Virtual Reality-Ballett mit Roboter: Die Uraufführung von »kinesphere« am Staatstheater Augsburg

Ricardo Fernando, Fotograf: Bernd Löschberger

Für die Virtual-Reality-Bühne probt die Augsburger Ballett-Kompanie aktuell an einer außergewöhnlichen Produktion mit dem Titel »kinesphere«. Die 17 Tänzer:innen um Solistin Gabriela Zorzete Finardi stehen darin nicht nur mit einem Industrieroboter auf der Bühne, sie treten auch tänzerisch mit ihm in Interaktion.

Der große Themenkomplex Mensch und Maschine stehen in der Choreografie von Ballett-Direktor Ricardo Fernando im Fokus. Die eigens komponierte Musik stammt von Produzent und Sound-Artist Lilijan Waworka. Programmiert wird der Roboter von Markus Schubert, dessen Arbeiten als Creative Coder an der Schnittstelle von Kunst und Technik angesiedelt sind.

Bei den Dreharbeiten mit der Kreativagentur heimspiel wird Anfang Mai eine 360-Grad-Aufzeichnung von »kinesphere« entstehen. Der virtuelle Ballett-Genuss wird dann durch den Einsatz von VR-Brillen möglich gemacht, die deutschlandweit zum Publikum nach Hause geliefert werden. Die Uraufführung des Virtual Reality-Balletts »kinesphere« ist noch für diese Spielzeit geplant.

In der Mitte der Probebühne auf dem Augsburger Gaswerks-Gelände stand für die geplante Produktion zunächst nicht das darstellende Personal, sondern ein Industrieroboter der neuesten Generation: KUKA KR Iontec, 533 kg »leicht«, voll digitalisiert und eigentlich für den Einsatz im industriellen Umfeld gedacht. Das Staatstheater arbeitet mit dem vom Augsburger Hersteller KUKA zur Verfügung gestellten Roboter an einer immersiven Ballett-Erfahrung namens »kinesphere«, bei der Mensch und Maschine miteinander in Interaktion treten. Anders als bei einer Inszenierung für eine »normale« Bühne entsteht durch die Aufzeichnungstechnik mittels 360-Grad-Kamera die Illusion, den Tänzer:innen und dem Roboter zum Greifen nahe zu sein. Dank VR-Brillen-Lieferservice findet die Ballettproduktion »kinesphere« damit tatsächlich im Wohnzimmer der Zuschauer:innen statt.

Bei den Dreharbeiten Anfang Mai hat erneut die Augsburger Kreativagentur heimspiel die Federführung. Die Programmierung des Roboters erfolgt in enger Abstimmung mit Choreograf Ricardo Fernando durch Markus Schubert, der ebenso wie die Projektleiterin für Digitale Entwicklung, Tina Lorenz, bei den Aufnahmen vor Ort sein wird. Aufgezeichnet wird nicht auf der Probebühne, sondern im so genannten Reinigerhaus auf dem Gelände des Augsburger Gaswerks, das normalerweise nicht zugänglich ist und das ideale Setting für die Begegnung von Mensch und Maschine bietet.

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