TV-Tipps arte:

arte und 3sat übertragen in ihrem umfangreichen Programmen regelmäßig Dokumentationen über Künstler und Kulturereignisse, dazu Konzerte (von Klassik über Pop & Rock bis Heavy Metal), Musicalfilme, Opern-, Tanz- und Theatervorstellungen.
Diese Seite informiert über bevorstehende interessante Ausstrahlungstermine auf arte aus dem Kulturbereich.


Programmwoche 39:

Samstag, 19.09. / 00:10 Uhr / Square für Künstler: Carte Blanche für Wladimir Kaminer
Magazin, Frankreich, 2017, ARTE 27 Min.
Online verfügbar von 12/09 bis 26/09

“Square” ist das bimediale Magazin auf ARTE. Die Sendung stellt die philosophischen, literarischen, künstlerischen und technischen Innovationen unserer heutigen Gesellschaften in den Mittelpunkt. Es geht um neue Ideen in allen Bereichen – nicht nur in Deutschland und Frankreich, sondern weltweit. “Square” befasst sich vor allem mit dem Blick der Kreativen und Künstler auf eine Welt, die sich rasant bewegt.

Wenn Wladimir Kaminer einen Film macht, dann nur mit dem ihm eigenen Humor. Für “Square” traf der in Berlin lebende Schriftsteller, bekannt geworden durch seine “Russendisko”, einen für ihn vorbildlichen “Gastgeber”: Peter Schwarz, Direktor des Cliff Hotels auf der Insel Rügen.
Weder das Hotel noch sein Direktor sind gewöhnlich. Das Hotel war zu DDR-Zeiten ein Erholungsheim für die Parteigenossen, eingezäunt und in Eins-a-Strandlage. Heute ist es ein Wellnesshotel, in dem Peter Schwarz mit seinem Team versucht, den Gästen einen angenehmen Urlaub zu ermöglichen. Gastfreundschaft, Empfangskultur, das Kommen und Gehen der Gäste – das sind die Themen, die Wladimir Kaminer interessieren, mit Augenzwinkern: Da wundert es auch nicht, wenn in seinem Film ausgerechnet ein Eisbär an der Ostsee im Strandkorb sitzt.

Sonntag, 20.09. / 06:20 Uhr / Wahn und Wahrheit ~ Der Maler Gérard Garouste
Dokumentation, Frankreich, 2018, ARTE F 51 Min.
Regie: Vivien Desouches
Wiederholung vom 16.09.

Sonntag, 20.09. /11:00 Uhr / Liebe am Werk: Claude Cahun & Marcel Moore
Dokumentationsreihe, Frankreich, 2019, ARTE F 26 Min.
Regie: Stéphanie Colaux
Erstausstrahlung

Liebe, Kunst und Leidenschaft: Von Frida Kahlo und Diego Rivera über Gabriele Münter und Wassily Kandinsky bis hin zu Emilie Flöge und Gustav Klimt. Die Dokumentationsreihe erzählt mit vier neuen Folgen in einer ganz neuartigen Mischung aus echter Biografie und kreativer Archivcollage vom Leben legendärer Künstlerpaare vor dem Hintergrund ihrer Zeit. Eine Liebesbeziehung hinterlässt immer Spuren. Und wenn die Liebe zwei Künstlerseelen zusammenführt, finden diese großen Gefühle auch oft in den jeweiligen Werken ihren Ausdruck. Ganz gleich, ob die Liebe in schöpferischer Erfüllung oder amouröser Enttäuschung endet.

Zwei unbeugsame lesbische Frauen, die während des Zweiten Weltkriegs gemeinsam Widerstand gegen die deutschen Besatzer leisteten, zwei unangepasste Künstlerinnen und Persönlichkeiten: Claude Cahun, mit dem bürgerlichen Namen Lucy Renée Schwob, war eine Schriftstellerin, Dichterin und Fotografin, die mit ihrer Lebensgefährtin, der Illustratorin Suzanne Malherbe, im Paris der 20er und 30er Jahre einen Künstlersalon unterhielt. Ihre Werke ergänzten sich, sind in frühen Jahren vom Symbolismus und vom Jugendstil beeinflusst. Später schließen sie sich den Pariser Surrealisten an.

Als Tochter der wohlsituierten, jüdischen Intellektuellenfamilie Schwob genoss Claude Cahun eine gute Ausbildung, und es war ihr schon frühzeitig möglich, in Zeitschriften Texte zu veröffentlichen und sich künstlerisch zu betätigen. Gemeinsam mit ihrer Stiefschwester und Lebensgefährtin Suzanne Malherbe, die aus einer Arztfamilie kam, betrieb sie 15 Jahre lang einen Künstlersalon in Paris. Sie fotografierte, spielte dabei in ihren surrealistischen Selbstporträts mit Geschlechterrollen und Identitäten, schuf Collagen, spielte in surrealistischen Theaterstücken mit und schrieb und verkehrte im Kreis der Surrealisten um den Dichter André Breton.

In ihren Schriften und mittels ihres fotografischen Schaffens wandte sie sich als Kommunistin gegen den Faschismus und kämpfte zeitlebens für ein freiheitliches Denken und die Emanzipation der Frau. Ab 1937 flüchteten Claude Cahun und Suzanne Malherbe vor den Nazis auf die Kanalinsel Jersey. Nach der Besetzung Jerseys durch die Wehrmacht engagierten sie sich in der Résistance und wurden schließlich 1944 zum Tode verurteilt. 1945 wurden beide begnadigt, doch während der zehnmonatigen Haft hatte die Gestapo ihr Landhaus geplündert und einen großen Teil ihres Werkes zerstört.

Die Geschichte von Lucy Schwob und Suzanne Malherbe ist die Geschichte zweier Frauen, die in ihrer Liebe und in ihrem künstlerischen Schaffen vereint waren.

Sonntag, 20.09. / 16:15 Uhr / Renaissance der Malerinnen ~ Sofonisba Anguissola, Lavinia Fontana, Artemisia Gentileschi
Dokumentation, Deutschland, 2019, ZDF 52 Min.
Regie: Hilka Sinning
Erstausstrahlung

Sie waren die Künstlerheldinnen der Renaissance: Vor mehr als 400 Jahren verzauberten die italienischen Malerinnen Sofonisba Anguissola, Lavinia Fontana und Artemisia Gentileschi ihre kunstliebenden Zeitgenossen. Dennoch waren sie für lange Zeit aus dem Gedächtnis der Kunstwelt verdrängt. Jetzt werden die Alten Meisterinnen in großen Ausstellungen gefeiert.

Sofonisba Anguissola, Lavinia Fontana und Artemisia Gentileschi: Sie wurden im 16. Jahrhundert geboren, in einer Zeit, in der Frauen der Zugang zu Kunstakademien verwehrt war. Dennoch feierten sie glänzende Erfolge. Ihre Gemälde waren so begehrt wie die Bilder ihrer männlichen Kollegen. Die drei Künstlerinnen schafften es, die Konventionen ihrer Zeit zu durchbrechen und damit die Vorstellung, dass Frauen für künstlerische Berufe nicht geeignet wären. Nach ihrem Tod verschwanden sie für lange Zeit aus dem Gedächtnis der Kunstwelt. Jetzt rücken die drei Malerinnen der Renaissance mit großen Ausstellungen ins Licht der Öffentlichkeit. Sofonisba Anguissola aus Cremona bewies schon früh ihr Talent: Ihre Porträts zeigen eine psychologische Tiefe, die selbst Michelangelo beeindruckte. Sie wurde Hofmalerin in Madrid, am Herrschersitz des spanischen Königs. Ihre Kollegin Lavinia Fontana, Tochter des Malers Prospero Fontana, war der Liebling der Aristokratie und des Klerus: Sie malte riesige Altarbilder, der Papst saß für sie Modell. Eine Generation später schrieb die römische Malerin Artemisia Gentileschi Kunstgeschichte: Nach einem spektakulären Vergewaltigungsprozess schuf sie mächtige Frauenakte, Märtyrerinnen in leuchtenden Farben, biblische Rächerinnen. Heute gelten Gentileschis Gemälde als Meisterwerke. Erst im letzten Jahrhundert wurden die Malerinnen im Zuge der feministischen Bewegung wiederentdeckt. Heute erleben sie eine zweite Renaissance in den großen Museen Europas: Die Londoner National Gallery erwarb Artemisia Gentileschis „Selbstporträt als die heilige Katharina von Alexandria“ für 4,2 Millionen Euro, der Prado in Madrid feierte mit den Alten Meisterinnen seine Jubiläumsschau.

Sonntag, 20.09. / 17:10 Uhr / TWIST ~ Wem gehört die Straße? Beim Street Art Fest Grenoble!
Magazin, Deutschland, 2020, SWR 30 Min.
Regie: Diverse
Mit: Bianca Hauda, Romy Straßenburg
Erstausstrahlung

„TWIST“ – das ist das neue ARTE-Kulturmagazin. Jede Woche gehen die Moderatorinnen Bianca Hauda und Romy Straßenburg in einer europäischen Metropole den Fragen nach, die die Menschen gerade umtreiben. Neugierig, frisch, mit Esprit und Witz. In Begegnungen mit Künstlern und Kreativen. Quer durch alle Genres von der Kunst über Architektur, Fotografie, Literatur bis hin zur Mode und zum Film. Und: „TWIST“ unterhält. Etwa mit der Web-Rubrik „Psychogramm“ auf Instagram. Darin werden die Insta-Profile von Künstlerinnen und Künstlern satirisch auf die Couch gelegt.

Die Straße – öffentlicher Raum, wo sich Menschen begegnen, Kultur entsteht und Demos stattfinden. Kampfzone. Ort von Verkehr und Kommerz. Der Verteilungskampf ist voll entbrannt. „TWIST“ bezieht Stellung, trifft Sprayer beim internationalen Street Art Fest Grenoble Alpes, zeigt die spektakulärsten Graffiti. „TWIST“ – das Magazin mit Bianca Hauda, heute aus Grenoble. Kultur bewegt!

Sonntag, 20.09. / 17:40 Uhr / Drei Stardirigenten, eine Familie ~ Die Järvis und ihr Musikfestival in Estland
Musik, Deutschland, 2019, WDR 43 Min.
Regie: Holger Preuße, Isabel Hahn
Mit: Paavo Järvi, Neeme Järvi, Kristjan Järvi,, Maarika Järvi, Truls Mørk
Erstausstrahlung

Zum neunten Mal wurde 2019 das Pärnu Music Festival in der estnischen Hafenstadt veranstaltet. Neeme Järvi und seine Söhne Kristjan und Paavo haben es gegründet, inzwischen sind sie allesamt Stardirigenten. Diesmal stand ein besonderes Projekt auf dem Programm. Das Stück „Birthday Korale NJ 80“ hat Kristjan zum 80. Geburtstag seines Vaters komponiert: Die Sendung begleitet Paavo beim Proben mit dem Orchester, taucht backstage in das Festivalleben an der Ostseeküste ein, besucht die Familie Järvi in ihrem Ferienhaus und zeigt den norwegischen Cellisten Truls Mørk mit Dvoraks wundervollem Cello-Konzert in h-Moll.

Im Jahr 1980 ist die Familie Järvi aus Estland, das damals zur Sowjetunion gehörte, in die USA emigriert. Danach verstreuten sich die Familienmitglieder auf der ganzen Welt. Heute bringt das nach der Unabhängigkeit Estlands gegründete Festival einmal im Jahr die ganze Familie wieder zusammen. Dabei wohnen die Järvis in einer kleinen Datscha am Rande von Pärnu, die ihnen als Rückzugsort vom Festivaltrubel dient. Darunter eine vierte Järvi, nämlich Paavos und Kristjans Schwester Maarika, die als Flötistin im Festivalorchester spielt. Die familiäre Atmosphäre beim Musikfestival in Pärnu hat ihren besonderen Reiz. Die Probenzeit ist zwar begrenzt, aber alles läuft entspannter als in den großen Konzertsälen und man ist unter sich. Das zieht regelmäßig andere weltbekannte Künstler an. 2019 war der Stargast der norwegische Cellist Truls Mørk; Paavo Järvi leitet das Festivalorchester. Gemeinsam spielen sie das Cello-Konzert in h-Moll von Antonin Dvorak.

Sonntag, 20.09. / 22:00 Uhr / Isabelle Huppert – Leben für den Film
Filmreihe: Isabelle Huppert
Dokumentation, Frankreich, 2019, ARTE F 52 Min.
Regie: William Karel
Erstausstrahlung

Zerbrechlich, willensstark und geheimnisvoll: Isabelle Huppert ist eine Ausnahmeerscheinung des französischen Kinos. Sie kann auf ein Werk mit bisher mehr als 100 Filmen zurückblicken. Dabei ist sie in die schwierigsten und abgründigsten Rollen geschlüpft. Dieses neue Filmporträt lässt Isabelle Huppert selbst erzählen und Ausschnitte aus ihren wichtigsten Filmen kommentieren – von Claude Gorettas „Die Spitzenklöpplerin“ bis hin zu Paul Verhoevens Vergewaltigungsdrama „Elle“. Ihre persönlichen Erinnerungen an Filmrollen, Dreharbeiten und Reflexionen über die Schauspielkunst fügen sich zu einem eindrucksvollen schauspielerischen Oeuvre.

Von Isabelle Huppert geht etwas Unnahbares aus. Huppert umgibt eine Aura, die für sie zum Karriere-Sprungbrett wurde. Ihr maskenhaftes Mienenspiel, das gleichzeitig grenzenlose Verzweiflung und Trauer vermittelt, ist zu ihrem Markenzeichen geworden. Sie bringt emotionale Gratwanderungen und größte Intensität mit einem Minimum an Mimik zum Ausdruck.
„Schauspielerin zu werden, ist keine Entscheidung. Man wird es einfach“, erklärt Isabelle Huppert. Und erinnert sich, wie sie bereits als Kind von ihrem Vater mit der Super-8-Kamera gefilmt wurde oder an die Schauspielkurse, zu denen ihre Mutter sie anmeldete. Sie erzählt von der ersten Begegnung mit Yves Montand und Romy Schneider und ihren Anfängen auf der Leinwand wie in Bertrand Bliers Komödie „Die Ausgebufften“. Als 23-Jährige war ihr Erfolg in Claude Gorettas „Die Spitzenklöpplerin“ durchschlagend. In diesem Drama spielte sie ein junges Mädchen, das an einer unglücklichen Liebe zerbricht und in eine psychiatrische Klinik eingewiesen wird. Schließlich lässt Huppert die Zusammenarbeit mit großen Regisseuren Revue passieren: von Claude Chabrol, zu dem sie eine Art Vater-Tochter-Beziehung hatte, über Jean-Luc Godard, Paul Verhoeven, Maurice Pialat, Werner Schroeter und Benoît Jacquot bis Michael Cimino und Michael Haneke.
Isabelle Huppert erhielt zahlreiche Preise und Auszeichnungen. Die Jury des Filmfestivals in Cannes hat sie gleich zweimal als beste Schauspielerin mit der Goldenen Palme bedacht: Im Jahr 1978 für „Violette Nozière“ von Chabrol und 2001 für ihre Rolle in Hanekes „Die Klavierspielerin“. Für Michael Verhoevens Drama „Elle“ wurde sie 2017 für einen Oscar nominiert. Sie spielt darin eine Frau mittleren Alters, die vergewaltigt wird, aber nicht zur Polizei geht. Isabelle Huppert stellt am Ende dieser Rückschau auf ihr Werk fest, dass sie immer Schauspielerin sein wird: „Aufhören? Ich denke oft daran. Aber ich werde es niemals tun.“

Sonntag, 20.09. / 22:55 Uhr / Luthers Lieder
Dokumentation, Deutschland, 2017, ZDF 53 Min.
Regie: Günther Klein

Die 95 Thesen, der Kampf gegen das Papsttum, die Reformation: Fällt der Name Luther, dann sind die Assoziation zahlreich. Doch kaum jemandem ist bewusst, dass Luther neben alldem auch einer der erfolgreichsten Liedkomponisten Deutschlands war! 38 Lieder hat er gedichtet und komponiert, die auch jetzt noch, nach 500 Jahren, bekannt sind – wie etwa „Ein feste Burg ist unser Gott“, die sogenannte Marseillaise der Reformation. Der deutsche Schauspieler und Sänger Ben Becker begibt sich in die Welt des Reformators und sucht nach den Ursprüngen von Luthers Liedern.

Wenn von Martin Luther die Rede ist, dann denkt man zunächst an seinen legendären Thesenanschlag, seine Bibelübersetzung und seinen Kampf gegen das Papsttum. Aber wer denkt schon daran, dass Luther einer der erfolgreichsten Liedkomponisten Deutschlands war, der 38 Lieder nicht nur gedichtet, sondern auch komponiert hat? Lieder die noch heute, 500 Jahre nach dem Thesenanschlag, so populär sind, dass sie fast jeder kennt: „Vom Himmel hoch, da komm ich her“ oder „Ein feste Burg ist unser Gott“, das schon Heinrich Heine als „Marseillaise der Reformation“ bezeichnet hat. Dass Luther ein guter Sänger und passabler Lautenspieler war, ist bekannt. Wieso aber hat er sich auf dem Höhepunkt seines aufreibenden theologischen Kampfes ausgerechnet der Komposition von Gesängen gewidmet? Was trieb den Reformator an, im Alter von bereits 40 Jahren ganz plötzlich Lieder wie am Fließband zu produzieren? Worin lag die geniale und zeitlose Qualität seiner Melodien, die inzwischen sogar von Pop- und Jazzmusikern interpretiert werden? Und warum gab es vor Luther überhaupt keine Gesangbücher? Der Schauspieler Ben Becker begibt sich in die Welt Martin Luthers und sucht an bedeutenden Orten der Reformation, in Musikmuseen und Archiven nach den Quellen und Motiven für „Luthers Lieder“. Dabei erklingen die Kompositionen auf historischen Instrumenten in der überraschenden Urfassung – und Ben Becker entdeckt, dass Luther nicht nur christliche Kampflieder und mitreißende Choräle komponiert hat, sondern auch ein gefühlvolles Liebeslied.

Sonntag, 20.09. / 23:50 Uhr / Tanz- und Sängerfest in Estland
Musik, Deutschland, Estland, 2019, ZDF 61 Min.
Regie: Theo Roos
Erstausstrahlung

In Estland findet alle fünf Jahre ein gigantisches Chorfestival statt, und zwar zeitgleich mit einem opulenten Tanzfestival. Alle sind dazu eingeladen. Im Jahr 2019 zelebrierten über 10.000 Tänzer und mehr als doppelt so viele Chorsänger unter freiem Himmel eindrucksvoll die estnische Kultur. Ein Spektakel, das mit fantastischen Choreographien, mit Stimmgewalt und voller Lebensfreude weit über Estland hinaus beeindruckt.

In den baltischen Staaten sind Singen und Tanzen selbstverständlicher Teil der gelebten Kultur. Seit einigen Jahren gehören die Tanz- und Sängerfeste Estlands, Lettlands und Litauens zum immateriellen UNESCO-Weltkulturerbe. In Estland findet seit dem vorletzten Jahrhundert alle fünf Jahre eine besonders beeindruckende Demonstration des kulturellen Erbes statt: In Tallinn versammeln sich mehr als 20.000 Chorsänger auf dem für diesen Zweck angelegten Festgelände, um vor über 100.000 Zuhörern traditionelle und moderne Lieder zu singen. Hinzu kommen mehr als 10.000 Tänzer. Das Event findet auf zwei Spielstätten verteilt statt. Die Proben für das so gigantische wie volksnahe Spektakel beginnen ein Jahr im Vorfeld. Die Tanz-Choreographien nutzen eine Fläche von der Größe eines Fußballfeldes. Sie offenbaren ihre Wirkung vor allem aus der Luft, von wo aus sich die magischen Muster und Geometrien der in Trachten gekleideten Tanzenden am besten erfassen lassen. Die Dokumentation taucht ein ins Geschehen und verbindet musikalische und tänzerische Höhepunkte des Jahres 2019 zu einem rauschhaften Erlebnis. Bilder, die von Kran und Drohnen eingefangen wurden, ergänzen sich mit der unmittelbaren Atmosphäre beweglicher Kameras, die sich zwischen die Mitwirkenden und ins Publikum mischen. Statements von Teilnehmern erzählen vom Hintergrund des Festivals.

Montag, 21.09. / 05:00 Uhr / Beth Hart – Konzert im Pariser Olympia
Musik, Frankreich, 2020, ARTE F 80 Min.
Regie: Gautier & Leduc
Wiederholung vom 04.09.

Dienstag, 22.09. / 05:00 Uhr / Berlin Live: Maximo Park
Musik, Deutschland, 2017, ZDF 57 Min.
Regie: Stefan Mathieu, Hannes Rossacher
Mit: Maximo Park
Wiederholung

Mittwoch, 23.09. / 05:00 Uhr / Tanz- und Sängerfest in Estland
Musik, Deutschland, Estland, 2019, ZDF 61 Min.
Regie: Theo Roos
Wiederholung vom 20.09.

Mittwoch, 23.09. / 20:15 Uhr / Gundermann
Schwerpunkt: 30 Jahre Wiedervereinigung
Fernsehfilm, Deutschland, 2018, RBB 119 Min.
Regie: Andreas Dresen
Drehbuch: Laila Stieler
Produktion: Pandora Film Produktion, Kineo Filmproduktion, RBB, ARTE
Produzent: Claudia Steffen, Christoph Friedel
Kamera: Andreas Höfer
Schnitt: Jörg Hauschild
Musik: Jens Quandt
Kostüme: Sabine Greunig
Szenenbild / Bauten: Susanne Hopf
Redaktion: Cooky Ziesche, Dagmar Mielke, Andreas Schreitmüller
Ton: Peter Schmidt

Mit: Alexander Scheer (Gerhard Gundermann), Anna Unterberger (Conny Gundermann), Axel Prahl (Führungsoffizier), Thorsten Merten (Puppenspieler), Bjarne Mädel (Parteisekretär), Milan Peschel (Volker), Peter Sodann (Veteran), Kathrin Angerer (Irene)

Erstausstrahlung

Er war ein Spitzel, der bespitzelt wurde. Eine Erkenntnis, die den Liedermacher Gerhard „Gundi“ Gundermann in der Nachwendezeit hart trifft. Lange hatte sich der Sänger seine Stasi-Tätigkeit als IM ab 1976 in seiner ostdeutschen Heimatstadt Hoyerswerda selbst schöngeredet. Verdrängt, wie viele Informationen und Details er gesammelt und an seinen Führungsoffizier weitergegeben hat. Doch nun holt ihn seine Vergangenheit ein. Er muss sich seiner eigenen Schuld stellen und der Frage warum. Was hatte ihn, den damaligen Idealisten, den Lieder schreibenden Baggerfaher, der für ein System kämpfte, für das er selbst zu kritisch und rebellisch war, dazu bewogen, sich instrumentalisieren zu lassen?

„Wenn es denn Kommunismus als Weltanschauung nicht schon gäbe, hätte ich da auch ganz von selber draufkommen können.“ Mit diesen Worten bewirbt sich Gerhard „Gundi“ Gundermann in den 70er Jahren bei der lokalen SED-Leitung in Hoyerswerda um Aufnahme in die Partei. Denn der Lieder schreibende Baggerfahrer ist überzeugt von den Idealen der DDR. Doch Gundermann, der etwas bewegen will, ist für das System, für das er brennt, zu unbequem, zu kritisch und mit seinen Liedern zu aufrührerisch. Schnell will die lokale Führung den Künstler „wegen unerwünschter eigener Meinung“ wieder aus der SED ausschließen. Aber der protestiert, kämpft weiter für das, woran er glaubt, und das ist seine Heimat, sein Land.
1976 lässt er sich sogar von einem Führungsoffizier des Ministeriums für Staatssicherheit als Inoffizieller Mitarbeiter anwerben, um der Sache zu dienen, wie er hofft. Erst Jahre später, nach dem Mauerfall und nachdem er bereits mit seiner Musik ein breiteres Publikum erreicht hat, holt ihn seine Stasi-Vergangenheit wieder ein. Dann muss sich der Idealist dem stellen, was er all die Jahre verdrängt hat, seiner eigenen Schuld.
Denn seine Akte offenbart, dass seine Tätigkeit für die Stasi weit darüber hinausging, nur Missstände im Tagebau anzuprangern. Er hatte Details weitergegeben, private Briefe, sogar Fluchtpläne verraten. Er war ein Spitzel, der selbst bespitzelt wurde. Ein Erkenntnisprozess, der für den Sänger schwer ist. Bei dem er aber immer von seiner großen Liebe, seiner Frau Conny, unterstützt wird. Doch am Ende muss sich Gundermann die Wahrheit seines Tuns nicht nur vor sich selbst, sondern auch vor seinen Fans eingestehen …

Zusatzinfo:
Mit feinem Gespür, Zärtlichkeit und Humor wirft Regisseur Andreas Dresen in „Gundermann“ einen Blick auf das Leben von Gerhard „Gundi“ Gundermann, einem der prägenden Künstler der Nachwendezeit. Er starb 1998, mit gerade einmal 43 Jahren. Das Drehbuch stammt von Laila Stieler. Die Hauptrolle spielt Alexander Scheer, der alle Lieder im Film selbst eingesungen hat. Anna Unterberger steht als seine Frau Conny Gundermann vor der Kamera. In weiteren Rollen sind unter anderem Axel Prahl, Thorsten Merten, Bjarne Mädel, Milan Peschel, Kathrin Angerer und Peter Sodann zu sehen.

Mittwoch, 23.09. / 22:15 Uhr / Katarina Witt – Weltstar aus der DDR
Schwerpunkt: 30 Jahre Wiedervereinigung
Dokumentation, Deutschland, 2019, MDR 52 Min.
Regie: Jobst Knigge
Erstausstrahlung

Katarina Witt ist mit zwei Olympiasiegen, vier Weltmeisterschafts- und sechs Europameisterschaftstiteln die erfolgreichste Sportlerin in der Geschichte des Eiskunstlaufs. Sie war das „schönste Gesicht des Sozialismus“ und verbindet bis heute ostdeutsche Identität mit internationalem Flair. Immer wieder hat sie sich neu erfunden: als ostdeutsche Eisprinzessin, als internationaler Showstar, als Botschafterin des Sports. Bis heute steht sie selbstbewusst zu ihrer DDR-Herkunft.
Der Film „Katarina Witt – Weltstar aus der DDR“ von Jobst Knigge folgt dem Weg des Mädchens aus Sachsen bis nach Hollywood. Es entsteht das Porträt einer Frau, die aus der Enge der DDR heraus mehr erreicht hat als viele vor ihr. Doch die Privilegien hatten einen Preis: Katarina Witt war eine Begünstigte des Staates und wurde gleichzeitig von Kindheit an von der Stasi überwacht. Für diesen Film öffnet sie ihre im Keller verstauten Akten Jahrzehnte später zum ersten Mal.
Es geht in den mehr als 3.000 Seiten um Trainingsbeurteilungen, Auseinandersetzungen, Wettkämpfe. Aber auch: lukrative Angebote aus dem Westen, die ins Leere liefen. Direkt nach der Wende entbrennt eine öffentliche Debatte um die Sportlerin – sie flüchtet daraufhin ins Showbusiness der USA.
Der Film folgt dem Weltstar durch wechselhafte Jahrzehnte. Zu Wort kommen der amerikanische Olympiasieger Brian Boitano, Gabriele Seyfert, Eiskunstlauf-Weltmeisterin und Tochter von Trainerin Jutta Müller, sowie der ehemalige DDR-Staats- und Parteichef Egon Krenz.

Mittwoch, 23.09. / 02:20 Uhr / Renaissance der Malerinnen ~ Sofonisba Anguissola, Lavinia Fontana, Artemisia Gentileschi
Dokumentation, Deutschland, 2019, ZDF 52 Min.
Regie: Hilka Sinning
Wiederholung vom 20.09.

Donnerstag, 24.09. / 05:00 Uhr / Durch die Nacht mit …. Martina Gedeck und Navid Kermani in Neapel
Magazin, Deutschland, 2016, ZDF 52 Min.
Regie: Niloufar Taghizadeh Toussi
Online verfügbar von 23/09 bis 24/10

Der Schriftsteller Navid Kermani und die Schauspielerin Martina Gedeck verbringen einen Abend voller Gegensätze in Neapel. Sie treffen Pater Don Antonio Loffredo in der Katakombe von San Gaudioso und den Tangolehrer Ali Namazi, der Martina Gedeck das Tangotanzen beibringt. Sie sprechen über Liebe, Leidenschaft, Literatur und über die Magie der Kamera.

Auf der Piazza del Plebiscito wird klar, dass Navid Kermani und Martina Gedeck unterschiedliche Erinnerungen an ihr erstes Treffen haben, denn beide können sich nicht mehr genau an die Gespräche mit viel Alkohol erinnern. Kermani will nun den Rat einer Freundin befolgen und während des Drehs keinen Alkohol trinken. Im sozialen Brennpunkt Sanità besuchen sie die Basilica Santa Maria della Sanità und treffen Pater Don Antonio Loffredo, der mit Jugendlichen aus armen Familien die Katakomben San Gaudioso wieder zu einem attraktiven Ort für Touristen gemacht hat. Die Geschichte der Katakomben zeigt, dass es eine lange Tradition von nordafrikanischen Einwanderern in Neapel gibt. In einem Restaurant versuchen Gedeck und Kermani weiter herauszufinden, wie ihr zweites Treffen im Deutschen Bundestag war. Gedeck will zunächst nicht glauben, dass Kermani sich bewusst neben sie setzen ließ. Sie besuchen die Gallerie d’Italia mit dem berühmten Gemälde der heiligen Ursula von Caravaggio – ein Bild, das Kermani liebt und in dem er eine feministische Legende sieht. Sie lernen den Iraner Ali Namazi kennen, der vor 43 Jahren als Architekturstudent nach Italien kam und die erste Tangoschule Italiens gründete. Nach einigen Gläsern Wein sind die guten Vorsätze vergessen: Das Kamerateam wird nach dem Blick über Neapel weggeschickt.

Freitag, 25.09. / 05:00 Uhr / Tracks
Magazin, Frankreich, 2020, ARTE F 30 Min.
Regie: Realisateurs Differents
Journalist: David Combe, Jean-Marc Barbieux
Wiederholung vom 18.09.

Freitag, 25.09. / 15:15 Uhr / Isabelle Huppert – Leben für den Film
Dokumentation, Frankreich, 2019, ARTE F 52 Min.
Regie: William Karel
Wiederholung vom 20.09.

Freitag, 25.09. / 23:40 Uhr / Flick Flack
Magazin, Frankreich, Deutschland, 2020, ARTE 5 Min.
Erstausstrahlung

“Flick Flack” – ist ein Kulturphänomen, ein Trend, ein Porträt … locker und witzig, aufgedröselt in fünf Minuten. “Flick Flack” will neugierig machen und unterhalten und gleichzeitig eine emblematische Geschichte aus der Vergangenheit oder unserer Gegenwart erzählen. Über die Aktualität hinaus interessiert sich “Flick Flack” für bleibende Ereignisse, große Paukenschläge und Verblüffendes aus verschiedensten Genres wie Kino, Musik und Literatur, bildende Kunst und Bühne, Architektur und Design.

Freitag, 25.09. / 23:50 Uhr / Tracks
Magazin, Deutschland, 2020, ZDF 30 Min.
Erstausstrahlung

In der Popwelt reiht sich ein Drogentod an den nächsten. Der mit dem Tod von Kurt Cobain, Jimi Hendrix und Janis Joplin als Klub 27 mystifizierte frühe Drogentod der Rockstargeneration ist mit dem frühen Tod von Lil Peep, XXXtentacion und Juice Wrld heute dem traurigen Klub 21 gewichen. Zusammen mit der Journalistin Helen Fares geht „Tracks“ auf die Suche nach den Gründen dieser neuen Drogenwelle.

Freitag, 25.09. / 00:20 Uhr / United We Stream Festival
Musik, Deutschland, 2020, RBB 75 Min.
Regie: Christian von Behr
Erstausstrahlung

Die international bekannte Berliner Clubszene ist seit einigen Monaten in ihrer Existenz bedroht. Als im März 2020 die Clubs auf unbestimmte Zeit schließen mussten, entstand in der Berliner Musikbranche aber auch eine neue Solidarität.
In kürzester Zeit stellten die Clubs die Initiative „United We Stream“ auf die Beine, die Clubatmosphäre in die Wohnungen und Häuser bringt und Clubs, Künstler und Veranstalter während der Sperre unterstützt. Mittlerweile nehmen Clubs aus der ganzen Welt an der Aktion teil.
In der Sommer-Festivalsaison wird daraus nun ein Festival: Bekannte Berliner Künstlerinnen und Künstler legen ihre Musik an ungewöhnlichen Orten auf: So ist Recondite nun nicht im Berghain, sondern im Botanischen Garten zu sehen, und Acid Pauli vor den Skulpturen des Neuen Museums.
Recondite ist der Künstlername von Lorenz Brunner, der mit seinen minimalen, melancholischen Kompositionen, die auf seine niederbayerische Herkunft verweisen, eine der eigenwilligsten Stimmen der elektronischen Musik geschaffen hat. 2011 trat Recondite erstmals in Berlin auf, bei einer Sub:Stance-Party in der Panorama Bar. Seine Show wurde schnell zum internationalen Hit und machte ihn bei einer Umfrage des „Resident Advisor“ zum Top Live Act.
Acid Pauli alias Martin Gretschmann kennt man auch als Console sowie seine Mitwirkung an The Notwist (bis 2015). Seine über die Jahre zur Perfektion gebrachte DJ-Performance kommt sowohl in den Clubs von New York und Ibiza als auch beim Burning Man Festival in Nevada zur Geltung und beinhaltet nicht nur Techno und House, sondern viele verschiedene Genres.


Programmwoche 40:

Samstag, 26.09. / 05:50 Uhr / Audrey Hepburn, Königin der Eleganz
Dokumentation, Frankreich, 2016, ARTE F 54 Min.
Regie: Emmanuelle Franc
Wiederholung vom 13.09.

Samstag, 26.09. / 06:45 Uhr / Aretha Franklin – Soul Sister
Dokumentation, Frankreich, 2019, ARTE F 52 Min.
Regie: France Swimberge
Wiederholung vom 04.09.

Samstag, 26.09. / ab 11:30 Uhr / Thementag: Faszination Meer
Thementag, ARTE43 Min.

Wunderschön und unberechenbar – bis heute sind Menschen von der gewaltigen Kraft der Meere und ihren Bewohnern fasziniert. ARTE begibt sich auf Entdeckungsreise in die Tiefe.Der Zoologe Peter Praschag hat sein Leben der Rettung gefährdeter Schildkrötenarten verschrieben. „Turtle Hero“ begleitet ihn von Österreich über Brasilien bis nach Südostasien, um seine Arbeit zu dokumentieren. Im anschließenden Dokumentarfilm „Faszinierende Orcas“ erforschen Meeresbiologen das Kommunikations- und Sozialverhalten der Schwertwale einer kanadischen Meerenge, um sie besser verstehen und vor menschlichen Einflüssen schützen zu können.In die Tiefe geht es mit dem Unterwasserfotografen Laurent Ballesta: Die Dokumentationen „700 Haie in der Nacht“ und „28 Tage unter dem Mittelmeer – Station Bathyale“ begleiten den Taucher bei seinen gewagten Expeditionen und geben Antwort auf ungelöste Rätsel.Unerschrocken sind auch die Pioniere des Sättigungstauchens in der Tiefsee: „Tieftauchen – Abenteuer am Limit“ beschreibt die ersten Tauchexpeditionen in über 40 Meter Meerestiefe.Zum Schluss geht es wieder über den Meeresspiegel: Mit spektakulären Landschaftsaufnahmen zeigt die Dokumentation „Mythos Nordsee“ die geschichtlichen Wendepunkte des rauen Gewässers, das seit Jahrhunderten das Leben nordeuropäischer Kulturen prägt.

Sonntag, 27.09. / 05:05 Uhr / TWIST ~Wem gehört die Straße? Beim Street Art Fest Grenoble!
Magazin, Deutschland, 2020, SWR 30 Min.
Regie: Diverse
Mit: Bianca Hauda, Romy Straßenburg
Wiederholung vom 20.09.

Sonntag, 27.09. / 05:35 Uhr / Kinogeschichten ~ Im Zentrum der Macht
Dokumentation, Frankreich, 2017, ARTE F 51 Min.
Regie: Florence Platarets
Wiederholung

Sonntag, 27.09. / 06:25 Uhr / Jane Fonda – Eine Rebellin in Hollywood
Dokumentation, Frankreich, 2018, ARTE F 53 Min.
Regie: Florence Platarets
Wiederholung vom 06.09.

Sonntag, 27.09. / 08:15 Uhr / Kinder entlang der Seidenstraße ~ Musik im Blut
Kindersendung, Dänemark, Österreich, Frankreich, 2017, ARTE 21 Min.
Regie: Jens Pedersen

Fünf an der historischen Seidenstraße gelegene Länder, fünf Kinder zwischen 11 und 14 Jahren, von denen jedes ein eigenes Leben lebt, Träume verwirklichen möchte und persönliche Hürden zu nehmen hat. Die Dokumentationsreihe reist in die Mongolei, nach Kirgistan, Nepal, Indien und Bangladesch, um die kleinen und großen Herausforderungen vorzustellen, denen sich die Kinder in ihrem Land, ihrer Kultur und ihrem sozialen Kontext zu stellen haben. Sie ermöglicht den Zuschauern einen Blick über den Tellerrand und zeigt, dass die Entfaltung von Talenten, die eigene Persönlichkeitsentwicklung, aber auch Auseinandersetzungen mit den Eltern Kinder überall auf der Welt beschäftigen.

Immer wenn der 13-jährige Ravi mit seinem Bruder auf den Dächern seines Dorfes in Indien auf der Trommel improvisiert, hat er das Gefühl zu fliegen. Ravis Familie bringt seit Generationen Hochzeitsmusikanten hervor. Schon als kleiner Junge begleitete er seinen Vater bei den Aufträgen; von ihm lernte er das Trommeln. Auf Hochzeiten zu spielen, ist eine Begabung und gleichzeitig die Lebensgrundlage der ganzen Familie. Menschen zum Tanzen zu bringen, bereitet Ravi unglaubliche Freude. Musik ist die Leidenschaft des 13-Jährigen – und seine einzige Chance, etwas zu erreichen. Als Ravi beginnt, eigene musikalische Wege zu gehen, kommt es zum Konflikt mit dem Vater, seinem bisherigen Mentor und Idol. Der Junge möchte Keyboard-Unterricht in der nächsten Stadt nehmen, um seinem Traum vom Künstlerdasein näherzukommen. Aber sein Vater fürchtet den Verlust der musikalischen Traditionen der Familie und pocht darauf, dass sein Sohn den von ihm vorgezeichneten Weg geht. Doch es gelingt dem Jungen, sich durchzusetzen und neue Musikstile kennenzulernen. Seine künstlerische Entwicklung ist so überzeugend, dass Ravi schließlich auch die Unterstützung seines Vaters erhält.

Sonntag, 27.09. / 10:50 Uhr / Liebe am Werk ~ Jeanne Hebuterne und Amedeo Modigliani
Dokumentationsreihe, Frankreich, 2018, ARTE F 26 Min.
Regie: Delphine Deloget

Liebe, Kunst und Leidenschaft: Von Amedeo Modigliani und Jeanne Hébuterne, über Man Ray und Lee Miller bis hin zu Paula Becker und Otto Modersohn. Die fünfteilige Dokumentationsreihe erzählt in einer ganz neuartigen Mischung aus echter Biografie und kreativer Archivcollage vom Leben legendärer Künstlerpaare vor dem Hintergrund ihrer Zeit. Eine Liebesbeziehung hinterlässt immer Spuren. Und wenn die Liebe zwei Künstlerseelen zusammenführt, finden diese großen Gefühle auch oft in den jeweiligen Werken ihren Ausdruck. Ganz gleich, ob die Liebe in schöpferischer Erfüllung oder amouröser Enttäuschung endet.

Jeanne Hébuterne entstammt einer bürgerlichen Familie. Sie wird von ihren Eltern gefördert, die ihr ein Privatstudium der Malerei ermöglichen. Die schöne junge Frau mit den Katzenaugen, die bereits Muse zahlreicher Künstler war, lernt 1917 im Pariser Café de la Rotonde den italienischen Maler Amedeo Modigliani kennen und verliebt sich in ihn. Der deutlich ältere Modigliani kann von seiner Kunst nicht leben; sein gesundheitlicher Zustand ist so schlecht, dass er beginnt, Rauschgift zu nehmen und zu trinken.

Jeanne wird sein bevorzugtes Modell. Das Paar malt in Modiglianis Atelier in Montparnasse, doch sie verkaufen nichts. Die beiden inspirieren sich gegenseitig, privat wie künstlerisch. Am 3. Dezember 1917 veranstaltet die Mäzenin Berthe Weill eine Ausstellung mit Werken von Modigliani in ihrer Galerie, doch die Aktbilder verstoßen gegen die Moral der Zeit. Die Polizei verlangt sogar, dass einige Arbeiten abgehängt werden.

Im März 1918 flieht das Paar vor den deutschen Bombardements von Paris nach Nizza; am 29. November bringt Jeanne ein kleines Mädchen zur Welt. Als die beiden nach Paris zurückkehren, sind sie aus finanziellen Gründen gezwungen, das Kind bei einer Amme aufwachsen zu lassen. Modigliani verlobt sich mit Jeanne, als sie mit einem zweiten Kind schwanger ist. Doch zu einer Heirat soll es nicht mehr kommen, denn Modigliani bekommt Tuberkulose und verstirbt am 24. Januar 1920. Jeanne stürzt kurz darauf aus einem Fenster im fünften Stock, ihr ungeborenes Kind stirbt mit ihr.

Modiglianis berühmtes Gemälde „Liegender Akt (auf der linken Seite)“ von 1917, das in der Galerie von Berthe Weill für einen Skandal gesorgt hatte, zählt heute zu den teuersten Gemälden der Welt; es wurde für umgerechnet rund 132 Millionen Euro versteigert. Erst im Jahr 1992, als ihre Bilder in einem Keller gefunden wurden, erhält auch Jeanne Hébuterne Anerkennung als Künstlerin, die einen eigenständigen Stil entwickelt hat.

Sonntag, 27.09. / 15:15 Uhr / Aretha Franklin – Soul Sister
Dokumentation, Frankreich, 2019, ARTE F 52 Min.
Regie: France Swimberge
Wiederholung vom 04.09.

Sonntag, 27.09. / 16:10 Uhr / Glanz und Elend der Kurtisanen im Spiegel der Malerei
Dokumentation, Frankreich, 2015, ARTE F        53 Min.
Regie: Sandra Paugam

ARTE wirft einen künstlerischen Blick auf das „älteste Gewerbe der Welt“. Schon Manet, Degas, van Gogh und Picasso waren fasziniert vom weiblichen Körper und thematisierten die käufliche Liebe in ihren Bildern. Wohlhabende Kurtisanen, Halbweltdamen und mittellose Straßendirnen wurden porträtiert und geben schonungslos Auskunft darüber, wie der weibliche Körper im aufstrebenden Kapitalismus des 19. und 20. Jahrhunderts „vermarktet“ wurde.

Ob Manets Olympia, Picassos Demoiselles d’Avignon oder auch die Bordellszenen von Degas, van Gogh und Toulouse-Lautrec – in der frühen modernen Malerei wird die Figur der Prostituierten zum zentralen Motiv. Warum malten die Künstler mit Vorliebe den zur käuflichen Liebe bereiten weiblichen Körper? Vielleicht weil die Prostitution im sittenstrengen Zweiten Kaiserreich so rasant zunahm? Oder aus dem Streben nach Realismus und sozialer Wahrheit heraus? Oder etwas doppelbödiger, weil die ambivalente Nacktheit – so frei und doch erzwungen – die Grenzen der Malerei herausforderten? Die Darstellungen dieser Frauen von den wohlhabenden Kurtisanen und Halbweltdamen bis zu den mittellosen Straßendirnen geben schonungslos Auskunft darüber, wie der weibliche Körper im aufstrebenden Kapitalismus „vermarktet“ wurde. Die künstlerische Erneuerung liegt in den kraftvollen oder auch elenden Gestalten selbst, als hätten sie die Maler zur Suche nach neuartigen Formen getrieben. ARTE unternimmt in dieser Dokumentation eine Reise durch das Paris des 19. und 20. Jahrhunderts und zeichnet eine Chronologie der Darstellungen des ältesten Gewerbes der Welt in der bildenden Kunst. Der Film beleuchtet herausragende Werke namhafter Künstler und schildert, wie sich das Prostitutionsgewerbe in Paris ausbreitete und was dies für Folgen hatte – angefangen bei der von Napoleon initiierten Sittenpolizei bis hin zur Ausbreitung der Syphilis, die auch vielen Künstlern zum Verhängnis wurde.

Sonntag, 27.09. / 17:10 Uhr / TWIST ~ Amsterdam – Kultur-Tourismus statt Disneyfizierung
Magazin, Deutschland, Frankreich, Spanien, 2020, WDR 30 Min.
Moderation: Romy Straßenburg
Erstausstrahlung

„TWIST“ – das ist das neue ARTE-Kulturmagazin. Jede Woche gehen die Moderatorinnen Bianca Hauda und Romy Straßenburg in einer europäischen Metropole den Fragen nach, die die Menschen gerade umtreiben. Neugierig, frisch, mit Esprit und Witz. In Begegnungen mit Künstlern und Kreativen. Quer durch alle Genres von der Kunst über Architektur, Fotografie, Literatur bis hin zur Mode und zum Film. Und: „TWIST“ unterhält. Etwa mit der Web-Rubrik „Psychogramm“ auf Instagram. Darin werden die Insta-Profile von Künstlerinnen und Künstlern satirisch auf die Couch gelegt.

Party-Touristen und lärmende Horden machten aus Amsterdam ein Disneyland an der Gracht, jedenfalls bis zur Coronakrise, die setzte alles auf null. Es kehrte Stille ein, ein Moment zum Umdenken: Nachhaltiger Tourismus soll nun mehr Kulturinteressierte anlocken. „TWIST“ reist nach Amsterdam, trifft Rein Wolfs, den Leiter des Stedelijk-Museums, und besucht das Fringe Festival.

Sonntag, 27.09. / 17:40 Uhr / Die großen Musikrivalen: Callas vs. Tebaldi
Dokumentationsreihe, Deutschland, 2020, ZDF 43 Min.
Regie: Andreas Morell
Mit: Renata Tebaldi, Maria Callas
Erstausstrahlung

Sie waren die berühmtesten Opernstars ihrer Zeit, sowie die wichtigsten Sängerinnen des 20. Jahrhunderts und waren damals schon als erbitterte Rivalinnen bekannt: Maria Callas und Renata Tebaldi. Ihre legendären Konzertaufnahmen zeigen unmittelbar die Gegensätze ihrer künstlerischen Auffassungen. Ganz nebenbei öffnet sich dadurch der Blick auf die Frage, was große Kunst in der Musik ausmacht.

Maria Callas und Renata Tebaldi waren die berühmtesten Opernstars ihrer Zeit. Von der Presse wurden sie als erbitterte Rivalinnen inszeniert. Wie ernsthaft war die Rivalität der beiden Diven aber wirklich? Die Callas, bekannt als „die Tigerin“, Renata Tebaldi hingegen als die Sängerin mit der Engelsstimme. Und tatsächlich, unterschiedlicher konnten zwei Sängerinnen kaum sein.

Ihre grundverschiedene Auffassung von künstlerischem Ausdruck spiegelte sich auch im Privatleben der beiden: skandalumwittert die eine, scheinbar nur für den Belcanto lebend die andere. „Die großen Musikrivalen – Callas vs. Tebaldi“ zeigt die legendären Aufnahmen der beiden wichtigsten Sängerinnen des 20. Jahrhunderts und geht auf Spurensuche in Mailand, Paris und New York.

So wird unmittelbar erfahrbar, was große Kunst in der Musik wirklich ausmacht. Heute ist Maria Callas eine Legende; sie gilt, wenn nicht als die größte, so doch als die ausdrucksstärkste Sängerin aller Zeiten. Ihre Rivalin Renata Tebaldi hingegen ist nur noch wirklichen Opernfans bekannt. Wie kommt es, dass sich ihr Nachruhm derart unterschiedlich entwickelt hat?

Sonntag, 27.09. / 22:30 Uhr / Die vielen Leben des Sammy Davis Jr.
Dokumentation, USA, 2017, ZDF 52 Min.
Regie: Sam Pollard

Sammy Davis Jr. war einer der größten Entertainer des 20. Jahrhunderts. Er war Musiker, Tänzer, Sänger, Schauspieler und begeisterte ein Millionenpublikum. Als Schwarzer wollte er in einem weißen Showbiz er selbst bleiben und nutzte sein ungestümes Talent, um gegen Bigotterie, Rassismus und Antisemitismus zu kämpfen. Seine Karriere begann in einem Amerika der Apartheid und war voller Fallstricke. Der preisgekrönte Regisseur Sam Pollard zeichnet das schillernde Bild des „Schwarzen, Juden und Puerto Ricaners“, wie Sammy sich selbst bezeichnete.

„I’ve gotta be me“ – „Ich muss ich selbst sein“ war einer der Erfolgstitel von Sammy Davis Jr. Doch wer war dieser „Schwarze, Jude und Puerto Ricaner“, wie er sich selbst bezeichnete? Der ein Millionenpublikum vor den Fernsehgeräten versammelte, sich in keine Schublade einsperren lassen wollte, rassistische und religiöse Vorurteile gerne mit Humor konterte – und dabei doch einen Kampf kämpfte, den die farbige Bevölkerung der USA bis heute nicht gewonnen hat. Der amerikanische Regisseur Sam Pollard erzählt in „Die vielen Leben des Sammy Davis Jr.“ von den vielen Talenten des einstigen Kinderstars, der von seinen Eltern als Stepptänzer früh gefördert wurde, so sehr, dass er selbst nie Kind sein durfte. Davis kämpfte derartig um Anerkennung als schwarzer Künstler im weißen amerikanischen Showbiz, dass er manchmal vergaß, dass die Zeit dafür noch nicht reif war. Nicht reif für einen Schwarzen, der als Erster eine Weiße auf der Bühne küsste und auch eine Weiße heiratete, und der sich andererseits im Prozess der schwarzen Bürgerrechtsbewegung in den USA des 20. Jahrhunderts nicht immer politisch korrekt verhielt. Die Karriere von Sammy Davis Jr. war legendär, doch sein Leben kompliziert und widersprüchlich. Bei einem Autounfall verlor er ein Auge. Mit der Hilfe von Frank Sinatra fand er wieder zurück auf die Bühne, er konvertierte zum Judentum und spaltete durch politische Aktionen seine Anhänger. Er war ein Veteran des Show Business. Aber er wollte nicht wahrhaben, dass es sich radikal veränderte, und er versuchte mit Macht und einigen Peinlichkeiten an seiner lange erfolgreichen Rolle festzuhalten. Jerry Lewis, Kim Novak, Whoopi Goldberg und viele andere, die mit Sammy Davis Jr. gearbeitet haben oder mit ihm befreundet waren, erzählen neben faszinierendem Archivmaterial und persönlichen Fotografien von den vielen Rollen, die er in seinem Leben gespielt hat und bei denen er doch sich selbst immer treu geblieben ist.

Sonntag, 27.09. / 23:25 Uhr / Die großen Musikrivalen: Furtwängler vs. Toscanini
Dokumentationsreihe, Deutschland, 2020, ZDF 52 Min.
Regie: Thomas von Steinaecker
Mit: Wilhelm Furtwängler, Arturo Toscanini
Erstausstrahlung

Sie waren die berühmtesten Dirigenten ihrer Zeit, getrieben vom Ehrgeiz, die Nummer eins zu sein: Arturo Toscanini und Wilhelm Furtwängler; der eine ein glühender Antifaschist, der andere, scheinbar unpolitisch, nur der Kunst verpflichtet. Salzburg, 1937: Maestro Arturo Toscanini ist der bekannteste Dirigent der Welt und herrscht seit Jahren über die Festspiele. Doch jetzt gibt es ernsthafte Konkurrenz: Wilhelm Furtwängler, in Deutschland längst ein Star, gibt sein Debüt. In Toscaninis Garderobe kommt es zum Streit. Toscanini wirft Furtwängler vor, sich an das Hitler-Regime zu verkaufen. Furtwängler widerspricht wütend: Große Musik sei immun gegen jede politische Vereinnahmung. Aus Kollegen werden Feinde; Furtwängler geht einen Pakt mit den Nazis ein, Toscanini emigriert in die USA. Heute ist Toscanini vielen nur noch als unbeugsamer Antifaschist bekannt, Furtwängler dagegen wird als einer der größten Dirigenten aller Zeiten geradezu kultisch verehrt, seine Aufnahmen sind legendär. Wie ist das zu erklären? Was machte die beiden als Dirigenten aus? Und was hat Musik mit Moral zu tun? Die Dokumentation erzählt die spannende Geschichte der Rivalität zweier Ausnahmedirigenten, deren gegensätzliche künstlerische und weltanschauliche Positionen die Frage aufwerfen, was große Kunst in der Musik eigentlich ausmacht.

Sonntag, 27.09. / 00:20 Uhr / Musikfest Bremen 2019 ~ The Alehouse Sessions
Musik, Deutschland, 2019, ZDF 51 Min.
Regie: Beatrix Conrad
Mit: Vilde Frang, Rotterdam Philharmonic Orchestra, Vox Luminis unter Lionel Meunier, Bjarte Eike
Online verfügbar von 26/09 bis 26/12
Erstausstrahlung

Im England des 17. Jahrhunderts wurde in Pubs und Taverns nicht nur getrunken und gegessen, sondern auch musiziert, gesungen und getanzt. Der norwegische Geiger Bjarte Eike hat sich mit einer Truppe ausgewiesener Barockspezialisten zusammengetan und bringt mit virtuoser Spielfreude und viel Humor das Treiben in solch einem historischen Alehouse auf die Konzertbühne.

Was passiert, wenn neun Spezialisten für historische barocke Aufführungspraxis so richtig über die Stränge schlagen und ihre Bühne in ein englisches Alehouse des 17. Jahrhunderts verwandeln? Nun, vor allem haben sie Spaß – und das Publikum mit ihnen.

Bjarte Eike und seine Mitspieler lassen die Zeit wieder aufleben, als unter Oliver Cromwell alle Theater geschlossen wurden und den Musikanten, Tänzern und Schauspielern oft kein anderer Ort blieb, um sich zu treffen, als die Pubs und Taverns. Sie singen, tanzen und spielen englische und schottische Traditionals, Shanties und Balladen, aber auch Stücke von Henry Purcell oder mitreißende Tänze aus den Sammlungen von John Playford.

Die Spielfreude springt von der Bühne in den Zuschauerraum über, das begeisterte Publikum klatscht nicht nur mit, es darf auch bei einem Shanty mitsingen. Wenn sich dann der Schlagzeuger mit dem Tänzer Steven Player ein „Rhythmus-Duell“ liefert, geraten die Zuschauer endgültig außer Rand und Band. Und wie es sich für ein richtiges Alehouse gehört: Die durstigen Musiker dürfen sich zwischendrin auch einmal einen Schluck aus der Pulle gönnen.

Montag, 28.09. / 05:00 Uhr / João Gilberto – Live in Tokio
Musik, Japan, 2006, BR 90 Min.
Regie: Yutaro Mimuro
Komponist: Avec : João Gilberto
Wiederholung vom 13.09.

Dienstag, 29.09. / 05:00 Uhr / Drei Stardirigenten, eine Familie ~Die Järvis und ihr Musikfestival in Estland
Musik, Deutschland, 2019, WDR 43 Min.
Regie: Holger Preuße, Isabel Hahn
Mit: Paavo Järvi, Neeme Järvi, Kristjan Järvi,, Maarika Järvi, Truls Mørk
Wiederholung vom 20.09.

Dienstag, 29.09. / 05:45 Uhr / Liebe am Werk: Gabriele Münter & Wassily Kandinsky
Dokumentationsreihe, Frankreich, 2019, ARTE F 26 Min.
Regie: Stéphanie Colaux
Wiederholung vom 06.09.

Dienstag, 29.09. / 00:45 Uhr / Gundermann
Fernsehfilm, Deutschland, 2018, RBB 119 Min.
Regie: Andreas Dresen
Drehbuch: Laila Stieler
Produktion: Pandora Film Produktion, Kineo Filmproduktion, RBB, ARTE
Produzent: Claudia Steffen, Christoph Friedel
Kamera: Andreas Höfer
Schnitt: Jörg Hauschild
Musik: Jens Quandt
Kostüme: Sabine Greunig
Szenenbild / Bauten: Susanne Hopf
Redaktion: Cooky Ziesche, Dagmar Mielke, Andreas Schreitmüller
Ton: Peter Schmidt

Mit: Alexander Scheer (Gerhard Gundermann), Anna Unterberger (Conny Gundermann), Axel Prahl (Führungsoffizier), Thorsten Merten (Puppenspieler), Bjarne Mädel (Parteisekretär), Milan Peschel (Volker), Peter Sodann (Veteran), Kathrin Angerer (Irene)

Wiederholung vom 23.09.

Mittwoch, 30.09. / 05:00 Uhr / Musikfest Bremen 2019: The Alehouse Sessions
Musik, Deutschland, 2019, ZDF 51 Min.
Regie: Beatrix Conrad

Mit: Vilde Frang, Rotterdam Philharmonic Orchestra, Vox Luminis unter Lionel Meunier, Bjarte Eike
Wiederholung vom 27.09.

Donnerstag, 01.10. / 05:00 Uhr / Tanz- und Sängerfest in Estland
Musik, Deutschland, Estland, 2019, ZDF 61 Min.
Regie: Theo Roos
Wiederholung vom 20.09.

Freitag, 02.10. / 05:00 Uhr / Tracks
Magazin, Deutschland, 2020, ZDF 30 Min.
Wiederholung vom 25.09.

Freitag, 02.10. / 19:40 Uhr / Bautzen (5/10)
Schwerpunkt: 30 Jahre Wiedervereinigung
Dokumentationsreihe, Deutschland, 2019, ZDF 30 Min.
Regie: Alexander Bartsch, Claudia Euen, Anne-Sophie Jakubetz, Nadja Mönch, Christian Werner
Erstausstrahlung

Die sächsische Stadt Bautzen bekam 2016 den Ruf als braunes Nest, nachdem eine für Asylbewerber vorgesehene Unterkunft ausbrannte. Was macht so etwas mit den Menschen dort?
Wie kann Kultur in einem sich offenbar verhärtenden Konflikt helfen? Intendant Lutz Hillmann sieht da eine wichtige Funktion des von ihm geleiteten Deutsch-Sorbischen Volkstheaters in Bautzen.

Wie kann Kultur in einem sich offenbar immer stärker verhärtenden Konflikt helfen? Der Intendant Lutz Hillmann sieht in dieser Situation eine wichtige Funktion des von ihm geleiteten Deutsch-Sorbischen Volkstheaters in Bautzen, und er öffnet seine Bühne für politische Diskussionen. Der französische Theaterpädagoge Philippe Tibbal arbeitet mit Schülern und Jugendlichen an diesem Miteinander. Indessen freut sich Ruba Osman durchaus, wenn ihre kleine Tochter “Alle meine Entchen” auf dem Klavier klimpert. Sie bedauert jedoch, dass die Kinder den Kontakt zur traditionellen islamischen Kultur verlieren.

Freitag, 02.10. / 22:00 Uhr / Depeche Mode und die DDR
Schwerpunkt: 30 Jahre Wiedervereinigung
Dokumentation, Deutschland, 2018, MDR 54 Min.
Regie: Heike Sittner, Nils Werner
Mit: Thilo Schmied, Anne Haffmanns, Gerald Ponesky

Dieses Popkonzert schrieb DDR-Geschichte: Am 7. März 1988 trat Depeche Mode zum ersten und letzten Mal in der DDR auf. Die FDJ-Führung, die das Konzert zum Geburtstag der Organisation veranstaltete, verbuchte die Veranstaltung als Erfolg ihrer politischen Arbeit. Die Begeisterung für Depeche Mode ist in der DDR einzigartig. Die Dokumentation geht auf Spurensuche, wie es zu dieser Faszination gekommen ist und welche Parallelen es zwischen den Musikern aus dem englischen Basildon und der sozialistischen Jugend gibt.

Die Dokumentation „Depeche Mode und die DDR“ blickt auf das Sensationskonzert zurück, das DDR-Geschichte schrieb: Am 7. März 1988 trat die britische Synthiepop-Gruppe Depeche Mode zum ersten und letzten Mal in der DDR auf. Fans gaben Unsummen aus, nur um in der Ostberliner Werner-Seelenbinder-Halle dabei zu sein. Deklariert als Geburtstagskonzert der FDJ, kosteten die Eintrittskarten damals 15 Ostmark. Dass sich dahinter ein Konzert der angesagtesten Band dieser Zeit verbarg, sprach sich schnell herum. Die FDJ-Führung verbuchte die Veranstaltung damals als Erfolg ihrer politischen Arbeit. Hinter dem Eisernen Vorhang wird Depeche Mode zum Symbol für Freiheit, zur Projektionsfläche der DDR-Jugend für ihre Sehnsüchte und zu einem Vorbild bei der Suche nach einer eigenen Identität. Die Begeisterung für Depeche Mode ist in Ostdeutschland einzigartig. Rund 70 Fanclubs etablieren sich in den späten 80er Jahren zwischen Rostock und Zwickau. Das Autorenteam Heike Sittner und Nils Werner geht auf Spurensuche, wie es zu dieser Faszination in der DDR gekommen ist und welche Parallelen es zwischen den jungen Musikern aus dem ostenglischen Basildon und der sozialistischen Jugend gibt. So wird das legendäre Konzert in Ostberlin mit den damaligen Veranstaltern, Musikexperten und Fans minuziös nachgezeichnet. Ebenso die Erfolgsgeschichte von Depeche Mode, ihre Anfänge in einem englischen Arbeiterort, ihre Schaffenszeit in Westberlin, ihre Einstellung zum Ostblock und ihr besonderes Verhältnis zu den Fans aus der DDR.

Freitag, 02.10. / 22:55 Uhr / Live Spirits ~ Depeche Mode at the Waldbühne
Musik, Großbritannien, 2018, ARTE 127 Min.
Regie: Anton Corbjin
Autor: Anton Corbjin
Produktion: Depeche Mode & Rob Stringer
Erstausstrahlung

Freitag, 02.10. / 01:05 Uhr / Flick Flack ~ Zurückbleiben bitte!
Magazin, Frankreich, Deutschland, 2020, ARTE 5 Min.
Regie: Bilge Ack
Erstausstrahlung

“Flick Flack” – ist ein Kulturphänomen, ein Trend, ein Porträt … locker und witzig, aufgedröselt in fünf Minuten. “Flick Flack” will neugierig machen und unterhalten und gleichzeitig eine emblematische Geschichte aus der Vergangenheit oder unserer Gegenwart erzählen. Über die Aktualität hinaus interessiert sich “Flick Flack” für bleibende Ereignisse, große Paukenschläge und Verblüffendes aus verschiedensten Genres wie Kino, Musik und Literatur, bildende Kunst und Bühne, Architektur und Design.

Zurückbleiben bitte! S- und U-Bahnpläne können ikonische Werke der Informationsbeschaffung sein – und kulturellen Einfluss haben. Das bewies Harry Beck erstmals mit der Gestaltung des Londoner Liniennetzes. Auch der deutsche Schriftdesigner Erik Spiekermann hatte einen wichtigen Auftrag: Berlin sollte im Zuge der Wiedervereinigung auf dem neu angefertigten S- und U-Bahnplan auch visuell zusammengeführt werden. Doch welche Aspekte sind beim Designen einer solchen Karte wichtig?

Freitag, 02.10. / 01:15 Uhr / Tracks
Magazin, Frankreich, 2020, ARTE F 30 Min.
Regie: Realisateurs Differents
Journalist: David Combe, Jean-Marc Barbieux
Erstausstrahlung


Programmwoche 41:

Samstag, 03.10. / 06:05 Uhr / Jimi Hendrix “Hear My Train A Comin”
Dokumentarfilm, USA, 2013, ARTE 90 Min.
Regie: Bob Smeaton
Wiederholung vom 18.09.

Samstag, 03.10. / 23:50 Uhr / Philosophie ~ Die Pest
Magazin, Frankreich, 2020, ARTE F 26 Min.
Regie: Philippe Truffault
Gast: Marylin Maeso, Aline Lheureux
Moderation: Raphaël Enthoven
Erstausstrahlung

Jeden Samstag lädt ARTE zum Philosophieren ein. Der Philosoph und Moderator Raphaël Enthoven zieht eine Linie von der Vergangenheit zur Gegenwart und verbindet die vermeintlich trockene Literatur der großen Philosophen mit aktuellem Zeitgeschehen. Jede Woche zu einem neuen Thema.

In seinem Roman „Die Pest“ beschreibt Albert Camus, wie sich eine Seuche in einer modernen Stadt ausbreitet. Was lehrt uns seine Geschichte über die aktuelle Pandemie? Von der anfänglichen Sorglosigkeit bis zur panischen Angst vor einem Massensterben, von betenden Gläubigen bis zum entkräfteten Pflegepersonal – vieles von dem, was sich heute abspielt, antizipierte der französische Schriftsteller bereits vor 80 Jahren.

Was hat das heutige Wuhan mit dem Oran von 1940 gemein? Welche Rolle spielen die sozialen Netzwerke in einer Zeit, in der körperliche Nähe der Vergangenheit anzugehören scheint? Wie geht der Mensch als soziales Wesen durch die Prüfung der Covid-19-Pandemie?

Marylin Maeso ist Philosophin und Gymnasiallehrerin; ihre Forschungsgebiete sind der Essentialismus und die moderne politische Philosophie. Sie veröffentlichte jüngst „Les conspirateurs du silence“ (Editions de l’Observatoire, 2018).

Aline Lheureux ist Chefkrankenschwester einer Intensivstation. Während der Coronakrise richtete sie in dem stark betroffenen Département Seine-Saint-Denis eine Notfall-Intensivstation für Covid-19-Patienten ein.

Samstag, 03.10. / 02:40 Uhr / Best of Ferropolis: Melt, Full Force, splash!
Musik, Deutschland, 2020, ZDF 75 Min.
Regie: Paul Hauptmann, Yves Zosso
Wiederholung vom 18.09.

Sonntag, 04.10. / 05:30 Uhr / Degas – Der Maler und die Oper
Dokumentation, Frankreich, 2019, ARTE F 51 Min.
Regie: Blandine Armand, Vincent Trisolini
Wiederholung vom 13.09.

Sonntag, 04.10. / 06:25 Uhr / Isabelle Huppert – Leben für den Film
Dokumentation, Frankreich, 2020, ARTE F 52 Min.
Regie: William Karel
Wiederholung vom 20.09.

Sonntag, 04.10. / 08:35 Uhr / Haste Töne ~ Alles Musik!
Kindersendung, Frankreich, 2020, ARTE 26 Min.
Regie: Jean-Loïc Portron
Erstausstrahlung

Ob in einer Bar in Kuba, einem Orchestersaal in Paris oder einem Baumwollfeld in den Vereinigten Staaten – Musikinstrumente gibt es überall, aber sie sind sehr unterschiedlich. Die Kindersendung „Haste Töne“ setzt sich spielerisch mit dieser Vielfalt auseinander und lädt ein zu einer musikalischen Entdeckungsreise durch Raum und Zeit. Ein buntes Potpourri an Klängen, Bildern und Formen, das dem Zuschauer ermöglicht, Musik mit anderen Augen zu betrachten.

Klang und Musik sind allgegenwärtig – doch wie entstehen Töne eigentlich? Ob Vivaldis „Frühling“, Operngesang oder Mundorgelspiel in Gabun – jeder Ton beginnt mit einer Vibration. „Haste Töne“ geht diesem Phänomen auf den Grund. In der ersten Folge wird gezeigt, wie man Klang mit Hilfe ein paar einfacher Tricks sichtbar machen kann – und dass Musik auch ganz ohne Instrumente möglich ist.

Sonntag, 04.10. / 09:30 Uhr / Die vielen Leben des Sammy Davis Jr.
Dokumentation, USA, 2017, ZDF 52 Min.
Regie: Sam Pollard
Wiederholung vom 27.09.

Sonntag, 04.10. / ab 10:25 Uhr / Schwerpunkt: Bücherherbst auf ARTE
Schwerpunkt, ARTE26 Min.

Rund um die Frankfurter Buchmesse zeigt ARTE auch in diesem Jahr zahlreiche Dokumentationen zu literarischen Entdeckungen sowie über große Romane. Auf dem Programm stehen unter anderem die Reihe “Kanada – Literatur im Aufbruch”, ein facettenreiches und spannendes Kapitel der Weltliteratur. Die Kollektion “Große Romane” widmet sich diesmal Oscar Wildes zeitlosem Roman “Das Bildnis des Dorian Gray” über Schönheit und die Besessenheit nach ewiger Jugend, Victor Hugos Jahrhundertroman “Die Elenden”, Marguerite Duras’ antikolonialistischem Roman “Heiße Küste” sowie den beiden dystopischen Romanen “1984” von George Orwell und “Schöne neue Welt” von Aldous Huxley. Außerdem ist im Umfeld der US-Präsidentschaftswahlen ein Porträt der ersten afroamerikanischen Literaturnobelpreisträgerin Toni Morrison zu sehen.

Mit guten Büchern ist man stets in bester Gesellschaft, ganz besonders in unseren pandemischen Zeiten. Der traditionelle Bücherherbst im Oktober auf ARTE rund um die Frankfurter Buchmesse hält viele Anregungen für die ARTE-ZuschauerInnen bereit. Buchmesse-Ehrengast Kanada ist auf nächstes Jahr vertagt.Dennoch können die ZuschauerInnen auf ARTE in der vierteiligen Reihe „Kanada – Literatur im Aufbruch“ das Land aus dem Blickwinkel seiner zeitgenössischen SchriftstellerInnen entdecken, ein facettenreiches und spannendes Kapitel der Weltliteratur, bei dem auch die begnadete Erzählerin Margret Atwood (unter anderem Bestseller „Der Report der Magd“ ) nicht fehlen darf. “Aus Worten entsteht Macht“ ist ein amüsantes und intimes Filmporträt der wohl berühmtesten Schriftstellerin Kanadas. In der Kollektion „Große Romane“ stellt ARTE in diesem Bücherherbst vier weitere Werke vor, die uns bis heute beschäftigen und die wir selbstverständlich zum Kanon der Weltliteratur zählen. Mit „Dorian Gray oder das Bildnis des Oscar Wilde“ tauchen wir ein in Wildes zeitlosen Schlüsselroman über Schönheit und die Besessenheit nach ewiger Jugend, der dem Autor in seinem Prozess wegen „homosexueller Unzucht“ letztlich zum Verhängnis werden sollte.Vor dem Hintergrund der aktuellen Debatte über die europäische Kolonialgeschichte ist die (Re-) Lektüre von Marguerite Duras’ autobiografischem, antikolonialistischem Roman „Heiße Küste“ aus dem Jahr 1950 sehr empfehlenswert, das bei Erscheinen von der Kritik als „zu marxistisch, subversiv und antipatriotisch“ abgestraft wurde. „Pornotropic“ besteht aus kostbaren Archiven, in denen die Schriftstellerin selbst über ihr Aufwachsen in damals Französisch-Indochina spricht. Im Anschluss ist dazu auch die Romanverfimung mit Isabelle Huppert in der Hauptrolle zu sehen.Mit seinem 1.500 Seiten starken Jahrhundertroman „Die Elenden“ hat sich Victor Hugo in den Olymp der Weltliteratur geschrieben und darüber hinaus zum Anwalt des Volkes gemacht. Die gleichnamige Dokumentation rollt die spannende Entstehung und Rezeption der epischen Geschichte um Valjean, Cosette und Gavroche auf, zeigt Ausschnitte aus den zahlreichen Verfilmungen und entdeckt die politisch-ethische Zeitlosigkeit dieses Liebes- und Abenteuerromans, dessen auch heute aktuelles Grundthema die soziale Ungerechtigkeit ist. “Große Romane” auf ARTE, jeden Mittwochabend im Oktober. Übrigens schrieb Hugo „Die Elenden“ im politischen Exil auf der Kanalinsel Guernesey, wo er sich mit seinem Wohnsitz Hauteville-House ein extravagantes Denkmal setzte. Davon erzählt eine Dokumentation am Sonntagnachmittag.Auch im November hat die Literatur ihren festen Platz am Mittwoch, wo es in der Dokumentation “Orwell – Huxley: 1984 oder Schöne neue Welt?” um die Frage geht, welche der düsteren Zukunftsvisionen aus der ersten Hälfte des 20. Jahrhundert unsere heutige Zeit realistischer vorhergesehen hat. Im Umfeld der US-Präsidentschaftswahlen zeigt ARTE außerdem ein Porträt der kürzlich verstorbenen großen Schriftstellerin und ersten afroamerikanischen Literaturnobelpreisträgerin Toni Morrison. ARTE wünscht viel Spaß beim Schauen und Lesen!

Sonntag, 04.10. / 10:25 Uhr / Kanada – Literatur im Aufbruch (1/4): Stein
Schwerpunkt: Bücherherbst auf ARTE
Dokumentationsreihe, Kanada, 2020, ZDF 26 Min.
Regie: Stephanie Weimar
Erstausstrahlung

Kanada – endlos und menschenleer, romantisch verklärt als ungezähmt und unberührt. Der Vierteiler „Kanada – Literatur im Aufbruch“ beleuchtet das Land aus dem Blickwinkel seiner Schriftstellerinnen und Schriftsteller, die intensiv mit dem Selbstverständnis ihres Landes ringen und damit eines der facettenreichsten und spannendsten Kapitel der Weltliteratur aufgeschlagen haben. Die Urelemente Kanadas weisen ihnen dabei den Weg. „Wald“, „Stein“, „Wasser“ und „Licht“ – diese vier Episoden zeigen tiefe und ungeahnte Einsichten in die zeitgenössische kanadische Literatur und richten den Blick auf ein Land im Aufbruch.

Kanada – dichte Wälder und eisige Tundra, die grenzenlose Weite der Prärie, unwegsame Gebirge und Seenlandschaften, romantisch verklärt als ungezähmt und unberührt. Die Reihe “Kanada – Literatur im Aufbruch“ entdeckt das Land aus dem Blickwinkel seiner Schriftstellerinnen und Schriftsteller, die intensiv mit dem Selbstverständnis ihres Landes ringen und damit eines der facettenreichsten und spannendsten Kapitel der Weltliteratur aufgeschlagen haben.

Nach über 500 Jahren eurozentrischer Kolonialgeschichte erlebt das Land eine kulturelle und philosophische Revolution. Kanadas Multikulturalismus ist sogar in der Verfassung verankert, aber neben der politischen sah auch die kulturelle Realität oft anders aus. Von Labrador bis British Columbia, den Großen Seen bis in die Arktis sind Kanadas Autorinnen und Autoren jetzt dabei, das Land radikal aufzurütteln und von Grund auf neu zu definieren. Sie ringen dynamisch und rigoros mit der Identität ihres Landes und der Gestaltung seiner Zukunft.

Sonntag, 04.10. / 15:35 Uhr / Venedig, Stadt der Sehnsucht
Dokumentation, Frankreich, 2018, ARTE F 52 Min.
Regie: Laurence Thiriat

Seit jeher hat Venedig fasziniert – als Seemacht, architektonisches Wunder und Inbegriff der Kunst. Im 18. Jahrhundert verlor die Stadt an Bedeutung, erlebte jedoch zugleich eine letzte kulturelle Blüte. Künstler wie Vivaldi, Tiepolo Vater und Sohn, Canaletto, Longhi, Guardi, Goldoni und Casanova fühlten sich von der Stadt angezogen. Doch die Monate währenden Feste und der morbide Prunk des Karnevals waren die Vorboten eines schmerzhaften Erwachens.

Keine andere Stadt der Welt hat so viele Träume, Sehnsüchte, Fantasien und auch Tränen hervorgebracht wie Venedig. Im 18. Jahrhundert erfuhr die Stadt eine kulturelle Blütezeit, die ihren Ruf bis heute prägen sollte. Komponisten, Maler, Dramatiker und viele illustre Persönlichkeiten strömten in die Stadt. Im Gassenlabyrinth des heutigen Venedigs erinnert vieles an die glamouröse Vergangenheit der Stadt, an diese kulturelle Glanzzeit des 18. Jahrhunderts, die ihren schmerzhaften Untergang schon im Keim in sich trug. Vivaldi, Tiepolo Vater und Sohn, Canaletto, Longhi, Guardi, Goldoni und Casanova – sie alle berauschten sich an ihrem freiheitlichen Duft und stürzten sich in einen trunkenen Wirbel aus Sünde und Ausschweifung. Jeder von ihnen prägte die Stadt auf seine Weise. Doch die Monate währenden Feste und der morbide Prunk des Karnevals waren die Vorboten eines schmerzhaften Erwachens: 1797 wurde Venedig von Napoleon unterworfen und an Österreich verkauft. Hiermit ging eines der glanzvollsten Kapitel der venezianischen Geschichte zu Ende.

Sonntag, 04.10. / 16:30 Uhr / TWIST ~ Halle: Wie leben Juden in Europa?
Magazin, Deutschland, 2020, MDR 30 Min.
Moderation: Bianca Hauda
Erstausstrahlung

„TWIST“ – das ist das neue ARTE-Kulturmagazin. Jede Woche gehen die Moderatorinnen Bianca Hauda und Romy Straßenburg in einer europäischen Metropole den Fragen nach, die die Menschen gerade umtreiben. Neugierig, frisch, mit Esprit und Witz. In Begegnungen mit Künstlern und Kreativen. Quer durch alle Genres von der Kunst über Architektur, Fotografie, Literatur bis hin zur Mode und zum Film. Und: „TWIST“ unterhält. Etwa mit der Web-Rubrik „Psychogramm“ auf Instagram. Darin werden die Insta-Profile von Künstlerinnen und Künstlern satirisch auf die Couch gelegt.

Thema dieser Ausgabe: Ein Jahr nach dem tödlichen Anschlag auf eine Synagoge in Halle begibt sich „TWIST“ in eine zerrissene Stadt, in der sich antisemitische Tendenzen zeigen und die zugleich weltoffene und lebendige Kulturmetropole ist.

An Jom Kippur, dem Versöhnungstag und höchsten jüdischen Feiertag, erschoss ein junger Mann in Halle zwei Menschen und bedrohte dutzende jüdische Gemeindemitglieder in einer Synagoge. Diese stand am 9. Oktober 2019 nicht unter Polizeischutz, wohl auch, weil dieser jüdische Feiertag in der Behörde nicht bekannt war. Unmittelbar nach der Tat waren die Medienpräsenz und die Solidaritätsbekundungen groß, Frank-Walter Steinmeier und Horst Seehofer reisten nach Sachsen-Anhalt.

Aber hat sich die Wahrnehmung des jüdischen Lebens seither verändert? Wie kommt das Thema in der Stadt an? Welche Konflikte gibt es? Welche Debatten werden geführt? Und wie haben Künstler und Kreative diese aufgegriffen?

Bianca Hauda fährt nach Sachsen-Anhalt und spricht ein Jahr danach mit Juden, die den Anschlag erlebt haben und trifft diejenigen, die sich abschotten, weil sie sich durch zunehmende Gewalt bedroht fühlen.

„TWIST“ zeichnet ein Stimmungsbild des jüdischen Lebens in Europa und taucht ein in den Alltag einer zerrissenen Stadt, in der sich antisemitische Tendenzen zeigen und die zugleich weltoffene und tolerante Kulturmetropole ist: Heimat der renommierten Kunsthochschule Burg Giebichenstein, der weltweit ältesten Wissenschaftsakademie Leopoldina, der Franckeschen Stiftungen zu Halle und nicht zuletzt Geburtsort von Georg Friedrich Händel.

Sonntag, 04.10. / 17:05 Uhr / Daniel Hope in Prag
Musik, Frankreich, Tschechische Republik, 2020, ARTECT 80 Min.
Regie: Adam Rezek
Orchester: Epoque Orchestra
Mit: Daniel Hope
Erstausstrahlung

Mit „Prague Sounds Again“ feiert die tschechische Hauptstadt die Wiederaufnahme der Konzertsaison in grandiosem Rahmen: Die Musiker stehen auf einer schwimmenden Bühne auf der Moldau, zwischen der Slaweninsel und der „Brücke der Legionen“, vor der Skyline mit dem Nationaltheater und dem Prager Schloss. Der britische Violinist Daniel Hope interpretiert zusammen mit dem Epoque Orchestra das symbolträchtige Werk „Vivaldi Recomposed“ von Max Richter, eine moderne Adaption des Klassik-Hits „Die vier Jahreszeiten“. Außerdem kommt eine Neukomposition von Smetanas „Moldau“ aus der Feder von Floex und Tom Hodge erstmals zur Aufführung. Zum Schluss erklingen „September Song“ von Kurt Weill und „Humoresque“ von Anton Dvorak.

Der britische Violinist Daniel Hope und das Epoque Orchstra feiern die Wiederaufnahme der Prager Konzertsaison mit einer spektakulären Show: Gemeinsam interpretieren sie „Vivaldi Recomposed“ von Max Richter, eine moderne und faszinierende Adaption von Antonio Vivaldis legendären „Vier Jahreszeiten“, dem wohl meistgespielten Stück der klassischen Musik. Die Musiker stehen auf einer schwimmenden Bühne auf der Moldau, vor der spekakulären Kulisse der Prager Skyline.Daniel Hope gehört mit André de Ridder zu den wichtigsten Mitwirkenden eines Projekts, das sich zur Aufgabe gemacht hat, das Werk des Renaissance-Komponisten aus neuer Perspektive zu entdecken. Bei „Prague Sounds again“ bietet er zusammen mit den 20 Musikern des Epoque Orchestras eine neue Lektüre des Klassikers. Das Epoque Orchestra wurde 2001 gegründet und spielt seither erfolgreich in Tschechien und der Welt. Das Orchester fördert tschechische Nachwuchskomponisten durch Auftragswerke und spezialisierte sich in den letzten Jahren auf Film- und Theatermusik, unter anderem für große Kino- und TV-Produktionen.

Sonntag, 04.10. / 20:15 Uhr / Die Legende vom Ozeanpianisten
(La leggenda del pianista sull’oceano)
Spielfilm, Italien, 1998, ARD 116 Min.
Regie: Giuseppe Tornatore
Drehbuch: Giuseppe Tornatore
Produktion: Medusa Film, Sciarlò
Produzent: Francesco Tornatore
Kamera: Lajos Koltai
Schnitt: Massimo Quaglia
Musik: Ennio Morricone

Mit: Tim Roth (Neunzehnhundert als Erwachsener), Mélanie Thierry (Mädchen), Pruitt Taylor Vince (Max Tooney), Bill Nunn (Danny Boodman), Peter Vaughan (Pops), Niall O’Brien (Hafenmeister), Gabriele Lavia (Farmer), Clarence Williams III. (Jelly Roll Morton), Cory Buck (Neuzehnhundert als Kind)

Seit seiner Geburt lebt der Pianist mit dem poetischen Namen Neunzehnhundert auf einem riesigen Luxusdampfer. Noch nie, so die Legende, hat er den Ozeanriesen verlassen, verzaubert aber die Passagiere jeder Überfahrt mit seinem virtuosen Klavierspiel. Als er sich in eine junge Reisende verliebt, verspürt er zum ersten Mal in seinem Leben das Bedürfnis, die schwimmende Heimat zu verlassen. „Die Legende vom Ozeanpianisten” ist ein berührendes und poetisches Meisterwerk von Giuseppe Tornatore mit Musik von Ennio Morricone.

Schweren Herzens betritt der Trompeter Max den Laden eines Pfandleihers, um seine Trompete zu versetzen. Dabei erzählt er ihm die Legende von seinem Freund, dem Ozeanpianisten: Als Baby wird dieser von einem schwarzen Schiffsmechaniker an Bord des Luxusdampfers “Virginian” entdeckt. Der Mann nimmt sich des Jungen an und zieht ihn zwischen Heizkesseln und Lagerräumen groß, als wäre er sein leiblicher Sohn. Weil er das Baby am Morgen des 1. Januars 1900 findet, gibt er ihm den Namen Neunzehnhundert.

Schon als Kind entdeckt Neunzehnhundert seine Leidenschaft und große Begabung für das Klavierspiel, und nach dem Unfalltod seines Ziehvaters bleibt er an Bord, um als Pianist die Passagiere mit seiner Musik zu verzaubern. Seinen besten Freund findet er in dem weit gereisten Trompeter Max, der Neunzehnhundert zuliebe als Musiker an Bord des Luxusliners bleibt. Nur eines kann Max nicht verstehen: Dass der Wunderknabe noch nie in seinem Leben das Bedürfnis verspürte, seine schwimmende Heimat zu verlassen, um die Welt kennenzulernen.

Dabei bleibt sein Talent nicht unentdeckt. Vertreter großer Musikverlage kommen auf die “Virginian”, um Neunzehnhundert spielen zu hören und seine Musik aufzunehmen. Aber die einzige Plattenkopie seiner Musik zerstört Neunzehnhundert eines Tages aus Liebeskummer, als die Frau seines Herzens, eine namenlose Reisende, von Bord geht. Diese Liebe ist es auch, die ihn zu dem Entschluss führt, die “Virginian” zum ersten Mal zu verlassen. Doch als der große Tag gekommen ist, bleibt Neunzehnhundert plötzlich in der Mitte der Gangway stehen …

Zusatzinfo:
In Giuseppe Tornatores Welterfolg „Cinema Paradiso“ war es der Tod des Filmvorführers Alfredo, der den erwachsenen Protagonisten Salvatore noch einmal in seine sizilianische Heimat zurückkehren ließ – eine Reise nicht nur an die Plätze der Kindheit, sondern eine melancholische, bisweilen sentimentale Reminiszenz an einen geliebten Menschen, der zugleich für den Glanz einer unwiederbringlich vergangenen Zeit stand, für eine Art verlorenes Paradies, das auch ein Ort der Träume war, die im wirklichen Leben nicht eingelöst werden konnten. „Die Legende vom Ozeanpianisten“ ist nach einem ähnlichen Prinzip konstruiert.

Sonntag, 04.10. / 00:45 Uhr / Wir fangen ganz von vorn an ~ Neue Musik für ein Deutschland nach dem Krieg
Schwerpunkt: 30 Jahre Wiedervereinigung
Dokumentation, Deutschland, 2019, ZDF 56 Min.
Autor: Bettina Ehrhardt, Ian Pace
Online verfügbar von 03/10 bis 02/01
Erstausstrahlung

Die Stunde null schlug 1945 auch für die Musik: Neue Klänge sollten die Deutschen zu besseren Deutschen machen, so sah es der Plan der Alliierten vor. Doch mit dem Kalten Krieg kam die ideologische Vereinnahmung – hüben wie drüben. In dem Dokumentarfilm wird ein wenig beleuchtetes Kapitel deutsch-deutscher Geschichte unterhaltsam erzählt.

Beim Wiederaufbau Deutschlands nach 1945 spielte die Musik eine wichtige Rolle: Von den Nazis für ihre Zwecke vereinnahmt, hatte klassische Musik für die vermeintliche Überlegenheit deutscher Kultur gestanden. Nach dem Krieg knüpften Musikschaffende mit Unterstützung der Alliierten nun an jene Klänge an, die von den Nazis als entartet diffamiert worden waren. Klangliche Verstörung anstelle harmonischen Wohlklangs – so lässt sich etwas salopp die beabsichtigte Wirkung zusammenfassen. Atonale und Zwölftonmusik standen auf einmal auf den Konzertprogrammen und wurden zum kompositorischen Bezugspunkt sogenannter Neuer Musik. Russen und Amerikaner zogen zunächst am selben Strang. Doch mit Beginn des Kalten Krieges, der Spaltung Europas in Ost und West, setzte eine Veränderung ein: Mit einem Mal wurde die Musik eine Waffe im Kampf der Systeme. Während die Neue Musik im Westen zum Inbegriff künstlerischen wie gesellschaftlichen Fortschritts wurde, ging man im Osten den entgegengesetzten Weg: Die Musik sollte wieder melodisch und volksnah werden. Auf unterhaltsame Weise rollt der Dokumentarfilm ein wenig bekanntes Kapitel deutsch-deutscher Nachkriegsgeschichte auf, die im Westen mit Namen wie Stockhausen, Boulez oder Henze verbunden ist, im Osten mit Dessau oder Eisler. Historisches Archivmaterial, Animationen, Interviews und Musik verknüpfen sich virtuos zu einem Sittengemälde der Zeit, bei der auch die aus heutiger Sicht komische Seite der teils erbittert geführten Grabenkämpfe immer wieder aufscheint.

Sonntag, 04.10. / 01:40 Uhr / Edward Elgar: The Dream of Gerontius
Daniel Harding, Andrew Staples, Magdalena Kozena
Musik, Frankreich, 2017, ARTE F 101 Min.
Regie: François-René Martin
Dirigent: Daniel Harding
Orchester: Orchestre de Paris

Mit: Magdalena Kozena (Engel), Andrew Staples (Gerontius), John Relyea (Priester)

Das Oratorium „The Dream of Gerontius” von Edgar Elgar aus dem Jahr 1900 spielt in der Musikgeschichte Englands eine Schlüsselrolle. Außerhalb der Landesgrenzen wird es jedoch nur selten aufgeführt. ARTE zeigt das Werk in einem gefeierten Konzert aus der Pariser Philharmonie. Andrew Staples ist als Gerontius zu erleben, als Schutzengel ist Magdalena Kozena zu hören. Stardirigent Daniel Harding, der das Oratorium erstmals dirigiert, hat die musikalische Leitung des Abends.

George Bernard Shaw war einer derjenigen, der von der Unsterblichkeit der Musik Edward Elgars überzeugt waren, und er hat sich nicht getäuscht: Denn zumindest in England ist Elgars im Jahr 1900 uraufgeführtes Oratorium „The Dream of Gerontius“, oftmals auch als „englischer Parsifal” bezeichnet, nach wie vor überaus populär. Edward Elgars Komposition vereint englische Chortradition mit Wagner’schen Einflüssen. Das Oratorium basiert auf John Henry Newmans Gedicht „The Dream of Gerontius“, in dem der englische Kardinal im 19. Jahrhundert seinem tiefen katholischen Glauben Ausdruck verlieh.

Im ersten Teil liegt der Greis Gerontius auf dem Sterbebett und betet zu Gott. Begleitet werden seine Gebete von den Segenssprüchen eines Priesters und den Fürbitten seiner Freunde, die im Oratorium durch den Chor repräsentiert werden.

Im zweiten Teil geht die Seele des Greises ins Jenseits über und trifft dort auf einen Schutzengel. Dieser begleitet den verstorbenen Gerontius auf seinem Weg durch das Jenseits. Vor allem die Hölle wird dabei sehr eindringlich geschildert. Schließlich gelangt Gerontius zu Gott, bevor er letztendlich wie alle Menschen ins Fegefeuer zurückkehren muss …

Das Konzert unter der musikalischen Leitung von Daniel Harding wartet mit großen Stimmen auf: Andrew Staples gibt einen sehr gefühlvollen Gerontius, die großartige Magdalena Kozena verkörpert den Schutzengel. John Relyea ergänzt das Duo in einer Doppelrolle als Priester und Todesengel. Unterstützt werden die Solisten vom Chor und Kinderchor des Orchestre de Paris.

Zusatzinfo:
Das Konzert wurde am 21. und 22. Dezember 2017 in der Philharmonie de Paris für ARTE aufgezeichnet.

Montag, 05.10. / 05:00 Uhr / Antonin Dvorak: Stabat Mater
Musik, Tschechische Republik, Frankreich, 2017, CTARTE 90 Min.
Regie: Adam Rezek
Komponist: Antonin Dvorak
Dirigent: Emmanuel Villaume
Orchester: PKF – Prague Philharmonia
Chorleitung: Petr Fiala
Chor: Czech Philharmonia Choir of Brno

Mit: Kristine Opolais (Sopran), Jana Kurucova (Mezzosopran), Richard Samek (Tenor), René Pape (Bass)
Online verfügbar von 05/10 bis 12/10

Das Programm zu seinem 10. Jubiläum eröffnet das Dvorak-Festival Prag mit einem Konzert, das Dvoraks Geist und den seiner Heimat vermittelt, zugleich aber von globaler Tragweite ist. Internationale Opernstars wie Kristine Opolais, Jana Kurucova, Richard Samek und René Pape werden von der PKF – Prague Philharmonia und dem Tschechischen Philharmonischen Chor Brünn (Brno) begleitet.

Zum 10. Jubiläum hat das Dvorak-Festival Prag mit „Stabat Mater“ ein Eröffnungskonzert vorbereitet, das Dvoraks Geist und den seiner Heimat vermittelt, zugleich aber von globaler Tragweite ist. Es treten internationale Opernstars auf: Kristine Opolais – die unlängst Dvoraks „Rusalka“ in einer neuen Inszenierung an der Metropolitan Opera sang – Jana Kurucova, Richard Samek und René Pape werden von der PKF – Prague Philharmonia unter Leitung von Emmanuel Villaume und dem Tschechischen Philharmonischen Chor Brünn (Brno) unter musikalischen Leitung von Petr Fiala begleitet. Die Aufführung dieses monumentalen und doch zutiefst menschlichen beziehungsweise demütigen Werks, die Harmonie aus Gesangssolopartien, Chören und warmen, reichen Orchesterklängen verspricht den Zuhörern gleich zum Auftakt des Festivals ein einmaliges Erlebnis.

Dvorak gehörte nicht zu den Künstlern, für die der Tod ein Hauptmotiv ist. Doch die wenigen Kompositionen, in denen er ihn thematisiert, sind von außergewöhnlicher musikalischer und psychologischer Ausdruckskraft. Ein Musterbeispiel hierfür ist „Stabat Mater“, ein kompositorisches Meisterwerk. Die Entstehung wird für gewöhnlich mit dem Tod von Dvoraks drei ersten Kindern in Verbindung gebracht. Tatsächlich aber komponierte er das Werk nach dem Tod seiner erstgeborenen Tochter. Er vollendete die überarbeitete und erweiterte Fassung am 13. November 1877. Die Welturaufführung fand 1880 in Prag statt, gefolgt von einer weiteren Aufführung in Brünn unter Leitung von Janacek. Das Eröffnungskonzert des Dvorak-Festivals Prag wird im Rudolfinum gegeben, einem der bedeutendsten Neorenaissance-Gebäude der Tschechischen Republik.

Dienstag, 06.10. / 05:00 Uhr / Rostropowitsch spielt Dvorak
Musik, Deutschland, 1979, ZDF 44 Min.
Regie: Hugo Käch
Komponist: Antonin Dvořák
Dirigent: Carlo Maria Giulini
Orchester: London Philharmonic Orchestra
Wiederholung vom 16.09.

Mittwoch, 07.10. / 05:00 Uhr / Drei Stardirigenten, eine Familie ~ Die Järvis und ihr Musikfestival in Estland
Musik, Deutschland, 2019, WDR 43 Min.
Regie: Holger Preuße, Isabel Hahn
Mit: Paavo Järvi, Neeme Järvi, Kristjan Järvi,, Maarika Järvi, Truls Mørk
Wiederholung vom 20.09.

Mittwoch, 07.10. / 21:35 Uhr / Depeche Mode und die DDR
Dokumentation, Deutschland, 2018, MDR 54 Min.
Regie: Heike Sittner, Nils Werner
Mit: Thilo Schmied, Anne Haffmanns, Gerald Ponesky
Wiederholung vom 02.10.
Schwerpunkt: Bücherherbst auf ARTE

Mittwoch, 07.10. / 22:30 Uhr / Pornotropic ~ “Heiße Küste” von Marguerite Duras
Dokumentation, Frankreich, 2019, ARTE F 52 Min.
Regie: Nathalie Masduraud, Valérie Urrea
Erstausstrahlung

Im Jahr 1950 war der Roman „Heiße Küste“ von Marguerite Duras für den Prix Goncourt nominiert, ging dann aber leer aus. Zu marxistisch, zu subversiv, zu vaterlandskritisch – für die damalige Zeit, versteht sich. Heute ist ihr Roman als eines der ersten literarischen Werke anerkannt, das die Kolonisierung offen anprangerte. Die Dokumentation bietet eine neue Lektüre des Buchs und zeigt, wie eng die Rassen- und Klassenfrage mit Idealen von Körper, Gender und Sexualität verknüpft ist.

„Pornotropic – ‚Heiße Küste‘ von Marguerite Duras“ bietet eine ganz neue, ikonoklastische Lektüre des autobiografischen Romans der französischen Schriftstellerin. In ihrem 1950, also zu Beginn der Dekolonisierung, erschienenen und entschieden anti-kolonialistischen Buch zeichnet Marguerite Duras ein zugleich persönliches und politisches Porträt des damaligen Französisch-Indochinas.

Sie stellt unter anderem heraus, welche Rolle die körperliche und sexuelle Unterwerfung in den kolonialistischen Machtbeziehungen spielte: Wilde Ehe, Prostitution, Vergewaltigung, Zwangsarbeit und die systematische Erniedrigung der einheimischen Bevölkerung waren Mechanismen, derer sich die europäischen Siedler bedienten, um aus den Kolonien größtmöglichen Profit zu schlagen. Die Unterwerfung der Menschen in den Kolonien war aber nicht nur körperlicher, sondern auch ideologischer Art; legitimiert mit dem vermeintlichen zivilisatorischen Auftrag der europäischen Siedler. Insofern ist „Heiße Küste“ auch eine gnadenlose Abrechnung mit einem ausbeuterischen System, das im Buch als rassistisch, pornografisch und brutal enthüllt wird.

Die Dokumentation lässt anhand von Auszügen aus dem Buch und unveröffentlichten Filmaufnahmen von Soldaten und Siedlern aus dem Französisch-Indochina der 1920er und 30er Jahren all die Menschen wiederaufleben, die in der offiziellen Geschichte keinen Platz haben. Darunter einheimische Sexarbeiterinnen, sklavengleiche Arbeiter der großen französischen Industriefirmen und all die Individuen, die im Kolonialsystem nichts waren als ein nachwachsender Rohstoff.

Die Politologin und Frauenrechtlerin Françoise Vergès und die Anthropologin und Historikerin Ann Laura Stoler entschlüsseln in dieser zeitgenössischen Lektüre des Romans die Symbolik der kolonialen Wirklichkeit. Wie bewusst war sich Marguerite Duras damals dieses Geschehens, das ihre Jugend und ihren Alltag prägte? Wie ist die ambivalente Haltung der Autorin gegenüber der Kolonialgeschichte rückblickend einzuschätzen?

Mittwoch, 07.10. / 23:25 Uhr / Heiße Küste
Schwerpunkt: Bücherherbst auf ARTE
(Un barrage contre le Pacifique)
Spielfilm, Frankreich, 2007, ARTE F 111 Min.
Regie: Rithy Panh
Drehbuch: Rithy Panh, Michel Fessier
Produktion: Scope Pictures, CDP, France 2 Cinéma, Studio 37
Produzent: Cati Couteau
Kamera: Pierre Milon
Schnitt: Marie-Christine Rougerie
Musik: Marc Marder

Mit: Isabelle Huppert (Mutter), Gaspard Ulliel (Joseph), Astrid Bergès-Frisbey (Suzanne), Randal Douc (Herr Jo), Duong Vanthon (Korporal), Stéphane Rideau (Agosti), Lucy Harrison (Carmen), Vincent Grass (Bart)

Indochina, 1931: Die Witwe eines französischen Siedlers versucht verzweifelt, sich und ihre beiden Kinder Suzanne und Joseph vor der endgültigen Verarmung zu bewahren. Seit dem Tod des Vaters bewirtschaften sie ihr unfruchtbares Land, das der Ozean jedes Jahr überschwemmt. Für den Kauf des Landes wurden sämtliche Ersparnisse aufgebraucht; als ein reicher chinesischer Landbesitzer, Herr Jo, sich für die junge Suzanne interessiert, sieht die kranke Mutter in einer Heirat der Tochter die Chance, aus dem Elend herauszukommen. Eine Adaption des gleichnamigen Romans von Marguerite Duras.

Der Deich ist gebrochen und der Ozean hat die Reisplantagen ein weiteres Mal überschwemmt. Die Ernte ist verloren und damit alle Hoffnungen der Mutter auf eine bessere Zukunft für ihre beiden Kinder Joseph und Suzanne. Ihr wird klar, dass die korrupten Katasterbeamten sie absichtlich betrogen haben, denn wegen der regelmäßigen Überschwemmungen ist das Land unkultivierbar. So beginnt ein dorniger Weg für die Familie.

Der 20-jährige Joseph verbringt seine Zeit meistens allein und bastelt an einem alten Auto oder an seiner Jagdflinte. Seine jüngere Schwester Suzanne ist erst 16 und die beiden denken ständig daran, wie sie dem harten, erbarmungslosen Alltag entfliehen könnten. Eines Tages tanzt Suzanne mit Herrn Jo, einem reichen chinesischen Landbesitzer. Nachdem die Bank abgelehnt hat, die Konzession der Familie zu verlängern, sieht die Mutter in einer Heirat von Suzanne mit Herrn Jo die einzige Lösung für ihre Schulden.

Die Lage spitzt sich zu, als französische Kolonialbeamte den Grundbesitz der Einheimischen an sich bringen, was zu einer gewalttätigen Reaktion führt. Der gemeinsame Kampf der Familie und der Einheimischen gegen Ungerechtigkeit und Armut verstärkt die Dramatik.

Die Adaption eines Romans von Marguerite Duras beschreibt den aussichtslosen Kampf einer Mutter gegen Armut, Hoffnungslosigkeit und Korruption und ist zugleich eine flammende Anklage gegen die französische Kolonialpolitik dieser Zeit.

Zusatzinfo:
Vor der Verfilmung durch den Franko-Kambodschaner Rithy Panh hat 1957 bereits René Clément den Roman für die Kinoleinwand bearbeitet. Für den vor allem durch seine vielfach preisgekrönten Dokumentarfilme bekannten Rithy Panh ist es der vierte Spielfilm. Für Isabelle Huppert in der Rolle einer Mutter zwischen Verzweiflung, Resignation und kämpferischer Besessenheit eine weitere Gelegenheit, ihre überragende Schauspielkunst unter Beweis zu stellen.

Donnerstag, 08.10. / 05:00 Uhr / Die großen Musikrivalen: Callas vs. Tebaldi
Regie: Andreas Morell
Mit: Renata Tebaldi, Maria Callas
Wiederholung vom 27.09.

Donnerstag, 08.10. / 05:45 Uhr / Haste Töne ~ Alles Musik!
Kindersendung, Frankreich, 2020, ARTE 26 Min.
Regie: Jean-Loïc Portron
Wiederholung vom 04.10.

Freitag, 09.10. / 05:00 Uhr / Tracks
Magazin, Frankreich, 2020, ARTE F 30 Min.
Regie: Realisateurs Differents
Journalist: David Combe, Jean-Marc Barbieux
Wiederholung vom 02.10.

Freitag, 09.10. / 21:45 Uhr / Laurel Canyon (1/2)
Dokumentarfilm, USA, 2020, ARTE F 80 Min.
Regie: Alison Ellwood
Erstausstrahlung

Laurel Canyon, heute eine beschauliche Wohngegend in Los Angeles, war in den 60er und 70er Jahren eine Hochburg der amerikanischen Rock- und Popbewegung. Hier lebten unter anderem Crosby, Stills & Nash, Joni Mitchell, The Mamas and the Papas, Frank Zappa und The Doors. Ein Besuch des symbolträchtigen Orts lädt ein zu einer Reise durch dieses unvergessene Kapitel der Musikgeschichte.

Flower Power und sexuelle Revolution: „Laurel Canyon“ nimmt die Zuschauerinnen und Zuschauer mit auf eine Zeitreise in die wilden 60er und 70er Jahre. In einem ruhigen Wohnviertel in Los Angeles, abseits vom Trubel der Welt – so glaubte man zumindest –, erlebte das musikalische Schaffen in den USA einen seiner Höhepunkte. Die Dokumentation erzählt von einem mythenbehafteten Ort in einer Zeit voller künstlerischer Inspiration und freier Liebe, aber auch des politischen Kampfes, der Rebellion und der Ermordung von John F. Kennedy und Martin Luther King.

Laurel Canyon avancierte zur Hochburg der amerikanischen Rock- und Popbewegung, aber auch der Subkultur: Hier lebten musikalische Größen wie Crosby, Stills & Nash, Joni Mitchell, The Mamas and the Papas, Frank Zappa und The Doors. Aber auch der Sektenführer Charles Manson, der im August 1969 die schwangere Schauspielerin Sharon Tate, Ehefrau von Roman Polanski, und vier weitere Menschen brutal ermorden ließ.

Zu Wort kommen unter anderem Linda Ronstadt, Joni Mitchell, Neil Young, J. D. Souther, David Crosby, Peter Asher, Michelle Phillips und der Fotograf Henry Diltz, der die damalige Zeit in seinen Bildern dokumentierte.

Freitag, 09.10. / 23:10 Uhr / Laurel Canyon (2/2
Dokumentarfilm, USA, 2020, ARTE F 80 Min.
Regie: Alison Ellwood
Erstausstrahlung

Laurel Canyon, heute eine beschauliche Wohngegend in Los Angeles, war in den 60er und 70er Jahren eine Hochburg der amerikanischen Rock- und Popbewegung. Hier lebten unter anderem Crosby, Stills & Nash, Joni Mitchell, The Mamas and the Papas, Frank Zappa und The Doors. Ein Besuch des symbolträchtigen Orts lädt ein zu einer Reise durch dieses unvergessene Kapitel der Musikgeschichte.

Flower Power und sexuelle Revolution: „Laurel Canyon“ nimmt die Zuschauerinnen und Zuschauer mit auf eine Zeitreise in die wilden 60er und 70er Jahre. In einem ruhigen Wohnviertel in Los Angeles, abseits vom Trubel der Welt – so glaubte man zumindest –, erlebte das musikalische Schaffen in den USA einen seiner Höhepunkte. Die Dokumentation erzählt von einem mythenbehafteten Ort in einer Zeit voller künstlerischer Inspiration und freier Liebe, aber auch des politischen Kampfes, der Rebellion und der Ermordung von John F. Kennedy und Martin Luther King.

Laurel Canyon avancierte zur Hochburg der amerikanischen Rock- und Popbewegung, aber auch der Subkultur: Hier lebten musikalische Größen wie Crosby, Stills & Nash, Joni Mitchell, The Mamas and the Papas, Frank Zappa und The Doors. Aber auch der Sektenführer Charles Manson, der im August 1969 die schwangere Schauspielerin Sharon Tate, Ehefrau von Roman Polanski, und vier weitere Menschen brutal ermorden ließ.

Zu Wort kommen unter anderem Linda Ronstadt, Joni Mitchell, Neil Young, J. D. Souther, David Crosby, Peter Asher, Michelle Phillips und der Fotograf Henry Diltz, der die damalige Zeit in seinen Bildern dokumentierte.

Freitag, 09.10. / 00:30 Uhr / Flick Flack ~ Nach allen Regeln der Kunst
Magazin, Frankreich, Deutschland, 2020, ARTE 5 Min.
Regie: Hélène Bigot
Produzent: La Blogothèque, Milgram, UFA X / Divimove
Erstausstrahlung

“Flick Flack” ist ein Kulturphänomen, ein Trend, ein Porträt … locker und witzig, aufgedröselt in fünf Minuten. “Flick Flack” will neugierig machen und unterhalten und gleichzeitig eine emblematische Geschichte aus der Vergangenheit oder unserer Gegenwart erzählen. Über die Aktualität hinaus interessiert sich “Flick Flack” für bleibende Ereignisse, große Paukenschläge und Verblüffendes aus verschiedensten Genres wie Kino, Musik und Literatur, bildender Kunst und Bühne, Architektur und Design.

Die Regelblutung war lange Zeit kein Thema in künstlerischen Darstellungen. Seit sich eine neue Künstlergeneration dazu entschlossen hat, dieses Tabu zu brechen, behauptet die Menstruation ihren Platz in der Kunstgeschichte – allen Zensurmaßnahmen von Instagram zum Trotz.

Freitag, 09.10. / 00:35 Uhr / Tracks
Magazin, Frankreich, 2020, ARTE F 30 Min.
Regie: Realisateurs Differents
Journalist: David Combe, Jean-Marc Barbieux
Online verfügbar von 02/10 bis 24/09
Erstausstrahlung

Freitag, 09.10. / 01:10 Uhr / Berlin Live: Villagers
Musik, Deutschland, 2019, ZDF 63 Min.
Erstausstrahlung

Vor zehn Jahren mit der ersten Platte gestartet und gleich Support-Act für Neil Young und Tracy Chapman – ein besserer Band-Start geht kaum. Conor J. O’Brien gründete die Villagers mit all seiner Erfahrung aus seiner musikalischen Laufbahn zuvor und entwickelte mit seinen Musikern den sehr eigenen Folk-Pop-Sound. Das Publikum der exklusiven Club-Show im SchwuZ staunte umso mehr über ganz neue Klangerlebnisse.

Vor zehn Jahren mit der ersten Platte gestartet und gleich Support-Act für Neil Young und Tracy Chapman – ein besserer Band-Start geht kaum. Conor J. O’Brien gründete die Villagers mit all seiner Erfahrung aus seiner musikalischen Laufbahn zuvor. Er schrieb zunächst auch alle Songs und erst im Studio und bei den umfangreichen Tourneen entwickelten die Musiker gemeinsam ihren mittlerweile sehr eigenen Folk-Pop-Sound.

Mittlerweile gehören zu den Villagers sieben Musiker; es dürfte den ohnehin raumgreifenden, kaum zu kategorisierenden Klang dieser herausragenden Band noch weiter auffächern. Wunderlich ist es demnach nicht, dass die „Irish Times“ die Band zu einer der fünf wichtigsten irischen Bands auserkoren hat. Das Publikum der exklusiven Club-Show im SchwuZ staunte umso mehr über ganz neue Klangerlebnisse.


Programmwoche 42:

Samstag, 10.10.: arte Thementag: Tag der Wissenschaft

Samstag, 10.10. / 06:25 Uhr / Pornotropic ~ “Heiße Küste” von Marguerite Duras
Dokumentation, Frankreich, 2019, ARTE F 52 Min.
Regie: Nathalie Masduraud, Valérie Urrea
Wiederholung vom 07.10.

Samstag, 10.10. / 07:20 Uhr / Die großen Musikrivalen: Callas vs. Tebaldi
Dokumentationsreihe, Deutschland, 2020, ZDF 43 Min.
Regie: Andreas Morell
Mit: Renata Tebaldi, Maria Callas
Wiederholung vom 27.09.

Sonntag, 11.10. / 06:27 Uhr / Glanz und Elend der Kurtisanen im Spiegel der Malerei
Dokumentation, Frankreich, 2015, ARTE F 53 Min.
Regie: Sandra Paugam
Wiederholung vom 27.09.

Sonntag, 11.10. /08:51 Uhr / Haste Töne ~ Paukenschlag & Trommelwirbel
Kindersendung, Frankreich, 2020, ARTE 27 Min.
Regie: Jean-Loïc Portron
Erstausstrahlung

Ob in einer Bar in Kuba, einem Orchestersaal in Paris oder einem Baumwollfeld in den Vereinigten Staaten – Musikinstrumente gibt es überall, aber sie sind sehr unterschiedlich. Die Kindersendung „Haste Töne“ setzt sich spielerisch mit dieser Vielfalt auseinander und lädt ein zu einer musikalischen Entdeckungsreise durch Raum und Zeit. Ein buntes Potpourri an Klängen, Bildern und Formen, das dem Zuschauer ermöglicht, Musik mit anderen Augen zu betrachten.

In dieser Folge nimmt „Haste Töne“ Schlaginstrumente unter die Lupe. Bei einem Schlag treffen zwei Gegenstände aufeinander und ergeben ein Geräusch – und genauso verhält es sich mit Trommeln, Pauken und anderen Schlaginstrumenten: Der Schläger oder die Hand treffen auf das Instrument. Geschieht dies mit regelmäßigen Abständen, entsteht ein Rhythmus, der schließlich den Takt der Musik angeben kann.

Sonntag, 11.10. / 11:13 Uhr / Kanada – Literatur im Aufbruch (1/4): Stein
Dokumentationsreihe, Kanada, 2020, ZDF 26 Min.
Regie: Stephanie Weimar
Wiederholung vom 04.10.

Sonntag, 11.10. / 11:40 Uhr / Kanada – Literatur im Aufbruch (2/4): Wald
Schwerpunkt: Bücherherbst auf ARTE
Dokumentationsreihe, Kanada, 2020, ZDF 26 Min.
Regie: Stephanie Weimar
Erstausstrahlung

Kanada – endlos und menschenleer, romantisch verklärt als ungezähmt und unberührt. Der Vierteiler „Kanada – Literatur im Aufbruch” beleuchtet das Land aus dem Blickwinkel seiner SchriftstellerInnen, die intensiv mit dem Selbstverständnis ihres Landes ringen und damit eines der facettenreichsten und spannendsten Kapitel der Weltliteratur aufgeschlagen haben. Die Urelemente Kanadas weisen ihnen dabei den Weg. „Wald“, „Stein“, „Wasser“ und „Licht“ – diese vier Episoden zeigen tiefe und ungeahnte Einsichten in die zeitgenössische kanadische Literatur und richten den Blick auf ein Land im Aufbruch.
[Lang]:
    Kanada – dichte Wälder und eisige Tundra, die grenzenlose Weite der Prärie, unwegsame Gebirge und Seenlandschaften, romantisch verklärt als ungezähmt und unberührt. Die Reihe “Kanada – Literatur im Aufbruch“ entdeckt das Land aus dem Blickwinkel seiner Schriftstellerinnen und Schriftsteller, die intensiv mit dem Selbstverständnis ihres Landes ringen und damit eines der facettenreichsten und spannendsten Kapitel der Weltliteratur aufgeschlagen haben. Nach über 500 Jahren eurozentrischer Kolonialgeschichte erlebt das Land eine kulturelle und philosophische Revolution. Kanadas Multikulturalismus ist sogar in der Verfassung verankert, aber neben der politischen sah auch die kulturelle Realität oft anders aus. Von Labrador bis British Columbia, den Großen Seen bis in die Arktis sind Kanadas Autorinnen und Autoren jetzt dabei, das Land radikal aufzurütteln und von Grund auf neu zu definieren. Sie setzen sich auf dynamische und rigorose Weise mit der Identität ihres Landes und der Gestaltung seiner Zukunft auseinander.

Sonntag, 11.10. / 16:10 Uhr / Der Louvre zieht um
Dokumentation, Frankreich, 2017, ARTE F 52 Min.
Regie: Agnès Molia, Mikaël Lefrançois
Erstausstrahlung

Die 35.000 im Louvre ausgestellten Kunstwerke sind nur ein Bruchteil seiner Schätze – die Spitze des Eisbergs sozusagen. Im Verborgenen, größtenteils unterhalb der Seine, befinden sich noch 250.000 weitere Werke. Allerdings werden sie dort von Hochwassern bedroht, weshalb die 250.000 Skulpturen, Gemälde und Keramiken, die über 700 Jahre hinweg gesammelt wurden, ins rund 200 Kilometer entfernte Liévin (Hauts-de-France) verlagert werden müssen. Dieser Umzug, der zu den aufwendigsten der Kunstgeschichte überhaupt gehört, hat zugleich eine enorme Fülle an Kunstschätzen zutage gefördert.

Statistisch gesehen wird Paris alle hundert Jahre von einer großen Flut heimgesucht. Da die letzte bereits Anfang des vorigen Jahrhunderts stattgefunden hat, besteht jetzt also eine unmittelbare Gefahr. Seit 30 Jahren werden unter der Seine und dem Louvre-Palast in einem von dem chinesisch-amerikanischen Stararchitekten Ieoh Ming Pei entworfenen Lager 150.000 Kunstwerke aufbewahrt – und sind dort der Willkür des Flusses ausgesetzt. Die Hochwasser 2016 ließ dem Museum keine Wahl. Trotz einer spektakulären Rettungsaktion wären mehr als hunderttausend Werke für immer verloren gewesen, wenn die Kanalisation den Wassermassen nachgegeben hätte. Ein Umzug war also unumgänglich. Dabei wurden riesige, teilweise über drei Meter hohe Statuen in zentimetergenauer Feinarbeit aus dem Lager herausbefördert. Kostbare, extrem lichtempfindliche Gemälde mussten so schnell wie möglich in lichtundurchlässige Transportbehälter gepackt und tonnenschwere, zum Teil Tausende Jahre alte Säulen über die Dächer von Paris geflogen werden. Während des Umzugs sind sogar längst vergessene Tonscherben aufgetaucht, die wieder zu jungsteinzeitlichen Keramiken zusammengefügt wurden.

Die Dokumentation zeigt die Geschichte dieses waghalsigen Umzugs. Die Dreharbeiten dauerten vier Jahre: vom „Warnschuss“ der Flut 2016 über die (Wieder-)Entdeckung einer noch nicht vollständig erfassten Kunstsammlung bis zum Moment des Abtransports der ersten Werke nach Liévin (Hauts-de-France) – begleitet von zähneknirschenden Kuratoren, die nur ungern Abschied von ihren Schätzen nehmen. Doch der Umzug bringt auch Hoffnung für neuen Aufschwung in der Bergbauregion Hauts-de-France, die zu den wirtschaftlich schwächsten Regionen Frankreichs gehört.

Sonntag, 11.10. / 17:02 Uhr / TWIST
Magazin, Deutschland, 2020, HR 30 Min.
Autor: N.N.
Erstausstrahlung

Sonntag, 11.10. / 17:32 Uhr / Mozart in Paris: Im Garten des Hotels Sully
Musik, Frankreich, 2020, ARTE F 43 Min.
Regie: Louise Narboni
Komponist: Wolfgang Amadeus Mozart
Dirigent: Lars Vogt
Orchester: Orchestre de chambre de Paris
Mit: Lars Vogt (Klavier), Magali Mosnier (Querflöte), Valéria Kafelnikov (Harfe)
Erstausstrahlung

Im wunderschönen Innenhof des Hôtel de Sully feierte Lars Vogt diesen Sommer seine Premiere als Dirigent des Pariser Kammerorchesters – mit „Mozart in Paris“. Mozart selbst brach damals mit seinem Jeunehomme-Konzert mit allen Codes der klassischen Musik. Das Jeunehomme-Konzert gilt heute als einer der Vorläufer der romantischen Konzerte – kein Wunder, war Mozart zu der Zeit doch frisch verliebt in die junge Klaviervirtuosin, die er Mademoiselle Jeunehomme nannte.

Seine Premiere als Dirigent des Pariser Kammerorchesters feierte Lars Vogt diesen Sommer mit dem Konzert „Mozart in Paris“ unter freiem Himmel im wunderschönen Innenhof des Hôtel de Sully.

Mit seinem neunten Klavierkonzert läutete Mozart eine neue Ära ein. Der Komponist war damals voller Tatendrang und frisch verliebt in eine junge Klaviervirtuosin, die er Mademoiselle Jeunehomme nannte.

Das Jeunehomme-Konzert brach damals mit allen Codes der klassischen Musik. Erstmals traten der Solist und das Orchester in einen ständigen Dialog – damit nahm das Klavierkonzert das vorweg, was Mozart im Klavierquintett in Es-Dur, KV 452, und -quartett in g-Moll, KV 478, weiter ausführen würde. Normalerweise macht das Orchester den Anfang, doch im Jeunehomme-Konzert lässt Mozart das Soloklavier bereits nach wenigen Takten inmitten der Orchesterexposition einsetzen. Das Thema wird – entgegen der damals üblichen Regeln – von Klavier und Orchester gemeinsam vorgestellt und im Anschluss ausformuliert. Statt mehrere Motive nacheinander einzuführen, variiert Mozart ein und dasselbe Leitmotiv. Auf den zweiten Satz, ein Andantino in c-Moll, folgt ein äußerst einfallsreiches Rondeau mit überraschenden Harmonien. Der Mittelteil besteht aus einem dreiteiligen Menuett, dessen Thema viermal variiert wird. Dieses greift Mozart 14 Jahre später als Leitmotiv für Monostatos in der „Zauberflöte“ wieder auf. Aufgrund dieser zahlreichen Neuerungen und den Brüchen mit den alten Vorschriften, gilt das Jeunehomme-Konzert heute als einer der Vorläufer der romantischen Konzerte.

Sonntag, 11.10. / 22:13 Uhr / Belmondo, der Unwiderstehliche
Dokumentarfilm, Frankreich, 2015, ARTE F 90 Min.
Regie: Bruno Sevaistre

Draufgänger, Stuntman und charmanter French Lover: Jean-Paul Belmondo ist nach wie vor eine der zentralen Figuren des französischen Kinos. Seit seinen Anfängen in den späten 50er Jahren und dem Durchbruch mit Jean-Luc Godards Kultfilm „Außer Atem“, der ihn über Nacht zum Weltstar werden ließ, spielte Belmondo eine ganze Reihe legendärer Rollen in großen Publikumsfilmen wie Autorenfilmen, darunter bedeutenden Werken der Nouvelle Vague. Belmondo verkörpert den Geist des Anarchismus und die Coolness „à la française“ – und wurde damit zu seinem eigenen Markenzeichen. Bruno Sevaistres Dokumentarfilm zeigt Belmondo anhand zahlreicher unveröffentlichter Archivaufnahmen von einer weniger bekannten und sehr persönlichen Seite.

Lässig, männlich, ein bisschen gaunerhaft, aber immer mit einem Lächeln auf den Lippen – so wurde Jean-Paul Belmondo innerhalb eines halben Jahrhunderts zum Lieblingsschauspieler der Franzosen. Eigentlich wollte Bébel, wie ihn die Franzosen gerne nennen, in die Fußstapfen seines Vaters, eines Bildhauers, treten. Doch das Schicksal wollte es anders: Nach einem Zwischenspiel als Berufsboxer ging er zum Theater, wohin er Ende der 80er Jahre auch wieder zurückkehrte, und dann zum Film. Mit Werken wie „Außer Atem“, „Ein Affe im Winter“, „Abenteuer in Rio“ oder „Eva und der Priester“ begann seine Karriere in den frühen 60er Jahren. Belmondo gehörte bald zur ersten Riege der Filmschauspieler, seine Popularität wuchs unaufhörlich. Frankreichs große Regisseure wie François Truffaut, Louis Malle und Claude Sautet – später auch Blockbuster-Regisseure – rissen sich um den jugendlichen, unerschrockenen Typ in enger Jeans und knapper Jacke. Belmondo schaffte den Spagat zwischen anspruchsvollem Kino, Abenteuerfilmen und Actionkomödien. Er fühlte sich imstande, alles spielen zu können. Mit dem eisernen Willen, sich selbst dabei nie zu ernst zu nehmen. Der Regisseur Philippe de Broca brachte das heitere Gesicht des Schauspielers ins Kino. Belmondo als waghalsiger Springinsfeld mit Schnauze. Belmondo konzentrierte sich mehr und mehr auf die Rolle des charmanten Draufgängers und verschrieb sich bald völlig dem kommerziellen Kino. In maßgeschneiderten Actionrollen konnte Belmondo seine sportlichen Stärken voll ausleben. Der ehemalige Boxer, der zum Top-Stuntman wurde, kam in über 70 Filmen ohne Double aus – unerschrocken hing er am Hubschrauber, sprang über fahrende Züge oder erklomm den 320 Meter hohen Eiffelturm. Claude Lelouchs Filmdrama „Der Löwe“ (1988), das von Publikum und Kritik gleichermaßen gefeiert wurde, brachte ihm seinen einzigen César als bester Hauptdarsteller ein. Danach widmete sich Belmondo wieder dem Theater. Die Rückkehr auf die Bühne war seine Revanche gegenüber den Schauspiellehrern, die ihm einst den Zutritt zur Comédie-Française verwehrt und prophezeit hatten, mit seinem Aussehen würde er niemals Schauspieler werden. In rund 95 Kinofilmen und mehr als 40 Theaterrollen hat er in knapp 50 Jahren mitgewirkt. Selbst an der Seite von Megastars wie Alain Delon, Jean Gabin oder Claudia Cardinale blieb Belmondo stets ungezwungen. Er war wohl das ewige rebellische Kind, das – wie alle großen Künstler – nie erwachsen werden will.

Sonntag, 11.10. / 23:43 Uhr / Durch die Nacht mit … Matthias Lilienthal und Anne Imhof in München
Magazin, Deutschland, 2020, ZDF 52 Min.
Regie: Edda Baumann-von Broen
Erstausstrahlung

Die Performance-Künstlerin Anne Imhof trifft den scheidenden Intendanten der Münchner Kammerspiele, Matthias Lilienthal, der behauptet: „Ich war der meistgehasste Mensch in München.“

Lilienthal zeigt, was sein Haus trotz Coronakrise auf die Beine gestellt hat. „Ich will immer alles schnell machen“, erklärt er, während Imhof konstatiert, dass sie viel Zeit braucht. Stargeigerin Anne-Sophie Mutter stößt für eine überraschende Begegnung dazu. Am Ende sind sie sich einig: So wie es vorher war, wird es nicht mehr.

Die Performance-Künstlerin Anne Imhof, bekannt geworden durch ihre preisgekrönte Performance „Faust“ bei der Biennale in Venedig 2017, trifft den scheidenden Intendanten der Münchner Kammerspiele, Matthias Lilienthal. Während Imhof hinter ihrer Kunst verschwindet, hat Lilienthal, der sein Theater zu wichtigen Auszeichnungen führte, durch seine Vision eines Stadttheaters öffentlichen Zorn auf sich gezogen.

Der Abend beginnt in den Münchner Kammerspielen, wo Anne Imhof eine visuell spektakuläre, aber etwas unberechenbare KI-Installation betritt und ein mysteriöses Orakel erhält. Danach zieht es die beiden ins Olympiastadion, wo man dem Ideal von heiteren Spielen baulich sehr nahekommt, bis ein Attentat die Vision brutal zerstört. Beim Essen im Shibuya Fried Chicken, Imbiss des Sterne-Kochs Tohru Nakamura, realisieren die beiden, dass die Dinge nach der Pandemie nicht mehr so sein werden wie vorher.

Danach geht es in die Kunsthalle München, in der die Ausstellung „Thierry Mugler: Couturissime“ auf sie wartet. Lilienthal, der nicht nur äußerlich der Mode trotzt, ist skeptisch, während sich Imhof auf die Ausstellung und einen weiteren Gast freut – die Stargeigerin Anne-Sophie Mutter. Mutter berichtet, dass sie ihr für 2021 geplantes Sabbatical in dieses Jahr vorverschoben hat, um die jetzt abgesagten Konzerte im nächsten Jahr spielen zu können.

Im ältesten Programmkino Münchens treffen sie auf den jungen Filmemacher Faraz Shariat und sehen sich Ausschnitte seiner preisgekrönten iranisch-deutschen schwulen Liebesgeschichte „Futur Drei“ an, die in Hildesheim spielt.

Nach einem intensiven Gespräch über Chancen, Enttäuschungen und neue Freiräume fahren sie durch das stille München – erschöpft, aber auch glücklich, endlich mal wieder einen aufregenden Abend erlebt zu haben.

Sonntag, 11.10. / 00:35 Uhr / Traum von Ungarn~ Barbara Hannigan
Musik, Frankreich, 2018, ARTE F 64 Min.
Regie: Philippe Beziat
Komponist: Béla Bartók, György Kurtág, György Ligeti
Dirigent: Barbara Hannigan
Orchester: Orchestre Philharmonique de Radio France

Mit: Barbara Hannigan (Sopran), Luigi Gaggero (Zymbal), Ji Yoon Park (Violine)

Online verfügbar von 04/10 bis 30/03

Ein musikalischer „Traum von Ungarn“: Die renommierte Sopranistin und Dirigentin Barbara Hannigan führt das Pariser Rundfunkorchester Orchestre Philharmonique de Radio France durch die ungarische Musikgeschichte des 20. Jahrhunderts. Mit Interpretationen von Bartók über Ligeti bis hin zu Kurtág stellt Hannigan ihr Talent unter Beweis und überzeugt dabei nicht nur als Dirigentin, sondern auch als Sängerin. Das Ergebnis: eine eindringliche und mitreißende Darbietung im Auditorium des französischen Hörfunksenders France Radio.

Barbara Hannigan ist alles andere als eine konventionelle Orchesterchefin: Die kanadische Sängerin und Dirigentin präsentiert klassische Musik weitab vom Klischee des Maestros mit Frack und Fliege. Die vielseitige und talentierte Künstlerin hat sich zum Ziel gesetzt, ihren guten Ruf in den Dienst besonders anspruchsvoller Musikrepertoires zu stellen. Für das Konzert „Rêve de Hongrie“, zu Deutsch „Traum von Ungarn“, führt sie das französische Rundfunkorchester Orchestre Philharmonique de Radio France durch die ungarische Musik des 20. Jahrhunderts. Dabei brilliert sie als Dirigentin ebenso wie als Sängerin. Das Programm entspricht dem facettenreichen Wesen der Dirigentin: Es beginnt mit dem mitreißenden Ungestüm der Orchesterwerke von Bartók und Ligeti, dem Hannigan fast schon trotzig Einhalt gebietet, um alleine, nur in Begleitung des Zymbals, zwei Stücke von György Kurtág aus den 70er und 80er Jahren vorzutragen. Hier schenkt sie dem Publikum einen Moment von geradezu verstörender Intensität: Klänge, Atemzüge, Friktionen und Soundcluster scheinen aus der Stille aufzusteigen und wieder dahin zu entschwinden. Dabei wirkt die Künstlerin, die im ersten Teil noch so stark und stolz erschien, fast zerbrechlich, wenn sie den Zuschauern direkt in die Augen blickt. Den Höhepunkt bildet „Der wunderbare Mandarin“ von Bartók, ein zugleich stürmisches und zauberhaftes Werk, bei dem die besondere Energie zwischen dem Orchester und der vielseitigen Ausnahmedirigentin besonders zum Tragen kommt. Barbara Hannigan zeigt stets vollen Einsatz bei ihren Konzerten, die sie als eine Art persönliche Opfergabe an die Musik empfindet. „Rêve de Hongrie“ bildet da keine Ausnahme.

Sonntag, 11.10. / 01:38 Uhr / Junction 48
Spielfilm, Deutschland, 2016, BR 88 Min.
Regie: Udi Aloni
Drehbuch: Oren Moverman, Tamer Nafar
Produktion: Metro Communications, United King Films, X-Filme Creative Pool, Blackbird Films, Dig the Movie, Blackbird, Hyperion Media Group, BR/ARTE
Produzent: David Silber, Stefan Arndt, Lawrence Inglee, Udi Aloni
Kamera: Amnon Zlayet
Schnitt: Jay Rabinowitz, Isaac Sehayek
Musik: Tamer Nafar, Itamar Ziegler

Mit: Tamer Nafar (Kareem), Samar Qupty (Manar), Salwa Nakkara (Kareems Mutter), Saeed Dassuki (Talal), Adeeb Safadi (Yousef), Tarik Kopty (Talals Vater), Sameh “Saz” Zakout (Amir)

Kareem ist ein junger palästinensischer Musiker. Er lebt in Lod, einer verarmten Stadt bei Tel Aviv, und träumt von einer Karriere als Rapper. Nachdem er seinen Vater bei einem Autounfall verloren hat, bei dem auch die Mutter schwer verletzt wurde, findet er in der Welt des Hip-Hop und bei seiner Freundin, der Sängerin Manar, Trost. Als es bei einem ihrer Auftritte jedoch zu Übergriffen durch jüdische Rapper kommt, nehmen die beiden mit ihrer Musik den Kampf gegen die Unterdrückung durch die israelische Gesellschaft auf – und auch gegen die Gewalt in ihrer eigenen, konservativen „Community“.

Kareem ist ein junger palästinensischer Musiker, der in Lod lebt, einer Vorstadt von Tel Aviv. Wie seine Freunde hat auch er einen israelischen Pass, als Angehörige der arabischen Minderheit gehören Schikanen von Behörden und der jüdischen Bevölkerung jedoch zu ihrem Alltag. Mit seinen Freunden vertreibt er sich die Zeit auf der Straße, hält sich mit Gelegenheitsjobs über Wasser und träumt von einer Karriere als Rap-Musiker. Nachdem sein Vater bei einem Autounfall ums Leben gekommen ist, bei dem auch seine Mutter schwer verletzt wurde, findet Kareem bei seiner Freundin, der Sängerin Manar, Halt. Mit ihr teilt Kareem nicht nur die Leidenschaft und Faszination für die Welt des Hip-Hop, sie treten auch gemeinsam auf. Als es bei einem ihrer Konzerte zu einem Angriff durch jüdische Rapper kommt, beschließen Kareem und Manar, mit ihrer Musik ein Zeichen gegen die permanente Diskriminierung zu setzen. Damit geraten sie jedoch zwischen die Fronten – nicht nur zwischen den palästinensischen und jüdischen Gesellschaften, sondern auch zwischen ihren Träumen von Unabhängigkeit und den konservativen Positionen ihrer „Community“ …

Zusatzinfo:
In „Junction 48“ verwandelt Regisseur Udi Aloni gemeinsam mit der Sängerin Samar Qupty und Tamer Nafar – dem Frontmann von DAM, der ersten palästinensischen Rap-Gruppe – deren persönliche Lebensereignisse in ein neues, energiegeladenes Plädoyer einer jungen arabischen Generation für ein gleichberechtigtes Zusammenleben in Israel. Der Dokumentarfilm feierte mit großem Erfolg auf der Berlinale 2016 seine Premiere und gewann den Publikumspreis in der Panorama-Sektion.

Montag, 12.10. / 05:00 Uhr / Andris Nelsons dirigiert Mahlers 5. Symphonie ~ Festival de Lucerne 2015
Musik, Schweiz, 2015, ARTESSR        81 Min.
Regie: Michael Beyer
Komponist: Gustav Mahler
Dirigent: Andris Nelsons
Orchester: Lucerne Festival Orchestra
Wiederholung vom 07.09.

Dienstag, 13.10. / 05:00 Uhr / Eröffnungskonzert 120. Saison des Czech Philharmonic Orchestra
Musik, Tschechische Republik, 2015, ARTECT 42 Min.
Regie: Adam Rezek
Komponist: Antonín Dvorák
Dirigent: Jirí Belohlávek
Orchester: Czech Philharmonic

Antonin Dvoraks “Slawische Tänze” waren durch die Anregung von Johannes Brahms entstanden und verhalfen dem Komponisten zum internationalen Durchbruch. Seit ihrer Entstehung hat die Tschechische Philharmonie mit bedeutenden Künstlern zusammengearbeitet und kann sich mit einer beachtlichen Anzahl berühmter Dirigenten rühmen. So dirigierte Antonin Dvorak das Orchester in seiner Debütvorstellung am 4. Januar 1896 im Prager Rudolfinum, der Heimstätte des Orchesters und der Prager Konzerte, und legte damit den Grundstein für das international renommierte Orchester. Heute tritt das Orchester in den bedeutendsten Konzerthallen der Welt auf, wie zum Beispiel der Berliner Philharmonie, der Carnegie Hall in New York oder der NCPA in Peking. Unter der Leitung von Jiri Belohlavek kehrt es an diesem Abend zurück zu den Wurzeln im eigenen Land.

Der tschechische Dirigent Jiri Belohlavek leitete von 1972 bis 1978 die Philharmoniker von Brno und von 1977 bis 1989 die Prager Symphoniker. In den Jahren 1990 bis 1992 war er Chefdirigent der Tschechischen Philharmonie. 1994 gründete er das Orchester PKF – Prague Philharmonia, dem er nach seinem Abschied 2005 als Ehrendirigent verbunden blieb. 2003/04 war er daneben Chefdirigent der Slowakischen Philharmonie in Bratislava. Von 2006 bis 2012 leitete er das BBC Symphony Orchestra in London, dessen erster Gastdirigent er von 1995 bis 2000 war. Jiri Belohlavek hat zahlreiche Werke auf CD eingespielt, unter anderem sämtliche Symphonien von Dvorak.

Für seine Orchesteraufnahmen wurde er mit dem Gramophone Award ausgezeichnet, außerdem erhielt er für seine Verdienste den Order of the British Empire.

Mittwoch, 14.10. / 05:00 Uhr / Traum von Ungarn ~ Barbara Hannigan
Musik, Frankreich, 2018, ARTE F 64 Min.
Regie: Philippe Beziat
Komponist: Béla Bartók, György Kurtág, György Ligeti
Dirigent: Barbara Hannigan
Orchester: Orchestre Philharmonique de Radio France
Mit: Barbara Hannigan (Sopran), Luigi Gaggero (Zymbal), Ji Yoon Park (Violine)
Wiederholung

Mittwoch, 14.10. / 21:45 Uhr / Margaret Atwood ~ Aus Worten entsteht Macht
Schwerpunkt: Bücherherbst auf ARTE
Schwerpunkt: Kanada – Vielfalt zwischen zwei Ozeanen
Dokumentation, Kanada, 2019, NDR 52 Min.
Regie: Peter Raymont, Nancy Lang

Die kanadische Schriftstellerin Margaret Atwood ist eine begnadete Erzählerin, deren Bücher durch ihre bildreiche Sprache einen magischen Sog entfalten. Internationalen Ruhm erlangte die Autorin 1985 mit ihrem Bestseller “Der Report der Magd”, einem düsteren Zukunftsszenario, in dem eine elitäre Sekte die letzten fruchtbaren Frauen in einer verseuchten Welt als Gebärmaschinen versklavt. Für ihren 2019 erschienenen Fortsetzungsroman “Die Zeuginnen” wurde sie mit dem wichtigsten britischen Literaturpreis, dem Booker Prize, ausgezeichnet. Der Roman schaffte es sofort weltweit auf die Bestsellerlisten. Die 1939 in Ottawa geborene Margaret Atwood scheut sich nicht, unbequeme Wahrheiten aufzugreifen: sei es das Erstarken radikaler politischer Strömungen oder die Zerstörung der Umwelt. Dabei erweist sie sich als präzise Beobachterin mit hintersinnigem Humor. Ihre Kindheit war in vieler Hinsicht ungewöhnlich: Als Tochter eines Insektenforschers lebte sie in der Wildnis Ostkanadas. Das erklärt ihr Wissen um ökologische Zusammenhänge, das sie immer wieder in ihre Zukunftsromane einfließen lässt, und auch, warum sie sich in ihren Romanen immer wieder mit der Emanzipation der Frau beschäftigt. Die Filmemacher Nancy Lang und Peter Raymont haben Margaret Atwood und ihren kurz nach den Dreharbeiten verstorbenen Mann, den Schriftsteller Graeme Gibson, ein Jahr lang begleitet. Ergänzt wird die Dokumentation von den Erinnerungen ihrer Verwandten und engsten Freunde, etwa Phoebe Larmore, die seit über 50 Jahren Margaret Atwoods Literaturagentin ist.

Mittwoch, 14.10. / 00:10 Uhr / Rufus Wainwright:  “Unfollow the Rules” ~ Das Akustik-Konzert aus Los Angeles
Schwerpunkt: Kanada – Vielfalt zwischen zwei Ozeanen
Musik, USA, 2020, ZDF 71 Min.
Online verfügbar von 13/10 bis 12/01
Erstausstrahlung

Der Grammy-nominierte Singer-Songwriter Rufus Wainwright antwortet auf die Coronakrise mit einem intimen Livekonzert. Ohne Publikum und eigens für eine kleine Streicherbesetzung arrangiert spielt Wainwright sein neues Album „Unfollow the Rules“ nur für die TV-Kameras. Aufgezeichnet im Ballsaal des Paramour Mansion, einer historischen Residenz in Los Angeles, zeigt der Musiker, dass gute Songs auch unter schwierigen Umständen funktionieren.

Der amerikanisch-kanadische Musiker Rufus Wainwright reagierte auf die aktuelle Situation, in der Konzerte mit Publikum nicht möglich sind, mit einem besonderen Musikevent: Im Rahmen eines intimen Livestreams spielte er die Songs seines neuen Albums zusammen mit einer kleinen Streicherbesetzung und einem Klavier. Aufgezeichnet wurde das Konzert im Ballsaal der Paramour Mansion in Los Angeles, einer historischen und prestigeträchtigen Residenz. Neben seinem neuen Album „Unfollow the Rules“ umfasste das Repertoire weitere neue Songs, die in der Zeit der abgesagten Konzerte entstanden sind. In ihnen wird die aktuelle Lage musikalisch reflektiert. Mit dem Konzert zeigt der Musiker, dass gute Songs auch unter schwierigen Umständen funktionieren können.

Rufus Wainwright ist ein Grenzgänger zwischen Pop und Klassik. Für seinen Tribut an Judy Garland ist er für den Grammy nominiert worden und hat darüber hinaus bereits erfolgreich eine Oper komponiert.

Donnerstag, 15.10. / 05:00 Uhr / Musikfest Bremen 2019: The Alehouse Sessions
Musik, Deutschland, 2019, ZDF 51 Min.
Regie: Beatrix Conrad
Mit: Vilde Frang, Rotterdam Philharmonic Orchestra, Vox Luminis unter Lionel Meunier, Bjarte Eike
Wiederholung vom 27.09.

Freitag, 16.10. / 05:00 Uhr / Tracks
Magazin, Frankreich, 2020, ARTE F 30 Min.
Regie: Realisateurs Differents
Journalist: David Combe, Jean-Marc Barbieux
Wiederholung

Freitag, 16.10. / 22:05 Uhr / Ryan Gosling ~ Hollywoods Halbgott
Schwerpunkt: Kanada – Vielfalt zwischen zwei Ozeanen
Dokumentation, Deutschland, 2018, ARTE 52 Min.
Regie: Jana Buchholz

Die einen feiern ihn als Sexsymbol und als interessantesten Schauspieler unserer Zeit. Neider lästern über sein glattes Gesicht, seinen Waschbrettbauch und erklären damit seinen Ruhm. Unstrittig ist, dass Ryan Gosling einer der erfolgreichsten Schauspieler unserer Dekade ist. In der Dokumentation beleuchtet Jana Buchholz die persönliche Geschichte des Schauspielers. Der Kanadier hat sich etwas bewahrt, das im Multimedia-Zeitalter rar ist: eine Privatsphäre. Es gibt kaum private Fotos, kaum einer weiß, dass er in der Schule gemobbt und dann zu Hause unterrichtet wurde, dass er Bandauftritte in Altersheimen hat und Produzent eines Films über Albino-Kinder in Afrika ist. Auch das Popkultur-Phänomen Gosling wird betrachtet. Massenweise Fanartikel und Webseiten sind ihm gewidmet. Er gilt nicht nur als Sexsymbol, sondern auch als Feminist. Wichtige Szenen aus seinen Filmen zeigen die Bandbreite seines Spiels und seiner Rollenauswahl. Mit 19 tritt er als Neonazi in „Inside a Skinhead“ auf und erntet dafür großen Respekt. Der große Durchbruch gelingt ihm jedoch als romantischer Einzelgänger in „Wie ein einziger Tag“. Seit dem Film „Drive“ ist er zudem einer der coolsten und seit „Crazy, Stupid, Love“ einer der sexyesten Stars. Bis heute legt er sich auf keinen Rollentyp fest und geht bei jedem Film ein Risiko ein. Interviews mit Freunden, Kollegen und Experten bringen einem den wahren Gosling näher. Es entsteht ein überraschendes Porträt eines vielschichtigen Mannes, der sich bewusst hinter seinem glatten Image versteckt.

Freitag, 16.10. / 23:00 Uhr / Chilly Gonzales ~ Shut Up and Play the Piano
Schwerpunkt: Kanada – Vielfalt zwischen zwei Ozeanen
Dokumentation, Deutschland, 2016, ZDF 53 Min.
Regie: Philipp Jedicke
Gast: Chilly Gonzales, Sibylle Berg, Leslie Feist, Peaches, Drake
Erstausstrahlung

Chilly Gonzales ist Komponist, Musiker, Entertainer und reißt scheinbar mühelos alle Barrieren ein, die sonst zwischen den Musikgenres hochgezogen werden. Wie selbstverständlich kombiniert er Kammermusik mit Rap und Elektronik und lässt auch im ehrwürdigen Konzertsaal eine fröhliche Punkattitüde aufleben. Dabei wird er oftmals von einem Streichquartett oder einem philharmonischen Orchester begleitet.

Philipp Jedickes Dokumentation durchmisst Gonzales Leben und Karriere als Aneinanderreihung von Archivmaterial, Konzertaufnahmen und Interviews. Das Filmporträt folgt dem Musiker von seiner Heimat Kanada in den Berliner Underground der späten 90er Jahre über Paris in die Konzerthäuser der Gegenwart. Von Bühnenperformances mit Thomas Bangalter (Daft Punk) und mit Leslie Feist bis hin zu Auftritten mit dem Kaiser Quartett und dem ORF Radio-Symphonieorchester wird das breite Spektrum des Künstlers dargelegt. Darunter mischen sich Interviews – geführt unter anderem von Schriftstellerin Sibylle Berg.

Der Film lässt den Zuschauer in die künstlerischen Untiefen des Musik-Genies eintauchen. Er zeigt Gonzales, der eigentlich Jason Beck heißt, als unverschämten Pop-Performer, der in Bademantel und Pantoffeln im Elfenbeinturm der Klassik abhängt. Sehr zur Freude eines oft jungen Publikums, von dem so mancher Fan bei einem Gonzales-Konzert zum ersten Mal eine Philharmonie von innen sieht. Hinter der rastlos scheinenden Energie der Bühnenfigur sind Selbstzweifel und Größenwahn zwei Seiten derselben Medaille. Als Musiker ist er eine Inspirationsquelle für Künstler wie Feist, Jarvis Cocker, Peaches, Daft Punk und Drake.

Veränderung ist die einzige Konstante in Gonzales‘ künstlerischem Output. Jedes Mal, wenn sein Publikum glaubt, ihn durchschaut zu haben, vollzieht er einen radikalen Stilwechsel – und versteht es dabei stets zu unterhalten.

Freitag, 16.10. / 23:55 Uhr / Chilly Gonzales presents: The Gonzervatory
Schwerpunkt: Kanada – Vielfalt zwischen zwei Ozeanen
Musik, Frankreich, 2018, ARTE F 75 Min.
Regie: Tristan Carne
Erstausstrahlung

Der Grammy-gekrönte Künstler und Komponist Chilly Gonzales hat einen Aufruf an Musikschaffende aus der ganzen Welt gestartet: Sieben junge Talente durften an der ersten Ausgabe des Workshops „The Gonzervatory“ teilnehmen. Auftakt und Abschluss fanden in dem renommierten Konzertsaal Le Trianon in Paris statt. Im Laufe seiner Karriere hat Chilly Gonzales unablässig erforscht, wie Musik funktioniert. Seine Interpretationen von „Happy Birthday“ oder „Chariots of Fire“, bei denen er den emotionalen Einfluss von Dur und Moll auf unterhaltsame Weise erlebbar macht, haben Kultstatus erlangt. Seine Lehrmethode hat Chilly Gonzales in dem Bestseller „Re-Introduction Etudes“ mit 24 leichten Klavierstücken, die Freude am Spielen wecken, festgehalten. Dabei hatte Gonzales vor allem diejenigen im Sinn, die frühere musikalische Gehversuche entmutigt aufgegeben hatten. Gonzales’ letzte pädagogische Abstecher verfolgten ganz unterschiedliche Ansätze. In seiner Pop Music Masterclass zum Beispiel analysiert er in drei- bis vierminütigen Videos (mit Hunderttausenden Klicks auf YouTube) neue und alte Pop-Hits, wie zum Beispiel „Under Pressure“ von Queen und David Bowie, „Shake It Off“ von Taylor Swift sowie „Hold On“ von Drake. In seiner zweistündigen Sendung „Music’s Cool with Chilly Gonzales“ auf Apple Musics Radiosender Beats 1, spricht er über die Arbeit verschiedener Künstler, um dem Publikum die jeweiligen Genres näherzubringen. Hier unterhält er sich beispielsweise mit Daft Punk über elektronische Musik oder mit Weezer über Indie-Rock. Durch all diese Projekte hat sich Chilly Gonzales zusätzlich zu seiner Beliebtheit als Komponist, Interpret und Entertainer auch als Musikforscher einen Namen gemacht. Er hat bereits Artikel in Zeitungen und Zeitschriften veröffentlicht und wurde von verschiedenen Medien wie dem britischen BBC Radio 1, dem deutschen 1LIVE Radio und dem kanadischen TV- und Radiosender CBC zu Gesprächen über die sich stetig wandelnde Musikwelt eingeladen. „The Gonzervatory“ ist der bisherige Höhepunkt der jahrelangen, vielfältigen Tätigkeit von Gonzales, der sich als Botschafter des „Musical Humanism“ versteht. Er ist stets auf der Suche nach einer Ästhetik und nach neuen Techniken, die unterschiedlichste musikalische Epochen und Genres miteinander verbinden.

Freitag, 16.10. / 01:20 Uhr / Tracks ~ Cyberpunk / Juno Birch
Magazin, Deutschland, 2020, ZDF 30 Min.
Erstausstrahlung

„Tracks“ geht diese Woche dem Hype des Cyberpunks nach und spricht mit Juno Birch über ihren spielerischen Umgang mit stereotypen Geschlechterdarstellungen.

(1): Cyberpunk – lebendiges Retro-Genre?
Der Tabletop-Rollenspielklassiker „Cyberpunk 2020“ von 1988 holt dieses Jahr seine eigene Zukunft ein. Hat sich die düstere Zukunftsvision von damals verwirklicht? Das Videospiel „Cyberpunk 2077“ ist das meisterwartete Game seit Jahren. Es soll das Genre in eine neue Zukunft führen. Ist Cyberpunk immer noch ein relevantes Kultur-Genre, das gesellschaftliche Zusammenhänge spiegelt, oder beruht die heutige Faszination eher in einem nostalgischen Eskapismus? „Tracks“ geht dem Hype nach.

(2): Juno Birch – Alien Queen im Hausfrauenlook
Juno Birch wirkt auf den ersten Blick wie ein Alien, das sich auf die Erde verirrt hat und sich hier als stark geschminkte Fünfzigerjahre-Hausfrau tarnt. Die Looks der Drag-Performerin sind stark inspiriert von „Mars Attacks“, John Waters und Tim Burton. Die britische Komikerin und Bildhauerin erschafft blau-rosa Tonskulpturen, die ihr verblüffend ähnlich sehen. „Tracks“ spricht mit Juno Birch über ihren spielerischen Umgang mit stereotypen Geschlechterdarstellungen.

Freitag, 16.10. / 01:55 Uhr / Arcade Fire – Konzert in Paris 2018
Schwerpunkt: Kanada – Vielfalt zwischen zwei Ozeanen
Musik, Frankreich, 2018, ARTE F 90 Min.
Regie: David Ctiborsky

Sie wurden von zahlreichen Kritikern zur besten Live-Band der Welt gekürt: die kanadische Band Arcade Fire. Die Gruppe um das Ehepaar Win Butler und Régine Chassagne mischt Indie-Rock gekonnt mit Folk-Elementen, streut aber auch gerne mal Kirchenorgel, Akkordeon oder Bläser ein. Im Rahmen der Release Tour ihres fünften Albums „Everything Now“, das 2017 veröffentlicht wurde, machten Arcade Fire Station in der AccorHotels Arena in Paris. Auf der Hauptbühne im Boxring-Design begeisterte die kanadische Indie-Rockband ihr Publikum mit einer spektakulären Show.

Paris: Arcade Fire sind mit ihrem neuen Album auf Welttournee und haben sich klar zum Ziel gesetzt, die internationale Pop-Szene zu erobern. Die Kanadier sind bekannt für ihre spektakulären Live-Shows; ihr Gig in der AccorHotels Arena bildet dazu keine Ausnahme. Die Band wurde Anfang der 2000er in Montréal von den beiden Multi-Instrumentalisten Win Butler und Régine Chassagne gegründet – und ist eigentlich eine amerikanisch-kanadische Formation, denn Win und sein Bruder William Butler kommen aus Kalifornien. Waschechte Kanadier sind dafür die übrigen Bandmitglieder Richard Parry, Tim Kingsbury und Jeremy Gara. Gemeinsam ist den sechs die Virtuosität im Umgang mit allen möglichen Instrumenten. So wechselt William Butler mühelos vom Klavier zum Bass, um sich anschließend ans Schlagzeug zu setzen, während Richard Parry erst Tomtoms und Tamburin spielt und dann wieder zur E-Gitarre greift. Auch Tim Kingsbury, Bassist und Gitarrist der Gruppe, kann bei Bedarf Klavier spielen. Das Ergebnis sind frenetische Live-Momente mit meisterhaft arrangiertem Rock. Ihre Kreativität und ihre technische Leistung – sowohl live als auch im Studio – machen den Erfolg von Arcade Fire aus. Nicht umsonst wurden sie bereits von zahlreichen Kritikern zur besten Live-Band der Welt gekürt. Ihr bekanntester Fan war kein geringerer als David Bowie. 2011 räumte die Gruppe einen Grammy ab und wurde von Coldplay-Sänger Chris Martin als „großartigste Band der Geschichte“ geadelt.

Zusatzinfo:
Das Konzert wurde am 28. April 2018 in der AccorHotels Arena in Paris für ARTE aufgezeichnet.


Programmwoche 43:

Samstag, 17.10. / 06:25 Uhr / Isabelle Huppert – Leben für den Film
Dokumentation, Frankreich, 2020, ARTE F 52 Min.
Regie: William Karel
Wiederholung vom 20.09.

Samstag, 17.10. / 00:20 Uhr / Square für Künstler ~ Carte Blanche für Laurence Ferreira Barbosa, Regisseurin
Magazin, Frankreich, 2018, ARTE 26 Min.
Regie: Laurence Ferreira Barbosa
Online verfügbar von 10/10 bis 16/11

„Square“ ist das bimediale Magazin auf ARTE. Die Sendung stellt die philosophischen, literarischen, künstlerischen und technischen Innovationen unserer heutigen Gesellschaften in den Mittelpunkt. Es geht um neue Ideen in allen Bereichen – nicht nur in Deutschland und Frankreich, sondern weltweit. „Square“ befasst sich vor allem mit dem Blick der Kreativen und Künstler auf eine Welt, die sich rasant bewegt.

Callista ist 24 und lebt in Paris. In einer Partynacht stürzt sie sich im Rausch aus dem Fenster des vierten Stocks … Sie überlebt querschnittsgelähmt und kämpft jahrelang darum, wieder laufen zu können.

Fünf Jahre später: Callista ist 29 und lebt in Poitiers, wo sie Sprachwissenschaft studiert und sich um sudanesische Flüchtlinge kümmert. Der Unfall, sagt sie, habe ihrem Leben einen Sinn gegeben: anderen zu helfen. Callista feiert noch immer gerne, hat aber gelernt, ihre Impulsivität unter Kontrolle zu halten. Laurence Ferreira Barbosa zeigt, wie ein tragisches Ereignis das Leben ihrer Protagonistin erschütterte und wie diese durch ihre ungebrochene Lebensfreude zur Heldin wurde. Aus Sicht der Gegenwart erzählt, erscheinen die Prüfungen der Vergangenheit in ganz neuem Licht.

Samstag, 17.10. / 00:45 Uhr / Kurzschluss – Das Magazin ~ Filmreihe: Truffaut – Der Regisseur, der die Frauen liebte
Magazin, Frankreich, 2019, ARTE F 54 Min.
Online verfügbar von 17/10 bis 24/10
Erstausstrahlung

„Kurzschluss – Das Magazin“ zeigt die neuesten Kurzfilme aus aller Welt – und wirft einen Blick hinter die Kulissen: mit Porträts, Drehberichten, aktuellen Festival- und Filmtipps und vielen spannenden Interviews. Mehr Infos unter: arte.tv/kurzschluss

(1): Die Unverschämten
Kurzfilm von François Truffaut, Frankreich 1957, 18 Minuten, mit Bernadette Lafont und Gérard Blain Sommer in Südfrankreich: Gérard und Bernadette sind jung und verliebt. Doch ihre Zweisamkeit wird von einer Bande eifersüchtiger Jungen gestört – den „Unverschämten“.
(2): Kurz-Geschichten:
Die Unverschämten Begegnung mit Claude de Givray, Regieassistent von François Truffaut bei „Die Unverschämten“ (unter Vorbehalt)

(3): Der Passant Kurzfilm
von Pieter Coudyzer, Belgien 2020, 15 Minuten An einem schönen Sommertag kreuzen sich die Wege zweier Jungen auf unerwartete Weise.

(4): Zoom Begegnung mit Pieter Coudyzer.
Der belgische Trickfilmregisseur („Moodswing“, „La Veillée“) und Comicautor („Woekeraar“) spricht über seinen neuen Film „Der Passant“.

(5): Bis es knallt
Kurzfilm von Matthieu Garcia Marin, Frankreich 2020, 4 Minuten Der elfjährige Matis wird regelmäßig von einigen Jungs in der Schule gemobbt. Eines Tages beschließt er, ein Messer mit in die Schule zu nehmen …

(6): Short Cuts
„Wolfsjunge“ von François Truffaut als eine einmütige, animierte Zusammenfassung durch den Regisseur Vladimir Mavounia-Kouka.

(7): Zoom Begegnung mit dem Regisseur Julien Silloray,
der seinen neuen Film „Rache für meinen Bruder“ vorstellt, der direkt im Anschluss an die Sendung ausgestrahlt wird.

Sonntag, 18.10. / 06:25 Uhr / Ryan Gosling ~ Hollywoods Halbgott
Dokumentation, Deutschland, 2018, ARTE 52 Min.
Regie: Jana Buchholz
Wiederholung vom 16.10.

Sonntag, 18.10. / 08:10 Uhr / Kinder entlang der Seidenstraße – Zweite Staffel (2/5): Tanzstunden
Kindersendung, Dänemark, Österreich, Frankreich, 2018, ARTE 21 Min.
Regie: Camilla Magid
Erstausstrahlung

Fünf an der historischen Seidenstraße gelegene Länder, fünf Kinder zwischen 11 und 14 Jahren, von denen jedes ein eigenes Leben lebt, Träume verwirklichen möchte und persönliche Hürden zu nehmen hat. Die Dokumentationsreihe reist nach China, Georgien, Usbekistan, Myanmar und Aserbaidschan, um die kleinen und großen Herausforderungen vorzustellen, denen sich die Kinder in ihrem Land, ihrer Kultur und ihrem sozialen Kontext zu stellen haben.Die größte Leidenschaft der zehnjährigen Tika ist der traditionelle georgische Tanz. Sie hat versprochen, mit einer Gruppe behinderter Kinder einen Tanz für eine Aufführung in der Stadt einzustudieren. Jeden Tag nach der Schule gibt Tika den Kindern Tanzunterricht. Sie möchte erreichen, dass sie Selbstvertrauen gewinnen und ebenso große Freude beim Tanzen empfinden wie sie. Aber ihre Schülerinnen und Schüler haben Schwierigkeiten, sich die Tanzschritte zu merken. Und Nika, ein geistig behinderter Junge, der einen Solopart erhält, ärgert sich jedes Mal sehr, wenn er einen Fehler macht. Selbstzweifel beginnen an Tika zu nagen: Wird sie ihren Schülerinnen und Schülern gerecht? Werden die Kinder letztlich stolz auf sich sein können?

Sonntag, 18.10. / 08:35 Uhr / Haste Töne ~ Musik liegt in der Luft
Kindersendung, Frankreich, 2020, ARTE 27 Min.
Regie: Jean-Loïc Portron
Erstausstrahlung

Ob in einer Bar in Kuba, einem Orchestersaal in Paris oder einem Baumwollfeld in den Vereinigten Staaten – Musikinstrumente gibt es überall, aber sie sind sehr unterschiedlich. Die Kindersendung „Haste Töne“ setzt sich spielerisch mit dieser Vielfalt auseinander und lädt ein zu einer musikalischen Entdeckungsreise durch Raum und Zeit. Ein buntes Potpourri an Klängen, Bildern und Formen, das dem Zuschauer ermöglicht, Musik mit anderen Augen zu betrachten.

Der Wind übt seit jeher eine Faszination auf den Menschen aus und regt ihn zum Musizieren an. In dieser Folge geht es daher um Blasinstrumente, die Luft in Klang verwandeln.

Sonntag, 18.10. / 11:05 Uhr / Kanada – Literatur im Aufbruch: Licht
Schwerpunkt: Bücherherbst auf ARTE
Schwerpunkt: Kanada – Vielfalt zwischen zwei Ozeanen
Dokumentationsreihe, Kanada, 2020, ZDF 26 Min.
Regie: Stephanie Weimar
Erstausstrahlung

Kanada – endlos und menschenleer, romantisch verklärt als ungezähmt und unberührt. Der Vierteiler „Kanada – Literatur im Aufbruch” entdeckt das Land aus dem Blickwinkel seiner Literaturschaffenden, die intensiv mit dem Selbstverständnis ihres Landes ringen und damit eines der facettenreichsten und spannendsten Kapitel der Weltliteratur aufgeschlagen haben. Die Urelemente Kanadas weisen ihnen dabei den Weg. „Wald“, „Stein“, „Wasser“ und „Licht“ – diese vier Episoden zeigen tiefe Einsichten in die zeitgenössische kanadische Literatur. In dieser Folge geht es um die Inspirationsquelle „Licht“.

Uzma Jalaluddin lebt in Toronto, der multikulturellsten Stadt Kanadas. Uzmas Eltern sind aus Indien eingewandert, sie selbst ist hier geboren. „So viele Geschichten über MuslimInnen und People of Color sind mit Schmerz verbunden. Wo sind die anderen Geschichten? Wo ist die differenzierte Darstellung von Minderheiten?“ Deshalb schreibt Uzma romantische Komödien, lustige Geschichten mit einem ernsten Unterton. Uzma Jalaluddins zweiter Roman wird im Frühjahr 2021 erscheinen. Ihr erstes Buch war Cosmopolitan UK Book of the Year und wurde für mehrere Preise nominiert. Esi Edugyan ist in Calgary geboren. Wirklich heimisch fühlt sie sich jedoch in Victoria, an Kanadas Westküste, wo sie bereits seit mehreren Jahren lebt. Hier hat die strahlende Landschaft sie in ihren Bann gezogen. Als Kind von Einwanderern aus Ghana war sie oft mit Rassismus konfrontiert und hat sich als Außenseiterin gefühlt. Eine Erfahrung, die sich in ihrer Literatur wiederfindet. Esi Edugyan ist eine der erfolgreichsten kanadischen Autorinnen der letzten Jahre. Sie hat einen der größten Literaturpreise Kanadas gleich zweimal gewonnen und war für den Man Booker Prize nominiert. Joshua Whitehead lebt in Calgary im Westen Kanadas. Er ist Oji-Nehiyaw (Cree) und seine Werke sind geprägt von den Werten der Nehiyaw und dem Licht in den Hügeln Calgarys. Er will den Stereotyp des “Indianers” durchbrechen. Joshua Whitehead schreibt Romane und Poesie. Er war in der engeren Auswahl für Kanadas größten Literaturpreis, den Governor General‘s Literary Award und hat zahlreiche andere Preise gewonnen. Sein erster Roman wurde in diesem Jahr ins Deutsche übersetzt.

Sonntag, 18.10. / 11:30 Uhr / Kanada – Literatur im Aufbruch: Wasser
Schwerpunkt: Bücherherbst auf ARTE
Schwerpunkt: Kanada – Vielfalt zwischen zwei OzeanenDokumentationsreihe, Kanada, 2020, ZDF 26 Min.
Regie: Stephanie Weimar
Erstausstrahlung

Kanada – endlos und menschenleer, romantisch verklärt als ungezähmt und unberührt. Der Vierteiler „Kanada – Literatur im Aufbruch” entdeckt das Land aus dem Blickwinkel seiner Literaturschaffenden, die intensiv mit dem Selbstverständnis ihres Landes ringen und damit eines der facettenreichsten und spannendsten Kapitel der Weltliteratur aufgeschlagen haben. Die Urelemente Kanadas weisen ihnen dabei den Weg. „Wald“, „Stein“, „Wasser“ und „Licht“ – diese vier Episoden zeigen tiefe Einsichten in die zeitgenössische kanadische Literatur. In dieser Folge geht es um die Inspirationsquelle „Wasser“.

Eden Robinson ist Angehörige der Heiltsuk und Haisla First Nations und lebt in Kitamaat Village, einem Dorf eingebettet in die Berge rund um den Douglas-Kanal, im Herzen des Haisla-Territoriums. Die Landschaft ist unwegsam, das Meer ihre Heimat und Thema ihrer Bücher. Uralte Fabelwesen werden lebendig. In Edens Romanen geht es um die Gegenwart der zukünftigen Generation, Industrie und Arbeitsplätze oder den Schutz des Landes und des Meeres. Eden Robinson ist preisgekrönte Autorin von sechs Büchern, die verfilmt und in mehrere Sprachen übersetzt wurden. Aviaq Johnston ist Inuk. Sie lebt in Iqaluit, der Hauptstadt von Nunavut, einem der nördlichen Territorien Kanadas. Das Meer, das hier die meiste Zeit des Jahres zugefroren ist, hatte schon immer eine grundlegende Bedeutung für die Inuit. Aviaq verspürt eine tiefe Verbundenheit zu dieser unerbittlichen Landschaft. “Unsere Geschichte und Kulturen sind oft stereotypisiert und verächtlich dargestellt worden.” Aviaq Johnston ist die jüngste Autorin der Dokumentationsreihe, hat aber bereits zwei Romane und zahlreiche Kinderbücher veröffentlicht und war in der engeren Auswahl für Kanadas größten Literaturpreis, den Governor General’s Literary Award. Catherine Hernandez lebt in Toronto, am Ufer des Ontario-Sees. Ihre Familie kam kurz vor ihrer Geburt von den Philippinen nach Kanada. Sie wohnt in Scarborough, einem einkommensschwachen Stadtteil. “Kanada ist sehr gut darin, sich als eine Nation zu vermarkten, die tolerant, vielfältig, nett und respektvoll ist”, sagt sie, “wir haben aber eine sehr lange Geschichte des Völkermordes an der indigenen Bevölkerung und Rassismus gegen schwarze Menschen.” Catherine bekämpft Diskriminierung und würdigt in ihren Büchern unterdrückte und queere Communitys. Catherine Hernandez‘ zweiter Roman wird diesen Herbst veröffentlicht. Sie ist Kinderbuch- und Theaterautorin und gefeierte Dramaturgin.

Sonntag, 18.10. / 15:50 Uhr / Die ganze Welt in einem Bild ~ Vermeers spätes Vermächtnis
Dokumentarfilm, Frankreich, 2019, ARTE F 76 Min.
Regie: Nicolas Autheman
Erstausstrahlung

Eine große Geschichte von einem kleinen Gemälde aus dem Jahr 1657. Obwohl der holländische Maler Jan Vermeer sein Land nie verlassen hatte, versinnbildlicht sein Werk „Der Soldat und das lachende Mädchen“ unter anderem die Geburtsstunde der Globalisierung. Das Meisterwerk wird heute in der Frick Collection in New York ausgestellt, wo der breitkrempige Hut des abgebildeten Mannes immer noch die Blicke auf sich zieht. Die Dokumentation erzählt die Geschichte der Erfindungen, Entdeckungen und Dramen – oder gar Verbrechen – die dazu geführt haben, dass Vermeer diesen viel zu großen Hut auf den Kopf des Soldaten malte.

Es mag auf den ersten Blick ein kleines, klassisches Gemälde sein. Doch seine Geschichte ist hoch spannend. Das 50 Zentimeter hohe und 46 Zentimeter breite Gemälde versinnbildlicht die Geburtsstunde der Globalisierung. Und das, obwohl sein Maler, der Holländer Jan Vermeer, nie sein Land verlassen hatte. Welche verschlüsselten Botschaften hat Vermeer in diesem Bild namens „Der Soldat und das lachende Mädchen“ hinterlassen? Im Herbst 1911 erweiterte der neureiche New Yorker Unternehmer Henry Clay Frick seine Privatsammlung um ein auf den ersten Blick sehr klassisches Gemälde: „Der Soldat und das lachende Mädchen“ von Jan Vermeer aus dem Jahr 1657, ein Meisterwerk der Kunstgeschichte. Es zeigt einen Mann in Rückenansicht an einem Tisch, im Gespräch mit einer ihm gegenübersitzenden hübschen jungen Frau. Ungewöhnlich exponiert zwischen zwei Korridoren, ist das Gemälde heute eine der Hauptattraktionen im ehemaligen Haus von Henry Clay Frick. Doch es gibt ein Element, das die Komposition auf den ersten Blick stört. Ein Detail, dessen wahre Bedeutung Vermeers Zeitgenossen niemals entgangen wäre: der riesige Hut des Soldaten … Die Dokumentation erzählt die außergewöhnliche Geschichte, wie es dazu kam, dass dieser viel zu große Hut auf dem Kopf des Soldaten landete.

Die Spur führt zunächst zum Herstellungsort des Hutes und von da aus zum Ursprung des Kapitalismus: von Delft oder Amsterdam nach New York und Québec. Hutmacher, Händler und Trapper erklären ihre Berufe. Eine Fülle von Bildern führt verschiedene Epochen und Stile zusammen und liefert neue Erkenntnisse.

Sonntag, 18.10. / 17:10 Uhr / TWIST ~ Musikstadt Hamburg
Magazin, Deutschland, Frankreich, 2020, NDR 30 Min.
Regie: N.N.
Autor: N.N.
Erstausstrahlung

Sonntag, 18.10. / 17:40 Uhr / Charles Trenet beim Festival Printemps de Bourges
Musik, Frankreich, 1987, ARTE F 43 Min.
Regie: Dominique Masson
Erstausstrahlung

Seine heiteren Lieder sind im französischen Sprachraum Kulturgut: Der französische Sänger, Schauspieler, Komponist und Dichter Charles Trenet (1913-2001) verzauberte mit seinen Liedern seine Fans. 1987 gab Charles Trenet beim Festival Printemps de Bourges vor 4.000 Personen ein unvergessliches Konzert im großen Zelt.

In Frankreich nennt man ihn den „singenden Verrückten“. Charles Trenet (1913-2001) hat seine Fans mit seinen heiteren Liedern begeistert. Als Hommage zeigt ARTE seine schönsten Lieder, die mittlerweile zum französischen Kulturgut gehören. 1987 gab Charles Trenet beim Festival Printemps de Bourges ein unvergessliches Konzert im großen Zelt. Er interpretierte seine bekanntesten Lieder und begeisterte das Publikum mit seiner Energie und seinem Humor. Mit dabei: Chansons wie „Il y avait“, „Le revenant“ oder „La java du diable“.

Sonntag, 18.10. / 22:15 Uhr / Geniale Göttin – Die Geschichte von Hedy Lamarr
Dokumentarfilm, Deutschland, Frankreich, 2017, ZDF 85 Min.
Regie: Alexandra Dean
Erstausstrahlung

Hollywoodstar Hedy Lamarr galt lange Zeit als die schönste Frau der Welt. Doch ihr begehrenswertes Aussehen war nur der äußere Schein einer genialen Erfinderin. Die Anerkennung für ihre Pionierarbeit eines geheimen Kommunikationssystems blieb ihr zeitlebens verwehrt. Erst nach ihrem Tod entdeckte die jüngere digitale Generation ihre Leistungen. In „Geniale Göttin – Die Geschichte von Hedy Lamarr“ wird sie mit viel Charme und Humor wieder lebendig.

Der Hollywoodstar Hedy Lamarr („Mädchen im Rampenlicht“, „Samson und Delilah“) galt einst als weltweit schönste Frau und feierte als Filmschauspielerin besonders in den 1940er Jahren große internationale Erfolge. Ihr Dasein als Wissenschaftlerin und ihre Pionierarbeit im Bereich der Mobilfunktechnik war hingegen nie Teil öffentlicher Diskussion. Zu Unrecht als „ein weiteres schönes Gesicht unter vielen“ betitelt, hat Hedys eigentliches Erbe viel mehr Gewicht.

Als österreichische Jüdin, die nach Amerika emigrierte, erfand sie ein störungsgesichertes Fernmeldesystem, das zur Niederlage des Dritten Reiches hätte beitragen können. Sie wollte ihr Patent der amerikanischen Marine übergeben, wurde aber abgewiesen – sie solle lieber Küsse gegen Kriegsanleihen verkaufen.

Kurz vor ihrem Tod wurde ihre Erfindung, die als Basis der heutigen Kommunikationstechnik für sichere WiFi-, GPS- und Bluetooth-Verbindungen dient, entdeckt. Hedy Lamarr hat nie öffentlich über ihr Leben als Wissenschaftlerin gesprochen und so hat auch ihre Familie Hedys Erbe mit ihrem Tod begraben geglaubt.

Regisseurin Alexandra Dean und der Produzent Adam Haggiag brachten vier Audiokassetten zutage, auf denen Hedy ihr unbekanntes Leben dokumentierte. Die Kombination dieser Sprachaufnahmen mit vertraulichen Interviews ihrer Kinder, anderen Familienmitgliedern, engsten Freundinnen und Freunden sowie prominenten Bewunderern macht aus „Geniale Göttin – Die Geschichte von Hedy Lamarr“ mehr als nur eine Dokumentation über die schöne Hedy Lamarr. Denn es ist eine späte Würdigung ihres unentdeckten Lebens als Erfinderin und Wissenschaftlerin, in der sie erstmals ihre eigene Geschichte erzählen darf.

Sonntag, 18.10. / 23:40 Uhr / MOVE! DisTanz
Reportage, Deutschland, 2020, ZDF 27 Min.
Regie: Nicole Kraack
Autor: Nicole Kraack
Mit: Sylvia Camarda
Erstausstrahlung

In dieser Folge der Reihe „MOVE!“ erforscht die luxemburgische Tänzerin und Choreographin Sylvia Camarda, wie sich individuelle Moves und kollektive Bewegungsmuster in Zeiten von Corona nachhaltig verändern. Dabei trifft sie auf den Gesundheitspsychologen Claus Vögele, den kanadischen Star-Choreographen Eric Gauthier und den Schweizer Choreographen Gilles Jobin.

In dieser Folge der Reihe „MOVE!“ erforscht die luxemburgische Tänzerin und Choreographin Sylvia Camarda, wie sich individuelle Moves und kollektive Bewegungsmuster in Zeiten von Corona nachhaltig verändern. Gemeinsam mit dem Gesundheitspsychologen Claus Vögele erforscht Sylvia Camarda, welche psychologischen Auswirkungen die soziale Distanzierung auf uns hat. Wie lange können wir diese Situation aushalten? Was macht das mit uns, wenn jeder Mensch, der uns zu nah kommt, als potenzielle Gefahr angesehen wird? Wenn die Kommunikation eingeschränkt ist, weil Mimik und Gestik wegen der Maskenpflicht nur noch begrenzt lesbar sind? Eine Möglichkeit für Kulturschaffende, in „Bewegung“ zu bleiben: Sie gehen online. So auch der kanadische Tänzer und Choreograph Eric Gauthier. Er lädt Sylvia Camarda in sein virtuelles „Wohnzimmerballett“ ein. Gemeinsam entwickeln sie aus der Distanz eine Choreografie zu den Corona-Bewegungen und erforschen, wie die Tanzwelt unsere neuen Bewegungsmuster in Moves umsetzt. Doch kann das Digitale tatsächlich das ersetzen, was wir in der Gemeinschaft erleben? Der Schweizer Choreograph Gilles Jobin arbeitet seit vielen Jahren daran, Tanz mit immersiver, virtueller Realität zu verbinden. Unabhängig von Zeit und Raum inszeniert er digitale Räume als Bühnen für zeitgenössischen Tanz. In Zeiten von Corona bekommt die Frage des Digitalen im Tanz für ihn und seine Tänzer eine ganz neue Bedeutung. Zeit und Raum – ganz ohne Reisen?

Sonntag, 18.10. / 00:10 Uhr / Louise Lecavalier: Kriegerin des Tanzes
Schwerpunkt: Kanada – Vielfalt zwischen zwei Ozeanen
Dokumentation, Kanada, 2016, ZDF 53 Min.
Regie: Raymond St-Jean
Online verfügbar von 17/10 bis 17/11

Porträt über Louise Lecavalier, die es als Teil des Tanzensembles „La La La Human Steps“ vor über 30 Jahren zu Weltruhm brachte und als Vorreiterin des modernen Tanzes gilt. Die Kanadierin gehört heute zu den international anerkanntesten Choreographinnen und zeitgenössischen Tänzerinnen.

Vor drei Jahrzehnten schlug in der Montréaler Tanzszene ein Wesen von einem anderen Stern ein – explosiv, rätselhaft, androgyn. Louise Lecavalier war das wichtigste Mosaik in den detailgenauen Hochgeschwindigkeits-Choreographien von Edouard Lock und seiner Truppe „La La La Human Steps“. Geradezu über Nacht wurde Lecavalier ein weltweiter Superstar und die Ikone des neuen weiblichen Tanzes der 80er und 90er Jahre. Auch David Bowie war begeistert von ihr und nahm sie mit auf Welttournee. Louise Lecavalier arbeitet seit Jahren als selbständige Choreographin und mit Ende 50 noch immer als Tänzerin – und sie denkt noch lange nicht ans Aufhören. Sie hat ein präzises Instrument aus ihrem Körper gemacht und widmet ihr Leben der Vervollkommnung ihrer Bewegungskunst und künstlerischen Kreativität. Sie zeigt, dass – egal in welcher Situation wir uns befinden oder wo unsere Grenzen liegen – es immer möglich ist, sich zu überwinden und zu verbessern. Sie ist die Kriegerin des Tanzes. Die Dokumentation zeichnet ein intimes Porträt der Ausnahmekünstlerin Louise Lecavalier und verbindet ihren früheren Erfolg mit ihrer Weiterentwicklung und heutigen Arbeit als international erfolgreiche Choreographin und Tänzerin.

Sonntag, 18.10. / 01:05 Uhr / Giacomo Puccini: Turandot
Aus dem Gran Teatre del Liceu – Barcelona
Oper, Frankreich, 2019, ARTE F 118 Min.
Regie: Benoit Toulemonde
Komponist: Giacomo Puccini
Inszenierung: Franc Aleu
Dirigent: Josep Pons
Orchester: Orchestre symphonique et choeur de l’Opéra du Licieu de Barcelone
Chorleitung: Conxita Garcia
Erstausstrahlung

Es ist eine Geschichte voller Rachegelüste, Rätsel und Spannung: Die Puccini-Oper „Turandot“ wird im Gran Teatre del Liceu völlig neu gezeigt. Dabei verweist die Neuinszenierung augenzwinkernd auf die Geschichte der katalanischen Institution: Vor 20 Jahren wurden mit ebendieser Puccini-Oper dort die Aufführungen wiederaufgenommen, nachdem ein großer Brand das Theater 1994 stark geschädigt hatte.

Die innovative, sehr visuelle Inszenierung, ist eine Premiere für den spanischen Videokünstler Franc Aleu. Er versetzt das Werk mit Projektionsmapping und 3D-Technik in die Zukunft. Alles ist Licht, alles ist Leben in seinem von Tod und Rachegelüsten geprägten China.

Der spanische Videokünstler Franc Aleu versetzt die aufregende Puccini-Oper „Turandot“ in die Zukunft. Mit Projektionsmapping und 3D-Technik im Gran Teatre del Liceu wird das Stück um die grausame Prinzessin völlig neu gezeigt. Die Geschichte: Im chinesischen Kaiserreich streben viele junge Männer danach, die Prinzessin Turandot zu erobern. Doch das ist kein leichtes Unterfangen: Nicht das Herz der Prinzessin gilt es zu gewinnen, sondern ein Spiel gegen sie. Die grausame Turandot stellt jeden Brautwerber vor drei Rätsel. Machen diese dabei auch nur den kleinsten Fehler, bedeutet das den Tod. Als Kalaf, der Sohn des Tartarenkönigs und ehemaligen Kaisers von China, Turandot erblickt, gerät er in ihren Bann. Er lässt sich auf ihr Spiel ein und löst alle drei Rätsel. Dennoch weigert sich die Prinzessin, ihm ihr Herz zu schenken. Um sie doch noch für sich zu gewinnen, stellt er nun ihr eine Aufgabe: Sie soll bis zum Morgengrauen seinen Namen herausfinden. Schafft sie es, stirbt er; errät sie den Namen aber nicht, muss sie ihn heiraten.

Montag, 19.10. / 05:00 Uhr / Arcade Fire – Konzert in Paris 2018
Musik, Frankreich, 2018, ARTE F 90 Min.
Regie: David Ctiborsky
Wiederholung vom 16.10.

Dienstag, 20.10. / Uhr / Traum von Ungarn ~Barbara Hannigan
Musik, Frankreich, 2018, ARTE F 64 Min.
Regie: Philippe Beziat
Komponist: Béla Bartók, György Kurtág, György Ligeti
Dirigent: Barbara Hannigan
Orchester: Orchestre Philharmonique de Radio France
Mit: Barbara Hannigan (Sopran), Luigi Gaggero (Zymbal), Ji Yoon Park (Violine)
Wiederholung vom 11.10.

Mittwoch, 21.10. / 05:00 Uhr / Rufus Wainwright: “Unfollow the Rules”
Das Akustik-Konzert aus Los Angeles
Musik, USA, 2020, ZDF 71 Min.
Wiederholung vom 14.10.

Mittwoch, 21.10. / 06:40 Uhr / Square für Künstler: Carte Blanche für Laurence Ferreira Barbosa, Regisseurin
Magazin, Frankreich, 2018, ARTE 26 Min.
Regie: Laurence Ferreira Barbosa
Wiederholung vom 17.10.

Mittwoch, 21.10. / ab 21:45 Uhr / Schwerpunkt: Bücherherbst auf ARTE
Schwerpunkt, ARTE53 Min.

Rund um die Frankfurter Buchmesse zeigt ARTE auch in diesem Jahr zahlreiche Dokumentationen zu literarischen Entdeckungen sowie über große Romane. Auf dem Programm stehen unter anderem die Reihe “Kanada – Literatur im Aufbruch”, ein facettenreiches und spannendes Kapitel der Weltliteratur. Die Kollektion “Große Romane” widmet sich diesmal Oscar Wildes zeitlosem Roman “Das Bildnis des Dorian Gray” über Schönheit und die Besessenheit nach ewiger Jugend, Victor Hugos Jahrhundertroman “Die Elenden”, Marguerite Duras’ antikolonialistischem Roman “Heiße Küste” sowie den beiden dystopischen Romanen “1984” von George Orwell und “Schöne neue Welt” von Aldous Huxley. Außerdem ist im Umfeld der US-Präsidentschaftswahlen ein Porträt der ersten afroamerikanischen Literaturnobelpreisträgerin Toni Morrison zu sehen.

Mit guten Büchern ist man stets in bester Gesellschaft, ganz besonders in unseren pandemischen Zeiten. Der traditionelle Bücherherbst im Oktober auf ARTE rund um die Frankfurter Buchmesse hält viele Anregungen für die ARTE-ZuschauerInnen bereit. Buchmesse-Ehrengast Kanada ist auf nächstes Jahr vertagt.Dennoch können die ZuschauerInnen auf ARTE in der vierteiligen Reihe „Kanada – Literatur im Aufbruch“ das Land aus dem Blickwinkel seiner zeitgenössischen SchriftstellerInnen entdecken, ein facettenreiches und spannendes Kapitel der Weltliteratur, bei dem auch die begnadete Erzählerin Margret Atwood (unter anderem Bestseller „Der Report der Magd“ ) nicht fehlen darf. “Aus Worten entsteht Macht“ ist ein amüsantes und intimes Filmporträt der wohl berühmtesten Schriftstellerin Kanadas. In der Kollektion „Große Romane“ stellt ARTE in diesem Bücherherbst vier weitere Werke vor, die uns bis heute beschäftigen und die wir selbstverständlich zum Kanon der Weltliteratur zählen. Mit „Dorian Gray oder das Bildnis des Oscar Wilde“ tauchen wir ein in Wildes zeitlosen Schlüsselroman über Schönheit und die Besessenheit nach ewiger Jugend, der dem Autor in seinem Prozess wegen „homosexueller Unzucht“ letztlich zum Verhängnis werden sollte.Vor dem Hintergrund der aktuellen Debatte über die europäische Kolonialgeschichte ist die (Re-) Lektüre von Marguerite Duras’ autobiografischem, antikolonialistischem Roman „Heiße Küste“ aus dem Jahr 1950 sehr empfehlenswert, das bei Erscheinen von der Kritik als „zu marxistisch, subversiv und antipatriotisch“ abgestraft wurde. „Pornotropic“ besteht aus kostbaren Archiven, in denen die Schriftstellerin selbst über ihr Aufwachsen in damals Französisch-Indochina spricht. Im Anschluss ist dazu auch die Romanverfimung mit Isabelle Huppert in der Hauptrolle zu sehen.Mit seinem 1.500 Seiten starken Jahrhundertroman „Die Elenden“ hat sich Victor Hugo in den Olymp der Weltliteratur geschrieben und darüber hinaus zum Anwalt des Volkes gemacht. Die gleichnamige Dokumentation rollt die spannende Entstehung und Rezeption der epischen Geschichte um Valjean, Cosette und Gavroche auf, zeigt Ausschnitte aus den zahlreichen Verfilmungen und entdeckt die politisch-ethische Zeitlosigkeit dieses Liebes- und Abenteuerromans, dessen auch heute aktuelles Grundthema die soziale Ungerechtigkeit ist. “Große Romane” auf ARTE, jeden Mittwochabend im Oktober. Übrigens schrieb Hugo „Die Elenden“ im politischen Exil auf der Kanalinsel Guernesey, wo er sich mit seinem Wohnsitz Hauteville-House ein extravagantes Denkmal setzte. Davon erzählt eine Dokumentation am Sonntagnachmittag.Auch im November hat die Literatur ihren festen Platz am Mittwoch, wo es in der Dokumentation “Orwell – Huxley: 1984 oder Schöne neue Welt?” um die Frage geht, welche der düsteren Zukunftsvisionen aus der ersten Hälfte des 20. Jahrhundert unsere heutige Zeit realistischer vorhergesehen hat. Im Umfeld der US-Präsidentschaftswahlen zeigt ARTE außerdem ein Porträt der kürzlich verstorbenen großen Schriftstellerin und ersten afroamerikanischen Literaturnobelpreisträgerin Toni Morrison. ARTE wünscht viel Spaß beim Schauen und Lesen!

Mittwoch, 21.10. / 21:45 Uhr / Dorian Gray oder: Das Bildnis des Oscar Wilde
Schwerpunkt: Bücherherbst auf ARTE
Dokumentation, Frankreich, 2019, ARTE F 53 Min.
Regie: Philippe Picard, Jérôme Lambert
Erstausstrahlung

Die subversive Coming-of-Age-Erzählung „Das Bildnis des Dorian Gray“ übt auf seine Leserschaft auch heute noch eine ungebrochene Faszination aus. Fantasy-Geschichte oder Schlüsselroman über Schönheit, Jugend und Begehren – Oscar Wildes einziger Roman ist ein Meisterwerk und eine Vorahnung in doppelter Hinsicht, kündigt er doch sowohl die Vernarrtheit ins eigene Bild als auch das tragische Schicksal seines Autors an.

„Das Bildnis des Dorian Gray“ fasziniert weiterhin seine Leserschaft und dient auch über ein Jahrhundert nach seiner Veröffentlichung Kunst- und Kulturschaffenden als Inspirationsquelle. Oscar Wilde verlieh seinem einzigen Roman gekonnt die Zeitlosigkeit und Universalgültigkeit, die ein echtes Meisterwerk kennzeichnen. „Das Bildnis des Dorian Gray“ ist nicht gealtert: Die darin enthaltenen revolutionären Aphorismen, die im viktorianischen England für Skandal sorgten, besitzen auch heute noch Schlagkraft. Subversive Coming-of-Age-Erzählung, Schlüsselroman über Schönheit, Jugend und Begehrung – „Das Bildnis des Dorian Gray“ tritt in Resonanz mit der heutigen Vernarrtheit ins eigene Bild, auf einem Rang mit der Obsession ewiger Jugend. Die Dokumentation erlaubt das Wiederentdecken der dramatischen Kraft dieser Fantasy-Geschichte, getragen von einem rockigen Soundtrack und einer Inszenierung, die zwischen Archivbildern und Digitalkompositionen wechselt. Ergänzt wird das Konzept durch Aussagen von Expertinnen und Experten aus Frankreich, Großbritannien und den USA, die Schlüssel zum tieferen Verständnis des visionären Romans liefern. Die Autoren Amélie Nothomb, Will Self, Charles Dantzig und Mathieu Terence sowie der junge Übersetzer Anatole Tomczak erklären, wie dieser Roman ihr Leben veränderte. Die Hochschulprofessoren Pascal Aquien und Sandra Mayer ordnen das Werk in seine Epoche ein. Merlin Holland, Oscar Wildes Enkel, kommentiert das brillante und tragische Schicksal seines Großvaters. Als Oscar Wilde wegen Homosexualität vor Gericht stand, wurde sein Buch als Beweismittel gegen ihn angeführt. Er wurde nicht nur wegen seiner sexuellen Neigung zu Zwangsarbeit verurteilt, sondern vor allem für das, was er zu schreiben gewagt hatte …

Donnerstag, 22.10. / 05:00 Uhr / Chilly Gonzales presents: The Gonzervatory
Musik, Frankreich, 2018, ARTE F 75 Min.
Regie: Tristan Carne
Wiederholung vom 16.10.

Freitag, 23.10. / 05:00 Uhr / Tracks ~ Cyberpunk / Juno Birch
Magazin, Deutschland, 2020, ZDF 30 Min.
Wiederholung vom 16.10.

Freitag, 23.10. / 16:55 Uhr / Xenius: Drucktechnik ~ Gutenbergs Erfindung
Magazin, Deutschland, 2020, ZDF 26 Min.
Moderation: Emilie Langlade, Adrian Pflug
Erstausstrahlung

Wissen in 26 Minuten – das ist „Xenius“, das werktägliche Magazin bei ARTE, das vertraute wie überraschende Themen aus dem Alltag und der Welt der Wissenschaft und Forschung unter die Lupe nimmt. Die deutsch-französischen Moderatorenpaare Dörthe Eickelberg und Pierre Girard, Caroline du Bled und Gunnar Mergner sowie Emilie Langlade und Adrian Pflug erleben Wissenschaft hautnah, entdecken, was die Welt bewegt, und treffen führende Köpfe aus der Forschung. „Xenius“ ist Wissenschaft auf Augenhöhe, fundiert, bereichernd und gleichzeitig amüsant.

Sie gilt als sein Hauptwerk und zählt zu den wertvollsten Büchern der Welt: die Gutenberg-Bibel. Etwa 180 solcher Bibeln wurden zwischen 1452 und 1454 von Johannes Gutenberg und seinen Mitarbeitern in Mainz gefertigt. Erhalten sind noch 49 Exemplare. Allerdings wurde auch schon davor gedruckt, doch erst Gutenberg hat den Prozess durch die beweglichen Lettern perfektioniert.

Zuvor war die Herstellung von Büchern in Europa ein sehr mühseliges Geschäft, das sich nur Eliten leisten konnten. Gutenbergs Erfindung war also maßgeblich an der Demokratisierung von Wissen beteiligt. Eine ähnliche Revolution gab es erst wieder mit Aufkommen des Internets. Bis heute existiert der Buchdruck, nach altem Vorbild werden sogar noch Raritäten produziert. Allerdings sind nur noch wenige Drucker und Schriftsetzer dazu in der Lage; Fotosatz und Offset haben die alten Techniken abgelöst. Dennoch ist es Heike Schnotale gelungen, nach dem Studium der Grafik und Fotografie noch eine Ausbildung zur Schriftsetzerin anzufangen. So bewahrt sie – zumindest vorläufig – ein Handwerk vor dem Aussterben.

Seit mehr als 20 Jahren erforscht Olivier Deloignon in Straßburg die Anfänge des Buchdrucks und möchte das von Gutenberg konzipierte Verfahren in allen Details nachvollziehen. Die „Xenius“-Moderatoren untersuchen mit ihm einige Seiten der Gutenberg-Bibel in der Mediathek André-Malraux in Straßburg. Anschließend gießen sie ihre eigenen Lettern, setzen einen Text und drucken ihn – fast so wie Johannes Gutenberg – auf einer Druckpresse.

Freitag, 23.10. / 21:45 Uhr / Stephen King ~ Das notwendige Böse
Dokumentation, Frankreich, 2020, ARTE F 52 Min.
Regie: Julien Dupuy
Erstausstrahlung

Stephen King zählt seit Jahrzehnten zu den weltweit erfolgreichsten Bestsellerautoren. Wie lässt sich der Erfolg seiner Gruselromane erklären? Zweifelsohne mit dem Erfindungsreichtum und der Wirkungskraft seiner Literatur – doch was steckt noch hinter der Langlebigkeit seines Erfolgs? Anhand selten gezeigter Interviews mit dem Schriftsteller erforscht die Dokumentation, warum seine Horrorgeschichten den Leser so tief berühren und wie es dem Autor im Laufe der Jahre gelang, ein so gigantisches Werk zu schaffen, dessen Intensität und Sensibilität es in die Weltliteratur einreiht.

Von seinen Horrorromanen wurden weltweit über 350 Millionen Exemplare verkauft. Stephen King gilt seit einem halben Jahrhundert als Kultfigur – und einer der am häufigsten verfilmten Schriftsteller. Doch wer kann behaupten, sein Werk wirklich zu kennen? Seit den 1970er Jahren gilt er als unbestrittener Meister der Horror- und Fantasy-Literatur – zwei Genres, denen er eine Vielzahl neuer Mythen schenkte. Bekannt ist auch seine unglaubliche Produktivität, die unzählige Romane, Novellen, Kurzgeschichten und Drehbücher hervorbrachte. Spezialisten des Genres wissen zudem, dass King die Arbeit eines seiner Mentoren Richard Matheson fortsetzt, indem er die übernatürliche Erzählung vom Dekorum des Schauerromans befreit, in dem sie seit Jahrhunderten gefangen war. Kings Romane zeichnen sich durch einen besonderen Umgang mit dem Fantastischen und mit der Kindheit aus. Charakteristisch ist zudem auch die regionale Färbung: Für Stephen King ist Maine, was für William Faulkner der Mississippi war. Ganz entscheidend für das Verständnis dieses Autors ist auch seine Auseinandersetzung mit den US-amerikanischen Dämonen Gewalt, soziale Ungleichheit und Rassendiskriminierung. Bei näherer Beschäftigung mit Kings Romanen erscheint hinter der Maske des Experten für blutrünstige Trivialliteratur ein hochsensibler Schriftsteller, der in seinem vielgestaltigen Werk die Grundwerte Bildung und Toleranz propagiert. In selten gezeigten Interviews mit dem Autor enthüllt die Dokumentation das komplizierte, aber immer gut funktionierende Räderwerk seiner Romane. Dabei dringt sie in die unbekannten Gefilde seines Schaffens vor und fördert verblüffende Mechanismen zutage.

Freitag, 23.10. / 22:40 Uhr / Flick Flack ~ Kunst erobert den Weltraum
Magazin, Frankreich, Deutschland, 2020, ARTE 5 Min.
Regie: Michaël Patin
Erstausstrahlung

“Flick Flack” – ist ein Kulturphänomen, ein Trend, ein Porträt … locker und witzig, aufgedröselt in fünf Minuten. “Flick Flack” will neugierig machen und unterhalten und gleichzeitig eine emblematische Geschichte aus der Vergangenheit oder unserer Gegenwart erzählen. Über die Aktualität hinaus interessiert sich “Flick Flack” für bleibende Ereignisse, große Paukenschläge und Verblüffendes aus verschiedensten Genres wie Kino, Musik und Literatur, bildende Kunst und Bühne, Architektur und Design.

Wer sich ins All begibt, kann dort trainieren, Minitennis spielen, Gegenstände schweben lassen – und kreativ sein. Fördert Schwerelosigkeit die Schöpferkraft? Vielleicht ist der nächste Leonardo da Vinci ja ein Astronaut …

Freitag, 23.10. / 22:45 Uhr / Tracks
Magazin, Frankreich, 2020, ARTE F 30 Min.
Regie: Realisateurs Differents
Journalist: David Combe, Jean-Marc Barbieux
Erstausstrahlung

Freitag, 23.10. / 23:15 Uhr / Manu Dibango im Pariser Olympia
Musik, Frankreich, 2014, ARTE F 87 Min.
Regie: Patrick Savey
Verleiher: Lukarn
Erstausstrahlung

Vollblutmusiker, Jazzman und „Papa Groove“: Der kamerunische Sänger und Saxophonist Manu Dibango prägte Musikschaffende weltweit. Das spektakuläre Konzert aus dem Jahr 2014 gehört zu den besten Auftritten des legendären Jazzman, der hier in Begleitung eines Orchesters, eines Chors und mehreren Beatmakers seinen 80. Geburtstag feierte. Eine Hommage an den großen kamerunischen Saxophonisten und Sänger, der am 24. März 2020 im Alter von 86 Jahren verstarb.

Manu Dibango ist in vielerlei Hinsicht eine symbolträchtige Figur der Musikgeschichte. Der kamerunische Sänger und Saxophonist beeinflusste Musikschaffende aus der ganzen Welt. Im Jahr 1972 erhielt er für seinen Hit „Soul Makossa“ als erster afrikanischer und erster französischsprachiger Künstler eine Goldene Schallplatte in den USA. Doch Manu Dibango alias „Papa Groove“ zeichnete sich auch durch sein humanitäres und kulturelles Engagement aus, für das die UNESCO ihn 2004 zum „Künstler für den Frieden“ ernannte. Manu Dibango war bis zuletzt ein Vollblutmusiker, dem der musikalische Austausch sehr wichtig war; seine Leidenschaft galt der Förderung junger Talente ebenso wie dem Brückenschlag zwischen afrikanischen, amerikanischen und europäischen Klängen, besonders zwischen dem Jazz und all den Stilen, die sich auf ihn berufen.

„Manu Dibango im Pariser Olympia“ ist eine Hommage an den großen kamerunischen Saxophonisten und Sänger, der am 24. März 2020 im Alter von 86 Jahren verstarb. Dieses spektakuläre Konzert aus dem Jahr 2014, mit dem Manu Dibango seinen 80. Geburtstag feierte, gehört wohl zu den besten Auftritten des legendären Jazzman: Begleitet wird er von einem Orchester, einem Chor und mehreren Beatmakers.

Freitag, 23.10. / 00:45 Uhr / Jimi Hendrix “Hear My Train A Comin”
Dokumentarfilm, USA, 2013, ARTE 90 Min.
Regie: Bob Smeaton
Wiederholung vom 18.09.


Programmwoche 44:

Diese Übersicht wird stets mehrere Wochen vor den jeweiligen Sendeterminen erstellt. Aktuelle Programmänderungen sind nicht berücksichtigt. Diese finden sich auf arte.tv.

Samstag, 24.10. / 23:35 Uhr / Streetphilosophy ~ Finde deine Sprache!
Magazin, Deutschland, 2020, RBB 27 Min.
Moderation: Ronja von Rönne
Erstausstrahlung

Ronja von Rönne bereitet sich auf eine große Rede vor und fragt sich: Wie finde ich die richtigen Worte? Wann entfalten sie die gewünschte Wirkung? Und wie kommt es, dass Sprache so sehr darüber entscheidet, wer wir sind und wie wir wahrgenommen werden?

Bei einem Dreh des Satire-Kollektivs „Datteltäter“ lernt Ronja von Rönne die Moderatorin Esra Karakaya kennen. Sie ist im Wedding aufgewachsen, als Tochter eines türkischen Vaters und einer südkoreanischen Mutter und beherrscht mehrere Sprachen fließend. Trotzdem wird sie nicht ernst genommen, wenn sie nicht Hochdeutsch spricht. „Wir müssen verstehen, dass die Subkulturen der deutschen Sprache Kulturgut sind“, sagt Esra, „und dass wir mit unserer Sprache die Welt verändern können.“

Schon bei den alten Griechen hatten die besten Redner großen politischen Einfluss. Von Debattiererin Lara Tarbuk und der “Berlin Debating Union” bekommt Ronja ein bisschen Nachhilfe in Sachen Rhetorik. „Sprache ist ein Medium der Kooperation“, erklärt ihr Philosoph Christian Uhle. Sie verschafft uns Menschen einen evolutionären Vorteil, weil sie uns bei der Verständigung hilft. In den sozialen Medien bekommen aber oft diejenigen die Aufmerksamkeit, die am lautesten schreien.

Die linke Tageszeitung „taz“ hält mit schlagfertigen Titelseiten dagegen. Seite-eins-Redakteur Lukas Wallraff lädt Ronja zu einer Titel-Konferenz ein. Aber lässt sich die Wahrheit überhaupt in Worte fassen? Oder liegt sie jenseits der Sprache?

Im Buddhistischen Zentrum Lotos Vihara versucht sich Ronja an einer Schweige-Meditation. Was macht es mit Menschen, wenn sie mal nicht sprechen?

Sonntag, 25.10. / 05:05 Uhr / TWIST: Musikstadt Hamburg
Magazin, Deutschland, Frankreich, 2020, NDR 30 Min.
Regie: N.N.
Autor: N.N.
Wiederholung vom 18.10.

Sonntag, 25.10. / 08:45 Uhr / Haste Töne ~ Saitenspiel
Kindersendung, Frankreich, 2020, ARTE 27 Min.
Regie: Jean-Loïc Portron
Erstausstrahlung

Ob in einer Bar in Kuba, einem Orchestersaal in Paris oder einem Baumwollfeld in den Vereinigten Staaten – Musikinstrumente gibt es überall, aber sie sind sehr unterschiedlich. Die Kindersendung „Haste Töne“ setzt sich spielerisch mit dieser Vielfalt auseinander und lädt ein zu einer musikalischen Entdeckungsreise durch Raum und Zeit. Ein buntes Potpourri an Klängen, Bildern und Formen, das dem Zuschauer ermöglicht, Musik mit anderen Augen zu betrachten.

Es macht einen gewaltigen Unterschied, wie man eine Saite berührt: Man kann dagegen schlagen oder darüber streichen. In dieser Folge geht es um die Entdeckung der Saiteninstrumente, die mit Hilfe von Vibrationen Klang erzeugen.

Sonntag, 25.10. / 11:10 Uhr / Kanada – Literatur im Aufbruch: Licht
Dokumentationsreihe, Kanada, 2020, ZDF 26 Min.
Regie: Stephanie Weimar
Wiederholung vom 18.10.

Sonntag, 25.10. / ab 16:10 Schwerpunkt: Bücherherbst auf ARTE
Schwerpunkt, ARTE53 Min.

Rund um die Frankfurter Buchmesse zeigt ARTE auch in diesem Jahr zahlreiche Dokumentationen zu literarischen Entdeckungen sowie über große Romane. Auf dem Programm stehen unter anderem die Reihe “Kanada – Literatur im Aufbruch”, ein facettenreiches und spannendes Kapitel der Weltliteratur. Die Kollektion “Große Romane” widmet sich diesmal Oscar Wildes zeitlosem Roman “Das Bildnis des Dorian Gray” über Schönheit und die Besessenheit nach ewiger Jugend, Victor Hugos Jahrhundertroman “Die Elenden”, Marguerite Duras’ antikolonialistischem Roman “Heiße Küste” sowie den beiden dystopischen Romanen “1984” von George Orwell und “Schöne neue Welt” von Aldous Huxley. Außerdem ist im Umfeld der US-Präsidentschaftswahlen ein Porträt der ersten afroamerikanischen Literaturnobelpreisträgerin Toni Morrison zu sehen.

Mit guten Büchern ist man stets in bester Gesellschaft, ganz besonders in unseren pandemischen Zeiten. Der traditionelle Bücherherbst im Oktober auf ARTE rund um die Frankfurter Buchmesse hält viele Anregungen für die ARTE-ZuschauerInnen bereit. Buchmesse-Ehrengast Kanada ist auf nächstes Jahr vertagt.Dennoch können die ZuschauerInnen auf ARTE in der vierteiligen Reihe „Kanada – Literatur im Aufbruch“ das Land aus dem Blickwinkel seiner zeitgenössischen SchriftstellerInnen entdecken, ein facettenreiches und spannendes Kapitel der Weltliteratur, bei dem auch die begnadete Erzählerin Margret Atwood (unter anderem Bestseller „Der Report der Magd“ ) nicht fehlen darf. “Aus Worten entsteht Macht“ ist ein amüsantes und intimes Filmporträt der wohl berühmtesten Schriftstellerin Kanadas. In der Kollektion „Große Romane“ stellt ARTE in diesem Bücherherbst vier weitere Werke vor, die uns bis heute beschäftigen und die wir selbstverständlich zum Kanon der Weltliteratur zählen. Mit „Dorian Gray oder das Bildnis des Oscar Wilde“ tauchen wir ein in Wildes zeitlosen Schlüsselroman über Schönheit und die Besessenheit nach ewiger Jugend, der dem Autor in seinem Prozess wegen „homosexueller Unzucht“ letztlich zum Verhängnis werden sollte.Vor dem Hintergrund der aktuellen Debatte über die europäische Kolonialgeschichte ist die (Re-) Lektüre von Marguerite Duras’ autobiografischem, antikolonialistischem Roman „Heiße Küste“ aus dem Jahr 1950 sehr empfehlenswert, das bei Erscheinen von der Kritik als „zu marxistisch, subversiv und antipatriotisch“ abgestraft wurde. „Pornotropic“ besteht aus kostbaren Archiven, in denen die Schriftstellerin selbst über ihr Aufwachsen in damals Französisch-Indochina spricht. Im Anschluss ist dazu auch die Romanverfimung mit Isabelle Huppert in der Hauptrolle zu sehen.Mit seinem 1.500 Seiten starken Jahrhundertroman „Die Elenden“ hat sich Victor Hugo in den Olymp der Weltliteratur geschrieben und darüber hinaus zum Anwalt des Volkes gemacht. Die gleichnamige Dokumentation rollt die spannende Entstehung und Rezeption der epischen Geschichte um Valjean, Cosette und Gavroche auf, zeigt Ausschnitte aus den zahlreichen Verfilmungen und entdeckt die politisch-ethische Zeitlosigkeit dieses Liebes- und Abenteuerromans, dessen auch heute aktuelles Grundthema die soziale Ungerechtigkeit ist. “Große Romane” auf ARTE, jeden Mittwochabend im Oktober. Übrigens schrieb Hugo „Die Elenden“ im politischen Exil auf der Kanalinsel Guernesey, wo er sich mit seinem Wohnsitz Hauteville-House ein extravagantes Denkmal setzte. Davon erzählt eine Dokumentation am Sonntagnachmittag.Auch im November hat die Literatur ihren festen Platz am Mittwoch, wo es in der Dokumentation “Orwell – Huxley: 1984 oder Schöne neue Welt?” um die Frage geht, welche der düsteren Zukunftsvisionen aus der ersten Hälfte des 20. Jahrhundert unsere heutige Zeit realistischer vorhergesehen hat. Im Umfeld der US-Präsidentschaftswahlen zeigt ARTE außerdem ein Porträt der kürzlich verstorbenen großen Schriftstellerin und ersten afroamerikanischen Literaturnobelpreisträgerin Toni Morrison. ARTE wünscht viel Spaß beim Schauen und Lesen!

Sonntag, 25.10. / 16:10 Uhr / Victor Hugo auf Guernsey ~ Ein Schriftsteller im Exil
Schwerpunkt: Bücherherbst auf ARTE
Dokumentation, Frankreich, 2018, ARTE F 53 Min.
Regie: Mathilde Deschamps

Victor Hugo, der mit „Die Elenden“ und „Der Glöckner von Notre Dame“ Weltliteratur verfasst hat, hat knapp 15 Jahre auf der britischen Kanalinsel Guernsey im Exil verbracht. Nun wurde das Haus renoviert, das der französische Schriftsteller, Dichter, Zeichner und Publizist (1802-1885) in ein Gesamtkunstwerk verwandelt hat. Hugo hat sein Haus in St. Peter Port nach eigenen, selbst gezeichneten Entwürfen gestaltet und sich dabei auch von seinen Werken inspirieren lassen. ARTE stattet dem wiedereröffneten Hauteville House einen Besuch ab.

Victor Hugo wurde aus Frankreich verbannt, weil er sich gegen den Staatsstreich auflehnte, mit dem es Louis-Napoléon Bonaparte im Dezember 1851 gelang, den Weg für die Wiedereinführung der Monarchie frei zu machen. Als man Hugo des Landes verwies, hofften die Regierenden, er würde Amerika ansteuern. Der „Kanalinselfan“ jedoch flüchtete samt Familie und Geliebter in die unmittelbare Nachbarschaft, wo der Romantiker bald „das Atmen des Meeres“ genoss. In Guernseys Hauptstadt St. Peter Port kaufte der Schriftsteller das verwunschene Hauteville House, in dem er bis 1870 lebte. Der Schriftsteller liebte die britische Kanalinsel sehr. Der Zuschauer erlebt sie mit Hugos Augen: durch Auszüge aus seinen Werken und in der wilden Schönheit des Ortes. Ob düster oder lichtdurchflutet, blumig-exotisch oder theatralisch-barock – in dem mit viel Liebe zum Detail eingerichteten Wohnsitz hat Hugo seiner Person und seinem Werk ein extravagantes Denkmal gesetzt. Der Direktor der Victor-Hugo-Häuser, Gérard Audinet, verrät, was der Dichter mit seinen zum Teil sehr eigenwilligen Dekorationen beabsichtigte. Außerdem erzählt der Biograf Jean-Marc Hovasse sehr lebendig aus Hugos Leben im anglonormannischen Exil. Vieles von der Inneneinrichtung hat Hugo selbst entworfen – wie beispielsweise sein Bett, dass er aus 25 Möbelstücken zimmern ließ; überall sind die Initialen V und H angebracht: auf den Holzvertäfelungen, den Delfter Kacheln des Esszimmer-Kamins, im blauen und roten Salon, im Schlafzimmer und der Bibliothek. Seine Werke schrieb Hugo unter anderem an einem Stehpult im gläsernen Dachatelier, seinem „Kristallpalast“ mit Blick aufs Meer. Die nahe Heimat und die Idylle seines Exils inspirierten Hugo zu einigen seiner bekanntesten Romane wie „Die Elenden“ (1862) und „Die Arbeiter des Meeres“ (1866). Auf Guernsey entwickelte Hugo seine Gedanken zu Themen wie Exil und Familie, und hier bekräftigte er auch sein politisches Engagement für die Gleichheit der Menschen und für die Republik, gegen die Todesstrafe und gegen das Elend, unter dem das Volk litt. Ein Gedankengut, das auch Hugos Haus auf Guernsey bei diesem Rundgang auf Schritt und Tritt offenbart.

Sonntag, 25.10. / 17:10 Uhr / TWIST: Marseille: 13. MANIFESTA probt neue Formen des Zusammenlebens
Magazin, Deutschland, Frankreich, Spanien, 2020, WDR 30 Min.
Erstausstrahlung

„TWIST“ – das ist das neue ARTE-Kulturmagazin. Jede Woche gehen die Moderatorinnen Bianca Hauda und Romy Straßenburg in einer europäischen Metropole den Fragen nach, die die Menschen gerade umtreiben. Neugierig, frisch, mit Esprit und Witz. In Begegnungen mit Künstlern und Kreativen. Quer durch alle Genres von der Kunst über Architektur, Fotografie, Literatur bis hin zur Mode und zum Film. Und: „TWIST“ unterhält. Etwa mit der Web-Rubrik „Psychogramm“ auf Instagram. Darin werden die Insta-Profile von Künstlerinnen und Künstlern satirisch auf die Couch gelegt.

Wie in einem Brennglas spiegeln sich in der französischen, multikulturellen Hafenmetropole auch die globalen Probleme unserer Zeit: Migration, Klimawandel, soziale Ungerechtigkeit, Urbanität, Gentrifizierung. Vor welchen Herausforderungen steht Europa heute und wie reagieren Kunst-und Kulturschaffende darauf? TWIST schaut sich auf der diesjährigen MANIFESTA in Marseille um.

Sonntag, 25.10. / 17:40 Uhr / Rezital der großen Stimmen
Frankreich, 2020, ARTE F 43 Min.
Regie: Philippe Béziat, Isabelle Julien
Dirigent: Sir Simon Rattle

Mit: Jakub Józef Orliński, Sabine Devieilhe, Magdalena Kožená, Christian Gerhaher, Marie-Laure Garnier, Paul-Antoine Benos-Djian

Erstausstrahlung

Aufgrund der Corona-Pandemie konnte das diesjährige Opernfestival von Aix-en-Provence nicht veranstaltet werden. Die Organisatoren beschlossen daher, auf den schönsten Plätzen und in den schönsten Höfen der Stadt eine Reihe von Rezitalen zur Aufführung zu bringen, deren Publikum allein die anderen KünstlerInnen und die Kameras von ARTE waren.

Die Interpreten dieser für die Aufzeichnung maßgeschneiderten Darbietungen sind Jakub Józef Orliński, Sabine Devieilhe, Magdalena Kozena, Christian Gerhaher, Marie-Laure Garnier, Paul-Antoine Bénos-Djian und viele andere. In der exklusiven Atmosphäre der am Tag und am Abend eingespielten Rezitale bringen sie das hochkarätige Repertoire zu Gehör, dessen Live-Aufführung vor großem Publikum im Jahr 2020 durch die Corona-Pandemie vereitelt wurde. Die Musiker hatten freie Hand und nutzten die Gelegenheit für gemeinsame musikalische Erlebnisse: So lauschte etwa Stardirigent Simon Rattle der Sopranistin Sabine Devieilhe und Christian Gerhaher besuchte das Konzert von Marie-Laure Garnier. Auf dem Programm standen Werke von Mozart, Strauss, Berg, Schubert und dem weniger bekannten Carlos Guastavino.

Die Dokumentation fängt die schönsten Momente und die besondere Atmosphäre dieser magischen Konzerte ein. Alle Rezitale sind auch auf ARTE Concert verfügbar.

Sonntag, 25.10. / 23:25 Uhr / Koreas junge Klassik-Stars
Musik, Frankreich, Belgien, 2019, ARTERTBF 53 Min.
Regie: Thierry Loreau, Pierre Barré

Vor rund 25 Jahren begannen junge koreanische MusikerInnen, die westliche Klassik für sich zu entdecken. Seither ist sie ein wichtiger Bestandteil der Musikausbildung in Korea. Der große internationale Erfolg dieser neuen Generation lässt sich mit ihrer Leidenschaft für die klassische Musik, beharrlichem Üben und den von Eltern und Kindern erbrachten Opfern erklären, aber auch mit dem weit verbreiteten Wettbewerbsgeist in diesem Land, das im 20. Jahrhundert unter der japanischen Herrschaft und der innerkoreanischen Teilung sehr gelitten hat. Junge MusikerInnen aus Korea tragen bei den meisten internationalen Wettbewerben erste Preise davon: In den letzten Jahren gewannen sie zwei Mal den Concours Reine Elisabeth, den Chopin-Wettbewerb, den Busoni-Klavierwettbewerb, die Van Cliburn Piano Competition sowie viele weitere renommierte Wettbewerbe. Heute sind diese NachwuchsmusikerInnen auch dann erfolgreich, wenn sie nicht im Ausland studiert haben, denn viele ihrer VorgängerInnen sind nach der Laufbahn im Westen in die Heimat zurückgekehrt und unterrichten jetzt in Korea. Um aber Zugang zum internationalen Musikmarkt zu bekommen und auf eine Solokarriere hoffen zu können, ist es auch für die neue Generation wichtig, in Europa – hauptsächlich in Deutschland – zu leben. Doch aufgrund der kulturellen Unterschiede, der Isoliertheit in einem ihnen unbekannten Land, der neuen Sprache und der Trennung von Familie und FreundInnen fällt ihnen die Integration oft nicht leicht.
Der Film zeichnet das Porträt einiger PreisträgerInnen in Korea, wo alles begann, und in Deutschland, wo sich die meisten Musizierenden aus der sogenannten „K-Classics Generation“ niederlassen.

Sonntag, 25.10. / 00:20 Uhr / Cameron Carpenter im Konzerthaus Berlin
Musik, Deutschland, 2020, ZDF 58 Min.
Regie: Ralf Pleger
Komponist: Cameron Carpenter
Online verfügbar von 24/10 bis 23/01
Erstausstrahlung

Der amerikanische Ausnahmeorganist Cameron Carpenter spielt im Konzerthaus Berlin Musik von vielen Kontinenten. Mit dem Konzerthaus Berlin verbindet Carpenter eine besonders enge Freundschaft, denn hier war er von 2017 bis 2018 Artist in Residence. Er spielt mit seiner eigens für ihn gebauten International Touring Organ in dem coronabedingt leeren Konzertsaal.

Das Konzerthaus Berlin veranstaltete am Ostersonntag 2020 ein Konzert mit dem amerikanischen Organisten Cameron Carpenter. Gerade in der Corona-Krise ist es wichtig, den Menschen mit Kultur und Musik zu helfen und ihnen musikalische Genüsse nach Hause zu bringen – als Ausgleich in diesen unsicheren Zeiten. Das Corona-Virus ist ein weltweites Phänomen, das sich auch in dem weltumspannenden Programm von Cameron Carpenter mit Musik von vielen Kontinenten widerspiegelt. Er war bereits in vielen bedeutenden Spielstätten weltweit zu Gast.

Trotzdem verbindet ihn mit dem Konzerthaus Berlin eine besonders enge Freundschaft, nicht zuletzt, weil er in der Spielzeit 2017/18 Artist in Residence beim Berliner Konzerthausorchester am Gendarmenmarkt war. Dort trat er auch mit seiner eigens für ihn gebauten Orgel auf. Dieses Instrument war die Erfüllung eines lang gehegten Traums. Die nach seinen Plänen gefertigte International Touring Organ (ITO) ermöglicht ihm, an fast jedem Ort der Welt konzertieren zu können Mit diesem riesigen Instrument spielt Carpenter in einem coronabedingt leeren Konzertsaal.

1981 in Pennsylvania, USA, geboren, führte Cameron Carpenter mit elf Jahren erstmals Bachs Wohltemperiertes Klavier auf und wurde 1992 Mitglied der American Boychoir School. Die ersten eigenen Kompositionen entstanden während Carpenters Zeit an der Juilliard School New York, deren Student er von 2000 bis 2006 war. Als erster Organist überhaupt wurde Cameron Carpenter für sein Album „Revolutionary“ (2008) für einen Grammy nominiert.

Montag, 26. 10. / 05:00 Uhr / Manu Dibango im Pariser Olympia
Musik, Frankreich, 2014, ARTE F 87 Min.
Regie: Patrick Savey
Verleiher: Lukarn
Wiederholung vom 23.10.

Dienstag, 27.10. / 05:00 Uhr / Charles Trenet beim Festival Printemps de Bourges
Musik, Frankreich, 1987, ARTE F 43 Min.
Regie: Dominique Masson
Wiederholung vom 18.10.

Dienstag, 27.10. / 06:23 Uhr / Xenius: Drucktechnik ~ Gutenbergs Erfindung
Magazin, Deutschland, 2020, ZDF 26 Min.
Moderation: Emilie Langlade, Adrian Pflug

Wissen in 26 Minuten – das ist „Xenius“, das werktägliche Magazin bei ARTE, das vertraute wie überraschende Themen aus dem Alltag und der Welt der Wissenschaft und Forschung unter die Lupe nimmt. Die deutsch-französischen Moderatorenpaare Dörthe Eickelberg und Pierre Girard, Caroline du Bled und Gunnar Mergner sowie Emilie Langlade und Adrian Pflug erleben Wissenschaft hautnah, entdecken, was die Welt bewegt, und treffen führende Köpfe aus der Forschung. „Xenius“ ist Wissenschaft auf Augenhöhe, fundiert, bereichernd und gleichzeitig amüsant.

Sie gilt als sein Hauptwerk und zählt zu den wertvollsten Büchern der Welt: die Gutenberg-Bibel. Etwa 180 solcher Bibeln wurden zwischen 1452 und 1454 von Johannes Gutenberg und seinen Mitarbeitern in Mainz gefertigt. Erhalten sind noch 49 Exemplare. Allerdings wurde auch schon davor gedruckt, doch erst Gutenberg hat den Prozess durch die beweglichen Lettern perfektioniert.

Zuvor war die Herstellung von Büchern in Europa ein sehr mühseliges Geschäft, das sich nur Eliten leisten konnten. Gutenbergs Erfindung war also maßgeblich an der Demokratisierung von Wissen beteiligt. Eine ähnliche Revolution gab es erst wieder mit Aufkommen des Internets. Bis heute existiert der Buchdruck, nach altem Vorbild werden sogar noch Raritäten produziert. Allerdings sind nur noch wenige Drucker und Schriftsetzer dazu in der Lage; Fotosatz und Offset haben die alten Techniken abgelöst. Dennoch ist es Heike Schnotale gelungen, nach dem Studium der Grafik und Fotografie noch eine Ausbildung zur Schriftsetzerin anzufangen. So bewahrt sie – zumindest vorläufig – ein Handwerk vor dem Aussterben.

Seit mehr als 20 Jahren erforscht Olivier Deloignon in Straßburg die Anfänge des Buchdrucks und möchte das von Gutenberg konzipierte Verfahren in allen Details nachvollziehen. Die „Xenius“-Moderatoren untersuchen mit ihm einige Seiten der Gutenberg-Bibel in der Mediathek André-Malraux in Straßburg. Anschließend gießen sie ihre eigenen Lettern, setzen einen Text und drucken ihn – fast so wie Johannes Gutenberg – auf einer Druckpresse.

Dienstag, 27.10. / 02:19 Uhr / Der Louvre in Abu Dhabi ~ Eine neue Oase der Kunst
Dokumentation, Frankreich, 2017, ARTE F 26 Min.
Regie: Julie Peyrard

Am 11. November 2017 eröffnete nach über zehn Jahren Planungs- und Bauzeit der Louvre Abu Dhabi. Die Dokumentation blickt hinter die Kulissen des Mega-Projekts und erzählt dessen Entstehungsgeschichte: Der französische Stararchitekt Jean Nouvel entwarf ein spektakuläres Gebäude, das moderne Architektur mit arabischer Tradition verbindet. Die Sammlung hat den Ehrgeiz, einen Überblick über die gesamte Kunst- und Kulturgeschichte der Menschheit zu geben.

7.000 Kilometer von Paris entfernt haben die Vereinigten Arabischen Emirate auf einer Wüsteninsel ein Meisterwerk geschaffen: die arabische Ausgabe des größten Museums der Welt. Der Louvre Abu Dhabi wurde vor zehn Jahren von einem der berühmtesten Architekten unserer Zeit entworfen: dem Franzosen Jean Nouvel.In zehn Jahren Bauzeit errichten über 5.000 Arbeiter eine gigantische, 600 Millionen Euro teure Kuppel, die über dem Persischen Golf zu schweben scheint. Es gab an dem für das Projekt ausgewählten Standort nichts außer einem riesigen Strand. Selbst eine Brücke war noch nicht vorhanden. Der Inselcharakter einer großen Sandinsel war nicht einmal zu spüren. Abgesehen von der architektonischen Herausforderung ist dieser orientalische Ableger des Louvre das Resultat vieler diplomatischer Verhandlungen.Mit dem Louvre Abu Dhabi gelangt das im Europa der Aufklärung entstandene Konzept eines Universalmuseums in die arabische Welt – ein Museum, das neben den Schätzen Jahrtausende alter Kulturen auch die großen Meister der modernen und zeitgenössischen Kunst zeigt.

Mittwoch, 28.10. / 05:00 Uhr / Chilly Gonzales presents: The Gonzervatory
Musik, Frankreich, 2018, ARTE F 75 Min.
Regie: Tristan Carne
Wiederholung vom 16.10.

Mittwoch, 28.10. /22:00 Uhr / Victor Hugo – Anwalt des Volkes
Der Jahrhundertroman “Die Elenden”
Dokumentation, Frankreich, 2019, ARTE F 54 Min.
Regie: Grégoire Polet
Erstausstrahlung

Leidenschaftliches Plädoyer für Humanität: Victor Hugos Roman „Die Elenden“ ist weltberühmt. Protagonist ist Jean Valjean, der zur Zwangsarbeit verurteilt wurde, weil er ein Brot gestohlen hatte. Mit Valjean hält eine neue Figur Einzug in die Literatur: das Volk, das nach Gerechtigkeit schreit. Die Dokumentation schildert, wie das 1.500 Seiten lange Epos entstanden ist, wie es Victor Hugos politische Einstellung verändert und ihn zu dem volksnahen Schriftsteller gemacht hat, der er immer sein wollte. Warum ist Victor Hugos Werk auch heute noch so aktuell?

Victor Hugo veröffentlicht 1862 im Alter von 60 Jahren sein Epos „Die Elenden“. Jean Valjean, für den Diebstahl eines Brotes als junger Mann zur Galeere verurteilt, kehrt nach 19 Jahren Strafanstalt nach Frankreich zurück. Ein Bischof nimmt ihn auf, und als Jean der erneuten Versuchung nicht widerstehen kann und seinem Wohltäter Tafelsilber stiehlt, vertuscht dieser den Diebstahl vor der Polizei. Überwältigt von so viel Güte, beschließt Valjean, fortan ein anständiges Leben zu führen.

Er nimmt eine neue Identität an, gründet eine Glasfabrik, wird ein vermögender Mann und unterstützt mit seinem Geld arme und entrechtete Menschen. So setzt er alles daran, die todkranke Fantine, eine junge Arbeiterin, und ihre kleine Tochter Cosette zu retten. Doch da holt ihn die Vergangenheit ein: Polizeiinspektor Javert möchte ihn wieder hinter Schloss und Riegel bringen …

Dass das Buch die Gesellschaft und soziale Fragen thematisiert, ist ein Skandal. Wie konnte Victor Hugo, einst doch ein Konservativer, nur einen Roman verfassen, der die bestehende Ordnung derart torpediert? Die Kritiker verreißen das Buch. Das Volk jedoch erkennt sich in dem Buch wieder, die Menschen reißen sich darum. Es gibt immer neue Auflagen. Kaum veröffentlicht, wird „Die Elenden“ zum weltweiten Bestseller – heute würde man von einem „Harry-Potter-Phänomen“ sprechen. „Die Elenden“ ist später unter dem Originaltitel „Les Misérables“ auch als Film und Broadway-Musical sehr bekannt.

Die Dokumentation beleuchtet die Entstehung des Romans, Hugos Wandel vom Konservativen zum Linken sowie aktuelle Adaptionen des Werks. Sie nimmt die gesamte Entwicklung des Romans zum vielfach adaptierten Stück Weltliteratur – zum Jahrhundertroman – in den Blick.

Mittwoch, 28.10. / 02:25 Uhr / Vergessene Schätze des Mittelmeers
Die Cappella Palatina in Palermo, Italien
Dokumentationsreihe, Frankreich, 2015, ARTE F 26 Min.
Regie: Jérôme-Cécil Auffret

Nach dem Palast von Sidi Bou Said in Tunis, dem Archäologischen Museum von Thessaloniki, dem Museum für Unterwasserarchäologie im spanischen Cartagena, dem Museum der Schönen Künste in Algier und dem Koptischen Museum in Kairo führt die Reihe „Vergessene Schätze des Mittelmeers“ dieses Mal zur Cappella Palatina in Palermo, einem Meisterwerk der arabisch-normannischen Kunst und letztes Zeugnis des Palastes der Normannenherrscher.

Die Cappella Palatina in Palermo ist ein Meisterwerk der arabisch-normannischen Kunst. Mit ihrem Bau wurde um 1130 begonnen, rund 30 Jahre vor Notre-Dame in Paris. Die prächtigen Wand- und Deckenmosaike sind Ausdruck des christlichen Glaubens und der toleranten, weltoffenen Gesinnung des Normannenkönigs Roger II., der damals über Sizilien herrschte. Im 11. und 12. Jahrhundert wüteten die Kreuzzüge im Mittelmeerraum. Kreuzritter aus ganz Europa strömten in den Süden, unter ihnen auch der Normanne Roger de Hauteville, der Sizilien den Muslimen abrang und unter normannische Herrschaft stellte. Sein Sohn, Roger II., gründete das Königreich von Neapel und Sizilien mit Palermo als Hauptstadt. Im Film erzählt Königin Adelheid, die Mutter dieses jungen Königs, die nur wenig bekannte Lebensgeschichte ihres Sohnes, des einzigen weltoffenen Herrschers im Mittelmeerraum. In der Kunstgeschichte gilt sein aufgeklärtes Königreich als die Wiege der italienischen Renaissance.

Donnerstag, 29.10. / 05:00 Uhr / Ana de la Vega und die Flöte
Musik, Deutschland, 2020, NDR 43 Min.
Regie: Baudach, Ralph
Autor: Baudach, Ralph
Mit: Bernhard Von Hülsen
Wiederholung

Donnerstag, 29.10. / 00:20 Uhr / Terror in der Oper
(Opera)
Schwerpunkt: Gruseln vom Feinsten
Spielfilm, Italien, 1987, ARTE F 103 Min.
Regie: Dario Argento
Drehbuch: Dario Argento, Franco Ferrini
Produktion: ADC Films, Cecchi Gori Group Tiger Cinematografica, RAI Radiotelevisione Italiana
Produzent: Dario Argento
Kamera: Ronnie Taylor
Schnitt: Franco Fraticelli
Musik: Claudio Simonetti

Mit: Cristina Marsillach (Betty), Ian Charlson (Marco), Urbano Barberini (Inspektor Alan Santini), Daria Nicolodi (Mira), Coralina Cataldi-Tassoni (Giulia), William McNamara (Stefano)

Online verfügbar von 29/10 bis 27/04
Erstausstrahlung

Ein ehemaliger Horrorfilm-Regisseur inszeniert an der Mailänder Scala Verdis Oper „Macbeth“. Nach einem Autounfall der Primadonna soll die junge Sopranistin Betty den Part der Lady Macbeth übernehmen. Betty zögert, da auf Verdis Oper ein Fluch lasten soll. Dann ergreift sie die Chance ihres Lebens – die sich jedoch in einen Alptraum verwandelt. Betty erhält anonyme Drohungen. Am Abend der Premiere stürzt ein Scheinwerfer auf die Bühne, und nachdem das Publikum sie gerade noch mit frenetischem Applaus gefeiert hat, kommt ein junger Inspektor in ihre Garderobe, um ihr mitzuteilen, dass ein Platzanweiser ermordet aufgefunden wurde.

Als Betty die Nacht bei ihrem Freund Stefano verbringt, begegnet sie dem Killer zum ersten Mal. Mit Stecknadeln fixiert er ihre Augenlider, damit sie mit ansieht, wie er ihren Freund grausam erdolcht. Es ist nicht sein letzter Mord – und alle muss die traumatisierte Betty mit ansehen.

Der italienische Regisseur lässt dem Publikum keine Chance, den Killer zu entlarven. Vielmehr geht es ihm um die Darstellung des voyeuristischen Sehens – etwa wenn die Kamera den Blickwinkel des Killers einnimmt und dadurch der Zuschauer zum Komplizen wird.

Argentos Film ist voller Referenzen an andere Größen des Horrorgenres, von Gaston Leroux über Hitchcock und Brian De Palma bis zu Stanley Kubrick.
Zusatzinfo:
Dario Argento ist einer der Regisseure, die das italienische „Giallo“-Genre international bekannt gemacht haben – mit den Filmen „Das Geheimnis der schwarzen Handschuhe“, „Die neunschwänzige Katze“ und vor allem „Rosso – Die Farbe des Todes“, für den er beim katalanischen Fantasy-Filmfestival in Sitges den Regiepreis bekam. „Terror in der Oper“ lief 1990 im Wettbewerb des Fantasy-Filmfestivals in Porto. Eine extravagante Inszenierung, kongenial ins Bild gesetzt von Ronnie Taylor und mit einem eklektizistischen Soundtrack.

Freitag, 30.10. / 05:00 Uhr / Tracks
Magazin, Frankreich, 2020, ARTE F 30 Min.
Regie: Realisateurs Differents
Journalist: David Combe, Jean-Marc Barbieux
Wiederholung vom 23.10.

Freitag, 30.10. / 21:45 Uhr / Lynyrd Skynyrd – If I Leave Here Tomorrow
Dokumentarfilm, USA, 2018, WDR 97 Min.
Regie: Stephen Kijak
Erstausstrahlung

Lynyrd Skynyrd ist eine der bekanntesten amerikanischen Rockbands. Der Dokumentarfilm erzählt die Geschichte der Band Lynyrd Skynyrd und ihres ehemaligen Frontmanns Ronnie Van Zant. Die amerikanische Rockband gilt als Mitbegründerin des Genres Southern Rock. Der Film hatte seine Weltpremiere beim SXSW-Festival 2018 und wurde für seine spannende Erzählart gelobt, die ihn zu einer Musikdoku macht, die nicht nur für Fans interessant ist.

Wer kennt sie nicht, die optimistischen Akkorde am Anfang von “Sweet Home Alabama”, zuletzt verwendet in Kid Rocks internationalem Hit “All Summer Long”? Das Gefühl von Freiheit und Lokalpatriotismus, das die Band in diesem Song beschwört, wurde zu ihrem Erfolgsrezept. Lynyrd Skynyrd waren nie Lieblinge der Musikkritik, aber sie haben sich über die Jahrzehnte ihres Bestehens eine gewaltige Fangemeinde aufgebaut.

Die Band, die in einer Hütte am Rande eines Sumpfes probte, damit Bandleader Ronnie Van Zant so oft wie möglich angeln gehen konnte, war zunächst notorisch erfolglos – bis zu dem Moment als sie ihrem jungen Labelchef Al Kooper “Sweet Home Alabama” vorspielten. Seine direkte Reaktion: “Kommt morgen ins Studio. Das ist ein Hit!” Der Song war eine Gegenstimme zu Neil Youngs Südstaaten-kritischem Song “Southern Man” und machte die Band schlagartig bekannt.

Es folgte eine Tour als Vorgruppe von The Who. Bei diesen Konzerten stellte Lynyrd Skynyrd ihren Song “Free Bird” erstmals einem größeren Publikum vor. “Free Bird” wurde zu ihrer Hymne und ist es bis heute geblieben. Nachdem Lynyrd Skynyrd selbst Headliner-Status erreicht hatten, wurden sie von ihrer Plattenfirma dazu überredet, vor einer gigantischen Südstaaten-Fahne zu spielen – was sie später öffentlich bereuten. Die Fahne wird in den USA häufig als Erkennungszeichen von Nationalisten und Rassisten genutzt.

Zusatzinfo:
Regisseur Stephen Kijak, der bereits Filme über Scott Walker, die Rolling Stones oder Jaco Pastorius gemacht hat, erzählt in seinem größtenteils chronologisch aufgebauten Film die Bandgeschichte von Lynyrd Skynyrd nach. Der Fokus liegt dabei auf dem Leben des Sängers und Songwriters Ronnie Van Zant. Kijak erzählt aus dessen Kindheit und Jugend in Florida, von seinen Boogie-Woogie-Anfängen, den Beziehungen zu seinen Bandkollegen bis zu seinem tragischen Ende bei einem Flugzeugabsturz 1977 in einem Sumpf am Mississippi.

Freitag, 30.10. / 23:30 Uhr / Tracks
Magazin, Deutschland, 2020, ZDF 30 Min.
Erstausstrahlung

Wenige Tage vor der US-Präsidentschaftswahl bittet „Tracks“ KünstlerInnen, FilmemacherInnen und MusikerInnen um eine persönliche Bestandsaufnahme ihres Heimatlandes. Probleme gibt es genug: ein unberechenbarer Präsident, eine lodernde Rassismus-Debatte und eine grassierende Pandemie. „Tracks“ widmet sich amerikanischen KünstlerInnen und ihrer ganz eigenen Perspektive auf den verblassten „American Dream“.

(1): Brad Downey – Urbane Interventionen
Der Amerikaner Brad Downey ist berüchtigt für seine humorvollen, spektakulären und oft provokanten Interventionen im öffentlichen Raum – von minimalistisch bis megaloman. Seine Holzskulptur von Melania Trump, die er in ihrem slowenischen Heimatort Sevnica aufstellen ließ, wurde vor kurzem in Brand gesteckt. Bei ihm werden Einkaufswagen zu Skulpturen, Telefonzellen mit Luftballons gefüllt und ein riesiges Kaufhaus in einer Guerilla-Aktion mit neongrüner Farbe besprüht. So findet Downey immer neue Wege, mit unserer alltäglichen Wahrnehmung zu brechen und Unsichtbares sichtbar zu machen.

Freitag, 30.10. / 00:05 Uhr / Berlin Live: Moka Efti Orchestra
Musik, Deutschland, 2020, ZDF 59 Min.
Online verfügbar von 29/10 bis 29/11
Erstausstrahlung

Das Moka Efti Orchestra ist ein 14-köpfiges Ensemble. Die Komponisten Nikko Weidemann und Mario Kamien sowie der Saxofonist und Arrangeur Sebastian Borkowski bringen gemeinsam die Musik und das Lebensgefühl der Zwanziger Jahre zurück. Der Konzertbesucher wird buchstäblich ins “Moka Efti”, einen der Unterhaltungspaläste im Berlin der Zwanziger Jahre und Schauplatz der Serie „Babylon Berlin”, eingeladen. ARTE zeigt das Konzert aus dem Neuköllner Szeneclub „Schwuz“, das während der diesjährigen Berlinale aufgezeichnet wurde.

Zum Repertoire des Moka Efti Orchestras gehören vor allem Stücke aus dem Soundtrack der Serie „Babylon Berlin“. Um die „Roaring Twenties“ musikalisch einzufangen, war es wichtig, eine große Bandbreite abzudecken: von Swing, Blues und Jazz über Ragtime und Charleston bis hin zum Chanson. Einzelne Songs des Moka Efti Orchestras bedienen sich aber auch bei der jüdischen Volksmusiktradition „Klezmer“. Auch die litauische Schauspielerin, Regisseurin und Komponistin Severija Janusauskaite ist Teil der Formation. Ebenso der Berliner Musiker und Regisseur Moritz Krämer.

Damit erweckt das Moka Efti Orchestra den musikalischen Geist Berlins der Weimarer Republik wieder zum Leben und nimmt den Konzertbesucher mit auf eine Zeitreise. Die Big Band bringt die Musik und das Lebensgefühl der Zwanziger Jahre zurück und lädt buchstäblich zum Swingen und Tanzen ein.

Freitag, 30.10. / 01:05 Uhr / Rufus Wainwright: “Unfollow the Rules”
Das Akustik-Konzert aus Los Angeles
Musik, USA, 2020, ZDF 71 Min.
Wiederholung vom 14.10.

Freitag, 30.10. / 02:20 Uhr / Streetphilosophy: Finde deine Sprache!
Magazin, Deutschland, 2020, RBB 27 Min.
Moderation: Ronja von Rönne
Wiederholung vom 24.10.