählt die spannende Geschichte der Rivalität zweier Ausnahmedirigenten, deren gegensätzliche künstlerische und weltanschauliche Positionen die Frage aufwerfen, was große Kunst in der Musik eigentlich ausmacht.

Sonntag, 10.05. / 00:00 Uhr / J. S. Bach Sonate III in C-Dur und Partita II in d-Moll für Violine Solo
Midori Goto im Köthener Schloss
Musik, Deutschland, 2016, MDR 60 Min.
Regie: Andreas Morell
Komponist: Johann Sebastian Bach
Online verfügbar von 10/05 bis 17/05

Bachs Solo-Sonaten und -Partiten für Violine umgibt eine Aura des Absoluten und Vollendeten. Hier verschmelzen strahlende Vokalität und raffinierte Kontrapunktik, hier finden sich Form und Idee in einzigartiger Balance. Einen „Triumph des Geistes über die Materie“ nannte der Bach-Biograf Philipp Spitta den Werkreigen. Bach schrieb die Partiten und Sonaten in Köthen um 1720, wo er seit 1717 in den Diensten des Fürsten Leopold als Hofkapellmeister wirkte. Im Köthener Schloss spielt die gefeierte japanische Geigerin Midori Goto Bachs Sonate C-Dur und Partita d-Moll.

Neben der „Kunst der Fuge“ und dem „Wohltemperierten Clavier“ sind es vor allem die Solo-Sonaten und -Partiten für Violine, die eine Aura des Absoluten und Vollendeten im Gesamtwerk Johann Sebastian Bachs umgibt. Hier verschmelzen strahlende Vokalität und raffinierte Kontrapunktik, hier finden sich Form und musikalische Idee in einzigartiger Balance. Einen „Triumph des Geistes über die Materie“ nannte der Bach-Biograf Philipp Spitta den Werkreigen, der auch spieltechnisch zum Anspruchsvollsten gehört, was in dieser Epoche komponiert wurde. Bach schrieb die Partiten und Sonaten in Köthen um 1720, wo er seit 1717 in den Diensten des Fürsten Leopold als Hofkapellmeister wirkte. Hier entstand ein Großteil seiner Kammer- und Orchestermusik. Die japanische Geigerin Midori Goto wurde 1971 in Osaka geboren, mit zehn Jahren wurde sie Schülerin von Dorothy DeLay an der Juilliard School in New York. Schon damals wurde sie als Wunderkind an der Violine gehandelt. Mit elf Jahren gab sie ihr Debüt beim Silvesterkonzert der New Yorker Philharmoniker, begann daraufhin eine Profikarriere und wurde weltweit gefeiert. Midori hat Bachs Solo-Sonaten mehrfach eingespielt. „Ich glaube, dass ich durch das Studieren von Johann Sebastian Bachs Kompositionen mehr gelernt habe als von jedem anderen Werk. Es ist ein fast übernatürliches Gefühl, das mich umhüllt, wenn ich mich ausnahmslos auf diese Meisterwerke einlasse“, sagte sie anlässlich einer Einspielung der Partiten und Sonaten im Jahr 2015.

Montag, 11.05. / 05:00 Uhr / Berlin Live: Kaiser Chiefs
Musik, Deutschland, 2016, ZDF 61 Min.
Regie: Hannes Rossacher, Stefan Mathieu
Mit: Kaiser Chiefs
Online verfügbar von 10/05 bis 10/06

Für Fans der Kaiser Chiefs gab es im Oktober 2016 allen Grund zur Freude: Die fünf Herren brachten ihr sechstes Studioalbum „Stay Together“ heraus und bewiesen damit einmal mehr, dass sie zu den wichtigsten Vertretern des Indierock gehören. Songs wie „I Predict a Riot“, „Modern Way“ und vor allem „Ruby“ sind Klassiker des Genres geworden, und auch die Band selbst gehört mittlerweile zur Spitze der Indieszene. Ihr Debütalbum „Employment“ schoss 2005 gleich auf Platz zwei der britischen Charts und die Kaiser Chiefs wurden praktisch über Nacht zu Stars. Mit ihrem mittlerweile sechsten Studioalbum „Stay Together“ wollen die Kaiser Chiefs ihre Erfolgsserie nun fortsetzen und natürlich auch Fans und Kritiker musikalisch überzeugen – eine Mission, die ihnen sicher gelingen wird. Ihr Auftritt bei „Berlin Live“ bringt das Publikum jedenfalls schon mal richtig zum Kochen.

Dienstag, 12.05. / 05:00 Uhr / Asaf Avidan im Château d’Hérouville
ARTE Sessions im legendären Tonstudio
Musik, Frankreich, 2017, ARTE F 55 Min.
Regie: Julien Faustino
Online verfügbar von 05/05 bis 19/05

In den späten 60ern gründete der berühmte Komponist und Produzent Michel Magne im Château d’Hérouville, rund 30 Kilometer vor den Toren von Paris, das erste Aufnahmestudio für Residenzkünstler.

In Hérouville sollten sich die Musiker wie zu Hause fühlen – hier konnten sie in Ruhe komponieren, das einzigartige Umfeld genießen und die legendären Partys des Schlossbesitzers besuchen. So kam es, dass Iggy Pop, David Bowie, Pink Floyd, T. Rex, Elton John, Marvin Gaye und viele andere Künstler in Frankreich einige der wichtigsten Kapitel der Rock- und Popgeschichte schrieben.

In den frühen 80ern schloss Hérouville seine Pforten und öffnete sie erst 30 Jahre später wieder, um einer neuen Künstlergeneration die Gelegenheit zu geben, im legendären George-Sand-Studio ihre Songs einzuspielen. Nach Gregory Porter und Metronomy war der israelische Singer-Songwriter Asaf Avidan in Hérouville zu Gast.

Das Schloss Hérouville rund 30 Kilometer vor den Toren von Paris beherbergte in den 70er und 80er Jahren ein berühmtes Tonstudio, in dem legendäre Musiker wie Elton John, David Bowie, Iggy Pop, T. Rex, Pink Floyd, Marvin Gaye, die Bee Gees, und Chet Baker ihre Platten einspielten.

„ARTE Sessions“ lädt internationale Musiker zu einer ganz besonderen Künstlerresidenz in das Schloss ein. Einen Tag lang lassen sich die Gastmusiker von dem sagenumwobenen Ort inspirieren, schildern ihren künstlerischen Werdegang und ihre Erfahrungen im Aufnahmestudio, erzählen von ihren Einflüssen – und machen natürlich Musik!

2011 verließ Asaf Avidan seine Band The Mojos, startete eine Solokarriere und landete einen Überraschungserfolg mit dem Remix von „One Day/Reckoning Song“ des deutschen DJs Wankelmut. Sein erstes Soloalbum „Different Pulses“ erschien Ende 2012 erst in Israel und im Januar 2013 dann in der ganzen Welt. Es landete in den Top 5 der französischen Verkaufscharts sowie in der belgischen, italienischen und schweizerischen Hitparade. Am meisten überzeugt Asaf Avidan mit seiner markanten Persönlichkeit jedoch auf der Bühne!

Im Oktober 2014 veröffentlichte er den Song „Over My Head“ als Vorgeschmack auf sein neues Album „Gold Shadow“ mit zwölf sehr persönlichen Folk-Elektro-Rock-Stücken, das im Januar 2015 erschien.

Freitag 15.05. / 21:45 Uhr / The Kinks ~ Die bösen Jungs des Rock’n’Rolls
Dokumentation, Frankreich, 2020, ARTE F 53 Min.
Regie: Christophe Conte
Online verfügbar von 08/05 bis 11/11
Erstausstrahlung

Im Jahr 1963 bildete sich im Norden Londons eine der bekanntesten britischen Bands ihrer Zeit: The Kinks, gegründet von den Brüdern Ray und Dave Davies. Sie gelten als Wegbereiter mehrerer Musikgenres, die sich weltweit durchsetzten. Und dennoch bleibt ihr breites Repertoire, das vom anfänglichen Garage Rock bis hin zum raffinierten, typisch britischen Pop reicht, größtenteils verkannt. Der Film schildert die wechselvolle Laufbahn der einzigartigen Band.

Die von den Brüdern Ray und Dave Davies 1963 gegründeten Kinks gehören zu jenen britischen Rockbands, die besonders schwer einzuordnen sind. Zwar rangierten die Briten immer hinter den Beatles, den Stones und The Who, doch ihre Musik begeistert nunmehr seit über fünf Jahrzehnten. Ihre bittersüßen Songs prägten England und beeinflussten Bands wie The Jam, Madness, Blur oder Arctic Monkeys. Ganze Musikergenerationen verehren Frontmann Ray Davies als den „Godfather“; zudem gelten die Kinks als Pioniere verschiedenster Musikrichtungen. Der anfängliche Garage Rock brachte „You Really Got Me“ und „All Day and All of the Night“ hervor, während die zeitlosen Songs „Sunny Afternoon“ und „Waterloo Sunset“ mit ihren satirischen Lyrics und ihrem melancholischen Sound einen krassen Gegensatz zur Euphorie des Swinging London bildeten.

Nach einem Auftrittsverbot in den USA in der zweiten Hälfte der 60er Jahre folgten die Alben „The Village Green Preservation Society“ und „Arthur“ mit ihrem nostalgischen Unterton – ein Bekenntnis der Kinks zu ihren Ursprüngen. In den 80er Jahren coverte die Hardrock-Band Van Halen den Titel „You Really Got Me“ und katapultierte die Kinks damit in den USA erneut an die Spitze.

Mit Musikexperten, Biografen und Musikern, die sich von den Kinks inspirieren ließen, zeigt die Dokumentation, wie facettenreich die Kinks waren. Den Schwerpunkt bilden die 60er Jahre, in denen die Band jedes halbe Jahr ein Meisterwerk hervorbrachte und sowohl Erfolge als auch Misserfolge feierte. Das Kamerateam begibt sich zum Elternhaus der beiden Brüder in Fortis Green und geht im vom Brexit zerrissenen England auf die Spur der Band, die dem Pop ein ganz eigenes Königreich errichtete.

Freitag 15.05. / 22:40 Uhr / Tracks
Magazin, Frankreich, 2020, ARTE F 30 Min.
Regie: Realisateurs Differents
Journalist: David Combe, Jean-Marc Barbieux
Erstausstrahlung

Freitag 15.05. / 23:10 Uhr / Reeperbahn Festival 2019
Mit Feist, Anna Ternheim vs. Kaiser Quartett, Dope Lemon und Efterklang
Musik, Deutschland, 2019, ZDF 60 Min.
Regie: Paul Hauptmann
Mit: Feist, Anna Ternheim vs. Kaiser Quartett, Dope Lemon, Efterklang
Online verfügbar von 14/05 bis 14/06
Erstausstrahlung

Vier Highlights des Reeperbahn Festivals 2019 sind an einem Abend versammelt: Mit Leslie Feist, Anna Ternheim, Dope Lemon und Efterklang präsentiert „Arte Concert“ die musikalischen Schwergewichte des größten Clubfestivals in Europa. Die musikalische Bandbreite reicht von sphärischen Klängen in der Elbphilharmonie bis hin zu gitarrengeschwängerter Clubatmosphäre auf der Reeperbahn.

Die Highlights des Reeperbahn Festivals 2019 an einem Abend: „Arte Concert“ präsentiert die ganze musikalische Bandbreite des größten Clubfestivals in Europa und wandert zwischen sphärischen Klängen in der Elbphilharmonie und gitarrengeschwängerter Clubatmosphäre auf der Reeperbahn. Leslie Feist verwirklicht seit mehr als zwei Jahrzehnten ihre völlig eigene Vision von Musik als wirksames Heilmittel für das Auf und Ab des Lebens. Die Multi-Instrumentalistin, einst Mitglied von Broken Social Scene, präsentierte auf dem Reeperbahn Festival neben ihren zeitlosen Klassikern auch aufregend neue Coverversionen wie James Blakes „Limit to Your Love“. Auch die schwedische Sängerin Anna Ternheim versteht es seit mehr als 15 Jahren, ihre Musik tief ins Gedächtnis ihrer Hörer zu tragen. Auf dem Reeperbahn Festival präsentierte sie ihr neues Album „A Space for Lost Time“ und kollaborierte dafür erstmalig mit dem Kaiser Quartett. Die eine Hälfte von Angus & Julia Stone bewandert seit einigen Jahren unter dem Namen Dope Lemon die musikalische Landkarte. Mit dabei seine Akustikgitarre, aus der er einen psychedelisch angehauchten Indie-Folk auf die Bühne zaubert. Ein Sound, der entweder hypnotisiert oder schlichtweg high macht – direkt aus der sonnendurchfluteten Pampa Australiens. Zurück in der Elbphilharmonie demonstrieren Efterklang ihren verträumt kammerorchestralen Experimental-Pop. Die dänische Indie-Kombo spielte beim Reeperbahn Festival ein Exklusivkonzert in der Elbphilharmonie, bei dem sie ihr im September erschienenes siebtes Album „Altid Sammen“ zum ersten Mal live performte.


Diese Übersicht wird stets mehrere Wochen vor den jeweiligen Sendeterminen erstellt. Aktuelle Programmänderungen sind nicht berücksichtigt. Diese finden sich auf arte.tv.