Uraufführung von Anton Urspruchs Oper »Die heilige Cäcilia« in Hattingen

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Das Unmögliche von Allem, oder:
Was die heilige Cäcilie mit Urspruch und jüdischem Leben in Deutschland zu tun hat

Für die Wiedergabe einer solchen Monsteroper braucht es neben Enthusiasmus eine Portion Verrücktheit.“ Concerti zu Siegfried Wagners Friedensengel (2021)

Unermüdlich verfolgt Peter P. Pachl Spuren zu unrecht vergessener Komponisten. Beginnend mit der Ausgrabung unbekannter Partituren produziert und inszeniert er Aufführungen, die er dann jeweils durch CD- und DVD-Aufnahmen, Einspielungen, und seit Neuestem auch Streams auf Music Traveler TV zugänglich macht und erhält.

Peter P. Pachl setzt als „Überzeugungstäter“ (Concerti 2020) entscheidende Impulse im Musikleben. Verlässlich inszeniert er alljährlich im August in Bayreuth mindestens eine Oper Siegfried Wagners. „Während im vergangenen Sommer die Pforten des Bayreuther Tempels für Richard Wagner geschlossen blieben, fand ein feines Festival zu Ehren seines Sohnes Siegfried statt, dessen zahlreiche Bühnenwerke dank der Initiative des Regisseurs und Musikwissenschaftlers Peter P. Pachl schon seit einigen Jahrzehnten systematisch wiederbelebt werden.“ (Opernwelt). Neben dem Werk des Wagner-Sohns belebt Peter P. Pachl u. a. auch das Schaffen Anton Urspruchs wieder. Zu Urspruchs komischer Oper Das Unmöglichste von Allem konstatierten Kritiker:

„Opernregisseur Peter P. Pachl hat ein Meisterwerk ausgegraben, das zu den aufregendsten Wiederentdeckungen zählt“ (Concerti 2014) die Wiederaufführung galt „als eine innovative und herausragende Musiktheaterarbeit.“ (Opernwelt)

Im Rahmen der Veranstaltungen „321-2021 – 1700 Jahre jüdisches Leben in Deutschland„, welche die Aufmerksamkeit für den jüdischen Anteil an der Kultur in Europa stärken soll, wird nun Anton Urspruchs Oper Die heilige Cäcilia erstmals vollständig aufgeführt. Urspruch selbst hatte etwa die Hälfte der Oper als Partitur hinterlassen, Ulrich Leykam vervollständigte sie anhand des Klavierauszugs. Konsequenterweise findet die Aufführung um den Namenstag der heiligen Cäcilie statt, am 21. und 22. November 2021.

In der Oper über die Schutzpatronin der Kirchenmusik, schafft der Gregorianik-Forscher und vom NS-Regime verfemte Komponist Anton Urspruch eine Synthese aus gregorianischem Choral und Synagogalgesang und überträgt die Schönheiten des jüdischen Tempelgesangs auf die Harfe-spielende Cäcilia.

Cäcilias Harfe erklingt als ein unendliches, sphärisches Klanggebilde, welches Jubel und ungeahnte Harmonien selbst dann evoziert, wenn andere in Trauer und Klagen ausbrechen. Konfrontiert mit den von Folter gezeichneten Körpern ihres Gatten und ihres Schwagers, stimmt Cäcilia einen Jubelhymnus an, unmäßig jauchzend und mit außergefallenen Sprüngen und extravaganter Harmonik in Urspruchs unkonventioneller Tonsprache, angesiedelt zwischen Spätromantik und Moderne.

Einen kostenpflichtigen Vorab-Klangeindruck davon vermittelt die Aufführung der Kurzfassung auf Music Traveler (musictraveler.com).

Weitere Informationen: 2021jlid.de

CD

Siegfried Wagner: An Allem ist Hütchen schuld
Philharmonischer Chor Nürnberg
Karlovy Vary Symphony Orchestra,
David Robert Coleman, Dirigent
Peter P. Pachl, Regie

DVD

Siegfried Wagner: Sonnenflammen
Uli Bützer, Kaiser Alexios
Rebecca Broberg, Kaiserin,
Giorgio Valenta, Fridolin
PPP Ensemble München,
Digital-Orchester Bayreuth,
Ulrich Leykam, Dirigent
Peter P. Pachl, Regie:, Bühne, Kostüme
1 DVD Marco Polo 2.220007

Uraufführung, posthum

21. und 22. November Hattingen,
Januar 22, Übertragung WDR

Anton Urspruch: Die heilige Cäcilia

vervollständigt von Ulrich Leykam,

PPP Ensemble München,
Chor der Universität Witten/Herdecke
UMD Prof. Ingo Ernst Rühl, Leitung
Junges Orchester NRW
Ulrich Leykam, Dirigent
Robert Pflanz, Bühne, Video
Peter P. Pachl, Regie, Kostüme