Vier Premieren im September am Schauspiel Frankfurt

Schauspiel Frankfurt (© Birgit Hupfeld)

Das Schauspiel Frankfurt startet die neue neue Spielzeit im September mit mit vier Premien:

»Wie es euch gefällt« von William Shakespeare
»Stimmen einer Stadt VII-IX«
»Gier:Crave« von Sarah Kane
»Deutschland 2020. Ein Wintermärchen«


Wie es euch gefällt« von William Shakespeare

Der Wald von Arden zieht Flüchtlinge aller Art an. »Hier kannst du lernen, wer du wirklich bist«, schwärmt der alte Herzog, der in der Naturidylle Urlaub vom Herrschen macht. Zu Hause übt sich sein Bruder derweil im Thronraub und droht allen, die ihm in die Quere kommen, mit Verbannung. Angesichts solcher Umstände ziehen auch Orlando, Rosalind und Celia lieber in den Wald. »Je tiefer in Arden, desto verblödeter bin ich«, stöhnt dagegen Touchstone, der Narr, den die beiden Frauen im Schlepptau haben. Doch auch er bleibt nicht verschont von allerhand amourösen Verstrickungen. Nichts, so scheint es, hat in Arden Bestand – am wenigsten die Liebe – doch niemanden scheint das sonderlich zustören. Hat der Narr am Ende Recht? Führt das Leben im Reich der Freiheit in die Verblödung? Shakespeare entwickelt in »Wie es euch gefällt« die vielleicht sonderbarste all seiner Fantasiewelten; ein Ort, dessen bukolische Idylle trügt und dessen Magie einzig darin besteht, dass er alle Konflikte der Außenwelt gleichsam in Klammern fortbestehen lässt.

»Wie es euch gefällt«

Von: William Shakespeare

Premierenvorstellungen am Schauspiel Frankfurt: 11./12./13. und 17. September 20 (Schauspielhaus)

Regie: David Bösch
Bühne: Patrick Bannwart
Kostüm: Moana Stemberger
Musik: Karsten Riedel
Dramaturgie: Alexander Leiffheidt

Mit: Isaak Dentler, Altine Emini, Sarah Grunert, Agnes Kammerer, André Meyer, Sebastian Reiß, Karsten Riedel (auch Live-Musik), Peter Schröder, Michael Schütz

Weitere Vorstellungen: 18., 19., 20., 24., 25., 26., 27. September 2020


»Stimmen einer Stadt VII-IX«


»Das Leben ist eine Kunst« von Martin Mosebach
»Die Gräten« von Lars Brandt
»Alles ist groß« von Zsuzsa Bánk

Drei Leben aus Frankfurt stehen im Mittelpunkt unserer Serie, für die Autoren_innen Menschen aus Frankfurt treffen und aus diesen Begegnungen eine poetische Überschreibung vornehmen: ein Monodrama. Jede Biografie wird also zu einem Solo für eine_n Schauspieler_in unseres Ensembles – ob als Flaneur, Stewardess, Spekulant, Hotelchefin, Strafverteidiger oder Wirtin. Auch dieses Mal haben wir drei renommierte Autor_innen gewählt, die zum ersten Mal für das Theater schreiben. Der Büchner-Preisträger Martin Mosebach schreibt über eine alternde Künstlerin und ihre schwierigen Beziehungen, die ihr Leben formten. Lars Brandt spürt in Zeiten großer gesellschaftlicher Umbrüche dem Alltag eines Frankfurter Politikers nach. Und die vielfach ausgezeichnete Autorin Zsuzsa Bánk trifft einen Mann für das letzte Geleit, dessen sensible Beobachtungsgabe besondere Perspektiven eröffnet. Gemeinsam bilden die neun Monodramen ein Kaleidoskop der vielfältigen Leben in dieser Stadt. Die Reihe entsteht in Zusammenarbeit mit dem Literaturhaus Frankfurt.

»Stimmen einer Stadt VII-IX«

»Das Leben ist eine Kunst« von Martin Mosebach
»Die Gräten« von Lars Brandt
»Alles ist groß« von Zsuzsa Bánk

Premierentermine am Schauspiel Frankfurt: 13. und 26. September 2020 (Kammerspiele)

Regie und Bühne: Anselm Weber, Kornelius Eich
Bühne und Video: Philip Bußman
Kostüme: Mareike Wehrmann
Musik: Thomas Osterhoff
Dramaturgie: Lukas Schmelmer

Mit: Nils Kreutinger, Anke Sevenich, Bijan Zamani


»Gier:Crave« von Sarah Kane

Vier Stimmen flüstern, durchdringen und verbinden sich. Auf dem Weg durch die Abgründe ihres zersplitterten Selbst werden sie zusammengeführt von Verlangen, Verletzung und Verlust. »Gier:Crave« erzählt von dem Versuch die eigene Isolation in der gegenseitigen Begegnung zu durchbrechen. Sarah Kane verfasste diesen eindringlichen Text 1998 in einer Zeit grundlegender gesellschaftlicher und technologischer Umbrüche.

Der Regisseur Robert Borgmann geht mit seiner performativen Inszenierung dieses theatralen Prosa-Gedichts der Frage nach: Wer bin ich, wenn ich dem Anderen, das als außerhalb der Grenzen des Ichs existierend wahrgenommen wird, begegne? Das Theater wird in der Begegnung zum Schauplatz des radikal Fremden, das an das Innerste unseres Selbst rührt.

»Gier:Crave«

Von: Sarah Kane

Premierentermine am Schauspiel Frankfurt: 12., 18., 19., 25. September 2020 (Bockenheimer Depot)

Regie und Bühne: Robert Borgmann
Kostüm: Bettina Werner
Video: Krzysztof Honowski
Musik: Philipp Weber, Tom Müller
Dramaturgie: Lukas Schmelmer

Mit: Marta Kizyma, Heiko Raulin, Samuel Simon, Laura Sundermann

Die nächsten Vorstellungen: 26., 27. September, 1., 2., 3., 4. Oktober 2020


»Deutschland 2020. Ein Wintermärchen«

Eine Heine-Skizze, Klassenzimmerstück ab 14 Jahren

»Im traurigen Monat November war’s…« als Heinrich Heine zu einer letzten Reise von Frankreich nach Deutschland aufbrach. Station für Station auf dem Weg zu seiner Mutter zeichnet er ein messerscharfes Bild seiner Heimat. Heine – in Deutschland wegen seiner jüdischen Herkunft angefeindet – beschreibt das Land, das ihm nach Jahren des Exils in Frankreich so fremd wie nah ist, aus der Perspektive seines eigenen Zwiespalts: als reaktionäres Land, geprägt von Militarismus und Nationalismus mit einer Sprache, wie sie nicht schöner sein könnte (wenn man sie so zum Klingen bringt wie Heine). Heines Motive sind Heimat, Staat, Religion, Ausgrenzung und Identität – es sind Fragen, die noch immer unsere Diskurse bestimmen und auch heute so explosiv sind, wie sie es für den politischen Autor Heine 1843 waren.

Die Regisseurin Regina Wenig unternimmt auf Basis von Heines Versepos eine theatrale Reise durch das Deutschland unserer Zeit und spiegelt unsere Wirklichkeit an Heines poetischen Bildern. Aus dieser motivischen Doppelbelichtung entstehen Reibungen, Widersprüche und Überraschungen.

»Deutschland 2020. Ein Wintermärchen«

Eine Heine-Skizze, Klassenzimmerstück ab 14 Jahren

Premierenvorstellungen am Schauspiel Frankfurt: 20. und 27. September 20 (Box)

Regie: Regina Wenig
Bühne: Marius Baumgartner
Kostüme: Marielle Sokoll
Dramaturgie: Katja Herlemann, Katrin Spira

Mit: Nora Solcher*, Vanessa Bärtsch* (*Mitglied des Studiojahr Schauspiel )

schauspielfrankfurt.de