Zweite Wiederaufnahme von Bizets »Carmen« an der Oper Frankfurt am 1. März 19

Carmen ~ Oper Frankfurt ~ Carmen und Don José (© Barbara Aumüller ~ www.szenenfoto.de)

Carmen von Georges Bizet (1838-1875) in der Sicht von Barrie Kosky, seit 2012/13 Intendant und Chefregisseur der Komischen Oper Berlin, gehörte zu den Höhepunkten der Spielzeit 2015/16. Dargeboten in einer von Kosky, dem Dirigenten Constantinos Carydis und Michael Rot, dem Herausgeber der kritischen Ausgabe, eigens für die Oper Frankfurt erstellten Fassung, die Elemente der „großen Oper“ mit denen des Varieté und der Revue im Geiste Offenbachs kombiniert und zudem angereichert mit atemberaubenden Tanzszenen, riss die Inszenierung das Publikum förmlich von den Sitzen. Viele, die das populäre Werk gut zu kennen glaubten, sahen es plötzlich in völlig neuem Licht. Auch die Pressevertreter waren begeistert, was sich nach der Premiere am 5. Juni 2016 in Kritiken mit Schlagworten wie „kultverdächtig“ (www.musik-heute.de), „brillant und böse“ (Der Tagesspiegel), „Weltklasseproduktion“ (Rhein-Zeitung) und „Höhepunkt der Saison“ (www.concerti.de) entlud.

Zum Inhalt: Der pflichtbewusste Sergeant Don José verliebt sich in die verführerische Carmen, Arbeiterin in einer Zigarettenfabrik. Ihr zuliebe desertiert er von der Armee und schließt sich – entgegen den Bitten seiner Jugendliebe Micaëla, mit ihr in sein Dorf zurückzukehren – einer Schmugglerbande an. Angewidert von seiner schon bald aufflammenden Eifersucht wendet sich Carmen dem Torero Escamillo zu und gibt dem verzweifelten José den Laufpass. Zutiefst gekränkt sucht dieser eine letzte Aussprache, doch von Carmens Beharren auf ihre Freiheit provoziert ersticht er die Geliebte.

Für die zweite Wiederaufnahme dieser Erfolgsproduktion, welche 2018/19 mit großem Publikumszuspruch auch leihweise am Royal Opera House Covent Garden in London zu sehen ist, kehrt der britische Dirigent Leo Hussain zurück ans Pult des Frankfurter Opern- und Museumsorchesters. Hier dirigierte er 2014/15 Aufführungen der Premierenserie von Weinbergs Die Passagierin und zuletzt 2017/18 auch die erste Wiederaufnahme dieser Ausschwitz-Oper. Zu seinen aktuellen Aufgaben gehören Puccinis Tosca in Washington, Korngolds Die tote Stadt in Toulouse und Rossinis La Cenerentola in Oslo.
Als Carmen steigt – nach ihrem Rollendebüt als Händels Xerxes im Januar 2019 – die seit 2018/19 dem Ensemble der Oper Frankfurt angehörende litauische Mezzosopranistin Zanda Švēde neu in die Produktion ein. Sein Hausdebüt gibt der amerikanische Tenor Evan LeRoy Johnson, der 2017 als Narraboth in Strauss’ Salome am Opernhaus Zürich zu erleben war. Die Partie des Don José sang er 2018 bereits an der Opera Philadelphia, wohin er im Frühjahr 2019 als Rodolfo in Puccinis La Bohème zurückkehren wird. Dazwischen gastiert er als Cassio in Verdis Otello an der Bayerischen Staatsoper in München.
Die deutsche Sopranistin Nadja Mchantaf verkörperte Micaëla bereits neben Massenets Cendrillon und Mimì in Puccinis La Bohème an der Komischen Oper Berlin, deren Ensemble sie seit 2016/17 angehört. Zu Ihren Plänen zählt u.a. die Titelpartie von Lehárs Die lustige Witwe am Teatro dell’Opera in Rom.
Aus dem Frankfurter Ensemble sind Mikołaj Trąbka (Moralès / Dancaïro), Jaeil Kim (Remendado), Sydney Mancasola (Frasquita) und Božidar Smiljanić (Zuniga) erstmals mit von der Partie, während Karen Vuong in der Premierenserie sowie in der ersten Wiederaufnahme dieser Produktion bereits die Micaëla verkörperte und nun zum ersten Mal in dieser Inszenierung als Mercédès zu erleben sein wird. Bei den Alternativbesetzungen findet sich mit Kirsten MacKinnon (Micaëla) ein neuer Name einer Frankfurter Stammsängerin, während – angeführt von Kihwan Sim (Escamillo) – auch alle weiteren Künstlerinnen und Künstler inklusive der Doppelbesetzungen mit der Produktion vertraut sind.


Carmen
Opéra comique in drei Akten

Von: Georges Bizet

2. Wiederaufnahme an der Oper Frankfurt: 1. März 19

Musikalische Leitung: Leo Hussain
Regie: Barrie Kosky
Szenische Leitung der Wiederaufnahme: Alan Barnes
Bühnenbild und Kostüme: Katrin Lea Tag
Choreografie: Otto Pichler
Licht: Joachim Klein
Chor: Tilman Michael
Kinderchor: Markus Ehmann
Dramaturgie: Zsolt Horpácsy

Besetzung:

Carmen: Zanda Švēde
Don José: Evan LeRoy Johnson
Micaëla: Nadja Mchantaf
Escamillo: Kihwan Sim
Moralès / Dancaïro: Mikołaj Trąbka
Remendado: Jaeil Kim *
Frasquita: Sydney Mancasola
Mercédès: Karen Vuong
Zuniga: Božidar Smiljanić
TänzerInnen: Madeline Ferricks-Rosevear, Johanna Berger, Veronica Bracaccini, Christopher Basile, Rouven Pabst, Robin Rohrmann
TänzerInnen / Swing: Evie Poaros, Matt Emig

Chor und Kinderchor der Oper Frankfurt
Frankfurter Opern- und Museumsorchester


* Mitglied des Opernstudios


www.oper-frankfurt.de