Uraufführungen von Eisenach und Jelinek im Februar am Schauspiel Frankfurt

© Diogo Fagundes auf Unplash

»Der große Kunstraub (DGKR)« von Alexander Eisenach

Die Taskforce »Kunstraub – Sonderermittlung Kunst und Bedeutung« ringt um Antworten: Nicht nur, dass eine Serie von Museumseinbrüchen aufgedeckt werden müsste, nein, es geht um mehr. Zum Beispiel um so grundsätzliche Fragen nach Gut und Böse. Doch während die Kripo im Dunkeln tappt, feilt die Verbrecher-Gruppe schon am nächsten Coup. Diesmal soll es das ganz große Verbrechen sein, abschnurrend nach einem perfekten Plan. Sie sind getrieben von einer Mission: Diesmal soll der Einbruch sich der umstrittensten Immobilie der Republik widmen…
Hitchcock hat einmal gesagt, er sei so fasziniert von der Idee des perfekten Verbrechens, weil es sich dabei eigentlich um das perfekte Drehbuch handele. Ein Plan, der sich in minutiöser Exaktheit entrollt und dessen eigentlicher, tieferer Sinn es ist, zu funktionieren. Die sogenannten Heist-Movies, zu denen Klassiker wie »The Great Train Robbery« und neuere Blockbuster wie »Heat« oder »Ocean‘s Eleven« gehören, spielen das im Detail durch. Für das Theater ist dieses Genre noch zu entdecken.
Genau das hat Alexander Eisenach vor. Dabei geht es um das Verhältnis von Kunst, Verbrechen und Kapital und um die Frage, was wir als Kulturgüter bezeichnen.

Der große Kunstraub (DGKR)

Von: Alexander Eisenach
Auftragswerk des Schauspiel Frankfurt

Premiere/Uraufführung am Schauspiel Frankfurt: 17. Februar 22 (Bockenheimer Depot)

Text und Regie: Alexander Eisenach
Bühne: Daniel Wollenzin
Kostüme: Julia Wassner
Video: Oliver Rossol
Musik: Sven Michelson
Dramaturgie: Katrin Spira
Licht: Johannes Richter

Mit: Caroline Dietrich, Annie Nowak, Christoph Pütthoff, Sebastian Reiß, Holger Stockhaus, Luana Velis

Weitere Vorstellungen: 19., 21., 24. und 28. Februar 22
Die Produktion im Rahmen der »Autor:innenförderung« wird ermöglicht durch die Deutsche Bank Stiftung


Lärm. Blindes sehen. Blinde sehen! Was ich sagen wollte

Elfriede Jelineks neuer Text ist eine Abrechnung mit flexiblen Wahrheiten und kruden Verschwörungsmärchen. Der Berg ruft, und alle kommen: Ein junger Fürst der Finsternis, die Türkisen, Odysseus, Bill Gates, der König, Jesus, die Zauberin Circe, Herr Soros, sogar ein ganzes Schweineballett tritt auf. Bei Jelinek gibt’s Zaubertrank für jeden und das Virus inklusive. Das ergreift auch gleich selbst das Wort, bis alle menschlichen Organe Alarm schlagen, während Circe Odysseus zu einer Reise der ganz besonderen Art einlädt: Vom Berg runter geht es direkt in den Schweinemagentrakt und von dort in den Hades, wo alle mit Blindheit geschlagen sind. Wie blind kann man sein? Der Text selbst ist eine Odyssee der Wahrheitssuche inmitten einer Welt, in der »der Vorgang des Sehens vom Vorgang des Blindseins abgelöst« wird. In Zeiten von Pandemie und Populismus lotet Jelinek die sich selbst bedrohende zivile Vernunft aus – mal komisch, mal tragisch und immer messerscharf.

»Lärm. Blindes sehen. Blinde sehen! Was ich sagen wollte«

Von: Elfriede Jelinek

Premiere/Uraufführung am Schauspiel Frankfurt: voraussichtlich Mai 22 (statt wie ursprünglich geplant 11. Februar 22; Schauspielhaus)

Regie: Stefan Bachmann
Bühne: Olaf Altmann
Kostüme: Jana Findeklee, Joki Tewes
Choreografie: Sabina Perry
Dramaturgie: Julia Weinreich
Licht: Frank Kraus

Mit: Heidi Ecks, Christina Geiße, Agnes Kammerer, Heiko Raulin, Melanie Straub, Susanne-Marie Wrage

Die nächsten Vorstellungen: 14./19. Februar, 4. März um 19.30 Uhr & 13. Februar 18.00 Uhr

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