40 Jahre Burgfestspiele Bad Vilbel

Burgfestspiele Bad Vilbel: Die Wasserburg (© Eugen Sommer)

Jubiläumsspielzeit 2027 verbindet große Musicals, Schauspiel, Komödie und Familientheater

Mit vier Produktionen auf der Hauptbühne, drei Familienstücken und drei Inszenierungen im Theaterkeller feiern die Burgfestspiele Bad Vilbel 2027 ihr 40-jähriges Bestehen. Bürgermeister Sebastian Wysocki und Intendant Claus-Günther Kunzmann stellten am Dienstag (22.09.26) den Spielplan der Jubiläumsspielzeit vor. Die Saison dauert offiziell vom 16. April bis zum 5. September 2027.

Die Burgfestspiele starten mit kräftigem Rückenwind ins Jubiläumsjahr. In der Spielzeit 2026 kamen rund 120.000 Besucherinnen und Besucher zu etwa 250 Vorstellungen – ein neuer Besucherrekord. Das Abendprogramm lockte mehr als 60.000 Gäste an und erreichte eine Auslastung von über 90 Prozent.

„Die Burgfestspiele sind seit vier Jahrzehnten ein wesentlicher Teil der kulturellen Identität Bad Vilbels und zugleich eines der wichtigsten kulturellen Angebote in der gesamten Rhein-Main-Region“, erklärte Bürgermeister Sebastian Wysocki. „Das Jubiläum bietet Anlass, auf eine außergewöhnliche Erfolgsgeschichte zurückzublicken. Vor allem aber zeigt der neue Spielplan, wie lebendig, vielseitig und publikumsnah die Festspiele auch nach 40 Jahren sind.“

Vier große Produktionen auf der Hauptbühne

Den Auftakt des Abendprogramms macht am 28. Mai 2027 das Musical „The Addams Family“ in der Regie von Annette Lubosch. Die ebenso liebenswerte wie skurrile Familie Addams trifft auf die vermeintlich ganz normale Familie des jungen Mannes, den Wednesday Addams heiraten möchte. Schwarzer Humor, mitreißende Musiknummern und der Zusammenprall zweier denkbar unterschiedlicher Welten machen das Musical zu einem schrägen Vergnügen.

Am 4. Juni folgt „Der Name der Rose“ nach dem weltbekannten Roman von Umberto Eco. Milena Paulovics inszeniert die Geschichte um William von Baskerville und seinen jungen Begleiter Adson, die in einer mittelalterlichen Abtei eine Reihe rätselhafter Todesfälle untersuchen. Das Schauspiel verbindet packende Kriminalgeschichte, historische Spannung und die großen Fragen nach Wissen, Macht und Glauben.

Mit Carl Zuckmayers Komödie „Der fröhliche Weinberg“ steht ab dem 11. Juni eines der bekanntesten deutschen Theaterstücke des 20. Jahrhunderts auf dem Spielplan. Jan Langenheim führt Regie. Das Volksstück erzählt mit viel Musik, einer guten Portion Wein und eigenwilligen Charakteren von einer Dorfgemeinschaft am Rhein. Im Mittelpunkt stehen selbstbewusste Frauen, turbulente Beziehungen und unterschiedliche Lebensentwürfe, die mit Witz und Temperament aufeinanderprallen.

Am 2. Juli feiert schließlich das Musical „Hair“ Premiere. Christian Voss bringt den Klassiker über eine junge Generation auf die Bühne, die nach Freiheit, Frieden und einem selbstbestimmten Leben sucht. Die bis heute bekannten Songs und die ungebrochene Aktualität des Stoffes machen „Hair“ zu einem energiegeladenen Höhepunkt der Jubiläumsspielzeit.

„Wir wollten für das Jubiläumsjahr einen Spielplan entwickeln, der die ganze Bandbreite der Burgfestspiele zeigt“, sagte Intendant Claus-Günther Kunzmann. „Dazu gehören große Musicals ebenso wie Schauspiel, Komödie, Familientheater und die besondere Nähe des Theaterkellers. Wir feiern das Jubiläum deshalb nicht mit einer Rückschau, sondern mit zehn Produktionen, die für unterschiedliche Generationen Unterhaltung, Musik und starke Geschichten bieten.“

Drei große Geschichten für Kinder und Familien

Das Familienprogramm beginnt am 2. Mai mit Erich Kästners „Das fliegende Klassenzimmer“ in der Regie von Stephan Bestier. Das Schauspiel für Zuschauer ab fünf Jahren erzählt von Freundschaft, Mut und Zusammenhalt – und findet im Burghof den passenden Raum für ein großes Ensemble und eine Geschichte mit viel Herz.

Am 9. Mai folgt das Musical „Pippi Langstrumpf“ für Zuschauer ab fünf Jahren. Christian Voss inszeniert Astrid Lindgrens weltbekannte Geschichte vom stärksten Mädchen der Welt, das mit Mut, Fantasie und einem ganz eigenen Blick auf Regeln und Autoritäten das Leben seiner Freunde Tommy und Annika gehörig auf den Kopf stellt.

Mit „Robin Hood“ kommt am 16. Mai ein spannendes Schauspiel für Zuschauer ab sechs Jahren auf die Bühne. In der Regie von Johanna Landsberg führt die Geschichte mitten hinein in den Sherwood Forest und erzählt mit Tempo, Witz und Abenteuerlust von Robin Hood und seinen Gefährten.

Theaterkeller zwischen Spannung, Satire und Komödie

Bereits vor dem offiziellen Beginn der Freilichtsaison kehrt „Die Farm der Tiere“ nach George Orwell in den Theaterkeller zurück. Die Wiederaufnahme-Premiere ist am 24. März 2027. Stephan Bestiers Inszenierung zeigt die berühmte Parabel über eine Revolution, deren Versprechen von Gleichheit und Freiheit zunehmend in neue Unterdrückung umschlägt. Die Produktion richtet sich insbesondere an Jugendliche und Schulklassen und bietet zahlreiche Anknüpfungspunkte für die Auseinandersetzung mit Macht, Manipulation und gesellschaftlicher Verantwortung.

Am 17. April folgt „Der Hund von Baskerville“ in der Regie von Ulrich Cyran. Der berühmteste Fall von Sherlock Holmes verbindet Kriminalspannung, englischen Humor und die düstere Atmosphäre des Dartmoor. Wie bereits „Die 39 Stufen“ lebt auch die neue Inszenierung von Tempo und rasanten Rollenwechseln: Alle drei Schauspieler schlüpfen innerhalb von Sekunden in immer neue Figuren.

Ulrich Cyran inszeniert auch die französische Erfolgskomödie „Der Vorname“, die am 26. Juni Premiere feiert. Ein Abend unter Freunden gerät aus den Fugen, als die Frage nach dem Namen eines noch ungeborenen Kindes gestellt wird. Aus einer zunächst harmlosen Provokation entwickelt sich ein ebenso komischer wie schonungsloser Schlagabtausch, bei dem bald niemand mehr sicher sein kann.

Ein Spielplan für unterschiedliche Generationen

Die Jubiläumsspielzeit verbindet bewusst unterschiedliche Genres, Stoffe und Publikumsgruppen. Große musikalische Produktionen stehen neben Literaturadaptionen und Schauspiel. Das Familienprogramm spricht Kinder, Schulen und Erwachsene gleichermaßen an. Der Theaterkeller ergänzt den Spielplan um konzentrierte Inszenierungen in unmittelbarer Nähe zum Publikum.

„Die besondere Stärke der Burgfestspiele liegt darin, dass hier sehr unterschiedliche Menschen zusammenkommen“, betonte Kunzmann. „Viele Besucher haben die Festspiele bereits als Kinder kennengelernt und kommen heute mit ihren eigenen Familien. Andere entdecken die Wasserburg durch ein Musical, einen Schauspielabend oder eine Vorstellung im Theaterkeller. Diese Offenheit wollen wir auch im Jubiläumsjahr bewahren.“

Die 40. Spielzeit der Burgfestspiele Bad Vilbel beginnt offiziell am 16. April und endet am 5. September 2027. Informationen zu Vorstellungsterminen, Eintrittspreisen und Vorverkauf werden auf der Internetseite der Burgfestspiele veröffentlicht. Am Dienstag, 29. September 26 startet der Vorverkauf für die Burgfestspiele Bad Vilbel 2027.

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