Violinistin Rahel Rilling veröffentlicht zusammen mit dem Pianisten Johannes Roloff die sechs Violinsonaten von Bach

© Hänssler Classic

Violinistin Rahel Rilling ist eine enorm vielseitige Künstlerin – sie tritt solistisch mit diversen Orchestern in Europa auf, war bei vielen internationalen Festivals zu Gast, konzertiert regelmäßig mit den Berliner Philharmonikern und war Stimmführerin der 2. Violinen im Elbphilharmonieorchester Hamburg. Kammermusikalisch spielt sie regelmäßig mit renommierten Partner:innen, hat das Kammermusik Festival Hohenstaufen gegründet, schreibt Konzertprogramme für Kinder und bearbeitet für ihr Streichquartett Die Nixen Jazz- und Popstücke. Mit dem Ensemble Salut Salon geht sie regelmäßig international auf Tournee. Sie stand mit Ute Lemper und Ari Benjamin Myers am Broadway auf der Bühne und spielte Bachs Solosonaten in New York City und Chicago.

Johannes Roloff und Rahel Rilling
© Meike Kenn

Rahel Rilling entstammt einer sehr musikalischen Familie: Ihr Urgroßvater mütterlicherseits ist der jüdische Komponist Robert Kahn, und durch ihren Vater, den Dirigenten und Bach-Spezialisten Helmuth Rilling, kam sie schon sehr früh und intensiv mit den Werken Bachs in Kontakt. „Ich habe Bach quasi mit der Muttermilch aufgesogen“, sagt sie. „Später spielte ich in seinem Orchester sämtliche Kantaten samt Gesprächskonzerten in verschiedenen Sprachen. Als junger Mann besuchte mein Vater das theologische Seminar und war später Kantor an der Gedächtniskirche in Stuttgart. Durch diesen theologischen Background verstand er Bachs Musik sehr gut. Text war ihm das Allerwichtigste. All seine Ideen und Vorstellungen waren immer natürlich und logisch aufgebaut. Die Musik spiegelt den Text wieder. Das richtige Tempo, die Dynamik, das Klangempfinden …es gab so viele Sternstunden, die mit Worten schwer zu beschreiben sind.“

Daher ist es für Rahel Rilling auch eine logische Konsequenz, dass sie sich auf ihrem aktuellen Album Pure Bach dem Komponisten und seinen Sechs Sonaten für Violine und Klavier widmet; begleitet durch den Berliner Pianisten Johannes Roloff, den sie während eines Konzerts als den perfekten Bach-Partner erkannte. „Als ich ihn mit den Goldberg Variationen gehört habe, wusste ich: Mit ihm will ich Bach spielen!“ Johannes Roloff schätzt die Violinsonaten sehr, und so kamen die beiden schnell zusammen. „Es sind absolut magische Stücke. Jede einzelne Sonate und jeder dieser insgesamt 25 Sätze sind auf ihre Weise ein Juwel“, sagt Roloff, „von freudig über jazzig intellektuell bis hin zu tröstend-zuversichtlich.“

Bach selbst setzte sich sehr lange mit diesen Violinsonaten auseinander und veränderte sie immer wieder – der Werkzyklus war bis zu Bachs Tod nicht beendet und stets „in Bearbeitung“. Gedruckt wurden die Sonaten erst 50 Jahre nach seinem Tod. Ursprünglich schrieb Bach sie für Violine und Cembalo, vermutlich zwischen 1717 und 1723, zu seiner Zeit am Köthener Hof als Hofkapellmeister. Rahel Rilling sieht die ständige Veränderung des Werks als natürliche Gegebenheit in der Musik und überträgt dies auch auf ihre eigene Interpretation: „Interpretationen sind jedes Mal eine neue Herausforderung. Ich brauche Zeit um nachzudenken und zu reflektieren. Die Welt dreht sich. Geschmack, Umstände, Mode verändern sich. Ich würde die Bach Sonaten am liebsten nächstes Jahr wieder neu interpretieren, um zu schauen, wie ich mich mit ihnen verändere.“

Man darf also gespannt sein auf das kommende Jahr.


PURE BACH

Rahel Rilling – Violine
Johannes Roloff – Piano

J. S. Bach (1685-1750)
CD1
Sonate I in h-Moll, BWV 1014
Sonate II in A-Dur, BWV 1015
Sonate III in E-Dur, BWV 1016
CD2
Sonate IV in c-Moll, BWV 1017
Sonate V in f-Moll, BWV 1018
Sonate VI in G-Dur, BWV 1019

2 CD: Best. Nr. HC20082
Label: Hänssler Classic
Vertrieb: Profil Medien
VÖ: 05.11.2021

rahelrilling.com / johannesroloff.de