Wiederaufnahme an der Oper Frankfurt: „Capriccio“

Capriccio ~ Oper Frankfurt ~ Wiederaufnahme am 6. Oktober 18 ~ Gräfin Madeleine (Kirsten MacKinnon) und Graf (Sebastian Geyer) (© Barbara Aumüller ~ www.szenenfoto.de)

Mitten im Krieg legte Richard Strauss (1864-1949) mit seiner letzten, am 28. Oktober 1942 im Münchner Nationaltheater uraufgeführten Oper Capriccio sein musikdramatisches Vermächtnis vor. Das Dirigat oblag damals seinem Freund Clemens Krauss, der zudem das Libretto des Werkes eingerichtet hatte. Beide Künstler sind aus heutiger Sicht nur schwer vom Vorwurf der Nutznießerschaft am nationalsozialistischen System freizusprechen. Und so wollte sich Regisseurin Brigitte Fassbaender auch nicht damit abfinden, lediglich – wie es das Libretto vorsieht – die Geschichte einer Frau zwischen zwei Männern zu erzählen, sozusagen als Sinnbild der Erörterung zweier entgegengesetzter musiktheoretischer Positionen: Was ist wichtiger – das Wort oder die Musik?

Fassbaender verlegt also die in Paris angesiedelte Handlung in die vierziger Jahre zur Zeit der deutschen Besatzung und macht aus der Gräfin kurzerhand eine Resistance-Kämpferin, die es auf ihrem Schloss mit Kollaborateuren und Gleichgesinnten zu tun bekommt. Publikum und Presse zeigten sich nach der Premiere am 14. Januar 2018 von der tiefgründigen, aber auch äußerst humorvollen Inszenierung angetan. So berichtete etwa die Frankfurter Rundschau: „Wenn es so etwas wie eine »Modellaufführung« gibt, so wäre die Regiearbeit von Brigitte Fassbaender als solche zu apostrophieren: (…) besonnenes, unaufdringliches, zugleich gedanklich mutig-entschiedenes Regietheater.“

Anlässlich der ersten Wiederaufnahme dieser Produktion aus der Saison 2017/18 weist der Besetzungszettel einige neue Namen auf: Die musikalische Leitung liegt bei dem deutschen Dirigenten Lothar Koenigs, der damit sein Hausdebüt vorlegt. Nach Chefpositionen in Cardiff und Osnabrück ist er freiberuflich tätig und regelmäßig zu Gast an den Opernhäusern von München, Hamburg, Dresden, Zürich, Mailand und London sowie an der New Yorker Metropolitan Opera.
Die kanadische Sopranistin Kirsten MacKinnon (Gräfin Madeleine) feierte 2017/18 ihr stark akklamiertes Frankfurt-Debüt als Ines in Meyerbeers L’Africaine – Vasco da Gama. Ab der Spielzeit 2018/19 gehört sie nun zum Ensemble der Oper Frankfurt.
An ihrer Seite steigt auch Sebastian Geyer (Graf) neu in die Produktion ein. Er gehört gleichfalls zum festen Sängerstamm der Oper Frankfurt und gastierte kürzlich als der Fremde in Millöckers Gasparone an der Wiener Volksoper.
Die Partie des Monsieur Taupe übernimmt das langjährige Ensemblemitglied Hans-Jürgen Lazar, und aus dem Opernstudio der Oper Frankfurt steigen Iain MacNeil als Olivier sowie die „Neuzugänge“ Florina Ilie (Eine italienische Sängerin) und Michael Petruccelli (Ein italienischer Tenor) in die Inszenierung ein. Alle übrigen Künstler und Künstlerinnen sind mit der Produktion bereits vertraut.

Capriccio
Konversationsstück mit Musik in einem Aufzug von Richard Strauss
Wiederaufnahme an der Oper Frankfurt: Samstag, 6. Oktober 18

Musikalische Leitung: Lothar Koenigs
Inszenierung: Brigitte Fassbaender
Bühnenbild und Kostüme: Johannes Leiacker
Licht: Joachim Klein
Dramaturgie: Mareike Wink

Besetzung:

Gräfin Madeleine: Kirsten MacKinnon
Graf: Sebastian Geyer
Flamand: AJ Glueckert
Olivier: Iain MacNeil
La Roche: Alfred Reiter
Clairon: Tanja Ariane Baumgartner
Monsieur Taupe: Hans-Jürgen Lazar
Eine italienische Sängerin: Florina Ilie
Ein italienischer Tenor: Michael Petruccelli
Der Haushofmeister: Gurgen Baveyan
Eine junge Tänzerin: Katharina Wiedenhofer
u.a.

Frankfurter Opern- und Museumsorchester

Weitere Vorstellungen: 12., 19., 26. Oktober, 4. (18.00 Uhr) November 2018
Falls nicht anders angegeben, beginnen diese Vorstellungen um 19.30 Uhr
Preise: € 15 bis 105 (12,5% Vorverkaufsgebühr nur im externen Vorverkauf)

www.oper-frankfurt.de