Wiederaufnahme von Deliuss »Romeo und Julia auf dem Dorfe« am 6. März 20 an der Oper Frankfurt

Romeo und Julia auf dem Dorfe ~ Oper Frankfurt ~ Ensemble (© Barbara Aumüller ~ szenenfoto.de)

Romeo und Julia auf dem Dorfe ist die bekannteste Oper des deutsch-englischen Komponisten Frederick Delius (1862-1934), der seine Ausbildung u.a. in Leipzig erhielt. Das auf der gleichnamigen Novelle von Gottfried Keller (1855) basierende Werk ist dem spätromantischen Stil eines Edvard Grieg oder Richard Strauss verpflichtet, bringt aber auch impressionistische Momente à la Debussy zu Gehör. Die Frankfurter Erstaufführung des Werks erfolgte am 22. Juni 2014 in der Regie von Eva-Maria Höckmayr und bekräftigte den Ruf des Hauses am Willy-Brandt-Platz als Ort musikalischer Ausgrabungen. So berichtete etwa die Kritikerin des Darmstädter Echos: „Mit der Wiederentdeckung von Frederick Delius hat die Frankfurter Oper wieder einmal ins Schwarze getroffen. Nach der Premiere wollte der Jubel kaum enden.“ Und der Berichterstatter des Deutschlandfunks (Kultur heute) attestierte: „Der Frankfurter Produktion gelingt Theater-Magie pur.“

Die Handlung folgt nur in sehr groben Zügen der Geschichte von Shakespeares berühmtem Liebespaar: Vreli und Sali sind die Kinder zweier wohlhabender Schweizer Bauern, die über den Besitz eines Ackers in Streit geraten sind und deshalb ihrem Nachwuchs den Umgang miteinander verbieten. Jahre später haben die Prozesskosten die Väter ruiniert, doch ihre beiden Kinder haben sich ineinander verliebt. Als Sali Vrelis Vater im Streit verletzt und dieser daraufhin den Verstand verliert, verlassen die Liebenden ihren Heimatort. Sie treffen auf den schwarzen Geiger und seine Truppe, die die Unschuld des Paares verhöhnen. Schnell merken Vreli und Sali, dass sie als Menschen ohne Besitz und Ansehen unter Leuten dieses Schlages niemals glücklich werden können und gehen gemeinsam in den Tod.

Die musikalische Leitung der ersten Wiederaufnahme der Produktion aus der Spielzeit 2013/14 liegt bei dem deutschen Dirigenten Elias Grandy, der damit sein Hausdebüt an der Oper Frankfurt vorlegt. 2015 gewann er den 7. Solti-Wettbewerb in Frankfurt und wurde im selben Jahr als GMD an das Theater Heidelberg berufen. Der neuseeländische Tenor Jonathan Abernethy (Sali) wechselte 2019/20 vom Internationalen Opernstudio Zürich ins Ensemble der Oper Frankfurt, wo er in dieser Saison auch Ottavio in Mozarts Don Giovanni singen wird. Esther Dierkes (Vreli) gibt ihr Debüt im Opernhaus. Als Ensemblemitglied der Staatsoper Stuttgart war die deutsche Sopranistin dort u.a. als Susanna in Mozarts Le nozze di Figaro und Mimì in Puccinis La Bohème zu erleben. Alle übrigen Partien sind mit ehemaligen und aktuellen Ensemblemitgliedern besetzt: Johannes Martin Kränzle (Der schwarze Geiger) sowie Dietrich Volle (Manz) und Magnús Baldvinsson (Marti).


Romeo und Julia auf dem Dorfe

Lyrisches Drama in sechs Bildern

Von: Frederick Delius

Erste und letzte Wiederaufnahme an der Oper Frankfurt: 6. März 20
In englischer Sprache mit deutschen und englischen Übertiteln

Musikalische Leitung: Elias Grandy
Inszenierung: Eva-Maria Höckmayr
Szenische Leitung der Wiederaufnahme: Caterina Panti Liberovici
Bühnenbild: Christian Schmidt
Kostüme: Saskia Rettig
Licht: Olaf Winter
Chor: Tilman Michael
Kinderchorsoli: Markus Ehmann
Dramaturgie: Norbert Abels

Besetzung:

Sali: Jonathan Abernethy
Vreli: Esther Dierkes
Manz: Dietrich Volle
Marti: Magnús Baldvinsson
Der schwarze Geiger: Johannes Martin Kränzle
Sali als Kind: Solist des Kinderchores der Oper Frankfurt
Vreli als Kind: Solistin des Kinderchores der Oper Frankfurt

Chor der Oper Frankfurt
Frankfurter Opern- und Museumsorchester


Weitere Vorstellungen: 15. (18.00 Uhr), 22. (15.30 Uhr; mit kostenloser Betreuung von Kindern zwischen 3 und 9 Jahren), 28. (19.30 Uhr) März 2020

oper-frankfurt.de