Samstag, 07.12. / Thementag: Italien / arte

Samstag, 07.12. / 20:15 Uhr / Aus dem Teatro alla Scala, Mailand: Tosca
Oper von Giacomo Puccini

Oper, Italien, Deutschland, 2019, ZDF, 120 Min.
Regie: Patrizia Carmine
Komponist: Giacomo Puccini
Inszenierung: Davide Livermore
Bühnenbild / Ausstattung / Bauten: Gianluca Falaschi
Moderation: Annette Gerlach

Mit: Anna Netrebko (Tosca), Luca Salsi (Scarpia), Vladimir Sazdovski (Angelotti), Francesco Meli (Cavaradossi), Alfonso Antoniozzi (Sagrestano), Carlo Bosi (Spoletta), Giulio Mastrototaro (Sciarrone)

Erstausstrahlung

Anna Netrebko in „Tosca“: Die diesjährige Saisoneröffnung an der Mailänder Scala verspricht ein musikdramatisches Erlebnis der Extraklasse. Die Figur der Operndiva Floria Tosca ist eine der faszinierendsten unter Puccinis Frauengestalten. Eine Rolle wie geschaffen für die russische Diva auf dem Höhepunkt ihrer Kunst. Die weitere Besetzung ebenfalls exquisit: Luca Salsi gibt Toscas Gegenspieler Scarpia, Francesco Meli den unbeugsamen Maler Mario Cavaradossi. Die Inszenierung übernimmt der italienische Regisseur Davide Livermore. Riccardo Chailly leitet das Orchester des Teatro alla Scala.

Anna Netrebko in „Tosca“: Die diesjährige Saisoneröffnung an der Mailänder Scala, dem berühmtesten Opernhaus der Welt, verspricht ein musikdramatisches Erlebnis der Extraklasse. Uraufgeführt 1900 in Rom, gilt „Tosca“ heute als das Werk, in dem Puccini dem Verismo am nächsten kommt. Die Figur der Operndiva Floria Tosca, die einzig in ihren künstlerischen Idealen lebt und an einer grausamen Wirklichkeit scheitert, ist ganz sicher die wahrhaftigste in Puccinis reichhaltigem Arsenal an faszinierenden Frauengestalten. Eine Rolle wie geschaffen für die russische Diva auf dem Höhepunkt ihrer Kunst.

Die weitere Besetzung ebenfalls exquisit: Luca Salsi, der zusammen mit Netrebko schon in der Salzburger „Aida“ zu erleben war, gibt Toscas Gegenspieler Scarpia, Francesco Meli den unbeugsamen Maler Mario Cavaradossi. Die Inszenierung übernimmt der italienische Regisseur Davide Livermore, Riccardo Chailly leitet das Orchester.

Die traditionelle Saisoneröffnung an der Mailänder Scala ist einer der absoluten Höhepunkte im internationalen Opernjahr und ein Muss für die italienische Society. Den exklusiven Opernabend moderiert Annette Gerlach.

Samstag, 07.12. / 23:10 Uhr / Eine Nacht in Florenz ~Schätze der Renaissance
Dokumentation, Italien, 2016, ARTE 55 Min.
Regie: Gabrielle Cipollitti
Online verfügbar von 30/11 bis 06/01

Ein nächtlicher Spaziergang durch Florenz ist der beste Moment, um in die Geschichte der Stadt einzutauchen und exklusiven Zugang zu ihren markantesten Bau- und Kunstwerken zu genießen. Der Film erzählt von großen Florentiner Künstlern wie Michelangelo, Botticelli, Raffael oder Leonardo da Vinci. Untrennbar damit verbunden ist auch die Dynastie der Medici, die lange die Geschicke der Stadt bestimmte. Die mit größtem Aufwand und modernster Technik gedrehte Dokumentation zeigt die Schätze von Florenz in kleinsten Details, die man als Betrachter vor Ort in dieser Präzision kaum wahrnehmen könnte.

Ende des 13. Jahrhunderts brach für Florenz eine neue Epoche an: Zu den berühmtesten Zeugnissen jener Zeit gehören der zinnenbewehrte Palazzo Vecchio und der erhabene Dom Santa Maria del Fiore. Es war eine kulturell und wirtschaftlich blühende Stadt, deren politische Bühne Cosimo de’ Medici, genannt il Vecchio („der Alte“), in der ersten Hälfte des 15. Jahrhunderts betrat. Der geschickte Stratege und Mäzen herrschte lange Zeit über die Stadt. Lorenzo de’ Medici, genannt il Magnifico („der Prächtige“), führte später das politische Erbe seines Großvaters Cosimo fort. Wie kein anderer aus der Familie verkörperte der Philosoph und Literat die humanistischen Ideale. Der Schöngeist umgab sich mit Gelehrten, Philosophen, Wissenschaftlern und Künstlern. Dazu gehörten Botticelli, Donatello, Leonardo da Vinci und auch der junge Michelangelo. Florenz wurde zur Wiege der Renaissance, deren Einfluss ganz Europa erfassen sollte. In Florenz entstanden zahlreiche berühmte Werke großer Meister wie Michelangelos „David“, Botticellis „Geburt der Venus“ und „Frühling“ oder Raffaels „Madonna mit dem Stieglitz“. Die kulturelle Blüte der Stadt zeigte sich auch in der Architektur. Unter der Herrschaft der Medici wurden zahlreiche Bauwerke von atemberaubender Schönheit errichtet: die Basilika von San Lorenzo, die Medici-Kapellen und die Uffizien, eines der ältesten Kunstmuseen der Welt. Hier ist bis heute die private Kunstsammlung der Medici aus drei Jahrhunderten zu bestaunen. Dies ist übrigens der Weitsichtigkeit der letzten Herrscherin aus dem Hause Medici, Anna Maria Luisa, zu verdanken. Um zu verhindern, dass die Kunstschätze ihrer Familie in alle Welt verstreut wurden, überschrieb die Großherzogin sie kurz vor ihrem Tod der Stadt Florenz und machte die Sammlung somit Besuchern aus aller Welt zugänglich.

Sonntag, 08.12. (2. Advent) / 08:00 Uhr / Unter der Lupe – 3 Maler, 9 Werke: Romantik
Kindersendung, Großbritannien, 2017, ARTE 14 Min.
Regie: Anton Khilman
Online verfügbar von 01/12 bis 06/02
Erstausstrahlung

Die Romantik war eine künstlerische, literarische und musikalische Strömung, die Ende des 18. Jahrhunderts in Europa entstand und in den meisten Ländern zwischen 1800 und 1850 ihren Höhepunkt erreichte. Diese Folge präsentiert drei Maler der Romantik – Francisco de Goya, William Turner und Iwan Aiwasowski – und nimmt jeweils drei ihrer Gemälde unter die Lupe.

Die Künstler der Romantik legten großen Wert auf Gefühle und Individualismus, sie idealisierten die Natur und die Vergangenheit, wobei sie das Mittelalter der Klassik vorzogen. Diese Folge präsentiert die drei herausragenden Maler der Romantik Francisco de Goya, William Turner und Iwan Aiwasowski und nimmt jeweils drei ihrer Gemälde unter die Lupe.

Der spanische Maler und Grafiker Francisco de Goya gilt als bedeutendster spanischer Künstler des späten 18. und frühen 19. Jahrhunderts. Sein gesamtes künstlerisches Leben war er als Chronist und Kommentator seiner Zeit tätig. „Die Familie Karls IV.“ (1801), „Die Wasserträgerin“ (1808-1812) und seine späten Miniaturen zählen zu seinen bedeutendsten Werken.

William Turner war ein Maler und Grafiker der englischen Romantik. Er ist bekannt für seine ausdrucksstarken Farben, seine lebendigen Landschaftsbilder und seine Gemälde vom stürmischen Meer. „Der Abschied von Hero und Leander“, „Mortlake Terrace: Early Summer Morning“ (1826) und „Der Brand des Parlamentsgebäudes“ (1834-1835) sind weltberühmt.

Iwan Aiwasowski war ein russisch-armenischer Maler der Romantik, der als einer der größten Meister der Marinemalerei gilt. „Die Bucht von Neapel am Morgen“, „Die Seeschlacht bei Sinope“ (1853) und „Die Landung von General N. Raewski in Subaschi“ (1839) zählen zu seinen Werken.

Sonntag, 08.12. (2. Advent) / 08:30 Uhr / Wenn ich groß bin, werde ich … Holzkünstler
Kindersendung, Belgien, Frankreich, 2019, ARTE 13 Min.
Regie: Benoît Van Wambeke
Online verfügbar von 01/12 bis 07/01
Erstausstrahlung

„Wenn ich groß bin, werde ich …“ – Wer hat in seiner Kindheit diesen Satz nicht gesagt und von einer glanzvollen Karriere als Feuerwehrmann, Astronaut oder Forscher geträumt? In der Serie für Kinder stellen verschiedene Personen ihre Tätigkeiten vor. Der neugierige Pieper, eine freche, aber sympathische kleine Kartoffel, führt durch die Sendung und vermittelt spielerische Einblicke in die Arbeitswelt.

Heute darf Pieper dem Holzkünstler Kaspar über die Schulter schauen! Der macht aus Holz beeindruckende Kunstwerke und Möbel. Pieper trifft ihn im Wald: Hier hat Kaspar einen großen Baumstamm gefunden und transportiert ihn in seine Werkstatt. Mit der Kettensäge demonstriert er, wie daraus ein moderner Stuhl wird.

Kaspar ist Holzkünstler: In seiner Werkstatt am Waldrand macht er aus Baumstämmen tolle Kunstwerke und Möbel. Schon als Kind hatte er viel mit Holz zu tun: Sein Vater ist Förster und Kaspar hat mit ihm viel Zeit im Wald verbracht. Daher kennt er auch die Namen aller Baum- und Pflanzenarten. Weil Kaspar schon immer gerne etwas mit Holz gemacht hatte, machte er zuerst eine Schreinerlehre und besuchte dann eine Kunstakademie. Heute ist er als Holzkünstler auf der ganzen Erde unterwegs.

Sein Zuhause ist im belgischen Raeren. Dort besucht ihn Pieper und schaut sich an, wie Kaspar mit Hilfe einer Kettensäge aus einem Baumstamm einen modernen Stuhl macht. Dafür sucht sich der Holzkünstler zuerst einen passenden Baum aus: nämlich einen, der schon im Wald herumliegt und tot ist. Aus Respekt vor der Natur würde Kaspar nie einen Baum fällen. Seiner Meinung nach sind Bäume sehr erstaunlich, denn sie können sogar miteinander kommunizieren! Mit ihren Wurzeln und den darauf wachsenden Pilzen, können sie – ähnlich wie wir im Internet – Informationen austauschen. Sie warnen sich zum Beispiel gegenseitig, wenn sie von Schädlingen befallen werden. Wie in einer Gemeinschaft.

Als Kaspar einen passenden Baum findet, zersägt er ihn und bringt ihn in seine Werkstatt. Dort lässt er ihn so lange trocknen, bis die Rinde ganz leicht abblättert. Dann geht es mit der Arbeit los: Kaspar benutzt Kettensäge oder einen sogenannten Stechbeitel, um das Holz zu formen. Mit Hilfe von Feuer kann er es sogar schwarz färben. Auch Pieper gelingt es, einen tollen Stuhl aus Holz zu sägen. Kaspar findet seinen Beruf toll, weil er so abwechslungsreich und kreativ ist. Und er findet: Wenn er es kann, dann kann das jeder!

Sonntag, 08.12. (2. Advent) / 08:45 Uhr / Schau in meine Welt! Cieras Song
Kindersendung, Deutschland, USA, 2016, RBB 26 Min.
Regie: André Hörmann
Online verfügbar von 08/12 bis 15/12

Ihren eigenen Song im Radio hören: Das ist Cieras großer Traum. Die 13-Jährige lebt mit ihren Eltern und Geschwistern auf einer Farm in einem kleinen Ort in Oklahoma/USA. Sie liebt Musik über alles, schreibt ihre eigenen Songs und spielt gern in den lokalen Bars. Doch das reicht ihr nicht. Sie will ein richtiger Country-Star werden. Dafür muss sie nach Nashville, ins Herz der Country-Musik. Dort will sie es allen beweisen – sich selbst, dem Publikum und vor allem den Plattenfirmen.

Die junge Musikerin hat sich dafür entschieden, zu Hause unterrichtet zu werden, damit sie mehr Zeit für die Musik hat. Musik ist in ihrer Familie sehr wichtig: Jedes ihrer drei Geschwister spielt ein Instrument und auch ihre Mutter spielt als Soldatin in der Armee-Band. Sie war es, die sie zur Musik gebracht hat. Ihr Vater Danny unterstützt sie und hat ein Vorspielen in Nashville organisiert. Dort tritt sie vor vielen Zuschauern und renommierten Plattenfirmen auf. Wird sie mit ihrem Song „Finally“ überzeugen?

Sonntag, 08.12. (2. Advent) / 11:00 Uhr / Zum Ersten, zum Zweiten, zum Dritten! Die Maxi-Single „Octopus“ von Syd Barrett
Dokumentationsreihe, Frankreich, 2016, ARTE F 26 Min.
Regie: Joëlle Oosterlinck
Online verfügbar von 01/12 bis 15/12

Im Pariser Funkhaus Maison de la Radio findet eine ganz besondere Auktion statt. 8.000 Vinylplatten kommen unter den Hammer. Teils ungewöhnliche Tonaufzeichnungen, Pop der 60er Jahre, Originaltonspuren von Filmen, aber auch Weltmusik, die großen Klassiker – und ein Highlight: „Octopus“, eine 45er-Maxi-Single des britischen Musikers Syd Barrett. Sie stammt aus dem Tonträgerarchiv von Radio France, einem magischen Ort mit 4.000 Quadratmetern Fläche. Das Plattenarchiv von Radio France ist eines der größten in Europa; es existiert seit den Anfängen der Maison de la Radio. Dieses Archiv besteht vom ersten Tag an, an dem Charles de Gaulle dieses Rundfunkhaus einweihte. Zunächst scheint die „Octopus“-Single durch nichts dafür prädestiniert zu sein, zum Topstar der Versteigerung zu werden. Wer ist dieser Syd Barrett, der die Gebote in die Höhe treibt? Und was ist das Besondere an dieser Platte? Es gibt sie nur ein einziges Mal. Die Platte wurde mit einem Gerät gekennzeichnet, das man damals Locher nannte. Erkennbar ist das Kürzel ORTF (Office de Radiodiffusion-Télévision Française) und dazu die kuriose Ziffer 4. Die 45er-Single hatte eine sehr niedrige Auflage. Es gibt unterschiedliche Zahlenangaben, aber die meisten liegen unter der üblichen Mindestauflage. Man weiß nur, dass etwa zehn Exemplare dieser Single in Sammlungen bekannt sind.

Sonntag, 08.12. (2. Advent) / 12:25 Uhr / Verschollene Filmschätze: 1970. Rock-Festival auf der Isle of Wight
Dokumentationsreihe, Frankreich, 2017, ARTE F 26 Min.
Regie: Serge Viallet
Online verfügbar von 08/12 bis 02/04

„Verschollene Filmschätze“ ist eine Sammlung bedeutender historischer Aufnahmen. Seit mehr als einem Jahrhundert dokumentieren Bild und Film die wichtigsten Geschehnisse der Weltgeschichte. Seit ihrer Erfindung war die Kamera bei allen entscheidenden und bedeutenden Ereignissen dabei.
Heute: 1970. Rock-Festival auf der Isle of Wight

Im August 1970 kamen Hunderttausende junge Leute zum dritten Isle of Wight Festival auf der Kanalinsel vor dem britischen Festland. Jimi Hendrix, Joan Baez, Leonard Cohen und The Doors standen auf der Bühne des damals größten europäischen Rockfestivals, das oft auch als „europäisches Woodstock“ bezeichnet wurde. Mit über 40 Bands an fünf Tagen und fünf Nächten wurde das Isle of Wight Festival so legendär wie seine amerikanische Vorlage von 1969 und stand bald symbolhaft für das Lebensgefühl einer ganzen Generation. Doch die Organisation einer solchen Massenveranstaltung war logistisch eine enorme Herausforderung … Leider war die dritte Ausgabe des erfolgreichen Festivals schließlich auch schon die letzte. Warum? „Verschollene Filmschätze“ geht der Sache auf den Grund.

Sonntag, 08.12. (2. Advent) / 15:15 Uhr / Tintoretto und das neue Venedig
Dokumentation, Deutschland, 2019, ZDF 53 Min.
Autor: Erminio Perocco
Online verfügbar von 07/12 bis 07/01
Erstausstrahlung

Jacopo Tintoretto, vor 500 Jahren geboren, revolutionierte die Malerei der Spätrenaissance. Seine Werke schmücken die großen Kirchen und Paläste Venedigs. An Originalschauplätzen folgt die Dokumentation der Lebensgeschichte des Malers in der Lagunenstadt: vom Aufstieg des rebellischen Kämpfers bis zu seinem Tod. Seine nervösen Pinselstriche und dick aufgetragenen Farben waren für seine Zeitgenossen aufregend neu und wurden für Künstler bis in die Moderne wegweisend. In den bewegten Zeiten der Renaissance zeichnete Tintoretto ein Weltbild, das Jahrhunderte später immer noch aktuell erscheint.

Wie die Kanäle oder der Dogenpalast ist auch Jacopo Tintoretto eines der Markenzeichen Venedigs. Als Künstler revolutionierte er mit schnellen Pinselstrichen die Malerei in der Spätrenaissance. Als Katholik verblüffte er seine Zeitgenossen mit seinem liberalen Weltbild. Auch 500 Jahre nach seiner Geburt wird er als Erneuerer der Malerei gefeiert. Aufmüpfig – schlimmer noch: ein „furchtbarer Kopf“ – soll er gewesen sein. Jacopo Tintoretto erschuf Dutzende von Großgemälden. Sie hängen im Dogenpalast, in der Basilika San Giorgio Maggiore oder der Scuola Grande di San Marco – den Wahrzeichen der Lagunenstadt. Mit hochwertigen Spielszenen an Originalschauplätzen erzählt der Film die Lebensgeschichte des Malers vom Aufstieg als ehrgeiziger Kämpfer bis zum Tod des gefeierten Genies. In den bewegten Zeiten der Renaissance zeichnete Tintoretto ein Weltbild, das Jahrhunderte später immer noch aktuell erscheint. Die Dokumentation führt den Zuschauer in verwinkelte Gassen, in das Venedig der Venezianer und in den Abendstunden in die berühmten Kirchen, die dann menschenleer sind. Es ist ein exklusiver Zugang zu Tintorettos Hauptwerken und zeigt sie als Zeugnisse der liberalen Politik Venedigs, das schon damals ein künstlerisches Experimentierfeld bot. Experten erzählen von der Radikalität Tintorettos, der mit nervösen Pinselstrichen und dick aufgetragenen Farben verblüffend modern ist – ein Vorreiter der abstrakten Malerei.

Sonntag, 08.12. (2. Advent) / 16:10 Uhr / Metropolis ~ Thessaloniki
Magazin, Deutschland, 2019, WDR 43 Min.
Online verfügbar von 08/12 bis 07/03
Erstausstrahlung

(1): Metropolenreport Thessaloniki

(1): Metropolenreport ThessalonikiThessaloniki ist die zweitgrößte griechische Stadt und unter jungen Griechen und Kulturschaffenden sehr angesagt. Die Stadt hat eine wechselvolle Geschichte hinter sich, makedonisch, römisch, byzantinisch und osmanisch. Von April 1941 bis Herbst 1944 besetzten deutsche Truppen die Stadt und zerstörten eine über Jahrhunderte gewachsene jüdische Gemeinde von rund 55.000 Menschen. Ab März 1943 wurden nahezu alle Jüdinnen und Juden ins KZ Auschwitz deportiert, nur etwa 2.000 überlebten. Wo im städtischen Raum machen Kulturschaffende diese Geschichte neu erlebbar?

Sonntag, 08.12. (2. Advent) / 16:55 Uhr / Plácido Domingo in der Arena di Verona ~ Galakonzert zum 50-jährigen Jubiläum
Dokumentation, Italien, 2019, ZDF 90 Min.
Inszenierung: Stefano Trespidi
Dirigent: Jordi Bernàcer
Orchester: Coro E Orchestra Dell’Arena Di Verona

Mit: Plácido Domingo, Anna Pirozzi, Arturo Chacón-Cruz, Marko Mimica, Geraldine Chauvet, Fabio Sartori
Online verfügbar von 07/12 bis 07/01
Erstausstrahlung

Vor einem halben Jahrhundert debütierte Plácido Domingo in der Arena di Verona. Anlässlich dieses Jubiläums feiert die größte Opernbühne der Welt ihren Star mit einem hochkarätig besetzten Galakonzert. Auf dem Programm stehen aufwendig inszenierte Ausschnitte aus drei berühmten Opern von Giuseppe Verdi – mit Plácido Domingo in den Titelrollen als Nabucco, Macbeth und Simon Boccanegra.

Er ist eine lebende Legende: Plácido Domingo hat als einer der bedeutendsten Opernsänger der Gegenwart auf den großen Bühnen der Welt alles erreicht, was in der klassischen Musikszene zu erreichen ist. Er hat rund 100 Tonaufnahmen eingespielt und mehr als 20 Millionen Tonträger verkauft, viele davon ausgezeichnet mit renommierten Preisen, unter anderem mit zwölf Grammy Awards. In der Rolle des Cavaradossi erreichte er 1992 mit der Liveübertragung von Puccinis „Tosca“ von den originalen Schauplätzen in Rom über eine Milliarde Zuschauer in 117 Ländern. Als einer der „Drei Tenöre“ eröffnete er durch die Liveübertragung aus den römischen Caracalla-Thermen anlässlich der Fußball-WM 1990 zusammen mit José Carreras und Luciano Pavarotti ein neues Kapitel der medialen Verbreitung klassischer Musik. Mit Auftritten in Arenen und Stadien begeisterten die „Drei Tenöre“ ein völlig neues Publikum für die Oper. Ein besonderes Kapitel in dieser beispiellosen Karriere waren Plácido Domingos Debüts in Italien, dem Land der Opern-Hochburgen. Am 7. Dezember 1969 stand er erstmals auf der Bühne der Mailänder Scala, doch seine Italien-Premiere hatte er ein knappes halbes Jahr zuvor in der Arena di Verona: ein triumphaler Erfolg für den jungen Tenor in der Rolle des Calaf in Puccinis „Turandot“. Zum 50-jährigen Jubiläum dieses Debüts feiert die größte Opernbühne der Welt ihren Star mit einem hochkarätig besetzten Galakonzert. Auf dem Programm stehen aufwendig inszenierte Ausschnitte aus drei berühmten Verdi-Opern – mit Plácido Domingo als Nabucco, Macbeth und Simon Boccanegra.

Sonntag, 08.12. (2. Advent) / 21:55 Uhr / John Wayne – Amerika um jeden Preis
Dokumentation, Frankreich, 2018, ARTE F 52 Min.
Regie: Jean-Baptiste Péretié
Online verfügbar von 01/12 bis 15/12
Erstausstrahlung

Wer an den klassischen Westernhelden denkt, denkt an John Wayne. Er war der Prototyp des einsamen Cowboys. Wie kein zweiter Hollywoodschauspieler schuf er im Laufe seiner beeindruckenden Karriere mit über 170 Filmen amerikanische Mythen und Legenden. Mit Filmen wie „Der Mann, der Liberty Valance erschoss“, „Panik am roten Fluss“ und „Rio Bravo“ wurde der kernige Darsteller schon zu Lebzeiten zum Publikumsliebling. Was weniger bekannt ist: Im wahren Leben war Wayne als Mitglied der rechtsradikalen John Birch Society ein ultrarechter Macho und Rassist.

Ob einsamer Cowboy, draufgängerischer Kavallerieoffizier oder US-Soldat im Zweiten Weltkrieg – John Wayne hat mit über 170 Rollen Filmgeschichte geschrieben. Das Porträt befasst sich nicht nur mit dem klassischen Westernhelden, sondern beleuchtet auch Waynes ultrapatriotischen, homophoben und rassistischen Ansichten.

Nachdem sich John Wayne als Schauspieler viele Jahre mehr schlecht als recht durchgeschlagen hatte, gelang ihm 1939 mit „Ringo“ der Durchbruch. Weil er nicht als Soldat in den Zweiten Weltkrieg eingezogen wurde, konnte er weiter Filme drehen. Die Entscheidung gegen die Armee sorgte jedoch dafür, dass er sich im Gegenzug besonders stark für Heer und Heimat engagierte. Er drehte einen Kriegsfilm nach dem anderen und wurde so auf der Leinwand zu dem Helden, der er im richtigen Leben nie gewesen war.

In der McCarthy-Ära stand er der Motion Picture Alliance for the Preservation of American Ideals vor, die sich den Kampf gegen die Ausbreitung „kommunistischer, faschistischer und anderer totalitärer Gruppen“ in der amerikanischen Filmindustrie zum Ziel gesetzt hatte. Verdächtigte Filmschaffende wurden vorgeladen und vor die Wahl gestellt, mit den entsprechenden Ausschüssen zusammenzuarbeiten oder Gefängnisstrafen beziehungsweise das berufliche Aus zu riskieren.

Während des Vietnamkriegs drehte John Wayne mit großem Budget den Propagandafilm „Die grünen Teufel“ und besuchte die US-Truppen vor Ort. 1960 trat er der rechtsradikalen John Birch Society bei, deren politisches Denken auf Verschwörungstheorien fußt, und ging in seinen rassistischen Äußerungen so weit, von einer „Überlegenheit der weißen Rasse“ zu sprechen. Er wurde zur Reizfigur der protestierenden 68er-Jugend.

In seinen Filmen hatte er weiter Erfolg: 1970 wurde er mit dem Oscar als bester Hauptdarsteller in „Der Marshal“ ausgezeichnet. In zahlreichen Filmausschnitten und Interviews mit Filmhistorikern und US-amerikanischen Kriegsveteranen zeigt die Dokumentation die zwei Gesichter des John Wayne.

Sonntag, 08.12. (2. Advent) / 22:55 Uhr / Merce Cunningham (1919-2009) ~ Tanz als Vermächtnis
Dokumentation, Frankreich, 2011, ARTE F 56 Min.
Regie: Marie-Hélène Rebois
Online verfügbar von 01/12 bis 06/02

Der 2009 im Alter von 90 Jahren verstorbene Tänzer und Choreograph Merce Cunningham galt als einer der führenden Köpfe des modernen Tanzes. Zwei Jahre nach seinem Tod zeichnet der Dokumentarfilm von Marie-Hélène Rebois den außergewöhnlichen Werdegang des herausragenden Choreographen nach. Im Zusammenhang mit der letzten Tournee seiner Dance Company im Jahr 2011 und der Digitalisierung der Mitschnitte seines umfassenden Repertoires stellt sich die Frage nach Cunninghams Vermächtnis.

Der Tanz ist seinem Wesen nach vergänglich und damit eine ephemere Kunst. Wie überlebt diese Kunstform den Tod ihres Schöpfers und die Auflösung seines Tanzensembles? Damit seine Kunst weiterlebt, entwarf Merce Cunningham noch zu Lebzeiten einen „Legacy Plan“, für dessen Umsetzung sich heute Anwälte, Tänzer, Musiker, Archivare und Repetitoren einsetzen. Für die Abschiedstournee der weltberühmten Merce Cunningham Dance Company im Jahr 2011, deren Auflösung Cunningham selbst testamentarisch verfügt hatte, wurden die wichtigsten Werke neu bearbeitet und noch einmal aufgeführt: „RainForest“ (1968), „Antic Meet“ (1958), „Suite for Five“ (1956), „Squaregame“ (1976), „CRWDSPCR“ (1993). Alle Stücke verdeutlichen eindrucksvoll, dass sich ein Werk ständig erneuert, ohne dabei sein ursprüngliches Wesen zu verlieren. Merce Cunningham ist und bleibt unnachahmlich: Sowohl sein revolutionäres Bewegungsvokabular als auch seine Fähigkeit, sich in verschiedene Epochen hineinzuversetzen, waren einmalig. Er nahm sich große künstlerische Freiheiten und aufgrund seiner enormen Kreativität war er immer Avantgarde; er war seiner Zeit immer einen Schritt voraus. Der Dokumentarfilm ist eine Hommage an einen Künstler, der sich vieler verschiedener künstlerischer Ausdrucksformen bediente – wie Tanz, plastischer Kunst, elektronischer Musik und anderer neuer Technologien. Er verlieh ihnen dabei stets eine eigene Handschrift und erfand auch das Raum-Zeit-Empfinden neu. Der Dokumentarfilm zeigt einerseits Interviews und Probenaufnahmen mit Cunningham sowie zahlreiche Ausschnitte aus der Abschiedstournee. Andererseits stellt er wichtige Weggefährten wie Andy Warhol, John Cage, Robert Rauschenberg oder Jasper Johns vor, alles Künstler, mit denen Cunningham gemeinsam an seinen Tanzstücken arbeitete. Außerdem wird der historische Zusammenhang beleuchtet, aus dem die amerikanische Tanzavantgarde hervorging: Seinerzeit herrschte Aufbruchsstimmung, der Weltraum wurde gerade erobert und das moderne Amerika geboren.

Sonntag, 08.12. (2. Advent) / 23:45 Uhr / Traum von Ungarn ~ Barbara Hannigan
Musik, Frankreich, 2018, ARTE F 64 Min.
Regie: Philippe Beziat
Komponist: Béla Bartók, György Kurtág, György Ligeti
Dirigent: Barbara Hannigan
Orchester: Orchestre Philharmonique de Radio France

Mit: Barbara Hannigan (Sopran), Luigi Gaggero (Zymbal), Ji Yoon Park (Violine)

Online verfügbar von 01/12 bis 26/05
Erstausstrahlung

Ein musikalischer „Traum von Ungarn“: Die renommierte Sopranistin und Dirigentin Barbara Hannigan führt das Pariser Rundfunkorchester Orchestre Philharmonique de Radio France durch die ungarische Musikgeschichte des 20. Jahrhunderts. Mit Interpretationen von Bartók über Ligeti bis hin zu Kurtág stellt Hannigan ihr Talent unter Beweis und überzeugt dabei nicht nur als Dirigentin, sondern auch als Sängerin. Das Ergebnis: eine eindringliche und mitreißende Darbietung im Auditorium des französischen Hörfunksenders France Radio.

Barbara Hannigan ist alles andere als eine konventionelle Orchesterchefin: Die kanadische Sängerin und Dirigentin präsentiert klassische Musik weitab vom Klischee des Maestros mit Frack und Fliege. Die vielseitige und talentierte Künstlerin hat sich zum Ziel gesetzt, ihren guten Ruf in den Dienst besonders anspruchsvoller Musikrepertoires zu stellen. Für das Konzert „Rêve de Hongrie“, zu Deutsch „Traum von Ungarn“, führt sie das französische Rundfunkorchester Orchestre Philharmonique de Radio France durch die ungarische Musik des 20. Jahrhunderts. Dabei brilliert sie als Dirigentin ebenso wie als Sängerin. Das Programm entspricht dem facettenreichen Wesen der Dirigentin: Es beginnt mit dem mitreißenden Ungestüm der Orchesterwerke von Bartók und Ligeti, dem Hannigan fast schon trotzig Einhalt gebietet, um alleine, nur in Begleitung des Zymbals, zwei Stücke von György Kurtág aus den 70er und 80er Jahren vorzutragen. Hier schenkt sie dem Publikum einen Moment von geradezu verstörender Intensität: Klänge, Atemzüge, Friktionen und Soundcluster scheinen aus der Stille aufzusteigen und wieder dahin zu entschwinden. Dabei wirkt die Künstlerin, die im ersten Teil noch so stark und stolz erschien, fast zerbrechlich, wenn sie den Zuschauern direkt in die Augen blickt. Den Höhepunkt bildet „Der wunderbare Mandarin“ von Bartók, ein zugleich stürmisches und zauberhaftes Werk, bei dem die besondere Energie zwischen dem Orchester und der vielseitigen Ausnahmedirigentin besonders zum Tragen kommt. Barbara Hannigan zeigt stets vollen Einsatz bei ihren Konzerten, die sie als eine Art persönliche Opfergabe an die Musik empfindet. „Rêve de Hongrie“ bildet da keine Ausnahme.

Sonntag, 08.12. (2. Advent) / 01:15 Uhr / Aus Aix-en-Provence: Carmen von Bizet
Oper, Frankreich, 2017, ARTE F 170 Min.
Regie: Andy Sommer
Komponist: Georges Bizet
Inszenierung: Dmitri Tcherniakov
Dirigent: Pablo Heras-Casado
Orchester: Orchestre de Paris
Chor: Chœur Aedes, Maîtrise des Bouches-du-Rhône
Libretto: Henri Meilhac, Ludovic Halévy
Kostüme: Elena Zaitseva
Licht: Gleb Filshtinsky

Mit: Stéphanie d’Oustrac (Carmen), Michael Fabiano (Don José), Elsa Dreisig (Micaëla), Michael Todd Simpson (Escamillo), Gabrielle Philiponet (Frasquita), Virginie Verrez (Mercédès), Christian Helmer (Zuniga), Pierre Doyen (Moralès), Guillaume Andrieux (Dancairo), Mathias Vidal (Remendado)

Online verfügbar von 01/12 bis 15/12

Vom Internationalen Opernfestival in Aix-en-Provence: Bizets „Carmen” bildgewaltig inszeniert von Dmitri Tcherniakov, der bereits im Jahr 2010 für seine Inszenierung von Mozarts „Don Giovanni” von Publikum und Kritik gefeiert wurde. Tcherniakov ist bekannt für seine ausgefallenen dramaturgischen Ideen und so bietet er dem Publikum auch den Klassiker „Carmen“ in einer ganz eigenen, unverwechselbaren Lesart. Es spielt das Orchestre de Paris unter der musikalischen Leitung des spanischen Dirigenten Pablo-Heras Casado, der schon 2014 mit einer viel beachteten „Zauberflöte“ in Aix-en-Provence von sich reden machte.

Die Inszenierungen des Russen Dmitri Tcherniakov tragen eine ganz eigene Handschrift: Wenn Dmitri Tcherniakov beim Festival von Aix-en-Provence 2017 zum ersten Mal Bizets „Carmen“ inszeniert, darf man wieder mit einer sehr originellen Lesart rechnen. Um die im Libretto etwas klischeehaft gezeichneten Figuren stärker greifbar zu machen, erzählt Tcherniakov Carmens Geschichte aus der Perspektive von Don José. Damit knüpft er an die literarische Vorlage von Prosper Mérimée an. Don José und Micaëla sind einander versprochen, doch wie gleich zu Beginn deutlich wird, begehrt er sie nicht mehr. Deshalb bringt ihn Micaëla zu einer Therapie, bei der mit Rollenspielen versucht wird, die Libido des Soldaten wieder zu erwecken. Das Geschehen spielt an einem einzigen weitläufigen Schauplatz: Der Raum ist mit Fenstern und Eingängen versehen, die im ersten Stock auf eine Galerie führen. An diesem Ort spielen sich die Garnisonsszenen, der Flirt mit den Arbeiterinnen in der Zigarettenfabrik und vor allem der Auftritt der erotischen Carmen ab. Alle Szenen des Stücks erscheinen imaginär, und auch Carmen ist als fiktive Figur angelegt, die versuchen soll, Don José mit ihren Verführungskünsten und Tänzen zu heilen. Aber dieser versteht nicht, dass ihm diese Szenen nur vorgespielt werden, und entbrennt in ungezügelter Leidenschaft für Carmen. Durch seine Eifersucht und Aggressivität wird aus dem Spiel bitterer Ernst, bis es zum tragischen Ende kommt. Aber vielleicht ist ja auch der Showdown nur Fiktion …

Sonntag, 08.12. (2. Advent) / 04:08 Uhr / Bilder allein zuhaus: „Im Wintergarten“, Edouard Manet, „Komm schon, Schatz“ (2/3)
Fernsehserie, Frankreich, 2016, ARTE F 3 Min.
Regie: Fabrice Maruca
Online verfügbar von 08/12 bis 02/12

„Bilder allein zuhaus“ nimmt zehn Meisterwerke der Malerei humorvoll unter die Lupe. Von Leonardo da Vincis „Mona Lisa“ bis hin zu Norman Rockwells „The Problem We All Live With“ werden in der 30-teiligen Kurzfilmserie Bilder von Schauspielern zum Leben erweckt, die bei einem aufwendigen Casting wegen ihrer Ähnlichkeit mit den gemalten Figuren ausgewählt wurden. Auch Dekor und Kostüme sind dem jeweiligen Bildmotiv sorgfältig nachempfunden. Die sehr witzigen Dialoge spielen dabei mit dem Zeitgeist und vermitteln nebenbei Wissenswertes über die Geschichte der Gemälde.

Auf Manets impressionistischem Gemälde „Im Wintergarten“ aus dem Jahr 1879 kommt es zum klassischen Ehestreit: Monsieur Guillemet würde zu gerne mal wieder mit seinen Kumpels um die Häuser ziehen und einen Absinth trinken. Seine gut gekleidete Frau, Chefin eines eleganten Pariser Modehauses, ist strikt dagegen und zeigt deutlich, dass sie nicht nur gut betucht ist, sondern auch daheim die Hosen anhat …

Zusatzinfo:
Die in der Reihe betrachteten Gemälde sind „Mona Lisa“ von Leonardo da Vinci, „American Gothic“ von Grant Wood, „Arlequin et Pierrot“ von André Derain, „Le tricheur à l’as de carreau“ von Georges de La Tour, „Dans la serre“ von Edouard Manet, „Triple portrait du Cardinal de Richelieu“ von Philippe de Champaigne, „Les Amants III“ von René Magritte, „Les raboteurs de parquet“ von Gustave Caillebotte, „The Problem We All Live With“ von Norman Rockwell und Edgar Degas’ Selbstporträt mit Evariste de Valernes.

Beim 19. TV-Film-Festival von La Rochelle 2017 wurde ARTE mit vier Preisen geehrt. „Bilder allein zuhaus“, im Original „A musée vous, à musée moi“, erhielt dabei den Preis für das beste Kurzprogramm. Die Idee zu der 30-teiligen Serie stammt von Fouzia Kechkech; ihr Regisseur, Fabrice Maruca, hat sich auf ARTE bereits mit der Reihe „Alte Schachteln“ einen Namen gemacht.

Montag, 09.12. / 17:10 Uhr / Amerika mit David Yetman: Chiapas: Reich der Indianer in Mexiko
Dokumentationsreihe, USA, 2016, ARTE F 26 Min.
Regie: Daniel Duncan
Online verfügbar von 02/12 bis 16/12

In der Dokumentationsreihe überquert der Ethnologe, Autor und Fotograf David Yetman den Atlantik: Er reist durch Mittel- und Südamerika, in die Karibik, nach Mexiko und in die USA. Dabei stellt David Yetman eindrucksvolle Landschaften und historische Kulturschätze vor.

Chiapas, der südlichste Bundesstaat Mexikos, bedeckt mit 75.000 Quadratkilometern rund vier Prozent der gesamten Landesfläche. Gut ein Drittel seiner Bevölkerung sind Ureinwohner, die verschiedensten Ethnien angehören und bis heute die Traditionen ihrer Vorfahren pflegen. Sie haben nicht nur unzählige Bräuche, sondern auch diverse Sprachen und Rituale, die ihre Zugehörigkeit zu einer bestimmten Gemeinschaft oder einem Dorf kennzeichnen. In diesen Mikrokosmen überlebten uralte Formen der Staats- und Regierungsführung, bei der die Gesellschaft stets im Dienste des Einzelnen steht. David Yetman darf hier einer traditionellen Zeremonie beiwohnen.

Montag, 09.12. / 02:30 Uhr / La Fiesta
Tanz, Frankreich, 2017, ARTE F 88 Min.
Regie: Julien Condemine
Choreographie: Israel Galván
Komponist: Israel Galván, Niño de Elche
Kostüme: Peggy Housset
Licht: Carlos Marquerie

Mit: Eloísa Cantón, Emilio Caracafé, Israel Galván, El Junco, Ramón Martínez, Niño de Elche, Minako Seki, Alia Sellami, Ucchi

Online verfügbar von 02/12 bis 16/12

Mit seinem neuen Stück „La Fiesta“ bringt der andalusische Choreograph Israel Galván eine einzigartige Mischung aus Flamenco und zeitgenössischem Tanz auf die Bühne. Zusammen mit acht Tänzern präsentierte er am 19. Juli 2017 erstmalig sein Bühnenwerk im Ehrenhof des Papstpalastes von Avignon – einer der Höhepunkte des 71. „Festival d‘Avignon“ im Sommer des letzten Jahres.

Nahezu instinktiv trat der Vollbluttänzer und Choreograph Israel Galván in die Fußstapfen seiner beiden Flamenco tanzenden Eltern: „In Sevilla haben Feiern eine tragische Dimension. Aber ich sehe darin auch jede Menge versteckte Gesten: Die Art und Weise, wie sich jemand hinsetzt, im Rhythmus der Musik mit den Fingern schnippt oder mit den Wimpern schlägt. Es passiert viel im Verborgenen, nicht im Rampenlicht. Hier schlummert eine Riesenenergie, und genau die interessiert mich.“In seinem neuen Stück „La Fiesta“ übernimmt und verwandelt Israel Galván auf einzigartige Art und Weise die traditionelle Sprache des Flamencos und sprengt damit die Grenzen des zeitgenössischen Tanzes. Bei der Erstaufführung im Ehrenhof des Papstpalastes von Avignon im Juli des vergangenen Jahres stand er mit acht Tänzern und unkonventionellen Musikern auf der Bühne, die nicht alle dem Flamenco-Milieu entstammen. Um ein authentisches Fest auf die Bühne zu bringen – so wie er selbst es mit Freunden und Familie feiern würde – verbindet der Andalusier die künstlerische Disziplin mit spontanen Einfällen.In der europäischen und internationalen Tanzszene nimmt Israel Galván einen einzigartigen Platz ein: Aufgrund seines virtuosen Tanzstils vergleichen ihn manche Kritiker mit dem legendären Vaslav Nijinsky. Als Choreograph machte sich Galván mit den Stücken „Arena“, „La Edad de Oro“, „Tabula Rasa“ und „FLA.CO.MEN“ einen Namen.

Zusatzinfo:
ARTE zeigt eine überarbeitete Fassung des Mitschnitts der Erstaufführung am 19. Juli 2017 auf dem „Festival d’Avignon“.

Montag, 09.12. / 04:50 Uhr / Bilder allein zuhaus: American Gothic, Grant Wood, „Leih mir deine Mistgabel“ (2/3)
Dokumentationsreihe, Frankreich, 2016, ARTE F 2 Min.
Regie: Fabrice Maruca
Online verfügbar von 09/12 bis 03/12

„Bilder allein zuhaus“ nimmt zehn Meisterwerke der Malerei humorvoll unter die Lupe. Von Leonardo da Vincis „Mona Lisa“ bis hin zu Norman Rockwells „The Problem We All Live With“ werden in der 30-teiligen Kurzfilmserie Bilder von Schauspielern zum Leben erweckt, die bei einem aufwendigen Casting wegen ihrer Ähnlichkeit mit den gemalten Figuren ausgewählt wurden. Auch Dekor und Kostüme sind dem jeweiligen Bildmotiv sorgfältig nachempfunden. Die sehr witzigen Dialoge spielen dabei mit dem Zeitgeist und vermitteln nebenbei Wissenswertes über die Geschichte der Gemälde.

Grant Woods realistisch gemaltes Bild „American Gothic“ aus dem Jahr 1930 zeigt einen Bauern mit missgelauntem Gesicht und seine Tochter auf einem Feld in Iowa. Sie scheinen zu streiten. Die Tochter möchte gerne, dass ihr der Vater endlich die Heugabel gibt, die er in der Hand hält. Er denkt wohl, dass Frauen nicht mit einem solchen Gerät umgehen können. Wo bleibt da der feministische Pioniergeist?

Dienstag, 10.12. / 17:10 Uhr / Amerika mit David Yetman ~Havanna: Im Herzen der Stadt
Dokumentationsreihe, USA, 2016, ARTE F 25 Min.
Regie: Daniel Duncan
Online verfügbar von 03/12 bis 17/12

In der Dokumentationsreihe überquert der Ethnologe, Autor und Fotograf David Yetman den Atlantik: Er reist durch Mittel- und Südamerika, in die Karibik, nach Mexiko und in die USA. Dabei stellt David Yetman eindrucksvolle Landschaften und historische Kulturschätze vor.

Kunstgalerien, Hip-Hop- und Elektrokonzerte, angesagte Restaurants und Tanzkurse – die kubanische Hauptstadt erlebt derzeit eine einmalige kulturelle Renaissance. Ein Experte für kubanische Kultur führt David Yetman durch ein ganz besonderes Havanna: In ein Künstlerviertel, ein afrokubanisches Kulturzentrum, ein Restaurant am Kanal, eine Schule für Boxerinnen, eine Kooperative für Radlerinnen und eine Straße, die ausschließlich afrokubanischen Konzerten gewidmet ist.

Mittwoch, 11.12. / 17:10 Uhr / Amerika mit David Yetman ~ Kubas Ferner Osten
Dokumentationsreihe, USA, 2016, ARTE F 25 Min.
Regie: Daniel Duncan
Online verfügbar von 04/12 bis 18/12

In der Dokumentationsreihe überquert der Ethnologe, Autor und Fotograf David Yetman den Atlantik: Er reist durch Mittel- und Südamerika, in die Karibik, nach Mexiko und in die USA. Dabei stellt David Yetman eindrucksvolle Landschaften und historische Kulturschätze vor.

Santiago de Cuba liegt rund tausend Kilometer südöstlich von Havanna und war einst die wichtigste Stadt Kubas. In letzter Zeit erlebte die Stadt zahlreiche Schicksalsschläge, darunter die Zerstörung durch Orkane und die Verarmung durch die US-amerikanische Handelsblockade. Stolz ist sie jedoch bis heute auf ihre afrikanischen Wurzeln und die Religion, die ihre Geschichte geprägt hat. Von Santiago de Cuba reist David Yetman in die Küstenstadt Baracoa. Die älteste Stadt der Insel, umgeben von einer Gebirgskette und grünen Landschaften, wurde 1511 gegründet und ist seit 1964 auch für Autos erschlossen.

Mittwoch, 11.12. / 04:38 Uhr / Bilder allein zuhaus: Mona Lisa, Leonardo da Vinci, „Nächtliche Klage“
Fernsehserie, Frankreich, 2016, ARTE F 3 Min.
Regie: Fabrice Maruca
Online verfügbar von 11/12 bis 05/12

„Bilder allein zuhaus“ nimmt zehn Meisterwerke der Malerei humorvoll unter die Lupe. Von Leonardo da Vincis „Mona Lisa“ bis hin zu Norman Rockwells „The Problem We All Live With“ werden in der 30-teiligen Kurzfilmserie Bilder von Schauspielern zum Leben erweckt, die bei einem aufwendigen Casting wegen ihrer Ähnlichkeit mit den gemalten Figuren ausgewählt wurden. Auch Dekor und Kostüme sind dem jeweiligen Bildmotiv sorgfältig nachempfunden. Die sehr witzigen Dialoge spielen dabei mit dem Zeitgeist und vermitteln nebenbei Wissenswertes über die Geschichte der Gemälde.

Leonardo da Vincis Mona Lisa, die Diva des Louvre, hält das Sicherheitspersonal des Museums mit ihrem Walkie-Talkie ganz schön auf Trab. Als Veganerin erträgt sie den Geruch des Fleisches nicht, der offenbar von Paolo Veroneses Gemälde „Die Hochzeit zu Kana“ von gegenüber kommt: Es zeigt eine Bankettszene; in der Mitte der Tafel sitzt Jesus Christus, dem ein Festmahl serviert wird …

Donnerstag, 12.12. / 04:48 Uhr / Bilder allein zuhaus: Die Parkettschleifer, Gustave Caillebotte, „Tai Chi“ (2/3)
Fernsehserie, Frankreich, 2016, ARTE F 3 Min.
Regie: Fabrice Maruca
Online verfügbar von 12/12 bis 06/12

„Bilder allein zuhaus“ nimmt zehn Meisterwerke der Malerei humorvoll unter die Lupe. Von Leonardo da Vincis „Mona Lisa“ bis hin zu Norman Rockwells „The Problem We All Live With“ werden in der 30-teiligen Kurzfilmserie Bilder von Schauspielern zum Leben erweckt, die bei einem aufwendigen Casting wegen ihrer Ähnlichkeit mit den gemalten Figuren ausgewählt wurden. Auch Dekor und Kostüme sind dem jeweiligen Bildmotiv sorgfältig nachempfunden. Die sehr witzigen Dialoge spielen dabei mit dem Zeitgeist und vermitteln nebenbei Wissenswertes über die Geschichte der Gemälde.

Was machen Gustave Caillebottes „Parkettschleifer“ aus dem Jahr 1875, wenn sie Rückenschmerzen haben? Bei „Bilder allein zuhaus“ verrät die Boygroup mit den Adonis-Oberkörpern den hochqualifizierten Fachkräften von heute ihr Rezept fürs Durchalten im Traumjob: sanfte Medizin. Wie wäre es mit einem Besuch beim Osteopathen, beim Homöopathen oder mit Tai-Chi, einer Kampfkunst, die Körper und Geist wieder in Balance bringt?

Freitag, 13.12. / 17:10 Uhr / Amerika mit David Yetman ~ Oregon: Bundesstaat der Extreme
Dokumentationsreihe, USA, 2016, ARTE F 25 Min.
Regie: Daniel Duncan
Online verfügbar von 06/12 bis 20/12

In der Dokumentationsreihe überquert der Ethnologe, Autor und Fotograf David Yetman den Atlantik: Er reist durch Mittel- und Südamerika, in die Karibik, nach Mexiko und in die USA. Dabei stellt David Yetman eindrucksvolle Landschaften und historische Kulturschätze vor.

Der US-Bundesstaat Oregon besteht aus atemberaubenden Vulkanlandschaften. Dies- und jenseits des Kaskadengebirges eröffnen sich zwei ganz verschiedene Welten: Im Osten versteinerte Lavaströme, vulkanisches Glas und eine Mountainbike-Strecke entlang eines Flussverlaufs; im Westen fruchtbare Täler und die prächtig-wilde Pazifikküste.

Freitag, 13.12. / 21:45 Uhr / Wer vier sind ~ 30 Jahre Die Fantastischen Vier
Dokumentation, Deutschland, 2018, ZDF 53 Min.
Regie: Thomas Schwendemann
Online verfügbar von 12/12 bis 20/12
Erstausstrahlung

Seit 30 Jahren sind die Reime, Melodien und Beats der Fantastischen Vier überall in Deutschland präsent. ARTE begleitet die Band bei den Aufnahmen zu ihrem Album „Captain Fantastic“, von den Anfängen bis zur Konzertpremiere. Und zeigt, wie es den „Fantas“ gelungen ist, über einen so langen Zeitraum in der Originalbesetzung erfolgreich zu sein.

Seit 30 Jahren sind die Reime, Melodien und Beats der Fantastischen Vier überall in Deutschland präsent. Die Hip-Hop-Pioniere aus Stuttgart füllen bei ihren Konzerten ganze Stadien, im letzten Jahr waren sie wieder einmal die erfolgreichste deutsche Band. Und spielen immer noch in der Originalbesetzung. Als Michi Beck, Thomas D, And.Ypsilon und Smudo ihre Karriere begannen, kannte man Hip-Hop nur aus den USA, Eastcoast oder Westcoast. Die „Fantas“ produzierten trotzdem auf Deutsch. Und wurden zu Pionieren. Das Debütalbum war noch ein Geheimtipp, mit dem zweiten wurden sie zum Massenphänomen – und setzten eine Zäsur. Mit dem dritten Album schafften sie es von der Teenie-Presse ins Feuilleton. Seitdem haben sie sich immer wieder neu erfunden.

Der Film von Thomas Schwendemann begleitet die Band 2018 bei den Aufnahmen zu ihrem zehnten Album „Captain Fantastic“, von den ersten Treffen bis zur Konzertpremiere des neuen Repertoires. Und zeigt, dass auch mit der langen Zeit der Druck nicht nachlässt, den die Band sich selber macht. Schreibblockaden inbegriffen. Das Zauberwort „Zusammen“ ist nicht nur der Titel des Hits, den die Vier gemeinsam mit dem Sänger Clueso performen, sondern auch das Motto der Musiker. Die Dokumentation folgt den Musikern auch in ihre Lebenswirklichkeit abseits der Band, nach Stuttgart, Hamburg, Berlin und in die „Superpampa“ Eifel und offenbart die Unterschiedlichkeit der vier faszinierenden Charaktere.

Freitag, 13.12. / 22:40 Uhr / Die Fantastischen Vier ~ Live in St. Wendel
Musik, Deutschland, 2018, ZDF 60 Min.
Regie: Thomas Schwendemann
Mit: Die Fantastischen Vier
Online verfügbar von 12/12 bis 12/03
Erstausstrahlung

Seit 30 Jahren sind die Reime, Melodien und Beats der Fantastischen Vier omnipräsent. Die Hip-Hop-Pioniere aus Stuttgart schaffen es seit geraumer Zeit sogar, ganze Stadien damit zu füllen. Im Jahr 2018 waren sie wieder einmal die erfolgreichste deutsche Band. Die Texte ihrer Hits kennen bereits mehrere Generationen in- und auswendig – ja sie finden sich sogar in Schulbüchern wieder.

Insgesamt 200.000 Fans haben die Vier auf ihrer „Captain Fantastic“-Tour 2018/2019 gefeiert. Absolutes Highlight war mit 15.000 Besuchern das Konzert in St. Wendel. Auf dem ausverkauften Open-Air zelebrierte Deutschlands populärste Hip-Hop-Formation die Highlights ihres neuen Albums und die beliebtesten Klassiker der letzten 30 Jahre. Getreu dem Motto ihres Megahits „Zusammen“ feat. Clueso feierten Smudo, Michi Beck, And.Ypsilon und Thomas D gemeinsam mit den Fans.

Freitag, 13.12. / 23:40 Uhr / Tracks
Magazin, Deutschland, 2019, ZDF 43 Min.
Produzent: Kobalt productions
Online verfügbar von 12/12 bis 12/03
Erstausstrahlung

„Tracks“ trifft die Multimedia-Künstlerin und Regisseurin Jennifer Juniper Stratford in L.A., zeigt, warum die chinesische Rap-Crew Higher Brothers international so erfolgreich ist, und lässt sich von den Videogame-Entwicklern Crows Crows Crows die „Absurdität des modernen Lebens“ erklären.

(1): Crows Crows Crows – Trippy Gaming
Das Entwicklerstudio Crows Crows Crows rund um William Pugh erschafft mit viel Humor, Improvisation und Durchgeknalltheit immersive Videogame-Welten, die nicht mehr viel mit „normalen“ Videospielen zu tun haben. Die Spielentwickler wollen mit ihren elaborierten Pranks, anarchistischen Meta-Handlungssträngen und surrealen Comicwelten die „Absurdität des modernen Lebens“ darstellen. „Tracks“ schaut im Berliner Studio von Crows Crows Crows vorbei.

(2): Chengdu-Rap von den Higher Brothers
Higher Brothers sind die erste chinesische Rap-Crew, die internationale Erfolge feiert – und das, obwohl ihre Texte selbst in ihrer Heimat kaum jemand versteht. Die Crew rappt hochgradig nuschelig im Sichuan-Dialekt. Hin und wieder scheint auch ein bisschen Mandarin und Englisch durch. Diese Mischung beeindruckte nicht nur das Rap-Label 88Rising, sondern auch Rap-Schwergewichte wie Migos oder Playboi Carti.

(3): Jennifer Juniper Stratford – Kunst aus Hollywood-Trash-TV
Multimedia-Künstlerin, Medien-Mogulin und Regisseurin Jennifer Juniper Stratford liebt das Fernsehen der 80er und 90er und die trashigen Seiten Hollywoods. In ihren Lo-Fi-Studios produziert die US-Amerikanerin retro-futuristische Glitch-TV-Meisterwerke, die schon weltweit in Museen ausgestellt wurden. Nebenbei dreht sie Musikvideos für Künstler wie John Maus und Beck oder einen Kurzfilm mit Tommy Wiseau, dem Regisseur des wohl berühmtesten schlechtesten Films aller Zeiten, „The Room“. Höchste Zeit für einen Studio-Hausbesuch in L.A.!

Freitag, 13.12. / 00:25 Uhr / High Energy – Disco auf Hochtouren
Dokumentation, Belgien, 2018, ARTE RTBF 55 Min.
Regie: Olivier Monssens
Online verfügbar von 06/12 bis 12/01

Zu Beginn der 1980er Jahre schien die Discomusik tot und begraben – 1979 organisierte ein DJ zusammen mit Lobbys von Rock- und Country-Musik sogar eine „Disco Demolition Night“ bei einem Baseballspiel in Chicago. Für Diskotheken-Betreiber und eingefleischte Clubber war die Party aber noch lange nicht zu Ende …
1981 entwickelte Patrick Cowley, ein Musiker aus San Francisco mit einer ausgesprochenen Leidenschaft für Synthesizer, aus der noch glimmernden Glut der Discomusik einen Abkömmling: den durch mechanische Beats und Technoklänge aufgepeppten Hi-NRG (für „High Energy“). Die erste Zielgruppe waren Schwulenclubs, zu den ersten prominenten Vertretern gehörten extravertierte Ausnahmekünstler wie die Drag-Queens Divine und Sylvester.

Die neue, unbändige Form der Discomusik ohne Geiger, Bläser oder andere „traditionelle“ Instrumente, also nur mit Synthesizern und Rhythmusboxen, verbreitete sich wie ein Lauffeuer über Kanada bis nach Europa. Dort wurde London zum Produktionszentrum. Dank zahlreicher internationaler Hits wie „High Energy“ von Evelyn Thomas, „Relax“ von Frankie Goes to Hollywood, „Venus“ von Bananarama sowie den ersten Hits von Kylie Minogue und Rick Astley war bald auch das breite Publikum erobert. Sogar Discoqueen Donna Summer sprang mit ihrem letzten weltweiten Hit „This Time I Know It’s For Real“ auf den Hi-NRG-Zug auf. Der Film zeigt auch die anderen europäischen Varianten der Bewegung, zum Beispiel in Deutschland mit Künstlern wie Sandra und Fancy oder in Italien mit der „Italo Disco“.

Traurige Ironie der (Musik-)Geschichte: Diese neue, elektronische Form der Discomusik entfaltete sich in der Schwulenszene genau in dem Jahrzehnt, als diese von einer schrecklichen Epidemie getroffen wurde, die bald jede Partystimmung trübte: Aids.

Freitag, 13.12. / 04:32 Uhr / Bilder allein zuhaus: Die Liebenden III, René Magritte, „Überwachung“
Fernsehserie, Frankreich, 2016, ARTE F 3 Min.
Regie: Fabrice Maruca
Online verfügbar von 13/12 bis 07/12

„Bilder allein zuhaus“ nimmt zehn Meisterwerke der Malerei humorvoll unter die Lupe. Von Leonardo da Vincis „Mona Lisa“ bis hin zu Norman Rockwells „The Problem We All Live With“ werden in der 30-teiligen Kurzfilmserie Bilder von Schauspielern zum Leben erweckt, die bei einem aufwendigen Casting wegen ihrer Ähnlichkeit mit den gemalten Figuren ausgewählt wurden. Auch Dekor und Kostüme sind dem jeweiligen Bildmotiv sorgfältig nachempfunden. Die sehr witzigen Dialoge spielen dabei mit dem Zeitgeist und vermitteln nebenbei Wissenswertes über die Geschichte der Gemälde.

René Magrittes 1928 entstandenes Bild „Les Amants III“ zeigt ein Liebespaar mit unverhüllten Gesichtern. Die Frau kann die Eifersuchtsanfälle ihres Liebhabers nicht mehr ertragen, sie will einfach nur Tango tanzen gehen …


Samstag, 14.12. / 20:15 Uhr / Sissi – Die Getriebene
Thementag: Ein Tag in Wien
Dokudrama, Österreich, 2019, ZDF 52 Min.
Regie: Stefan Ludwig

Mit: Sunnyi Melles (Kaiserin Elisabeth), Alexander E. Fennon (Alexander Warsberg), Clemens Aap Lindenberg (Kaiser Franz Joseph), Eszter Hollosi (Marie Festetics)

Online verfügbar von 14/12 bis 21/12
Erstausstrahlung

Schönheitsfanatikerin, Leistungssportlerin, Dichterin: Kaiserin Elisabeth von Österreich ist ihr Leben lang getrieben nach Sinn. Kurz vor ihrem Tod will sie sich mit dem „Zauberschloss“ Achilleion eine Seelenheimat schaffen – nur um resigniert zu erkennen, dass unsere Träume immer schöner sind, wenn wir sie nicht verwirklichen. Auch im Achilleion wird sie keine Ruhe finden.

Für die Titelrolle der alternden Kaiserin konnte mit Sunnyi Melles eine der renommiertesten deutschsprachigen Charakterdarstellerinnen gewonnen werden. Sunnyi Melles verkörpert eine Elisabeth, wie man sie kaum kennt: eine widersprüchliche und faszinierend moderne Frau, jenseits aller „Sissi“-Romantik, wie sie sich durch die weltberühmten Filme mit Romy Schneider in das öffentliche Bewusstsein eingebrannt hat.

Tatsächlich entsprach Elisabeth ganz und gar nicht dem populären Zerrbild einer volksnahen, kindlich-naiven, warmherzigen Kaiserin. Sie ist viel mehr: eine starke Frau voller Widersprüche, nicht immer sympathisch, aber faszinierend modern. Eine Frau, die Menschen in ihren Bann zieht, die großzügig und leidenschaftlich, aber auch kühl und berechnend sein kann. Und sie ist eine Frau, die sich ihrer Rolle als Kaiserin konsequent entzieht – selbst in Zeiten der Krise, in denen die Habsburgermonarchie ums Überleben ringt.

Das Dokudrama nähert sich Elisabeth über einen engen Wegbegleiter: Alexander von Warsberg. Er plant und baut für sie das Achilleion auf Korfu, diesen romantischen Palast am Ionischen Meer, in dem ihre Seele nach dem endlosen Reisen eine Heimat finden will.

Samstag, 14.12. / 21:05 Uhr / Frauen, die Geschichte machten: Katharina II.
Dokumentationsreihe, Deutschland, 2013, ZDF 48 Min.
Regie: Christian Twente, Michael Löseke

Mit 14 Jahren geht Sophie Auguste Friederike von Anhalt-Zerbst nach Russland. Die Prinzessin aus dem unbedeutenden deutschen Fürstenhaus wurde ausgewählt, den designierten russischen Thronerben, Großfürst Peter, zu ehelichen. Mit ihrer Heirat konvertiert Sophie vom protestantischen zum russisch-orthodoxen Glauben und erhält den Namen, mit dem sie in die Geschichte eingeht: Katharina. 18 Jahre lebt sie am Zarenhof, gefangen in einer Ehe, die für sie zur Qual wird. Peter und sie sind noch Kinder, als sie zum Paar gemacht werden. Der junge Großfürst ist voller Komplexe und kindlicher Leidenschaften. Katharina langweilt sich in der höfischen Gesellschaft. Sie entdeckt die Welt der Bücher für sich: Romane, antike Historiker und vor allem die Schriften der Aufklärer ziehen sie in ihren Bann. Auch körperliche Anziehung stellt sich beim Großfürstenpaar nicht ein, und so bleibt der dringend erwartete Nachwuchs Jahr um Jahr aus. Erst 1754 wird der Sohn Paul geboren, von dem Katharina später offen zugibt, dass er nicht das leibliche Kind ihres Mannes, sondern Ergebnis einer Affäre mit dem hofbekannten Schürzenjäger Sergej Saltykow ist.

Kaiserin Elisabeth, die amtierende Regentin, stirbt an Weihnachten 1761, und der Großfürst tritt als Peter III. die Nachfolge an. Die Beziehung zwischen ihm und seiner Frau ist zu diesem Zeitpunkt bereits vollkommen zerrüttet. Katharina hat ein weiteres Kind von einem Liebhaber bekommen und erwartet ein drittes von ihrem aktuellen Geliebten Grigori Orlow. Auch Peter hat sich eine Geliebte zugelegt, und die Anzeichen mehren sich, dass er auf eine Scheidung drängen wird. Doch die Großfürstin denkt nicht daran, ihren Platz kampflos zu räumen. Gemeinsam mit Orlow und seinen Brüdern bereitet sie einen Putsch vor. Am 9. Juli 1762 lässt sich Katharina in Petersburg zur Kaiserin ausrufen. Peter ergibt sich nahezu widerstandslos. Wenige Tage später ist er tot. Bei einem angeblichen Streit, an dem auch Grigoris Bruder Alexej Orlow beteiligt ist, sei er unglücklich zu Tode gekommen, heißt es. Zwar konnte nie nachgewiesen werden, dass Katharina einen Mord an ihrem Mann in Auftrag gegeben hat, doch geht die Forschung davon aus, dass sie zumindest duldende Mitwisserin war.

Katharina wird im Moskauer Kreml zur Zarin gekrönt und regiert das Land 34 Jahre lang. Ihr gelingt es, dem gigantischen russischen Reich eine Verwaltung zu geben, sie reformiert das Bildungswesen und behauptet Russlands Platz im Konzert der europäischen Großmächte. Ihre Kriege vergrößern das russische Territorium erheblich. Für die Aufklärer ihrer Zeit ist sie „das Licht des Nordens“, doch über die Jahrzehnte ihrer Regierung gelingt es ihr nicht, ihren aufklärerischen Schriften ausreichend Taten folgen zu lassen. Ihrer erfolgreichen Regierungsleistung verdankt sie den Beinamen „die Große“, den sie als einzige Herrscherin der Geschichte trägt.

In Erinnerung bleibt sie der Nachwelt auch durch ihr abwechslungsreiches Liebesleben, aus dem sie zeitlebens kein Geheimnis macht. 21 Liebhaber stellt sie offiziell bei Hofe als ihre „Favoriten“ vor. Die enormen sexuellen Ausschweifungen, die ihr in den folgenden Jahrhunderten angedichtet wurden, hat es aller Wahrscheinlichkeit aber wohl nie gegeben. Gestorben ist sie im Alter von 67 Jahren an den Folgen eines Schlaganfalls.

Sonntag, 15.12. (3. Advent) 07:30 Uhr / Augenschmaus: Street Art
Dokumentationsreihe, Frankreich, 2015, ARTE F 26 Min.
Regie: Chantal Allès
Online verfügbar von 08/12 bis 22/12

Die Dokumentationsreihe „Augenschmaus“ bietet kulinarische Ausflüge in die Welt der Kultur: Ausgehend von Kunstwerken, welche die typische Küche einer bestimmten Epoche in Szene setzen, analysieren Kunsthistoriker und Geschichtswissenschaftler die Gastronomie dieser Zeit. Was aßen die Menschen damals? Welche Essgewohnheiten und Rituale hatten sie? Wie sahen Besteck und Geschirr aus? Auch der historische Kontext und die künstlerische Strömung, der das jeweilige Werk angehört, werden beleuchtet. Andere Zeiten, andere (Tisch-)Sitten – in „Augenschmaus“ untersuchen renommierte Fachleute künstlerische und kulinarische Trends von der Steinzeit bis zur Popkultur der Moderne. Außerdem kochen große Küchenchefs die Gerichte in der Sendung nach.

Die Kunstfertigkeit eines Handgriffs, die Schönheit einer Bewegung, ein Pinselstrich an der Wand, ein Farbakzent auf dem Teller – sie sind verbunden durch eine Gemeinsamkeit: die Straße als Inspirationsquelle. Hier hat der zweifache Sternekoch und ehemalige Basketballprofi Alexandre Mazzia seine Sportkarriere begonnen. Er trainierte auf städtischen Basketballplätzen, wo es bei jeder Bewegung auf Präzision ankommt. Die Straße ist auch der Ort, an dem die Street-Art-Künstlerin YZ ihre Arbeiten entstehen lässt, immer auf der Suche nach der perfekten Wand. Eine Begegnung voller Grau-Nuancen, die sich sowohl in dem einzigartigen Werk YZs als auch in dem erlesenen Menü Alexandre Mazzias wiederfinden. Für seine Kreation verwendet der Sternekoch Pigmente, die die Künstlerin für ein ephemeres Werk auf eine Wand aufträgt, ganz so als seien es Speisen auf einem Teller. Es ist ein Treffen, das die Geschichte der Street-Art, die in den 80er Jahren ihren Ursprung findet, immer wieder aufleben lässt. YZ hat sich in diesem Metier sehr früh einen Platz an der Sonne gesichert. Im Senegal, den sie zeitweise zu ihrer Wahlheimat machte, fand sie nicht nur Sonne, sondern auch Streetfood an jeder Ecke – verkauft und zubereitet von Frauen aus der Gegend. Und wie es der Zufall so will, hat auch Alexandre Mazzia eine ganz persönliche Verbindung zum afrikanischen Kontinent und so bereichern sich Koch und Künstlerin gegenseitig mit ihren Farbtönen und Gewürznoten.

Sonntag, 15.12. (3. Advent) / 08:00 Uhr / Unter der Lupe – 3 Maler, 9 Werke: Realismus
Kindersendung, Großbritannien, 2017, ARTE 14 Min.
Regie: Anton Khilman
Online verfügbar von 08/12 bis 13/02
Erstausstrahlung

Realismus, manchmal auch mit Naturalismus gleichgesetzt, ist in der Kunst der Versuch, ein Motiv wirklichkeitsgetreu wiederzugeben. Der Realismus vermeidet künstliche oder idealisierende Darstellungen ebenso wie unlogische oder übernatürliche Aspekte. Ziel ist die „realistische“ Wiedergabe des Wahrgenommenen durch die akkurate Abbildung von Lebensformen, Perspektiven und Details. In dieser Folge werden drei Vertreter des Realismus mit jeweils drei ihrer Bilder unter die Lupe genommen: Gustave Courbet, Edgar Degas und Edouard Manet.

Gustave Courbet war ein französischer Maler und Hauptvertreter der realistischen Malerei im Frankreich des 19. Jahrhunderts. Er malte nur das, was er auch sehen konnte und lehnte sowohl akademische Konventionen als auch die romantische Malerei früherer Künstlergeneration ab. Zu seinen Werken zählen „Jo, die schöne Irin“ (1865-1866), „Ein Begräbnis in Ornans“ (1849-50) und „Der Verwundete“ (1844-1854).

Der vielseitig talentierte französische Maler und Bildhauer Edgar Degas wird vor allem mit dem Bildthema des Balletts assoziiert; mehr als die Hälfte seines Werks besteht aus Porträts von Tänzerinnen. Aber auch Jockeys und Pferde oder das Pariser Nachtleben gehörten zu seinen Lieblingsmotiven. Die Gemälde „Mary Cassatt“, „Porträts an der Börse“ (1879) und „Kutsche beim Rennen“ (1869) sind weltweit bekannt.

Edouard Manet war ein französischer Maler, der vor allem Alltagsszenen von Menschen und Stadtleben malte. Er gilt als einer der Wegbereiter der modernen Malerei in der Übergangsphase vom Realismus zum Impressionismus. Drei für ihn repräsentative Gemälde sind „Olympia“ (1863), „Dame mit Fächern“ (1873) und „Der Balkon“ (1868-1869).

Sonntag, 15.12. (3. Advent) / 08:03 Uhr / Wenn ich groß bin, werde ich … Papierdesignerin
Kindersendung, Belgien, Frankreich, 2019, ARTE 14 Min.
Regie: Benoît Van Wambeke
Online verfügbar von 08/12 bis 14/01
Erstausstrahlung

Die Designerinnen Tille und Linde schenken den Papierresten großer Druckereien ein zweites Leben. Sie sammeln Papierabfälle in allen möglichen Farben und fertigen daraus neue Nutzgegenstände mit hübschen Motiven, wie zum Beispiel Kalender, Eintrittskarten, Umschläge oder Notizblöcke. Pieper besucht die beiden Frauen in ihrem gemütlichen Atelier in Antwerpen. Als Kind träumte Linde davon, Erfinderin zu werden. Sie bastelte Kästen und Murmelbahnen aus Pappe und Papier. Tille bastelte am liebsten mit Karton und Lehm, stellte Modelle her und experimentierte in der Küche.

Auch heute kocht sie noch gerne – allerdings nur noch vegetarisch. Sowohl Tille wie auch Linde sind Vegetarierinnen und versuchen auch sonst, so nachhaltig wie möglich zu leben; Sie kaufen zum Beispiel gerne Secondhandklamotten. Auch ihr Arbeitsmaterial ist secondhand: In ihrem eigenen Betrieb namens Redopapers machen sie aus alten Papierresten neue Papierprodukte. Sie sammeln Papierreste in allen Größen, schneiden sie zum Beispiel mit der großen Schneidemaschine oder bearbeiten sie mit einer Lochmaschine.

Wie wird Papier eigentlich gemacht? Papier wird aus Bäumen hergestellt, vor allem Ahornbäumen, Birken und Platanen, die für die holzverarbeitende Industrie gezüchtet werden. Die Bäume werden entrindet und zerkleinert. Die Schnipsel werden gewaschen, gesiebt und zu einem Brei zusammengekocht. Der wird dann getrocknet und immer wieder geplättet und gewalzt, bis man schließlich riesige Papierrollen in unterschiedlicher Stärke erhält. Für tausend Kilogramm Papierbrei benötigt man etwa zweitausend Kilogramm Holz. Aber wenn man tausend Kilogramm Papier recycelt herstellt, müssen dafür 17 Bäume weniger gefällt werden. Darüber freuen sich Tille und Linde. Sie haben großen Spaß an der Arbeit und finden: Wenn sie das können, kann das jeder!

Sonntag, 15.12. (3. Advent) / 16:00 Uhr / Pierre Soulages
Dokumentation, Frankreich, 2017, ARTE F 53 Min.
Regie: Stéphane Berthomieux
Online verfügbar von 08/12 bis 22/12

Ein Hüne mit wachem Geist und festem Pinselstrich: Pierre Soulages gehört zu den letzten lebenden Legenden der abstrakten Malerei. Regisseur Stéphane Berthomieux gelingt mit seiner Dokumentation eine besondere Leistung: Er zeigt, wie aus Schwarz Licht entsteht und welche Energie dem speziellen Schwarz von Soulages innewohnt. Denn Soulages will Papier zum Leuchten bringen und bedient sich dafür des, wie er es nennt, „Outrenoir“, des „jenseitigen Schwarz“. Neben Archivaufnahmen und einem Off-Kommentar nähern sich Soulages-Kenner dem Leben und Werk des Künstlers, darunter sein langjähriger Freund, der Sprachwissenschaftler und Soulages-Experte Pierre Encrevé, der Astrophysiker Daniel Kunth, Soulages‘ Assistent Dan McEnroe, der Philosoph Alain Badiou, der Musiker Jean-Michel Jarre und der Rektor der Kathedrale von Rodez Jean-Luc Barrié. Soulages‘ Malerei ist Handwerk und Poesie – und sie ist das Ergebnis eines Werdegangs. Der fast zwei Meter große Künstler wurde 1919 im französischen Rodez geboren. Im Zweiten Weltkrieg unterbrach er sein Kunststudium, 1946 kehrte er dann nach Paris zurück, um sich ausschließlich der Malerei zu widmen. Ab 1948 stellt er seine Werke in Paris, Europa und darüber hinaus aus. Seit 1979 arbeitet er ausschließlich mit der Farbe Schwarz und legt den Fokus auf das Zusammenwirken von Furchen, Kerben und Reliefs mit dem Einfall des Lichts. Mit hohem ästhetischem Anspruch und pädagogischem Feingefühl zeigt die Dokumentation Soulages‘ Rang in der Kunst des 20. und 21. Jahrhunderts. Sie ist die Hommage an einen zeitlosen Künstler und an die kraftvolle Modernität seines Schaffens.

Sonntag, 15.12. (3. Advent) / 16:55 Uhr / Metropolis ~ Metropolenreport Montpellier
Magazin, Deutschland, 2019, NDR 43 Min.
Online verfügbar von 15/12 bis 14/03
Erstausstrahlung

(1): Pierre Soulages
(1): Pierre SoulagesWenn man seine Bilder betrachtet, sieht man oft buchstäblich schwarz. Das ist sein Markenzeichen, oft in dicken Schichten mit dem Spachtel aufgetragen. Soulages nennt diese Werke seit dem Beginn der 80er Jahre „Outrenoir“ – „jenseits von Schwarz“. In Frankreich gehört Pierre Soulages zu den bedeutendsten Künstlern des Landes. Mehr als 1.700 Bilder hat er gemalt. Zum hundertsten Geburtstag widmet ihm der Pariser Louvre eine umfassende Retrospektive. „Metropolis“ hat ihn kurz vorher ihn in Sète, seiner südfranzösischen Heimat, besucht.

Sonntag, 15.12. (3. Advent) / 17:40 Uhr / Die Musik des King’s College
Dokumentation, Frankreich, 2019, ARTE F 43 Min.
Regie: Francois Chaye
Autor: Gerard Pangon
Online verfügbar von 08/12 bis 14/03
Erstausstrahlung

Der Chor des King’s College in Cambridge wurde vor mehr als 500 Jahren gegründet; zur selben Zeit entstand auch die monumentale College-Kapelle, ein Meisterwerk der englischen Gotik. Von abendlichen Evensongs bis zu großen Konzerten – das College lebt im Rhythmus der Musik. Die Dokumentation nimmt den Zuschauer mit auf eine Reise durch die Geschichte dieses einzigartigen Ortes und der englischen Musik.

Die ab 1446 errichtete Kapelle des King’s College gehört zu den Wahrzeichen der Universitätsstadt Cambridge, die insgesamt 31 Colleges zählt. Das King’s College ist seit jeher nicht nur der Erziehung und Bildung, sondern auch der Musik gewidmet: Sein Gründer, König Heinrich VI., wünschte in der Kapelle himmlische Harmonien zu vernehmen – und so wurde vor über 500 Jahren der Chor des King’s College gegründet.Die Dokumentation verknüpft die Geschichte des berühmten Gebäudes mit der Geschichte der Musik, die dort bis heute erklingt. Die Kapelle mit ihren wertvollen Skulpturen, Gemälden, Kirchenfenstern und Chorgestühlen ist ein Kleinod der gotischen Architektur; ihre Mauern bergen das Echo der Klänge von Purcell und Britten bis hin zu Adès und zeugen von der bewegten Historie der Insel bis zur Gründung des Vereinigten Königreichs.Die Musikdokumentation stützt sich auf Konzertmitschnitte, die in der Kapelle aufgezeichnet wurden, darunter das tägliche Abendlob der Anglikanischen Kirche und die Matthäus-Passion von Johann Sebastian Bach, die beim traditionellen Osterkonzert „Easter at King’s“ gesungen wurde. Weitere Aufnahmen vervollständigen die musikalische Reise und bieten eine reichhaltige Auswahl an englischer Musik.Zu den berühmten Alumni des King’s College zählen Musiker wie Orlando Gibbons, Schriftsteller wie E.M. Forster, Ökonomen wie John Keynes und Wissenschaftler wie Alan Turing – große Persönlichkeiten, von denen der Film anhand der verschiedenen Räumlichkeiten des King’s College erzählt. Das King’s College – eine Hochburg englischer Tradition und ein Ort der Stille, von dem aus man auch seit jeher offen und aufmerksam auf das Weltgeschehen geblickt hat.

Sonntag, 15.12. (3. Advent) / 00:00 Uhr / J. S. Bach Weihnachtsoratorium, Kantaten 1-6
Thomanerchor Leipzig Gewandhausorchester
Musik, Deutschland, 2018, MDR 151 Min.
Regie: Ute Feudel
Komponist: Johann Sebastian Bach
Dirigent: Gotthold Schwarz
Orchester: Gewandhausorchester Leipzig
Chor: Thomanerchor

Mit: Dorothee Mields (Sopran), Elvira Brill (Alt), Patrick Grahl (Evangelist), Markus Schäfer (Tenor), Klaus Häger (Bass)

Online verfügbar von 15/12 bis 14/03
Erstausstrahlung

„Jauchzet, frohlocket!“ Johann Sebastian Bachs berühmte sechs Kantaten gehören zweifelsohne zu den beliebtesten und bekanntesten Kompositionen aller Zeiten. Für den Thomanerchor Leipzig geschrieben und zwischen dem Weihnachtstag 1734 und dem Dreikönigstag 1735 in der Thomaskirche und der Nikolaikirche in Leipzig unter der Leitung des Thomaskantors Johann Sebastian Bach aufgeführt, ist diese Musik seither ein integraler Bestandteil im Kalender des Chores. Der Thomanerchor und das Gewandhausorchester Leipzig setzen diese Tradition unter der Leitung von Bachs 17. Nachfolger Gotthold Schwarz zusammen mit einem international renommierten Solistenensemble fort.

Das Weihnachtsoratorium ist wohl Bachs beliebtestes und meistgespieltes Werk. Die Geschichte von der Geburt Christi handelt von Hoffnung und Freude, und so atmet Bachs Musik Licht, Glanz und Wärme. Entstanden ist das Werk in den stillen Bußwochen des Advents 1734, in einer Zeit, in der der Thomaskantor keine größeren kirchenmusikalischen Verpflichtungen hatte. Ob es tatsächlich als Oratorium konzipiert wurde, ist allerdings nicht ganz klar, denn eigentlich ist es ein sechsteiliges Set von Kantaten, die – liturgisch und musikalisch aufeinander aufbauend – die Weihnachtsfeiertage und dazwischenliegenden Sonntage abdecken.

Die einzelnen Teile wurden erstmals vom Thomanerchor in Leipzig in den sechs Gottesdiensten zwischen dem ersten Weihnachtsfeiertag 1734 und Epiphanias 1735 in der Nikolaikirche und der Thomaskirche aufgeführt. In der heutigen Zeit wird das Oratorium oft in allzu beliebiger Kürzung als „Weihnachtsoratorium“ an einem Abend gegeben.

Selbst wenn Bach das Werk als musikalische Gesamtheit gedacht hat und gerne aufgeführt wüsste, gab es für ihn keine Alternative, die einzelnen Teile im Entstehungsjahr nacheinander in den Festtagsgottesdiensten der Leipziger Hauptkirchen „uraufzuführen“. Feierliche Eingangs- und Schlusschöre, die Vertonung der neutestamentlichen Weihnachtsgeschichte in den Rezitativen, eingestreute Weihnachtschoräle und Arien der Gesangssolisten prägen das Szenario. Die sechs Teile werden durch die Freude über die Geburt Christi verbunden.

Sonntag, 15.12. (3. Advent) / 02:35 Uhr / Luchino Visconti, vom Film besessen
Dokumentation, Frankreich, 2015, ARTE F 58 Min.
Regie: Elisabeth Kapnist, Christian Dumais-Lvowski
Online verfügbar von 08/12 bis 22/12

Er gilt bis heute als einer der wichtigsten Regisseure des europäischen Kinos: Luchino Visconti (1906-1976), Meister des italienischen Films und Begründer des Neorealismus. Sein Schaffen bescherte ihm nicht zuletzt auch im Theater- und Opernbereich internationales Ansehen. Visconti stammte aus einer bedeutenden italienischen Adelsfamilie und porträtierte die Aristokratie wie kein Zweiter. In seinem Frühwerk zeigte er aber auch das Italien der „kleinen Leute“. Während des Zweiten Weltkriegs engagierte er sich im antifaschistischen Widerstand und war Sympathisant der Kommunistischen Partei. Die Dokumentation zeigt Ausschnitte aus seinen berühmtesten Filmen sowie unveröffentlichte Archivaufnahmen und lässt unter anderem Viscontis Neffen und Patensohn Luchino Gastel zu Wort kommen.

Die Dokumentation erzählt das Leben des italienischen Filmemachers Luchino Visconti von seiner Geburt am 2. November 1906 in Mailand bis zu seinem Tod im Jahr 1976. Der Regisseur, der als Conte Don Luchino Visconti di Modrone in eine der bedeutendsten italienischen Adelsfamilien hineingeboren wurde, hätte das müßige Leben eines reichen Aristokraten führen können. Doch Visconti wählte einen anderen Weg und setzte sich in seinen Werken immer wieder mit dem Milieu auseinander, aus dem er selbst stammte. Er hat die europäische Aristokratie der vergangenen beiden Jahrhunderte porträtiert wie kein Zweiter. In seinen frühen Filmen zeigte der Regisseur dem Publikum aber auch das tatsächliche Italien der „kleinen Leute“ und nicht den gesellschaftlichen Verfall der Oberklasse. Während des Zweiten Weltkriegs engagierte sich Visconti im politischen Widerstand gegen den Faschismus und sympathisierte mit der Kommunistischen Partei Italiens. Die Dokumentation zeigt Visconti als zutiefst aufrichtigen Menschen, der sein Leben lang nach der historischen, gesellschaftlichen und menschlichen Wahrheit suchte. „Luchino Visconti, vom Film besessen“ wurde in Rom, Mailand und Venedig gedreht und verbindet Archivmaterial mit Ausschnitten aus Viscontis Filmen: darunter Meisterwerke der Filmgeschichte wie „Die Verdammten“, „Rocco und seine Brüder“ und „Ludwig II.“. Außerdem sind Auszüge zu sehen aus „Besessenheit“, einem der Gründungsfilme des italienischen Neorealismus, aus „Die Unschuld“, einer Reminiszenz an die Kindheit des Regisseurs, sowie dem Leinwandepos „Der Leopard“, das von der sizilianischen Aristokratie in der Zeit des Übergangs zur Monarchie erzählt. Zu Wort kommen Viscontis Neffe und Patensohn Luchino Gastel, die Visconti-Biografin Laurence Schifano, Caterina D’Amico, die Tochter von Viscontis wichtigster Drehbuchautorin Suso Cecchi D’Amico, die französische Historikerin Elisabeth Roudinesco und der Filmregisseur Olivier Assayas.

Sonntag, 15.12. (3. Advent) / 04:51 Uhr / Bilder allein zuhaus: Dreifaches Porträt von Richelieu, Philippe de Champaigne, „links / rechts“ (2/3)
Fernsehserie, Frankreich, 2016, ARTE F 3 Min.
Regie: Fabrice Maruca
Online verfügbar von 15/12 bis 09/12

„Bilder allein zuhaus“ nimmt zehn Meisterwerke der Malerei humorvoll unter die Lupe. Von Leonardo da Vincis „Mona Lisa“ bis hin zu Norman Rockwells „The Problem We All Live With“ werden in der 30-teiligen Kurzfilmserie Bilder von Schauspielern zum Leben erweckt, die bei einem aufwendigen Casting wegen ihrer Ähnlichkeit mit den gemalten Figuren ausgewählt wurden. Auch Dekor und Kostüme sind dem jeweiligen Bildmotiv sorgfältig nachempfunden. Die sehr witzigen Dialoge spielen dabei mit dem Zeitgeist und vermitteln nebenbei Wissenswertes über die Geschichte der Gemälde.

Philippe de Champaignes „Dreifaches Porträt von Richelieu“ entstand 1642. Es zeigt Richelieu mittig, von links und von rechts. Aber was bedeutet es, die linke oder rechte Position beziehungsweise die Mitte einzunehmen? Richelieu jedenfalls hatte verschiedenste Gesichter …

Montag, 16.12. / 04:38 Uhr / Bilder allein zuhaus: Die Parkettschleifer, Gustave Caillebotte: „Der Mittlere in Aktion“ (3/3)
Fernsehserie, Frankreich, 2016, ARTE F 2 Min.
Regie: Fabrice Maruca
Online verfügbar von 16/12 bis 10/12

„Bilder allein zuhaus“ nimmt zehn Meisterwerke der Malerei humorvoll unter die Lupe. Von Leonardo da Vincis „Mona Lisa“ bis hin zu Norman Rockwells „The Problem We All Live With“ werden in der 30-teiligen Kurzfilmserie Bilder von Schauspielern zum Leben erweckt, die bei einem aufwendigen Casting wegen ihrer Ähnlichkeit mit den gemalten Figuren ausgewählt wurden. Auch Dekor und Kostüme sind dem jeweiligen Bildmotiv sorgfältig nachempfunden. Die sehr witzigen Dialoge spielen dabei mit dem Zeitgeist und vermitteln nebenbei Wissenswertes über die Geschichte der Gemälde.

Auf Gustave Caillebottes Gemälde „Die Parkettschleifer“ aus dem Jahr 1875 ziehen drei Arbeiter den Boden einer Haussmann-Wohnung ab. Ständig brummt einer vor sich hin, dass die Arbeit nicht gerecht verteilt ist. Könnte man nicht einfach Linoleum verlegen? Oder zumindest eine Parkettschleifmaschine mieten?

Mittwoch, 18.12. / 23:45 Uhr / Nouvelle Vague & Feminismus: Delphine Seyrig und Carole Roussopoulos
Dokumentarfilm, Frankreich, 2019, ARTE F 69 Min.
Regie: Callisto Mc Nulty
Online verfügbar von 11/12 bis 16/02
Erstausstrahlung

Mit Frauen der Nouvelle Vague verbindet man berühmte Schlüsselfiguren wie Agnès Varda. Weniger bekannt sind die Schweizer Dokumentarfilmregisseurin Carole Roussopoulos und die französische Schauspielerin Delphine Seyrig, beide Feministinnen, die sich in den 70er Jahren kennenlernten und sich der Frauenrechtsbewegung Mouvement de libération des femmes (MLF) anschlossen. Die beiden Frauen filmten mit einer tragbaren Videokamera, einer für die damalige Zeit völlig neuen Technik, und engagierten sich so politisch. Der Dokumentarfilm wurde von Callisto Mc Nulty realisiert, der Enkelin von Carole Roussopoulos.

Der Dokumentarfilm schildert die Begegnung zwischen der Schweizer Videopionierin Carole Roussopoulos und der französischen Schauspielerin Delphine Seyrig in den 70er Jahren. Seyrig spielte unter namhaften Regisseuren wie Luis Buñuel, François Truffaut oder Jacques Demy. Die beiden stellten ihr Engagement für die Rechte der Frau in den Mittelpunkt ihres filmischen Werks. In ihren Videos ging es um das Recht auf Abtreibung, sexuelle Selbstbestimmung oder überholte Frauenbilder im Kino wie in der Gesellschaft. Regisseurin Callisto Mc Nulty zeigt, wie die beiden Feministinnen die gerade neu auf den Markt gekommene Videokamera für ihre subversiven dokumentarischen Statements verwendeten. 1982 gründen Carole Roussopoulos, Delphine Seyrig und Ioana Wieder das Centre audiovisuel Simone de Beauvoir, das es sich zur Aufgabe macht, Material wie Videos und Fotos zur Geschichte der Frauenrechtsbewegung seit ihren Anfängen zu archivieren. Die Enkelin von Carole Roussopoulos verbindet ihren dokumentarischen Ansatz – Ausschnitte aus Spielfilmen, Videoarbeiten und Fernsehinterviews – mit einer persönlichen Sicht auf das Werk und die politischen Visionen ihrer Großmutter. Der Dokumentarfilm ist gleichzeitig die Fortsetzung eines Projekts, das Carole Roussopoulos kurz vor ihrem Tod im Jahr 2009 in Angriff genommen hatte: ein Porträt ihrer feministischen Kampfgenossin Delphine Seyrig. In ihren bereits dazu angefertigten Notizen beschrieb die Regisseurin das geplante Werk als Hommage an eine überzeugte Frauenrechtlerin, deren politisches Engagement damit endlich bekannt und gewürdigt werden sollte.

Mittwoch, 18.12. / 04:35 Uhr / Bilder allein zuhaus: Degas und Evariste de Valernes, Edgar Degas, „Copy and paste“ (3/3)
Fernsehserie, Frankreich, 2016, ARTE F 2 Min.
Regie: Fabrice Maruca
Online verfügbar von 18/12 bis 12/12

„Bilder allein zuhaus“ nimmt zehn Meisterwerke der Malerei humorvoll unter die Lupe. Von Leonardo da Vincis „Mona Lisa“ bis hin zu Norman Rockwells „The Problem We All Live With“ werden in der 30-teiligen Kurzfilmserie Bilder von Schauspielern zum Leben erweckt, die bei einem aufwendigen Casting wegen ihrer Ähnlichkeit mit den gemalten Figuren ausgewählt wurden. Auch Dekor und Kostüme sind dem jeweiligen Bildmotiv sorgfältig nachempfunden. Die sehr witzigen Dialoge spielen dabei mit dem Zeitgeist und vermitteln nebenbei Wissenswertes über die Geschichte der Gemälde.

Edgar Degas lässt sich von seinem Freund Evariste de Valernes aufziehen, der ihn an seine wenig glorreichen Anfänge erinnert: Man bezahlte Degas, damit er Gemälde kopierte. Und warum hat sich Degas auf seinem Selbstporträt mit Evariste de Valernes in Denkerpose abgebildet? Könnte es sein, dass der Maler seinen Anfängen treu geblieben ist und einfach von Rodin kopiert hat? „Bilder allein zuhaus“ nimmt die abstrusen Vorwürfe in der Plagiatsaffäre Degas genauer unter die Lupe …

Donnerstag, 19.12. / 04:33 Uhr / Bilder allein zuhaus: Im Wintergarten, Edouard Manet, „Schluss mit den Zigarren“ (3/3)
Fernsehserie, Frankreich, 2016, ARTE F 3 Min.
Regie: Fabrice Maruca
Online verfügbar von 19/12 bis 13/12

„Bilder allein zuhaus“ nimmt zehn Meisterwerke der Malerei humorvoll unter die Lupe. Von Leonardo da Vincis „Mona Lisa“ bis hin zu Norman Rockwells „The Problem We All Live With“ werden in der 30-teiligen Kurzfilmserie Bilder von Schauspielern zum Leben erweckt, die bei einem aufwendigen Casting wegen ihrer Ähnlichkeit mit den gemalten Figuren ausgewählt wurden. Auch Dekor und Kostüme sind dem jeweiligen Bildmotiv sorgfältig nachempfunden. Die sehr witzigen Dialoge spielen dabei mit dem Zeitgeist und vermitteln nebenbei Wissenswertes über die Geschichte der Gemälde.

Auf dem Bild „Dans la serre“ aus dem Jahr 1879 posiert das Ehepaar Guillemet für Edouard Manet im üppigen Wintergarten seines Ateliers. Madame Guillemet ist eine Dame der Pariser Modewelt; sie ist hochmütig und spricht mit amerikanischem Akzent. Monsieur Guillemet, ein kleiner Landschaftsmaler, der unter anderem Ansichten der Normandie im impressionistischen Stil malte, scheint dieser Frau völlig ausgeliefert zu sein. Und jetzt will sie auch noch, dass er mit dem Rauchen aufhört …

Freitag, 20.12. / 22:10 Uhr / Disco Europe Express
Dokumentation, Belgien, 2017, ARTERTBF 52 Min.
Regie: Olivier Monssens
Online verfügbar von 13/12 bis 19/01

Disco, die Musik der 70er Jahre, erlebt dank ein paar engagierter Musiker, die sich auf ihre Wurzeln besinnen, ein furioses Comeback. Ihren afroamerikanischen Ursprüngen zum Trotz wäre die Geschichte der Discomusik allerdings nicht vorstellbar ohne eine Handvoll legendärer Soundtüftler aus Europa, die in der Anonymität ihrer Studios einige der größten Welthits zauberten.

Sie ist die Musik der 70er Jahre: Disco. Engagierte Musiker und DJs verhelfen ihr bis heute immer wieder zum Comeback – nicht durch bloße Wiederverwertung, sondern durch Rückbesinnung auf deren Wurzeln. Doch auch wenn allgemein anerkannt ist, dass die Discomusik ihren Ursprung in der afroamerikanischen Community hat, wurden wesentliche Kapitel ihrer Geschichte in Europa geschrieben, vor allem in München und Paris, aber auch in Stockholm, London, Brüssel und Mailand. „Disco Europe Express“ begibt sich auf die Spur der legendären europäischen Soundtüftler, die in der Anonymität ihrer Studios einige der größten Welthits für Donna Summer, Cerrone, Boney M. oder Village People zauberten – neben vielen weniger bekannten Tracks, die in den 70ern die Tanzflächen der Clubs rund um den Erdball füllten. Diesen Hits war ein „europäischer“ Rhythmus und häufig synthesizerlastiger Sound gemein, der wiederum die Discomusik aus den USA beeinflusste, wie der New Yorker Kultproduzent und Remixer Tom Moulton einräumt. Spannende Interviews und unterhaltsame Archivbilder machen diese Dokumentation zu einer aufschlussreichen Reise in die 70er. Dabei blickt Autor und Regisseur Olivier Monssens hinter die Kulissen der Disco-Bewegung, als in einer wilden, unbeschwerten Zeit Rhythmus, Kreativität, Kommerz, Begeisterung und heitere Sorglosigkeit aufeinanderprallten – mit 120 Beats pro Minute.

Freitag, 20.12. / 23:05 Uhr / Quincy Jones ~ A musical celebration
Musik, Frankreich, 2019, ARTE F 77 Min.
Regie: Samuel Thiebaut
Erstausstrahlung

„Billie Jean“, „Give Me the Night“, „Fly Me to the Moon“: Jeder kennt die Hits von Quincy Jones. Doch wer kennt den Mann dahinter? Bei diesem Symphoniekonzert in der AccorHotels Arena tritt der geniale Komponist, Musiker und Produzent selbst ins Rampenlicht. Anlass genug, seine unglaubliche Karriere mit Pauken und Trompeten zu feiern. Bei dem Best-of-Konzert im Juni 2019 wurde die Poplegende von Gastmusikern allererster Güte unterstützt, darunter von Véronique Sanson, Ibrahim Maalouf, Marcus Miller, Selah Sue und Richard Bona.

Quincy Jones ist ein Mann im Hintergrund, der mit den größten Künstlern der vergangenen Jahrzehnte zusammengearbeitet hat. Um nur einige zu nennen: Louis Armstrong, Michael Jackson, Beyoncé, Stevie Wonder, Will Smith, Jay-Z und Ella Fitzgerald. Egal ob Pop, Jazz, Soul, Hip-Hop oder Filmmusik wie etwa der Soundtrack zu „Die Farbe Lila“ – Quincy Jones erprobte sich in vielen musikalischen Genres. Kaum ein Musikstil blieb von Quincy Jones‘ Genie unberührt.

Bei dem Symphoniekonzert im Juni 2019 wurde die Poplegende von Gastmusikern allererster
Güte unterstützt, darunter von Véronique Sanson, Ibrahim Maalouf, Marcus Miller, Selah Sue und Richard Bona. Gäste, so anspruchsvoll und elegant wie die Karriere des Großmeisters.

Von „We are the World“ bis „Thriller“ lässt Quincy Jones seine größten Hits in bisher ungehörten Arrangements erklingen. Eine Auswahl aus insgesamt rund 2.900 Kompositionen an einem Abend, der sich ganz dem Werk einer Legende der zeitgenössischen Musik widmet.

Zusatzinfo:
Konzertmitschnitt vom 27. Juni 2019 in der AccorHotels Arena, Paris

Freitag, 20.12. / 00:20 Uhr / Tracks
Magazin, Frankreich, 2019, ARTE F 43 Min.
Online verfügbar von 13/12 bis 18/02
Erstausstrahlung

Ob lesbische Vampire, inzestuöse Werwölfe, untote Liebhaber, Killerdrohnen und Serienmörder mit der Bohrmaschine – bei einer „Tracks“-Sonderausgabe geben sich die Großmeister des Gruselfilms die Ehre. Auf dem Programm: Horror und nochmals Horror! Ein Jahr vor dem 40-jährigen Jubiläum von „Shining“ und kurz nach Erscheinen der Verfilmung von Stephen Kings Roman „Doctor Sleeps Erwachen“ bringt „Tracks“ eine Hommage an den Horrorfilm – unter anderem mit Regisseuren wie William Friedkin, David Cronenberg und Dario Argento. Eine Weltreise des Grauens von Brasilien über die Türkei, die USA und Südafrika bis nach Japan.

(1): Jordan Rubin
Die Story des ehemaligen Stand-up-Comedians Jordan Rubin ist zum Totlachen: Eine Drohne, die sich nicht mehr fernsteuern lassen will, entwickelt ein Bewusstsein und Mordgelüste. 2015 kam „The Drone“ als parodistischer Trailer heraus, vier Jahre später kommen die Killerdrohnen nun endlich auch in die Kinosäle.

(2): Hisayasu Sato
Seit 1985 hat der japanische Regisseur Hisayasu Sato rund 60 Filme gedreht, in denen er die Grenzen des japanischen Erotikfilmgenres „Pinku eiga“ auslotet. Von Vergewaltigung über Mord bis zu Kannibalismus: Wer sexy sein will, muss leiden.

(3): Kirill Sokolov
In Russland, wo es kaum Genrefilme gibt, hat Kirill Sokolov den „Appartment Western Gore“ erfunden. Mit „Why Don’t You Just Die!“ realisierte der 30-jährige Regisseur ein Splatter-Kammerspiel, das mit viel schwarzem Humor die gesellschaftlichen Probleme in Russland anprangert.Und das ist noch nicht alles!

Als Begleitprogramm zum „Tracks“-Horrorspezial werden auch die Sozialen Netzwerke mit Horror gefüllt. Die Redaktion hat in den Archiven gestöbert und zeigt gruselige Beiträge aus den Bereichen Musik, Manga, Bildhauerei, Performance und Aktionskunst, bei denen einen garantiert das Grauen packt.

Freitag, 20.12. / 01:10 Uhr / Dark Glamour ~ Aufstieg und Fall der Hammer Studios
Dokumentation, Frankreich, 2017, ARTE 55 Min.
Regie: Jérôme Korkikian
Online verfügbar von 13/12 bis 19/01

Mitte der 1950er Jahre landete das kleine britische Unternehmen Hammer Films mehrere große Erfolge mit Filmproduktionen, die zwar von den Kritikern verrissen wurden, beim Publikum aber auf ein fasziniertes Interesse stießen. Diese erstmals in Farbe gedrehten Horror- und Science-Fiction-Streifen setzten Angst, blutige Gewalt und Sex in Szene und bedienten sich dazu bekannter Motive aus der Schauerliteratur oder alten Hollywood-Monsterfilmen. Sie erweckten Dracula, Frankenstein und diverse Mumien zum Leben und ließen sie in den Londoner Randbezirken ihr Unwesen treiben. Die Stars der Hammer-Filme waren Peter Cushing und Christopher Lee.

Das goldene Zeitalter des Unternehmens dauerte bis in die 1970er Jahre an. Mit ihrer ebenso stilisierten wie reißerischen Ästhetik prägten Produktionen aus dem Hause Hammer die internationale Popkultur nachhaltig. Dieser Einfluss hielt auch an, nachdem die Firma ihre Tätigkeit Anfang der 80er Jahre einstellte, denn die Filme wurden weiter auf VHS und DVD verbreitet und im Fernsehen ausgestrahlt. Auch für die neue Generation von Fans ist Hammer die Hochburg des Horrorfilms.

In der Absicht, an das alte Prestige und vor allem an die großen Erfolge anzuknüpfen, ließen Investoren Hammer Films vor einigen Jahren wiederauferstehen. Denn die Marke Hammer ist Gold wert – und noch lange nicht tot.

Freitag, 20.12. / 04:44 Uhr / Bilder allein zuhaus: Harlekin und Pierrot, André Derain, „Auseinandersetzung“ (2/3)
Fernsehserie, Frankreich, 2016, ARTE F 3 Min.
Regie: Fabrice Maruca
Online verfügbar von 20/12 bis 14/12

„Bilder allein zuhaus“ nimmt zehn Meisterwerke der Malerei humorvoll unter die Lupe. Von Leonardo da Vincis „Mona Lisa“ bis hin zu Norman Rockwells „The Problem We All Live With“ werden in der 30-teiligen Kurzfilmserie Bilder von Schauspielern zum Leben erweckt, die bei einem aufwendigen Casting wegen ihrer Ähnlichkeit mit den gemalten Figuren ausgewählt wurden. Auch Dekor und Kostüme sind dem jeweiligen Bildmotiv sorgfältig nachempfunden. Die sehr witzigen Dialoge spielen dabei mit dem Zeitgeist und vermitteln nebenbei Wissenswertes über die Geschichte der Gemälde.

André Derains „Harlekin und Pierrot“ entstand um 1924 und zeigt zwei Figuren der Commedia dell’Arte. Die beiden sind auf ihrem Gemälde sichtlich gelangweilt; die Zeit scheint geradezu stehen geblieben zu sein. Ihre Instrumente haben keine Saiten, so dass sie nicht einmal Musik spielen können. Um sich die Zeit zu vertreiben, bleibt ihnen nur, sich ein wenig zu zanken …


Sonntag, 22.12. (4. Advent) / 05:00 Uhr / Schneeflöckchen
Oper, Frankreich, 2017, ARTE F 192 Min.
Regie: Andy Sommer
Komponist: Nikolai Rimski-Korsakow
Inszenierung: Dmitri Tcherniakov
Dirigent: Michail Tatarnikow
Orchester: Orchestre de l’Opéra national de Paris
Chorleitung: José Luis Basso
Chor: Choeurs de l’Opéra national de Paris, La Maîtrise des Hauts-de-Seine
Autor: Alexander Ostrowski

Mit: Aida Garifullina (Snegourotchka (Schneeflöckchen)), Maxim Paster (Zar Barendej), Elena Manistina (Die Frühlingsfee), Vasily Efimov (Der Waldgeist), Vincent Morell (Erster Herold), Pierpaolo Palloni (Zweiter Herold), Vladimir Ognovenko (König Frost), Yuriy Mynenko „Lel“, Martina Serafin „Kupava, Thomas Johannes Mayer „Mizguir“, Franz Hawlata „Bermiata“, Vasily Gorshkov „Bobyl Bakula“, Carole Wilson „Bobylicka, Olga Oussova
Online verfügbar von 15/12 bis 21/01

„Schneeflöckchen“, die dritte Oper von Nikolai Rimski-Korsakow, ist ein wunderschönes und gleichzeitig grausames Märchen, eine Hymne an die Natur und eine Ode an die Liebe. In einer ergreifenden und poetischen Inszenierung von Dmitri Tcherniakov wird sie zum ersten Mal an der Pariser Oper aufgeführt, unter Leitung von Michail Tatarnikow und mit der jungen Sopranistin Aida Garifullina in der Titelrolle.

Schneeflöckchen, Tochter von König Frost und der Frühlingsfee, träumt von einem Leben unter den Menschen. Sie muss sich allerdings vor dem rachsüchtigen Sonnengott in Acht nehmen, der sie schmelzen lässt, falls sie sich verlieben sollte.

Der Komponist Nikolai Rimski-Korsakow hat die Handlung seiner Oper aus einem Werk des Dramatikers Alexander Ostrowski übernommen, der seine Inspiration wiederum in der russischen Folklore fand. Das Werk von Ostrowski kam damals sehr überraschend, da der Autor eher für seine Sozialsatiren als für Märchenerzählungen bekannt war. Der Komponist hat dieses Paradox jedoch geschickt verarbeitet, indem er seinerseits Volkslieder mit innovativer Orchestrierung kombinierte und so Tradition und Moderne verband. „Schneeflöckchen“ wurde zu seinem ersten großen Erfolg, und Rimski-Korsakow selbst sah in dem Werk nichts Geringeres als die schönste Oper, die seit Glinkas Tod in Russland komponiert worden war.

Dmitri Tcherniakov bringt dieses wunderschöne und grausame Märchen, das sich irgendwo zwischen unschuldiger Erotik, brennender Leidenschaft und rasender Eifersucht bewegt, mit seiner sowohl analytischen wie kreativen Inszenierung auf eine menschliche Ebene. Er bedient sich jedoch auch mancher Symbole, indem er beispielsweise eine reaktionäre Gemeinschaft zeichnet, die im Gegensatz zu Schneeflöckchen noch nicht bereit zu sein scheint, sich dem Unbekannten hinzugeben.

Die Pariser Oper hat für ihre erste Aufführung von „Schneeflöckchen“ aus dem Vollen geschöpft und einige der besten russischen Künstler ins Haus geholt, wie Aida Garifullina, die Gewinnerin des Operalia-Wettbewerbs 2013, und Michail Tatarnikow, den Musikdirektor und Chefdirigenten des Michailowski-Theaters Sankt Petersburg.

Sonntag, 22.12. (4. Advent) / 08:30 Uhr / Unter der Lupe – 3 Maler, 9 Werke: Symbolismus
Kindersendung, Großbritannien, 2017, ARTE 14 Min.
Regie: Anton Khilman
Online verfügbar von 15/12 bis 20/02
Erstausstrahlung

Die bekanntesten Maler der Welt, ihre Meisterwerke und Geschichten über deren Entstehung – all das erwartet die Zuschauer dieses neuen Kunstprogramms bei ARTE. Was wollte Iwan Aiwasowski mit seinen Gemälden sagen? Welche Bedeutung versteckt sich in den Werken von Hieronymus Bosch, und warum sind sie allesamt so teuer? Diese und viele weitere spannende Fragen beantwortet die Reihe auf einfache, verständliche und zugleich anspruchsvolle Weise.

Der Symbolismus entstand Ende des 19. Jahrhunderts in Frankreich, Russland und Belgien als Strömung in der Literatur und anderen Kunstformen. Diese Folge präsentiert drei herausragende Maler des Symbolismus – Paul Gauguin, Gustav Klimt und Edvard Munch – und nimmt jeweils drei ihrer Gemälde unter die Lupe.

Wenn Paul Gauguin sich einsam fühlt, greift er zu Pinsel und Papier. Gauguin liebt es, mit Farben zu experimentieren: So hat sein Christus am Ölberg beispielsweise flammend rote Haare. Seine Bilder sind kein Spiegel der Wirklichkeit, sondern vielmehr Ausdruck seiner Gefühle und Gedanken. Die Kunstrichtung, in der Farben und Formen dazu dienen, Gefühle und Ideen auszudrücken, nennt man Symbolismus. Der Symbolismus entstand Ende des 19. Jahrhunderts in Frankreich, Russland und Belgien als Strömung in der Literatur und anderen Kunstformen. Charakteristisch für den Symbolismus in der Malerei ist die Wiederentdeckung bestimmter mystischen Tendenzen der Romantik und ein Spiel mit dem morbiden Selbstbewusstsein des Fin de Siècle. Diese Folge präsentiert drei herausragende Maler des Symbolismus –Paul Gauguin, Gustav Klimt und Edvard Munch – und nimmt jeweils drei ihrer Gemälde unter die Lupe. Dem französischen Post-Impressionisten Paul Gauguin wurde erst nach seinem Tod eine breite Anerkennung zuteil. Heute sind seine Werke „Christus am Ölberg“ (1889), „Landschaft in der Bretagne“ (1888) und „Drei Reigen tanzende bretonische Mädchen“ (1888) weltberühmt. Gustav Klimt war ein österreichischer Vertreter des Symbolismus und das bekannteste Mitglied der Wiener Secession. Zu seinen bedeutendsten Gemälden zählen „Der Kuss“ (um 1907), „Der Blumengarten“ (1905) und „Tod und Leben“ (ca. 1908-1916). Der Norweger Edvard Munch war ein expressionistischer Maler und Grafiker. Mit seinen ausdrucksstarken Darstellungen von Seelenqualen übte er im frühen 20. Jahrhundert einen starken Einfluss auf die deutschen Expressionisten aus. Zu seinen Hauptwerken zählen die Gemälde „Eifersucht“ (1907), „Strand mit rotem Haus“ (1904) und „Arbeiter auf dem Heimweg“ (1913-1914).

Sonntag, 22.12. (4. Advent) / 17:20 Uhr / Jonas Kaufmann – Mein Wien
Thementag: Ein Tag in Wien
Musik, Österreich, 2019, ZDF 75 Min.
Regie: Patrick Pleisnitzer

Komponist: Johann Strauss, Robert Stolz, Emmerich Kálmán, Franz Lehár, Karl Komzák, Rudolf Sieczynski
Dirigent: Jochen Rieder
Orchester: Prague Philharmonia

Mit: Jonas Kaufmann (Tenor), Rachel Willis-Sørensen (Sopran)
Online verfügbar von 21/12 bis 21/03
Erstausstrahlung

Startenor Jonas Kaufmann ist unterwegs in Wien: Auf einem Stadtspaziergang zeigt der Tenor seine liebsten Orte, vom Riesenrad am Prater bis zum Würstelstand. Das persönliche Wien von Jonas Kaufmann besteht aus Geschichten von Orten und Menschen. Herzstück von „Jonas Kaufmann – Mein Wien“ ist ein Konzert mit weltbekannten Melodien aus der Hauptstadt von Walzer und Operette. Arien und Duette aus den Operetten „Die Fledermaus“, „Eine Nacht in Venedig“ und „Wiener Blut“ von Johann Strauss sowie Wiener Lieder von Robert Stolz, Johann Strauss, Emmerich Kálmán, Georg Kreisler und weiteren Größen der Wiener Musikgeschichte stehen auf dem Programm.

„Wien, du Stadt meiner Träume!“ – Startenor Jonas Kaufmann ist unterwegs in Wien: Auf einem Stadtspaziergang zeigt der gefeierte Tenor seine liebsten Orte, vom Riesenrad am Prater bis zum Würstelstand. Fast jede Gasse in Wien kann Geschichten erzählen, das persönliche Wien von Jonas Kaufmann besteht aber vor allem aus kleinen Geschichten von Orten und Menschen, die er in „Jonas Kaufmann – Mein Wien“ erzählt. Doch Wien ist auch ein Ort großer Geschichte. So geht Jonas Kaufmann den Spuren nach, die der Komponist Robert Stolz in der Stadt hinterlassen hat.

Herzstück von „Jonas Kaufmann – Mein Wien“ ist ein musikalisches Highlight im Wiener Konzerthaus. Ein Konzert als Hommage an die weltbekannten Melodien der Hauptstadt von Walzer und Operette: Arien und Duette aus den Operetten „Die Fledermaus“, „Eine Nacht in Venedig“ und „Wiener Blut“ von Johann Strauss sowie Wiener Lieder von Robert Stolz, Johann Strauss, Emmerich Kálmán, Georg Kreisler und weiteren Größen der Wiener Musikgeschichte.

Seine Partnerin für die Duette aus „Die Fledermaus“ und „Wiener Blut“ ist die amerikanische Sopranistin Rachel Willis-Sørensen, die bereits in der Vergangenheit an seiner Seite das Publikum für sich gewinnen konnte. Begleitet werden sie von einem der renommiertesten tschechischen Orchester, der Prague Philharmonia, unter der Leitung von Jochen Rieder.

Sonntag, 22.12. (4. Advent) / 20:15 Uhr / Christine
Spielfilm, Frankreich, Italien, 1958, ARD 97 Min.
Regie: Pierre Gaspard-Huit
Drehbuch: Georges Neveux, Pierre Gaspard-Huit, Hans Wilhelm
Autor: Arthur Schnitzler
Produktion: Play Art, Rizzoli Film, Spéva Films
Produzent: Angelo Rizzoli
Kamera: Christian Matras
Schnitt: Louisette Hautecoeur
Musik: Georges Auric

Mit: Romy Schneider (Christine Weiring), Alain Delon (Franz Lobheiner), Micheline Presle (Baronin Lena Eggersdorf), Sophie Grimaldi (Mizzie Schlager), Fernand Ledoux (Hans Weiring), Jean-Claude Brialy (Theo Kaiser), Jean Galland (Baron Eggersdorf)

Wien im Jahre 1906: Leutnant Lobheiner vom 14. Dragonerregiment hat seit einiger Zeit eine Liebesbeziehung mit der „Dame in Schwarz“, der Baronin Eggersdorf. Ihr bedeutet der junge Leutnant viel, Lobheiner dagegen bereitet die Liaison wachsendes Unbehagen. In dieser Situation begegnet er in einer Schänke der 20-jährigen Christine Weiring. Sie ist die Tochter eines Cellisten und – im Gegensatz zu ihrer gleichaltrigen Freundin Mizzie – von Natur aus zurückhaltend und empfindsam. Darin gleicht sie dem Offizier.

Nach anfänglichem Zögern entwickelt sich eine tiefe Liebesbeziehung zwischen ihm und Christine. Doch gerade als Lobheiner endgültig mit der Baronin bricht, entdeckt deren Mann Beweise für ihre Untreue. In einer ihrer Schubladen findet er den Schlüssel zu Lobheiners Wohnung. Der Entschluss des Barons steht fest: Er fordert den jungen Leutnant zum Duell – mit tödlichen Folgen …

Zusatzinfo:

„Christine“ ist die vierte Verfilmung des Theaterstücks „Liebelei“ von Arthur Schnitzler. Die Hauptdarsteller Romy Schneider und Alain Delon wurden nach den Dreharbeiten auch in der Realität ein Paar. Für beide war das Drama der Startschuss einer großen Karriere. Da Romy Schneider zu der Zeit noch nicht fließend Französisch sprach, wurde sie von Gilberte Aubry synchronisiert, jener Sprecherin, die ihr auch für die französische Version der „Sissi“-Trilogie ihre Stimme lieh. Das für damalige Verhältnisse aufwendig gestaltete Kostümbild besticht durch seine farbenfrohe Pracht und Theatralik.

Sonntag, 22.12. (4. Advent) / 21:50 Uhr / Ein Abend mit Romy
Thementag: Ein Tag in Wien
Dokumentation, Frankreich, 2017, ARTE F 53 Min.
Regie: Patrick Jeudy
Online verfügbar von 15/12 bis 03/01

Es ist der 12. Dezember 1976: Während über dem Kölner Dom die ersten Schneeflocken fallen, gibt Romy Schneider in einem kleinen Redaktionsbüro der engagiertesten Feministin der damaligen Zeit ein ausführliches Interview. Alice Schwarzer steckt gerade in den Vorbereitungen zur Gründung ihres Frauenmagazins „Emma“; die 38-jährige Starschauspielerin hat in Frankreich schon Erfolgsfilme wie „Der Swimmingpool“, „Die Dinge des Lebens, „César und Rosalie“ und „Das alte Gewehr“ gedreht und im selben Jahr den César als beste Hauptdarstellerin gewonnen. Sie ist auf dem Höhepunkt ihrer Karriere und muss niemandem mehr etwas beweisen. Sie hat einen kleinen Sohn aus der Ehe mit dem deutschen Regisseur und Schauspieler Harry Meyen, ist frisch mit einem neun Jahre jüngeren Mann liiert und träumt von einem zweiten Kind. Sie schmiedet Pläne für ihre nächsten Filme und möchte gerne eine eigene Produktionsfirma gründen. Alice Schwarzer stieß mit ihrer Interviewidee auf Widerstand in der Redaktion: Die meisten Mitarbeiterinnen waren gegen das Interview mit der ehemaligen „Sissi“-Darstellerin. Doch die Journalistin gab nicht nach und argumentierte, dass sie bei Romy tiefe Widersprüche und Brüche spüre, die sie ergründen wolle. Und schließlich gibt Romy Schneider in dieser Nacht ein exklusives Interview – überwiegend auf Französisch, der Sprache, die ihr eine gewisse Distanz zu sich selbst verlieh. Mutig und ängstlich, rebellisch und konformistisch, hochbegabt und voller Selbstzweifel – die Schauspielerin, die immer den Bruch und die Flucht wagte, hatte tatsächlich ein tiefes Bedürfnis nach Sicherheit und Kontinuität. Sie war zerrissen zwischen Frankreich und Deutschland, zwischen Berühmtheit und dem Wunsch nach einem gewöhnlichen Leben, zwischen Leidenschaft für die Liebe und Leidenschaft für den Beruf. 40 Jahre später stellte Alice Schwarzer ihre Tonbandaufnahmen für Patrick Jeudys Dokumentarfilm zur Verfügung und kommentierte dieses bewegende Gespräch, in dem Romy Schneider ihr schließlich auch die Traumata ihrer Jugend anvertraut. Auf der Suche nach ihrem wahren Selbst öffnet sich Romy Schneider völlig und lässt letztendlich auch ihre tiefe Melancholie und Einsamkeit zutage treten.

Sonntag, 22.12. (4. Advent) / 22:45 Uhr / Sissi – Die Getriebene
Dokudrama, Österreich, 2019, ZDF 52 Min.
Regie: Stefan Ludwig

Mit: Sunnyi Melles (Kaiserin Elisabeth), Alexander E. Fennon (Alexander Warsberg), Clemens Aap Lindenberg (Kaiser Franz Joseph), Eszter Hollosi (Marie Festetics)
Wiederholung vom 14.12.

Sonntag, 22.12. (4. Advent) / 23:40 Uhr / 150 Jahre Wiener Staatsoper ~ Die Jubiläumsgala
Thementag: Ein Tag in Wien
Musik, Frankreich, Österreich, 2019, ARTE 75 Min.
Komponist: Wolfgang Amadeus Mozart, Richard Wagner, Giuseppe Verdi
Dirigent: Marco Armiliato
Orchester: Wiener Staatsopernorchester
Chor: Wiener Staatsopernchor

Mit: Nina Stemme (Sopran), Erwin Schrott (Bassbariton), Roberto Alagna (Tenor), Sonya Yoncheva (Sopran), Valentina Nafornita (Sopran), Benjamin Bernheim (Tenor), Tomasz Konieczny (Bassbaritone), Jongmin Park (Bass), Olga Bezsmertna (Sopran)

Anlässlich des 150-jährigen Jubiläums der Wiener Staatsoper veranstaltete das Opernhaus ein Open-Air-Festkonzert am Herbert-von-Karajan-Platz. Das Festkonzert wurde dem Fernsehpublikum live über die Grenzen Österreichs hinaus präsentiert und wurde in ORF III und ARTE von rund eine Million Menschen verfolgt. Mit dabei das Who is Who der Opernwelt, unter anderem die Sängergrößen Roberto Alagna, Günther Groissböck, Nina Stemme, Camilla Nylund, Erwin Schrott, Tomasz Konieczny, Ferruccio Furlanetto, Valentina Nafornita und Olga Bezmertna. ARTE zeigt nun einen Zusammenschnitt mit den Höhepunkten der Live-Sendung.Am 25. Mai 1869 wurde das Haus am Ring mit Mozarts Don Giovanni feierlich eröffnet. Ein Ereignis, das nicht nur die Wiener Öffentlichkeit mit Spannung verfolgte, sondern das auch außerhalb der Grenzen des Habsburgerreichs große Beachtung fand. Seither ist das Opernhaus stets im Blickpunkt des Interesses gestanden: Seit 150 Jahren ist es eine international wichtige Institution und Angelegenheiten der Wiener Oper sind – wie in keiner anderen Stadt weltweit – immer auch öffentliche Angelegenheiten.Am 26. Mai 2019 trat die Wiener Staatsoper hinaus auf den Herbert von Karajan-Platz und bespielte gemeinsam mit Ensemblesängerinnen und -sängern, internationalen Gastsolistinnen und -solisten, dem Orchester und dem Chor der Wiener Staatsoper unter der musikalischen Leitung von Marco Armiliato den öffentlichen Raum rund um das Staatsoperngebäude auf unkonventionelle Weise. Präsentiert wurde ein Programm quer durch die Opernliteratur.

Sonntag, 22.12. (4. Advent) / 01:00 Uhr / Ein Operettenabend in Wien
Thementag: Ein Tag in Wien
Musik, Österreich, Frankreich, 2014, ARTEORF 57 Min.
Regie: Agnes Meth
Komponist: Franz Schubert, Otto Nicolai, Johann Strauß, Franz von Suppé, Franz Lehár, Richard Heuberger, Ludwig van Beethoven, Richard Wagner
Dirigent: Simone Young
Orchester: Wiener Symphoniker

Mit: Johan Botha (Tenor), Florian Zwiauer (Violin)

Online verfügbar von 22/12 bis 21/01

ARTE zeigt einen in vielerlei Hinsicht besonderen Operettenabend in der österreichischen Hauptstadt: Die australische Dirigentin Simone Young führt die Wiener Symphoniker durch ein abwechslungsreiches Programm. Ihr zur Seite steht der gefragte Heldentenor Johan Botha. Der südafrikanisch-österreichische Opernsänger singt „Als flotter Geist“ aus dem „Zigeunerbaron“ von Johann Strauß, „Freunde, das Leben ist lebenswert“ aus „Giuditta“ und „Dein ist mein ganzes Herz“ aus dem „Land des Lächelns“ von Franz Lehár. Auf dem Spielplan stehen außerdem die Ouvertüren zu Franz Schuberts „Die Freunde von Salamanca“, zu „Die lustigen Weiber von Windsor“ von Otto Nicolai, sowie jene zum „Opernball“ von Richard Heuberger. Passend zum Spielort des Konzerts geben die Wiener Symphoniker außerdem die Ouvertüre zu „Ein Morgen, ein Mittag und ein Abend in Wien“ des Komponisten Franz von Suppé.Das Konzerthaus des Wiener Musikvereins kann bereits auf eine lange Geschichte zurückblicken: Seit über hundert Jahren werden im großen goldenen Musikvereinssaal Konzerte dargeboten. Der im klassizistischen Stil erbaute Ort der Hochkultur genießt ein hohes Ansehen – seit der feierlichen Eröffnung im Jahr 1870 wird stets die großartige Akustik des Saals hervorgehoben. Weltweite Beachtung findet das Neujahrskonzert der Wiener Philharmoniker, welches jedes Jahr von einem aus der ganzen Welt angereisten Publikum gewürdigt wird. In jeder Saison wurden und werden zahlreiche Komponisten von weltberühmten Dirigenten und Musikern interpretiert. Internationale Beachtung findet ebenfalls das jährlich gegebene Traditionskonzert „Frühling in Wien“. Dieses abwechslungsreiche Programm wird von der Regisseurin Agnes Meth in stimmigen Bildern arrangiert.

Zusatzinfo:
Die einzelnen Werke im Überblick: :- Franz Schubert: Ouvertüre („Die Freunde von Salamanca“)- Johann Strauß:Ouvertüre („Der Zigeunerbaron“)- Johann Strauß:„Als flotter Geist“ („Der Zigeunerbaron“)- Franz von Suppé: Ouvertüre („Ein Morgen, ein Mittag und ein Abend in Wien“)- Franz Lehár: „Freunde, das Leben ist lebenswert“ („Giuditta“)- Otto Nicolai: Ouvertüre („Die lustigen Weiber von Windsor“)- Richard Heuberger: Ouvertüre („Der Opernball“)- Franz Lehár: „Dein ist mein ganzes Herz“ („Das Land des Lächelns“)

Sonntag, 22.12. (4. Advent) / 04:32 Uhr / Bilder allein zuhaus: Der Falschspieler mit dem Karo-Ass, Georges de La Tour, „Der Naive wird rebellisch“ (2/3)
Fernsehserie, Frankreich, 2016, ARTE F 3 Min.
Regie: Fabrice Maruca
Online verfügbar von 22/12 bis 16/12

„Bilder allein zuhaus“ nimmt zehn Meisterwerke der Malerei humorvoll unter die Lupe. Von Leonardo da Vincis „Mona Lisa“ bis hin zu Norman Rockwells „The Problem We All Live With“ werden in der 30-teiligen Kurzfilmserie Bilder von Schauspielern zum Leben erweckt, die bei einem aufwendigen Casting wegen ihrer Ähnlichkeit mit den gemalten Figuren ausgewählt wurden. Auch Dekor und Kostüme sind dem jeweiligen Bildmotiv sorgfältig nachempfunden. Die sehr witzigen Dialoge spielen dabei mit dem Zeitgeist und vermitteln nebenbei Wissenswertes über die Geschichte der Gemälde.

Vier Leute sind um einen Spieltisch versammelt: ein Betrüger, eine Magd, eine Kurtisane und ein Naiver. Der Naive verliert seine Naivität und entlarvt den Betrüger als Betrüger, der zwei Spielkarten hinter seinem Rücken versteckt hält. Schließlich war Georges de La Tours Bild auch eine Kritik am korrupten Umgang mit Geld …

Montag, 23.12. / 04:34 Uhr / Bilder allein zuhaus: American Gothic, Grant Wood, „Alter Sack“
Fernsehserie, Frankreich, 2016, ARTE F 2 Min.
Regie: Fabrice Maruca
Online verfügbar von 23/12 bis 17/12

„Bilder allein zuhaus“ nimmt zehn Meisterwerke der Malerei humorvoll unter die Lupe. Von Leonardo da Vincis „Mona Lisa“ bis hin zu Norman Rockwells „The Problem We All Live With“ werden in der 30-teiligen Kurzfilmserie Bilder von Schauspielern zum Leben erweckt, die bei einem aufwendigen Casting wegen ihrer Ähnlichkeit mit den gemalten Figuren ausgewählt wurden. Auch Dekor und Kostüme sind dem jeweiligen Bildmotiv sorgfältig nachempfunden. Die sehr witzigen Dialoge spielen dabei mit dem Zeitgeist und vermitteln nebenbei Wissenswertes über die Geschichte der Gemälde.

Die Tochter auf dem Bild „American Gothic“ aus dem Jahr 1930 muss anscheinend mal raus – sie will ausgehen, Freunde treffen, alles tun, was man als junger Mensch so macht. Ihr strenger und konservativer alter Vater hat dafür wenig Verständnis. Er macht es sich einfach: Noch immer will er einfach nicht hören, dass sich die Frauen mittlerweile emanzipiert haben …

Dienstag, 24.12. (Heiligabend) / 18:15 Uhr / Christmas in Vienna 2019
Schwerpunkt: Festtagsprogramm
Musik, Frankreich, Österreich, 2019, ARTEORF 60 Min.
Komponist: Pietro Mascagni, Gioachino Rossini, Gaetano Donizetti
Dirigent: Sascha Götzel
Orchester: ORF Radio Symphonie Orchester Wien
Chor: Wiener Sängerknaben, Wiener Singakademie
Kommentar: Priscille Lafitte, Stephan Egghart

Mit: Genia Kühmeier (Sopran), Marianne Crebassa (Mezzosopran), Michael Schade (Tenor), Bo Skovhus (Bariton)

Erstausstrahlung

Alle Jahre wieder … nehmen die Wiener Sängerknaben und internationale Solisten die Zuhörer beim traditionellen Weihnachtskonzert mit auf die Reise durch ein musikalisches Winterwunderland. In diesem Jahr bringen uns Genia Kühmeier, Marianne Crebassa, Michael Schade und Bo Skovhus mit Klassikern des Repertoires und Weihnachtsliedern aus aller Welt so richtig in Weihnachtsstimmung. Neben den Wiener Sängerknaben stimmt erneut auch die Wiener Singakademie mit ein.

Das traditionelle Weihnachtskonzert aus dem feierlich geschmückten Wiener Konzerthaus ist von Weihnachten genauso wenig wegzudenken wie knusprig-süße Kekse, leuchtend rote Weihnachtssterne und der würzige Duft von heißem Punsch oder frisch geschlagenen Tannen. Spätestens wenn die ersten Töne von Mascagni, Rossini und Donizetti erklingen weiß man, Weihnachten liegt in der Luft. Das traditionelle Weihnachtskonzert, bei dem natürlich auch Weihnachtslieder aus aller Welt nicht fehlen dürfen, bietet einen musikalischen Ausflug hin zu verschiedenen weihnachtlichen Traditionen und Bräuchen. Auch in diesem Jahr versammelt das Konzert wieder ein Quartett von international renommierten Sängergrößen: die österreichische Sopranistin Genia Kühmeier, die französische Mezzosopranistin Marianne Crebassa, den kanadisch-deutschen Tenor Michael Schade und den dänischen Bariton Bo Skovhus.

Die musikalische Bescherung erstreckt sich vom klassischen Repertoire über traditionelle Weihnachtslieder bis hin zu den populärsten Weihnachtsliedern aus dem deutschen Sprachraum und lässt somit zumindest musikalisch keine Weihnachtswünsche unerfüllt.

Neben der Wiener Singakademie sind auch die Wiener Sängerknaben wieder mit dabei. Begleitet werden sie vom ORF Radio Symphonie Orchester Wien unter der musikalischen Leitung von Sascha Götzel.

Dienstag, 24.12. (Heiligabend) / 22:00 Uhr / Sophia Loren – Porträt einer Diva
Schwerpunkt: Festtagsprogramm
Dokumentation, Frankreich, 2018, ARTE F 50 Min.
Regie: Julia Bracher
Online verfügbar von 17/12 bis 23/03
Erstausstrahlung

Eine zu lange Nase, zu breite Hüften, ein zu großer Mund – an Sophia Loren scheint alles maßlos. Die italienische Schauspielerin prägt mit ihrem aufreizenden Körper und ihren facettenreichen Rollen eine ganze Epoche. Für die Filmwelt ist sie das Urbild Italiens. Eine Rolle, die sie immer wieder neu interpretiert. Was ist heute über Sophia Loren bekannt? Was ist von ihrer Karriere im allgemeinen Gedächtnis geblieben? Für die einen bleibt sie der aufreizende Kurvenstar, für die anderen wird sie für immer die ungeschminkt und in Pantoffeln daherkommende Charakterdarstellerin aus „Ein besonderer Tag“ sein.

Sophia Loren wuchs in ärmlichen Verhältnissen in Neapel auf. Als unehelich geborene Tochter galt sie im konservativen Italien als Außenseiterin. Ihre ehrgeizige Mutter wollte dennoch eine Filmkarriere für sie und brachte Sophia schon früh zu Schönheitswettbewerben. Mit Erfolg: Es folgte eine Einladung zu einem Casting in der Kinostadt Cinecittà. Dort entdeckten die Herausgeber von Fotoromanen die attraktive Frau für sich. Bald schon prangt in den Zeitungskiosken Sophias Gesicht auf Dutzenden von Titeln. So trifft der erfolgreiche Produzent Carlo Ponti auf sie und nimmt sich ihrer an: Er korrigierte ihre Art zu sprechen, kleidete sie neu ein und verschaffte der jungen Sophia erste Filmrollen. Die attraktive Frau und der 22 Jahre ältere und verheiratete Carlo Ponti verlieben sich ineinander. Wieder mal zieht Sophia Loren damit den Zorn der Kirche und des konservativen Italiens auf sich und riskiert sogar die Exkommunikation.

Man sieht Sophia Lorens Filme immer noch in allen Ländern und in allen Sprachen: Ob sie mit ihrem Flamencotanz Cary Grant den Kopf verdreht, durch die Straßen Neapels schlendert, die Männer immer in Schach haltend, oder auch in ihrer oscarprämierten Rolle in „Und dennoch leben sie“ – sie verkörpert alle Figuren mit derselben Intensität.

Dienstag, 24.12. (Heiligabend) / 22:55 Uhr / Aschenbrödel
Schwerpunkt: Festtagsprogramm
Oper, Frankreich, 2018, ARTE F 129 Min.
Regie: Isabelle Julien
Komponist: Sergej Prokofjew
Dirigent: Vello Pähn
Orchester: Orchestre Pasdeloup
Choreographie: Rudolf Nurejew
Autor: Charles Perrault

Mit: Valentine Colasante (Aschenbrödel), Karl Paquette (Der Prinz), Aurélien Houette (Die Mutter), Ludmila Pagliero, Dorothée Gilbert (Die Stiefschwester), Pierre Rétif (Der Vater)

Online verfügbar von 24/12 bis 22/05
Erstausstrahlung

„Cinderella“, die Geschichte von „Aschenbrödel“ in der Version des französischen Märchendichters Charles Perrault, ist ein abendfüllendes Ballett in drei Akten mit der Musik von Sergei Prokofjew. Die Uraufführung fand 1945 am Moskauer Bolschoi-Theater statt. Rudolf Nurejew schuf im Oktober 1986 eine moderne Bearbeitung des Stückes und verlegte die Handlung nach Hollywood. Cinderella ist darin eine unbekannte Schauspielerin, die von einem Produzenten entdeckt und zum Filmstar wird. Aschenbrödel schafft es in der Rolle der guten Fee und dank des Märchenprinzen in Gestalt eines berühmten Schauspielers, ihrem traurigen Schicksal zu entkommen und ihre Träume zu verwirklichen. Etwas erinnert das Ballett an das Leben des Choreographen selbst: Nurejew war ein junger Tänzer tartarischer Herkunft aus der Sowjetunion, der 1961 nach Frankreich floh, wo er politisches Asyl bekam. Von hier aus begann er seine internationale Karriere. 1983 wurde Rudolf Nurejew zum künstlerischen Leiter des Balletts der Pariser Oper ernannt. Leider währte das Glück nicht lange. Noch bevor er seinen Posten angetreten hatte, erfuhr er, dass er HIV-Positiv war. Rudolf Nurejew starb 1992 mit nur 54 Jahren. 2018 wäre er 80 Jahre alt geworden. Die Pariser Oper gedachte ihres ehemaligen Ballettdirektors mit einer Reihe von Gedenkfeiern und Ausstellungen, unter anderem mit der Wiederaufnahme seiner Fassung von Prokofjews „Aschenbrödel“.In der Aufführung vom 31. Dezember 2018 tanzt Valentine Colasante die Rolle der Cinderella, Karl Paquette gibt den berühmten Schauspieler. Es ist Karl Paquettes letzter Auftritt an der Opera de Paris. Mit dem Auftritt vom 31.12.2018 nimmt der langjährige Solotänzer der Pariser Oper Abschied von der Bühne.

Mittwoch, 25.12. (1. Weihnachtsfeiertag) / 00:05 Uhr / Sergej Rachmaninow, Klavierkonzert Nr. 2
Musik, Frankreich, 2019, ARTE F 42 Min.
Regie: Isabelle Soulard
Komponist: Sergej Rachmaninow
Dirigent: Stanislav Kochanovsky
Orchester: Orchestre de Paris
Online verfügbar von 18/12 bis 22/06
Erstausstrahlung

Die fesselnden Auftritte von Behzod Abduraimov werden von Kritikern weltweit immer wieder hochgelobt; „The Times“ nannte ihn „meisterhaft in allem, was er anfasst“. Der junge usbekische Ausnahmepianist und das Orchestre de Paris entführen das Publikum auf eine romantische Reise: Auf dem Programm steht das zweite Klavierkonzert von Sergej Rachmaninow. Die musikalische Leitung hat Stanislav Kochanovsky, der aktuell als einer der besten jungen russischen Dirigenten gilt. Das gefeierte Konzert wurde am 28. April 2019 in der Pariser Philharmonie für ARTE aufgezeichnet.

Obwohl sich Sergej Rachmaninow bereits einen guten Ruf erarbeitet hatte, waren die Kritiken zur Uraufführung seiner ersten Symphonie im März 1897 vernichtend. Nach einer daraus resultierenden Schaffenskrise begann er auf ärztliches Anraten des Neurologen Nicolai Dahl mit der Arbeit an einem neuen Klavierkonzert. Alleine mit den beiden Sätzen, die er 1900 erstmals fragmentarisch aufführte, stellte er sein acht Jahre zuvor uraufgeführtes erstes Klavierkonzert in den Schatten.

Während andere Komponisten die Wege der Moderne erforschten, blieb Rachmaninow mit seinem zweiten Klavierkonzert stilistisch fest in der Romantik verhaftet. Dazu zählt nicht nur die Einteilung in die traditionellen drei Sätze, sondern auch – bis zum Lebensende sein Markenzeichen – die langen, sich quasi organisch herausbildenden Melodielinien, farbgebende Dissonanzen und typische Wechsel.

Schon in den ersten Takten erschafft der Komponist einen unnachahmlichen, melancholischen Klang. Im energetischen ersten Satz werden die Themen wie in einer klassischen Sonate ausgearbeitet. Im anschließenden Adagio erklingt ein Liebeslied mit Melodien voller Leidenschaft. Ein atemberaubendes Finale beendet schließlich dieses emblematisch ausgewählte Werk, mit dem das Klavierkonzert der Romantik seinen absoluten Höhepunkt erreicht hat.

Mittwoch, 25.12. (1. Weihnachtsfeiertag) / 04:48 Uhr / Bilder allein zuhaus: Mona Lisa, Leonardo da Vinci, „Online-Anmache“ (2/3)
Fernsehserie, Frankreich, 2016, ARTE F 3 Min.
Regie: Fabrice Maruca
Online verfügbar von 25/12 bis 19/12

„Bilder allein zuhaus“ nimmt zehn Meisterwerke der Malerei humorvoll unter die Lupe. Von Leonardo da Vincis „Mona Lisa“ bis hin zu Norman Rockwells „The Problem We All Live With“ werden in der 30-teiligen Kurzfilmserie Bilder von Schauspielern zum Leben erweckt, die bei einem aufwendigen Casting wegen ihrer Ähnlichkeit mit den gemalten Figuren ausgewählt wurden. Auch Dekor und Kostüme sind dem jeweiligen Bildmotiv sorgfältig nachempfunden. Die sehr witzigen Dialoge spielen dabei mit dem Zeitgeist und vermitteln nebenbei Wissenswertes über die Geschichte der Gemälde.

Mona Lisa ist einsam und beschließt, mit einer Dating-App zu flirten. Von GusBoGosse bis hin zu LoveRomantic69 sie kann sich vor virtuellen Verehrern kaum retten; sie bekommt eine Nachricht nach der anderen. Ein paar Männer scheinen auch wirklich interessant zu sein. Trotzdem geht nichts über das Finden der großen Liebe im wahren Leben …

Donnerstag, 26.12. (2. Weihnachtsfeiertag) / 05:00 Uhr / Das Geheimnis der Clowns
Dokumentation, Deutschland, 2016, ZDF 52 Min.
Regie: Daniela Pulverer, Boris Raim
Online verfügbar von 25/12 bis 25/01

„Das Geheimnis der Clowns“ lässt eine der ältesten Figuren unserer Kultur in einem neuen Licht erscheinen. Oft nur als Spaßmacher für Kinder belächelt, steckt hinter der roten Nase viel mehr: Clowns verkörpern den wilden Ausbruch aus Zwängen und Normen – sie sind Provokateure der Emotionen par excellence. Die Dokumentation zeigt die faszinierende Macht der Clowns, die die Welt des Zuschauers in wenigen Sekunden auf den Kopf stellen kann – in der Manege, auf Straßenfestivals und auf der Bühne –, ohne ein einziges Wort sprechen zu müssen.

Marianus und Angele, zwei erfolgreiche Absolventen einer deutschen Clownsschule, begegnen den unterschiedlichsten Clowns der heutigen Zeit: Patch Adams, dem weltbekannten amerikanischen Arzt und Klinikclown, dessen Lebensgeschichte mit Robin Williams in der Hauptrolle verfilmt wurde, Peter Shub, dessen europaweite Tourneen allabendlich ausverkauft sind, Gardi Hutter und Antoschka, die als Erste wagten, als Frau komisch zu sein, jungen Clowns auf der Pariser Clownsschule bei ihrer zweijährigen Ausbildung und vielen anderen. „Das Geheimnis der Clowns“ ist eine faszinierende Begegnung mit Künstlern, die ihr Leben damit zubringen, sich von anderen auslachen zu lassen. Wer macht so etwas und warum? Nichts ernst zu nehmen, auch nicht sich selbst: Beruf und Berufung in einem. Doch wer glaubt, Clowns kümmerten sich nicht um ernste Dinge, täuscht sich: Macht, Gewalt, Niederlagen – ein Clown weiß, wie man sie so zeigt, dass die Zuschauer vor Lachen von ihrem Sitz rutschen. Ihre Gabe, die Menschen so zu verzaubern – das ist das Geheimnis der Clowns.

Donnerstag, 26.12. (2. Weihnachtsfeiertag) / ab 14:05 Uhr / Thementag: Zirkus, Zirkus!
Thementag, ARTE93 Min.

Hereinspaziert, hereinspaziert in die bunte Zirkuswelt von ARTE. Was wäre Weihnachten nur ohne Artisten und Akrobaten? Definitiv nur halb so zauberhaft. Im Weihnachtsprogramm von ARTE hat der Zirkus seit langem Tradition. Und auch in diesem Jahr heißt es wieder: Manege frei! Auf dem Programm: Die Höhepunkte des 40. Weltzirkus von Morgen mit den besten Zirkusnummern talentierter Nachwuchskünstler aus der ganzen Welt. Außerdem zeigt ARTE in Erstausstrahlung die fantasievolle Show „Luzia“ des kanadischen Cirque de Soleil und entführt den Zuschauer nach Mexiko. Bereits am Nachmittag taucht ARTE mit der legendären Show „O“ des Cirque de Soleil mit Synchronschwimmern und Tauchern in eine atemberaubende Wasserwelt ein. Schließlich wird es komisch. Die Dokumentation “Grock – Eine Clownlegende“ erzählt die Erfolgsgeschichte des gleichnamigen Schweizer Clowns, der mit riesigen Schlappschuhen und winziger Geige Anfang des 20. Jahrhunderts Massen von Zuschauern begeisterte.

Der Zirkus hat im Weihnachtsprogramm von ARTE seit langem Tradition. Auch in diesem Jahr ist die Manege frei für atemberaubende Artisten aus der ganzen Welt sowie für einen Zirkustraum, wie ihn das Leben schrieb. Der Abend eröffnet mit den Höhepunkten des diesjährigen Weltfestivals des Zirkus von Morgen aus dem Cirque Phénix in Paris, der im Februar sein 40. Jubiläum feierte. Wie jedes Jahr treten Clowns, Jongleure, Akrobaten, Seiltänzer und Trapezkünstler aus der ganzen Welt mit ihren spektakulären Darbietungen vor einer internationalen Jury und einem enthusiastischen Publikum auf. Welche der talentierten Nachwuchskünstler haben in diesem Jahr die begehrten Medaillen mit nach Hause genommen?Im Anschluss zünden die Artisten des Cirque de Soleil in ihrer virtuosen und fantasievollen Show „Luzia“ ein visuelles Feuerwerk, das den Zuschauer in ein imaginäres Mexiko entführt. Wie in einem poetischen Wachtraum bringt „Luzia“ mit atemberaubenden akrobatischen Darbietungen traditionelle und moderne Bilder, Orte, Gesichter und Klänge Mexikos auf die Bühne: surrealistische Tiere jeder Größe, Mythologie, Dschungel, Unterwasserwelten, städtische Gassen.Bereits am Nachmittag zeigt ARTE eine der erfolgreichsten Shows des Cirque de Soleil, „O“, die seit 20 Jahren im legendären Bellagio in Las Vegas Millionen von Zuschauern fasziniert. Eine Bühne mit über 5.000 Kubikmetern Wasser und 85 außerordentliche Athleten, die über und unter Wasser ein einzigartiges Fest des Zirkus feiern.Noch etwas Slapstick zum Schluss? Die Dokumentation „Grock – Eine Clownlegende“ erzählt die Erfolgsgeschichte des gleichnamigen Schweizer Clowns, der mit riesigen Schlappschuhen, winziger Geige und vor allem viel Charme und Talent Anfang des 20. Jahrhunderts Massen von Zuschauern in Europa, Amerika und Nordafrika begeisterte. ARTE wirft einen Blick auf den Mann hinter der Clowns-Maske.

Donnerstag, 26.12. (2. Weihnachtsfeiertag) / 14:05 Uhr / Cirque du Soleil: O
Thementag: Zirkus, Zirkus!
Zirkus, Kanada, 2017, ZDF 93 Min.
Regie: Benoit Giguère
Online verfügbar von 25/12 bis 25/01

Nach fast 20 Jahren Laufzeit im legendären Bellagio in Las Vegas mit Millionen Zuschauern wird die erfolgreichste Show des Cirque du Soleil endlich verfilmt und ins Fernsehen gebracht. Eine Bühne mit über 5.000 Kubikmetern Wasser aus dem Bellagio Lake, bei der 150 Techniker für den reibungslosen Ablauf der Show sorgen, und 77 außerordentliche Athleten, die über und unter Wasser ein einzigartiges Fest des Theaters und des Zirkus feiern – dies sind die Zutaten, die in mittlerweile fast 10.000 Aufführungen jeden Abend aufs Neue das Publikum faszinieren. Die wundersame Geschichte von „O“ dreht sich um Guifà, einen Theaterliebhaber, dem zunächst nicht klar ist, dass er unfreiwillig durch die Welt von „O“ führen wird. Kaum taucht er auf der Bühne auf, wird er buchstäblich vom Gedächtnis der Zeit fortgetragen. Und während sein Lachen durch das Theater hallt, verwandelt sich diese Bühne in ein Universum des Wassers, in dem amphibische Kreaturen ihr Unwesen treiben. In diesem Moment beginnt eine Reise ans Ende des Lebens – und eine Hommage an das Theater. Die Zuschauer werden Gefangene dieses bunten Zaubers und treffen dabei auf zahlreiche außergewöhnliche Figuren, die in dieser Welt unter, auf oder über dem Wasser leben. Die Zuschauer sind auf diese Art auch Gäste einer faszinierenden Kreuzfahrt durch die Zeit. „O“ verkörpert den unendlichen Kreislauf des Lebens, dort, wo der Tod nicht das Ende ist, sondern vielmehr ein Anfang. Jenseits der reinen Performance ist „O“ auch eine Hommage an die Magie des Theaters, dieser grenzenlosen Kunst, die es immer wieder schafft uns zu berühren, indem es uns die Geschichte unseres Lebens erzählt. In seiner einzigartigen Art unterscheidet sich „O“ von allen anderen Zirkusshows durch die Omnipräsenz des Wassers und der Tatsache, dass sie sich eher dem Theater nähert als dem traditionellen Zirkus. Es ist eine sich ständig wandelnde Welt in 13 wechselnden Tableaus der Freude, des Staunens, der Erregung, der Angst und der Traurigkeit. Die Show verschiebt die Grenzen des Zusammenspiels von Akrobatik, Musik, Theater und Tanz, weil „O“ komplexer ist als jede andere Zirkusproduktion mit seinen Artisten, die sich in so unterschiedlichen Disziplinen wie Wassersprung, Gymnastik, Synchronschwimmen, Trapez, Akrobatik, dramatischem Spiel, Musik und Tanz – für jeden Zuschauer ein unvergessliches Rendezvous mit dem Staunen.

Donnerstag, 26.12. (2. Weihnachtsfeiertag) / 15:40 Uhr / Grock ~Eine Clownlegende
Thementag: Zirkus, Zirkus!
Dokumentation, Frankreich, Schweiz, 2018, ARTESSR 53 Min.
Regie: Alix Maurin, Fabiana D’Amato
Online verfügbar von 19/12 bis 25/01
Erstausstrahlung

Riesige Schlappschuhe, karierte Schlabberhose und eine winzige Geige – Adrien Wettach machte aus seiner Clownsfigur Grock ein Produkt und war quasi sein eigener Unternehmer. Fast 40 Jahre lang hatte er weltweit beim Publikum Erfolg. Mit seinen Auftritten als dummer August machte er an der Seite von Little Walter in den Music-Halls zu Beginn des 20. Jahrhunderts in Paris von sich reden. Adrien Wettach war nicht nur ein begnadeter Komiker, sondern komponierte auch die Musik zu seinen Nummern; die Noten wurden verkauft und sein Publikum spielte die Stücke auf dem Klavier oder Akkordeon nach – eine geschickte Werbemaßnahme. Bald schon konnte er ein hohes Gehalt für seine Auftritte verlangen.

Nach Ausbruch des Ersten Weltkriegs lebte er ab 1915 neun Jahre in England, wo er im Londoner Coliseum Theatre Triumphe feierte. Von hier aus eroberte er New York. Paris, Berlin, New York – in den wilden 20ern liebte das amüsierfreudige Publikum der Kabaretts und Varietés Grocks komische Nummern, die er in den unterschiedlichen Landessprachen beherrschte. Um auf der Höhe seines Ruhms zu bleiben, produzierte er Ende der 20er Jahre seinen ersten eigenen Film „Grock – La vie d’un grand artiste“. Mit romantisierendem Blick schaut dieser auch auf den Privatmenschen hinter der Clownsmaske. Mitte der 20er Jahre zog es ihn mit seiner Frau Ines Ospiri nach Italien, wo er an der Riviera die prunkvolle „Villa Bianca“ erbauen ließ.

Während des Zweiten Weltkriegs arrangierte sich Crock mit dem Nazi-Regime, indem er in Berlin vor Hitler und bei Wohltätigkeitsgalas der Nazis spielte; an der italienischen Riviera gab er den Clown für verletzte deutsche Soldaten. Auf eine ausdrückliche Einladung von Goebbels hin kehrte er 1942 von Italien nach Berlin zurück, um abermals in Nazi-Deutschland zu spielen, was ihm harsche Kritik einbrachte – in der Schweiz und in Frankreich kam es in der Presse zu einer heftigen Polemik gegen ihn. Doch das Nachkriegspublikum verzieh ihm schnell. 1951 gründete Grock 71-jährig sein erfolgreiches Zirkusunternehmen – für das er eigens eine Drehmanege entwarf. Bis zu seinem Lebensende verkörperte er Grock – der bis heute neben Charlie Chaplin als die Clownsfigur schlechthin gilt.

Donnerstag, 26.12. (2. Weihnachtsfeiertag) / 20:15 Uhr / 40. Weltfestival des Zirkus von Morgen
Thementag: Zirkus, Zirkus!
Zirkus, Frankreich, 2019, ARTE F 87 Min.
Regie: Yvan Benedetti
Moderation: Calixte de Nigremont
Online verfügbar von 19/12 bis 23/06
Erstausstrahlung

Manege frei für Akrobaten, Äquilibristen, Trapezkünstler und viele andere Sensationen – anlässlich des 40-jährigen Bestehens des Weltfestivals des Zirkus von Morgen haben sich die talentiertesten jungen Zirkuskünstler in Paris zusammengefunden, um sich auf höchstem internationalem Niveau miteinander zu messen. Bei dem Wettbewerb ist Spannung garantiert, nicht nur für die jungen Teilnehmer aus der ganzen Welt, sondern auch für die Zuschauer. Durch das Programm der Jubiläumsausgabe führt der Conférencier Calixte de Nigremont – also hereinspaziert und bienvenus in der bunten Welt des Zirkus von Morgen!

Eine Leistungsschau für eine junge, kreative und multidisziplinäre Zirkuskunst aus aller Welt: Das Weltfestival des Zirkus von Morgen feiert sein 40-jähriges Bestehen. Im Januar 1977 wurde der Wettbewerb für junge Nachwuchskünstler der Manege zum ersten Mal veranstaltet. Lange Zeit war der Spielort des Festivals im Pariser Cirque d’Hiver-Bouglione, später wechselte es auf die Pelouse de Reuilly im 12. Arrondissement, ins Zirkuszelt des Cirque Phénix. Inzwischen ist das Weltfestival des Zirkus von Morgen zu einer festen Größe im professionellen Zirkusbetrieb geworden. Jedes Jahr reichen Hunderte von Nachwuchstalenten ihre Kandidaturen ein: Wer ausgewählt wird und einen Preis gewinnt, dem stehen die Türen für eine künftige Karriere offen.

Auch dieses Jahr sind wieder alle Hauptdisziplinen des modernen Zirkus vertreten, darunter Akrobatik, Kontorsion, Trapez, Luftreifen, Jonglieren und Drahtseilakrobatik. Auf dem Programm der Jubiläumsausgabe stehen die diesjährigen Preisträger: Es gab einen Grand Prix für die Schleuderbrettnummer der Scandinavian Boards, eine Goldmedaille für den Trapeztanz von Arthur Morel Van Hyfte aus Frankreich und eine für die Dalian Acrobatic Troupe aus China. Außerdem wurde eine Silbermedaille für die Strapatenshow von Alexey Ishmaev und Pavel Mayer aus Russland vergeben und eine für die fernöstlich inspirierte Hochseilnummer von Laurence Tremblay-Vu aus Kanada.

Die Darbietungen der Preisträger des Jubiläumsfestivals wurden im Februar 2019 im Cirque Phénix auf der Pariser Pelouse de Reuilly für ARTE aufgezeichnet.

Donnerstag, 26.12. (2. Weihnachtsfeiertag) / 21:45 Uhr / Cirque du Soleil – LUZIA
Thementag: Zirkus, Zirkus!
Zirkus, Kanada, 2016, ZDF 82 Min.
Regie: Adrian Wills
Erstausstrahlung

Mit einem visuellen Feuerwerk und atemberaubenden akrobatischen Darbietungen lädt der Cirque du Soleil ein, ihn auf einer surrealistischen Reise durch eine üppige und lebendige Welt zwischen Traum und Realität zu begleiten. Frei von Mexiko inspiriert, bringt „LUZIA“ geschickt Orte, Gesichter und Klänge auf die Bühne, die sowohl der Tradition als auch der Moderne dieses Landes entstammen.

Die Show ist eine poetische und akrobatische Ode an die üppige und lebendige Kultur eines Landes, dessen Reichtum aus einer außergewöhnlichen Mischung von Einflüssen und kreativen Begegnungen stammt – ein Land, das mit seinen atemberaubenden Landschaften und architektonischen Wundern, getragen vom unbezwingbaren Geist seiner Bewohner, jeden in seinen Bann zieht.

Die Tableaus von „LUZIA“ weben ein komplexes und zeitgenössisches Mosaik, das die Sinne weckt und die Zuschauer an einen Ort zwischen Traum und Realität bringt.

Diese Show vom Cirque du Soleil ist bisher nur in Nordamerika zu sehen gewesen. Die Verfilmung zeigt ARTE als europäische Uraufführung.

Donnerstag, 26.12. (2. Weihnachtsfeiertag) / 00:00 Uhr / Mister Universo
Thementag: Zirkus, Zirkus!
Spielfilm, Österreich, Italien, 2016, ARTE F 86 Min.
Regie: Rainer Frimmel, Tizza Covi
Drehbuch: Tizza Covi
Produktion: Vento Film
Produzent: Rainer Frimmel
Kamera: Rainer Frimmel
Schnitt: Tizza Covi
Musik: Federica Franceschi

Mit: Wendy Weber (Wendy Weber), Tairo Caroli (Tairo Caroli), Arthur Robin (Arthur Robin), Lilly Robin (Lilly Robin)

Online verfügbar von 26/12 bis 02/01
Erstausstrahlung

Der junge Raubtierdompteur Tairo ist nicht glücklich. Der Zirkus, in dem er arbeitet, macht immer weniger Umsatz, eines seiner Tiere stirbt, die Stimmung unter den Artisten wird immer schlechter und dann wird ihm auch noch das Hufeisen gestohlen, das seit seiner Kindheit sein Talisman ist. Auch seine Freundin Wendy macht sich zunehmend Sorgen um ihn.
Um sein Glück wiederzufinden, begibt er sich auf eine Reise durch ganz Italien. Er will den Mister Universum finden, der ihm damals das Eisen geschmiedet hat. Auf seiner Suche macht er Halt bei zahlreichen Familienmitgliedern, die in ganz Italien verstreut sind.

„Mister Universo“ erzählt die Geschichte eines jungen Mannes, der in der regnerischen Landschaft Italiens auf der Suche nach dem Glück und sich selbst ist. Dabei besticht das Drama durch seine Einfachheit und Authentizität. Es erscheint so realitätsnah, da es mit Laienschauspielern realisiert wurde und ohne große filmische Effekte auskommt. Tairos von ihm selbst gesungenen italienischen Lieder tun ihr Übriges: Sie schaffen eine warmherzige Atmosphäre und rücken die Familie in den Mittelpunkt.

Zusatzinfo:
Das Roadmovie wurde mit Laiendarstellern und ohne festes Drehbuch realisiert. Die Schauspieler hatten die Freiheit, ihre Dialoge spontan zu improvisieren. Auch der Ablauf der einzelnen Szenen wurde den Darstellern jeweils erst am Vortag mitgeteilt, da sie sich nicht zu sehr auf ihren Auftritt vorbereiten sollten. Wie bereits in „La Pivellina“ (2009) tauchen Tizza Covi und Rainer Frimmel in „Mister Universo“ wieder in die Welt des Zirkus ein und zeigen, welch hartes Brot das Zirkusleben ist. Das Regie-Duo erhielt für den Film 2016 bei den Internationalen Filmfestspielen von Locarno den Fipresci-Preis.

Donnerstag, 26.12. (2. Weihnachtsfeiertag) / 04:38 Uhr / Bilder allein zuhaus: Der Falschspieler mit dem Karo-Ass, Georges de La Tour, „Supernaiv“
Fernsehserie, Frankreich, 2016, ARTE F 3 Min.
Regie: Fabrice Maruca
Online verfügbar von 26/12 bis 20/12

„Bilder allein zuhaus“ nimmt zehn Meisterwerke der Malerei humorvoll unter die Lupe. Von Leonardo da Vincis „Mona Lisa“ bis hin zu Norman Rockwells „The Problem We All Live With“ werden in der 30-teiligen Kurzfilmserie Bilder von Schauspielern zum Leben erweckt, die bei einem aufwendigen Casting wegen ihrer Ähnlichkeit mit den gemalten Figuren ausgewählt wurden. Auch Dekor und Kostüme sind dem jeweiligen Bildmotiv sorgfältig nachempfunden. Die sehr witzigen Dialoge spielen dabei mit dem Zeitgeist und vermitteln nebenbei Wissenswertes über die Geschichte der Gemälde.

Auf Georges de La Tours Gemälde „Der Falschspieler mit dem Karo-Ass“ kriegt die Magd, die den Wein am Spieltisch serviert, die Krise. Nicht nur, dass sie ausgebeutet wird, nein, der Naivling ist anscheinend so supernaiv, dass er nicht wahrhaben will, dass der Falschspieler und die Kurtisane ein falsches Spiel spielen …

Freitag, 27.12. / 05:00 Uhr / 28. Africa Festival Würzburg
Raúl Paz, Cuban Beats All Stars, Cuba Vista & Guests
Musik, Deutschland, 2016, BR 74 Min.
Regie: Nannette Stegner
Produktion: Bayerischer Rundfunk
Mit: Raúl Paz, Cuba Vista & Guests, Cuban Beats All Stars
Online verfügbar von 27/12 bis 26/03

Samba, Son und Salsa – Europas größtes Fest für Musik mit afrikanischen Wurzeln setzt 2016 einen Schwerpunkt auf Kuba. Namhafte Künstler und spannende Neuentdeckungen sorgen in Würzburg für karibische Stimmung auf den fränkischen Mainwiesen. Der exotische Mix aus internationalen Musikstilen setzt neue Maßstäbe in der Weltmusik. Hip-Hop, Rap und Techno-Elemente verpassen den traditionellen Rhythmen der Insel einen modernen Look. Hier steht die junge Generation kubanischer Künstler auf der Bühne, und ihr musikalisches Statement zeugt von der Aufbruchsstimmung gegen jede Bevormundung. Weltoffen und selbstbewusst zeigen sie, was die Musik über alle Grenzen hinweg verbinden kann.

Raúl Paz: The Sound of modern Cuba – in Südamerika, den USA und Frankreich hat er Karriere gemacht, dann ist Raúl Paz in seine Heimat Kuba zurückgekehrt. Den von ihm erfundenen Genre-Mix nennt er „Cubanité“ oder „Cubanisme“. Es ist die Weiterentwicklung traditioneller kubanischer Elemente durch Rock, Funk und Pop. Der schwungvolle Soundcocktail mit hohem musikalischem Anspruch transportiert die Inhalte seiner Musik: Die Texte blitzen vor Ironie und Sprachwitz. Sie erzählen Geschichten von einem Leben voller Liebe, Trennung und Weltschmerz, von revolutionärem Drang und der Sehnsucht nach Veränderung. Und manchmal erzählen sie auch einfach nur von der Banalität des Alltags.

Cuban Beats All Stars: Samba, Son und Synthesizer Fette Urban-Beats, rotziger Rap, quirliger Hip-Hop und darunter die klassischen Klänge Kubas, elektronisch mächtig aufgemischt vom spanischen DJ Tillo. Die meisten Musiker der Cuban Beats All Stars haben sich schon mit der kubanischen Erfolgsband Orishas einen Namen gemacht, jetzt gehen sie in neuer Formation an den Start. Mit an Bord: Multitalent Nelson Palacios – Sänger, Komponist, Pianist und Bassist. Mit breitem Repertoire befördern die Cuban Beats All Stars die ganze musikalische Bandbreite Kubas ins Hier und Jetzt. Ein Mix voller internationaler Einflüsse: afrikanische Trommeln, spanische Gitarren, nordamerikanischer Rap und europäischer Techno. Das ist ein Sound, der den Begriff „Weltmusik” ins 21. Jahrhundert katapultiert.

Cuba Vista & Guests: ein brisanter Cocktail! Da schwappt der Rhythmus von Kuba herüber und bringt das Publikum in Fahrt, denn wer kann schon bei Salsa, Samba, Rumba und Bossa Nova stillstehen – das reinste Feuerwerk lateinamerikanischer Tanzlust. Die Vollblutmusiker rund um Sängerin Mireya Coba Cantero bringen den vollen Klang Kubas ins Konzertzelt. Eine geballte Ladung musikalischer Leidenschaft. Klassiker und Neuinterpretationen sorgen für einen heißen Abend im Takt des legendären Buena Vista Social Club. Beim Festival spielt die Band mit mehreren kubanischen Gastmusikern zusammen.

Freitag, 27.12. / 20:15 Uhr / Unterm Birnbaum
Schwerpunkt: Festtagsprogramm
Fernsehfilm, Deutschland, 2019, ZDF 89 Min.
Regie: Uli Edel
Drehbuch: Léonie-Claire Breinersdorfer
Autor: Theodor Fontane
Produzent: Jan-Richard Schuster, Michael Luda
Kamera: Hannes Hubach
Schnitt: Julia Oehring
Musik: Sebastian Fillenberg
Kostüme: Saskia Richter
Redaktion: Olaf Grunert, Andreas Schreitmüller
Ton: Marc Meusinger

Mit: Fritz Karl (Abel Hrdadschek), Julia Koschitz (Ursel Hradschek), Katharina Thalbach (Mutter Jeschke), Devid Striesow (Dorfpolizist Geelhaar), Peter Schneider (Schulze), Nellie Thalbach (Line)

Online verfügbar von 27/12 bis 26/01
Erstausstrahlung

Abel und Ursel Hradschek betreiben einen Gasthof im Oderbruch. Der Betrieb läuft schlecht und die Hradscheks leben über ihre Verhältnisse. Während sich bei Abel Spielschulden anhäufen, versucht Ursel sich mit exzessivem Online-Shopping über den Tod ihres Kindes und das triste Dorfleben hinwegzutrösten. Abel gerät gewaltig unter Druck, als sich der Besuch eines reichen Gläubigers ankündigt. Doch als Abel bei Gartenarbeiten zufällig unter einem Birnbaum das Skelett eines Soldaten aus dem Zweiten Weltkrieg entdeckt, reift in ihm ein raffinierter Plan: Mit Hilfe seiner Frau arrangiert er den „perfekten Mord“ an seinem Gläubiger. Zu Theodor Fontanes 200. Geburtstagsjubiläum haben Regisseur Uli Edel und Drehbuchautorin Léonie-Claire Breinersdorfer die gleichnamige Novelle als zeitgenössisches Thriller-Drama adaptiert.

Das Ehepaar Abel und Ursel Hradschek betreibt ein Landhotel im Oderbruch. Der Betrieb läuft schlecht und die Hradscheks leben über ihre Verhältnisse. Während sich bei Abel Spielschulden aus illegalen Pokerabenden anhäufen, tröstet sich Ursel mit exzessivem Shoppen im Internet und mondäner Attitüde über den Tod ihres Kindes und ihre triste Existenz in dem abgelegenen Dorf hinweg.

Abel gerät gewaltig unter Druck, als sich der Besuch eines reichen Gläubigers ankündigt, der nicht länger auf sein Geld warten will. Doch als Abel bei Gartenarbeiten zufällig unter einem Birnbaum das Skelett eines Soldaten aus dem Zweiten Weltkrieg entdeckt, reift in ihm ein raffinierter Plan, wie er seine Probleme auf einen Schlag loswerden kann. Mit Hilfe seiner Frau arrangiert er den „perfekten Mord“ an seinem Gläubiger. Tatsächlich scheint niemand etwas zu ahnen.

Der Dorfpolizist Geelhaar blamiert sich in seinem Bestreben, Abel zu überführen. Nicht ganz uneigennützig, da er ein Auge auf Abels Frau geworfen hat. Doch Ursel hält dem Druck nicht stand. Sie leidet zunehmend unter schrecklichen Alpträumen, gegen die auch Tabletten nicht mehr helfen. Sie verfällt in eine tiefe Depression und sieht keinen anderen Weg, ihrer Schuld zu entfliehen, als den Freitod. Und zu alledem hat Abel die penetrante Neugier seiner Nachbarin, der alten Mutter Jeschke, unterschätzt …

Zusatzinfo:
Theodor Fontanes 1885 veröffentlichte Novelle „Unterm Birnbaum“ gilt als Frühwerk der Kriminalliteratur. Anlässlich Fontanes 200. Geburtstagsjubiläum haben Regisseur Uli Edel („Das Adlon – Eine Familiensaga“, 2013) und Drehbuchautorin Léonie-Claire Breinersdorfer („Die Glasbläserin“, 2016) die Novelle als zeitgenössisches Thriller-Drama adaptiert. Für den Film konnte eine erstklassige Besetzung gewonnen werden: Fritz Karl („Falk“, 2018) und Julia Koschitz („Weil du mir gehörst“, 2019) verkörpern das Ehepaar Hradschek. An ihrer Seite spielen unter anderem Katharina Thalbach („Ich war noch niemals in New York“, 2019) und Devid Striesow („Ich bin dann mal weg“, 2015).

Freitag, 27.12. / 23:15 Uhr / Anna Magnani ~ Der unkonventionelle Filmstar aus Rom
Schwerpunkt: Festtagsprogramm
Dokumentation, Frankreich, 2017, ARTE F 52 Min.
Regie: Enrico Cerasulo
Online verfügbar von 20/12 bis 25/02
Erstausstrahlung

Der Weltruhm der italienischen Schauspielerin Anna Magnani begann 1945 mit Roberto Rosselinis Meisterwerk „Rom, offene Stadt“. Berühmt ist die Szene, in der Anna Magnani als liebende Pina dem Lastwagen der deutschen Besatzer hinterherläuft, mit dem ihr Verlobter Francesco abtransportiert wird. Von hinten Fallen die Schüsse der SS-Männer und Pina stirbt noch auf der Straße. Pinas erschütternder Aufschrei nach ihrem Geliebten ist zu einem bedeutenden Antikriegsbild geworden.

Der Neorealismus war eine Antwort auf den Faschismus in Italien und künstlerisch vom poetischen Realismus Frankreichs beeinflusst. Diese neue Art des Filmens wollte die Wirklichkeit ungeschminkt zeigen: das Leiden unter der Diktatur, die Armut und Unterdrückung des einfachen Volkes.

Anna Magnani verkörperte solche Frauenfiguren aus dem einfachen Volk. Ihr Schauspielstil steht für einen Realismus der Leidenschaften und Gefühle. Sie inspirierte renommierte Regisseure des europäischen und des US-amerikanischen Films wie Roberto Rossellini, Luchino Visconti, Federico Fellini, Pier Paolo Pasolini, Jean Renoir, Sidney Lumet, Daniel Mann, George Cukor und Stanley Kramer. 1956 gewann sie einen Oscar für ihre schauspielerische Leistung in der Tennessee-Williams-Adaption „Die tätowierte Rose“.

Der Dokumentarfilm zeichnet das Lebend der Schauspielerin anhand ihrer wichtigsten Rollen nach, ergänzt durch Berichte berühmter Kollegen, mit denen sie drehte. Erinnerungen ihres Sohnes Luca runden das Bild ab. Neben teilweise seltenen Archivdokumenten und Privataufnahmen bringt der Film auch ein unveröffentlichtes Interview, das die italienische Journalistin und Schriftstellerin Oriana Fallaci mit der Schauspielerin führte.

Freitag, 27.12. / 02:55 Uhr / Anna Karina – Ikone der Nouvelle Vague
Dokumentation, Frankreich, 2016, ARTE F 55 Min.
Regie: Dennis Berry
Online verfügbar von 20/12 bis 25/02

Sie verkörpert eine Kultfigur und eine große Ikone der Nouvelle Vague: Anna Karina. In diesem eleganten und vielschichtig aufbereiteten Porträt erzählt sie aus ihrem bewegten Leben: von der schwierigen Kindheit im von den Nazis besetzten Dänemark bis zu den Begegnungen und Filmen, die ihr Leben prägten. Die zeitweilige Ehefrau und Muse von Jean-Luc Godard war damals der Inbegriff von Schönheit und Modernität, Freiheit und Sinnlichkeit. In den 60er Jahren galt sie als einer der Stars der neuen Weiblichkeit, wobei sie wohl weniger provozierte als Brigitte Bardot …

Anna Karina, eine der wichtigsten Schauspielerinnen der Nouvelle Vague, blickt auf eine internationale Karriere als Filmstar zurück. Schon in jungen Jahren – noch während des Zweiten Weltkrieges in Dänemark – lässt sich die kleine Anna von der amerikanischen Musik im Radio mitreißen. Bald darauf entdeckt sie den Film und das Musical. Mit 17 Jahren ahnt sie noch nicht, dass sie in mehr als 60 Filmen mitspielen wird.

Ihre Karriere beginnt in Paris als Fotomodell. Sie arbeitet sogar für Coco Chanel. Schließlich ist es Jean-Luc Godard, ihr späterer Ehemann, der sie in einem Werbefilm entdeckt. Sie erhält die Hauptrolle in „Der kleine Soldat“. Aufgrund der im Film dargestellten brutalen Handlungen im Algerienkrieg unterliegt der Film der Zensur. Nach kurzer Wartezeit folgen weitere Filme, darunter „Cleo – Mittwoch zwischen 5 und 7“, „Eine Frau ist eine Frau“ und „Die Außenseiterbande“.
Renommierte Regisseure wie Fassbinder und Schlöndorff, aber auch George Cukor, mit dem sie später eine enge Freundschaft verband, Visconti und Tony Richardson waren von der Dänin fasziniert und wollten mit ihr arbeiten. Serge Gainsbourg widmete ihr sogar das Musical „Anna“, dessen Song „Sous le soleil exactement“ noch heute im Radio läuft und sich mehr als eine Million Mal verkaufte. Kultfigur und Mode-, Gesangs- und Filmikone: Anna Karina setzte sich mit ihrem zeitlosen Stil durch und regte zahlreiche Generationen zum Träumen an. In diesem mit zahlreichen Archivaufnahmen angereicherten Porträt blickt Anna Karina auf die wichtigsten Etappen in ihrem Leben zurück.

Freitag, 27.12. / 04:24 Uhr / Bilder allein zuhaus: Das Problem, mit dem wir alle leben, Norman Rockwell, „Burnout“
Fernsehserie, Frankreich, 2016, ARTE F 3 Min.
Regie: Fabrice Maruca
Online verfügbar von 27/12 bis 21/12

„Bilder allein zuhaus“ nimmt zehn Meisterwerke der Malerei humorvoll unter die Lupe. Von Leonardo da Vincis „Mona Lisa“ bis hin zu Norman Rockwells „The Problem We All Live With“ werden in der 30-teiligen Kurzfilmserie Bilder von Schauspielern zum Leben erweckt, die bei einem aufwendigen Casting wegen ihrer Ähnlichkeit mit den gemalten Figuren ausgewählt wurden. Auch Dekor und Kostüme sind dem jeweiligen Bildmotiv sorgfältig nachempfunden. Die sehr witzigen Dialoge spielen dabei mit dem Zeitgeist und vermitteln nebenbei Wissenswertes über die Geschichte der Gemälde.

Norman Rockwells „The Problem We All Live With“ („Das Problem, mit dem wir alle leben“) aus dem Jahr 1963 zeigt Ruby Bridges, die als erstes afroamerikanisches Kind eine öffentliche Schule besucht, an der zuvor nur Weiße zugelassen waren. Plötzlich wollen die vier Marshalls, die sie auf ihrem Schulweg begleiten, einen Tag frei nehmen. Die sechsjährige Ruby besteht aber darauf, dass sie dableiben, das Gemälde hing schließlich auch im Weißen Haus, und da dürfte keiner der Schutzbefohlenen fehlen …


Sonntag, 29.12. / 08:20 Uhr / Unter der Lupe – 3 Maler, 9 Werke: Impressionismus (1/2)
Kindersendung, Großbritannien, 2017, ARTE 14 Min.
Regie: Anton Khilman
Online verfügbar von 22/12 bis 27/02
Erstausstrahlung

Impressionismus – das vom lateinischen „impressio“, Eindruck, abgeleitet ist – ist eine Stilrichtung in der Kunstgeschichte, die durch die stimmungsvolle Darstellung von flüchtigen Momentaufnahmen gekennzeichnet ist. Die Maler gingen ins Freie und machten die Darstellung des Lichts und der Atmosphäre des Augenblicks zu ihrer Hauptaufgabe. Das Gemälde „Impression: Sonnenaufgang“ aus dem Jahr 1872 von Claude Monet gab der Bewegung ihren Namen, die in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts in Frankreich entstand. Diese Episode nimmt drei herausragende Vertreter des Impressionismus – Claude Monet, Paul Cézanne und Alfred Sisley – und jeweils drei ihrer Gemälde unter die Lupe.

Claude Monet war einer der bedeutendsten französischen Impressionisten. In seinem Spätwerk entwickelte er das Konzept der Serie, bei dem er ein Motiv in verschiedenen und wechselnden Lichtstimmungen auf mehreren Leinwänden festhielt. Die Bilder „Mohnfeld bei Argenteuil“ (1873), „Mohnblumenfeld in einem Tal bei Giverny“ (1885) und „Impression: Sonnenaufgang“ (1872) gehören zu seinen bedeutendsten Werken.

Paul Cézanne war ein französischer Maler des Postimpressionismus, der mit seinem Werk den Grundstein für eine neue, radikal andere impressionistische Darstellungsform legte. Die Bilder „Die Kartenspieler“ (1892-95), „Die großen Badenden“ (1898-1905), „Stillleben mit Apfelkorb“ (1890-1894) sind weltbekannt.

Der impressionistische Landschaftsmaler Alfred Sisley wurde in Frankreich geboren und verbrachte hier den größten Teil seines Lebens. Die Landschaftsmalerei unter freiem Himmel verfolgte er von allen Impressionisten am konsequentesten. Die Episode beschäftigt sich mit seinen Werken „Boot in der Flut bei Port Marly“ (1876), „Die Terrasse am Saint-Germain, Frühling“ (1875) und „Schnee-Effekt in Louveciennes“.

Sonntag, 29.12. / 14:35 Uhr / Odyssee Offenbach
Schwerpunkt: Festtagsprogramm
Dokumentation, Frankreich, 2019, ARTE F 90 Min.
Regie: François Roussillon
Autor: Jean-Claude Yon, François Roussillon

Mit: Robert Hatisi, Stéphanie d’Oustrac, Marianne Crebassa, Jodie Devos, Michel Fau

Online verfügbar von 22/12 bis 27/04
Erstausstrahlung

Zum 200. Geburtstag von Jacques Offenbach: „Odyssee Offenbach“ schildert die Karriere des virtuosen Musikers und genialen Komponisten Jacques Offenbach. Der gebürtige Deutsche und Wahlfranzose schuf zahllose lyrische Werke und gilt als Erfinder der Operette, des wohl französischsten aller musikalischen Genres. Die Operette wurde im Zweiten Kaiserreich zum Symbol für das Pariser Lebensgefühl. Beim Publikum kam die Mischung aus Kunst und Unterhaltung gut an; dennoch waren Offenbachs Operetten keine unbedeutende Unterhaltungsmusik, wie ihm vorgeworfen wurde, sondern sind mit viel Satire und Kritik an den Verhältnissen und der Obrigkeit gespickt.

Am 20. Juni 1819 wurde Jacques Offenbach als Jakob Offenbach in Köln geboren. Sein Vater, der Kantor der Kölner Synagoge, brachte ihm das Geigenspiel bei. Cello lernte er eigentlich gegen den Willen seines Vaters, der ihn zu schmächtig für das Instrument fand. Mit 14 Jahren wanderte Offenbach nach Frankreich aus. Er schrieb sich ins Pariser Konservatorium ein und wurde Mitglied des Orchesters der Opéra Comique. 1842 vertont er die Fabeln von La Fontaine. Das war der Startschuss zu einer Komponistenkarriere, die in der Welt und in der Musikgeschichte ihresgleichen sucht. Der deutsche Jude wurde zur Galionsfigur französischer Musikkultur, erfand ein neues Genre – die Operette – und erstritt sich das Privileg, ein eigenes Opernhaus aufzumachen. Einzig der Deutsch-Französische Krieg 1870/71 bremste seine Karriere aus: In Frankreich wurde er auf einmal als „Deutsch-Jude“ angefeindet, in Deutschland als „Vaterlandsverräter“ und „französisch-dekadent“ abgelehnt.

Regisseur François Roussillon zeichnet gemeinsam mit Jean-Claude Yon, einem der führenden Offenbach-Biografen, den Werdegang des Musikers nach, der im Laufe seiner Karriere nicht weniger als 120 Werke komponierte, sie daneben teilweise auch inszenierte und den Betrieb der Spielstätten gerne selbst in die Hand nahm.

Wichtige Ereignisse im Leben Offenbachs werden in der Dokumentation durch Spielszenen beleuchtet, die seine Familie, seine Mitarbeiter, aber auch große Sängerinnen zeigen, die ihn zu berühmten Operettenpartien inspirierten. Eine unterhaltsame und kenntnisreiche Hommage an den Komponisten, dessen Leidenschaft für die Oper ihn bis an sein Lebensende nicht losließ: „Hoffmanns Erzählungen“, ein Werk, an dem er bis zu seinem Tod arbeitete, blieb unvollendet.

Zusatzinfo:
Ein opulenter und farbenprächtiger Bilderbogen mit den Bühnendarstellern Michel Fau und Nicolas Briançon, den drei Starsängerinnen Stéphanie d’Oustrac, Marianne Crebassa und Jodie Devos und dem jungen Filmschauspieler Robert Hatisi als schillerndem Jacques Offenbach. Daneben lassen Interviews mit Experten und Künstlern sowie umfangreiches Archivmaterial das bewegte Leben des Komponisten Revue passieren.

Sonntag, 29.12. / 16:05 Uhr / Die schöne Helena
Schwerpunkt: Festtagsprogramm
Operette, Schweiz, Frankreich, 2019, ARTESSR 150 Min.
Regie: Andy Sommer
Inszenierung: Michel Fau
Dirigent: Pierre Dumoussaud
Orchester: Sinfonietta de Lausanne
Chorleitung: Jacques Blanc
Chor: Cheoeur de l’Opéra de Lausanne
Kostüme: David Belugou

Mit: Julien Dran (Paris), Julie Robard-Gendre (Helena), Jérôme Vavasseur (Orestes), Marie Daher (Bacchis), Michel Fau (Menelaos), Jean-Claude Saragosse (Kalchas), Christophe Lacassagne (Agamemnon), Jean-Francis Monvoisin (Achilles), Pier-Yves Têtu (Ajax I.), Hoël Troadec (Ajax Deuxième)

Online verfügbar von 22/12 bis 28/01
Erstausstrahlung

Der französische Schauspieler und Bühnenregisseur Michel Fau übernimmt in Lausanne die Inszenierung der „Schönen Helena“ von Jacques Offenbach, dessen 200. Geburtstag die Musikwelt dieses Jahr feiert. Für die musikalische Leitung zeichnet Pierre Dumoussaud verantwortlich. In der Neuproduktion lässt sich die französische Mezzosopranistin Julie Robard-Gendre in der Rolle der schönen Helena von ihrem Landsmann Julien Dran als Paris verführen. In der Rolle des gehörten Ehemannes: Michel Fau.

„La Belle Hélène“ wurde 1864 im Pariser Théâtre des Varietés uraufgeführt, mit Hortense Schneider, Offenbachs Lieblingsinterpretin, in der Titelrolle. Die Operette ist nicht nur eine Parodie des antiken Griechenlands. Offenbach überzeichnet auch brillant die heroischen Vorbilder der großen Oper und gleichzeitig die bessere französische Gesellschaft des Zweiten Kaiserreichs unter Napoleon III. Mit „Die schöne Helena“ entwirft Jacques Offenbach eine unterhaltsame Version der Vorgeschichte des Trojanischen Krieges.

Helena, die schönste Frau unter dem Himmel der griechischen Antike, langweilt sich schrecklich. Als Ehefrau von Menelaos, König von Sparta, fristet sie ein unbefriedigtes Dasein. Venus soll ihr endlich wieder einmal einen Liebhaber verschaffen, der diesen Namen auch verdient. Bei einem Wettkampf in Sparta fasst sie einen Kandidaten ins Auge: einen mit Schlagfertigkeit ausgestatteten Schäfer, der in Wirklichkeit kein Geringerer ist als Prinz Paris aus Troja. Ja, genau der mit dem Apfel! Er hatte ihn ja Aphrodite gegeben. Die Fügung der Liebesgöttin entfaltet nun ihre Wirkung. Ehemann Menelaos wird kurzerhand nach Kreta beordert, und Helena empfängt „in einem Traum“ den Liebhaber Paris in ihren Gemächern. Doch Menelaos kehrt früher als erwartet zurück und entdeckt den Seitensprung …

In Lausanne lässt sich die französische Mezzosopranistin Julie Robard-Gendre in der Rolle der schönen Helena von ihrem Landsmann Julien Dran als Paris verführen. In der Rolle des gehörten Ehemannes: Michel Fau. Die Inszenierung wurde für ARTE am 23. Dezember 2019 aufgezeichnet.

Sonntag, 29.12. / 20:15 Uhr / Prestige – Die Meister der Magie
(The Prestige)
Schwerpunkt: Festtagsprogramm
Spielfilm, USA, 2006, ARTE F 122 Min.
Regie: Christopher Nolan
Drehbuch: Christopher Nolan, Jonathan Nolan
Autor: Christopher Priest
Produktion: Warner Bros. Pictures, Touchstone Pictures
Produzent: Christopher Nolan, Aaron Ryder, Emma Thomas
Kamera: Wally Pfister
Schnitt: Lee Smith
Musik: David Julyan

Mit: Hugh Jackman (Robert Angier), Christian Bale (Alfred Borden), Scarlett Johansson (Olivia Wenscombe), Michael Caine (John Cutter), Piper Perabo (Julia Angier), Rebecca Hall (Sarah Borden), David Bowie (Nikola Tesla)

London, Ende des 19. Jahrhunderts: Alfred Borden wird des Mordes an Robert Angier bezichtigt. Rückblick: Die Zauberkünstler Alfred Borden und Robert Angier sind auf der Suche nach der perfekten Illusion. Aus anfänglichem Wettbewerbsgeist unter Freunden wird schnell ernste Rivalität. Als dann noch Borden den Tod von Angiers Frau Julia mit verschuldet und eine glückliche Familie gründet, wird der Wunsch des Witwers nach Ruhm und Rache zur fanatischen Obsession. Der Höhepunkt der Feindschaft wird erreicht mit dem Zaubertrick „Der transportierte Mann“, für den beide Männer tödliche Opfer bringen müssen … Thriller von Christopher Nolan.

London, Ende des 19. Jahrhunderts: Der Zauberkünstler Alfred Borden wird verhaftet. Er soll seinen ehemaligen Freund und späteren Rivalen Robert Angier umgebracht haben. Doch wie wurden aus zwei durch die faszinierende Welt der Zaubertricks verbundenen jungen Männern Erzfeinde?

Flashback einige Jahre zurück: Die Freundschaft der zwei Magier Robert Angier und Alfred Borden ist zunächst von nur scherzhaft gemeintem Wettbewerbsgeist geprägt. Doch als Borden den Tod von Angiers Frau Julia mit verschuldet, hat dieser nur noch Rache im Sinn und der Hass zwischen den beiden Männern verstärkt sich zunehmend. Fortan sabotieren die Magier die Zaubershows des jeweils anderen – und das nicht ohne ernsthafte Folgen. Hinzu kommt das neue Familienglück Bordens, das den Witwer Angier nur noch verdrießlicher macht.

Der Höhepunkt ihrer Feindschaft wird erreicht, als Borden seinen Trick „Der transportierte Mann“ vorführt, bei dem er sich selbst vom einen Bühnenende zum anderen teleportiert. Von Eifersucht auf den Riesenerfolg seines Konkurrenten zerfressen, sinnt Angier mit dem Erfinder Cutter und seiner neuen Helferin und mittlerweile Geliebten Olivia über eine Methode zur Kopie des Tricks nach und findet … einen Doppelgänger.

Er verkauft den „Neuen transportierten Mann“ besser und heimst den Ruhm ein. Doch er will mehr und wendet sich an den Wissenschaftler Dr. Tesla, um eine noch bessere, unübertreffbare Show zu bieten. In ihrem Konkurrenzkampf aber beginnen beide, Freundschaften, Liebe und Leben zu opfern …
Zusatzinfo:
Ein Zaubertrick besteht aus drei Akten, dem Thema, dem Effekt und dem Prestige. Letzterer ist Titelgeber des Films. Der Thriller von Christopher Nolan wurde auf Grundlage des gleichnamigen Romans (1995) von Christopher Priest adaptiert und erhielt neben zwei Oscarnominierungen unter anderem den britischen Empire Award für die beste Regie. Um sich bestmöglich auf die Rolle vorzubereiten, wurden besonders die beiden Hauptdarsteller von zwei Berufsmagiern unterrichtet – diese konnten allerdings nur das für die Dreharbeiten Nötigste preisgeben. Die Geheimnisse ihrer Tricks behielten sie für sich.

Sonntag, 29.12. / 22:15 Uhr / Real Men
Dokumentarfilm, Deutschland, 2012, ZDF 90 Min.
Regie: Hasko Baumann, Edda Baumann-von Broen
Online verfügbar von 29/12 bis 05/01
Erstausstrahlung

Stärke, Selbstsicherheit, Dominanz: Seit fast einem Jahrhundert zeigt uns das Kino seine Interpretation von Maskulinität. James Bond, Rocky und Rambo verkörpern männliche Rollenbilder, die vom Zeitgeist beeinflusst wurden, den Zeitgeist umgekehrt aber auch mitbestimmten. „Real Men“ untersucht das von der Filmwelt erschaffene Männlichkeitsbild und hinterfragt dessen Einfluss auf gesellschaftliche und politische Strukturen. Der Dokumentarfilm ist einerseits Blick hinter die Kulissen der Imagebildung in Hollywood, andererseits auch Liebeserklärung an die toughen Helden des Kinos.

Hollywood ist die größte und mächtigste Geschichtenfabrik, die es gibt. Was hier an konservativen Geschlechterrollen entwickelt wird, beeinflusst Kinder, Jugendliche und Erwachsene auf der ganzen Welt. Vieles von dem, was nicht nur Männer bis heute unter Männlichkeit verstehen, geht auf die Vorbilder des Kinos zurück. Von Bogart über Bond bis zu Rocky und Rambo: Sie alle verkörpern Stärke, Durchsetzungsvermögen und Selbstsicherheit – Attribute dessen, was ein Großteil der Gesellschaft noch immer unter einem „echten Kerl“ versteht. „Real Men“ nimmt dieses Männlichkeitsbild unter die Lupe. Der Dokumentarfilm zeigt, wie sich das maskuline Image über die Jahre entwickelt hat und hinterfragt den Einfluss auf das Publikum sowie auf gesellschaftliche und politische Strukturen. Ist ein Männerbild, wie es über so viele Jahrzehnte prägend war, in Zeiten von #metoo noch vertretbar? Repräsentiert der große weiße Held nicht nur einen Bruchteil des Publikums? Und wie werden diese Vorbilder konstruiert und aufgebaut? Der Film wirft einerseits einen Blick auf die Imagebildung in Hollywood, ist andererseits aber auch eine Liebeserklärung an die toughen Helden des Kinos. Klassische Männerikonen wie Cowboys und Polizisten kommen dabei genauso zu Wort wie Schauspieler, die einst eine Ära geprägt haben. „Real Men“ ist ein Wiedersehen mit dem einmaligen James-Bond-Darsteller George Lazenby, dem Blaxploitation-Star Fred Williamson oder dem untypischen 80er-Actionstar Michael Dudikoff. Mit einem Augenzwinkern blickt der Film auf alternde Stars, alte Werte und das Machotum – ein humorvoller, anderer Beitrag zur derzeit so hitzig geführten Diskussion um Männlichkeit.

Sonntag, 29.12. / 23:50 Uhr / Die Großherzogin von Gerolstein
Operette, Deutschland, 2019, WDR 164 Min.
Regie: Marcus Richardt
Inszenierung: Renaud Doucet
Dirigent: François-Xavier Roth
Orchester: Gürzenich-Orchester Köln
Chorleitung: Rustam Samedov
Chor: Chor der Oper Köln
Choreographie: Cécile Chaduteau

Mit: Jennifer Larmore (Die Großherzogin), Emily Hindirchs (Wanda), Dino Lüthy (Fritz), Miljenko Turk (Baron Puck), John Heuzenroeder (Prinz Paul), Vincent Le Texier (General Boum)

Erstausstrahlung

Zum 200. Geburtstag von Jacques Offenbach hat die Oper Köln einen Klassiker der Pariser Operette herausgebracht. Regisseur Renaud Doucet verlegt „Die Großherzogin von Gerolstein“ ins Heute: Aus der Militärkomödie von 1867 wird ein Reigen um leicht militante Umweltschützer und reiche Finanzhaie – und natürlich geht es um die verschmähte Liebe der Großherzogin. Sie zieht alle Register, um ihren Wunsch-Ehemann doch noch zu bekommen. Jennifer Larmore verkörpert die Großherzogin, das Gürzenich-Orchester Köln wird geleitet von François-Xavier Roth.

Die Handlung spielt in einem kleinen Fantasie-Herzogtum in der Eifel. Jacques Offenbach, 1819 mit dem Vornamen Jakob in Köln geboren, macht sich lustig über die damalige deutsche Kleinstaaterei, über militärisches Tamtam, über korrupte Bürokratie und unnötiges diplomatisches Säbelrasseln. Der Kleinstaat Gerolstein bekriegt sich mit einem ebenfalls sehr kleinen Nachbarland.

Es geht aber gar nicht um politische Machtverhältnisse, Zugang zu Rohstoffen oder gar Glaubensstreitereien. Die Berater General Bumm und Baron Puck wollen mit den Kämpfen die Großherzogin ein bisschen belustigen und ablenken. Zugleich schmieden sie Pläne für ihre Hochzeit mit Prinz Paul, einem reichen Erben. Doch die Herrscherin interessiert sich für den einfachen Soldaten Fritz, einem echten Naturburschen.

In der Kölner Inszenierung ist er Anführer eines Naturschützer-Camps, das auffällig an die Anti-Tagebau-Proteste am Hambacher Forst erinnert. Bereits seit dem Jahr 2000 arbeiten Regisseur Renaud Doucet und Bühnen- und Kostümbildner André Barbe zusammen. Über 30 neue Opernproduktionen haben sie weltweit gemeinsam inszeniert – von der Hamburgischen Staatsoper bis zur New York City Opera.

Mittwoch, 31.12. (Silvester) / 18:35 Uhr / Silvesterkonzert der Berliner Philharmoniker 2019
Schwerpunkt: Welcome to the 20s
Musik, Deutschland, 2019, RBB 95 Min.
Regie: Torben Jacobsen
Komponist: Leonard Bernstein, George Gershwin, Richard Rodgers, Kurt Weill, Harold Arlen, Stephen Sondheim
Dirigent: Kirill Petrenko
Orchester: Berliner Philharmoniker
Moderation: Dorothee Haffner
Online verfügbar von 31/12 bis 30/01
Erstausstrahlung

Die Berliner Philharmoniker stimmen dieses Jahr mit Broadway-Klängen auf den Jahreswechsel ein. Für die Musiker ist es das erste Silvesterkonzert unter ihrem neuen Chefdirigenten Kirill Petrenko, der im Sommer die Nachfolge von Sir Simon Rattle angetreten hat. Auch die Starsopranistin Diana Damrau steht zum ersten Mal mit dem renommierten Orchester auf der Bühne der Berliner Philharmonie. Die Bayerische Kammersängerin wird das Konzert mit Werken von Richard Rodgers und Leonard Bernstein eröffnen.

Weitere Höhepunkte des Silvesterkonzerts sind unter anderem die Komposition „Ein Amerikaner in Paris“ von George Gershwin und Leonard Bernsteins „Symphonische Tänze“ aus „West Side Story“. Mit Musik von Kurt Weill schlagen die Berliner Philharmoniker den Bogen vom Broadway zurück nach Berlin, denn aus Berlin flüchtete der Komponist von Brechts „Dreigroschenoper“ nach der Machtergreifung der Nationalsozialisten zunächst nach Paris und emigrierte anschließend 1935 in die USA. Seine erfolgreichste Broadway-Show war das 1943 uraufgeführte Musical „One Touch of Venus“.

Kirill Petrenko wurde 1972 im russischen Omsk geboren und zog im Alter von 18 Jahren mit seiner Familie nach Österreich. Von 1997 bis 1999 war er Kapellmeister an der Volksoper Wien und nach einer Station in Meiningen von 2002 bis 2007 Generalmusikdirektor an der Komischen Oper Berlin. Seit 2013 ist Kirill Petrenko Generalmusikdirektor der Bayerischen Staatsoper und seit 2019 Chefdirigent der Berliner Philharmoniker.

Dienstag, 31.12. (Silvester) / 22:10 Uhr / Claudia Cardinale, die italienische Filmdiva
Schwerpunkt: Festtagsprogramm
Dokumentation, Frankreich, 2018, ARTE F 51 Min.
Regie: Emmanuelle Nobecourt
Online verfügbar von 24/12 bis 29/02
Erstausstrahlung

Sie galt als Ikone mediterraner Weiblichkeit. Doch seit ihren ersten Rollen in den frühen 60er Jahren hat Claudia Cardinale das Frauenbild im Film völlig verändert. Betörend und scheu, sinnlich und doch keusch, feminin und doch burschikos – innerhalb von wenigen Jahren ist die italienische Schauspielerin zu einem neuen Sexsymbol geworden. Immer wieder wurde sie mit Brigitte Bardot verglichen.

Sie war Alain Delons betörend schöne Geliebte in „Der Leopard“ und die sexy Heldin in Sergio Leones Western-Klassiker „Spiel mir das Lied vom Tod“. Fellini und Visconti machten sie zu ihrer Muse. Ihr Leinwanddebüt hatte sie 1958 in dem Film „Goha“ an der Seite von Omar Sharif. Sie spielte weitere kleinere Rollen, bis ihr 1960 mit „Bel Antonio“ und 1962 mit „Hörig“ der endgültige Durchbruch gelang. In den 60er Jahren zählte Cardinale neben Sophia Loren und Gina Lollobrigida zu den führenden Filmdiven Italiens.

Als Tochter eines Sizilianers und einer Französin wuchs Claudia Cardinale in Tunis auf. Eigentlich wollte sie Lehrerin werden, doch die Teilnahme an einer Misswahl 1957 brachte die Wende: Als „schönste Italienerin von Tunis“ gewann sie eine Reise zu den Filmfestspielen von Venedig, wo sie von dem Produzenten Franco Cristaldi entdeckt wurde. Zunächst schlug sie alle Angebote aus. Lange musste sie vor der Öffentlichkeit verbergen, dass sie eine ledige Mutter ist. Das Kino wurde schließlich zu ihrer Rettung. Ihr Sohn Patrick soll, wie die Schauspielerin in ihren Memoiren bekannte, die Folge einer Vergewaltigung sein.

Auf der Berlinale 2002 erhielt Claudia Cardinale den Goldenen Bären für ihr Lebenswerk. Als UNESCO-Botschafterin kämpft die italienische Schauspiellegende bis heute gegen häusliche Gewalt und für Frauenrechte.

Mittwoch, 01.01. (Neujahr) / 18:15 Uhr / Neujahrskonzert 2020 aus dem Teatro La Fenice
Schwerpunkt: Festtagsprogramm
Musik, Italien, Frankreich, 2020, WDR 60 Min.
Dirigent: Myung-Whun Chung
Orchester: Orchestra e Coro del Teatro La Fenice
Chorleitung: Claudio Marino Moretti
Komponist und Autor: Giuseppe Verdi, Giacomo Puccini, Jacques Offenbach, Nino Rota
Online verfügbar von 01/01 bis 31/01
Erstausstrahlung

Zum 17. Mal findet im Teatro La Fenice in Venedig das traditionelle Neujahrskonzert statt. Wie jedes Jahr wird der zweite Teil des Konzertes, der dem großen Opernrepertoire gewidmet ist, für das Fernsehen aufgezeichnet. Der mehrfach mit Preisen ausgezeichnete Koreaner Myung-Whun Chung dirigiert zum dritten Mal in Folge Orchester und Chor des Teatro La Fenice. Die Sopranistin Francesca Dotto und der Tenor Francesco Demuro konnten als Solisten gewonnen werden. Die italienische Sopranistin Francesca Dotto ist dem italienischen Publikum bereits seit 2011/2012 bekannt. Sie trat als Musetta in Puccini’s „La Bohème“ auf und gastierte unter anderem. am Teatro dell’Opera in Rome, „Festival dei Due Mondi“ in Spoleto, Teatro di San Carlo in Naples, Teatro del Maggio Musicale Fiorentino, Teatro Petruzzelli in Bari, Greek National Opera, Wiener Staatsoper, Tokyo Bunka Kaikan, NCPA in Beijing und an der Royal Danish Oper. Der sardische Tenor Francesco Demuro ist eine feste Größe an internationalen Opernhäusern und sang unter anderem im Teatro La Fenice, an der Opéra de Monte-Carlo, der Metropolitan Opera, der Staatsoper Unter den Linden und der Semperoper Dresden. Zu seinen Paraderollen gehören der Foresto in Attila beim Festival in Verdi am Teatro Regio in Parma und der Cassio in Otello im Festspielhaus Baden-Baden. Die festliche Stimmung wird durch die Atmosphäre des wunderschönen Opernhauses im klassizistischen Stil sowie durch Tanzeinlagen des Balletts aus Neapel unterstrichen. Mit ihnen tanzen in diesem Jahr Primaballerina Olga Smirnova und Jacopo Tissi aus dem renommierten Bolschoi in Moskau.

Mittwoch, 01.01. (Neujahr) / 22:30 Uhr / Coco Chanel, die Revolution der Eleganz
Schwerpunkt: Welcome to the 20s
Dokumentation, Frankreich, 2018, ARTE F 55 Min.
Regie: Jean Lauritano

Von der kleinen Gehilfin, die mit elf Jahren ihre Mutter verlor, zur weltweit gefeierten Modeschöpferin: Coco Chanel musste viele Kämpfe austragen, um zu jener Ikone zu werden, die die Französin noch heute, rund 50 Jahre nach ihrem Tod, verkörpert. Weit entfernt vom offiziellen Storytelling vermittelt „Coco Chanel, die Revolution der Eleganz“ neue Aufschlüsse über das romanhafte Schicksal der ewigen Mademoiselle. Die Modemacherin des 20. Jahrhunderts befreite die Frauen in den 20er Jahren nicht nur vom Korsett, sondern schuf sich durch ihren unkonventionellen Lebens- und Modestil ein ganzes Imperium.

Berühmteste Näherin der Welt, Verkörperung des Pariser Chics – so lauten die bekannten Klischees. Gabrielle „Coco“ Chanel war aber auch eine unerbittliche Kämpferin, die kein Mittel scheute, wenn es darum ging, ihr Imperium aufzubauen. Die Dokumentation erzählt die Geschichte einer Frau, die sich gegen ihre Zeit, ihre Stellung in der Gesellschaft, ihre Teilhaber und nicht zuletzt ihre Zeitgenossen durchzusetzen suchte. Eine komplexe Persönlichkeit mit eisernem Charakter, getrieben von dem Verlangen nach Kompensation für erlittene soziale Benachteiligung. In größter Armut geboren, kämpfte sie darum, Unabhängigkeit und Freiheit zu erringen – und zu bewahren. Dafür waren ihr alle Mittel recht, selbst die unfairen und gewissenlosen. Mehr als einmal setzte sie ihren guten Ruf aufs Spiel, insbesondere durch ihren Kontakt zu den Nazi-Behörden während des Zweiten Weltkriegs. Sie war Modeschöpferin, Mäzenin und Geheimagentin, floh wegen Kollaborationsvorwurfs ins Ausland und verlebte ihre letzten Tage als „unwürdige“ alte Dame. Im Laufe ihres Lebens erfand sich Coco Chanel immer wieder neu und wob derart an ihrem eigenen Mythos, dass ihr sogar noch zu Lebzeiten ein Broadway-Musical gewidmet wurde. Sie war eine Kämpferin und Zeugin einer im Untergang begriffenen Welt, in der sie am Lebensende allein und verbittert zurückblieb. Ausgehend von Archivmaterial und oft unveröffentlichten Dokumenten, vermittelt die Dokumentation neue Einblicke in das bewegte Leben einer faszinierenden und letztendlich doch unzureichend bekannten Persönlichkeit, weit entfernt vom gängigen Storytelling.

Mittwoch, 01.01. (Neujahr) / 23:30 Uhr / Gershwin, der amerikanische Klassiker
Schwerpunkt: Welcome to the 20s
Dokumentation, Frankreich, 2018, ARTE F 52 Min.
Regie: Jean-Frédéric Thibault
Online verfügbar von 25/12 bis 18/01

George Gershwin brach im frühen 20. Jahrhundert mit den Codes der klassischen Musik. Er brachte die soziale Realität in die amerikanischen Konzerthäuser. Seine Melodien aus „Rhapsody in Blue“, „Concerto in F“, „Ein Amerikaner in Paris“ oder der Oper „Porgy & Bess“ inspirieren bis heute Musiker aus Klassik, Blues und Jazz. Gershwin war ein Mann der Widersprüche: Schüchtern und prahlerisch zugleich, ein an der Klassik orientierter „Jazzman“ oder ein klassischer Komponist gezeichnet von Jazz und Blues? 1937 dann der viel zu frühe Tod durch einen Gehirntumor. Kurz darauf, so scheint es, endete auch in Amerika die Zeit der Sorglosigkeit.

George Gershwin ist die Verkörperung des amerikanischen Traums. Im Juli 1925 erschien Gershwin erstmals auf der Titelseite des „Time Magazine“ – und erhielt im dazugehörigen Porträt die schmeichelnde Auszeichnung als „bedeutendster lebendender Komponist der USA“. Der Einwanderersohn mit russisch-jüdischen Wurzeln, der früh die Schule schmiss und dann mit Talent und Disziplin zu Ruhm und Reichtum kam, hatte es vollbracht. Seine Musik berührte das Publikum mehr als die Kritiker: Die avantgardistische „Rhapsody in Blue“ wurde weltberühmt. Musiker aus Europa und Amerika inspirieren sich bis heute an seinen Melodien. Gershwin gehörte auch zu den ersten Broadway-Komponisten, die Ausflüge in die Klassikwelt nicht scheuten und diese mit Klängen aus Jazz und Blues aufmischten. Stücke wie „Rhapsody in Blue“, „Concerto in F“ und „Ein Amerikaner in Paris“ brachen mit den strengen Genrecodes und brachten die soziale Realität in die amerikanischen Konzertsäle. „Porgy & Bess“ war die erste Folk-Oper der Welt und inszenierte erstmals das Leben von Afroamerikanern mit ausschließlich schwarzen Darstellern. Gershwin starb 1937 mit nur 38 Jahren an einem Gehirntumor. Er blieb bis zuletzt ein Mann der Widersprüche: schüchtern und großmäulig zugleich, Einwanderer und amerikanische Symbolfigur, vom Publikum verehrt und von Kollegen verachtet – ein „Jazzman“ in der Klassikwelt und ein klassischer Komponist auf der Suche nach den Wurzeln von Jazz und Blues. Und so ist auch seine Musik: nicht klassifizierbar, multikulturell, aber immer wieder faszinierend.

Donnerstag, 02.01. / 20:15 Uhr / Der Zirkus
Schwerpunkt: Welcome to the 20s
Stummfilm, USA, 1928, ARTE F 69 Min.
Regie: Charles Chaplin
Drehbuch: Charles Chaplin
Produktion: Charles Chaplin Productions
Produzent: Charles Chaplin
Kamera: Roland Totheroh
Schnitt: Charles Chaplin
Musik: Charles Chaplin

Mit: Charles Chaplin (Tramp), Merna Kennedy (Kunstreiterin), Henry Bergman (alter Clown), Harry Crocker (Seiltänzer Rex), Allan Garcia (Zirkusdirektor), Steve Murphy (Taschendieb), George Davis (Zauberer)

Online verfügbar von 02/01 bis 09/01

Beim Herumstreichen zwischen den Ständen eines Jahrmarkts wird der Tramp durch ein Missverständnis des Diebstahls bezichtigt und muss vor der Polizei fliehen. Dabei rettet er sich in ein Zirkuszelt, in dessen Manege er mit der urkomischen Flucht vor der Polizei das zuvor noch gelangweilte Publikum aufs Beste unterhält. Der strenge Zirkusdirektor erkennt seine Chance, seinem Geschäft zu neuer Blüte zu verhelfen, und engagiert den Tramp als Clown. Doch der Plan erfüllt sich nicht wie erwartet, und dann verliebt sich der sympathische Neuzugang auch noch in die Tochter des Zirkusdirektors … Für die Stummfilm-Komödie erhielt das Universalfilmgenie Charlie Chaplin 1929 einen Ehrenoscar.

Einer der größten Klassiker des Meisterkomödianten zeigt die urkomischen Irrungen und Wirrungen eines verarmten und hungrigen Tramps: Auf einem Jahrmarkt streicht er mit Melone, Schnurrbart und Anzug zwischen den Ständen herum. Dabei wird er zufällig Opfer eines hinterlistigen Taschendiebs, der ihm, als die Polizei naht, das Diebesgut fix unterjubelt. Der Tramp klärt den Fall nicht auf, sondern kauft sich zunächst dankbar etwas Essbares von dem gestohlenen Geld. Doch die Polizei ist nicht weit, der Tramp flieht und landet dabei zufällig auf einer Zirkusbühne. Das dort zuvor noch gelangweilte Publikum ist begeistert von der urwitzigen Fluchtszene, die sich nun mitten im Zirkuszelt abspielt.

Kurz darauf engagiert der mit sinkenden Zuschauerzahlen kämpfende Zirkusdirektor den Tramp als Clown. So begegnet dieser der Tochter des strengen Direktors, einer Artistin, die unter der Härte ihres Vaters leidet und in die er sich schon bald verliebt.

Doch die ersten Proben verlaufen nicht wie erwartet, denn der Tramp kann nicht auf Knopfdruck lustig sein. So wird er schnell zum Requisiteur degradiert. Ohne es zu bemerken gerät er jedoch immer wieder in vom Publikum gefeierte Situationen und verhilft dem Zirkus zu neuer Blüte. Als er sich eines Tages seines Erfolgs bewusst wird, wird sein Leben deutlich einfacher: mehr Geld, mehr freundliche Behandlung. Doch den sympathischen und immer auf gute Manieren bedachten Komiker beschäftigt etwas ganz anderes: Er bekommt Konkurrenz beim Umwerben seiner Liebsten …

Zusatzinfo:
Für die Stummfilm-Komödie erhielt das Universalfilmgenie Charlie Chaplin (1889-1977) 1929 einen Ehrenoscar. Besonderen Wert legte er auf die Unverfälschtheit des Films. So trainierte er wochenlang für die Seiltänzerszene, und auch die Szene im Löwenkäfig wurde möglichst realitätsnah gedreht. Dennoch war „Der Zirkus“ für Chaplin mit schlechten Erinnerungen verknüpft, weshalb er ihn zunächst nicht einmal in seiner 1964 erschienen Autobiografie erwähnte. Unter anderem zerstörte während des Drehs ein Unwetter das Zirkuszelt und das gesamte Filmstudio ging in Flammen auf.

Donnerstag, 02.01. / 21:25 Uhr / Lichter der Großstadt
Schwerpunkt: Welcome to the 20s
Stummfilm, USA, 1931, ARTE F 82 Min.
Regie: Charles Chaplin
Drehbuch: Charles Chaplin
Produktion: Charles Chaplin Productions
Produzent: Charles Chaplin
Kamera: Roland Totheroh, Gordon Pollock
Schnitt: Charles Chaplin, Willard Nico
Musik: Charles Chaplin

Mit: Charlie Chaplin (Tramp), Virginia Cherrill (Blumenmädchen), Harry Myers (Millionär), Allan Garcia (Butler), Florence Lee (Großmutter), Hank Mann (Boxer)

Online verfügbar von 02/01 bis 09/01

Ein Tramp verliebt sich in ein blindes Blumenmädchen, das ihn für einen reichen Mann hält. Durch Zufall lernt er einen Millionär kennen. Als er diesen davor bewahrt, sich das Leben zu nehmen, wird er mit Wohltaten und Geld überschüttet. Das ermöglicht ihm auch, eine Operation zu bezahlen, damit das Mädchen wieder sehen kann. Allerdings bringen einige Missverständnisse zwischen dem Tramp und dem Millionär den Ersteren für einige Monate ins Gefängnis.

Nach seiner Entlassung trifft er das Mädchen wieder, das inzwischen einen Blumenladen führt und in der Erwartung lebt, den Unbekannten wiederzufinden, dem sie das alles verdankt. Jedoch einen reichen, gut gekleideten Herrn suchend, erkennt sie den zerlumpten Tramp nicht …

„Lichter der Großstadt“ ist Chaplins erster Film mit einer Tonspur, obwohl weiterhin im Stil eines Stummfilms gedreht. Die Dreharbeiten zogen sich mehrere Jahre hin, da Chaplin die Darsteller oft auswechseln ließ. So fiel der Film genau in die Anfänge des Tonfilms, ein neues Medium, dem Chaplin äußerst skeptisch gegenüberstand. Sein Perfektionismus konnte so manchen Kollegen ärgern, doch nicht umsonst wurde der Film 2008 vom American Film Institute zur Nummer eins der zehn besten Romantikkomödien aller Zeiten gewählt.

Zusatzinfo:
„Lichter der Großstadt” ist der erste Film Chaplins, für den er selbst die Musik schrieb, eine Aufgabe, die er für die meisten seiner weiteren Filme übernahm. Chaplin wählte für die Rolle des Blumenmädchens Virginia Cherrill, die aufgrund ihrer starken Kurzsichtigkeit und ihres unscharfen Blicks das blinde Blumenmädchen am besten verkörpern konnte. „Lichter der Großstadt“ erhielt 1931 den National Board of Review Award, wurde 1991 ins National Film Registry aufgenommen und 2005 in die Film Hall of Fame der Online Film and Television Association.

Donnerstag, 02.01. / 22:50 Uhr / Charlie Chaplin – Der Komponist
Schwerpunkt: Welcome to the 20s
Dokumentation, Deutschland, 2017, ZDF 52 Min.
Regie: Dominik Wessely
Online verfügbar von 01/01 bis 01/02
Erstausstrahlung

Dass der begnadete Slapstick-Komiker und Filmemacher Charlie Chaplin auch ein ebenso begabter Musiker und Komponist war, ist weitgehend unbekannt. Dominik Wessely zeigt diese Seite des genialen Allroundtalents in originalen Bild- und Tondokumenten aus den Chaplin-Archiven, Statements von Zeitgenossen, Ausschnitten aus Chaplins Filmklassikern und neu produzierten Musikaufnahmen.

Für Chaplin war Musik weit mehr als nur eine dekorative Zutat: Sie war ein wichtiges dramaturgisches Mittel und bestimmte in vielen Szenen Tempo und Rhythmus. Da Chaplin sich lange weigerte, Tonfilme mit gesprochenen Texten zu produzieren, musste er vollkommen auf die gemeinsame szenische Kraft seiner Pantomime und der Musik vertrauen. Dieses Handwerk hatte schon der kleine Charlie zusammen mit seiner Mutter in den verruchten Londoner Music Halls der Jahrhundertwende gelernt.

Als Filmemacher nutzte der ausgewiesene Kontrollfreak seine erstaunliche musikalische Begabung nicht nur dazu, die passende Musik akribisch auszuwählen, er kreierte sich schließlich seine Filmmusik selbst: „City Lights“ wurde sein erster Film, für den er den gesamten Soundtrack selbst geschaffen hatte.

Dominik Wessely verknüpft das exklusive Archivmaterial aus den Chaplin-Archiven mit heutigen Bildern von Chaplins Villa am Genfer See, von der Spurensuche in London, Hollywood und New York – und mit Ausschnitten aus einer Aufführung von „Modern Times“, wie sie Chaplin geliebt hätte: mit seiner originalen Filmmusik, live gespielt von den Hamburger Symphonikern unter der Leitung von Stefanos Tsialis.

Freitag, 03.01. / 20:15 Uhr / Mackie Messer – Brechts3Groschenfilm
Schwerpunkt: Welcome to the 20s
Spielfilm, Deutschland, Belgien, 2018, SWR 124 Min.
Regie: Joachim A. Lang
Drehbuch: Joachim A. Lang
Autor: Bertolt Brecht, Kurt Weill
Produktion: Zeitsprung Pictures GmbH, Velvet Films, SWR, ARTE
Produzent: Michael Souvignier, Till Derenbach
Kamera: David Slama
Schnitt: Alexander Dittner
Musik: Walter Mair, Kurt Schwertsik
Kostüme: Lucia Faust
Szenenbild / Bauten: Benedikt Herforth
Redaktion: Sandra Maria Dujmovic, Andreas Schreitmüller
Ton: Eric Rueff

Mit: Lars Eidinger (Bertolt Brecht), Tobias Moretti (Macheath), Hannah Herzsprung (Carola Neher/Polly), Joachim Krόl (Peachum), Claudia Michelsen (Frau Peachum), Britta Hammelstein (Lotte Lenya/Jenny), Robert Stadlober (Kurt Weill), Christian Redl (Tiger Brown), Godehard Giese (Seymour Nebenzahl), Peri Baumeister (Elisabeth Hauptmann), Meike Droste (Helene Weigel)

Online verfügbar von 03/01 bis 02/02
Erstausstrahlung

Nach dem überragenden Welterfolg der „Dreigroschenoper“ will das Kino den gefeierten Autor des Stücks für sich gewinnen. Doch Bertolt Brecht ist nicht bereit, nach den Regeln der Filmindustrie zu spielen. Seine Vorstellung vom „Dreigroschenfilm“ ist radikal, kompromisslos und politisch. Er will eine völlig neue Art von Film machen und weiß, dass die Produktionsfirma sich niemals darauf einlassen wird. Ihr geht es nur um den Erfolg an der Kasse. Brecht sucht die öffentliche Auseinandersetzung und bringt die Produktionsfirma vor Gericht, um zu beweisen, dass die Geldinteressen sich gegen sein Recht als Autor durchsetzen. Wer kann diesen Prozess letztendlich gewinnen? Die Kunst oder die Unterhaltungsindustrie? Lars Eidinger spielt überzeugend den kritischen Dramaturgen und Schriftsteller Bertolt Brecht. An seiner Seite glänzen außerdem Tobias Moretti, Hannah Herzsprung, Claudia Michelsen und Joachim Król.

Bertolt Brechts „Dreigroschenoper“ wird nach ihrer Uraufführung 1928 das erfolgreichste Theaterstück der 20er Jahre. Sie ist überall zu sehen – nur nicht im Kino. Brecht ist auf dem Höhepunkt seiner Karriere. Mit seinem engsten Kreis feiert er den Erfolg: Neben Kurt Weill und Elisabeth Hauptmann gehören dazu auch seine Frau Helene, Weills Ehefrau Lotte und die gefeierte Schauspielerin Carola Neher. Das Angebot von Produzent Seymour Nebenzahl, die „Dreigroschenoper“ zu verfilmen, lässt nicht lange auf sich warten. Doch Brecht hat nicht vor, das Stück eins zu eins für die Leinwand zu adaptieren. Er hat andere Vorstellungen, wie der Stoff als Film aussehen soll. Für den Produzenten Nebenzahl geht es nur darum, möglichst viel an dem Film zu verdienen. Er will den Menschen das geben, was sie gewohnt sind. Aber mit den Gewohnheiten zu brechen ist genau Brechts Absicht.

Vor den Augen des Autors beginnt die Geschichte um den Kampf des Londoner Gangsters Macheath mit dem Kopf der Bettelmafia Peachum Form anzunehmen. Der Gangster, der auch unter dem Namen Mackie Messer bekannt ist, verliebt sich Hals über Kopf in Peachums schöne Tochter Polly. Dieser ist entsetzt, als er erfährt, in wen sich seine Tochter verliebt hat. Denn die Ehe mit seiner alkoholkranken Frau ist lieblos und Polly ist alles, was er hat.

Es kommt zum Showdown in der Realität und im Film: Die Auseinandersetzung zwischen Peachum und Macheath eskaliert. Um Polly vor Macheath zu retten, schwärzt Peachum seinen ungeliebten Schwiegersohn bei der Polizei an. Doch Macheath pflegt eine enge Freundschaft zu Polizeichef Tiger Brown. Ist er vielleicht doch noch zu retten? Während in dem Film, den sich Brecht vorstellt, der Kampf um den Kopf von Macheath beginnt, zieht er selbst in den Kampf gegen die Filmfirma. Damit beginnt eine Inszenierung der ganz besonderen Art: eine Inszenierung der Wirklichkeit.

Zusatzinfo:
„Mackie Messer – Brechts Dreigroschenfilm“ erweckt Bertolt Brechts „Dreigroschenoper“ auf der Leinwand zu neuem Leben. Der Spielfilm erzählt vor dem Hintergrund der späten 20er Jahre die Geschichte von Brechts großem gescheiterten Traum, sein Werk nach seinen Vorstellungen zu verfilmen. Lars Eidinger spielt überzeugend den kritischen Dramaturgen und Schriftsteller Bertolt Brecht. An seiner Seite glänzen außerdem Tobias Moretti, Hannah Herzsprung, Claudia Michelsen und Joachim Król. Der Spielfilm wurde 2018 von der Deutschen Film- und Medienbewertung Wiesbaden mit dem Prädikat „besonders wertvoll“ ausgezeichnet.

Freitag, 03.01. / 22:20 Uhr / Max Raabe & Palast Orchester: Eine Nacht in Berlin
Schwerpunkt: Welcome to the 20s
Musik, Deutschland, 2014, RBB 42 Min.
Regie: Daniel Lwowski
Orchester: Palast Orchester
Mit: Max Raabe

Mit einer besonderen Mischung aus eleganter Steifheit, Charisma und leiser Ironie begeistern sie ihr Publikum. Im Berliner Admiralspalast präsentieren Max Raabe und das Palast Orchester ihr Programm „Eine Nacht in Berlin“ – mit Highlights wie „Küssen kann man nicht alleine“ und „Für Frauen ist das kein Problem“. Eine gelungene Mischung aus wiederentdeckten Klassikern und modernen Neukompositionen.

Berlin ist seit vielen Jahren die Heimatstadt von Max Raabe und dem Palast Orchester. Hier begannen sie ihre Karriere, und hier wurden nicht nur die neuen, sondern auch ein Großteil der alten Stücke ihres Konzertrepertoires erstmals aufgeführt. Im Berliner Admiralspalast präsentieren sie nun die Höhepunkte ihres aktuellen Bühnenprogramms. „Eine Nacht in Berlin“ ist eine gelungene Mischung aus wiederentdeckten Klassikern und modernen Neukompositionen, vom renommierten Videoregisseur Daniel Lwowski außergewöhnlich bildstark und abwechslungsreich in Szene gesetzt. Auf dem Programm stehen unter anderem die Titel „Für Frauen ist das kein Problem“, „Mir kann nichts passieren“ und „Du passt auf mich auf“, die Max Raabe in den letzten Jahren zusammen mit Annette Humpe und Christoph Israel komponiert hat. Und natürlich spielen Max Raabe und das Palast Orchester auch viele Klassiker aus den 20er und 30er Jahren, mit denen unter anderem schon die Comedian Harmonists vor fast 90 Jahren das Publikum in Berlin begeistern konnten und die im Programm des Palast Orchesters ihren festen Platz haben. Das Konzert wurde am 23. und 24. Mai 2014 im Berliner Admiralspalast für ARTE aufgezeichnet.

Freitag, 03.01. / 23:05 Uhr / Die wilden Zwanziger ~ Berlin und Tucholsky
Schwerpunkt: Welcome to the 20s
Dokumentationsreihe, Deutschland, 2014, NDR 52 Min.
Regie: Christoph Weinert

Das Berlin der 20er Jahre ist groß, jung und anonym. So grau die politische Wirklichkeit der Weimarer Republik ist, so glanzvoll sind ihre Kunst, Kultur und Wissenschaft. Vor allem die Kunst dient als Sprachrohr, um die Missstände der Zeit anzuprangern, was sie aufs Engste mit der Politik verknüpft. In diesen Jahren zählt Kurt Tucholsky zu den bedeutendsten Publizisten. Die Dokumentation gibt Einblicke in das Leben und Wirken des Journalisten, Satirikers und Lyrikers. Die Reihe „Die wilden Zwanziger“ führt außerdem nach Paris und Wien.

Berlin erlebte in den 20er Jahren einen Rauschzustand aus Freiheit und Vergnügungssucht, aus Gesellschaftskritik und Freizügigkeit, gepaart mit einer vorher nie gekannten kulturellen Vielfalt. Die pulsierende Metropole zog Talente aus ganz Europa geradezu magisch an. In dieser Zeit erlebte Kurt Tucholsky einen Höhepunkt seiner Karriere. Der gebürtige Berliner gilt als einer der bedeutendsten Journalisten und Gesellschaftskritiker der Weimarer Republik. Als Publizist polarisierte er auch weit über seinen Tod hinaus. Sein Zitat „Soldaten sind Mörder“ sorgt noch heute für geteilte Reaktionen. Aufwendige Spielszenen, kombiniert mit Originalaufnahmen aus der Zeit, machen die Dokumentation von Christoph Weinert zu einer filmischen Zeitreise in das Berlin der 20er Jahre. Aus der Sicht Kurt Tucholskys wird das Lebensgefühl der „wilden Zwanziger“ lebendig. Ein turbulenter Unterhaltungsbetrieb aus Tanzlokalen und Bordellen, Varietés und Kabaretts sorgte in der deutschen Hauptstadt für ein rastloses Nachtleben, an dem auch Kurt Tucholsky teilnahm. Seine kess-erotischen Chansons machten ihn zum Star in der Berliner Kabarettszene. Tucholskys oftmals lockerer und heiterer Stil steht jedoch in starkem Kontrast zu seinem rastlosen Leben. Selbstmordgedanken plagen ihn, seine Ehen halten nicht lange und seine unzähligen Liebesaffären sind legendär. Als Tucholsky für kurze Zeit als Korrespondent der „Weltbühne“ nach Paris geht, wird er in seiner Heimatstadt Berlin als „dreckiger Jude“ und „Vaterlandsverräter“ verunglimpft und mit Drohbriefen bombardiert.


Samstag, 04.01. / 20:15 Uhr / Richard Löwenherz ~ Ein König in der Falle
Schwerpunkt: Festtagsprogramm
Dokumentation, Österreich, 2019, ZDF 52 Min.
Regie: Fritz Kalteis
Online verfügbar von 03/01 bis 11/01
Erstausstrahlung

König, Kreuzritter, Gefangener: Richard Löwenherz umgibt ein Mythos, der bis heute fasziniert. Wenige historische Figuren des Mittelalters sind so schillernd wie dieser englische König, der kaum in England lebte. 1192 wird Richard Löwenherz nach einem Kreuzzug auf der Heimreise bei Wien entführt. Diese wohl spektakulärste Kidnapping-Geschichte des Mittelalters ist von europäischer Tragweite. Einen heimkehrenden Kreuzfahrer gefangen zu nehmen, noch dazu einen König, ist ein ungeheurer Frevel zu dieser Zeit und wird vom Papst mit Exkommunikation geahndet.

Trotzdem: Machtinteressen und persönliche Feindschaften brachten Richard hinter Gitter. Das Lösegeld, das Richard und seine Mutter Eleonore von Aquitanien aufbringen müssen, sprengt jede moderne Vorstellung. Doch wer sind seine Feinde? Sein Lehensherr und Jugendfreund Philipp II. Augustus gehört dazu – verfügt Richard doch über weit mehr Geld, Land und Macht als er. Auch in seinem intriganten Bruder Johann Ohneland hat Richard einen ehrgeizigen, aber politisch unerfahrenen Rivalen um den Thron.

Zum Intimfeind macht er sich auf dem Kreuzzug Leopold V. von Österreich, wo er bei Akkon Leopolds Fahne und Ehre in den Schmutz tritt. Vierter im Bunde ist schließlich Kaiser Heinrich VI. von Hohenstaufen. Ihm ist der Verwandte und Verbündete des rivalisierenden Welfenhauses ein machtpolitischer Dorn im Auge. Gemeinsam arbeiten diese vier an Richards Sturz und Entmachtung. Nur seine Mutter Eleonore steht ihm treu zur Seite.

Samstag, 04.01. / 21:05 Uhr / König Artus ~ Dichtung und Wahrheit
Schwerpunkt: Festtagsprogramm
Dokumentation, Großbritannien, 2018, ZDF 53 Min.
Regie: Kenny Scott
Online verfügbar von 03/01 bis 03/04
Erstausstrahlung

Was ist Mythos, was ist wirklich passiert? Viele Geheimnisse ranken sich um den legendären König Artus. War er der große Volksheld, der im frühen Mittelalter die einfallenden Angelsachsen in ihre Schranken wies – oder ist er nur eine Sagengestalt? An der Südwestküste Englands machen Archäologen eine erstaunliche Entdeckung, die zum Ursprung der Legende führt. Es ist ein Blick ins Britannien des 5. Jahrhunderts.

Man nennt es das dunkle Zeitalter in Britannien: Das 5. Jahrhundert ist eine Zeit des Umbruchs. Die Römer ziehen sich langsam aus Britannien zurück. Germanische Völker vom europäischen Festland, Angeln, Sachsen und Jüten, strömen von Osten her ins Land. Es soll ein soziales Chaos ausgebrochen sein. Ein bedeutender Wendepunkt in der britischen Geschichte, über den kaum etwas Schriftliches überliefert ist.

Ein Name allerdings hat in der späteren literarischen Aufarbeitung dieser Zeit Bedeutung erlangt: König Artus. Ein Anführer, der sich den angelsächsischen Invasoren widersetzt haben soll. Ein ritterlicher und heldenhafter König, der für Recht und Ordnung steht. Heute weiß man: Der legendäre Herrscher ist mit höchster Wahrscheinlichkeit genau das – eine Legende. Eine literarische Figur für eine Zeit, die wenig historische Spuren hinterlassen hat und den Briten eine Identität stiftete. Doch wie ist diese Legende entstanden?

Archäologen, Genetiker, Historiker und Teilchenphysiker begeben sich auf die Spurensuche nach König Artus, nach seinem Königreich und nach seinem angeblichen Krieg mit den Invasoren. Neueste wissenschaftliche Funde lassen ein völlig neues Bild dieser in den literarischen Quellen als kriegerisch beschriebenen Zeit entstehen: keine Schlachtfelder und keine Massengräber. Stattdessen friedliche Koexistenz von einheimischen Briten und angelsächsischen Migranten, kultureller Austausch zwischen diesen Bevölkerungsgruppen.

Und Artus‘ Burg Tintagel? Sie war mächtiges Zentrum eines Handelsnetzes, das sich bis in den östlichen Mittelmeerraum erstreckte. Es waren wohl die Ruinen dieser Burg, die den Geschichtsschreiber Geoffrey of Monmouth Jahrhunderte später zum Mythos Artus inspiriert haben.

Sonntag, 05.01. / 08:00 Uhr / Unter der Lupe – 3 Maler, 9 Werke: Impressionismus (2/2)
Kindersendung, Großbritannien, 2017, ARTE 14 Min.
Regie: Anton Khilman
Online verfügbar von 29/12 bis 05/03
Erstausstrahlung

Impressionismus – das vom lateinischen „impressio“, Eindruck abgeleitet ist, ist eine Stilrichtung in der Kunstgeschichte, die durch die stimmungsvolle Darstellung von flüchtigen Momentaufnahmen gekennzeichnet ist. Die Maler gingen ins Freie und machten die Darstellung des Lichts und der Atmosphäre des Augenblicks zu ihrer Hauptaufgabe. Das Gemälde „Impression: Sonnenaufgang“ aus dem Jahr 1872 von Claude Monet gab der Bewegung ihren Namen, die in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts in Frankreich entstand. In dieser Folge werden drei herausragende Maler des Impressionismus beziehungsweise Post-Impressionismus mit jeweils drei ihrer Werke vorgestellt: Camille Pissarro, Auguste Renoir und Vincent van Gogh.

Camille Pissarro war einer der bedeutendsten Maler der Impressionisten. Zu seinen Werken gehören „Im Garten von Les Mathurins in Pontoise“ (1876), „Heuernte bei Eragny“ (1887) und „Der Boulevard Montmartre, Nachmittag, Sonne“ (1897).

Auch der französische Maler Auguste Renoir war maßgeblich an der Entwicklung der impressionistischen Bewegung beteiligt. In dieser Folge werden seine Bilder „Ball im Moulin de la Galette“ (1876), „Pont Neuf, Paris“ (1872) und „Das Boot“ (1875) vorgestellt.

Vincent van Gogh schließlich war ein niederländischer Post-Impressionist, dessen Malerei die Kunst des 20. Jahrhunderts stark beeinflusste. Zu seinen bedeutendsten Werken gehören „Das Schlafzimmer“ (1888), „Sternennacht“ (1889) und „Fliederbusch“ (1889).

Sonntag, 05.01. / 16:50 Uhr / Schellack – Eine schwarze Scheibe verändert die Welt
Schwerpunkt: Welcome to the 20s
Dokumentation, Deutschland, 2019, ZDF 52 Min.
Regie: Dagmar Brendecke
Online verfügbar von 04/01 bis 04/02
Erstausstrahlung

Eine schwarze Paste, die unsere Welt lauter und fröhlicher machte: Als der Erfinder Emil Berliner 1896 damit begann, Schellack als Tonträger zu verwenden, war dies die Initialzündung einer medialen Revolution, die bis in unsere digitale Gegenwart reicht. Begonnen hatte sie schon zehn Jahre vorher mit Emil Berliners Erfindung des Grammophons. Beides zusammen, die Schallplatte und der Plattenspieler, veränderten den Alltag der Menschen. Es war eine Revolution – technisch und kulturell – denn die Schellackplatten konnten im Gegensatz zur Wachswalze massenhaft reproduziert und vertrieben werden. 78 Umdrehungen pro Minute wurde zur Standard-Abspielgeschwindigkeit und der Schellack – die harzige Paste aus Schiefermehl, Baumwolle, Ruß und dem Harz der Lacklaus – gab der Platte ihren Namen und wurde zum Synonym für eine Epoche.

Doch es war etwas anderes, das die Massen faszinierte und den Durchbruch für das neue Medium brachte. Emil Berliners Freude am Erfinden verband sich mit unternehmerischem Weitblick und dem Gespür für den wichtigsten Rohstoff: die Künstler. Er erkannte die Möglichkeiten des neuen Mediums und sein Unternehmen „Berliner Gramophone“ suchte die besten Interpreten und machte sie zu Stars mit unsterblichen Stimmen. Enrico Caruso wurde der erste Schallplatten-Weltstar und eröffnete neue Dimensionen des Hörens. Der Film ist eine Entdeckungsreise in eine Zeit, als kreativer Erfindergeist neue künstlerische Ausdrucksformen ermöglichte und Musik ihre Flüchtigkeit verlor.

Sonntag, 05.01. / 17:40 Uhr / Bolero – Ein Refrain für die Welt
Schwerpunkt: Welcome to the 20s
Dokumentation, Frankreich, 2019, ARTE F 52 Min.
Regie: Anne-Solen Douguet, Damien Cabrespines
Online verfügbar von 29/12 bis 05/03
Erstausstrahlung

1928 machte Maurice Ravel mit dem sinnlichen Orchesterstück „Boléro“ Furore. Der „Boléro“ wurde im Laufe der Zeit zum Klassik-Hit schlechthin. Kaum ein zweites Werk wurde weltweit so häufig adaptiert, variiert und sublimiert. Woher kommen die Sogwirkung und die Inspirationskraft des „Boléro“? Wieso ist sein Zauber bis heute ungebrochen?

Der „Boléro“ ist ein Wirbel, der alles auf seinem Weg mitreißt. Mit ihm schrieb Maurice Ravel 1928 Musikgeschichte. Er schuf ein Meisterwerk, das künstlerische Grenzen sprengte, Konventionen über Bord warf und die Welt eroberte. Das Stück wurde zum Hit, zum pulsierenden, sich ständig erneuernden Soundtrack, ob in Paris, Tokio, Johannesburg oder Berlin. Woher kommt die Sogwirkung des Stücks? Wie konnte er Künstler weltweit inspirieren, und warum ist sein Zauber bis heute ungebrochen? Die Dokumentation widmet sich dem Eroberungszug des scheinbar so schlichten und doch so facettenreichen „Boléro“, der Künstler unterschiedlichster Sparten beeinflusste, darunter den Regisseur Claude Lelouch, die Startänzerin Marie-Agnès Gillot, die Pianistinnen Katia & Marielle Labèque, den Musiker Rufus Wainwright, die Electro-Päpste Carl Craig und Moritz von Oswald, die beninisch-französische Sängerin Angélique Kidjo und den koreanischen Filmemacher Jee-woon Kim. Der „Boléro“ wurde bis heute so häufig adaptiert, variiert und sublimiert, dass er inzwischen zur Popkultur gehört.

Sonntag, 05.01. / 20:15 Uhr / Chicago
Schwerpunkt: Welcome to the 20s
Spielfilm, USA, 2002, ZDF 113 Min.
Regie: Rob Marshall
Drehbuch: Bill Condon
Autor: Maurine Dallas Watkins
Produktion: Miramax Films, The Producer Circle Co.
Produzent: Martin Richards
Kamera: Dion Beebe
Schnitt: Martin Walsh
Musik: John Kander, Fred Ebb, Danny Elfman
Kostüme: Colleen Atwood

Mit: Renée Zellweger (Roxanne „Roxie“ Hart), Richard Gere (Billy Flynn), Catherine Zeta-Jones (Velma Kelly), Queen Latifah (Mama Morton), Taye Diggs (Bandleader), John C. Reilly (Amos Hart), Lucy Liu (Kitty Baxter), Dominic West (Fred Casely), Colm Feore (Harrison)

Online verfügbar von 05/01 bis 12/01

Chicago, 1924: Roxie Hart träumt von einer Karriere wie der ihres Idols Velma Kelly; dabei geht sie dem Betrüger Fred Casely auf den Leim, der vorgibt, Verbindungen zu Kelly zu haben. Roxie entlarvt seine Lüge, erschießt Casely und wird wegen Mordes angeklagt.

Im Todestrakt trifft sie prompt auf Velma, ebenfalls wegen Mordes angeklagt. Roxie nimmt Kontakt zum Erfolgsanwalt Billy Flynn auf. Er bringt sie dazu, sich der Presse gegenüber als Opfer männlicher Vernachlässigung zu inszenieren, wodurch sie über Nacht Ruhm erlangt.

Nun hat Velma das Nachsehen und versucht vergeblich, Roxie von einer Zusammenarbeit zu überzeugen. Roxies Prozess verläuft zunächst vielversprechend angesichts der listigen Strafverteidigung Flynns, der sorglos Zeugen diskreditiert, Beweismittel manipuliert und eine medienwirksame Versöhnung von Roxie und ihrem Mann Amos inszeniert. Als jedoch Velma mit Roxies belastendem Tagebuch auf den Plan tritt und so eine Amnestie ihres eigenen Falls erwirkt, muss Flynn sein ganzes Talent aufbringen, um das Tagebuch als Finte seines ambitionierten Gegenspielers, Staatsanwalt Harrison, darzustellen.

Roxie wird freigesprochen, doch die Presse nimmt davon wenig Notiz und hat bereits eine neue Mörderin zum Stadtgespräch erklärt. Roxie versucht sich erfolglos als Varietékünstlerin. Auch Velma hat als Solistin keinen Erfolg mehr – vielleicht liegt die Lösung in einem Duo?

Der Film basiert auf einer wahren Begebenheit – dem Prozess der Beulah Annan in den 1920er Jahren –, die zuvor bereits vielfach adaptiert wurde, unter anderem als Theaterstück, Stummfilm und Musical.

Zusatzinfo:
Zu Beginn der 20er Jahre des 21. Jahrhunderts lässt ARTE die Golden Twenties des 20. Jahrhunderts noch einmal aufleben. Neben „Chicago“ werden Anfang Januar zahlreiche weitere glamouröse Klassiker gezeigt. Der amerikanische Regisseur und Choreograph Rob Marshall hatte mit seinem Spielfilmdebüt „Chicago“ gleich seinen internationalen Durchbruch. Der Film erhielt insgesamt sechs Oscars, neben dem Hauptpreis als bester Film unter anderem für das beste Kostümbild. Nachfolgend drehte Marshall unter anderem „Pirates of the Caribbean – Fremde Gezeiten“ (2011) und den preisgekrönten „Mary Poppins‘ Rückkehr“ (2018).

Sonntag, 05.01. / 22:10 Uhr / Josephine Baker, Ikone der Befreiung
Schwerpunkt: Welcome to the 20s
Dokumentation, Frankreich, 2017, ARTE F 53 Min.
Regie: Ilana Navaro
Online verfügbar von 29/12 bis 12/01

Im Jahr 1925 verließ die junge schwarze Varieté-Tänzerin Josephine Baker die USA und machte sich auf den Weg nach Europa. Sie entfloh der Rassentrennung und versuchte ihr Glück in Paris. In nur einer Nacht wurde sie zum Liebling der französischen Metropole. Ihr „Danse sauvage“ sorgte für Furore auf dem alten Kontinent. Doch jedes Mal, wenn sie in ihr Heimatland zurückkehrte, stieß sie auf Rassentrennung und Rassismus. Eine Dokumentation über ihr politisches Erwachen.

Hundert Jahre vor Beyoncé lebte Josephine Baker. Sie wuchs in armen Verhältnissen in Missouri auf, wurde in Frankreich zur berühmten Tänzerin und Sängerin, setzte sich im Zweiten Weltkrieg an der Seite von General de Gaulle für die Résistance ein und adoptierte zwölf Kinder aus verschiedenen Teilen der Welt. Ihr Leben klingt wie ein Roman. Doch das ist nur die eine Hälfte der Wahrheit und sich damit zu begnügen, würde ihr nicht gerecht. Wer Josephine Baker wirklich verstehen will, muss ihre Ursprünge kennen. Ihr unstillbares Verlangen, alles zu verändern, ist einer Kindheit geschuldet, in der Gewalt und harscher Rassismus Alltag waren. Als Josephine Baker zur Welt kam, lag die Sklaverei erst 40 Jahre zurück. Im Mittleren Westen der USA, wo Baker aufwuchs, wurden Schwarze immer noch behandelt wie Menschen zweiter Klasse. Sie wohnten in Elendsvierteln und wurden regelmäßig von Weißen angegriffen, die den Ausgang des Bürgerkriegs nicht verkraften konnten. Aus dieser Situation floh Josephine Baker. Doch jedes Mal, wenn sie in ihre Heimat zurückkehrte, holten sie Hass und Rassismus wieder ein. Ihre USA-Reisen waren leidvolle Erfahrungen, die sie nachhaltig prägten. Fortan und bis ans Ende ihres Lebens nutzte Josephine Baker ihre Berühmtheit, um für ihre Ideale zu kämpfen. Die Dokumentation zeigt die Entwicklung von der Tänzerin im Bananenröckchen zur politischen Figur, die 1963 beim Marsch auf Washington als einzige Frau an der Seite Martin Luther Kings das Wort ergriff. Es ist die Geschichte des politischen Erwachens des ersten schwarzen Superstars.

Sonntag, 05.01. / 23:05 Uhr / Den Frauen gehört die Nacht ~ Paris, 1919-1939
Schwerpunkt: Welcome to the 20s
Dokumentarfilm, Frankreich, 2018, ARTE F 91 Min.
Regie: Carole Wrona
Online verfügbar von 29/12 bis 05/03

Tanz auf dem Vulkan: In glamourösen Pariser Music-Halls, zwielichtigen Kabaretts und Tanzlokalen verkehrten in der Zeit zwischen den beiden Weltkriegen die Stars der französischen Varieté- und Tanzszene. Namen wie Josephine Baker, Mistinguett, Gaby Deslys, Marianne Oswald und Suzy Solidor stehen für das Lebensgefühl im Paris der wilden Zwanziger, für eine Zeit, die von Lebenslust und Lebensgier beflügelt war. Man tanzte Charleston und Swing, bis sich in den beginnenden 30er Jahren die nächste Katastrophe abzeichnete.

Nach dem Ende des Ersten Weltkriegs wollten sich die Menschen vor allem amüsieren, um die Schrecken des Krieges zu vergessen. In Music-Halls wie dem Moulin Rouge, dem Casino de Paris oder den Folies Bergère präsentierten Gaby Deslys, Mistinguett und Josephine Baker ihre verschwenderisch aufgemachten Revuen. Die federgeschmückten „Königinnen der Nacht“ stehen für jenes flirrende Pariser Nachtleben und hedonistische Treiben, dem noch heute unzählige Touristen im Pariser Pigalle-Viertel nachzuspüren versuchen. Auch nach Ausbruch der Wirtschaftskrise ab 1929 wollte man in Paris nicht auf ausgelassenes Amüsement verzichten. Die Vergnügungen verlagerten sich in die Kabaretts, die einem erleseneren Publikum vorbehalten waren. In deren gediegener Atmosphäre zeigte sich auch die Emanzipation der Frauen, die Kurzhaarschnitte, Hosen und Krawatten trugen. Doch die 30er Jahre warfen bereits ihre Schatten voraus, und die nächtliche Vergnügungslust täuschte nur für kurze Zeit über die Angst vor einem erneuten Krieg hinweg. In legendären Etablissements wie dem „Boeuf sur le Toit“, dem „Chaland qui passe“ oder den „Borgias“ fanden Marianne Oswald, Suzy Solidor, Lucienne Boyer, Cora Madou und Lys Gauty den perfekten Rahmen für ihre verstörend intimen Darbietungen, mit denen sie Tabus brachen. Sie wurden zu den unvergessenen weiblichen Stars eines zeitlos gewordenen Repertoires.

Dienstag, 07.01. / 02:05 Uhr / Centre Pompidou ~ Mehr als nur ein Museum
Dokumentation, Frankreich, 2016, ARTE F 53 Min.
Regie: Jean-Marc Gosse
Online verfügbar von 31/12 bis 14/01

Das Centre Pompidou in Paris ist ein Kind der 68er-Bewegung, eine Wirklichkeit gewordene Utopie. Entworfen wurde es auf Initiative des damaligen französischen Staatspräsidenten Georges Pompidou, obwohl dieser eher als bürgerlich-konservativ galt. Das mutige Projekt sollte Kunst- und Kulturzentrum, Museum und Raum für Kreativität zugleich werden, in dem bildende Kunst, Musik, Film, Literatur und Medienforschung nebeneinander bestehen würden. Seine Gründung löste 1977 Erstaunen und Polemik aus, durch die Modernität seiner Architektur ebenso wie seinen ganzheitlichen Ansatz für Kunst und Kultur. Wie hat es sich seither entwickelt, und wie steht es um seine Zukunft? Hat die Utopie der ersten Stunde heute noch dieselbe Kraft?

Das Centre Pompidou in Paris ist ein Kind der 68er-Bewegung, eine Wirklichkeit gewordene Utopie. Entworfen wurde es auf Initiative des damaligen französischen Staatspräsidenten Georges Pompidou, obwohl dieser eher als bürgerlich-konservativ galt. Das mutige Projekt sollte Kunst- und Kulturzentrum, Museum und Raum für Kreativität zugleich werden, in dem bildende Kunst, Musik, Film, Literatur und Medienforschung nebeneinander bestehen würden. Schon bei der Eröffnung 1977 sorgte das Centre Pompidou durch seine spektakuläre Architektur, das vielfältige Angebot, seinen avantgardistischen Charakter und die unterschiedlichen Zielgruppen für Erstaunen, Neugierde und Begeisterung. Umfangreiche, spektakuläre Ausstellungen werden als wahre dreidimensionale Reisen gestaltet, bei denen die Besucher nicht nur Werke bestaunen, sondern echte Erfahrungen machen; es werden poetische Höhenflüge ebenso inszeniert wie Aufmerksamkeit erregende Happenings. Das Centre Pompidou stört, rüttelt auf – aber gleichgültig lässt es nie. Derzeit durchlebt das weltweit unvergleichliche Kulturzentrum jedoch eine doppelte Krise: eine Identitätskrise, weil die Utopie der Anfänge jederzeit infrage gestellt werden kann, und eine Wachstumskrise, da die Sammlung von 16.000 Werken bei der Eröffnung auf heute über 100.000 angestiegen ist. Künstler von internationalem Ruf wie Daniel Buren, Annette Messager und JR als Protagonisten der Kreativität dieses einzigartigen Ortes und diejenigen, in deren Händen die Zukunft des Centre Pompidou liegt, beschreiben diese revolutionäre Architektur- und Kulturstätte aus ihrer Sicht.

Freitag, 10.01. / 05:00 Uhr / Rheingau Musik Festival: „Missa solemnis“ von Ludwig van Beethoven
Musik, Deutschland, 2016, HR 83 Min.
Regie: Nele Münchmeyer
Komponist: Ludwig van Beethoven
Dirigent: Andrés Orozco-Estrada
Orchester: hr-Sinfonieorchester
Chorleitung: Johannes Prinz
Dramaturgie: Andreas Maul

Mit: Steve Davislim (Tenor), Hanno Müller-Brachmann (Bass), Regine Hangler (Sopran), Katrin Wundsam (Alt), Wiener Singverein

Online verfügbar von 10/01 bis 17/01

„Von Herzen – Möge es wieder – Zu Herzen gehen!” Diese berühmte Widmung gab Ludwig van Beethoven einst seiner Komposition „Missa solemnis” mit auf den Weg, die in ihrer Rätselhaftigkeit und Wirkung bis heute eine ganz besondere Aura ausstrahlt. Von dem gläubigen Aufklärer und großen Humanisten einst geschaffen, um „bei den Singenden als bei den Zuhörenden religiöse Gefühle zu erwecken und dauernd zu machen”, werden darin Gott und Gottheit, Mensch und Menschheit, Himmel und Erde musikalisch gleichermaßen angesprochen. Beethovens „Missa solemnis” sprengt bei einer Länge von etwa 80 Minuten den Rahmen einer gewöhnlichen Gottesdienstbegleitung. Zum ersten Mal wurde sie 1824 jedoch nicht in kirchlichem Rahmen, sondern in der Philharmonischen Gesellschaft in Sankt Petersburg aufgeführt und kurz danach am Kärntnertortheater in Wien.

Andrés Orozco-Estrada und das hr-Sinfonieorchester präsentieren das geistliche Hauptwerk Beethovens beim Rheingau Musik Festival im Kloster Eberbach und krönen damit ihr gemeinsames Beethoven-Projekt „Ludwig van …“. Unter der Leitung des in der Musikhauptstadt Wien ausgebildeten Orozco-Estrada entfaltet das anspruchsvolle wie faszinierende Ausnahmewerk des Wiener Klassikers Beethoven mit dem Wiener Singverein – unter der Leitung von Johannes Prinz – und einem exzellenten Solistenquartett, bestehend aus Regine Hangler, Katrin Wundsam, Steve Davislim und Hanno Müller-Brachmann, eine ganz besondere Wirkung im auratischen Klang- und Bildraum von Kloster Eberbach.

Freitag, 10.01. / 22:05 Uhr / ABBA forever
Dokumentarfilm, Großbritannien, 2019, ARTE 60 Min.
Regie: Chris Hunt
Erstausstrahlung

Vor 50 Jahren lernten sie sich kennen, vor 40 Jahren gaben sie ihr letztes Konzert und vor 20 Jahren feierten sie mit dem Musical “Mamma Mia!” ihr Comeback. ARTE blickt den Machern der Hologramm-Tour 2019 über die Schultern und rollt die Geschichte der schwedischen Kultband noch einmal ganz neu auf.

Freitag, 10.01. / 23:05 Uhr / Tracks
Magazin, Deutschland, 2020, ZDF 30 Min.
Produzent: Kobalt Productions
Erstausstrahlung

„Tracks“ schaut im Studio der Spieleentwickler von Crows Crows Crows vorbei und stellt die kommende Generation junger Rapper aus Russland vor.

(1): Crows Crows Crows – Trippy Gaming Das Entwicklerstudio Crows Crows Crows rund um William Pugh erschafft mit viel Humor, Improvisation und Durchgeknalltheit immersive Videogame-Welten, die nicht mehr viel mit gewöhnlichen Videospielen zu tun haben. Die Spieleentwickler wollen mit ihren elaborierten Pranks, anarchistischen Meta-Handlungssträngen und surrealen Comicwelten die „Absurdität des modernen Lebens“ darstellen. „Tracks“ schaut im Berliner Studio von Crows Crows Crows vorbei.

(2): Face – Young Russian Rap Eine neue Generation russischer Rapper übt sich in unpolitisch politischem Protest und wird dafür mit Auftrittsverboten und Schikanen bestraft. Einer davon ist Face, der innerhalb eines Jahres vom Nobody zum Superstar wurde. Er rappt über Bling Bling, Sex, Drogen, Limousinen und Designerklamotten. Aber anders als im US-Hip-Hop geht es dabei nicht um Statussymbole, sondern um den fehlenden Sinn und die fehlende Moral für die junge Generation im heutigen Russland.

Freitag, 10.01. / 23:35 Uhr / David Gilmour Live at Pompeii
Musik, Italien, Frankreich, 2017, ARTE 58 Min.
Regie: Gavin Elder
Online verfügbar von 10/01 bis 09/02

1971 trat Sänger und Gitarrist David Gilmour mit der Band Pink Floyd zum ersten Mal im legendären römischen Amphitheater in Pompeji für den Konzertfilm „Pink Floyd: Live at Pompeii“ auf, damals ohne Publikum. 45 Jahre später kehrte Gilmour nach Pompeji zurück. Im Rahmen der einjährigen Release-Tournee für sein Hit-Album „Rattle that Lock“ gab er dort zwei spektakuläre Konzerte. Die beiden Auftritte waren die erste Livedarbietung vor Publikum in der Arena seit der Römerzeit – ein exklusives Event vor 2.600 Rock-Fans, die genau dort standen, wo im ersten Jahrhundert vor Christus die Gladiatoren gegeneinander kämpften.
In einem audiovisuellen Spektakel mit Lasershow, Feuerwerk und einer kreisförmigen Riesenleinwand hält Regisseur Gavin Elder in „David Gilmour Live at Pompeii“ Highlights aus zwei Konzerten fest. Der einstündige Film zeigt großartige Musik und die Performance einer Band mit Starbesetzung. Die Konzerte umfassen Titel aus David Gilmours gesamter Laufbahn sowie viele Pink-Floyd-Klassiker, darunter „One of these Days“ – der einzige Titel, den die Band auch schon 1971 in Pompeji spielte. Außerdem bekam das Publikum an beiden Abenden eine außergewöhnliche Darbietung von „The Great Gig in the Sky“ („The Dark Side of the Moon“) zu hören, einem Titel, den David Gilmour als Solokünstler nur sehr selten spielt.

„David Gilmour Live at Pompeii“ zeigt einen Musiker auf dem Höhepunkt seiner Kunst.


Diese Übersicht wird stets mehrere Wochen vor den jeweiligen Sendeterminen erstellt. Aktuelle Programmänderungen sind nicht berücksichtigt. Diese finden sich auf arte.tv.