Zwingenberger Schlossfestspiele setzen große Operntradition mit »Tosca« fort

Tatjana Charalgina (Foto: Tatjana Charalgina)

Ganz im Zeichen von Giacomo Puccinis „Tosca“ stehen die traditionellen Zwingenberger Schlossfestspiele Anfang August. Ein einmaliges Klangerlebnis verspricht dabei das Orchester, das mit insgesamt 55 Profi-Musikerinnen und Musikern der Staatsoper Stuttgart und des Nationaltheaters Mannheim besetzt wurde.

Als ersten Konzertmeister konnten die Schlossfestspiele Professor Joachim Schall gewinnen, der unter anderem Erster Konzertmeister der Staatsoper Stuttgart und der Bayreuther Festspiele war. In dieser Funktion führte er das Bayreuther Festspielorchester auch im „Ring der Nibelungen“ unter dem Dirigat von Sir Georg Solti.

„Wer einmal einen Opern-Abend auf dem Schloss erlebt hat, wird das nicht vergessen. Genau deshalb wollen wir nach der Corona-Pause mit einem Paukenschlag zurückkommen und klassische Musik mit dem größten Orchester der Festspielgeschichte in ihrer ganzen Schönheit aufführen“, unterstreicht Intendant Rainer Roos den Anspruch.

Nach zwei Mozart-Opern („Die Entführung aus dem Serail“ und „Figaros Hochzeit“) möchte Roos so in diesem Jahr mit „Tosca“ zwei Stunden Leben und Leidenschaft auf die Bühne bringen: „Puccinis hochspannender Musik-Thriller aus dem Jahr 1900 zählt heute, ausgestattet mit unsterblichen Hits, zu den ganz großen Titeln des Opernrepertoires und ist erstmalig auf Schloss Zwingenberg zu erleben“, machte Roos Lust. Auch bei der Inszenierung hat Roos nichts dem Zufall überlassen. Er hat dafür das Multitalent Sascha Oliver Bauer engagiert, der 2019 bei dem Rekordmusical „Artus“ Regie führte. Mit Tatjana Charalgina (als „Tosca“), Sebastiano Lo Medico („Cavaradossi“) und Marco di Sapia („Scarpia“) ist eine internationale Spitzenbesetzung auf der Opernbühne präsent, flankiert von bewährten Ensemble-Mitgliedern. Die drei Solisten werden jeweils ihr Rollendebüt geben.

Bei der Besetzung hat sich Roos an der Uraufführung orientiert, um zwischenzeitlichen Klischees entgegenzuwirken. So wird der Polizeichef oftmals als über 55-Jähriger, beleibterer Mann besetzt. „In der Uraufführung wurde Scarpia jedoch von Eugenio Giraldoni verkörpert – einem damals 29-jährigen schlanken Mann mit eindrucksvoller Mimik. Dahin wollten wir zurück. Unser Scarpia wird von Marco Di Sapia gespielt und gesungen, er erfüllt alle Voraussetzungen“, erklärt Roos.

Gespielt wird „Tosca“ in italienischer Sprache. Um den Zuschauern die Handlung näherzubringen ohne durch Laufbandschrift von Musik und Bühne abzulenken, greifen Roos und Bauer zu einem Kniff, den es so noch nie bei einer Tosca-Inszenierung gab: Die Rolle der „Attavanti“, die sonst nie physisch auftaucht, übernimmt eine jungen Künstlerin, die begleitend mit Bildern durch die Handlung führt.

Nähere Informationen zu der Tosca-Produktion und den Besetzungen gibt es unter schlossfestspiele-zwingenberg.de.
Karten für die drei Vorstellungen (5. bis 7. August) sind ebenfalls über die Webseite erhältlich