Verdis »Don Carlo« wieder ab 7. Dezember 19 an der Oper Frankfurt

Don Carlo ~ Oper Frankfurt ~ Don Carlo (in der Bildmitte kniend) und Ensemble ~ © Monika Rittershaus

Die Inszenierung des Don Carlo von Giuseppe Verdi (1813-1901) durch David McVicar feierte am 30. September 2007 Premiere im Opernhaus – als erste Frankfurter Neuproduktion des Werkes seit 37 Jahren. Vom Publikum wurde die aufwändig ausgestattete Aufführung mit den prachtvoll-historischen Kostümen von Brigitte Reiffenstuel überwiegend bejubelt, doch meldeten sich auch kritische Zuschauerstimmen zu Wort, denen die Sicht des schottischen Regisseurs auf Verdis Erfolgsoper zu konventionell ausgefallen war. Dennoch wurde die Inszenierung von der Kritik in erster Linie positiv beurteilt. So war z.B. in der Welt zu lesen: „Gespielt wird die lange, fünfaktige Fassung von 1886. McVicars großartige Regieleistung geht dabei weit über die Grundsatzentscheidungen für eine streng stilisierte Bühne samt historisch korrekten Kostümen hinaus. Er führt seine Figuren mit viel Liebe fürs psychologische Detail und schlüsselt so die komplexe Handlung überzeugend auf.“

Zum Inhalt: Don Carlo, Sohn des spanischen Königs Philipp II., soll die französische Königstochter Elisabeth von Valois heiraten. Die beiden verlieben sich ineinander, doch muss die junge Frau schließlich aus Gründen der Staatsraison den König selbst zum Mann nehmen. Zudem verweigert Philipp seinem Sohn den Auftrag, dem durch Spanien unterdrückten Flandern den Frieden zu bringen und damit seinen Jugendfreund Rodrigo zu unterstützen. Durch eine Intrige der in Carlo verliebten Prinzessin Eboli entfremden sich Vater und Sohn immer mehr voneinander. Carlo ist hin und her gerissen zwischen seiner Liebe zu Elisabeth und dem Begehren nach politischer Anerkennung. Schließlich kommt es nach der durch den Großinquisitor geforderten Ermordung des politisch unliebsamen Rodrigo am Grab von Carlos Großvater Karl V. zu einem entscheidenden Zusammentreffen aller Beteiligten…

Die Erfolgsproduktion aus der Spielzeit 2007/08 wird nun zum sechsten Mal wiederaufgenommen, und die Besetzungsliste weist neben mit McVicars Regie vertrauten Künstler*innen wie Tamara Wilson (Elisabeth von Valois), Andreas Bauer Kanabas (Philipp II.) und Magnús Baldvinsson (Der Großinquisitor) auch neue Namen auf: Der besonders dem Mariinsky Theater in St. Petersburg verbundene armenische Tenor Hovhannes Ayvazyan gab 2018/19 als Alvaro in La forza del destino sein beeindruckendes Frankfurt-Debüt und kehrt nun als Don Carlo mit einer weiteren Verdi-Partie ins Haus am Willy-Brandt-Platz zurück. Carmen Topciu singt als Prinzessin Eboli erstmals in Frankfurt. Im Terminkalender der rumänischen Mezzosopranistin steht u.a. Bizets Carmen in Sydney und Neapel. Nachdem er ab 2016 in Frankfurt und Oslo als Bergs Wozzeck überzeugte, kommt der norwegische Bariton Audun Iversen als Rodrigo, Marquis von Posa, hierher zurück. Aus dem Ensemble der Oper Frankfurt steigen Bianca Andrew (Tebaldo) und Anthony Robin Schneider (Ein Mönch bzw. alternierend Der Großinquisitor) sowie aus dem Opernstudio Florina Ilie (Stimme von oben) neu in die Produktion ein. Unter den die Alternativbesetzungen stellenden Sänger*innen sind als Gäste das ehemalige Ensemblemitglied Alfred Kim (Don Carlo) sowie Olesya Golovneva (Elisabeth), Simon Lim (Philipp II.) und Bogdan Baciu (Posa) vertreten. Angeführt von Tanja Ariane Baumgartner (Eboli) sind außer Opernstudio-Mitglied Pilgoo Kang (Ein Mönch) alle übrigen Alternativbesetzungen aus dem Ensemble mit der Produktion bereits vertraut. Die musikalische Leitung der Inszenierung liegt erstmals bei Stefan Soltesz, der regelmäßig in Frankfurt zu Gast ist; so zuletzt 2018/19 für Smetanas Dalibor. Im Verlauf der aktuellen Spielzeit wird er zudem für Strauss’ Der Rosenkavalier an den Main zurückkehren. Der österreichische Dirigent ungarischer Herkunft war von 1997 bis 2013 Generalmusikdirektor der Essener Philharmoniker und Intendant des Aalto-Theaters.


Don Carlo
Oper in fünf Akten

Von: Giuseppe Verdi

6. Wiederaufnahme an der Oper Frankfurt: 7. Dezember 19

Musikalische Leitung: Stefan Soltesz
Inszenierung: David McVicar
Szenische Leitung der Wiederaufnahme: Benjamin Cortez
Bühnenbild: Robert Jones
Kostüme: Brigitte Reiffenstuel
Choreographische Mitarbeit: Andrew George
Licht: Joachim Klein
Chor: Tilman Michael
Dramaturgie: Malte Krasting

Besetzung:

Don Carlo: Hovhannes Ayvazyan
Elisabeth von Valois: Tamara Wilson
Philipp II.: Andreas Bauer Kanabas
Prinzessin Eboli: Carmen Topciu
Rodrigo, Marquis von Posa: Audun Iversen
Graf von Lerma: Hans-Jürgen Lazar
Tebaldo: Bianca Andrew, Nina Tarandek
Der Grossinquisitor: Magnús Baldvinsson
Ein Mönch: Anthony Robin Schneider
Stimme von oben: Florina Ilie °
Sechs flandrische Deputierte: Danylo Matviienko °, Pilgoo Kang °, Frederic Mörth, Seung Won Choi, Florian Rosskopp, Miroslav Stričević

Chor der Oper Frankfurt
Frankfurter Opern- und Museumsorchester

° Mitglied des Opernstudios

Weitere Vorstellungen: 13., 20., 22., 26. (18.00 Uhr), 28. Dezember 2019, 1. (18.00 Uhr), 5. (18.00 Uhr) Januar 2020

oper-frankfurt.de