»Wer hat Angst vor Virginia Woolf?« am Theater Willy Praml

Wer hat Angst vor Virginia Woolf? ~ Theater Willy Praml ~ Vorabfoto ~ © Paula Kern

Wenn Adam und Eva der Anfang der Menschheit sind, dann sind Martha und George, das amerikanische Ehepaar aus Albees Drama, das Ende. Sie haben nicht einmal mehr die Erinnerung an ein Paradies, sie leben ganz ohne die Hoffnung auf Rückkehr und Erlösung. George, der Geschichtsprofessor, selbst vom Alkohol ernüchtert, weiß um das Ende unserer Geschichte; Martha, die selig Betrunkene, hofft in der Whisky-Narkose noch auf ein neues Kapitel der Welt. Nach der Offenbarung des Johannes hat uns Albee eine moderne Variante der Apokalypse hinterlassen – und das Gelobte Land heißt diesmal nicht Jerusalem, sondern ist eine namenlose Provinzstadt an der amerikanischen Ostküste oder sonst wo auf dieser Welt.

Angewiesen nur auf sich allein leben Martha und George nach den selbsterfundenen Gesetzen ihrer Alltagsshow, die – wie im Theater – allerdings das Format allergrößter Unterhaltung bietet. Im artistisch-virtuosen Fall ohne Netz, Halt suchend an Whiskygläsern, billigen Pointen, toten Söhnen, gefrorenen Tränen bieten uns Martha und George eine Seelenrevue, die zum Kaputtlachen wäre, wenn sie nicht an das Ende aller Zeiten erinnern würden.

World last !


Wer hat Angst vor Virginia Woolf?

Von: Edward Albee

Premiere am Theater Willy Praml: Frühjahr 2021
(Ursprünglich geplant für den 20. März 2020 in der Naxos-Halle Frankfurt)

Regie, Bühne: Michael Weber
Kostüme: Paula Kern

Darsteller*innen:
Florian Appelius
Hannah Bröder
Jakob Gail
Birgit Heuser
Muawia Harb (ehemaliger Nationalspieler der syrischen Rugby-Mannschaft)

Theaternachlese: Mo, 15. Juni 19:30 Uhr im Haus am Dom, Eintritt frei.

theater-willypraml.de