Wagners »Die Walküre« für fünf Aufführungen zurück an der Oper Frankfurt (ab 21. April)

Die Walküre ~ Oper Frankfurt ~ Fricka (Claudia Mahnke) und Wotan (James Rutherford) ~ © Barbara Aumüller - www.szenenfoto.de

Nachdem der Vorabend der Tetralogie Der Ring des Nibelungen von Richard Wagner (1813-1883) 2009/10 auf Jens Kilians bereits legendärer „Frankfurter Scheibe“ Premiere gefeiert hatte, waren die Erwartungen groß, wie es weitergehen würde. Weder Publikum noch Presse zeigten sich enttäuscht: „Halbzeit beim Frankfurter Ring. Auch die Walküre in der Inszenierung von Vera Nemirova lebt wie schon das Rheingold vor allem vom Bühnenbild Jens Kilians. Die Premiere am Sonntagabend mit Generalmusikdirektor Sebastian Weigle am Pult des Frankfurter Museumsorchesters war eine musikalische Offenbarung auf Festspielniveau“, urteilte etwa Die Rheinpfalz. Ebenso begeistert äußerte sich das Fachmagazin Opernwelt. „Kein Zweifel: ein hoch professionelles, kultiviertes Dirigat, eine dementsprechend aufmerksame und vorzügliche Orchesterleitung (…), in der merklich kalkulierten Dramatik auch ein deutlicher Kontrapunkt zu der impulsiven Interpretationsart der Regisseurin.“ Und Deutschlandradio Kultur brachte es noch in der Premierennacht in seiner Sendung Fazit auf den Punkt: „Diese Frankfurter Walküre ist ein Meisterwerk!“
Nun ist die Produktion in ihrer vierten Wiederaufnahme an der Oper Frankfurt zu erleben, wobei geplant ist, dass sich der Ring – nach dem Auftakt mit der vierten Wiederaufnahme des Rheingolds in 2017/18 – in den beiden kommenden Spielzeiten mit weiteren Einzelaufführungen der folgenden Tage erneut schließen soll.

Göttervater Wotan bereut den Raub des Rheingoldes und das Schmieden des Rings. Daher zeugt er die Geschwister Siegmund und Sieglinde sowie die Walküre Brünnhilde, die mit ihren Halbschwestern eine Armee gefallener Helden aufbauen soll. Siegmund und Sieglinde begegnen sich nach langer Zeit im Hause von Sieglindes Ehemann Hunding, ohne ihre Verwandtschaft zu erkennen. Zwischen beiden entflammt eine starke Liebe, und sie fliehen mit Hilfe des Schwerts Nothung, das Siegmund als einziger aus der Esche ziehen kann. Als es zum Kampf zwischen Hunding und Siegmund kommt, verlangt Wotan von Brünnhilde, diesen zu Gunsten Hundings ausgehen zu lassen. Sie missachtet jedoch den Willen ihres Vaters, der daraufhin selbst einschreitet und Siegmunds Tod verursacht. Brünnhilde verhilft der Schwester zur Flucht. Auch erzählt sie Sieglinde, dass diese einen Sohn erwarte, den sie Siegfried nennen wird, und gibt ihr das zerbrochene Schwert Nothung als väterliches Erbe mit auf den Weg. Für den Treuebruch gegenüber Wotan soll Brünnhilde demjenigen Helden folgen, der furchtlos den Feuerkreis durchbricht, den Wotan um seine Lieblingstochter errichtet.

Zu den Neubesetzungen dieser aktuellen Wiederaufnahme-Serie gehört der britische Tenor Peter Wedd, der die Partie des Siegmund bereits 2018 am Badischen Staatstheater Karlsruhe verkörpert hat und damit nun sein Frankfurter Hausdebüt vorlegt. Dies gilt auch für den aus Kiew stammenden Bass Taras Shtonda (Hunding), zu dessen aktuellen Engagements der Fafner im Ring des Nibelungen am Grand Théâtre de Genève gehört. Die Berliner Sopranistin Christiane Libor (Brünnhilde) gastierte unter Sebastian Weigle bereits in konzertanten Wagner-Aufführungen von Das Liebesverbot als Isabella (2011/12) und Rienzi als Irene (2012/13), seinerzeit noch in der Alten Oper Frankfurt. An der Oper Leipzig wird sie bald als Senta in Der fliegende Holländer und als Walküren-Brünnhilde zu erleben sein. Irina Simmes (Gerhilde) ist seit 2012/13 Ensemblemitglied am Theater Heidelberg und gastierte in Frankfurt 2017/18 als Konstanze in Mozarts Die Entführung aus dem Serail.
Aus dem Frankfurter Ensemble steigt Ambur Braid (Helmwige) neu in die Produktion ein. Als Gast ist Stine Marie Fischer (Grimgerde) mit der Produktion bereits vertraut, da sie darin zuvor schon als Rossweiße auftrat, ähnlich wie Ensemblemitglied Karen Vuong (Siegrune), die seinerzeit die Partie der Gerhilde übernommen hatte. Ihre Ensemblekolleginnen Claudia Mahnke (Fricka) sowie Elizabeth Reiter (Ortlinde), Nina Tarandek (Waltraute), Katharina Magiera (Schwertleite) und Judita Nagyová (Rossweiße) haben allesamt in den genannten Partien in der Premierenserie oder in einer der darauf folgenden Wiederaufnahmen mitgewirkt.


Die Walküre
Erster Tag des Bühnenfestspiels Der Ring des Nibelungen von Richard Wagner

Vierte Wiederaufnahme an der Oper Frankfurt (Inszenierung Vera Nemirova): 21. April 19

Musikalische Leitung: Sebastian Weigle
Regie: Vera Nemirova
Szenische Leitung der Wiederaufnahme: Hans Walter Richter
Bühnenbild: Jens Kilian
Kostüme: Ingeborg Bernerth
Licht: Olaf Winter
Video: Bibi Abel
Dramaturgie: Malte Krasting

Besetzung:

Siegmund: Peter Wedd
Hunding: Taras Shtonda
Wotan: James Rutherford
Sieglinde: Amber Wagner
Brünnhilde: Christiane Libor
Fricka: Claudia Mahnke
Gerhilde: Irina Simmes
Ortlinde: Elizabeth Reiter
Waltraute: Nina Tarandek
Schwertleite: Katharina Magiera
Helmwige: Ambur Braid
Siegrune: Karen Vuong
Grimgerde: Stine Marie Fischer
Rossweiße: Judita Nagyová

Frankfurter Opern- und Museumsorchester

Weitere Vorstellungen: 27. April, 1., 5. (16.00 Uhr), 8. Mai 2019
Falls nicht anders angegeben, beginnen diese Vorstellungen um 17.00 Uhr
Preise: € 17 bis 135 (12,5% Vorverkaufsgebühr nur im externen Vorverkauf)

www.oper-frankfurt.de