Wiederaufnahme von Verdis »Rigoletto« an der Oper Frankfurt am 24. Januar 20

Rigoletto ~ Oper Frankfurt ~ Rigoletto ~ © Barbara Aumüller (szenenfoto.de)

„Giuseppe Verdis Rigoletto als bewegendes, tiefschwarzes Opernereignis in Frankfurt“ titelte die Fuldaer Zeitung nach der Premiere am 19. März 2017, und tatsächlich hatte man in der Hofgesellschaft von Mantua vermutlich selten so verruchte, jedoch gekonnt geführte Individuen erblickt wie in dieser Produktion. Und deshalb konstatierte der Rezensent der Frankfurter Rundschau: „Vieles an Hendrik Müllers inszenatorischer Arbeit zeigte sich als überdurchschnittlich ideenreich und sorgfältig, ja geradezu liebevoll realisiert.“ Zudem konnte man in der Rheinpfalz lesen: „Hendrik Müller nutzt alle theatralischen Mittel und spielt mit ihnen. Keine Scheu hat er vor pathetischen Gesten, überstarken Bildern, grellen Effekten. Doch setzt er sie ein, um hinter die Figuren zu blicken.“ Nun erfolgt die zweite Wiederaufnahme dieser Produktion, die Rigolettos Handeln als Ausdruck übertriebener und sich dadurch gegen die Protagonisten richtende Religiosität zeigt.


Der Fluch eines Opfers seines Spottes holt den buckligen Hofnarren Rigoletto grausam ein: Zwar gelingt es ihm, die Existenz seiner Tochter Gilda vor dem Herzog von Mantua zu verbergen, aber als der Frauenheld das schöne Mädchen dennoch entdeckt und entehrt, schwört Rigoletto blutige Rache und setzt den zwielichtigen Sparafucile auf ihn an. Als sich auch Sparafuciles Schwester Maddalena in den Herzog verliebt, hintergeht der Mörder seinen Auftraggeber, so dass Rigoletto am Ende – statt über den Herzog zu triumphieren – seine sterbende Tochter in den Armen hält.


Anlässlich der zweiten Wiederaufnahme dieser Produktion aus der Spielzeit 2016/17 sind zahlreiche Neubesetzungen zu vermelden: Die musikalische Leitung übernimmt mit dem italienischen Dirigenten Pier Giorgio Morandi ein gern gesehener Gast der Oper Frankfurt, wo er zuletzt u.a. mit Verdis Otello, Puccinis La fanciulla del West und Verdis Don Carlo gastierte. Puccinis Madama Butterfly führte ihn kürzlich an die New Yorker Metropolitan Opera. Mit Christopher Maltman kehrt als Rigoletto ein wahrer Weltstar zurück an den Main, wo er im Verlauf der aktuellen Saison 2019/20 auch Jochanaan in Strauss’ Salome singen wird. Zuletzt gastierte er hier als Don Carlo di Vargas in Verdis La forza del destino, gefolgt von George Enescus Oedipe bei den Salzburger Festspielen 2019. Die ukrainische Sopranistin Kateryna Kasper (Gilda) verkörperte jüngst Pamina in Mozarts Die Zauberflöte im österreichischen St. Margarethen (Oper im Steinbruch). Zudem sang sie kürzlich Flotows Martha anlässlich der Wiederaufnahme an ihrem Frankfurter Stammhaus, dem sie seit 2014/15 angehört. Für den österreichisch-australischen Tenor Gerard Schneider (Herzog von Mantua), seit 2018/19 Ensemblemitglied der Oper Frankfurt, stehen 2019/20 mit Lyonel (Martha) und vor allem Narraboth (Salome) wichtige Debüts an. Barnaby Rea (Sparafucile), seit 2016/17 fest in Frankfurt engagiert, zählt 2019/20 erneut Lord Tristan in Martha sowie Leporello in Mozarts Don Giovanni zu seinen Aufgaben. Seit 2009/10 gehört Mezzosopran Tanja Ariane Baumgartner (Maddalena) zum festen Sängerstamm Frankfurts, wo sie bisher in unzähligen Partien zu erleben war. Kürzlich gastierte sie als Agaue in Henzes Die Bassariden an der Komischen Oper Berlin. Mit der Produktion bereits vertraut sind Magnús Baldvinsson (Graf von Monterone) sowie die Alternativbesetzungen Franco Vassallo (Rigoletto), Kihwan Sim (Sparafucile) und Iain MacNeil (Graf von Ceprano). Alle weiteren Sänger*innen aus Ensemble und Opernstudio sowie Gäste, inklusive der Alternativbesetzungen, steigen neu in die Produktion ein.


Rigoletto

Oper in drei Akten

Von: Giuseppe Verdi

2. Wiederaufnahme an der Oper Frankfurt: 24. Januar 20
(Oper für Familien; pro Erwachsenen-Kaufkarte maximal drei Tickets für Kinder und Jugendliche bis einschließlich 18 Jahre gratis, empfohlen ab 8 Jahren)

Musikalische Leitung: Pier Giorgio Morandi
Inszenierung: Hendrik Müller
Szenische Leitung der Wiederaufnahme: Corinna Tetzel
Bühnenbild: Rifail Ajdarpasic
Kostüme: Katharina Weissenborn
Licht: Jan Hartmann
Chor: Tilman Michael
Dramaturgie: Zsolt Horpácsy

Besetzung:

Rigoletto: Christopher Maltman
Gilda: Kateryna Kasper
Herzog von Mantua: Gerard Schneider
Sparafucile: Barnaby Rea
Maddalena: Tanja Ariane Baumgartner
Giovanna: Kelsey Lauritano °
Graf von Monterone: Magnús Baldvinsson
Marullo: Iain MacNeil
Borsa: Theo Lebow
Graf von Ceprano: Pilgoo Kang °
Gräfin von Ceprano / Page: Karolina Makuła °

Chor der Oper Frankfurt
Frankfurter Opern- und Museumsorchester


° Mitglied des Opernstudios

Weitere Vorstellungen: 26. (18.00 Uhr), 30. Januar, 2. (18.00 Uhr), 6., 8. (18.00 Uhr), 16. (18.00 Uhr), 21. Februar 2020
Falls nicht anders angegeben, beginnen diese Vorstellungen um 19.30 Uhr
Mit freundlicher Unterstützung der DZ BANK AG
Preise: € 15 bis 105 (12,5% Vorverkaufsgebühr nur im externen Vorverkauf)

oper-frankfurt.de