- 1976-2026: 50 Jahre Schubertiade – ein halbes Jahrhundert im Zeichen von Franz Schubert
- Jubiläumsjahr mit 20.800 Besuchern und 95 Prozent Auslastung erfolgreich zu Ende gegangen
Mit einer Serie von sechs Konzerten hat die Schubertiade vom 1. bis 4. Oktober im Markus-Sittikus-Saal in Hohenems ihr 50-jähriges Jubiläum ausklingen lassen. Das abschließende Kammerkonzert am 4. Oktober gestalteten die Geigerin Viviane Hagner, der Cellist Adrian Brendel und der Pianist Till Fellner. Damit ging ein besonderes Festivaljahr zu Ende: Vor 50 Jahren fand die von Hermann Prey gegründete Schubertiade zum ersten Mal in Hohenems statt.
50 Jahre Schubertiade: ein Jubiläumsjahr mit Blick zurück
Das Jubiläumsjahr wurde mit einer Konzertreihe in Hohenems eröffnet, die bei Publikum und Presse auf besondere Resonanz stieß: der Rekonstruktion des Programmes der ersten Schubertiade vom 8. bis 16. Mai 1976 in Hohenems. In neun Konzerten erklang dabei genau jener „Strauß berühmter und bekannter Werke Schuberts“, mit dem Festivalgründer Hermann Prey die Schubertiade 1976 erstmals der Öffentlichkeit präsentierte. Insgesamt standen bei der diesjährigen Schubertiade in Hohenems und Schwarzenberg 49 Konzerte auf dem Programm, zu denen 20.700 Besucher kamen. Die Gesamtauslastung lag bei 95 Prozent.
Stammpublikum und viele neue Gäste aus aller Welt
Neben Musikfreunden aus Deutschland, Österreich und der Schweiz, die traditionell den Großteil des Publikums stellen, zog es auch in diesem Jahr wieder zahlreiche Schubert-Liebhaber aus aller Welt zu den Konzerten nach Hohenems und Schwarzenberg. Besonders stark vertreten waren erneut die Gäste aus Großbritannien, die unter den nicht deutschsprechenden Besuchern die größte Gruppe bilden, gefolgt von Gästen aus dem übrigen Europa und Übersee.
So fanden sich auch in diesem Jahr Besucher aus Australien, Hongkong, Israel, Japan, Kanada, Neuseeland, Südkorea, Russland und den USA im Publikum. Besonders erfreulich ist dabei die Mischung aus treuem Stammpublikum und zahlreichen neuen Gästen. Viele Besucher halten der Schubertiade seit Jahrzehnten die Treue, gleichzeitig gewinnt das Festival kontinuierlich neue Zuhörer hinzu.
„Das Bayreuth der Schubert-Freunde“
Dass die Schubertiade im internationalen Festivalgeschehen einen besonderen Stellenwert genießt, zeigt sich auch in der Berichterstattung. Unter dem Titel „Das Bayreuth der Schubert-Freunde“ schreibt Eleonore Büning in der „Neuen Zürcher Zeitung“: „Die Schubertiade in Vorarlberg besteht diesen Sommer seit fünfzig Jahren und ist noch immer das Maß aller Dinge im Liedgesang. Die angeblich vom Aussterben bedrohte Kunstform wirkt hier unerhört lebendig – weil sie entsprechend lebendig vermittelt wird.“
Nicht nur das künstlerische Profil des Festivals, auch die besonderen Spielstätten finden in der Presse große Beachtung. So hebt Markus Thiel im „Münchner Merkur“ die Qualitäten des Markus-Sittikus-Saals hervor: „Damals [1976] wurde im Rittersaal von Hohenems musiziert, heute ist alles im Markus-Sittikus-Saal, einer 1913 erbauten Turnhalle, die später umgerüstet wurde zu einem der akustisch besten Kammermusiksäle überhaupt“.
Und auch der Angelika-Kauffmann-Saal in Schwarzenberg wird für seine besondere Atmosphäre und Lage gewürdigt. Alain Rusbridger schreibt in der „Financial Times“ unter dem Titel „A love letter to the Schubertiade“: „Der Konzertsaal in Schwarzenberg mit 600 Plätzen bietet einen Blick auf Butterblumenwiesen und ferne Hügel. Stellen Sie sich vor, Londons Wigmore Hall wäre in eine der weniger bekannten Ecken des Lake District oder in ein abgelegenes Tal in den Highlands versetzt worden. Dies ist sicherlich einer der Gründe, warum so viele Musiker hierher pilgern: eine dringend benötigte Auszeit von ihrem ansonsten unerbittlichen Alltag zwischen Flughäfen und städtischen Konzertsälen.“
Schubertiade zum Nachhören
20 Konzerte wurden in diesem Jahr vom ORF aufgezeichnet und werden in Ö1 sowie im Rahmen der EBU von zahlreichen europäischen Radiostationen übertragen. Damit wird die Schubertiade auch im Rundfunk weit über Vorarlberg hinaus hörbar – und bietet ein akustisches Fenster zur Region, zu Österreich, zu den beteiligten Künstlerinnen und Künstlern und natürlich vor allem zur Musik von Franz Schubert.
Schubertiade 2027
Auch im kommenden Jahr bringt die Schubertiade wieder herausragende Künstlerinnen und Künstler der internationalen Musikwelt mit ihrem Publikum in Hohenems und Schwarzenberg zusammen. Mit insgesamt 58 Konzerten – darunter 24 Liederabende, 24 Kammerkonzerte, 9 Klavierabende und eine Klaviermatinee – unterstreicht die Schubertiade auch 2027 ihre herausragende Stellung als weltweit bedeutendstes Schubert-Festival.
SCHUBERTIADE HOHENEMS, Markus-Sittikus-Saal
21. – 25. April 2027
21. – 23. Mai 2027
14. – 18. Juli 2027
28. September – 3. Oktober 2027
SCHUBERTIADE SCHWARZENBERG, Angelika-Kauffmann-Saal
16. – 22. Juni 2027
25. – 31. August 2027
Zu den Künstlerinnen und Künstlern sowie Ensembles der Schubertiade 2027 zählen:
Liederabende
Ilker Arcayürek, Erika Baikoff, Ian Bostridge, Rafael Fingerlos, Alexander Grassauer, Nikola Hillebrand, Christiane Karg, Konstantin Krimmel, Ludwig Mittelhammer, Christoph Prégardien, Julian Prégardien, Fatma Said, Andrè Schuen und The Erlkings; begleitet (am Klavier) von Marcelo Amaral, Roman Borisov, Ammiel Bushakevitz, Helmut Deutsch, Daniel Arkadij Gerzenberg, Daniel Heide, Gerold Huber, Sholto Kynoch, Joseph Middleton, Maya Oganyan, Olga Pashchenko, Wolfram Rieger sowie von Kristian Bezuidenhout (Hammerklavier), Felix Knecht (Violoncello), Leila Schayegh (Violine), Marcello Smigliante Gentile (Mandoline) und Brigitte Fassbaender (Rezitation).
Kammerkonzerte
Alinde Quartett, Aris Quartett, Barbican Quartet, Michael Barenboim, Pablo Barragán, Matthias Bartolomey, Elena Bashkirova, Wolfram Brandl, Renaud Capuçon, Cuarteto Casals, Eliot Quartett, Isang Enders, Ensemble der Münchner Philharmoniker, Mao Fujita, Boris Giltburg, Goldmund Quartett, Julia Hagen, Andrei Ioniță, Javus Quartett, Adrien La Marca, Leonkoro Quartet, Mandelring Quartett, Minetti Quartett, Nils Mönkemeyer, Daniel Müller-Schott, Pavel Haas Quartett, Quatuor Modigliani, Schumann Quartett, Nabil Shehata, Signum Quartett, Astrig Siranossian, Sitkovetsky Trio, Alexey Stadler, Julian Steckel, Trio Moreau, Carolin Widmann.
Klavierabende- und –matinee
Till Fellner, David Fray, Marc-André Hamelin, Elisabeth Leonskaja, Igor Levit, Paul Lewis, Francesco Piemontesi, Lukas Sternath, Yaara Tal & Andreas Groethuysen, William Youn.
Kartenbestellungen für 2027 sind derzeit schriftlich per Post, E-Mail oder Webformular bzw. ab Ende Oktober auch telefonisch möglich.
