Wagners »Lohengrin« ab 25. Januar 20 im Opernhaus Chemnitz

© Die Theater Chemnitz

Lohengrin nimmt in Wagners OEuvre eine besondere Stellung ein. Die Geschichte um Macht, Glaube und nicht zuletzt um die Frage, ob und welche Bedingungen die Liebe stellen darf und welche Rolle das Vertrauen dabei spielt, inspirierte Wagner zur wohl emotionalsten Musik, die er je geschrieben hat. Für die neue Chemnitzer „Lohengrin“-Inszenierung ist der Regisseur Joan Anton Rechi erstmalig zu Gast in Chemnitz. Geboren 1968 in Andorra, arbeitete er bisher u. a. an den Theatern Barcelona, Bilbao, Bogotá, Freiburg, Madrid, Mainz, Oberhausen und an der Deutschen Oper am Rhein. Sein breit gefächertes Repertoire umfasst Werke wie „Adriana Lecouvreur“, „Il barbiere di Siviglia“, „Die Csárdásfürstin“, „Król Roger“, „Der Mann von La Mancha“ und „Salome“.

Zur Chemnitzer Produktion

Richard Wagner schrieb nach dem Kraftakt der Uraufführung in Weimar voller Dankbarkeit an Franz Liszt: „Liebster Liszt, hatte ich recht, als ich in der Vorrede zum ‚Kunstwerk der Zukunft‘ schrieb, dass nicht der Einzelne, sondern nur die Gemeinsamkeit wahrhafte Kunstwerke schaffen könnte? Sieh, Du hast das Unmögliche geleistet, aber glaube mir, alle müssen das heutzutage Unmögliche leisten, um das in Wahrheit dennoch Mögliche zustande zu bringen.“ Das Unmögliche, das die Welt verändert und die Menschen aus ihrer orientierungslosen, Ich-bezogenen Lethargie reißt, bildet auch den Ausgangspunkt für die „Lohengrin“-Konzeption von Regisseur Joan Anton Rechi und seinem Ausstatter-Team. Gesucht wird ein Held, der nicht nur kämpferisch für Elsa und deren Schicksal einsteht, sondern der gesamten Gesellschaft fehlende Orientierung und Lebenssinn zurückgibt. Wie ein Heilsbringer wird Lohengrin empfangen, blind vertraut man seinen Worten, zumal er alles tut, um seine Identität nicht preisgeben zu müssen. Und wirklich: Das Leben blüht auf, die Lebensfreude kehrt zurück, es gibt wieder ein Miteinander. Elsa genießt die Liebe des Fremden, die Wertschätzung, die sie durch ihn erfährt, doch all diese positiven Veränderungen haben nicht die Kraft, sie von der alles entscheidenden Frage nach seiner Herkunft abzuhalten. Damit setzt sie alles aufs Spiel, nicht nur für sich, sondern für ihr gesamtes Umfeld. Ob am Ende trotzdem ein Hoffnungsschimmer bleibt, ist fraglich.

Opernfrühstück

Das Opernfrühstück zur Inszenierung findet am 12. Januar 20´´20, 10.30 Uhr im Foyer des Opernhauses statt. Regisseur Joan Anton Rechi wird gemeinsam mit der Dramaturgin Carla Neppl einen Einblick in die Premierenvorbereitungen gewähren, begleitet von musikalischen Beiträgen durch Solisten des Ensembles.


Lohengrin

Romantische Oper in drei Aufzügen von Richard Wagner

Premiere am Opernhaus Chemnitz: 25. Januar 20

Musikalische Leitung: Guillermo García Calvo
Inszenierung: Joan Anton Rechi
Bühne: Sebastian Ellrich
Kostüme: Mercè Paloma
Chor: Stefan Bilz
Dramaturgie: Carla Neppl

Besetzung:

Heinrich der Vogler: Magnus Piontek
Lohengrin: Viktor Antipenko / Benjamin Bruns
Elsa von Brabant: Cornelia Ptassek / Maraike Schröter
Friedrich von Telramund: Martin Bárta
Ortrud: Monika Bohinec / Stéphanie Müther
Heerrufer: Andreas Beinhauer
Vier brabantische Edle: Florian Sievers, Tommaso Randazzo, Till von Orlowsky, André Eckert
Edelknaben: Mitglieder des Kinder- und Jugendchores


Damen und Herren des Opernchores und des Extrachores
Statisterie
Robert-Schumann-Philharmonie


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