Bergen International Festival 2026

Grieghallen Bergen/Norwegen (Foto: Helge Hansen)

„Eine der wichtigsten Plattformen“ (Deutschlandfunk Kultur) sind die Festspiele in Bergen. Aus der Musik heraus inhaltlich kohärent und formal offen, entwickelt der komponierende Intendant Lars Petter Hagen das Programm. Er wagt, aus fundierter Kenntnis der Traditionen, Erneuerung. 2026 hat mehrere Leitmotive. In vielen der Konzerte und Aufführungen werden spirituelle Fragen gestellt und überlegt, was es bedeutet, Mensch zu sein.

Esa-Pekka Salonen eröffnet die Festspiele mit Messiaens Turangalîla in der Grieghalle. Der Titel verbindet Worte des Sanskrit Lîla, was Spiel und Liebe bedeutet, und Turanga, was mit Bewegung und Rhythmus übersetzt werden kann. Salonen wird während des Festivals auch Mahler 2 dirigieren, das Werk wird durch Urlicht konterkariert mit einer akrobatischen Auseinandersetzung durch die Bergener Zirkusschule Balance gemeinsam mit Franui und Circa. Physisch ist auch Anne Teresa de Keersmaekers Wiedererweckung von Vivaldis Jahreszeiten mit Il Cimento dell’Armonia e dell’Inventione.

Lars Petter Hagen
(Foto: Thor Brødreskift)

Ums Weiter-Leben geht es bei der Aufführung Dead as a Dodo von Wakka Wakka. Diese Gruppe ist in Oslo und New York gleichermaßen zu Hause. Zudem gibt es Uraufführungen, z. B. von Arne Lygres neuem Stück. Inszeniert von Stéphane Braunschweig finden sich verschiedene Figuren rund um eine Kunstinstallation inmitten der Natur. Auf dem Programm steht auch eine neue Begegnung mit Chechovs Drei Schwestern, die nun darauf warten, dass Greta Thunberg die Klimakrise löst, die Ukraine den Krieg gewinnt und in Bergen ein Ramen-Laden eröffnet wird. Der Umgang mit der Natur ist auch Thema von Knut Vaagets neuer Oper Night People. Dieses Waldvolk ist sehr schüchtern und möchte, dass Dinge unverändert bleiben. 

Bei den Bergener Festspielen „findet auch eine Befragung der politischen Haltung statt“ (Backstage Classical). Dazu gehörte 2025 der „energetische Auftritt des queeren Sami-Sängers Adrian Angelico in der mittelalterlichen Hakonshalle. Angelico singt zwar auch Klassiker des Nationalheiligen Edvard Grieg. Die schönsten Lieder sind jedoch samische Joiks.“ (Deutschlandradiokultur)

In diesem Jahr wird dort u. a. die Ikone Mari Boine zu erleben sein, deren Sámi-Gesang international zu Arbeiten mit Größen wie Peter Gabriel oder auch Jan Garbarek inspirierte. Abgerundet werden die Festspiele mit Legenden, Stars mit großer Strahlkraft aus Bergen, Edvard Grieg und Lars Vaular. Letzterer ist mehr als ein Rapper, schafft er doch mit seiner präzisen Arbeit Verletzbarkeit zu verbinden und prägte so die norwegische Gegenwartsmusik.


Bergen Festspillene: 27. Mai – 10. Juni 2026

Auszüge aus dem Programm, weitere Veranstaltungen: fib.no

27. & 28. Mai 2026, 19.30 Uhr, Grieghalle: Eröffnungskonzert
Richard Wagner: Tristan und Isolde, Prelude und Liebestod
Olivier Messiaen: Turangalîla
Bertrand Chamayou, Klavier
Cécile Lartigau, Ondes Martenot 
Bergen Philharmonic Orchestra
Esa-Pekka Salonen, Musikalische Leitung

28. Mai 2026, 19.30 Uhr, Hakonshalle: Mari Boine, Gesang

29. Mai 2026, 19.00 Uhr, Det Westnorske Teateret: Cécile Lartigau, Ondes Martenot

30. Mai. 01., 02. &03. Juni 2026, Det Westnorske Teateret: Uraufführung: Arne Lygre: Vaer meg fremmed
Stéphane Braunschweig, Regie & Bühne

31. Mai & 01. Juni 2026, 19.30 Uhr, Grieghalle: Antonio Vivaldi, Il Cimento dell’Armonia e dell’Inventione
Anne Teresa De Keersmaeker, Radouan Mriziga / Rosas, A7LA5
Amandine Beyer und Gli Incogniti ensemble

01. Juni 2026, 19.30 Uhr, Grieghalle: Joep Beving, Klavier

02. & 03. Juni 2026, 19.30 Uhr, Grieghalle: Gustav Mahler: 2. Sinfonie in c-Moll Auferstehung
Mari Eriksmoen, Sopran
Karen Cargill, Alt
Edvard Grieg Choir, Bergen Philharmonic Choir, Collegium Musicum, Royal Northern College of Music Choir
Håkon Matti Skrede, Chorleiter
Bergen Philharmonic Orchestra
Esa-Pekka Salonen, Musikalische Leitung

04., 05. & 06. Juni 2026, Det Westnorske Teateret: The Play´s the Thing
A one-person Hamlet
Mark Lockyer 
Fiona Laird, Regie

05. & 06. Juni 2026, Grieghalle: Dead as a Dodo
Wakka Wakka

05., 06. & 07. Juni 2026, Bergen Kjøtt: The Checkov
Nicola Gunn, Caroline Eckly, Ida Wigdel, Darstellerinnen
Ådne Meisfjord, Musik
Emily Parsons-Lord, Gemälde
Nicola Gunn, Regie 

06., 07., 08. & 09. Juni 2026, Cornerteateret: Uraufführung Knut Vaaget ~ Nattfolket / The Night People
Edvard Grieg Vokalensemble
Edvard Grieg Mädchenchor, Edvard Grieg Knabenchor
Håkon Matti Skrede, Chorleiter
Bergen Philharmonic Orchestra
Ingar Bergby, Musikalische Leitung
Erik Ulfsby, Regie

07. & 08. Juni 2026, Grieghalle: Mahler goes circus! Urlicht Primal Light
Circa
Franui Musicbanda
Cirkus Balance

09. & 10. Juni 2026, Grieghalle: Abschlusskonzert Bergener Legenden ~ Edvard Grieg & Lars Vaular
Yulianna Avdeeva, Klavier
Lars Vaular & Girson Dias, Gesang
Kjetil Møster, Saxophon, u. a.
Ole Morten Vågan, diverse Instrumente
Frode Kvinge, E-Bass
Gard Nilssen, Schlagwerk
Bergen Philharmonic Orchestra
Bjarni Frímann Bjarnason, Musikalische Leitung


fib.no