Preisträgerinszenierung des Europäischen Opernregie-Preises in Wiesbaden

Staatstheater Wiesbaden ~ Großes Haus ~ © Sven-Helge Czichy Kolonnaden Foto: Sven-Helge Czichy

Dennis Krauß inszeniert „Hoffmanns Erzählungen“

Am 10. Oktober 2026 um 19:30 Uhr feiert Jacques Offenbachs „Hoffmanns Erzählungen“ im Großen Haus des Hessischen Staatstheaters Wiesbaden Premiere. Der mehrfach ausgezeichnete Regisseur Dennis Krauß entführt das Publikum auf einen schillernden Jahrmarkt voller Magie und spektakulärer Artistik. Mit dem Regiekonzept für diese Neuinszenierung gewann er 2025 den 14. Europäischen Opernregie-Preis (EOP).

Offenbachs Oper entwirft ein fantastisches Kaleidoskop um den Künstler und Romantiker E.T.A. Hoffmann, der 2026 seinen 250. Geburtstag feiert. Die kontrastreiche Musik bewegt sich zwischen expressiver Dramatik und karikierend-komischen Stücken. Auf einem Jahrmarkt versucht der desillusionierte Poet Hoffmann einer ernüchternden Gegenwart zu entkommen, in der seine Kunst und Liebe keine Wertschätzung mehr erfahren. Die Inszenierung von Dennis Krauß verwebt dabei zwei Ebenen: Aus der heutigen Realität flieht der Protagonist in eine nostalgische Zirkuswelt der Pariser Belle Époque, in der sich seine drei Liebesgeschichten entfalten. Begleitet wird diese magische Traumreise durch eine Choreografie von Gal Fefferman sowie echte Zauberei, Feuerkunst und Akrobatik auf der Bühne.

Als Hoffmann ist Oreste Cosimo zu Gast am Staatstheater Wiesbaden. Zuletzt sang er die Rolle in der Spielzeit 2022/23 an der Deutschen Oper Berlin und der Israeli Opera. 2016 wurde Cosimo von Riccardo Muti für dessen italienische Opernakademie ausgewählt. Seitdem führte ihn seine Karriere an die weltweit führenden Opernhäuser, darunter die Los Angeles Opera und das Teatro dell’Opera in Rom. Alle weiteren Partien werden vom Opernensemble gesungen. Die Musikalische Leitung liegt in den Händen des 1. Kapellmeisters Paul Taubitz.

In der Finalrunde des 14. EOP im Oktober 2025 in Genf konnte sich Dennis Krauß mit seinem Konzept unter 92 internationalen Bewerbungen durchsetzen. Zur Jury gehörten in diesem Jahr Barbara Minghetti (Vorsitzende, Teatro Sociale di Como /Teatro Regio di Parma), Dorothea Hartmann (Hessisches Staatstheater Wiesbaden), Chrysoline Dupont (Opéra Comique Paris), Ina Karr (Luzerner Theater), Thomas de Mallet Burgess (Finnish National Opera & Ballet), Fergus Sheil (Irish National Opera) sowie Karen Stone (ex officio, Geschäftsführerin Opera Europa).

Der EOP wurde im Jahr 2000 von dem in Wiesbaden ansässigen gemeinnützigen Verein Camerata Nuova e. V. und seinem Vorsitzenden Armin Kretschmar ins Leben gerufen und findet seitdem europaweit alle zwei Jahre statt. Zu seinem 25-jährigen Jubiläum kehrt der Wettbewerb damit an seinen Gründungsort zurück. Mit dem Ersten Preis verbunden war die Umsetzung der Inszenierung am Hessischen Staatstheater Wiesbaden.

Dennis Krauß studierte Regie an der Hochschule für Musik „Hanns Eisler“ Berlin. Mit Benjamin Brittens „A Midsummer Night’s Dream“ debütierte er 2022 am Theater Aachen. Es folgten Engagements an den Theatern Krefeld-Mönchengladbach, Chemnitz und Regensburg. 2025 gewann er neben dem EOP auch den Deutschen Theaterpreis DER FAUST in der Kategorie Regie Musiktheater für „Sleepless“ von Peter Eötvös am Theater Chemnitz.

Anlässlich des Hoffmann-Jahres findet am 07. November 2026 um 22 Uhr im Foyer eine Sonderveranstaltung mit Ensemblemitgliedern aus Musiktheater, Schauspiel und JUST statt. Die „Soirée fantastique: Eine Geisterstunde mit Texten und Musik von E. T. A. Hoffmann” lädt dazu ein, in einem mystisch-skurrilen Nachtvarieté tief in die Fantasiewelt dieses vielschichtigen Künstlers einzutauchen.


Hoffmanns Erzählungen:

Opéra fantastique

Von: Jacques Offenbach (1819 – 1880)
Libretto: Jules Barbier
Uraufführung: 10. Februar 1881 (Paris, Opéra-Comique)

Premiere am Staatstheater Wiesbaden: Samstag, 10. Oktober 26 (Großes Haus)

Musikalische Leitung: Paul Taubitz
Inszenierung, Bühne & Kostüme: Dennis Krauß
Choreografie & Mitarbeit Regie: Gal Fefferman
Mitarbeit Kostüm: Annika Kuchnowski
Licht: Oliver Porst
Chor: Aymeric Catalano
Dramaturgie: Hanna Kneißler, Friederike Pank
Abendspielleitung: Max Nattkämper, Sergei Morozov
Musikalische Einstudierung: Otto Itgenshorst, Julia Palmova
Bühnenbildassistenz: Mona Thal
Vermittlung: Oliver Riedmüller

Besetzung:

Hoffmann: Oreste Cosimo
Lindorf | Coppélius | Dr. Miracle | Dapertutto: Hovhannes Karapetyan
La Muse | Nicklausse: Fleuranne Brockway
Olympia: Sophia Theodorides
Antonia: Sarah Yang
Giulietta: Camille Sherman
Crespel | Maître Luther: Fabian-Jakob Balkhausen
Spalanzani | Nathanaël: Sascha Zarrabi
Andrès | Cochenille | Frantz | Pitichinaccio: Vuyisa Xipu
Peter Schlémil | Hermann: Benjamin Gautier
Stimme der Mutter: Silvia Hauer
Stella: Molly Ryan
Wilhelm: Yoontaek Rhim
Wachtmeister: Petro-Pavlo Tkalenko
Artistik: Julia Kraus, Sven Samstag

Chor des Hessischen Staatstheaters Wiesbaden
Extrachor des Hessischen Staatstheaters Wiesbaden
Hessisches Staatsorchester Wiesbaden


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